Fantasy

Die Meerjungfrau

von am 6. November 2018 noch kein Kommentar

H. G. Wells
DIE MEERJUNGFRAU. Ein Gespinst Mondenschein.
Aus dem Englischen von Joachim Körber
Mit einemNachwort von Horst Illmer
(THE SEA LADY / 1902)
Bellheim, Joachim Körber Verlag, 2018, 173 Seiten
Reihe: Phantasia Paperback Fantasy 2010
ISBN 978-3-937897-57-8 / 14,90 Euro

Im Original wurde H. G. Wells’ Fantasy-Roman DIE MEERJUNGFRAU bereits 1902 veröffentlicht, seine deutsche Erstausgabe erlebt er allerdings erst jetzt. Erstaunlicherweise behandelt das an die romantische Erzählung „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué angelehnte Werk ein Thema, das derzeit (immer noch oder gerade wieder) hochaktuell ist: Die Beziehungen und Liebeshändel zwischen den drei Geschlechtern. Ja, richtig gelesen: Diese Problematik wurde nicht erst im 21. Jahrhundert erfunden.
In einer wunderschönen, leichten und luftigen (und von Joachim Körber stimmungsgenau übersetzten) Sprache erzählt Wells die Geschichte eines mythischen Wesens, eben jener titelgebenden „Meerjungfrau“, die „nicht Fisch, nicht Fleisch“ ist – aber eben doch auch ein lebendes und liebendes Geschöpf im Körper einer Frau (wenn auch mit Schwanz). Diese Miss Waters hat sich in einen ganz normalen Mann verliebt und setzt alle ihr zur Verfügung stehenden (Zauber-)Mittel ein, um ihn von seiner Verlobten zu trennen und für sich zu gewinnen. Und wie wir aus „alten Mären“ wissen, geht sowas ja selten gut aus …
Die Erzählung hat etwas Traumhaftes und hoch Romantisches, vermeidet aber den Absturz in die Kitsch-Kiste, weil Wells einen sehr feinen, sehr englischen Humor besitzt und diesen genau in der richtigen Dosis einzusetzen weiß. Seine Geschichte von der MEERJUNGFRAU ist tatsächlich „ein Gespinst Mondenschein“ (so auch der passende Untertitel).
Nach bisher drei limitierten Luxusausgaben mit in Deutschland bisher unveröffentlichten Büchern von H. G. Wells in Joachim Körbers Edition Phantasia erschien DIE MEERJUNGFRAU jetzt als preiswertes Taschenbuch in der Reihe Phantasia Paperback.
Ein guter Einstieg für alle, die mehr von Wells lesen wollen als immer nur Neuausgaben der allbekannten drei, vier Klassiker.

Horst Illmer
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Die Meerjungfrau
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H. G. Wells DIE MEERJUNGFRAU. Ein Gespinst Mondenschein. Aus dem Englischen von Joachim Körber Mit einemNachwort von Horst Illmer (THE SEA LADY / 1902) Bellheim, Joachim Körber Verlag, 2018, 173 Seiten Reihe: Phantasia Paperback Fantasy 2010 ISBN 978-3-937897-57-8 / 14,90 Euro Im Original wurde H. weiterlesen…

Erdsee – Die illustrierte Gesamtausgabe

von am 20. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Ursula K. Le Guin
ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE.
Übersetzt von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring
Einleitung von Ursula K. Le Guin, Illustrationen von Charles Vess
(The Books of Earthsea / 2018)
Frankfurt/M., Fischer/TOR, 2018, 1100 Seiten
ISBN 978-3-596-70160-5

Es ist endlich soweit, die Auslieferung hat begonnen, das schönste, tollste, wichtigste Buch des Jahres 2018 ist ab sofort erhältlich: Ursula K. Le Guins großartiger Fantasy-Klassiker ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE, erstmals komplett in einem Band – und dann auch noch von Charles Vess illustriert!
„Komplett“ bedeutet in diesem Fall, dass alle bisherigen Romane und Stories von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring neu übersetzt wurden, zudem hat Le Guin für diesen Band, der in den USA demnächst bei Saga Press erscheint, eine eigene Einleitung und eine neue Geschichte geschrieben, und der deutsche Verlag hat noch eine allerletzte, in diesem Sommer erstmals in einem Magazin veröffentlichte Erzählung gefunden und „dazugepackt“.
Mehr ERDSEE war nie, mehr wird es nicht geben.
Welch ein Genuss ist es nun, diese 1100 Seiten (in rotes Leinen gebunden, mit farbigen Vorsätzen und Lesebändchen, im Überformat) durchzublättern, die fünf Romane, neun Kurzgeschichten und zehn Essays (aber Hallo!) zu lesen, die vielen farbigen und schwarzweißen Illustrationen zu betrachten und zu wissen: Mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein.

