Audio

Natürlich sind wir als Spezialgeschäft für Fantasy und Science Fiction auch bei Hörbüchern und Hörspielen euer Ansprechpartner. Hermkes Romanboutique in Würzburg.

Verlorene Paradise

18. April 2017 5 Stimmen

Hörbücher sind auf dem Vormarsch – und das schon seit Jahren. Trotzdem gibt es von einigen der besten SF-SchriftstellerInnen überhaupt keine deutschsprachigen Hörbücher. Zumindest bei Ursula K. Le Guin ist dies jetzt anders: Ab sofort gibt es eine vollständige Lesung ihres 2014 bei Atlantis erschienen Romans VERLORENE PARADIESE (ISBN 978-3-936438-83-3, 1 mp3-CD, 286 Minuten), vorgelesen von Lisa Koenen und veröffentlicht im Mannheimer MetaGIS Hörbuchverlag. Gestaltet wurde die Edition von Maran Alsdorf unter Verwendung ihres Buchumschlags, die Übersetzung stammt von Horst Illmer, Regie führte Matthias Werner. Der angehenden Schauspielerin Lisa Koenen gelingt das Kunststück, ihre helle, begeisterungsfähige Stimme im Verlauf der Erzählung dem jeweiligen Alter der Protagonisten anzupassen, sodass aus der kindlich-naiven Hsing, die neugierig alles und jeden hinterfragt, am Ende eine reife, sich um ihre Familie sorgende Frau spricht. Und es ist keine Kleinigkeit, dass es ihr zudem gelingt, die Stimmen der anderen Haupt- und Nebenpersonen in VERLORENE PARADIESE ebenfalls wiedererkennbar zu sprechen. Als Zugabe zum Romantext wurde auch das Nachwort von Horst Illmer vertont, in dem dieser den utopischen Ansatz dieser meisterhaften Science-Fiction-Geschichte um die Bewohner/Besatzung des Generationen-Raumschiffs Discovery nachverfolgt. Wer es also immer noch nicht geschafft hat, das Buch (ein zweites Mal) zu lesen, kann es sich jetzt genussvoll akustisch „reinziehen“.

Horst Illmer
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Verlorene Paradiese Hörbuch
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18. April 2017 5 Stimmen

Hörbücher sind auf dem Vormarsch – und das schon seit Jahren. Trotzdem gibt es von einigen der besten SF-SchriftstellerInnen überhaupt keine deutschsprachigen Hörbücher. Zumindest bei Ursula K. Le Guin ist dies jetzt anders: Ab sofort gibt es eine vollständige Lesung ihres 2014 bei Atlantis erschienen Romans VERLORENE PARADIESE (ISBN 978-3-936438-83-3, 1 mp3-CD, 286 Minuten), vorgelesen weiterlesen…

Bastei Lübbe Auslieferung KW 11

14. März 2017   noch keine Stimmen

John Sinclair Hörspiel
DARK, JASON: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR #114 DIE EISMEER-HEXE € 7,90

Lübbe
DREWERY, KERRY: MARTHAS WIDERSTAND   € 16,00

14. März 2017   noch keine Stimmen

John Sinclair Hörspiel DARK, JASON: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR #114 DIE EISMEER-HEXE € 7,90 Lübbe DREWERY, KERRY: MARTHAS WIDERSTAND   € 16,00

Bastei Auslieferung – ab sofort mit LYX

12. Juli 2016   noch keine Stimmen

Chimäre

Lübbe Audio
DARK, JASON: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR HÖRSPIEL #109 SIEBEN DOLCHE FÜR DEN TEUFEL € 7,99

Bastei Taschenbücher
ALEXANDER, MARTIN: DIE WELT ROYUM #2 DIE CHIMÄRE – SILBEN DER MACHT € 16,00

Und ab sofort LYX bei Bastei!
MACALISTER, KATIE: BLACK DRAGONS #1 EIN FLIRT MIT DEM FEUER € 9,99
IONE, LARISSA: DEMONICA #7 REVENANT € 9,99
ANDREWS, ILONA: STADT DER FINSTERNIS PB #9 EIN NEUER MORGEN € 12,99

12. Juli 2016   noch keine Stimmen

Lübbe Audio DARK, JASON: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR HÖRSPIEL #109 SIEBEN DOLCHE FÜR DEN TEUFEL € 7,99 Bastei Taschenbücher ALEXANDER, MARTIN: DIE WELT ROYUM #2 DIE CHIMÄRE – SILBEN DER MACHT € 16,00 Und ab sofort LYX bei Bastei! MACALISTER, KATIE: BLACK DRAGONS #1 EIN FLIRT MIT DEM FEUER € 9,99 IONE, LARISSA: DEMONICA #7 REVENANT weiterlesen…

Bastei Lübbe Neuheiten Februar

13. Januar 2016   noch keine Stimmen

kalypto

Bücher
BLACKMOORE, STEPHEN: ERIC CARTER #1 TODE DINGE € 8,99
JACUBA, TOM: KALYPTO TRILOGIE #2 DIE MAGIERIN DER TAUSEND INSELN € 12,00
BRACKSTON, PAULA J.: HÄNSEL UND GRETEL KRIMI #3 DIE WANKELMÜTIGE MEERJUNGFRAU € 8,99

Hörspiel
DARK, JASON: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR HÖRSPIEL #105 SHIMADAS MORDAUGEN € 7,99

