Steampunk

Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: letal

3. März 2017 8 Stimmen

Nach diesem überaus positiven Einstieg in den ersten Prospektmarathon folgt die Ernüchteung auf dem Fuß. Was Heyne, Piper, Blanvalet, Goldmann, Bastei Lübbe und wie sie sonst noch alle heißen, da so auffährt treibt einem die Tränen in die Augen. Um nicht völlig der Verzweiflung anheim zu fallen, bleibt mir nichts anderes übrig, als die wenigen verbliebenen Highlights aus den Programmen der Großen Alten hervorzuheben. Über den kläglichen Rest breiten wir den barmherzigen Mantel der Verschwiegenheit. Zumindest im Detail und soweit ich mich beherrschen kann.

Peter V. Brett

Heyne ruht sich auf Lorbeeren aus, die schon seit Jahren völlig verdorrt sind…
Das Science Fiction Programm ist noch lächerlicher, peinlicher und minimalistischer als im letzten Jahr. Von „die Zukunft“ will ich gar nichts mehr wissen. Einziges Highlight im Sektor Phantastik stellt ein Fantasy Titel dar, auf den ich mich nicht nur persönlich freue, sondern auch aus kaufmännischer Sicht…
Immerhin warten eine ganze Menge von Lesern darauf, wie Peter V. Brett seinen epischen Krieg gegen die dämonischen Mächte zu Ende bringt. Der Abschlussband des DämonenkriegQuintetts erscheint im September unter dem Titel „Das Leuchten der Magie„. Bei 950 Seiten muss man auch nicht die Befürchtung hegen, es fällt den Herren wieder ein, das letzte Buch gewinnoptimiert zu teilen…

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3. März 2017 8 Stimmen

Nach diesem überaus positiven Einstieg in den ersten Prospektmarathon folgt die Ernüchteung auf dem Fuß. Was Heyne, Piper, Blanvalet, Goldmann, Bastei Lübbe und wie sie sonst noch alle heißen, da so auffährt treibt einem die Tränen in die Augen. Um nicht völlig der Verzweiflung anheim zu fallen, bleibt mir nichts anderes übrig, als die wenigen weiterlesen…

Der Prospektmarathon 2017 – Diagnose: positiv

2. März 2017 6 Stimmen

Gehen wir das Ganze mal etwas anders an. Nicht erst ans Meckern denken. Nicht in alte Muster verfallen. Die guten Ideen und Vorsätze aus dem letzten Jahr – fokusiert durch meinen Besuch auf der Dreieich Con – nicht nur mitnehmen, sondern in den Vordergrund stellen…

Es gibt einige neue Lichter am Firmament. TOR, Mantikore, Cross CultKnaur mischt auch wieder mit… Einfach darüber freuen und alte Gewohnheiten abstreifen. Stell die Neuen vor die Alten. Vielleicht gibt es da noch die ein oder andere Öse, die man verfehlt aber bestimmt auch eine ganze Menge positiver Überraschungen. Also alte Reihenfolge verkehrt. Heyne und Konsorten ans Ende gestellt und die kleineren schön nach vorne gerutscht. Neue Wege…

Neben den Neuen Großen, gibt es auch noch eine Vielzahl netter, kleiner, ambitionierter Verlage. War das nicht alleroberste Priorität, eben mit denen in Kontakt zu treten? Sollte es auch bleiben. Ist vielleicht gerade am Anfang ein bisschen arbeitsintensiv, aber auf jeden Fall mal eine Abwechslung und andere Perspektive. Also wird hierfür auf jeden Fall Platz Nummer eins in der Reihenfolge vergeben…

Herbert W Franke

Die Erwartung ist zäher als der Anfang…
Recherche, Kontaktaufnahme, texten, suchen, fragen und meistens auch Antworten bekommen. Manchmal schneller, manchmal weniger schnell. Neue Wege zu beschreiten ist immer etwas aufwendiger. Mit kleinen Verlagen zu komunizieren und bei ihnen zu bestellen natürlich auch. Die Margen sind auch knapper. Also kommerziell auf jeden Fall unerfreulich.
ABER.
Diversität abseits des Mainstream hat unseren Laden immer mit ausgemacht. Wir sind doch selbst eine vom Aussterben bedrohte Spezies, die sich in einer Trophieebene behaupten muss, in der amorphe Neuzeitgiganten die vorhandene Vielfalt durch Überweidung längst zerstört haben.
Deshalb also.
Kein Gejammer. Frisch ans Werk und einen Anfang machen. Im Prinzip macht das Spaß, ist eine willkommene Abwechslung zu getrampelten Pfaden und auf jeden Fall ein guter Weg…
…und wie sich auch schnell herausstellt, gar nicht so schwierig und mit mehr Erfolg beschieden, als mit Ärgernissen gespickt. Als schönstes Beispiel möchte ich euch hier die ambitionierte Werksausgabe eines der bedeutendsten deutschsprachigen SF Autoren der Gegenwart vorstellen. Beim netten kleinen p.machinery Verlag in der Reihe Andro-SF versteckt sich die auf 30 Bände angelegte Reihe der Herbert W. Franke Werksausgabe seines literarischen SF-Schaffens. Bisher sind die Bände 1-6 erschienen. Jeweils in einer erschwinglichen Taschenbuch- und einer sehr hübschen und auch nicht teuren Hardcover-Ausgabe. Die wunderbar gestalteten Titelbilder stammen vom ebenfalls vielfach ausgezeichneten Grafiker Thomas Franke.

Wunderbare Ausgabe für Fans, Sammler und Liebhaber schöner Bücher. Ich freue mich, dass die Ausgabe das erste sichtbare Ergebnis in der Kategorie Novis gezeigt hat…

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2. März 2017 6 Stimmen

Gehen wir das Ganze mal etwas anders an. Nicht erst ans Meckern denken. Nicht in alte Muster verfallen. Die guten Ideen und Vorsätze aus dem letzten Jahr – fokusiert durch meinen Besuch auf der Dreieich Con – nicht nur mitnehmen, sondern in den Vordergrund stellen… Es gibt einige neue Lichter am Firmament. TOR, Mantikore, Cross weiterlesen…

Wunschzettel – Bücher vom Weihnachtsmann

5. Dezember 2016 10 Stimmen

Zu meinen Buchtipps gilt natürlich der gleiche Hinweis, wie bei den Spielen. Um weitere Tipps und Rezis zu lesen ist es das Einfachste, unter den Rubriken der jeweiligen Autoren zu suchen. Bei Hermkes Tips findet ihr jede Menge Klassiker. In Horsts Bibliothek gibt es viel zu stöbern für Freunde des Besonderen und jede Menge Infos zu aktuellen Erscheinungen. Oli L. versorgt euch nicht nur mit Infos zu Superhelden Klassikern, in seiner Bücherecke teilt er auch seine profunde Kenntnis zu phantastischen Romanen. Außerdem gibt natürlich auch hier die Rubrik Tops und Flops Auskunft über ähnliche Listen vergangener Jahre.

Den Anfang bei den diesjährigen Buchtipps zum Fest machen Klassiker. Nach langer Zeit endlich wieder aufgelegte Highlights…

uebungseffekt

Witzige Science Fantasy aus den 80ern – Der Übungseffekt

Zuerst mal war ich überrascht, diesen Roman von David Brin nicht in der Rubrik Hermkes Tips finden zu können. Hermke hat das Buch sehr oft empfohlen und auch unsere antiquarischen Verkaufszahlen waren sehr hoch, obwohl „Der Übungseffekt“ wirklich selten geworden war.

Brin kennt man in erster Linie durch sein Uplift Universum. Spannungsgeladene, ernsthafte Science Fiction in einem Universum voll genetisch manipulierter, gelifteter Rassen, die in Intrigen und Kriege um die Vorherrschaft verstrickt sind. Ein Teil der insgesamt sechs Romane ist auch lieferbar.