Horst Illmer
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Erdsee – Die illustrierte Ausgabe
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Ursula K. Le Guin ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE. Übersetzt von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring Einleitung von Ursula K. Le Guin, Illustrationen von Charles Vess (The Books of Earthsea / 2018) Frankfurt/M., Fischer/TOR, 2018, 1100 Seiten ISBN 978-3-596-70160-5 Es ist endlich soweit, weiterlesen…

BuCon 2018

von am 15. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Der Buchmesse Convent war in diesem Jahr wieder eine tolle Veranstaltung. Inspirierend, phantastisch mit einem Klacks freudiger Überraschung…

Buchmesse ist Arbeit, Trubel und in Zeiten heutiger Informationsflüsse wesentlich weniger relevant, als zu früheren Zeiten. Besonders für uns als Spezialbuchhandlung für Phantastik, die bei den großen Verlagshäusern deutlich an Stellenwert verloren zu haben scheint. Umso schöner, dass es den BuCon gibt, wo sich die Crème de la Crème deutscher Phantastikschaffender die Klinke in die Hand gibt, mit Menschen, die das Genre und Bücher an sich lieben. Wie sonst käme es zu wunderschönen Verlagsnamen wie "PAPIERVERZIERER"?

Vom ambitionierten Selbstverleger bis zum phantastik-affinen Verlagshaus finden wir hier alle. Leider nach wie vor mit Ausnahme der ganz Großen, die sich wohl für solcherlei Veranstaltung im Gegensatz zu "ihren" Autoren wenig erwärmen können. Sei’s drum. Vielleicht erhält ja gerade das auch den Charme des BuCon.

Als Highlight für mich persönlich konnte ich das nette Gespräch mit einem alten Bekannten verbuchen, der mir gleich am Vormittag (wo ich es natürlich noch nicht wusste) sein ernstgemeint bescheidenes Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht hat, dass er (wie sich später herausstellt, neben Erik Schreiber) einer von zwei diesjährigen Preisträgern sein wird. Und zwar für das Lebenswerk. Da kann ich mich nur anschließen. Gratulation und flammende Zustimmung  von mir persönlich, Werner Fuchs. Du hast vielleicht im Einzelnen weniger bewirkt oder geschaffen als andere, aber du bist eben der gute Geist der Phantastik. Netzwerker und Allrounder. Über Genres und Grenzen hinweg und ja, als Lebenswerk kann man das mit Sicherheit betrachten, egal, wie viel noch von dir geleistet werden wird.

Tolle Veranstaltung, nette Kontakte und viel positive Energie für mich persönlich und den Laden.

ps Allen, denen Werner Fuchs nicht ganz so geläufig ist, möchte ich das sensationelle Interview im Eskapodcast und sein Wine & Paper auf orkenspalter.tv empfehlen.

pps Bilder gibt es auch noch ein paar in unserer Galerie

Der Buchmesse Convent war in diesem Jahr wieder eine tolle Veranstaltung. Inspirierend, phantastisch mit einem Klacks freudiger Überraschung… Buchmesse ist Arbeit, Trubel und in Zeiten heutiger Informationsflüsse wesentlich weniger relevant, als zu früheren Zeiten. Besonders für uns als Spezialbuchhandlung für Phantastik, die bei den großen weiterlesen…

Vier Farben der Magie – Gastbeitrag einer Praktikantin

von am 20. Juli 2018 Kommentare deaktiviert für Vier Farben der Magie – Gastbeitrag einer Praktikantin

Gerade ist es einmal wieder zufällig so, dass mein Vater und ich uns ausnahmsweise bei der Bewertung eines Buches einig sind. Die Weltenwanderer Trilogie von V. E. Schwab hat es uns beiden angetan. Und wie es so ist, kommt zum einen Zufall noch ein zweiter hinzu. Wir haben in dieser Woche eine Praktikantin aus dem Matthias Grünewald Gymnasium zu Gast und diese liest die Reihe gerade ebenfalls – im englischen Original – und teilt diese Meinung. Da bietet es sich an, ihr als Teil des Praktikums die Aufgabe zukommen zu lassen, darüber zu schreiben. deshalb hier dieser Gastbeitrag:

V.E. Schwab
Vier Farben der Magie
Ü: Petra Huber
(A darker shade of magic/ 2015)
Frankfurt, FISCHER (Tor Books)
ISBN: 9783596296323 / 9,99 Euro

V.E Schwab erzählt von vier Welten die alle eine Stadt Namens London bestitzen. Das graue London hat bereits vergessen, dass es je Magie gab. Das rote London lebt harmonisch mit der Magie in einem Gleichgewicht. Das weiße London will sich die Magie untertan machen. Das schwarze London wurden von der Magie eingenommen und die Bewohner versklavt. Das schwarze London gerät in Vergessenheit. Früher waren die Tore offen und für jeden zugänglich, doch als dies passierte, wurden die Tore zu den verschiedenen Welten geschlossen, um die Menschen der anderen Welten vor der dunklen Magie im schwarzen London zu beschützen. Nur Antari (Blutmagier) können zwischen den Welten reisen.
Die Geschichte handelt um den Antari Kell, der ursprünglich aus dem roten London stammt, und die Diebin Lila, die aus dem grauen London kommt. Sie treffen aufeinander als Kell versucht ein Stein aus dem schwarzen London vor machtgierigen Menschen, die den Stein suchen, zu verstecken. Kell und Lila wollen den Stein wieder ins schwarze London bringen und die Tore dorthin für immer schließen, damit der Stein nicht in den falschen Händen landet, doch es ist alles nicht so einfach wie es scheint….

Das Buch ist spannend bis zum Ende. Es tauchen immer neue Hindernisse auf, die man gar nicht erwartet oder vielleicht ahnt, aber nicht wahrhaben möchte, die die beiden Freunde zusammen überwinden müssen. Das Buch hat Charaktere die einem sofort sympathisch sind. Zum Beispiel Lila, die Diebin, ist kein typisches Mädchen, dass schöne Kleider mag und immer einen Mann braucht der ihr zur Hilfe kommt, sondern sie will Piratin werden, frei sein. Sie rettet Kell genauso oft wie er sie, vielleicht sogar öfter.
Die Kommentare die in den Klammern geschrieben sind, machen die Charaktere und das Geschehen unterhaltsamer und realer für den Leser. Sie erzählen von den Gedanken der Charaktere. Und diese Gedanken stellen die gleichen Fragen und äußern die gleichen Erkentnisse die man auch als "normaler Mensch" in solchen Situationen haben würde. Auch die genaue Beschreibung der Geschehnisse führt dazu, dass der Leser sich gut in die Situation versetzen und mitfiebern kann, besonders wenn es zu dramatischen Szenen kommt.

Y. T.

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Vier Farben der Magie
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Gerade ist es einmal wieder zufällig so, dass mein Vater und ich uns ausnahmsweise bei der Bewertung eines Buches einig sind. Die Weltenwanderer Trilogie von V. E. Schwab hat es uns beiden angetan. Und wie es so ist, kommt zum einen Zufall noch ein zweiter hinzu. Wir haben in dieser Woche eine Praktikantin aus dem Matthias Grünewald Gymnasium zu Gast und diese liest die Reihe gerade ebenfalls – im englischen Original – und teilt diese Meinung. Da bietet es sich an, ihr als Teil des Praktikums die Aufgabe zukommen zu lassen, darüber zu schreiben. deshalb hier dieser Gastbeitrag: weiterlesen…

  • Kategorie: Bücher , Fantasy
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In Kalabrien

von am 24. März 2018 Kommentare deaktiviert für In Kalabrien

Peter S. Beagle
IN KALABRIEN.
Ü: Oliver Plaschka
(In Calabria / 2017)
Stuttgart, Klett-Cotta (Hobbit Presse), 2018, 164 S.
ISBN 978-3-608-96217-8

