deutschsprachige Autoren

Gebrauchsanweisung fürs Lesen

von am 13. Juni 2018 noch kein Kommentar

Felicitas von Fürstenberg
GEBRAUCHSANWEISUNG FÜRS LESEN.
München, Piper, 2018, 127 Seiten
ISBN 978-3-492-27717-4

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8. Juni 2018 berichtet Sandra Kegel unter der Überschrift „Leser auf der Flucht“ von erschreckenden Zahlen, die eine Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zutage gefördert hat: „Zwischen 2013 und 2017 haben 6,4 Millionen Deutsche, die zuvor regelmäßig lasen, nicht mehr ein einziges Buch erworben. Das entspricht einem Rückgang von fast achtzehn Prozent.“

Dabei gibt es ja für einen Büchernarren nichts Schöneres als mit einem anderen Büchernarren über Bücher zu plaudern, Und gleich danach kommt die Lektüre von Büchern, geschrieben von Büchernärrinnen, handelnd von Büchern und anderen Büchernärrinnen.
Darum soll an dieser Stelle auf das in Bezug auf die obige Schreckensnachricht so wichtige neue Buch der Literaturkritikerin und Piper-Verlags-Chefin Felicitas von Lovenberg hingewiesen werden, das den herausfordernden Titel GEBRAUCHSANWEISUNG FÜRS LESEN trägt.
Das kleinformatige Leinenbändchen enthält auf knapp 130 Seiten so viel Liebens- und Lesenswertes über alles, was mit dem Lesen, mit Lesern, mit Sammlern, mit Büchern, mit Buchhandlungen und mit Bibliotheken zu tun hat, dass man einfach nur staunen kann. Wer jetzt denkt, da kann es doch nicht viel Neues geben, das kennt man doch alles schon, dem entgegne ich mit einer meiner Lieblingsstellen: „Ein Buch übers Lesen, das wäre mir bis vor Kurzem ähnlich überflüssig erschienen wie ein Sandkasten in der Sahara.“
Felicitas von Lovenberg hat mit ihrer GEBRAUCHSANWEISUNG FÜRS LESEN eine überzeugende „Kampfschrift“ für das Buch und für den Erwerb, Erhalt und Gebrauch der Lesefertigkeit geliefert – eine Liebeserklärung an die Literatur, der ich mich gerne anschließe.

Das Schlusswort gehört noch einmal Frau von Lovenberg: „Mehr denn je brauchen wir die Bücher, und die Bücher brauchen uns.“

Horst Illmer
warenkorb

Gebrauchsanweisung fürs Lesen
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden…

13. Juni 2018 und noch kein Kommentar

Felicitas von Fürstenberg GEBRAUCHSANWEISUNG FÜRS LESEN. München, Piper, 2018, 127 Seiten ISBN 978-3-492-27717-4 In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8. Juni 2018 berichtet Sandra Kegel unter der Überschrift „Leser auf der Flucht“ von erschreckenden Zahlen, die eine Studie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zutage gefördert weiterlesen…

Fortschritt und Fiasko

von am 4. April 2018 Kommentare deaktiviert für Fortschritt und Fiasko

Hans Frey
FORTSCHRITT UND FIASKO.
Die ersten 100 Jahre der deutschen Science Fiction. Vom Vormärz bis zum Ende des Kaiserreichs 1810–1918.
München Berlin, Golkonda/Memoranda, 2018, 316 S.
ISBN 978-3-946503-32-3

