Diskussionen

Bombenalarm in der Valentin-Becker-Straße

17. November 2015   noch keine Stimmen

Vollsperrung Valentin-Becker-Straße ab 14:40 Uhr.

Klein, harmlos und wahrscheinlich falsch. Trotzdem Chaos. Wenn wirklich was an der Sache ist, na dann, gute Nacht. Verkehrschaos, überforderte Uniformierte, keine Evakuierung der Anwohner. Warten aus das Bombenräumkommando. Wahrscheinlich aus Nürnberg. Wahrscheinlich im Stau.

So lustig das Ganze wirkt, hier vor Ort, so traurig ist es, dass eine an der Bushaltestelle vergessene Sporttasche in diesen Tagen ein derartiges Chaos auslösen kann. Was ist das eigentlich für eine Welt, in der wir leben? Hass, Feindschaft, Krieg, Terror. Der ersten Welt geht es gut, den anderen fehlt es an Allem. Arm gegen Reich, Glaube gegen Glaube, Lebensart gegen Lebensart. In unserer heutigen teilaufgeklärten Welt gibt es mehr blutige, unsinnige Kriege und Scharmützel, als im dunklen Mittelalter.

Wenn unter dem Eindruck der aktuellen Geschehnisse von Paris nicht alles in einem düsteren Licht stünde, könnte man über die Sperrung der oberen Valentin-Becker-Straße lauthals lachen. So bleibt dieses Lachen ein wenig im Halse stecken.

…So, jetzt hat sich auch noch das Radio wegen nem Telefoninterview gemeldet, ob der prikären Situation.

17. November 2015   noch keine Stimmen

Vollsperrung Valentin-Becker-Straße ab 14:40 Uhr. Klein, harmlos und wahrscheinlich falsch. Trotzdem Chaos. Wenn wirklich was an der Sache ist, na dann, gute Nacht. Verkehrschaos, überforderte Uniformierte, keine Evakuierung der Anwohner. Warten aus das Bombenräumkommando. Wahrscheinlich aus Nürnberg. Wahrscheinlich im Stau. So lustig das Ganze wirkt, hier vor Ort, so traurig ist es, dass eine an weiterlesen…

Je suis Charlie

12. Januar 2015   noch keine Stimmen

Ich verstoße gerade gegen meine eigene Regel. Keine politischen Themen, keine allgemeinen Diskussionen. War eigentlich mal Bernies Ding und er hat von mir einen echten Einlauf dafür bekommen. Heute habe ich nach all den Bildern in den Medien aber das absolute Bedürfnis, diese Regel zu brechen. Ein klein wenig auch, weil wir dieser ganzen Sache ein wenig näher sind, als viele andere Deutsche, inklusive unserer Bundeskanzlerin, deren Bild heute durch das Netz und die Medien ging.

Ich selbst bin trotz meiner katholischen Erziehung ein Mensch, der sich sicher nicht als Atheist, aber in jedem Fall als Agnostiker bezeichnet. Religionen sind mir eher zuwider, in jedem Fall, wenn sie einen Alleinigkeits-Anspruch hegen. Zu viel Unsinn ist im Namen unterschiedlichster Religionen verbreitet worden und zu viel Unrecht getan, im Zeichen unserer Götter, durch die gesamte Geschichte der Menschheit hindurch.

In gleichem Maße bin ich ein Gegner von populistischen Bewegungen wie Pegida. Wir müssen uns in Europa weder vor einer Überfremdung, noch vor einer Islamisierung fürchten. Wer ein klein wenig in Geschichte aufgepasst hat, weiß, dass unsere europäische Kultur erst durch Einflüsse und Verschmelzungen mit fremden Völkern entstehen konnte. Wir können stolz sein, auf die verschiedenen Kulturen Europas und sollten uns gerade deswegen bewusst sein, dass Diversität und Vielfalt kein Problem darstellen.

Ich habe mehrfach selbst Länder besucht, die muslimisch geprägt sind und mich dort stets gut aufgehoben und willkommen gefühlt. Es gibt keinen Grund den Islam an sich mit fanatischen oder noch viel mehr fanatisierten Extremisten zu verwechseln. Wir Deutschen wollen ja auch nicht alle als Nazis bezeichnet werden.