Ganz anders sein Einzelband „Der Übungseffekt„. Hier hat sich David Brin eher der humoresken SF zugewandt. Der Held seiner Geschichte, ein Physikstudent, landet, direkt aus dem Hörsaal, mit Hilfe zievatronischer Technik auf einer fremden Welt – mit völlig anderen Naturgesetzen. Insbesondere des Übungseffektes, der für den wissenschaftlich Geschulten anfangs schwer zu begreifen ist. In dieser Welt werden Gegenstände durch Gebrauch verbessert, nicht wie wir es kennen abgenutzt.

Aus dieser Grundidee strickt Brin ein witziges Fantasy / SF Abenteuer. Easy zu lesen und sicher nicht anspruchsvoll aber einfach unheimlich unterhaltsam. Schön, dass es das wieder gibt.

Der Übungseffekt von David Brin verlegt bei Heyne für  € 9,99

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5. Dezember 2016 10 Stimmen

Zu meinen Buchtipps gilt natürlich der gleiche Hinweis, wie bei den Spielen. Um weitere Tipps und Rezis zu lesen ist es das Einfachste, unter den Rubriken der jeweiligen Autoren zu suchen. Bei Hermkes Tips findet ihr jede Menge Klassiker. In Horsts Bibliothek gibt es viel zu stöbern für Freunde des Besonderen und jede Menge Infos weiterlesen…

Verlagsprospekte 2016, die Erste

19. Februar 2016   noch keine Stimmen

Ja, der Gerd. Kaum ist es mal wieder an der Zeit, sich durch die Verlagsprospekte zu wühlen, ist er griesgrämig und zum stänkern aufgelegt. Ja, ich habs mal wieder auf den letzten Drücker angegangen, aber ihr wisst ja: Weihnachtszeit, dann Urlaube, dann schon die ersten Veranstaltungen planen… so richtig Zeit ist da einfach nicht. Umso erfreulicher, dass ich bei Klett Cotta, was ich mir zuerst zur Brust genommen habe, ein Licht am Ende des Tunnels sehe ;-).

KöniginimExil

Positiver als erwartet…
läuft der Einstieg in den ersten Bestell-Marathon 2016… Immerhin ist ein neuer Kevin Hearne dabei. Die Chroniken des Eisernen Druiden gehen also schnell weiter. Außerdem gibt es ein nette kleine Edition mit hübsch aufgemachten Tolkien Geschichten und Märchen. Klett Cotta ist halt in erster Linie der Tolkien Verlag und da bin ich um hübsche Bändchen im Geschenkformat gar nicht so böse… Wirklich nett gemacht. Dann kommt jetzt bald im Paperback – auch bei Hobbit Presse – direkt, Tad Williams erster Bobby Dollar und der erste Band der Rabenschatten Trilogie von Anthony Ryan. .

Wüstenplanet

Aber dann kommt gleich der Hammer…
Noch im Kopf, wie ich mich beim letzten mal über die Blausteinkriege, die „das deutsche Game of Thrones“ wären, lustig gemacht habe? Da wurden die Orgels mit der creme de la creme aktueller Fantasyautoren gleichgestellt und ihr neues Werk mit dem aktuell wohl eindeutig bestverkauftem Fantasyspektakel. Nichts gegen die Brüder, aber sowas ist einfach platt und dumm. Müssen es immer die die stereotypen Vergleiche sein, die den Herrschaften vom Marketing einfallen? Früher gabs Frau MZB und Herrn JRR Tolkien, jetzt ist es halt GRRM. Mehr kennen die halt nicht, weil mehr nicht in den Bestseller-fixierten Köpfen auftaucht. Deswegen haben wir jetzt auch gleich „die deutsche Antwort auf George R.R. Martin“: Herr Tom Grimm. Kinder, ich lese beileibe nicht JEDES Buch, aber schon ganz schön viel. Und kennen tu ich auch so Manches, aber über den Namen bin ich NOCH NIE gestolpert. Das heißt ja nicht, dass das Buch nicht gut sein kann, aber BITTE, was soll der SCHEISS? Ich bin ja eigentlich sogar recht sauer auf George R.R., aber muss man jeden §%&**#newb mit einem der Altmeister vergleichen? Vielleicht ist ANTWORT doch ein wenig plakativ gewählt? FERNES ECHO wäre vielleicht passender, oder LEISES RAUSCHEN? Und übrigens, wenn ihr schon sonst nix im Programm habt, was zieht, als diesen Namen – und ihr jetzt auch noch die Hardcoverausgabe von GRRM zum Zugpferd macht – dann schreibt wenigstens keine Unwahrheiten. ZUM ERSTEN MAL ALS UNGETEILTE AUSGABE ist halt einfach mal falsch. Ihr könnt ja mal nachschauen, was die liebevoll gestaltete und von Anfang an ungeteilte Ausgabe von FanPro so im Netz bringt… Die waren das übrigens auch, die seinen Stellenwert lang vor eurer Zeitrechnung schon begriffen hatten… Kurz zur Erinnerung: FanPro (1983-2012) hat schon 1986 Armageddon Rock verlegt, übrigens brilliant übersetzt vom visionären Verleger Werner Fuch. Außerdem unter anderem Die Flamme erlischt, Sturm über Windhaven und Fiebertraum. Penhaligon (2008-heute) 2016 gibts dann die vollständig überarbeitet Neuauflage von Die Flamme erlischt. Da hab ich fast ein wenig Angst, denn auch das war super von Hernn Fuchs ins Deutsche übertragen. Zum kleinen Trost steht er trotz überarbeiteter Ausgabe dort immer noch als Übersetzter. Da kann man wenigstens hoffen, dass er noch ein paar Kröten für sich abzwacken konnte und dass das Ganze auch nicht zu einem Debakel wird, wie Herrn Kreges unglückliche Verbesserung zum Herrn der Ringe oder die wie Sauerbier angepriesene Neuübersetzung der Pratchett-Klassiker…

NICHTS

Und dann folgen viele Enttäuschungen…
Was am besten beschreibt, wie ich mich am Ende der Einpflege der neuen Verlagsprogramme in unsere Datenbank fühle, ist NICHTS. Denn das ist das Gefühl, das sich nach vielen Tagen Prospekte eingeben einstellt. Das Gefühl, fast NICHTS vorweisen zu können. Meine Bestellformulare waren noch nie so leer, wie nach diesem Verlagsprogramm. Irgendwie weiß ich nicht so recht, was ich euch diesmal anpreisen soll, bzw auf welche Titel ich mich selbst so richtig freue. Schön ist, dass von dieser Schwindsucht auch ungeliebte Randbereiche betroffen sind, die uns eh mehr Verwaltungsaufwand beschert haben, als Umsatz – geschweige denn Gewinn. Traurig aber ist, dass es außer ein paar „Vielleichts“ und „Könnte“ kaum ein Buch gibt, dass mich schon im Vorfeld wirklich begeistert. Klar zwei drei wichtige Fortsetzungen, zwei drei Hoffnungsschimmer aber insgesamt einfach viel zu wenig und dann noch aufgewärmter Käse, lieblos angerichtet. Da fehlt mir der Appetit.

