Science Fiction

Panini Auslieferung KW 43

26. Oktober 2017   noch keine Stimmen

Lucasversum
GOLDEN, CHRISTIE: STAR WARS BATTLEFRONT II INFERNO-KOMMANDO – ROMAN ZUM SPIEL € 14,99
STRADLEY, RANDY/JACKSON, JOHN/MILLER, CHRISTIAN: STAR WARS COMIC-KOLLEKTION (COLLECTION) HC #31 JABBA € 13,99

Marvel Universum
MARVEL UNIVERSUM FIGUREN KOLLEKTION #4 THOR € 14,99

Panini Manga
MAOYUU MAOU YUUSHA: ARCHENEMY AND HERO #15 € 7,99

26. Oktober 2017   noch keine Stimmen

Lucasversum GOLDEN, CHRISTIE: STAR WARS BATTLEFRONT II INFERNO-KOMMANDO – ROMAN ZUM SPIEL € 14,99 STRADLEY, RANDY/JACKSON, JOHN/MILLER, CHRISTIAN: STAR WARS COMIC-KOLLEKTION (COLLECTION) HC #31 JABBA € 13,99 Marvel Universum MARVEL UNIVERSUM FIGUREN KOLLEKTION #4 THOR € 14,99 Panini Manga MAOYUU MAOU YUUSHA: ARCHENEMY AND HERO #15 € 7,99

Alles, was wir geben mussten

10. Oktober 2017 8 Stimmen

Kazuo Ishiguro
ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN. Roman.
Aus dem Englischen von Barbara Schaden
(Never Let Me Go / 2005)
München, Heyne, 2016, 352 S.
ISBN 978-3-453-42154-7

 

Bei ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN handelt sich auf den ersten Blick um eine Dreiecksgeschichte. An den Spitzen finden sich Kathy und Tommy und Ruth. Die drei wachsen zusammen auf und sie lieben sich wirklich. Deshalb erleben sie wunderschöne Zeiten zusammen und schlimme Zeiten, sie erfahren Glück und Geborgenheit und, was Menschen, die sich lieben, offenbar immer tun, sie tun sich weh. Sie leben sich auseinander und sie finden wieder zusammen, schließlich können sie einander sogar vergeben. Kathy, Tommy, Ruth – drei menschliche Wesen, drei Schicksale, drei Seelen – wissen jedoch, dass sie anders sind als andere Menschen, dass sie eben das nicht sind: Menschen!
Von Beginn an ist ihnen klar, dass sie „Spender“ sind, und sie akzeptieren das Wissen darum ohne jedes Murren oder Aufbegehren. Was sich allerdings hinter dem Begriff „Spender“ wirklich verbirgt, wie wenig sie (und wir) trotz aller Aufklärung durch die „Aufseher“ von diesem Wissen tatsächlich verstanden haben, zeigt sich erst ganz allmählich im Verlauf der Geschichte, die aus der Sicht Kathys erzählt wird. Die volle Tragik dieser Lebensgeschichten wird der Leserin, wird dem Leser jedoch tatsächlich erst auf der letzten Seite bewusst, auch wenn sie (oder er) schon lange vorher ein mulmiges Gefühl, manchmal sogar eine Gänsehaut, hat.
Kazuo Ishiguros Roman wird vielleicht eines Tages einen ähnlichen Stellenwert in der Geschichte einnehmen wie George Orwells Jahrhundertbuch 1984. Wenn es in Zukunft darum geht, welche sittlichen und moralischen Werte unsere Spezies unbedingt einzuhalten hat, um nicht selbst ihre Menschlichkeit zu verlieren, wird ein Blick in ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN als notwendig und hilfreich erscheinen.