Wir hier in Deutschland haben in Punkto Sekundärliteratur zur Science Fiction einen echt großen Nachholbedarf. Nicht nur, dass es hierzulande immer noch keinen vernünftigen Gesamtüberblick über das Genre gibt, auch die immerhin reichlich sprudelnden Einzeldarstellungen leiden meist an einer, den akademischen Gepflogenheiten geschuldeten, Nahezu-Unlesbarkeit.
Aber alle paar Jahre gibt es sie dann doch, die berühmte „Ausnahme von der Regel“. Dann schreibt ein deutscher Autor ein Buch, welches nicht nur von großer Sachkenntnis zeugt, sondern auch noch in einem so flüssigen, leserfreundlichen Stil daherkommt, dass es eine wahre Freude ist.
Im Frühjahr 2018 ist wieder ein solches Prachtstück erschienen. Es handelt sich dabei um FORTSCHRITT UND FIASKO, das neue Buch von Hans Frey, in dem der Germanist, Lehrer und Ex-Politiker die „ersten 100 Jahre der deutschen Science Fiction“ kritisch unter die Lupe nimmt.
Der untersuchte Zeitrahmen reicht „vom Vormärz bis zum Ende des Kaiserreichs“, umfasst also die Jahre zwischen 1810 und 1918. Besonders die erstgenannte Zahl lässt aufhorchen, startet die SF-Historie doch laut Brian W. Aldiss (siehe dessen MILLIARDEN-JAHRE-TRAUM) im Jahr 1818 mit dem Erscheinen von Mary W. Shelleys FRANKENSTEIN.
Frey beginnt sein Buch also gleich mit einer steilen These: Für ihn fängt die Science Fiction mit dem 1810 veröffentlichten Werk INI an, einem „Roman aus dem 21. Jahrhundert“, geschrieben von dem preußischen Landadeligen und Offizier Julius von Voß (1768–1832), der damit der „erste SF-Autor Deutschlands (und damit sogar der Welt)“ (S.21) ist.
In den folgenden Kapiteln stellt Frey anhand zahlreicher Belege dar, dass es in Deutschland auch schon vor Kurd Laßwitz eine breitgefächerte Beschäftigung mit genretypischen Themen wie Zeitreisen, Utopien, Androiden und Weltraumfahrten gab. Natürlich waren es auch bei uns die Verkaufserfolge der Bücher von Jules Verne, die ab etwa 1870 dazu führten, dass Schriftsteller (und nur ganz wenige Schriftstellerinnen) jeder politischen Färbung und literarischen Klasse sich in dem plötzlich boomenden Genre Science Fiction versuchten.
Über dreihundert gut geschriebene, kenntnisreiche Seiten hinweg entführt uns Frey in die Vergangenheit unserer Zukunft, die um so vieles reicher und (vor allen Dingen) politischer war, als wir bisher vermuteten. Literaturverzeichnis und Index erschließen den Band und erleichtern die Suche nach bestimmten Titeln.
Hans Frey hat mit diesem Buch gezeigt, dass es nicht nur möglich, sondern auch mehr als ergiebig ist, sich mit der Geschichte eines von der akademischen Philologie noch viel zu wenig beachteten Bereichs der Unterhaltungsliteratur zu beschäftigen. FORTSCHRITT UND FIASKO ist bereits mit dem Erscheinen zum unverzichtbaren Standardwerk geworden.
Holt es euch!

Horst Illmer
warenkorb

Fortschritt und Fiasko
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden…

4. April 2018 und Kommentare deaktiviert für Fortschritt und Fiasko

Hans Frey FORTSCHRITT UND FIASKO. Die ersten 100 Jahre der deutschen Science Fiction. Vom Vormärz bis zum Ende des Kaiserreichs 1810–1918. München Berlin, Golkonda/Memoranda, 2018, 316 S. ISBN 978-3-946503-32-3 Wir hier in Deutschland haben in Punkto Sekundärliteratur zur Science Fiction einen echt großen Nachholbedarf. Nicht weiterlesen…

Die Unglückseligen

von am 16. Dezember 2017 Kommentare deaktiviert für Die Unglückseligen

Thea Dorn
DIE UNGLÜCKSELIGEN. Roman.
München, Knaus, 2016, 555 Seiten
ISBN 978-3-8135-0598-6 / 24,99 Euro (Hardcover)
München, Penguin Verlag, 2017, 555 Seiten
ISBN 978-3-328-10193-2 / 12,00 Euro (Taschenbuch)