Metro 2035

Heyne scheint nicht ganz verloren…
…oder auch der letzte Prospekt schließt einen versöhnlichen Bogen zum positiven Beginn.
Nachdem ich mich durch fast einen Meter Papier gewühlt habe und dabei immer genervter geworden bin, hatte ich bei meinem letzten Prospekt eigentlich blanken Ärger erwartet. Ihr erinnert euch noch an mein Pamphlet vom letzten Jahr? Da hab ich viel auf Piper und Kleinverlage gesetzt. Leider ist da entweder Sand im Getriebe oder die Luft schon wieder raus. Dafür hat mein letztjähriger „Feind“ Heyne ein ganz respektables Programm auf die Beine gestellt. Zumindest im SF Bereich gibts ein paar ganz nette Titel und nicht nur Drittvermarktungen und Belangloses…
Wirklich erwartete Fortsetzungen – Ja, ich freu mich auf den nächsten Band aus dem Expanse Universum von James Corey und ja, auch auf Metro 2035 von Herrn Glukhovsky bin ich echt gespannt.
Mutige Ausgaben neuer Autoren – Und wenn man dann erstmal ein paar „Freufreu“ Titel gefunden hat, liest sich auch der Rest viel angenehmer und positiver. Ja, ich denke auch, dass es einfach noch okay ist, von einem kommenden großen SF Debut zu schreiben. Das nett präsentiert und gut verpackt, Lust aufs lesen macht. „Unsterblich“ von Jens Lubbadeh wirkt zumindest im Prospekt echt stimmig und so, als könnte man sich darauf freuen. Man ist dann einfach gnädiger und kann schon mal darüber hinwegsehen, dass Herr Corey mit dem peinlichen Zitat beworben wird: „James Coreys Saga ist das Game of Thrones der Science-Fiction!“ (NPR Books).
Schöne Werksausgaben – Irgendwie haben die das jetzt auch geschnallt, mit den Klassikern und der einheitlichen Aufmachung. Ich kauf einfach gerne die aktuelle Ausgabe der Heinlein oder Asimov Bände. Weil sie stimmig und hübsch sind. Hoffentlich wird sowas auch gepflegt und nicht allzu früh wieder Lückenhaft…
Sogar die Sammelbände sind sinnig – Dass die Metro Reihe auch außerhalb der (mittlerweile) drei Bände noch gut zu lesen ist, schlägt sich verkaufstechnisch leider nicht ganz so nieder. Sinnvoll, dass die echt coolen St. Petersburg Bände jetzt im erschwinglichen Sammelband rauskommen. Auch Scalzis Krieg der Klone ist für knapp 15 Euronen wirklich wertiges Lesefutter…

Warum auch immer, vielleicht hat ja doch mal irgendwer irgendwas verstanden (oder einfach nur mein Genöle im letzten Jahr gelesen 😉 ) – in jedem Fall ist das Programm, das uns Heyne dieses Halbjahr vorlegt, ein Hoffnungsschimmer. Kein Vergleich mit dem letzten und fast schon wieder wirklich gut. (Jaja, könnt ihr jetzt ruhig auch lesen 🙂 )

Euer Gerd

19. Februar 2016   noch keine Stimmen

Ja, der Gerd. Kaum ist es mal wieder an der Zeit, sich durch die Verlagsprospekte zu wühlen, ist er griesgrämig und zum stänkern aufgelegt. Ja, ich habs mal wieder auf den letzten Drücker angegangen, aber ihr wisst ja: Weihnachtszeit, dann Urlaube, dann schon die ersten Veranstaltungen planen… so richtig Zeit ist da einfach nicht. Umso weiterlesen…

Neuheiten Bestellung 2/2015 Schluss mit Lustig…

28. Juli 2015   noch keine Stimmen

Jepp, es ist wieder soweit. Ich sitze wochenlang hinten im Büro und koche vor mich hin. Über mir eine dunkle, dichte Cumulonimbus, aus der sich in kurzen Abständen bläuliche Funken entladen. Es wird einfach nicht besser. Die Halbjahresbestellungen sind nicht nur sehr viel unübersichtlicher und damit zeitintensiver, als zu Zeiten ordentlicher Reihen in den Verlagshäusern, sondern auch noch, durch die schwindsüchtige Auswahl, frustrierend und wenig Gutes verheißend.

KöniginimExil

Die Zukunft…
liegt vor uns, das ist mal sicher. Aber ich bin mir nicht sicher, was die Zukunft mit dem Heyne Verlag zu tun hat. Okay, vielleicht ist meine Denkweise ein wenig gestrig, auch wenn ich immer eher technikaffin und interessiert an Neuem bin? Vielleicht ist es auch mein eigenes kleines Paradoxon, dass ich als Buchhändler für Phantastik und bekennender Science-Fiction-Fan das gedruckte Buch als etwas ganz Besonderes und durch nichts zu Ersetzendes erachte. Klar waren Reader schon immer fester Bestandteil zukünftiger Welten. Zum ersten mal ist es mir in den frühen Neunzigern bei Deep Space Nine massiv aufgefallen. Ebook Reader waren über alle Staffeln präsent. Eine eindeutige Ansage, gerade in einer (Star Trek) Serie, in der in vielerlei Hinsicht mit Autoren, Literatur und dem Genre SF gespielt wird. Der Sohn des Hauptcharakters, Jake Sisko, findet seine Berufung nicht in den Fußstapfen seines Vaters, in der Star Fleet, sondern als Autor. Durch die Doppelrolle von Avery Brooks als Benjamin Sisko (Kommandant der Station DS9) und gleichzeitig als Benny Russell (Science-Fiction-Autor auf der Erde der  1950er Jahre), stellt sich die immanente Frage, ob die komplette Welt nicht nur das Hirngespinst des Autors sein könnte…

engelchenWeit abgeschweift!

teufelchen…aber in einem Bogen zurückgekehrt: Trotz dieser Präsenz von ebook Readern, stellen antike Gegenstände wie gedruckte Bücher, selbst in dieser cleanen Zukunftsversion einen mystischen Wert dar, der mit nichts zu vergleichen ist (außer vielleicht einem von Buck Bokai signierten Baseball)

engelchenGerd, nicht noch weiter abschweifen!

teufelchen…aber ich hab keine Lust, an die Kataloge zu gehen, außerdem bin ich genervt!

engelchenVon was denn?

teufelchen… Heyne, bzw Random House Verlagspolitik.

engelchen?