Ein gutes Jahrzehnt ist vergangen, seit ich ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN für mich entdeckt habe. Damals war es ein Buch, das „man“ (oder „frau“) einfach gelesen haben musste, erstreckte sich die begeisterte Berichterstattung doch über alle Medien hinweg. Nach den üblichen Bestsellerehren kam dann noch eine Verfilmung – und irgendwie verschwand der Roman dann leider „in der Versenkung“.
Umso schöner, dass Kazuo Ishiguro in diesem Jahr nun (verdientermaßen) den Literaturnobelpreis erhalten hat und damit seinen erstaunlichen, großartigen, immer sehr speziellen Werken neue Leser zugeführt werden. Und da es so schön passt (auch damals war es Herbst), wünsche ich allen diesen neuen Leserinnen und Lesern, dass es ihnen so ergehen mag, wie ich es damals in einer anderen Buchbesprechung formulierte:
„Nachdem ich ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN nun in einem Zug durchgelesen habe, an einem wunderbar-nebligen Sonntag, nicht ansprechbar für die Außenwelt, aufgewühlt und gefangen von Kathys unaufgeregter Erzählung, kann ich nur einstimmen in den Chor: Ishiguro ist ohne Frage der bedeutendste Roman (nicht nur) diesen Bücherherbstes gelungen.“

Horst Illmer
warenkorb

Alles, was wir geben mussten
als Taschenbuch im Webshop bestellen oder als ebook kaufen

10. Oktober 2017 8 Stimmen

Kazuo Ishiguro ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN. Roman. Aus dem Englischen von Barbara Schaden (Never Let Me Go / 2005) München, Heyne, 2016, 352 S. ISBN 978-3-453-42154-7   Bei ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN handelt sich auf den ersten Blick um eine Dreiecksgeschichte. An den Spitzen finden sich Kathy und Tommy und Ruth. Die drei weiterlesen…

PPM Auslieferung KW 40

5. Oktober 2017   noch keine Stimmen

Splitter
LEO: ÜBERLEBENDE – QUANTENANOMALIEN HC #3 EPISODE 3 € 14,80
JARRY/BORDIER: MEISTER DER INQUISITION #6 IM ANGESICHT DES CHAOS € 16,80

Cross Cult
NEWMAN, PETER: VAGANT TRILOGIE #1 VAGANT € 16,00

Dantes Verlag
BELLARDINELLI/MCMAHON/KINCAID/MILLS: SLAINE #2 DRACHENBEUTE € 18,00

schreiber&leser
BOUCQ/SENTE: JANITOR #5 HÖLLENBRUT € 19,95
MOORE, TERRY: ECHO #2 DESERT RUN € 18,95

5. Oktober 2017   noch keine Stimmen

Splitter LEO: ÜBERLEBENDE – QUANTENANOMALIEN HC #3 EPISODE 3 € 14,80 JARRY/BORDIER: MEISTER DER INQUISITION #6 IM ANGESICHT DES CHAOS € 16,80 Cross Cult NEWMAN, PETER: VAGANT TRILOGIE #1 VAGANT € 16,00 Dantes Verlag BELLARDINELLI/MCMAHON/KINCAID/MILLS: SLAINE #2 DRACHENBEUTE € 18,00 schreiber&leser BOUCQ/SENTE: JANITOR #5 HÖLLENBRUT € 19,95 MOORE, TERRY: ECHO #2 DESERT RUN € 18,95

Perdido Street Station

4. Oktober 2017 5 Stimmen

China Miéville
PERDIDO STREET STATION.
Ü: Eva Bauche-Eppers
(PERDIDO STREET STATION / 2000)
München, Heyne, 2014, 850 S.
ISBN 978-3-453-31539-6

 

Mit diesem Roman wurde der englische Autor China Miéville im Jahr 2002 erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt. Das Buch war damals in zwei Bände aufgeteilt und dann lange nicht mehr lieferbar, inzwischen kann man jedoch auf die einbändige Neuauflage bei Heyne zugreifen.