Von Peter S. Beagle, einem der profiliertesten und beliebtesten Fantasy-Autoren der USA, erscheint bei uns in Deutschland leider nur alle „heilige Zeiten“ einmal ein Buch. Dafür kann man jedes dieser Bücher, beginnend mit HE! REBECK!, dem Erstling aus dem Jahr 1960, bis hin zum gerade in der Hobbit Presse veröffentlichten IN KALABRIEN unbesehen kaufen – es erwartet den Leser ein einzigartiger Genuss.
Beagle gehört zu den ganz großen Stilisten des Genres. Auch wenn er vielen nur durch den (verfilmten) Mega-Bestseller DAS LETZTE EINHORN (1968) bekannt ist, lohnt es sich doch immer, seinen zumeist eher leisen und auf genauesten Beobachtungen der menschlichen Eigenschaften beruhenden Geschichten zu folgen. So entwickelt IN KALABRIEN seinen Sog durch die liebenswerten und empfindsamen Beschreibungen der Protagonisten (und ihrer Haustiere), nimmt Fahrt auf durch die unerwartete Begegnung mit einem mystischen Wesen und steigert sich fulminant, bis hin zum brutalen Einbruch der modernen Welt in ein idyllisches Bauernkaff im Süden Italiens.
Die von Oliver Plaschka angenehm flüssig übersetzte Novelle zeigt den 1939 geborenen Beagle auf der Höhe seiner Erzählkunst und hinterlässt am Ende einen (kleinen) Kloß im Hals und ein Tränchen im Augenwinkel.

Horst Illmer
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In Kalabrien
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Peter S. Beagle IN KALABRIEN. Ü: Oliver Plaschka (In Calabria / 2017) Stuttgart, Klett-Cotta (Hobbit Presse), 2018, 164 S. ISBN 978-3-608-96217-8 Von Peter S. Beagle, einem der profiliertesten und beliebtesten Fantasy-Autoren der USA, erscheint bei uns in Deutschland leider nur alle „heilige Zeiten“ einmal ein weiterlesen…

Der lächelnde Odd

von am 23. Dezember 2017 Kommentare deaktiviert für Der lächelnde Odd

Neil Gaiman
DER LÄCHELNDE ODD UND DIE REISE NACH ASGARD.
Übersetzt von Andreas Steinhöfel
Illustrationen von Chris Riddell
(Odd and the Frost Giants / 2008)
Würzburg, Arena, 2017, 125 S.
ISBN 978-3-401-60362-9

Da sieht man wieder einmal, wie viel doch die „Verpackung“ eines Buches auszumachen vermag: Als 2010 Neil Gaimans Jugendbuch DER LÄCHELNDE ODD UND DIE REISE NACH ASGARD erstmals bei Arena erschien, übernahm der Illustrator Brett Helquist die Ausstattung und das Buch ging im Einheitsbrei der üblichen Kinder- und Jugendbücher fast unter.
Das wird der Neuausgabe von 2017 sicher nicht passieren! Die vorzügliche Übersetzung von Andreas Steinhöfel wurde beibehalten, das Design jedoch signalisiert auf den ersten Blick, dass man hier ein ganz besonderes Buch in Händen hält. Die unvergleichlich viel schöneren Schwarzweiß-Bilder (mit Silber als Sonderfarbe!) sind von Chris Riddell, der inzwischen wohl einer der besten Illustratoren der Gegenwart ist. Das großformatige Hardcover ziert eine ungewöhnliche Ausstanzung des Vorderdeckels, wodurch ein Teil des Vorsatzpapiers in die Einbandgestaltung einbezogen ist.
Neil Gaimans Geschichte des jungen Außenseiters Odd, dem es gelingt, den Frostriesen zum Rückzug zu bewegen und damit dem Frühling den Weg zu bereiten, ist für sich genommen schon hohe Erzählkunst, aber in der nun vorliegenden Form ist DER LÄCHELNDE ODD UND DIE REISE NACH ASGARD zudem ein optisches und haptisches Kunstwerk!

Horst Illmer
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Der lächelnde Odd
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Neil Gaiman DER LÄCHELNDE ODD UND DIE REISE NACH ASGARD. Übersetzt von Andreas Steinhöfel Illustrationen von Chris Riddell (Odd and the Frost Giants / 2008) Würzburg, Arena, 2017, 125 S. ISBN 978-3-401-60362-9 Da sieht man wieder einmal, wie viel doch die „Verpackung“ eines Buches auszumachen weiterlesen…

VVA Auslieferung KW 49

von am 6. Dezember 2017 Kommentare deaktiviert für VVA Auslieferung KW 49

Klett Cotta
ZELAZNY, ROGER: DIE CHRONIKEN VON AMBER #3 IM ZEICHEN DES EINHORNS € 12,00

Piper
PRATCHETT, TERRY: SCHEIBENWELT ZITATE ERNSTAFT LUSTIG – DIE BESTEN TERRY PRATCHETT-ZITATE € 8,00
BRANDHORST, ANDREAS: KANTAKI ZYKLUS #5 FEUERSTÜRME € 11,00
WELLS, DAN: MIRADOR TRILOGIE #2 OVERWORLD € 13,00