Tja, die Seite, DieZukunft ist ein echt gut gemachtes Portal für Fans der Phantastik und insbesondere der Science Fiction. Haben die gemacht. Ist toll. Haben dafür sogar einen Preis eingeheimst. Hab ich drüber geschrieben.
Außerdem gibts jetzt jede Menge Science Fiction Klassiker als ebook. Hab ich auch schon drüber geschrieben. Ist echt toll. Da wird sich gekümmert. Um die Fans. Und um den Profit. Und zwar den eigenen. Klar ist das normal, in unserer kapitalistischen Welt. Jeder versucht sich eine möglichst große Scheibe vom Kuchen abzuschneiden. Egal auf wessen Kosten und egal mit welchen Mitteln. DieZukunft ist, ohne Groll, super gemacht. Ist Amazon auch. Es ist schön, dass es viele Klassiker wieder zu kaufen gibt. Es ist auch schön, dass finanziell unattraktive Serien immerhin als ebook weiterveröffentlicht werden. Ich vermute aber System hinter all diesen Details, die sich erstmal nett anhören…
Heyne war immer der Vorzeigeverlag für Science Fiction. Innovativ und beständig zugleich. Unter den Fittichen des langjährigen Alleinverantwortlichen Wolfgang Jeschke, konnte die 06er Reihe, die Reihe für Science Fiction und Fantasy, wachsen und gedeihen. Weitestgehend ohne die Intervention auf kurzfristige Gewinnoptimierung getrimmter BWLer. Deshalb war die 06er Reihe auch das Maß der Dinge. Lange Lieferfähigkeiten, also weit über das jetzige Kurzverfallsdatum von zwei, drei Jahren hinaus, als Basis für ein umfassendes Verlagsprogramm und eine nachhaltige Dominanz, gepaart mit einem guten Händchen für die Auswahl neuer Autoren, haben den Heyne Verlag zum unangefochtenen Marktführer in Sachen Science Fiction und Phantastik in Deutschland gemacht. Gleichzeitig wurde durch diesen Umgang mit dem Genre die Wertschätzung insgesamt erhöht und gefördert. Beispielfunktion weit über den eigenen Verlag hinaus, in andere Verlagshäuser, aber auch ins Bewusstsein der Menschen. Dass heute SF (wieder) einigermaßen salonfähig ist und sich eindeutig phantastische Titel in die Feulletons verirren, tatsächlich als Literatur behandelt werden und natürlich auch die Bestsellerlisten stürmen ist sicher zum Teil mit darauf zurückzuführen.
Leider sind diese Zeiten fast schon mutwillig zerschlagen worden. Mit der Übernahme durch die Random House Gruppe (Mehrheitlich Bertelsmann!), dem mit insgesamt mehr als einem Viertel der Weltproduktion bei weitem größten Fisch im globalen Buchmarkt, weht heute natürlich ein ganz anderer Wind. Gesch… auf die Verantwortung eines Produzenten von etwas, dass in weiten Teilen der Welt als Kulturgut betrachtet wird. Literatur als reines Konsumprodukt mit Gewinnoptimierung und Vereinheitlichung. Da liegt die Vermutung nahe, dass der beschrittene Weg, die Comunity der SF Fans nicht nur mit einem, zugegebenermaßen tollen, umfassenden und kostenlosen Portal zu beglücken, vielleicht doch weniger altruistischer Motivation entspringt, als anzunehmen wäre. Als kleiner Hinweis sei erwähnt, dass der Heyne Verlag, also eben jener gewaltige Moloch, genannt „Random House“ auf dieser Seite natürlich auch im angegliederten Shop, zum Konsum anregt. Zum direkten Konsum, ohne den lästigen Umweg über den niedergelassenen Buchhandel. Ein Verfahren, das im Buchhandel nicht nur unüblich, sondern sogar verpönt ist und „früher“ eigentlich nur von sehr kleinen Verlagen praktiziert wurde, die die zusätzliche Marge „zum Überleben brauchen“. Seltsam an der Sache ist die relativ späte Reaktion auf diverse gutgepflegte Non-Profit-Portale, das Heer freiwilliger oder unterbezahlter Halbfreiwilliger, die Rezensionen für Amazon schreiben, einiger wirklich gutgemachter und gutgemeinter Seiten aus dem Umfeld der Konkurrenten (Piper Fantasy), und natürlich den unzähligen kleinen Seiten von Einzelkämpfern wie unserer. 😉 Man könnte jetzt sagen, keine oder wenig Bock auf innovatives Denken – oder die mangelnde Fähigkeit dazu – oder die mangelnde Risikobereitschaft. Früh in etwas zu investieren kann ja schließlich auch negative Konsequenzen haben. Zu lange abzuwarten kann aber auch gefährlich sein, deswegen setzen die Verlage ja jetzt auch endlich massiv auf das ebook Pferd, während der angeheitzte Traber (kindle = anheitzen / kommt wohl nicht von kindly = sanft) von Amazon längst die Ehrenrunde dreht. Zur Schadensbegrenzung muss man jetzt eben die Marge für sich selbst erhöhen. Zum Beispiel durch wesentlich schlechtere Konditionen für den Handel, als beim gedruckten Buch, durch Direktvermarktung unter Umgehung des stationären Handels und durch unverschämt hohe Preise, die der vermeindlicher Käufer berappen muss – für das Recht, ein virtuelles Produkt nutzen zu dürfen, anstatt es im heimischen Regal tatsächlich zu besitzen.
Ah, stöhnt es aus den Reihen der Produzierenden Verleger, das Buch selbst kostet doch fast nichts, im Verhältnis zu den Rechten und der Übersetzung. Deswegen muss die elektronische Variante sehr nahe am Preis des „echten“ Buches liegen. Warum zum Teufel erfüllt ihr uns dann nicht den Wunsch, und druckt wenigstens eine kleine Auflage für die Fans? Wenn es eh fast nichts kostet? Das Layout und die Übersetzung sind ja wohl schon gemacht, fürs ebook. Ah, vielleicht hat es doch andere Gründe? Genau, das ebook können wir viel einfacher selbst verkaufen, ohne Buchhandel, ohne Zwischenhändler. Einfach fett absahnen, statt nur dabeisein. Dass wir (der Buchhandel) eh an den vermaledeiten elektronischen Versionen kaum was verdienen kommt hinzu. Auch, dass der Leser sich in ein paar Jahren fragen wird, was er jetzt von seinen 10.000 Büchern auf dem Reader hat, die nicht sein Eigentum sind, sondern an denen er nur beschränkte Leserechte besitzt? Macht es auch viel einfacher, den Kunden einzuschätzen, wenn er eh alle Bücher in der Cloud hat. Wie praktisch, Vorteile verkaufen zu können, die darüber hinweg trösten, dass wir freiwillig die Hosen runterlassen.

Wüstenplanet

Über etwas anderes muss ich diesmal gar nicht schreiben. Heyne reicht vollständig. Das Programm ist lächerlich. Fast nur Neuauflagen und Drittverwurstungen, ohne Esprit und ohne Liebe zum Genre. Peinlicher Einheitsbrei angereichert mit Highlights längst vergangener Tage, die zwar in jedes solide Verlagsprogramm gehören, aber ohne die peinliche Propaganda, es wäre ein Geniestreich, uns diese ollen Kamellen jetzt nochmal unterzujubeln. Wo ist denn die Banks Komplettedition? Wo sind die neuen Highlights? Wo sind längst überfällige Übersetzungen genialer Werke oder gar Fortsetzungen wie der grandiosen Saga um Andrew „Ender“ Wiggins? Stattdessen wird uns die überarbeitete Version von Frank Herberts Wüstenplanet als Käs der Welt verkauft. Klar ist das Werk genial, aber es hat weder eine neue Übersetzung gebraucht, noch eine Neuauflage. Es ist schließlich lieferbar! Viel günstiger!

engelchenGerd, Obacht, du ereiferst dich. Viel zuviele Ausrufezeichen. Das ist kein guter Ton. Zur Raison, wir sind hier nicht im Wirtshaus.

teufelchen…da kann man sich aber auch!…

engelchenObacht, schon wieder zu laut.

teufelchenOch menno…

Gut, seis drum. Ich bin einfach nur enttäuscht von der Entwicklung, die ich direkt erst einmal nicht beeinflussen kann. Es ist, wie es immer ist. Einige werden mich als Dinosaurier oder Relikt aus einer vergehenden Zeit sehen, der sich krampfhaft an etwas klammert, das zu Recht im Aussterben bergiffen ist. Schließlich sparen wir Papier in dieser schönen neuen Welt und der Buchhandel ist halt langsam überflüssig geworden. Außerdem kann man Printprodukte nicht so praktisch dem neuen Zeitgeist anpassen. Bei ebooks kann man ganz toll Wörter und Inhalte austauschen, damit sie aktuell sind. Oder sie gegebenenfalls ganz löschen. Dann kann es nicht mehr zu solchen Katastrophen kommen, dass wir unsern Enkeln erklären müssen, warum „Die kleine Hexe“ Kindern begegnet, die sich als Türke, Chinesenmädchen und Neger verkleidet haben. Klar, wie würden wir denn da dastehen? Rassisten? Nazis? Verdammt habt ihr denn gar nicht dazugelernt?

engelchenDu sollst nicht Fluchen!

Jaja, schon gut. Immer schön sachlich bleiben. Und politisch korrekt. Genau wie in den schönen neuen Büchern. Ich will aber wenigstens mal Dampf ablassen. Dafür hab ich diese Meckerkolumne ja schließlich angefangen.

engelchenJa, aber du meckerst diesmal einfach nur über einen Verlag, das geht weit an deinem sonstigen Konzept vorbei und trägt damit weniger zur Erheiterung bei, als deine witzigen Zusammenfassungen. Du hast dich einfach in Rage geredet und vergessen, dass diese Rubrik eine nette Ansammlung von Annekdoten sein soll. Kein Müll abladen, keine Polemisierungen und kein Stammtischniveau.

teufelchenNa gut, ich kann auch über Blanvalet herziehen…

engelchenBeherrsch dich! Ich sagte, Random House allein ist laaaaangweilig.

teufelchenGoldmann?