„Huch! Verehrter Leser! Da sind Sie ja! Ich habe Sie gar nicht bemerkt, verzeihen Sie! Sie fassen dies Buch aber auch mit sehr spitzen Fingern an. Nun, ich kann’s Ihnen nicht verdenken.“ (S. 10)

Ganz schön frech, wie die 1970 geborene studierte Philosophin und Theaterwissenschaftlerin Thea Dorn ihr Publikum da aus ihrem Romantext heraus anspricht. Aber als preisgekrönte Autorin von Erzählungen, Romanen, Drehbüchern und Theaterstücken kennt sie halt ihre Pappenheimer, und als TV-erprobte Literaturkritikerin (Literarisches Quartett) weiß sie, dass man (nicht nur) Mäuse mit Speck fängt. Und DIE UNGLÜCKSELIGEN sind ein ordentliches Stück Bücher-Speck für anspruchsvolle Leseratten.

Eine Molekularbiologin mit Bindungsängsten, die in Amerika einen deutschen Physiker trifft, der seit über 200 Jahren tot sein sollte. Glaube und Romantik kämpfen gegen moderne Wissenschaft und kalte Logik, vermittelt durch gleichermaßen Gegenwarts-Neusprech und dem volltönenden Glockenklang barocker Wortfülle: Bei der Lektüre von Thea Dorns aktuellem Roman tut sich die gehobene Literaturkritik schon bei der richtigen Schubladen-Zuordnung schwer: Ist das nun Historischer Roman, Zeitkritik, Gothic Novel oder Science Fiction?
Mit einiger Berechtigung kann man DIE UNGLÜCKSELIGEN für jedes dieser Genres reklamieren – am Ende bleibt’s ein furioses Schelmenstück, das sich diesen Labels klug entzieht und einfach sprachverliebt drauflos fabuliert.
Durch Dorns vielstimmige Collage aus allerlei Versatzstücken der deutschen Literatur der letzten 250 Jahre zieht sich wie ein roter Faden das Faust-Motiv des ebenso ewigen wie vergeblichen Strebens nach Wissen und Unsterblichkeit. Und so gibt es neben den Frankenstein-Labor-Szenen natürlich auch Liebe und Hingabe – ebenso wie das von der Romantik geforderte offene Ende …

Horst Illmer
warenkorb

Die Unglückseligen
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden…

16. Dezember 2017 und Kommentare deaktiviert für Die Unglückseligen

Thea Dorn DIE UNGLÜCKSELIGEN. Roman. München, Knaus, 2016, 555 Seiten ISBN 978-3-8135-0598-6 / 24,99 Euro (Hardcover) München, Penguin Verlag, 2017, 555 Seiten ISBN 978-3-328-10193-2 / 12,00 Euro (Taschenbuch) „Huch! Verehrter Leser! Da sind Sie ja! Ich habe Sie gar nicht bemerkt, verzeihen Sie! Sie fassen weiterlesen…

Qualityland

von am 9. Dezember 2017 Kommentare deaktiviert für Qualityland

Marc-Uwe Kling
QUALITYLAND, Roman.
Berlin, Ullstein, 2017, 385 S.

und

Marc-Uwe Kling
QUALITYLAND, Roman.
Hörbuch, ungekürzte Lesung des Autors
Hamburg, HörbuchHamburg, 2017, 7 CDs, 500 Minuten

 