13. Januar 2016   noch keine Stimmen

Bücher BLACKMOORE, STEPHEN: ERIC CARTER #1 TODE DINGE € 8,99 JACUBA, TOM: KALYPTO TRILOGIE #2 DIE MAGIERIN DER TAUSEND INSELN € 12,00 BRACKSTON, PAULA J.: HÄNSEL UND GRETEL KRIMI #3 DIE WANKELMÜTIGE MEERJUNGFRAU € 8,99 Hörspiel DARK, JASON: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR HÖRSPIEL #105 SHIMADAS MORDAUGEN € 7,99

Bastei Novitäten November

8. Oktober 2015   noch keine Stimmen

Prinz

Bastei
ROMMERS, A. G.: DIE RÜCKKEHR DES PRINZEN HÖRBUCH   € 12,00
DARK, JASON: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR HÖRSPIEL #104 DIE MAGISCHE BOMBE € 7,99
JONES, P. E.: SPACE TROOPERS   € 10,00

Ehrenwirth
ROEMMERS, A. G.: DIE RÜCKKEHR DES PRINZEN   € 12,00

Lübbe
BLACK, HOLLY/CLARE, CASSANDRA: MAGISTERIUM HC #2 DER KUPFERNE HANDSCHUH € 16,99
BLACK, HOLLY/CLARE, CASSANDRA: MAGISTERIUM HÖRBUCH #2 DER KUPFERNE HANDSCHUH € 19,99

8. Oktober 2015   noch keine Stimmen

Bastei ROMMERS, A. G.: DIE RÜCKKEHR DES PRINZEN HÖRBUCH   € 12,00 DARK, JASON: GEISTERJÄGER JOHN SINCLAIR HÖRSPIEL #104 DIE MAGISCHE BOMBE € 7,99 JONES, P. E.: SPACE TROOPERS   € 10,00 Ehrenwirth ROEMMERS, A. G.: DIE RÜCKKEHR DES PRINZEN   € 12,00 Lübbe BLACK, HOLLY/CLARE, CASSANDRA: MAGISTERIUM HC #2 DER KUPFERNE HANDSCHUH € 16,99 BLACK, HOLLY/CLARE, CASSANDRA: weiterlesen…

Gewinnspiel – Der Marsianer

3. Oktober 2015   noch keine Stimmen

Robinson CrusoeDas Gewinnspiel¹ ist abeglaufen. Gewinner benachrichtigt. Glückwunsch an alle! Soweit möglich, werden Wünsche berücksichtigt. Die Gewinne können ab sofort bei uns abgeholt werden…

Wie Horst in seinem Artikel bereits erwähnt hat, gab es 1964 unter der Regie von Byron Haskin den netten Trashfilm Robinson Crusoe on Mars. Damals hatte der Astronaut Commander Christopher Draper (Paul Mantee)  der United States Navy nach seiner Bruchlandung noch den Weltraumaffen Mona als Gefährten, wohl angelehnt an HAM, dem ersten Schimpansen, der im Verlauf des Mercury-Programms 1961 ins Weltall geschossen wurde. Draper findet auf dem Mars tatsächlich auch den „edlen Wilden“ (Victor Lundin), den er Freitag nennt und muss sich mit bösartigen und kriegerischen Aliens herumschlagen, bevor er endlich Kontakt mit der Erde bekommt und gerettet werden kann.

Der Marsianer TBWeniger phantastisch geht Andy Weir an das Thema Robinson auf einem fremden Planeten an. Technisch nachvollziehbar und wissenschaftlich korrekt braucht sein Held Mark Watney gar keine bösen Fremden. Die hoffnungslose Situation auf dem unwirtlichen Mars ist alleine schon Bedrohung genug. Wie Robinson muss der Astronaut Mark Watney an zwei Dinge denken. Wie mache ich mich bemerkbar – am Strand ein Feuer entzünden um vorbeifahrende Schiffe aufmerksam zu machen ist keine Option – und wie überlebe ich lange genug, um eine potentielle Rettungsmission überhaupt zu erleben – ohne Kokospalmen und Vogeleier…

Jetzt hat der Meister des SF Films, Ridley Scott, die Romanvorlage verfilmt und ab 8. Oktober könnt ihr Mark Watneys (Matt Damon) Kampf ums Überleben auf der großen Leinwand mitverfolgen. Wir hier sind alle von der Romanvorlage überzeugt, was wir in verschiedenen Artikeln niedergeschrieben haben (Gerds Buchtipps / Horsts Bibliothek). So fiebern wir auch dem Kinoerlebnis entgegen.

Der MarsianerUm auch euch die Chance zu geben, euch selbst von der Geschichte zu überzeugen, gibt es hier speziell für euch ein kleines Gewinnspiel¹. Zusammen mit dem Verleih und der Random House Verlagsgruppe verlosen wir 30 fette Preise. Für die Gewinner gibt es 10 mal das Taschenbuch, 10 mal die Hörbuchversion oder 10 gratis Kinobesuche zu ergattern. Alles, was ihr dafür tun müsst, ist es, eine e-mail an uns zu schreiben, mit der richtigen Antwort und eurem Wunschgewinn. Die ersten 30 Teilnehmer bekommen dann ihren Wunschgewinn.