Gut, seis drum. Ich bin einfach nur enttäuscht von der Entwicklung. Es ist, wie es immer ist. Dann gibts zum Abschluss halt noch ein paar nette Werbesprüche für den mündigen Buchhändler (wenn ichs net besser wüsste, würd ich denkn, die haltn uns für Deppen) (!)

blausteinkriege

Die Fantasy-Sensation: Die Blausteinkriege ist das deutsche Game of Thrones – Was da wohl Herr Martin dazu sagen würde? Wird übrigens noch besser: So episch, spannend und unberechenbar wie George R. R. Martin, Joe Abercrombie und Peter V. Brett – Na, da haben wir jetzt aber die Creme de la Creme der modernen Fantasy genannt. Viel Erfolg, meine Herren Orgel.

Ein packendes Abenteuer um den härtesten Weltraumkonflikt aller Zeiten – Will da jemand aus der Eurozone ausscheren, ist ja auch härter als alle Konflikte vorher…

Darauf haben Millionen Fans gewartet … die drei ersten Romane jeweils in einem Band – Klar, denn Millionen Fans kaufen ja jetzt nochmal den Sammelband. Für die Sammlung? Oder sind es zukünftige Fans? Oder was? Am besten ich bestell gleich Millionen…

Ein atemberaubendes Space-Abenteuer, das nicht nur Science-Fiction-Fans begeistert – Ehrlich, gibts sowas? Ne, im Ernst, das muss man unbedingt erwähnen, dass so ein Buch nicht nur diese Nerds, die wir aus dem Fernsehen kennen anspricht.

Hamilton

War übrigens alles Heyne. 😉 Und zum Abschluss noch einen erfreulichen Satz. So lieblos Random House die Sache auch macht, so erfreulich ist es, dass der Verlag, der immer versucht alles richtig zu machen und, wenn auch manchmal mit angezogener Handbremse, aber dennoch mit viel Herzblut und Ambition an die Phantastik herangeht, jetzt auch in Science Fiction macht. Ich hoffe, dass aus der Schwäche der Großen Alten eine Chance für neue oder vermeindlich kleinere entsteht. Neben Kleinverlagen wie Mantikore, Feder & Schwert oder Festa muss ich immer wieder Piper lobend erwähnen. Und die sind das auch mit der SF Schiene. Meine volle Unterstützung haben sie, aber ihr müsst auch ein bisschen mitexperimentieren…

Euer Gerd

28. Juli 2015   noch keine Stimmen

Jepp, es ist wieder soweit. Ich sitze wochenlang hinten im Büro und koche vor mich hin. Über mir eine dunkle, dichte Cumulonimbus, aus der sich in kurzen Abständen bläuliche Funken entladen. Es wird einfach nicht besser. Die Halbjahresbestellungen sind nicht nur sehr viel unübersichtlicher und damit zeitintensiver, als zu Zeiten ordentlicher Reihen in den Verlagshäusern, sondern weiterlesen…

Bücher, auf die ich mich freue…

5. Februar 2015   noch keine Stimmen

Nach der üblichen Schimpftirade mit inkludiertem Lachanfall gibt es noch ein paar Bücher, auf die ich mich wirklich sehr freue. Wirklich nur die absoluten Highlights. Ohne dem dritten Band von „Chroniken des eisernen Druiden“ oder anderen Fortsetzungen Abbruch tun zu wollen. Diese drei freuen mich einfach ganz besonders:

Dämonenkrieg

Der Krieg gegen die Dämonen geht weiter, gleich zweifach…
Peter V. Bretts postapokalyptisches Fantasy-Epos geht in die vierte Runde. Ja, auch bei Mr Brett müssen wir immer wieder ganz schön langen Atem beweisen, aber trotzdem erscheinen seine Romane regelmäßig in erträglichen Abständen. Im Durchschnitt zwei Jahre lässt sich aushalten ;-). „Der Thron der Finsternis“ erscheint im Oktober. Und damit wir auf den vorletzten Band der Reihe nicht ganz so lane warten müssen, bringt der Heyne Verlag noch einen Kurzroman bereits im Mai in die Buchhandlungen. In der Tradition von „Der große Basar“ erscheint in passender Aufmachung „Das Erbe des Kuriers“, als Zwischenmalzeit…

Bei Patrick Rothfuss dauert es wohl noch ein Weilchen, bis wir lesen können, wie es mit Kvothe weitergeht. Der dritte Teil der Königsmörder Chroniken ist leider auch auf englisch noch nicht in den verlagsprogrammen zu finden. Dafür gibt es auch hier einen Zwischensnack. Ähnlich wie Peter V. Brett beglückt uns auch Mr Rothfuss mit einem Kurzroman, wenn auch etwas ausführlicher…
Die Musik der Stille erscheint noch im Februar bei Klett Cotta in passender, gebundener  Aufmachung. Mit fast 200 Seiten ist der Kurzroman über das Labyrinth unter der Universität von Imre in jedem Fall besser als eine (aufgeblasene) Kurzgeschichte (in Neuauflage) dazu angetan, uns die Wartezeit zu versüssen.

LebenohneEnde2

Leben ohne Ende
Dass Heyne derzeit eine Menge Science Fiction Klassiker als ebooks aufbereitet habe ich ja schon geschrieben. Einige wenige finden aber anscheinend auch ihren Weg in die Druckereien. In der Reihe Meisterwerke der Science Fiction erscheint jetzt einer meiner absoluten Lieblinge:
LebenohneEnde1Leben ohne Ende von George R. Stewart ist seit jeher einer meiner absoluten Favoriten. Zusammen mit Die Triffids von John Wyndham zählt dieser Roman zu den besten Endzeit Titeln, die ich je gelesen habe. Anders als bei Wyndhams actionreich knapper Version, erzählt Stewart eine sehr ruhige nachdenkliche Geschichte. Das Buch ist sicher nichts für Fans von schnellen Zombie-Apokalypse Spektakeln. Vielmehr halte ich den Roman über das Leben des William Isherwood für eine zeitlose Perle, der ein fester Platz in der Weltliteratur zusteht.
George R. Stewart (1895-1980) wurde bereits im Jahr des erscheinens 1949 mit dem damals höchsten Preis für phantastische Literatur bedacht. Bis heute taucht das Werk in vielen Ranglisten bedeutender SF Literatur im vorderen Segment auf und es wurde meiner Meinung nach allerhöchste Zeit, dass dieses seit Jahrzehnten nicht mehr lieferbare Buch wieder in deutschen Buchhandlungen zu finden ist.
Leben ohne Ende  ist eines jener Bücher, die man allen anspruchsvollen Lesern empfehlen kann. Und ich meine allen, besonders Menschen, die sonst niemals Science Fiction anfassen würden. In diesem Fall finde ich es fast schade, dass der Heyne Verlag den Roman nicht neutraler veröffentlicht auch wenn ich natürlich immer wieder predige, dass Phantastik einen wichtigen Teil der Literatur ausmacht. Aus Erfahrung weiß ich leider, dass es wesentlich einfacher ist, Titel einer literarisch interessierten, aber vom Begriff SF abgeschreckten Leserschaft unterzujubeln, deren Gestaltung ich als neutral aber wertig bezeichnen würde, wie zum Beispiel Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte, das ich jetzt einmal ganz bewusst in eine ähnliche Schublade und Klasse stecke.