In PERDIDO STREET STATION entwirft Miéville das Bild einer Großstadt auf einer fremden Welt, bewohnt von einer Mixtur außergewöhnlicher Lebensformen, die wesentlich vielgestaltiger ist, als auf der Erde. Die Mehrheit der Bevölkerung ist menschlich, jedoch sind Mischformen, Mutationen, gentechnisch oder operativ veränderte „Remade“-Wesen und Xenoformen in reicher Anzahl vorhanden. Sie alle leben in der uralten Megalopolis New Crobuzon einigermaßen friedlich nebeneinander, verwaltet von einem korrupten Bürgermeister und „bewacht“ von einer allgegenwärtigen Miliz. Die Kultur und Technik ist vielgestaltig und enthält auch magische Elemente, die jedoch stimmig in die Geschichte eingebaut sind.
Die Klammer der Geschichte und der Auslöser der Fastkatastrophe, welche die Stadt heimsucht, ist das Streben eines seiner Schwingen beraubten Vogelmenschen, wieder fliegen zu können. Dafür sucht er einen zu allem bereiten Wissenschaftler und findet ihn in Isaac Dan dar Grimnebulin. Dessen Suche nach Lösungen des Flug-Problems setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die zu verfolgen uns Miéville einlädt.
Wir lernen Grimnebulins Freunde und Feinde kennen, werden in die Geheimnisse der einzelnen Spezies eingeweiht und erleben mit, wie sich die Regierung angesichts großer Probleme blamiert und völlig überzogene Gewaltorgien startet um vom eigenen Versagen abzulenken. Der Autor ist überreich mit Phantasie begabt und versprüht seine Einfälle nur so. Dabei schafft er es immer wieder Haken zu schlagen, die man selbst als erfahrener Leser nicht voraussehen kann und gestaltet so das Buch zu einer erstaunlich kurzweiligen Lektüre. Ob und wie es Isaac gelingt, das fragile Gleichgewicht vom Beginn des Romans wieder herzustellen, wird nicht verraten – für unterhaltsame Spannung ist jedenfalls reichlich gesorgt!

Natürlich fasziniert die Ideenfülle dieses Weltentwurfs. Aber wie das an den (deutschen) Leser herangetragen wird, ist das eigentlich Sensationelle!
Die Übersetzerin Eva Bauche-Eppers schafft es spielend, dass man sich ständig fragt, ob dieser Reichtum an Ausdrücken und Metaphern schon im Original stand, oder ob wir hier den Glücksfall haben, den „besseren“ Text auf Deutsch zu lesen.
Da ist zuerst einmal die Verwendung heute ungebräuchlicher Begriffe, die aber wundervoll ins Bild der Stadt passen, wie sie Miéville zeichnet: Wellenbewegungen sind „Undulationen“, Lebensmittel werden in „Viktualienständen“ verkauft und das Schmutzwasser im Hafen „suppt“ ans Kai.
Dann werden alltägliche Begebenheiten zum sprachästhetischen Genuss: „Über der Kontemplation des lunaren Uhrwerks schlummerte Isaac ein“, heißt es, wenn der Held den Mond betrachtet, oder als im Frühling der Außenbereich einer Kneipe eröffnet: „Das Glock’ und Gockel hatte sein Inneres nach außen gekehrt.“
Und bei Beschreibungen der Stadtlandschaft kommt es zu solchen Höhepunkten der Metaphernkunst: New Crobuzon, „diese aus Gebein und Stein geträumte Stadt, eine Verschwörung von Industrie und Grausamkeit, getränkt mit Vergangenheit und isolierter Macht, diese Wüste, jenseits meiner Vorstellungskraft“. Oder: Im „Luftraum kriechen Aerostats von Wolke zu Wolke wie Schnecken auf Kohlköpfen.“
Selbst Wortneuschöpfungen gelingen so, dass man auf Anhieb weiß, was gemeint ist: „Wyrmen … die fassleibig auf ledrigen Schwingen am Himmel über New Crobuzon lumpazivagabundierten.“
So geht es weiter, die ganzen 850 Seiten lang, und je näher das Ende kommt, desto unwilliger wird man, diese Welt wieder zu verlassen. Schon bei der Übertragung von Robin Hobbs ersten Romanen war Eva Bauche-Eppers für den Erfolg mitverantwortlich, hier jedoch hat sie es geschafft, von mir zur Schutzheiligen aller Übersetzer erklärt zu werden.