Natürlich nur solange der Vorrat reicht und bei richtiger Antwort auf die Frage:
Wie heißt der Autor von Robinson Crusoe, nach dessen Held das gesamte Genre der Robinsonade benannt ist?
a) Gewinnspiel ist abeglaufen.
b) Gewinnspiel ist abeglaufen.
c) Gewinnspiel ist abeglaufen.

¹ der Rechtsweg ist natürlich wie immer ausgeschlossen 😉

3. Oktober 2015   noch keine Stimmen

Das Gewinnspiel¹ ist abeglaufen. Gewinner benachrichtigt. Glückwunsch an alle! Soweit möglich, werden Wünsche berücksichtigt. Die Gewinne können ab sofort bei uns abgeholt werden… Wie Horst in seinem Artikel bereits erwähnt hat, gab es 1964 unter der Regie von Byron Haskin den netten Trashfilm Robinson Crusoe on Mars. Damals hatte der Astronaut Commander Christopher Draper (Paul weiterlesen…

Taschenbücher kreuz & quer

19. August 2015   noch keine Stimmen

Hellhole

DerHörverlag
SCHÄTZING, FRANK: BREAKING NEWS HÖRBUCH   € 14,99

Penhaligon
DAMICO, GINA: HELLHOLE  WENN DER TEUFEL BEI DIR LOS IST € 14,99

Piper Nachzügler
SCHWARTZ, RICHARD: GEHEIMNIS VON ASKIR SAMMELBAND #3 ASKIR 6, EULE… PLUS BONUS € 20,00
JORDAN, ROBERT: DAS RAD DER ZEIT ORIGINAL #11 DIE TRAUMKLINGE € 22,99

19. August 2015   noch keine Stimmen

DerHörverlag SCHÄTZING, FRANK: BREAKING NEWS HÖRBUCH   € 14,99 Penhaligon DAMICO, GINA: HELLHOLE  WENN DER TEUFEL BEI DIR LOS IST € 14,99 Piper Nachzügler SCHWARTZ, RICHARD: GEHEIMNIS VON ASKIR SAMMELBAND #3 ASKIR 6, EULE… PLUS BONUS € 20,00 JORDAN, ROBERT: DAS RAD DER ZEIT ORIGINAL #11 DIE TRAUMKLINGE € 22,99

Neuheiten Bestellung 2/2015 Schluss mit Lustig…

28. Juli 2015   noch keine Stimmen

Jepp, es ist wieder soweit. Ich sitze wochenlang hinten im Büro und koche vor mich hin. Über mir eine dunkle, dichte Cumulonimbus, aus der sich in kurzen Abständen bläuliche Funken entladen. Es wird einfach nicht besser. Die Halbjahresbestellungen sind nicht nur sehr viel unübersichtlicher und damit zeitintensiver, als zu Zeiten ordentlicher Reihen in den Verlagshäusern, sondern auch noch, durch die schwindsüchtige Auswahl, frustrierend und wenig Gutes verheißend.

KöniginimExil

Die Zukunft…
liegt vor uns, das ist mal sicher. Aber ich bin mir nicht sicher, was die Zukunft mit dem Heyne Verlag zu tun hat. Okay, vielleicht ist meine Denkweise ein wenig gestrig, auch wenn ich immer eher technikaffin und interessiert an Neuem bin? Vielleicht ist es auch mein eigenes kleines Paradoxon, dass ich als Buchhändler für Phantastik und bekennender Science-Fiction-Fan das gedruckte Buch als etwas ganz Besonderes und durch nichts zu Ersetzendes erachte. Klar waren Reader schon immer fester Bestandteil zukünftiger Welten. Zum ersten mal ist es mir in den frühen Neunzigern bei Deep Space Nine massiv aufgefallen. Ebook Reader waren über alle Staffeln präsent. Eine eindeutige Ansage, gerade in einer (Star Trek) Serie, in der in vielerlei Hinsicht mit Autoren, Literatur und dem Genre SF gespielt wird. Der Sohn des Hauptcharakters, Jake Sisko, findet seine Berufung nicht in den Fußstapfen seines Vaters, in der Star Fleet, sondern als Autor. Durch die Doppelrolle von Avery Brooks als Benjamin Sisko (Kommandant der Station DS9) und gleichzeitig als Benny Russell (Science-Fiction-Autor auf der Erde der  1950er Jahre), stellt sich die immanente Frage, ob die komplette Welt nicht nur das Hirngespinst des Autors sein könnte…

engelchenWeit abgeschweift!

teufelchen…aber in einem Bogen zurückgekehrt: Trotz dieser Präsenz von ebook Readern, stellen antike Gegenstände wie gedruckte Bücher, selbst in dieser cleanen Zukunftsversion einen mystischen Wert dar, der mit nichts zu vergleichen ist (außer vielleicht einem von Buck Bokai signierten Baseball)

engelchenGerd, nicht noch weiter abschweifen!

teufelchen…aber ich hab keine Lust, an die Kataloge zu gehen, außerdem bin ich genervt!

engelchenVon was denn?

teufelchen… Heyne, bzw Random House Verlagspolitik.

engelchen?