Mit dem größten Vergnügen kann vermeldet werden:
Die eigentlich unerreichbaren KÄNGURU-CHRONIKEN von Marc-Uwe Kling haben einen kongenialen Nachfolger bekommen!
Herzlich Willkommen in QUALITYLAND!!
Lesen auch Sie den besten, lustigsten und dystopischsten Near-Future-Roman, der je von einer künstlichen Intelligenz verfasst wurde!!!
In wenigen Jahren wird Deutschland einen Komplett-Re-Launch erleben und danach ist alles besser. Nein, nicht besser, sondern am Besten! In Qualityland, wie sich unser Staat dann bezeichnet, ist nur noch der Superlativ erlaubt. Und auch alles andere bleibt irgendwie anders: Die Kinder z. B. erhalten als Nachnamen die Berufsbezeichnung ihrer Eltern im Moment der Zeugung, was Tony Parteichef und Martyn Vorstandsvorsitzender ja noch ganz okay finden mögen, bei Peter Arbeitsloser oder Jessica Zeitarbeiterin hört der Spaß dann aber oft schon auf. Beziehungsweise fängt er genau hier – am Beginn unserer Romanhandlung – eigentlich an …
Marc-Uwe Kling ist es in seinem ersten Science-Fiction-Roman gelungen, nicht nur den Anforderungen des Genres gerecht zu werden, sondern auch den (überaus hohen) Erwartungen der KÄNGURU-Fans. Das merkt man vor allem bei den Live-Lesungen des Buches, wenn das Publikum begeistert auf die sehr geschickt eingebauten Querverweise zur KÄNGURU-Trilogie eingeht.
QUALITYLAND „funktioniert“ aber auch, wenn man Kling hier zum ersten Mal als Autor entdeckt. Mit diesem Buch hat sich der „Kleinkünstler“ (Kling über Kling) jedenfalls sofort im Olymp deutschsprachiger Dystopien eingenistet. Unterhaltsamer war unsere apokalyptische Zukunft noch nie!
Die vom Autor und seinen Verlagen gewählte, leicht Verwirrung stiftende Darreichungsform von QUALITYLAND in zwei Büchern, bzw. Hörbüchern unterschiedlicher Einbandfarbe (hell/dunkel) sei kurz „entwirrt“: Der 380 Seiten lange Romantext ist in allen Fassungen gleich, lediglich die zwischen die einzelnen Kapitel eingefügten „Nachrichten aus der Zukunft“ (zirka zwanzig, meist zwei bis drei Seiten kurze Einschübe) sind unterschiedlich.
Wer nicht den nötigen Level besitzt, um sich beide Ausgaben zulegen zu können, findet in den Büchern einen Link zum kostenlosen Nachlesen des jeweils Fehlenden im Netz. Dort (http://qualityland.de) gibt es auch weitere Informationen zu Lesungen von Marc-Uwe Kling und andere (mehr oder weniger) wichtige Neuigkeiten.

Horst Illmer
warenkorb

Qualityland
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden…

9. Dezember 2017 und Kommentare deaktiviert für Qualityland

Marc-Uwe Kling QUALITYLAND, Roman. Berlin, Ullstein, 2017, 385 S. und Marc-Uwe Kling QUALITYLAND, Roman. Hörbuch, ungekürzte Lesung des Autors Hamburg, HörbuchHamburg, 2017, 7 CDs, 500 Minuten   Mit dem größten Vergnügen kann vermeldet werden: Die eigentlich unerreichbaren KÄNGURU-CHRONIKEN von Marc-Uwe Kling haben einen kongenialen Nachfolger weiterlesen…

Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: letal

von am 3. März 2017 1 Kommentar

Nach diesem überaus positiven Einstieg in den ersten Prospektmarathon folgt die Ernüchteung auf dem Fuß. Was Heyne, Piper, Blanvalet, Goldmann, Bastei Lübbe und wie sie sonst noch alle heißen, da so auffährt treibt einem die Tränen in die Augen. Um nicht völlig der Verzweiflung anheim zu fallen, bleibt mir nichts anderes übrig, als die wenigen verbliebenen Highlights aus den Programmen der Großen Alten hervorzuheben. Über den kläglichen Rest breiten wir den barmherzigen Mantel der Verschwiegenheit. Zumindest im Detail und soweit ich mich beherrschen kann.