Horst Illmer
warenkorb

Perdido Street Station
im Webshop oder via e-mail im Laden…

4. Oktober 2017 5 Stimmen

China Miéville PERDIDO STREET STATION. Ü: Eva Bauche-Eppers (PERDIDO STREET STATION / 2000) München, Heyne, 2014, 850 S. ISBN 978-3-453-31539-6   Mit diesem Roman wurde der englische Autor China Miéville im Jahr 2002 erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt. Das Buch war damals in zwei Bände aufgeteilt und dann lange nicht mehr lieferbar, inzwischen kann man weiterlesen…

Green and Clean?

18. September 2017 7 Stimmen

Marco Behringer
GREEN AND CLEAN?
Alternative Energiequellen in Science Fiction und Utopie.
Baden-Baden, Tectum, 2017, 279 S.
ISBN 978-3-8228-3929-8

 

Soeben erschienen ist GREEN AND CLEAN?, Marco Behringers Doktorarbeit zum Thema „Alternative Energiequellen in Science Fiction und Utopie“. Auf diese sehr vielversprechende literaturwissenschaftlich-ethnologische Untersuchung habe ich gewartet, seit ich wusste, dass sie im Entstehen ist.
Der Ansatz, sich gezielt mit dem Thema der utopischen Energiegewinnung und -verarbeitung in Zukunftsromanen zu beschäftigen ist topaktuell und berührt ein bisher von der Forschung vernachlässigtes Feld. Behringer geht dabei multiperspektivisch vor und untersucht Quellenmaterial aus den letzten zwei Jahrhunderten, wobei er nicht nur auf Prosatexte eingeht, sondern auch Comics und Filme hinzu zieht. Die Bandbreite reicht von Jules Verne und H. G. Wells über Buck Rogers- und Mosaik-Comics bis hin zu Andreas Eschbach und den Iron Man-Verfilmungen. Neben zu erwartenden Autoren wie Hans Dominik finden sich Überraschungen wie Alfred Döblin und Paul Gurk und erfreulich viele Quellen aus der DDR. Hier wurde nicht das Altbekannte wiedergekäut, sondern intensiv und kenntnisreich geforscht.
Bereits die ausführliche Beschäftigung mit dem ungeliebten Definitionsproblem im ersten Teil zeigt, dass ein Blick aus der kulturwissenschaftlichen und ethnologischen Perspektive die seit Jahren lahmende Germanistik mit neuen Ideen ein gutes Stück weiterbringen kann. Die Folgerungen die Behringer im Folgenden aus seinen Detailbetrachtungen gewinnt, scheinen schlüssig und bieten vielfache Anregungen für eine weitere Beschäftigung mit einem Thema, das trotz der vielen hier angeführten Beispiele noch jede Menge potenzielles Material bereithält.
Wie „grün“ und „sauber“ die Phantastische Literatur wirklich ist, steht auch nach der Lektüre dieser Arbeit noch nicht endgültig fest – aber das Thema mit GREEN AND CLEAN? in den Fokus gerückt zu haben, ist das unbestreitbare Verdienst von Marco Behringer.

Horst Illmer

warenkorb

Green and Clean?
im Webshop oder via e-mail im Laden…

18. September 2017 7 Stimmen

Marco Behringer GREEN AND CLEAN? Alternative Energiequellen in Science Fiction und Utopie. Baden-Baden, Tectum, 2017, 279 S. ISBN 978-3-8228-3929-8   Soeben erschienen ist GREEN AND CLEAN?, Marco Behringers Doktorarbeit zum Thema „Alternative Energiequellen in Science Fiction und Utopie“. Auf diese sehr vielversprechende literaturwissenschaftlich-ethnologische Untersuchung habe ich gewartet, seit ich wusste, dass sie im Entstehen ist. weiterlesen…