Tja, die Seite, DieZukunft ist ein echt gut gemachtes Portal für Fans der Phantastik und insbesondere der Science Fiction. Haben die gemacht. Ist toll. Haben dafür sogar einen Preis eingeheimst. Hab ich drüber geschrieben.
Außerdem gibts jetzt jede Menge Science Fiction Klassiker als ebook. Hab ich auch schon drüber geschrieben. Ist echt toll. Da wird sich gekümmert. Um die Fans. Und um den Profit. Und zwar den eigenen. Klar ist das normal, in unserer kapitalistischen Welt. Jeder versucht sich eine möglichst große Scheibe vom Kuchen abzuschneiden. Egal auf wessen Kosten und egal mit welchen Mitteln. DieZukunft ist, ohne Groll, super gemacht. Ist Amazon auch. Es ist schön, dass es viele Klassiker wieder zu kaufen gibt. Es ist auch schön, dass finanziell unattraktive Serien immerhin als ebook weiterveröffentlicht werden. Ich vermute aber System hinter all diesen Details, die sich erstmal nett anhören…
Heyne war immer der Vorzeigeverlag für Science Fiction. Innovativ und beständig zugleich. Unter den Fittichen des langjährigen Alleinverantwortlichen Wolfgang Jeschke, konnte die 06er Reihe, die Reihe für Science Fiction und Fantasy, wachsen und gedeihen. Weitestgehend ohne die Intervention auf kurzfristige Gewinnoptimierung getrimmter BWLer. Deshalb war die 06er Reihe auch das Maß der Dinge. Lange Lieferfähigkeiten, also weit über das jetzige Kurzverfallsdatum von zwei, drei Jahren hinaus, als Basis für ein umfassendes Verlagsprogramm und eine nachhaltige Dominanz, gepaart mit einem guten Händchen für die Auswahl neuer Autoren, haben den Heyne Verlag zum unangefochtenen Marktführer in Sachen Science Fiction und Phantastik in Deutschland gemacht. Gleichzeitig wurde durch diesen Umgang mit dem Genre die Wertschätzung insgesamt erhöht und gefördert. Beispielfunktion weit über den eigenen Verlag hinaus, in andere Verlagshäuser, aber auch ins Bewusstsein der Menschen. Dass heute SF (wieder) einigermaßen salonfähig ist und sich eindeutig phantastische Titel in die Feulletons verirren, tatsächlich als Literatur behandelt werden und natürlich auch die Bestsellerlisten stürmen ist sicher zum Teil mit darauf zurückzuführen.
Leider sind diese Zeiten fast schon mutwillig zerschlagen worden. Mit der Übernahme durch die Random House Gruppe (Mehrheitlich Bertelsmann!), dem mit insgesamt mehr als einem Viertel der Weltproduktion bei weitem größten Fisch im globalen Buchmarkt, weht heute natürlich ein ganz anderer Wind. Gesch… auf die Verantwortung eines Produzenten von etwas, dass in weiten Teilen der Welt als Kulturgut betrachtet wird. Literatur als reines Konsumprodukt mit Gewinnoptimierung und Vereinheitlichung. Da liegt die Vermutung nahe, dass der beschrittene Weg, die Comunity der SF Fans nicht nur mit einem, zugegebenermaßen tollen, umfassenden und kostenlosen Portal zu beglücken, vielleicht doch weniger altruistischer Motivation entspringt, als anzunehmen wäre. Als kleiner Hinweis sei erwähnt, dass der Heyne Verlag, also eben jener gewaltige Moloch, genannt „Random House“ auf dieser Seite natürlich auch im angegliederten Shop, zum Konsum anregt. Zum direkten Konsum, ohne den lästigen Umweg über den niedergelassenen Buchhandel. Ein Verfahren, das im Buchhandel nicht nur unüblich, sondern sogar verpönt ist und „früher“ eigentlich nur von sehr kleinen Verlagen praktiziert wurde, die die zusätzliche Marge „zum Überleben brauchen“. Seltsam an der Sache ist die relativ späte Reaktion auf diverse gutgepflegte Non-Profit-Portale, das Heer freiwilliger oder unterbezahlter Halbfreiwilliger, die Rezensionen für Amazon schreiben, einiger wirklich gutgemachter und gutgemeinter Seiten aus dem Umfeld der Konkurrenten (Piper Fantasy), und natürlich den unzähligen kleinen Seiten von Einzelkämpfern wie unserer. 😉 Man könnte jetzt sagen, keine oder wenig Bock auf innovatives Denken – oder die mangelnde Fähigkeit dazu – oder die mangelnde Risikobereitschaft. Früh in etwas zu investieren kann ja schließlich auch negative Konsequenzen haben. Zu lange abzuwarten kann aber auch gefährlich sein, deswegen setzen die Verlage ja jetzt auch endlich massiv auf das ebook Pferd, während der angeheitzte Traber (kindle = anheitzen / kommt wohl nicht von kindly = sanft) von Amazon längst die Ehrenrunde dreht. Zur Schadensbegrenzung muss man jetzt eben die Marge für sich selbst erhöhen. Zum Beispiel durch wesentlich schlechtere Konditionen für den Handel, als beim gedruckten Buch, durch Direktvermarktung unter Umgehung des stationären Handels und durch unverschämt hohe Preise, die der vermeindlicher Käufer berappen muss – für das Recht, ein virtuelles Produkt nutzen zu dürfen, anstatt es im heimischen Regal tatsächlich zu besitzen.
Ah, stöhnt es aus den Reihen der Produzierenden Verleger, das Buch selbst kostet doch fast nichts, im Verhältnis zu den Rechten und der Übersetzung. Deswegen muss die elektronische Variante sehr nahe am Preis des „echten“ Buches liegen. Warum zum Teufel erfüllt ihr uns dann nicht den Wunsch, und druckt wenigstens eine kleine Auflage für die Fans? Wenn es eh fast nichts kostet? Das Layout und die Übersetzung sind ja wohl schon gemacht, fürs ebook. Ah, vielleicht hat es doch andere Gründe? Genau, das ebook können wir viel einfacher selbst verkaufen, ohne Buchhandel, ohne Zwischenhändler. Einfach fett absahnen, statt nur dabeisein. Dass wir (der Buchhandel) eh an den vermaledeiten elektronischen Versionen kaum was verdienen kommt hinzu. Auch, dass der Leser sich in ein paar Jahren fragen wird, was er jetzt von seinen 10.000 Büchern auf dem Reader hat, die nicht sein Eigentum sind, sondern an denen er nur beschränkte Leserechte besitzt? Macht es auch viel einfacher, den Kunden einzuschätzen, wenn er eh alle Bücher in der Cloud hat. Wie praktisch, Vorteile verkaufen zu können, die darüber hinweg trösten, dass wir freiwillig die Hosen runterlassen.