Peter V. Brett

Heyne ruht sich auf Lorbeeren aus, die schon seit Jahren völlig verdorrt sind…
Das Science Fiction Programm ist noch lächerlicher, peinlicher und minimalistischer als im letzten Jahr. Von „die Zukunft“ will ich gar nichts mehr wissen. Einziges Highlight im Sektor Phantastik stellt ein Fantasy Titel dar, auf den ich mich nicht nur persönlich freue, sondern auch aus kaufmännischer Sicht…
Immerhin warten eine ganze Menge von Lesern darauf, wie Peter V. Brett seinen epischen Krieg gegen die dämonischen Mächte zu Ende bringt. Der Abschlussband des DämonenkriegQuintetts erscheint im September unter dem Titel „Das Leuchten der Magie„. Bei 950 Seiten muss man auch nicht die Befürchtung hegen, es fällt den Herren wieder ein, das letzte Buch gewinnoptimiert zu teilen…

Den ganzen Beitrag lesen »

3. März 2017 und 1 Kommentar

Nach diesem überaus positiven Einstieg in den ersten Prospektmarathon folgt die Ernüchteung auf dem Fuß. Was Heyne, Piper, Blanvalet, Goldmann, Bastei Lübbe und wie sie sonst noch alle heißen, da so auffährt treibt einem die Tränen in die Augen. Um nicht völlig der Verzweiflung anheim weiterlesen…

Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: positiv

von am 2. März 2017 Kommentare deaktiviert für Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: positiv

Gehen wir das Ganze mal etwas anders an. Nicht erst ans Meckern denken. Nicht in alte Muster verfallen. Die guten Ideen und Vorsätze aus dem letzten Jahr – fokusiert durch meinen Besuch auf der Dreieich Con – nicht nur mitnehmen, sondern in den Vordergrund stellen…

Es gibt einige neue Lichter am Firmament. TOR, Mantikore, Cross CultKnaur mischt auch wieder mit… Einfach darüber freuen und alte Gewohnheiten abstreifen. Stell die Neuen vor die Alten. Vielleicht gibt es da noch die ein oder andere Öse, die man verfehlt aber bestimmt auch eine ganze Menge positiver Überraschungen. Also alte Reihenfolge verkehrt. Heyne und Konsorten ans Ende gestellt und die kleineren schön nach vorne gerutscht. Neue Wege…

Neben den Neuen Großen, gibt es auch noch eine Vielzahl netter, kleiner, ambitionierter Verlage. War das nicht alleroberste Priorität, eben mit denen in Kontakt zu treten? Sollte es auch bleiben. Ist vielleicht gerade am Anfang ein bisschen arbeitsintensiv, aber auf jeden Fall mal eine Abwechslung und andere Perspektive. Also wird hierfür auf jeden Fall Platz Nummer eins in der Reihenfolge vergeben…

Herbert W Franke

Die Erwartung ist zäher als der Anfang…
Recherche, Kontaktaufnahme, texten, suchen, fragen und meistens auch Antworten bekommen. Manchmal schneller, manchmal weniger schnell. Neue Wege zu beschreiten ist immer etwas aufwendiger. Mit kleinen Verlagen zu komunizieren und bei ihnen zu bestellen natürlich auch. Die Margen sind auch knapper. Also kommerziell auf jeden Fall unerfreulich.
ABER.
Diversität abseits des Mainstream hat unseren Laden immer mit ausgemacht. Wir sind doch selbst eine vom Aussterben bedrohte Spezies, die sich in einer Trophieebene behaupten muss, in der amorphe Neuzeitgiganten die vorhandene Vielfalt durch Überweidung längst zerstört haben.
Deshalb also.
Kein Gejammer. Frisch ans Werk und einen Anfang machen. Im Prinzip macht das Spaß, ist eine willkommene Abwechslung zu getrampelten Pfaden und auf jeden Fall ein guter Weg…
…und wie sich auch schnell herausstellt, gar nicht so schwierig und mit mehr Erfolg beschieden, als mit Ärgernissen gespickt. Als schönstes Beispiel möchte ich euch hier die ambitionierte Werksausgabe eines der bedeutendsten deutschsprachigen SF Autoren der Gegenwart vorstellen. Beim netten kleinen p.machinery Verlag in der Reihe Andro-SF versteckt sich die auf 30 Bände angelegte Reihe der Herbert W. Franke Werksausgabe seines literarischen SF-Schaffens. Bisher sind die Bände 1-6 erschienen. Jeweils in einer erschwinglichen Taschenbuch- und einer sehr hübschen und auch nicht teuren Hardcover-Ausgabe. Die wunderbar gestalteten Titelbilder stammen vom ebenfalls vielfach ausgezeichneten Grafiker Thomas Franke.