Herr aller Dinge

31. August 2017 6 Stimmen

Andreas Eschbach
HERR ALLER DINGE. Roman.
Köln, Bastei Lübbe, 2011, 688 S.
Gelesen von Matthias Koeberlin

ISBN 978-3-7857-2429-3 (Hardcover)
ISBN 978-3-404-16833-0 (Taschenbuch) 2013, 700 S.
ISBN 978-3-7857-4515-1 (Hörbuch)

 

Irgendwo in Tokio. Ein Garten mit einer Schaukel. Zwei Kinder, die trotz aller Unterschiede Freunde geworden sind. Der Junge, Hiroshi, ist der Sohn einer japanischen Putzfrau, das Mädchen, Charlotte, ist die Tochter des französischen Botschafters in Japan. Während sie gemeinsam schaukeln, träumen sie von der Zukunft – und während Charlotte, unsicher und zögernd, diese auf sich zukommen lassen will, hat Hiroshi ein Ziel: Er möchte alle Menschen reich machen.
Dreißig Jahre später. Charlotte sitzt in Buenos Aires in ihrem Garten und bekommt unerwarteten Besuch. Ein Beamter der US-Regierung bringt ihr einen Abschiedsbrief von Hiroshi und einen Dolch, wie ihn Japaner für ihren rituellen Selbstmord benutzen.

Zwischen diesen beiden Eckpunkten des Romans erzählt Andreas Eschbach eine ausgefallene, ausgefeilte und außergewöhnliche Geschichte über die (Un-)Möglichkeit eine Vision zu verwirklichen: die Vision einer utopischen Welt, in der alle Menschen gleich sind.
Hiroshi ist ein Genie und was er sich in den Kopf gesetzt hat, erreicht er auch. Als er allerdings sein letztes – oder besser, sein erstes – Ziel in Reichweite sieht, muss auch er sich fragen (so wie alle Utopien frag-würdig sind), ob er der Menschheit seine Sicht der „Dinge“ – über die er inzwischen der „Herr“ ist – aufzwängen darf.
Seine Entscheidung wird nicht zuletzt durch die komplexe und komplizierte Beziehung zu Charlotte bestimmt, die als Zeugin seiner ersten Eingebung dabei war und als, nicht ganz so geheimes, Objekt seiner Begierde immer wieder Einfluss auf seine Arbeit hat. Am Ende bleibt ihm nur noch die Wahl, ob er ein Monster wird oder ob er der Hiroshi bleibt, den Charlotte einst liebte?

Wenn wir Charlotte am Ende des Buches verlassen, überlegt sie, mit einem traurigen Lächeln, ob sie diese unglaubliche Geschichte nicht vielleicht aufschreiben sollte …

Ich habe diesen Roman einige Jahre liegen gelassen – ohne dafür einen wirklichen Grund zu haben – und bin erst jetzt, durch einen glücklichen Zufall, dazu gekommen, das Hörbuch zu genießen. Und nicht nur, dass es ein echter Genuss war, nein, ich habe mich auch ein wenig geärgert, dass mir ausgerechnet dieser tolle Science-Fiction-Titel solange entgangen ist. Andreas Eschbach hat mich noch nie enttäuscht, aber einige seiner Bücher haben mich echt begeistert – und andere fand ich „nur“ gut. HERR ALLER DINGE gehört in die erste Kategorie.