Wüstenplanet

Über etwas anderes muss ich diesmal gar nicht schreiben. Heyne reicht vollständig. Das Programm ist lächerlich. Fast nur Neuauflagen und Drittverwurstungen, ohne Esprit und ohne Liebe zum Genre. Peinlicher Einheitsbrei angereichert mit Highlights längst vergangener Tage, die zwar in jedes solide Verlagsprogramm gehören, aber ohne die peinliche Propaganda, es wäre ein Geniestreich, uns diese ollen Kamellen jetzt nochmal unterzujubeln. Wo ist denn die Banks Komplettedition? Wo sind die neuen Highlights? Wo sind längst überfällige Übersetzungen genialer Werke oder gar Fortsetzungen wie der grandiosen Saga um Andrew „Ender“ Wiggins? Stattdessen wird uns die überarbeitete Version von Frank Herberts Wüstenplanet als Käs der Welt verkauft. Klar ist das Werk genial, aber es hat weder eine neue Übersetzung gebraucht, noch eine Neuauflage. Es ist schließlich lieferbar! Viel günstiger!

engelchenGerd, Obacht, du ereiferst dich. Viel zuviele Ausrufezeichen. Das ist kein guter Ton. Zur Raison, wir sind hier nicht im Wirtshaus.

teufelchen…da kann man sich aber auch!…

engelchenObacht, schon wieder zu laut.

teufelchenOch menno…

Gut, seis drum. Ich bin einfach nur enttäuscht von der Entwicklung, die ich direkt erst einmal nicht beeinflussen kann. Es ist, wie es immer ist. Einige werden mich als Dinosaurier oder Relikt aus einer vergehenden Zeit sehen, der sich krampfhaft an etwas klammert, das zu Recht im Aussterben bergiffen ist. Schließlich sparen wir Papier in dieser schönen neuen Welt und der Buchhandel ist halt langsam überflüssig geworden. Außerdem kann man Printprodukte nicht so praktisch dem neuen Zeitgeist anpassen. Bei ebooks kann man ganz toll Wörter und Inhalte austauschen, damit sie aktuell sind. Oder sie gegebenenfalls ganz löschen. Dann kann es nicht mehr zu solchen Katastrophen kommen, dass wir unsern Enkeln erklären müssen, warum „Die kleine Hexe“ Kindern begegnet, die sich als Türke, Chinesenmädchen und Neger verkleidet haben. Klar, wie würden wir denn da dastehen? Rassisten? Nazis? Verdammt habt ihr denn gar nicht dazugelernt?

engelchenDu sollst nicht Fluchen!

Jaja, schon gut. Immer schön sachlich bleiben. Und politisch korrekt. Genau wie in den schönen neuen Büchern. Ich will aber wenigstens mal Dampf ablassen. Dafür hab ich diese Meckerkolumne ja schließlich angefangen.

engelchenJa, aber du meckerst diesmal einfach nur über einen Verlag, das geht weit an deinem sonstigen Konzept vorbei und trägt damit weniger zur Erheiterung bei, als deine witzigen Zusammenfassungen. Du hast dich einfach in Rage geredet und vergessen, dass diese Rubrik eine nette Ansammlung von Annekdoten sein soll. Kein Müll abladen, keine Polemisierungen und kein Stammtischniveau.

teufelchenNa gut, ich kann auch über Blanvalet herziehen…

engelchenBeherrsch dich! Ich sagte, Random House allein ist laaaaangweilig.

teufelchenGoldmann?

Gut, seis drum. Ich bin einfach nur enttäuscht von der Entwicklung. Es ist, wie es immer ist. Dann gibts zum Abschluss halt noch ein paar nette Werbesprüche für den mündigen Buchhändler (wenn ichs net besser wüsste, würd ich denkn, die haltn uns für Deppen) (!)

blausteinkriege

Die Fantasy-Sensation: Die Blausteinkriege ist das deutsche Game of Thrones – Was da wohl Herr Martin dazu sagen würde? Wird übrigens noch besser: So episch, spannend und unberechenbar wie George R. R. Martin, Joe Abercrombie und Peter V. Brett – Na, da haben wir jetzt aber die Creme de la Creme der modernen Fantasy genannt. Viel Erfolg, meine Herren Orgel.