Wunderbare Ausgabe für Fans, Sammler und Liebhaber schöner Bücher. Ich freue mich, dass die Ausgabe das erste sichtbare Ergebnis in der Kategorie Novis gezeigt hat…

Den ganzen Beitrag lesen »

2. März 2017 und Kommentare deaktiviert für Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: positiv

Gehen wir das Ganze mal etwas anders an. Nicht erst ans Meckern denken. Nicht in alte Muster verfallen. Die guten Ideen und Vorsätze aus dem letzten Jahr – fokusiert durch meinen Besuch auf der Dreieich Con – nicht nur mitnehmen, sondern in den Vordergrund stellen… weiterlesen…

Herbert W. Franke Werksausgabe jetzt auch bei uns…

von am 24. Januar 2017 Kommentare deaktiviert für Herbert W. Franke Werksausgabe jetzt auch bei uns…

Herbert W. Franke ist die zentrale Figur der deutschsprachigen Science-Fiction nach dem Zweiten Weltkrieg und insofern eine Ausnahmeerscheinung, als er sich seit der Wendung zur neueren Form des Genres in den sechziger Jahren bis heute mit seinen Texten im Feld der klassischen Science-Fiction behauptet hat. Dies wurde durch die Aufnahme in den deutschen PEN-Club und viele Preise für fast alle seine Romane und Erzählungsbände anerkannt: in den Jahren 1961, 1962 und 1965 erhielt er den Ernst-H.-Richter-Preis, 1976 und 1977 den Deutschen Hugo, 1980 den Preis von Eurocon für den besten Roman, 1989 den Phantastikpreis der Stadt Wetzlar, 1985 und 1991 den Deutschen Science-Fiction-Preis, 1984, 1985 und 2007 den Kurd-Laßwitz-Preis und schließlich 2008 den Deutschen Fantasy-Preis. Seine erste Veröffentlichung Der grüne Komet erschien 1960 in der Reihe Goldmanns Zukunftsromane, in der erstmals die Science-Fiction in Deutschland mit so wichtigen Autoren wie I. Asimov oder A. C. Clarke vorgestellt wurde. Sein Roman Das Gedankennetz war 1963 der erste SF-Roman, der als Taschenbuch erschien. Die meisten seiner Werke wurden mehrfach aufgelegt und erschienen in bekannten Verlagen, z. B. in der berühmten fantastischen Reihe des Suhrkamp-Verlags.

Den Text habe ich nicht von der Verlagsseite kopiert, weil ich faul bin, sondern weil er treffend formuliert ist und alles beinhaltet, was zu dieser Werksausgabe zu sagen ist. Bisher sind die Bände 1-6 erschienen. Jeweils als Taschenbuch oder limitiertes Hardcover.