Horst Illmer

warenkorb

Herr aller Dinge
im Webshop oder via e-mail im Laden…

31. August 2017 6 Stimmen

Andreas Eschbach HERR ALLER DINGE. Roman. Köln, Bastei Lübbe, 2011, 688 S. Gelesen von Matthias Koeberlin ISBN 978-3-7857-2429-3 (Hardcover) ISBN 978-3-404-16833-0 (Taschenbuch) 2013, 700 S. ISBN 978-3-7857-4515-1 (Hörbuch)   Irgendwo in Tokio. Ein Garten mit einer Schaukel. Zwei Kinder, die trotz aller Unterschiede Freunde geworden sind. Der Junge, Hiroshi, ist der Sohn einer japanischen Putzfrau, weiterlesen…

Am Ende aller Zeiten

10. August 2017 8 Stimmen

Am Ende aller Zeiten
(The End of the World Running Club)
Walker, Adrian J.
Fischer TOR PB August 2016 / Fischer TOR TB 21.09.2017

Ich liebe Endzeitszenarien und Werke wie „Leben ohne Ende“ und „Die Triffids“ zählen – auf sehr unterschiedliche Weise – für mich zu den besten Werken der SF … aller Zeiten.

Es ist also nicht ganz einfach, mich zu überraschen oder mich wirklich zu begeistern. Zu viele gute Ideen – die wirklich den Rahmen einer Rezi sprengen würden – habe ich bereits gelesen. Der letzte Autor, der mich wirklich überrascht und gepackt hat, war Dmitry Glukhovsky mit seinem Metro 2033. Nicht, weil er das Rad neu erfunden hat, sondern weil er einfach spannend erzählt hat. Der Aspekt einer extrem begrenzten Welt ist brilliant umgesetzt unterstützt von einem Protagonisten, der die große weite Welt – unsere Welt – nicht mehr erlebt hat und die Tunnel der Metro von Moskau als Welt betrachtet.

Der Brite Adrian J. Walker hat es jetzt wieder geschafft mich zu überraschen und … zu begeistern. „Am Ende aller Zeiten“ ist eine skurrile Mischung. Viele Ideen und Aspekte sind nicht wirklich neu und der Autor bedient sich auch bewusst aus einem Pool bekannter Szenarien. Der versierte Leser bewegt sich also in bekanntem Territorium, was auschweifende Erklärungen und Beschreibungen unnötig macht. Die vordergründige Handlung ist deshalb auch schnell umrissen. Die beschwerliche Reise durch ein postapokalyptisches England – mit Begegnungen und Szenarien aus dem kleinen Leitfaden für den postapokalyptischen Autor.

Ihr merkt schon, da muss noch was kommen. Was das Buch in Wirklichkeit ausmacht ist nicht die äußere Handlung, sondern die ganz persönliche Sicht des Edgar Hill. Sein Weg zu sich selbst. Sein Pilgerweg – 550 Meilen quer durch England. Auf der Suche nach sich selbst und seiner Familie.

Adrian J. Walker hat sich mit diesem Roman in Gefielde begeben, die von Vorlagen, Klassikern und massenweise bekannten Bildern und Szenarien nur so strotzen. Das geniale daran ist, dass er es auf so unbedarfte und selbstsichere Art und Weise tut. Als gäbe es diesen Ballast überhaupt nicht. Walker schreibt in seiner ganz eigenen Art, die jeden Vergleich mit vergangenen Werken unnötig macht. Deswegen ist „Am Ende aller Zeiten“ vielleicht nicht das beste Buch … aller Zeiten, aber eine sensationell aktuelle und zeitgemäße Umsetzung eines der klassischen Themen der phantastischen Literatur.

warenkorb

Am Ende aller Zeiten
PB im Webshop oder via e-mail im Laden…
TB im Webshop oder via e-mail im Laden vorbestellen

10. August 2017 8 Stimmen

Am Ende aller Zeiten (The End of the World Running Club) Walker, Adrian J. Fischer TOR PB August 2016 / Fischer TOR TB 21.09.2017 Ich liebe Endzeitszenarien und Werke wie „Leben ohne Ende“ und „Die Triffids“ zählen – auf sehr unterschiedliche Weise – für mich zu den besten Werken der SF … aller Zeiten. Es weiterlesen…

Koryphäen

7. Juli 2017 6 Stimmen

Gudrun Büchler
KORYPHÄEN. Roman.
Wien, Septime, 2017, 185 S.
ISBN 978-3-902711-60-1