Trotzdem gibt es wenig, das ich selbst als verwerflicher ansehen würde, als den unmenschlichen Terror, der seit dem 11. September 2001 weltweit unübersehbar und beängstigend immanent auftritt. Kranke Drahtzieher, die fanatisierte Vasallen als Selbstmordattentäter gegen einen imaginären Feind schicken. Im Zeichen ihres Gottes und im kranken Selbstverständnis, im Recht zu sein.

Vielleicht ist jetzt der Moment, wo der Terror tatsächlich bei uns allen angekommen ist. Nicht abstrakt – in Amerika und nicht irgendwie lächerlich klein, sondern offen und brutal. Frankreich, als eines der wichtigsten europäischen Länder wird mitten ins Herz getroffen, geradewegs ins Selbstverständnis der französischen Kultur und des nationalen Selbstverständnis. Die Redaktion eines satirischen Comic-Magazines ist das Ziel und nationale Größen sind die Opfer. COMICZEICHNER! Für mich ein Wunder, dass der deutsche Fernsehzuschauer noch nicht laut aufgelacht hat.

Einen Tag nach dem unfassbaren Attentat hatten wir einen Anruf von einem Sender, ob wir für ein Interview bereit wären. …Wir wären empfohlen worden, als Spezialisten für Comics …und wären auch viel auf Comictreffen in Frankreich …und würden vielleicht ja die Namen kennen. Ja, am ersten Tag waren die Medien noch nicht so ganz sicher, was sie mit dieser Information anfangen sollen und wie sie mit dieser Nachricht umgehen sollen. Comics sind in Frankreich einfach absolut in die Kultur integriert, sogar ein bisschen Symbol der Identität.

Umso mehr ist es für mich ein echtes Zeichen, dass mittlerweile nicht nur Europa, sondern die ganze Welt auf Frankreich blickt und teilnimmt. Aus der anfänglichen Unsicherheit im Umgang mit dieser Nachricht ist mittlerweile eine weltweite Aufmerksamkeit und Anteilnahme geworden.

Der Unterschied zu dem viel gewaltigeren Ereignis in den Staaten 2001 ist es, dass kein kapitalistisches Symbol angegriffen wurde, sondern das höchste Gut unserer europäischen Kultur. Die Freiheit des Wortes. Das was wir den Fanatikern aus aller Welt voraus haben.

Wir sollten diese Chance jetzt ergreifen und die Größe dieser, unserer Kultur feiern. Wir sollten Stolz sein, auf die Aufklärung, die verschiedenen Kulturen Europas, die Toleranz aber eben auch auf unsere Freiheit. Nur, weil man Toleranz übt, muss man sich selbst keinen Maulkorb verpassen, gegen Ignoranz und Fanatismus und schon gar nicht klein bei geben.

In diesen Zeiten bleibt es unsere Aufgabe, uns zu äußern. Gegen Hass, gegen Intoleranz und vor allem gegen die Machenschaften von Minderheiten, die massiv daran arbeiten, unsere Werte zu untergraben, die uns seit mehr als dreihundert Jahren über eben diese heben. In einer Kultur der Aufklärung haben solche Maxime keine Daseinsberechtigung. Wir alle sollten uns einig sein und Charlie sein. Gegen Hass, gegen Intoleranz und gegen Ignoranz.

Wir sind es nicht, aber wir sollten es alle sein: Charlie der Comiczeichner.

12. Januar 2015   noch keine Stimmen

Ich verstoße gerade gegen meine eigene Regel. Keine politischen Themen, keine allgemeinen Diskussionen. War eigentlich mal Bernies Ding und er hat von mir einen echten Einlauf dafür bekommen. Heute habe ich nach all den Bildern in den Medien aber das absolute Bedürfnis, diese Regel zu brechen. Ein klein wenig auch, weil wir dieser ganzen Sache weiterlesen…

Kennt ihr Pikmin?

16. März 2014   noch keine Stimmen

P3160120Ab und zu muss ich mal ein Thema anschneiden, dass für uns im Laden eigentlich absolut off-topic ist. Die Welt der flimmernden Bildschirmspiele ist mir trotz meines Faibles für klassische Pen&Paper-Rollenspiele und Brett- und Kartenspiele sehr vertraut und nah. Eines meiner All-Times-Favorites ist das alte Nintendo GameCube Spiel Pikmin, das es mittlerweile auf der Wii-.U in der dritten Generation gibt. Die Abenteuer des Captain Olimar mit den Pikmin.