Klett Cotta
ZELAZNY, ROGER: DIE CHRONIKEN VON AMBER #3 IM ZEICHEN DES EINHORNS € 12,00

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Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: letal

von am 3. März 2017 1 Kommentar

Nach diesem überaus positiven Einstieg in den ersten Prospektmarathon folgt die Ernüchteung auf dem Fuß. Was Heyne, Piper, Blanvalet, Goldmann, Bastei Lübbe und wie sie sonst noch alle heißen, da so auffährt treibt einem die Tränen in die Augen. Um nicht völlig der Verzweiflung anheim zu fallen, bleibt mir nichts anderes übrig, als die wenigen verbliebenen Highlights aus den Programmen der Großen Alten hervorzuheben. Über den kläglichen Rest breiten wir den barmherzigen Mantel der Verschwiegenheit. Zumindest im Detail und soweit ich mich beherrschen kann.

Peter V. Brett

Heyne ruht sich auf Lorbeeren aus, die schon seit Jahren völlig verdorrt sind…
Das Science Fiction Programm ist noch lächerlicher, peinlicher und minimalistischer als im letzten Jahr. Von "die Zukunft" will ich gar nichts mehr wissen. Einziges Highlight im Sektor Phantastik stellt ein Fantasy Titel dar, auf den ich mich nicht nur persönlich freue, sondern auch aus kaufmännischer Sicht…
Immerhin warten eine ganze Menge von Lesern darauf, wie Peter V. Brett seinen epischen Krieg gegen die dämonischen Mächte zu Ende bringt. Der Abschlussband des DämonenkriegQuintetts erscheint im September unter dem Titel "Das Leuchten der Magie". Bei 950 Seiten muss man auch nicht die Befürchtung hegen, es fällt den Herren wieder ein, das letzte Buch gewinnoptimiert zu teilen…

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Nach diesem überaus positiven Einstieg in den ersten Prospektmarathon folgt die Ernüchteung auf dem Fuß. Was Heyne, Piper, Blanvalet, Goldmann, Bastei Lübbe und wie sie sonst noch alle heißen, da so auffährt treibt einem die Tränen in die Augen. Um nicht völlig der Verzweiflung anheim weiterlesen…

Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: positiv

von am 2. März 2017 Kommentare deaktiviert für Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: positiv

Gehen wir das Ganze mal etwas anders an. Nicht erst ans Meckern denken. Nicht in alte Muster verfallen. Die guten Ideen und Vorsätze aus dem letzten Jahr – fokusiert durch meinen Besuch auf der Dreieich Con – nicht nur mitnehmen, sondern in den Vordergrund stellen…

Es gibt einige neue Lichter am Firmament. TOR, Mantikore, Cross CultKnaur mischt auch wieder mit… Einfach darüber freuen und alte Gewohnheiten abstreifen. Stell die Neuen vor die Alten. Vielleicht gibt es da noch die ein oder andere Öse, die man verfehlt aber bestimmt auch eine ganze Menge positiver Überraschungen. Also alte Reihenfolge verkehrt. Heyne und Konsorten ans Ende gestellt und die kleineren schön nach vorne gerutscht. Neue Wege…

Neben den Neuen Großen, gibt es auch noch eine Vielzahl netter, kleiner, ambitionierter Verlage. War das nicht alleroberste Priorität, eben mit denen in Kontakt zu treten? Sollte es auch bleiben. Ist vielleicht gerade am Anfang ein bisschen arbeitsintensiv, aber auf jeden Fall mal eine Abwechslung und andere Perspektive. Also wird hierfür auf jeden Fall Platz Nummer eins in der Reihenfolge vergeben…