Herbert W. Franke Werksausgabe
Band 1: Der grüne Komet – Erzählungen (1960, 2014) € 11,90 (€ 23.90)
Band 2: Das Gedankennetz (1961, 2015) € 10,90 (€ 18,90)
Band 3: Der Orchideenkäfig (1961, 2015) € 10,90 (€ 18,90)
Band 4: Die Glasfalle (1962, 2015) € 10,90 (€ 17,90)
Band 5: Die Stahlwüste (1962, 2016) € 10,90 (€ 18,90)
Band 6: Planet der Verlorenen (1963, 2016) € 9,90 (€ 16,90)

24. Januar 2017 und Kommentare deaktiviert für Herbert W. Franke Werksausgabe jetzt auch bei uns…

Herbert W. Franke ist die zentrale Figur der deutschsprachigen Science-Fiction nach dem Zweiten Weltkrieg und insofern eine Ausnahmeerscheinung, als er sich seit der Wendung zur neueren Form des Genres in den sechziger Jahren bis heute mit seinen Texten im Feld der klassischen Science-Fiction behauptet hat. weiterlesen…

Wunschzettel – Bücher vom Weihnachtsmann

von am 5. Dezember 2016 Kommentare deaktiviert für Wunschzettel – Bücher vom Weihnachtsmann

Zu meinen Buchtipps gilt natürlich der gleiche Hinweis, wie bei den Spielen. Um weitere Tipps und Rezis zu lesen ist es das Einfachste, unter den Rubriken der jeweiligen Autoren zu suchen. Bei Hermkes Tips findet ihr jede Menge Klassiker. In Horsts Bibliothek gibt es viel zu stöbern für Freunde des Besonderen und jede Menge Infos zu aktuellen Erscheinungen. Oli L. versorgt euch nicht nur mit Infos zu Superhelden Klassikern, in seiner Bücherecke teilt er auch seine profunde Kenntnis zu phantastischen Romanen. Außerdem gibt natürlich auch hier die Rubrik Tops und Flops Auskunft über ähnliche Listen vergangener Jahre.

Den Anfang bei den diesjährigen Buchtipps zum Fest machen Klassiker. Nach langer Zeit endlich wieder aufgelegte Highlights…

uebungseffekt

Witzige Science Fantasy aus den 80ern – Der Übungseffekt

Zuerst mal war ich überrascht, diesen Roman von David Brin nicht in der Rubrik Hermkes Tips finden zu können. Hermke hat das Buch sehr oft empfohlen und auch unsere antiquarischen Verkaufszahlen waren sehr hoch, obwohl „Der Übungseffekt“ wirklich selten geworden war.

Brin kennt man in erster Linie durch sein Uplift Universum. Spannungsgeladene, ernsthafte Science Fiction in einem Universum voll genetisch manipulierter, gelifteter Rassen, die in Intrigen und Kriege um die Vorherrschaft verstrickt sind. Ein Teil der insgesamt sechs Romane ist auch lieferbar.

Ganz anders sein Einzelband „Der Übungseffekt„. Hier hat sich David Brin eher der humoresken SF zugewandt. Der Held seiner Geschichte, ein Physikstudent, landet, direkt aus dem Hörsaal, mit Hilfe zievatronischer Technik auf einer fremden Welt – mit völlig anderen Naturgesetzen. Insbesondere des Übungseffektes, der für den wissenschaftlich Geschulten anfangs schwer zu begreifen ist. In dieser Welt werden Gegenstände durch Gebrauch verbessert, nicht wie wir es kennen abgenutzt.

Aus dieser Grundidee strickt Brin ein witziges Fantasy / SF Abenteuer. Easy zu lesen und sicher nicht anspruchsvoll aber einfach unheimlich unterhaltsam. Schön, dass es das wieder gibt.