Dieses Wochenende beinhaltete einen der schönsten Tage meines Lebens 😉 . Zufällig entdeckte ich zwischen meinen Topfpflanzen ein paar P3160119Gestalten, die mir sofort vertraut waren. Habe ich Besuch von einer anderen Welt? Kommen die kleinen Pflanzenwesen der mystischen Welt Koppai gerade zu mir, weil ich damals, vor fast dreißig Jahren in die „Gesellschaft zum Schutz außerirdischen Lebens“ eingetreten bin, initiiert von Rolf Bingenheimer, dem Chef von Transgalaxis?

Super geniales neues Handarbeits Hobbie von Kiddy. Ich bin so verliebt in die neuen kleinen Mitbewohner… Danke dir 🙂

[youtube rIIPkyWaiu0]

Originallink: http://www.youtube.com/watch?v=rIIPkyWaiu0

offizieller Trailer Pikmin 3 (c) Ninteno für Wii U (meine Lieblingsconsole)

16. März 2014   noch keine Stimmen

Ab und zu muss ich mal ein Thema anschneiden, dass für uns im Laden eigentlich absolut off-topic ist. Die Welt der flimmernden Bildschirmspiele ist mir trotz meines Faibles für klassische Pen&Paper-Rollenspiele und Brett- und Kartenspiele sehr vertraut und nah. Eines meiner All-Times-Favorites ist das alte Nintendo GameCube Spiel Pikmin, das es mittlerweile auf der Wii-.U weiterlesen…

Science Fiction ist überall

12. Juni 2013   noch keine Stimmen

Die technischen Möglichkeiten in der Filmproduktion, eine bereits in der Jugend „infizierte“ Generation, die heute produktiv ist, und der ständig wachsende Anteil von phantastischen Elementen im multimedial geprägten Alltag sorgen dafür, dass Science Fiction Themen immer mehr Raum einnehmen und im Alltäglichen Umfeld zur Normalität werden. Computer- und Konsolenspiele, Kinofilme, Fersehserien, aber auch Werbung und Design greifen immer stärker auf Bilder und Themen zurück, die eindeutig phantastisch oder eben der Science Fiction zuzuordnen sind. Printwerbung lehnt sich an futuristischen Designs der Vergangenheit an, viele Werbetrailer orientieren sich stilistisch an SF Designs von Kinofilmen, und manchmal wird sogar eine kleine Kurzgeschichte erzählt…

Eigentlich möchte ich auf unserer Seite ja keine Werbung machen, außer für „Lokals„. Die Botschaft dieses Trailers ist aber relativ global und irgendwie „vertretbar“ (auch wenn ich selbst unnötige Flugreisen eher ablehne 😉 ). Die Story ist wirklich eine sehr nette, gefühlvoll erzählte Science Fiction Kurzgeschichte, die man in klassischen Anthologien finden könnte. (Ich könnte mir zum Beispiel Ray Bradbury als Autor vorstellen 😀 )

[youtube hqishv6W6Dw]

Originallink: http://www.youtube.com/watch?v=hqishv6W6Dw
© Viral video by ebuzzing

12. Juni 2013   noch keine Stimmen

Die technischen Möglichkeiten in der Filmproduktion, eine bereits in der Jugend „infizierte“ Generation, die heute produktiv ist, und der ständig wachsende Anteil von phantastischen Elementen im multimedial geprägten Alltag sorgen dafür, dass Science Fiction Themen immer mehr Raum einnehmen und im Alltäglichen Umfeld zur Normalität werden. Computer- und Konsolenspiele, Kinofilme, Fersehserien, aber auch Werbung und weiterlesen…

Phantastik in der Krise?