Ein packendes Abenteuer um den härtesten Weltraumkonflikt aller Zeiten – Will da jemand aus der Eurozone ausscheren, ist ja auch härter als alle Konflikte vorher…

Darauf haben Millionen Fans gewartet … die drei ersten Romane jeweils in einem Band – Klar, denn Millionen Fans kaufen ja jetzt nochmal den Sammelband. Für die Sammlung? Oder sind es zukünftige Fans? Oder was? Am besten ich bestell gleich Millionen…

Ein atemberaubendes Space-Abenteuer, das nicht nur Science-Fiction-Fans begeistert – Ehrlich, gibts sowas? Ne, im Ernst, das muss man unbedingt erwähnen, dass so ein Buch nicht nur diese Nerds, die wir aus dem Fernsehen kennen anspricht.

Hamilton

War übrigens alles Heyne. 😉 Und zum Abschluss noch einen erfreulichen Satz. So lieblos Random House die Sache auch macht, so erfreulich ist es, dass der Verlag, der immer versucht alles richtig zu machen und, wenn auch manchmal mit angezogener Handbremse, aber dennoch mit viel Herzblut und Ambition an die Phantastik herangeht, jetzt auch in Science Fiction macht. Ich hoffe, dass aus der Schwäche der Großen Alten eine Chance für neue oder vermeindlich kleinere entsteht. Neben Kleinverlagen wie Mantikore, Feder & Schwert oder Festa muss ich immer wieder Piper lobend erwähnen. Und die sind das auch mit der SF Schiene. Meine volle Unterstützung haben sie, aber ihr müsst auch ein bisschen mitexperimentieren…

Euer Gerd

28. Juli 2015   noch keine Stimmen

Jepp, es ist wieder soweit. Ich sitze wochenlang hinten im Büro und koche vor mich hin. Über mir eine dunkle, dichte Cumulonimbus, aus der sich in kurzen Abständen bläuliche Funken entladen. Es wird einfach nicht besser. Die Halbjahresbestellungen sind nicht nur sehr viel unübersichtlicher und damit zeitintensiver, als zu Zeiten ordentlicher Reihen in den Verlagshäusern, sondern weiterlesen…

Wunschzettel Gerds Special 2014

15. Dezember 2014   noch keine Stimmen

Zwischendrin, beim Schreiben für eure Wunschzettel, sind mir noch ein paar Titel eingefallen, die so gar nicht in die anderen Kategorien passen. Deswegen gibt es jetzt noch ein kleines Special. Nicht wundern, aber die Titel sind mir einfach zu wichtig, um sie untergehen zu lassen.

Comictipp vom Gerd. Ein ganz außergewöhnlicher Einzelband für alle, die auch mal was lesen, das nicht, oder nur schwer einzuordnen ist. Schnappt Jiro! könnte man als Craphic Novel bezeichnen (wenn ich diesen Begriff nicht ablehnen würde ;-)).

Der Untertitel sagt schon einiges aus: Eine Sushi-Mörder-Ballade. Ja, es geht zur Sache. Ja, es geht um Essen und Genuss. Ja es ist schräg… Der Band ist eine abstruse Mischung zwischen Hong Kong Action, Tarantino, Französischem Film à la Delikatessen und einer seltsamen Version von Endzeit Ratatouille. Mitgekommen? Wenn nicht, ist das absolut verständlich, denn die ganze Story hat so viele unterschiedliche Aspekte, dass es auch während des Lesens nicht wirklich klar wird, wo sich die Geschichte hin entwickelt. Trotzdem ist die Geschichte unglaublich gut zu lesen und puzzelt sich Stück für Stück zusammen.

Den US-Amerikanische Koch, Autor und jetzt auch Comic-Künstler Anthony Bourdain könntet ihr sogar aus den Simpsons kennen :-). Dass es zu einem großen Teil um die Kunst des Kochens, verschiedene Ansätze und Rivalitäten geht, bedeutet nicht, dass es nur ein Comic für Gourmets ist. Im Gegenteil ist das Setting so schräg, die Charaktere so cool und die Story so verworren und straight zugleich, dass es einfach gar keine Zielgruppe gibt.

Lasst euch auf diese schräge Sushi-Mörder-Ballade ein und ihr werdet Spass haben. Auch die beiden Vorworte der deutschen Köche Ole Plogstedt und Ralf Jakumeit sind wirklich witzig zu lesen und weit mehr, als man das von normalen Kommentaren oder Geleitworten im Sinne gekaufter Kommentare erwartet. Super Aufmachung, trotzdem kann das Werk in der Flut von Neuerscheinungen nur schwer bestehen, kann man es doch kaum einordnen. Wäre schade, wenn es untergeht.

Schnappt Jiro! Eine Sushi-Mörder-Ballade
Anthony Bourdain & Joel Rose, Panini, € 19,99

Mangatipp vom Gerd. Und noch ein etwas chaotischer Tipp. Ja, ich steh aufs Ungewöhnliche und manchmal auch ein wenig Abstruse. Auch dieser Titel ist schwer einzuordnen. Irgendwo zwischen Blade Runner, Tim Burton und Jean-Pierre Jeunets und Marc Caros Stadt der Verlorenen Kinder. Wieder eine eher gefühlsmäßige Einordnung.