Der Übungseffekt von David Brin verlegt bei Heyne für  € 9,99

Den ganzen Beitrag lesen »

5. Dezember 2016 und Kommentare deaktiviert für Wunschzettel – Bücher vom Weihnachtsmann

Zu meinen Buchtipps gilt natürlich der gleiche Hinweis, wie bei den Spielen. Um weitere Tipps und Rezis zu lesen ist es das Einfachste, unter den Rubriken der jeweiligen Autoren zu suchen. Bei Hermkes Tips findet ihr jede Menge Klassiker. In Horsts Bibliothek gibt es viel weiterlesen…

Feder & Schwert … neu und/oder durch die Lappen gegangen

von am 27. April 2016 Kommentare deaktiviert für Feder & Schwert … neu und/oder durch die Lappen gegangen

knochenhexer

LOSSAU, JENS; SCHUMACHER, JENS: I.A.I.T. #1 DER ELBENSCHLÄCHTER € 12,99
LOSSAU, JENS; SCHUMACHER, JENS: I.A.I.T. #4 DER KNOCHENHEXER € 12,99
LOSSAU, JENS; SCHUMACHER, JENS: I.A.I.T. #5 DIE WÜSTENGÖTTER € 12,99
GREEN, SIMON R.: SHAMAN BOND #7 CASINO INFERNAL € 14,99

27. April 2016 und Kommentare deaktiviert für Feder & Schwert … neu und/oder durch die Lappen gegangen

LOSSAU, JENS; SCHUMACHER, JENS: I.A.I.T. #1 DER ELBENSCHLÄCHTER € 12,99 LOSSAU, JENS; SCHUMACHER, JENS: I.A.I.T. #4 DER KNOCHENHEXER € 12,99 LOSSAU, JENS; SCHUMACHER, JENS: I.A.I.T. #5 DIE WÜSTENGÖTTER € 12,99 GREEN, SIMON R.: SHAMAN BOND #7 CASINO INFERNAL € 14,99 weiterlesen…

Zum Tode Malte S. Sembtens

von am 25. April 2016 Kommentare deaktiviert für Zum Tode Malte S. Sembtens

Am Nachmittag des 22. April ist Malte S. Sembten im Alter von 50 Jahren verstorben. Als ich Tags darauf von seinem Ableben erfuhr, hat mich das kalt erwischt. Ich kann nicht behaupten, dass Malte und ich enge Freunde gewesen sind. Wir haben uns nicht einmal persönlich gekannt und waren in vielen Dingen unterschiedlicher Meinung. Unsere Kommunikation erfolgte ausschließlich über soziale Netzwerke. Sembten war mitunter ein streitbarer Gesprächspartner. Aber auch einer, der über ein großes Interesse und Wissen an der unheimlichen Phantastik verfügte. Das führte zu einigen informativen und kurzweiligen Unterhaltungen. Außerdem stand er mir gelegentlich als geduldiger Ansprechpartner zur Verfügung, wenn ich für einen Artikel für comicdealer.de recherchiert habe. Dafür ziehe ich meinen Hut.
In der deutschen Phantastikszene machte sich Sembten seit 1980ern einen Namen als Herausgaber, Illustrator und Verfasser unheimlicher Geschichten. Seine erste Story wurde 1990 in einer Anthologie veröffentlicht. Er war gemeinsam mit Uwe Voehl und Uwe Sommerlad für das Fanzine Necropolitan verantwortlich. Seine erste eigene Kurzgeschichtensammlung Hippokratische Gesichter erschien 1996 in Frank Festas Edition Metzengerstein. Für Festa hat er in den letzten Jahren die Übersetzung der gesammelten Werke Clark Ashton Smiths übernommen. Sembten gehörte neben Michael Siefener und „Eddie“ M. Angerhuber zur Speerspitze anspruchsvoller deutschsprachiger Horrorliteratur. Die hiesige Szene verliert mit ihm eine ihrer interessantesten Stimmen.

25. April 2016 und Kommentare deaktiviert für Zum Tode Malte S. Sembtens

Am Nachmittag des 22. April ist Malte S. Sembten im Alter von 50 Jahren verstorben. Als ich Tags darauf von seinem Ableben erfuhr, hat mich das kalt erwischt. Ich kann nicht behaupten, dass Malte und ich enge Freunde gewesen sind. Wir haben uns nicht einmal weiterlesen…

  • Neu im Laden eigetroffen

  • Kino Kino

  • Seiten

  • Archive