Dass der magische Realismus nicht nur in den tropischen Breiten Südamerikas zuhause ist, sondern auch in der eher kühlen und von der Eiszeit geformten Bergwelt Österreichs, mag überraschen, macht das von Gudrun Büchler entworfene Near-Future-Szenario in ihrem Anfang des Jahres erschienen Roman KORYPHÄEN (Septime, ISBN 978-3-902711-60-1, Hardcover) aber umso interessanter. Vor allem, weil man fast die gesamten 180 Seiten der Geschichte hindurch auf der Suche ist, nach den festen Bezugspunkten und den klaren Fakten, die man von einem deutschsprachigen Roman erst einmal erwartet. Diese Lesererwartungen gerade nicht zu bedienen, dafür durch a-synchrones Erzählen und stimmungsvolles Setting die Spannung gleichzeitig hoch zu halten und dabei auch noch, so ganz still und heimlich, eine bedenkenswerte Science-Fiction-Idee unters Volk zu bringen, gehört zu den großen Leistungen der 1967 in Mödling bei Wien geborenen Autorin.
Es wäre unfair, diese gelungene Stil-Komposition durch schlichtes Nacherzählen des Plots zu unterlaufen, deshalb an dieser Stelle nur so viel wie man dem Klappentext sowieso entnehmen kann: Zwei Männer, Hausman und Curt, bilden die zwei Pole in einem globalen Wettlauf um die IT- und DNA-Profile der ganzen Menschheit – und obwohl Großkonzerne und Geheimdienste auf der einen Seite weder Kosten noch Mühen scheuen, damit Curt für sie die „Schäfchen ins Trockene bringt“, hat die andere Seite in Hausman und seinen körperlosen Verbündeten eine sehr entschlossene Truppe, die den Widerstand noch lange nicht aufgibt.
Büchlers Roman fordert von seinen Lesern einen langen Atem und einen großen Vertrauensvorschuss, wer sich jedoch darauf einlässt, wird mit einer der außergewöhnlichsten phantastischen Erzählungen der letzten Jahre belohnt.

Horst Illmer
warenkorb

Koryphäen
im Webshop oder via e-mail im Laden…

7. Juli 2017 6 Stimmen

Gudrun Büchler KORYPHÄEN. Roman. Wien, Septime, 2017, 185 S. ISBN 978-3-902711-60-1 Dass der magische Realismus nicht nur in den tropischen Breiten Südamerikas zuhause ist, sondern auch in der eher kühlen und von der Eiszeit geformten Bergwelt Österreichs, mag überraschen, macht das von Gudrun Büchler entworfene Near-Future-Szenario in ihrem Anfang des Jahres erschienen Roman KORYPHÄEN (Septime, weiterlesen…

PPM Auslieferung KW 27

5. Juli 2017   noch keine Stimmen

Salleck
CAUVIN/LAMBIL: DIE BLAUEN BOYS #43 FREIE HAND € 11,00
VANDERSTEEN: SUSKE & WISKE #14 DER ZIRKUSBARON € 11,00

Bocola
CASEY RUGGLES #2 GEFÄHRLICHE ABENTEUER IN KALIFORNIEN € 19,90

Cross Cult
NAGATA, LINDA: THE RED #3 FUNKSTILLE € 16,00
BENNET, CHRISTOPHER, L.: STAR TREK RISE OF THE FEDERATION #2 TURM ZU BABEL € 15,00

5. Juli 2017   noch keine Stimmen

Salleck CAUVIN/LAMBIL: DIE BLAUEN BOYS #43 FREIE HAND € 11,00 VANDERSTEEN: SUSKE & WISKE #14 DER ZIRKUSBARON € 11,00 Bocola CASEY RUGGLES #2 GEFÄHRLICHE ABENTEUER IN KALIFORNIEN € 19,90 Cross Cult NAGATA, LINDA: THE RED #3 FUNKSTILLE € 16,00 BENNET, CHRISTOPHER, L.: STAR TREK RISE OF THE FEDERATION #2 TURM ZU BABEL € 15,00