Schade, dass mir in diesem Fall die mangelhafte Übersetzung, die im Mangabereich leider häufig auftritt, das Lesevergnügen ein bisschen beeinträchtigt. Wenn einem beim Lesen schon die ein oder anderen Wortspiele oder Stehenden Begriffe auffallen, die offensichtlich gemeint, aber nicht so niedergeschrieben wurden, dann stört das eben. Bei diesem Titel hätte ich mir wirklich gewünscht, dass die teilweise fast poetische Stimmung nicht durch eine unstimmige Übersetzung gestört wird.

Die düstere Grundstimmung und ein phantastisch-steampunkiges Setting zwischen Feudalherrschaft und Maffiösen Strukturen in einer kaputten Welt, in der alles den Bach runter gegangen ist bilden einen beeindruckenden Background für die Story. Die Welt ist vertikal geteilt in eine eine Art Himmel, das Oben, die Welt der Superreichen, die Mitte, in der es ums tägliche Überleben geht und in das Unten des Abschaums, in der aber viele Rohstoffe produziert werden. Nicht wirklich neu, aber in neuem Gewand mit einer archaischen Kraft, die mich gewaltig beeindruckt hat.

Mit dem ersten Band der Reihe Yorukumo hat mich Michi Urushihara absolut überzeugt. Für den Übersetzer kann er ja nix :-(. Ich werde auf jeden Fall dranbleiben!

Yorukumo 1, Michi Urushihara, Ehapa Manga, € 7,50

Spieletipp vom Gerd – …und zwar einer, den ich nicht so richtig zu den Brettspielen von meiner Liste packen wollte.

Krosmaster ist nämlich wieder mal was anderes. Eher vielleicht wie X-Wing, ein Miniaturen Duell Spielchen. Putzige Manga Figuren, bekannt schon aus Dofus (MMORPG und Carlsen Manga), kämpfen in einer Arena gegeneinander. Nahkampf, Fernkampf und Magie. Das Grundspiel ist in sich spielbar und führt die Duellanten Schritt für Schritt über Tutorials zu den vollständigen Regeln. Eingängig und sinnvoll, sind die kompletten Regeln doch teilweise recht speziell und charakterabhängig.

So im Flug erlernt, öffnet sich jetzt die ganze Welt eines sammelbaren Miniaturenspiels, das vom finanziellen Aufwand her im Moment noch recht überschaubar ist und jede Menge Spaß bringt. Mir macht das taktieren mit den knuffigen Figuren auf jeden Fall mächtig Spaß, auch wenn ich den Pferdefuß der Booster Packungen schon ein wenig verdauen muss. Klar wird es immer mehr Fans von Star Wars geben und damit wird ein Spiel wie Krosmaster auch im Schatten von X-Wing stehen, mir gefällt aber dieses reduzierte Arenaspiel saugut. Gebt ihm eine Chance und schaut es euch mal an. Vielleicht passen Manga Charaktere ja besser in eure Welt, als Tie Fighter vs Rebellentransporter… 😉

Krosmaster – Arena
ca 10 Min je Duell, 14 Jahre, 2/4 Spieler, Pegasus € 49,95

Büchertipp vom Gerd. Und natürlich einer, der nicht in unser Programm und deshalb nicht unter unsere normalen Empfehlungen passt. Ich hab das Buch auch gar nicht gelesen, sondern es mir vorlesen lassen. Nämlich von Dietmar Bär, dem beliebten Kölner Tatort Kommissar Freddy Schenk, der eine tolle Stimme für Hörbücher hat.

Erwin, Mord und Ente lautet der Titel des ersten Bandes und Enten Blues der des zweiten, der skurrilen Kriminalfälle hoch im Norden im (fiktiven) idyllischen Bramschebeck. „Ermittler“ und Protagonist ist der zurückgebliebene Sohn des einztigen Dorfpolizisten: Erwin Düsedieker, mit seiner Laufente.

Wie das manchmal bei Krimis so ist, die ich mag, geht es nur bedingt um die Story. Viel interessanter sind die Protagonisten allen voran die unglaubliche Gestalt des Erwin, der in seiner eigenen Welt lebt, von außen als Dorfdepp wahrgenommen und sicher auch seltsam, trotzdem im Inneren, wenn auch manchmal quälend langsam, genial kombinatorische Anwandlungen hat. Unter dem schützenden Deckmantel des Deppen hat Erwin dabei natürlich auch die perfekte Tarnung, die ihm Einblicke verschafft, die anderen verwehrt bleiben…

Dietmar Bär hat beim Lesen Spaß. Das hört man und das, gemeinsam mit seiner einfühlsamen (weil auch für uns im Süden völlig verständlichen) Interpretation des norddeutschen Dialektes,  macht mit Sicherheit noch das Sahnehäubchen zu diesem Vergnügen aus.