Herbert W Franke

Die Erwartung ist zäher als der Anfang…
Recherche, Kontaktaufnahme, texten, suchen, fragen und meistens auch Antworten bekommen. Manchmal schneller, manchmal weniger schnell. Neue Wege zu beschreiten ist immer etwas aufwendiger. Mit kleinen Verlagen zu komunizieren und bei ihnen zu bestellen natürlich auch. Die Margen sind auch knapper. Also kommerziell auf jeden Fall unerfreulich.
ABER.
Diversität abseits des Mainstream hat unseren Laden immer mit ausgemacht. Wir sind doch selbst eine vom Aussterben bedrohte Spezies, die sich in einer Trophieebene behaupten muss, in der amorphe Neuzeitgiganten die vorhandene Vielfalt durch Überweidung längst zerstört haben.
Deshalb also.
Kein Gejammer. Frisch ans Werk und einen Anfang machen. Im Prinzip macht das Spaß, ist eine willkommene Abwechslung zu getrampelten Pfaden und auf jeden Fall ein guter Weg…
…und wie sich auch schnell herausstellt, gar nicht so schwierig und mit mehr Erfolg beschieden, als mit Ärgernissen gespickt. Als schönstes Beispiel möchte ich euch hier die ambitionierte Werksausgabe eines der bedeutendsten deutschsprachigen SF Autoren der Gegenwart vorstellen. Beim netten kleinen p.machinery Verlag in der Reihe Andro-SF versteckt sich die auf 30 Bände angelegte Reihe der Herbert W. Franke Werksausgabe seines literarischen SF-Schaffens. Bisher sind die Bände 1-6 erschienen. Jeweils in einer erschwinglichen Taschenbuch- und einer sehr hübschen und auch nicht teuren Hardcover-Ausgabe. Die wunderbar gestalteten Titelbilder stammen vom ebenfalls vielfach ausgezeichneten Grafiker Thomas Franke.

Wunderbare Ausgabe für Fans, Sammler und Liebhaber schöner Bücher. Ich freue mich, dass die Ausgabe das erste sichtbare Ergebnis in der Kategorie Novis gezeigt hat…

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Gehen wir das Ganze mal etwas anders an. Nicht erst ans Meckern denken. Nicht in alte Muster verfallen. Die guten Ideen und Vorsätze aus dem letzten Jahr – fokusiert durch meinen Besuch auf der Dreieich Con – nicht nur mitnehmen, sondern in den Vordergrund stellen… weiterlesen…

In einer anderen Welt

von am 28. Februar 2017 Kommentare deaktiviert für In einer anderen Welt

Jo Walton
IN EINER ANDEREN WELT. Roman.
Ü: Hannes Riffel
(Among Others / 2010)
München, Blanvalet, 2016, 415 Seiten
ISBN 978-3-7341-6068-4

Wenn es stimmen würde, dass Buchbesprechungen umso kürzer sind, je besser das besprochene Werk ist, dann müsste diese Rezension bereits seit längerem zu Ende sein.

Andersherum – je besser, desto umfangreicher – geht aber auch nicht: Da würde meine Rest-Lebenszeit für eine dem Buch angemessene Würdigung nicht ausreichen (und ich bin noch gar nicht so alt).

Versuchen wir also die goldene Mitte.

Einen phantastischen Roman, in dem es um Feen, Hexen und Magie geht, um ein junges Mädchen aus Wales, das in England auf ein Internat geschickt wird, um Science Fiction und Fantasy, um Bücher, Buchhandlungen und Bibliotheken, um erste Liebe und tote Zwillingsschwestern, um abgehauene Väter und böse Mütter, welche die Weltherrschaft erringen wollen, einen solchen phantastischen Roman als Autobiografie der Autorin zu bezeichnen, ist vielleicht etwas weit hergeholt.
Aber, andererseits, wurde Jo Walton 1964 in Wales geboren, sie braucht hin und wieder einen Stock beim Laufen, sie liebt Bücher über alles, und dass sie Magie wirken kann, beweist nicht zuletzt IN EINER ANDEREN WELT, wo der Zauber praktisch von jeder Seite tropft. Woher sonst, als aus persönlicher Erfahrung, sollte Walton denn sonst wissen, was in Morwennas in Spiegelschrift verfasstem, geheimen Tagebuch steht?

Es könnte aber auch sein, dass Jo Walton einfach nur eine der besten phantastischen Autorinnen der Gegenwart ist.
IN EINER ANDEREN WELT jedenfalls ist bis auf weiteres mein uneingeschränktes Lieblingsbuch!

Horst Illmer

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In einer anderen Welt
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Für alle, die es interessiert, hier ein Link zur Übersicht mit den Büchern, die in IN EINER ANDEREN WELT eine Rolle spielen:

Jo Walton
IN EINER ANDEREN WELT. Roman.
Ü: Hannes Riffel
(Among Others / 2010)
Berlin, Golkonda, 2013, 300 Seiten
ISBN 978-3-942396-75-2

Jo Walton IN EINER ANDEREN WELT. Roman. Ü: Hannes Riffel (Among Others / 2010) München, Blanvalet, 2016, 415 Seiten ISBN 978-3-7341-6068-4 Wenn es stimmen würde, dass Buchbesprechungen umso kürzer sind, je besser das besprochene Werk ist, dann müsste diese Rezension bereits seit längerem zu Ende weiterlesen…

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