 

5. Februar 2015   noch keine Stimmen

Nach der üblichen Schimpftirade mit inkludiertem Lachanfall gibt es noch ein paar Bücher, auf die ich mich wirklich sehr freue. Wirklich nur die absoluten Highlights. Ohne dem dritten Band von „Chroniken des eisernen Druiden“ oder anderen Fortsetzungen Abbruch tun zu wollen. Diese drei freuen mich einfach ganz besonders: Der Krieg gegen die Dämonen geht weiter, weiterlesen…

Neuheiten Bestellung 1/2015 ein echter Spaß…

5. Februar 2015   noch keine Stimmen

Obwohl ich eigentlich während der Halbjahres-Vorbestellung keine Zeit habe, auch noch nebenbei zu posten, möchte ich euch auch diesmal wieder ganz besondere „Schmankerln“ des literarischen Marketing nicht vorenthalten:

KöniginimExil

Die Kuh wird gemolken…
Dass Mr Martin ein Alptraum für die Fantasy Szene ist, hat viele Gründe.
Literarisch hat er zwar, zumindest mit den ersten Bänden, zu recht selbst die Aufmerksamkeit und das Wohlwollen der deutschen Literaturstimme Dennis Scheck erlangt, aber bei Fans und regelmäßigen Fantasy-Lesern mittlerweile mehr Porzellan in puncto Vertrauen in Abschluss langer Sagas zerschlagen, als je wieder wettzumachen ist.
Finanziell hat er mit seinem endlosen Geschwafel zwar die Stapel in Buch-Kaufhäusern erhöht und sicher auch Geld in seine Kasse und die der Random House Verlagsgruppe gespült, dabei aber gleichzeitig den Rotstift der Erbsenzähler auf die Fantasy gehetzt und damit die Fantasy Literatur mehr denn je zu einer Ware gemacht.
Humoristisch betrachtet, entbehrt diese Farce nicht einer gewissen Komik. Der Unterhaltungswert, wenn sich Mr Martin darüber echauffiert, dass er ständig bedrängt wird, endlich weiter zu schreiben, lässt die Frage offen, ob er da irgendwas in seiner Job-Beschreibung überlesen hat?
Direkt proportional zum wachsenden Unmut der Leser, Martindie seit nunmehr fast zwanzig(!) Jahren auf einen befriedigenden Abschluss der ursprünglich als Trilogie vermarkteten Serie warten, wuchert eine Scheinkreativität über alle Verlage hinweg. Jeder ****, den der Meister irgendwann einmal gelassen hat wird in neuem, aufgeblasenen Gewand wiederveröffentlicht. Auf jeder Anthologie, die eine Geschichte von ihm beinhaltet, prangt nicht nur in seine Namen in Cover füllenden Lettern, sonder mittlerweile auch noch dieser peinliche rote Aufkleber mit „Der Autor von…“, „Eine neue Geschichte von…“ oder noch besser (ganz ohne sein Mitwirken): „Für alle Fans von…“…

Nebelmacher

A new Star is born?
Den Gag hatten wir schon mal (kähä), damals bei Heyne. Na ja, ist ja die selbe Firma, vielleicht tauschen die ihre Praktikanten aus…
Definition h(lt. Wikipedia): Unter einem Star versteht man die Rezeption der Öffentlichkeit über prominente Persönlichkeiten, die sich durch überragende Leistungen auf einem bestimmten Gebiet hervorgetan haben.
Rezeption: Wer zum Teufel ist Bernhard Trecksel? Ich halte mich für ein relativ belesenes Exemplar der Gattung Buchhändler mit dem Selbstgewählten Themenschwerpunkt Fantasy. Ich habe diesen Namen in meinem ganzen Leben noch nicht gehört. Dieser Autor soll also ein Star sein? Hmmm…
Erklärung: Ah, ich hab das Ganze mal wieder nicht komplett wahrgenommen und nur einen winzigen Teil gelesen. Ja, ja in der Hektik des ein Meter-Stapel-an-Neuheiten-Prospekten-Durcharbeitens gehen einem halt ab und zu mal Details durch die Lappen. Deshalb hier der Fairness halber der komplette Werbeslogan des begnadeten Texters: „Das beeindruckende Debüt des neuen Stars der deutschen Fantasy.“

Leidenschaft

Mancher Wandel ist zwar nicht aufzuhalten, aber man muss nicht unbedingt jede neue Strömung mögen. Werbefachleute offensichtlich schon. Sie sind trainiert darauf, jedes neue Zugpferd zu erkennen, aufzuspringen und im Notfall auch zu Schanden zu reiten. Ja, so funktioniert unsere Welt. Wir bekommen gesagt, was gut für uns ist, in welche Richtung wir unseren Konsum lenken sollen und was wir unbedingt brauchen. Irgendwo gibt es da aber anscheinend einen Haken. Entweder gibt es in Kreisen der Werbefachleute die Theorie, dass die Anfälligkeit für offensive Werbung geschlechtsspezifisch unterschiedlich ist, oder irgendwelche Statistiken belegen, dass sich das Leseverhalten von Männlein zu Weiblein verschoben hat.
Zielgmännlichruppenorientiert damals:
Ich möchte jetzt nicht wie ein Macho klingen, aber bis in die 80er und 90er des 20. Jahrhunderts verirrten sich nur wenige Frauen in unseren Laden. Mittlerweile haben wir ein sehr gemischtes Publikum. Sehr zu meiner Freude, denn der Mythos, phantastische Literatur bestünde nur aus testoterongeschwängerten Männerphantasien, traf immer nur auf einen bestimmten Teil des Genres zu. Natürlich gab und gibt es im Bereich Fantasy immer auch muskelbepackte Barbarenkönige, um deren Thron sich halbnackte Jungfrauen räkeln. Solche pubertären Traumbilder waren aber nie dominant. Phantastik war und ist immer mehr.
Zieweiblichlgruppenorientiert heute:
Heute räkeln sich immer noch Frauen auf Covern. Auch heute sind sie sinnlich und verführerisch. Aber sie liegen nicht devot zu Füßen eines starken Mannes, sondern sie sind offensichtlich die Strippenzieherinnen, deren erotischer Ausstrahlung sich der halbnackte Highlander hinter ihnen nicht erwehren kann, der sie zärtlich in den Nacken küsst.
Was uns das über unsere moderne Gesellschaft lehrt, ist sicher Auffassungssache. Ich will mich da jetzt auch gar nicht festlegen lassen und einer gesellschaftspolitischen Grundsatzdebatte tunlich aus dem Weg gehen.
Ich will nur diesen ganzen Mist nicht Halbjahr für Halbjahr auf meinem Schreibtisch liegen haben. Ist mir doch egal, welche Qualen Prinzessin X durchlebt, wenn ihr Gewissen auf die Probe gestellt wird und sie sich entscheiden muss, zwischen dem Wohl des Königreiches und der Liebe zum Gärtner! Frauen schreiben für Frauen, schön und gut, aber muss wirklich aus jedem Thema ein Liebesdrama gemacht werden? Schlimm genug, dass Vampire kuschelig und nicht mehr böse sind. Zombie-Apokalypse ist hart und bitter, da geht es ums fressen oder gefressen werden und nicht um Kuschelsex mit dem schnuckeligen Taxifahrer! Ist mir doch Sch***egal, ob die taffe Raumschiffkommandantin vor drei Jahren eine Affäre mit dem Sohn des feindlichen Admirals hatte. Sie soll ver***t nochmal Befehl zum feuern geben und nicht seitenlang in romantischen Erinnerungen schwelgen. Und wenn das alles tatsächlich sein muss, dann bitte veröffentlicht das wie früher als Heftromane am Kiosk, aber müllt nicht meine Prospekte zu und versucht mir weiszumachen, das wäre Fantasy oder Science Fiction. Die wenigen wirklich relevanten Titel verstecken sich derart gut zwischen all diesen Kuschelkissen, dass ich diesen ganzen Mist auch noch akribisch durchforsten muss.