Ihr solltet euch dieses Buch tatsächlich anhören 😉

Erwin, Mord und Ente
Thomas Krüger, gelesen von Dietmar Bär, Random House Audio, €14,99
Enten Blues
Thomas Krüger, gelesen von Dietmar Bär, Random House Audio, €16,99

Und jetzt hör ich einfach auf. Tipps haben wir alle noch mehr als genug, aber ich fürchte, dafür müsst ihr jetzt einfach tatsächlich in persona vorbeikommen. Irgendwann gehen einfach mal die Kunden vor, die auch wirklich im Laden sind und mehr Zeit gibts jetzt einfach nicht zum aus den Rippen schneiden 😉

15. Dezember 2014   noch keine Stimmen

Zwischendrin, beim Schreiben für eure Wunschzettel, sind mir noch ein paar Titel eingefallen, die so gar nicht in die anderen Kategorien passen. Deswegen gibt es jetzt noch ein kleines Special. Nicht wundern, aber die Titel sind mir einfach zu wichtig, um sie untergehen zu lassen. Comictipp vom Gerd. Ein ganz außergewöhnlicher Einzelband für alle, die weiterlesen…

Vladimir Sorokin – Der Tag des Opritschniks

27. Mai 2014   noch keine Stimmen

Opritschnik

Vladimir Sorokin
DER TAG DES OPRITSCHNIKS. Roman.
Aus dem Russischen von Andreas Tretner
(Originaltitel: Den‘ opritschnika / 2006)

Buchausgabe: Köln, Kiepenheuer & Witsch, 2008, 224 S.
ISBN 978-3-462-03923-8 (nicht mehr lieferbar)

Taschenbuch: München, Heyne, 2009, 224 S.
Heyne Hardcore, ISBN 978-3-453-40689-6

Hörbuch: Gelesen von Stefan Kaminski
Lauscherlounge Records, 2009, 6 CDs, Laufzeit: 365 Minuten
Pappbox mit 8-seitigem Booklet
ISBN 978-3-7857-3890-0

Der 1955 in Bykowo bei Moskau geborene Vladimir Sorokin gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie »Die Schlange«,  »Die Herzen der Vier«, »Der himmelblaue Speck« und »Ljod. Das Eis«. Sorokin, einer der schärfsten Kritiker der politischen Eliten Russlands, hat sein Unbehagen an der politischen Entwicklung bereits 2006 in einem Zukunftsroman beschrieben, der 2008 bei Kiepenheuer & Witsch unter dem Titel DER TAG DES OPRITSCHNIKS veröffentlicht wurde. 2009 folgte die ungekürzte Hörbuchfassung bei Lauscherlounge Records.

Das von Andreas Tretner gekonnt übersetzte Buch schildert einen Tag im Russland des Jahres 2027. Unter einem Diktator hat sich die Weltmacht vom Westen ab und zu China hin gewandt, die Bevölkerung wird von einer Geheimpolizei, den Opritschniki (»Auserwählten«), brutal unterdrückt und selbst hochstehende Kader können sich niemals sicher fühlen, da der »Gossudar« (wie die meisten Alleinherrscher) zwischen Verfolgungswahn und gelegentlichen Anfällen von großzügiger Begnadigung hin und her schwankt. Der im Buch beschriebene »Arbeitstag« eines der »Auserwählten« beginnt dann auch mit einer Hinrichtung am Morgen, gefolgt von einer Brandschatzung, einem Schauprozess und einem Ehebruch, bevor er mit einer drogengeschwängerten Orgie endet – fürwahr ein »schweres Los«.
Sorokin behauptet, dass Russlands gegenwärtiger Zustand »nur noch mit den Mitteln der Satire zu beschreiben« sei und belegt dies mit seinem in tiefschwarzen Pessimismus getauchten Roman.

Der Schauspieler und Sprecher Stefan Kaminski (* 1974) selbst war die treibende Kraft hinter der Hörbuch-Produktion. Er war von Sorokins Buch offenbar sehr angetan. In einem kurzen Statement im Booklet erklärt er warum: Die »Sprache ist rau, lyrisch und verwandelt sich ständig. Man hat das Gefühl zu kauen, wenn man liest. Darum wollte ich es machen. Ich wollte das mal laut lesen, weil ich es wertvoll finde«.
Dementsprechend engagiert gelang dann auch das Hörbuch, das sich aufgrund der Fähigkeit Kaminskis zum »Stimmen-Morphen« anhört wie ein Hörspiel mit dutzenden von Mitspielern. Neben der sonoren, rauen Stimme des Erzählers springt Kaminski bei jeder sich bietenden Gelegenheit in eine neue Rolle. Radiosprecher, verzerrte Stimmen am Telefon, Opernarien, Schmähgedichte, furchtsame Frauenstimmen, die ins Entsetzen umkippen – vom kleinen Kind bis zum alten Greis reicht die Bandbreite dieses Sprachkünstlers.
Nach sechs (Hörbuch-)Stunden sinkt Andrej Danielowitsch, erschöpft von der »Arbeit« des langen Tages und den Orgien der Nacht (voller Rauschgift und Alkohol, die während der Verbrüderungsriten der Opritschnina die Runde machen) ins Bett seiner Residenz – und der (gleichermaßen betroffen und begeistert lauschende) Hörer reibt sich die Arme, um die Gänsehaut, die sich während der letzten Stunden eingestellt hat, wieder zu glätten.

Horst Illmer

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Der Tag des Opritschniks
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27. Mai 2014   noch keine Stimmen

Vladimir Sorokin DER TAG DES OPRITSCHNIKS. Roman. Aus dem Russischen von Andreas Tretner (Originaltitel: Den‘ opritschnika / 2006) Buchausgabe: Köln, Kiepenheuer & Witsch, 2008, 224 S. ISBN 978-3-462-03923-8 (nicht mehr lieferbar) Taschenbuch: München, Heyne, 2009, 224 S. Heyne Hardcore, ISBN 978-3-453-40689-6 Hörbuch: Gelesen von Stefan Kaminski Lauscherlounge Records, 2009, 6 CDs, Laufzeit: 365 Minuten Pappbox weiterlesen…

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