Die Republik der Frauen

30. Mai 2017 9 Stimmen

Gioconda Belli
DIE REPUBLIK DER FRAUEN. Roman.
Aus dem nicaraguanischen Spanisch von Lutz Kliche
(El pais de las mujeres / 2010)
München, Droemer, 2015, 304 S.
ISBN 978-3-426-30411-2

Na endlich! Nach all den griesgrämigen, typisch männlich-klagend vorgetragenen Weltuntergangsprophezeiungen, den trauerklößigen Beschreibungen einer zukünftigen Gesellschaft, in der wir alle nur noch Zahlen, Nummern und virtuelle Idiotinnen wären, gibt es zu guter Letzt wieder Hoffnung!
Gioconda Belli, nicaraguanische Sandinista und feministische Schriftstellerin der Extraklasse, hat eine Utopie vorgelegt, die allen Ansprüchen genügt, die man an ein solches Unterfangen stellen kann: Es gibt einen isolierten Lebensraum, eine politische Elite, ein Programm, dessen Umsetzung einen neuen Menschen und eine neue Gesellschaftsform hervorgebracht hat – und eine Erzählung, die uns dies alles mit atemloser Spannung nachzuvollziehen hilft.
Die Handlung spielt in dem – mehr oder weniger – fiktiven lateinamerikanischen Land Faguas, in dem seit kurzem die nur aus Frauen bestehende »Partei der Erotischen Linken« regiert, deren »demokratische Erneuerung« zuallererst ausschließlich Frauen in alle wichtigen Positionen befördert hat. Nachdem ein Attentäter die Präsidentin Viviana Sansón niedergeschossen hat, erlebt Faguas eine kurze, chaotische Zeit der Ungewissheit – eine Zeit, in der die Umstände rekapituliert werden können, die zum lange fälligen »Sieg« der Frauen führten.
Belli zeigt die Entwicklung und Ausführung ihres utopischen Gesellschaftsentwurfs in geschickt aufgeteilten Rückblenden und Erinnerungen sowohl der komatösen Präsidentin wie ihrer Weggefährtinnen, während gleichzeitig die Fahndung nach dem Attentäter und seinen Hintermännern und die Klärung der politischen Fragen, die dieses Attentat aufwirft, die Handlung vorantreiben. Dabei zeichnet die Autorin aus »Historischen Dokumenten«, E-Mails, Blog-Einträgen, Leitartikeln und Interviews mit dem »einfachen Mann aus dem Volke« einen buntgefärbten Hintergrund auf, der die Aktionen und Reaktionen ihrer Heldinnen logisch und glaubwürdig wirken lässt.
Dass die Frauen in Bellis »Die Republik der Frauen« nicht alleine stehen mit ihrer Begeisterung für diese »neue« Gesellschaftsform, sondern dass auch einige (und gar nicht so wenige) Männer Gefallen an dieser so völlig anderen Art von Politik finden – das macht den besonderen Reiz dieser außerordentlichen Utopie aus.

Horst Illmer
warenkorb

Die Republik der Frauen
im Webshop oder via e-mail im Laden…

30. Mai 2017 9 Stimmen

Gioconda Belli DIE REPUBLIK DER FRAUEN. Roman. Aus dem nicaraguanischen Spanisch von Lutz Kliche (El pais de las mujeres / 2010) München, Droemer, 2015, 304 S. ISBN 978-3-426-30411-2 Na endlich! Nach all den griesgrämigen, typisch männlich-klagend vorgetragenen Weltuntergangsprophezeiungen, den trauerklößigen Beschreibungen einer zukünftigen Gesellschaft, in der wir alle nur noch Zahlen, Nummern und virtuelle Idiotinnen weiterlesen…

  • Neuheiten-Ticker

  • Aktuelle Themen im Forum

  • Aktuelle Antworten im Forum

  • Seiten