Highlander küssen besser… Intensive Gefühle, starkes Verlangen und eine unvergessliche Geschichte!“ (Blanvalet Verlag/Historischer Roman)

Zwei Liebende auf ewig verbunden durch längst vergessene Zeiten. Die perfekte Mischung aus moderner Liebesgeschichte und historischem Roman!“ (Blanvalet Verlag/Fantasy)

Südtirol im Mittelalter. Die junge Luzia ist unsterblich in den verarmten Bergbauern Toni verliebt. Doch ihr Vater…zwingt Luzia zur Verlobung mit Diethart… Atmosphärisch, hochemotional und hervorragend recherchiert.“ (Bastei Taschenbuch/Historischer Roman)

Ihre Magie hat ihn zurück ins Leben geholt – und ihre Schicksale untrennbar miteinander verwoben… Dunkel, erotisch und erfolgreich – Band 26 der Bestsellerserie“ (Bastei Taschenbuch/Fantasy)

Eine atemberaubend schöne Dämonenjägerin und zwei sexy Brüder – so heiß war der Kampf zwischen Gut und Böse noch nie – Die Autorin verbindet meisterhaft Spannung mit großen Gefühlen“ (Heyne Verlag/Fantasy)

Drachen-Romance – Sexy Drachenkrieger, ein jahrhundertealter Fluch und die atmosphärische Kulisse Schottlands machen Dunkle Flammen zu einem Must-Read“ (Heyne Verlag/Fantasy) „

5. Februar 2015   noch keine Stimmen

Obwohl ich eigentlich während der Halbjahres-Vorbestellung keine Zeit habe, auch noch nebenbei zu posten, möchte ich euch auch diesmal wieder ganz besondere „Schmankerln“ des literarischen Marketing nicht vorenthalten: Die Kuh wird gemolken… Dass Mr Martin ein Alptraum für die Fantasy Szene ist, hat viele Gründe. Literarisch hat er zwar, zumindest mit den ersten Bänden, zu weiterlesen…

Psst… tolino schläft.

19. Dezember 2014   noch keine Stimmen

tolino

mein privater Tolino mit custom cover by Krikra

… aber der Buchhandel ist aufgewacht 😉

Prolog

Seit Jahren sind auch wir mit dem Thema eBooks konfrontiert. Wie so oft wurden wir damals auch noch mit großen Augen angeschaut, wenn wir bei Verlagen oder bei Libri vorstellig geworden sind und auf  Entwicklungen hingewiesen haben, die offensichtlich einmal mehr ausschließlich von Seitens Big A nicht verschlafen wurden.

Seit Oktober 2012 heißt libri.de ebook.de. Trotzdem hat es noch zwei Jahre gedauert bis wir sinnvollen Zugang zu einem System haben, das für den Leser zu einem vergleichbaren Komfort führt, wie Big As Kindle.

Das Projekt tolino, ursprünglich aus einer Allianz zwischen großen Buchhandelsketten und der Deutschen Telekom entstanden ermöglicht, es seit diesem Spätherbst allen Librikunden auf dieses System zuzugreifen. Was immerhin mehr als 1000 unabhängige Buchhandlungen zu Partnern des tolino-Projektes macht.

Hauptakt

Für euch bedeutet das jetzt folgendes: Ihr könnt bei uns den Tolino kaufen. Einfach im Webshop anmelden und via Abholfachbestellung zu uns in den Laden bestellen. Mit einer einmaligen Anmeldung habt ihr dann direkten Zugriff auf unseren eBook shop, eine Verwaltung eurer Titel in der Telekom-Cloud und damit ständig und überall Zugriff auf eure komplette eBook Bibliothek.

Klar, gibts schon seit Jahren bei Big A :-(, jetzt aber eben auch bei uns :-). Ihr könnt also mit etwa den gleichen Parametern jetzt uns oder eine andere nette, kleine Buchhandlung unterstützen. Profitiert von unserem Spezialwissen und könnt dann auch die virtuellen Bücher über uns beziehen. Einfach und stressfrei. Natürlich gibt es tolino auch als Lese-App für Tablets und Smartphones. Ihr könnt euch frei entscheiden.

Warum wir das jetzt alles so schreiben, obwohl wir ganz sicher keine eBook Propagandisten sind, ist ganz einfach. Seit Jahren haben auch wir hier in Hermkes Romanboutique immer wieder die Anfrage nach eBooks. Seit Jahren können wir Kompromisse anbieten, die aber ehrlich gesagt in punkto Handling nicht wirklich kompetitiv waren. Es gab immer wieder Probleme mit DRM Geschichten und den verschickten Links. Diese neue Systematik ändert das jetzt und bringt uns vom Handling auf Augenhöhe mit der Internetkonkurrenz. Bei einer sich ständig verbessernden Auswahl stellt der tolino tatsächlich eine echte Alternative dar, wenn ihr eBooks nutzen wollt und dabei eurem friendly neighborhood bookdealer treu bleiben wollt.

Antiquariat02Epilog

Wir sind sicher nicht diejenigen, die selbst eBooks bevorzugen. Ja, auch in einer Science Fiction Buchhandlung gibt es Bereiche, in denen nicht jede technische Neuerung und Möglichkeit begrüßt wird ;-). Trotzdem können und wollen wir uns gegen diese neuen Möglichkeiten natürlich nicht versperren. Auch wenn mir der Duft alter Bücher und eine Bibliothek vom Boden bist zur Decke allemal lieber ist, als ein einziges elektronisches Gerät, darf man auch die Inhalte nicht vergessen, den wir ja vermitteln wollen. Und da tut sich gerade wirklich was. Der Heyne Verlag hat jetzt zum Beispiel in einer Großoffensive 500 vergriffene, wichtige Titel aus der Science Fiction wieder aufgelegt. Aber eben nur als eBook…

warenkorb

Über tolino
im Webshop informieren oder bei uns im Laden…

19. Dezember 2014   noch keine Stimmen

… aber der Buchhandel ist aufgewacht 😉 Prolog Seit Jahren sind auch wir mit dem Thema eBooks konfrontiert. Wie so oft wurden wir damals auch noch mit großen Augen angeschaut, wenn wir bei Verlagen oder bei Libri vorstellig geworden sind und auf  Entwicklungen hingewiesen haben, die offensichtlich einmal mehr ausschließlich von Seitens Big A nicht weiterlesen…

Heyne-50-Jahre-SF-Edition

19. April 2014   noch keine Stimmen

50Heyne hat soeben eine kleine Reihe ausgewählter Science Fiction Bände zum 50 jährigen Jubiläum der SF im Heyne Verlag publiziert. Definitiv gute Titel – über die letztendliche Auswahl kann man immer streiten. Aus jedem Jahrzehnt ein herausragender Band. Aus jedem Jahrzehnt ein herausragender Autor.

Ein guter Zeitpunkt unsererseits eine neue Rubrik und einen neuen Autoren auf unserer Seite einzuführen. Horst Illmer ist seit Anfang an Kunde bei uns im Laden – und schon lange zuvor ein Weggefährte meines Vaters. Horst ist einer der  Würzburger Science Fiction Aktivisten der ersten Stunde. Urgestein und guter Geist. Quell von Wissen und – nach wie vor Sammler, Autor, Redakteur und Übersetzer. Natürlich freuen wir uns ganz besonders, dass Horst jetzt auch angeboten hat Artikel für unsere Seite zur Verfügung zu stellen und/oder zu schreiben. Und das trotz seiner unzähligen anderen Verpflichtungen und Arbeiten in der deutschen Phantastik Szene.

Unter der Rubrik „Horsts Bibliothek“ werden euch seine Artikel in Zukunft im Autorenbereich und/oder auf der Hauptseite zur Verfügung stehen. Ich freue mich persönlich auf seine Texte, da Horst nicht nur eine unfassbar vollständige Sammlung phantastischer Erstausgaben besitzt, sondern auch über ein fundiertes Wissen im phantastischen Spektrum verfügt. Ihr könnt auf seine Artikel gespannt sein…

verlorene-paradieseKoinzidenz! Fast zeitgleich mit der Heyne SF Jubiläumsreihe ist eine deutsche Erstveröffentlichung erschienen, aus der Feder einer der Auserwählten, der „Besten der Besten“, die jeweils für ein Jahrzehnt stehen dürfen: Ursula K. LeGuin. Der Roman ist mit ca 120 Seiten eher kurz, fast eine Novelle. Dennoch ist „Verlorene Paradiese“ ein echtes Juwel und es wäre mehr als schade gewesen, wenn dieses Juwel uns verloren gegangen wäre. Die Geschichte ist in all ihrer Kürze genial und eindringlich. Die vorliegende Übersetzung von Horst Illmer ist trefflich gelungen. Das Buch ist im Atlantis Verlag erschienen und für 10,90€ zu erwerben.

warenkorbVerlorene Paradiese
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden…

19. April 2014   noch keine Stimmen

Heyne hat soeben eine kleine Reihe ausgewählter Science Fiction Bände zum 50 jährigen Jubiläum der SF im Heyne Verlag publiziert. Definitiv gute Titel – über die letztendliche Auswahl kann man immer streiten. Aus jedem Jahrzehnt ein herausragender Band. Aus jedem Jahrzehnt ein herausragender Autor. Ein guter Zeitpunkt unsererseits eine neue Rubrik und einen neuen Autoren weiterlesen…

Unser Antiquariat

28. Januar 2014   noch keine Stimmen

Anti

Antiquariate

Ich habe schon viel über unser Sortiment geschrieben. Es gibt Rezensionen zu allen Bereichen unseres Ladens von unterschiedlichen Autoren. Unter anderem natürlich auch die legendären Besprechungen von Hermke. Gerade in dieser Rubrik gibt es immer wieder Bücher, die nicht mehr lieferbar sind und leider nimmt diese Tendenz stetig zu. Immer kürzer werden die Zeiträume, die Verlage als sinnvoll erachten, einen Titel lieferbar zu halten. Immer mehr wird auf Verkaufszahlen und Umschlaghäufigkeit geschielt und dann alles, was vordergründig unrentabel erscheint, verramscht oder nicht mehr aufgelegt. Diese marktwirtschaftlichen Mechanismen betreffen , sehr zu meinem Leidwesen, die ganze Spannweite der phantastischen Literatur besonders hart. Weder Serien noch Einzelbände sind gegen den Rotstift der Controller gefeit und selbst Dauerseller, die Jahrzehnte in den Verlagsprogrammen zu finden waren sind plötzlich nicht mehr marktgerecht und werden nicht nachgedruckt. Salvatores „Dunkelelf-Saga“ steht trotz aufwändiger Neuauflage vor dem Aus, die „Midkemia-Saga“ von Herrn Feist ist nur noch fragmentarisch lieferbar und die wunderbare „Werksausgabe“ des Meisters Philip K. Dick wird nicht nur zu keinem Ende gebracht, sondern ist nur noch in kleinen Teilen „in print“. Bei den neueren Publikationen verlagert sich die „Backlist“ zum ebook und bei den Klassikern verschwindet sie komplett und der kaufwillige Leser muss versuchen ihrer antiquarisch habhaft zu werden. Dabei sind Plattformen wie booklocker, zvab, amazon-marketplace oder ebay zielführend, aber häufig ist dort die preisliche Entwicklung und der Umgang mit der Ware Buch zumindest denkwürdig. Die Alternative ist etwas aus der Mode gekommen, steht der reale Besuch eines Antiquariates doch im Schatten der „schönen neuen Cyberwelt“. Über den Comicshop und Fantasy-Rollenspiele lacht man höchstens bei „Big Bang Theory“ oder den „Simpsons“ und echte Buchantiquariate begeistern zwar in den literarischen Werken eines Carlos Ruiz Zafón oder Walter Moers – wirken dann heimelig oder sogar mystisch und verwunschen – sind aber in der Realität völlig aus der Mode gekommen. Dabei waren Antiquariate früher die Schatztruhe der Suchenden und bergen auch heute wahre Kostbarkeiten in sich. Der Antiquar versteht sein Handwerk, kennt den Wert seiner Bücher und hortet über Jahrzehnte Kostbarkeiten aus allen Bereichen in den raumhohen Regalen. Viele dieser Schätze verlieren ihren Wert in unserer Welt, weil die schnellebige Informationsgesellschaft sie schlicht und ergreifend vergisst. Trotz all der ständig verfügbaren Fakten auf privaten und kommerziellen Seiten – oder vielleicht gerade deswegen. Antiquariate bieten genau das Gegenteil. Nicht die schnelle Antwort auf eine richtig formulierte Frage, sondern die Anleitung zur Suche. Wer ein Antiquariat betritt und einfach nur nach einem Buch fragt, um vielleicht ein, zwei, drei Euro im Vergleich zum Neupreis zu sparen, wird sicher auch ab und zu fündig, hat aber weder den Sinn, noch die Möglichkeiten eines solchen Aufenthaltes verstanden. Man muss sich Zeit nehmen, suchen, Gespräche führen und offen sein. Nicht das Buch zu finden, das man sucht, sondern ein Buch finden, das man möchte.

Weltweit

Immer wieder denken wir darüber nach, wie wir all die Bücher, die wir antiquarisch auf Lager haben, an den Mann oder die Frau bringen können. Egal wo – also überregional. Der erste Gedanke ist natürlich die Nutzung bestehender Plattformen. Das Problem dabei sind nicht nur die Kosten, sondern vor allem der Identitätsverlust, der damit einhergeht. Ein Buch, das wir über amazon oder ebay verkaufen, hat der Kunde nicht bei uns gefunden, sondern eben bei den entsprechenden Plattformen. Ich bewerbe mit meinem Verkauf die Konkurrenz, verstärke durch mein Sortiment den Eindruck, dass zum Beispiel amazon alles vorrätig hat, auch das, was es in der freundlichen Buchhandlung um die Ecke nicht mehr gibt. Die einzige Alternative einer Annäherung an das weltweite Netz ist ein eigener Bestandshop. Der Weg dahin ist aber weit und beschwerlich und mit mehr Stolpersteinen gepflastert, als ihr euch vorstellen könnt. Jedenfalls wenn man es auf seine Weise angehen möchte – individuell und professionell. Über den eigenen Shop schreibe ich schon lange. Wir sind immer noch dran aber es wird noch dauern. Was wir jedoch realisiert haben ist diese Seite. Diese Seite soll für euch da sein und für uns. Ein Spiegel unseres Ladens, eine Möglichkeit euch zu zeigen, was wir können. Was wir für euch tun können. Mit der Intension euch hierher zu locken, damit wir das tun können, was wir am besten können. Vor Ort für euch da zu sein.

Unser Antiquariat

WHermkeir haben ständig Unmengen an gebrauchten und antiquarischen Büchern für euch vorrätig. Viele Kostbarkeiten aus vergangenen Jahrzehnten oder second hand Versionen aktueller Titel. Sammler können ihre Lücken schließen, Unschlüssige können sich inspirieren lassen und Interessierte können stöbern. Viele der Bücher hat der ein oder andere von uns gelesen und wir können euch irgendetwas dazu erzählen. Zu anderen findet sich vielleicht ein Kunde oder Besucher, mit dem sich ein Gespräch entwickelt. Natürlich wissen wir auch nicht immer alles, aber im Zweifelsfall wissen wir, wie wir es herausfinden. Unsere Erfahrung und unsere Auswahl machen das Antiquariat zu einer Fundgrube für euch. Aber nur, wenn ihr euch Zeit nehmt – am Stück oder immer wieder. Denn irgendwann bekommen wir sie alle in die Hand, die Bücher, nach denen ihr sucht. Ihr habt die Wahl: Geduld und Vorfreude oder schneller Konsum. Wer sich nur dafür entscheidet, wird nie wissen, was er verpasst hat 😉 . Gebt einfach mal bei einer Internetsuche „antiquariat“ ein und lasst euch nur Bilder anzeigen. So etwas kann keine Plattform der Welt und kein Webshop ersetzen. Das war vor mehr als dreißig Jahren die Idee meines Vaters Hermke und wir wollen, dass das so bleibt!

28. Januar 2014   noch keine Stimmen

Antiquariate Ich habe schon viel über unser Sortiment geschrieben. Es gibt Rezensionen zu allen Bereichen unseres Ladens von unterschiedlichen Autoren. Unter anderem natürlich auch die legendären Besprechungen von Hermke. Gerade in dieser Rubrik gibt es immer wieder Bücher, die nicht mehr lieferbar sind und leider nimmt diese Tendenz stetig zu. Immer kürzer werden die Zeiträume, weiterlesen…

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