31. Mai 2013   noch keine Stimmen

Spiel der GötterIn den letzten Jahren hat sich der Fokus der Verlage massiv verändert, vor allem der Großen. Ich habe schon öfter darüber geklagt, dass die „Belegplätze“ in den Verlagsprogrammen für klassische Fantasy immer spärlicher werden. Natürlich, zählt man all die modernen Vampir-Lovestories, Engelsromane, Gestaltwandlerserien und was weiß ich alles dazu, ist der Ausstoß eher gewachsen. Ohne jetzt werten zu wollen, das ist es aber nicht, was ich unter Fantasy verstehe.  Dass sich dieses Symptom mittlerweile auch in der SF breitmacht, ist für mich fast schon ein wenig satirisch. Sei es die knallharte Endzeitheldin, die plötzlich ihre Gefühle entdeckt oder die tuffe Frachterpilotin, die ohne die Liebe des attraktiven Freibeuters nicht mehr leben will. Bitte wer soll das lesen? Ich nicht.

Dabei zeigen Bücher, wie „Der Komet“ , „Corpus Delicti“ oder „Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte“, dass es nach wie vor herausragend gute Science Fiction Romane gibt. Leider sind diese Bücher nicht unter dem SF Label erschienen und zumindest zum Teil völlig außerhalb der Verlage, die für gute SF bekannt sind. Auch im Jugendbuch tut sich wirklich was. Durch Verfilmungen wie „Hunger Games“ oder in diesem Jahr „Ender“ sind Themen im Jugendbuch angekommen, die einen wesentlich gehaltvolleren Inhalt vermitteln und sogar klassische Themen der Erwachsenen-Phantastik attraktiv für eine breite Rezeption machen. Im Jugendbuch scheint das mit SF und Fantasy noch zu funktionieren. „Starters“ von Lissa Price, „Little Brother“ von Cory Doctorow oder sogar die Neuveröffentlichung der „Ender-Reihe“ von Orson Scott Card unter einem Jugendbuchlabel sprechen eine deutliche Sprache.

Warum bitte trauen sich die großen Verlage allesamt nicht mehr, ein solides Phantastik Programm aufzubauen oder in manchen Fällen einfach nur zu erhalten? Traut man den Lesern nur noch weichgespülte Unterhaltung zu oder sind die Absatzzahlen tatsächlich so unterirdisch? Da kann man natürlich auch die Frage stellen, ist das lieblose Verlagsgebaren schuld am sinkenden Absatz oder umgekehrt? Ich kann nicht oft genug auf ambitionierte kleine Verlage hinweisen, die eben genau diese Lücke füllen.

Manchmal können aber auch die Verlage nichts dafür. Manchmal steckt der Teufel im Detail und manchmal ist der Einzelne die Schwachstelle. Erkrankungen, die Autoren aus der Bahn werfen haben zum Beispiel in der letzten Zeit für die anhaltende Verzögerung des nächsten Bandes von Locke Lamora gesorgt und jetzt hat es leider auch einen der herausragenden Übersetzer für Phantastik getroffen. „Acacia“ Band drei verschiebt sich deutlich nach hinten, ebenso der nächste Band von „Spiel der Götter“ und „Dolch und Münze“. Schade, aber so ist das manchmal. In diesem Fall hängt eben die deutsche Version mehrerer guter Zyklen an einem hervorragendem Übersetzer, Tim Straetmann. Wünschen wir ihm alles Gute und gute Besserung, auf dass er sich bald mit neuer Energie wieder ans Werk machen kann. Gute Übersetzer wachsen nicht an den Bäumen und es wäre ein großer Verlust für die ganze Szene. (Wer genaueres wissen möchte: http://forumos.net/index.php?page=Thread&postID=309037#post309037)

31. Mai 2013   noch keine Stimmen

In den letzten Jahren hat sich der Fokus der Verlage massiv verändert, vor allem der Großen. Ich habe schon öfter darüber geklagt, dass die „Belegplätze“ in den Verlagsprogrammen für klassische Fantasy immer spärlicher werden. Natürlich, zählt man all die modernen Vampir-Lovestories, Engelsromane, Gestaltwandlerserien und was weiß ich alles dazu, ist der Ausstoß eher gewachsen. Ohne weiterlesen…

Erreichbarkeit und Präsenz

15. März 2013   noch keine Stimmen

BaustelleSeit der Nacht von Samstag auf Sonntag ist die Valentin-Becker-Straße von der Seinsheimstraße abgeschnitten. Die Eisenbahnbrücke wird verbreitert. Was wir nicht geahnt haben, die Umbauarbeiten dauern über ein Jahr! Gut, in dem Zeitraum werden in Honkong drei Wolkenkratzer fertiggestellt, mit integrierter Unterführung 😉 , aber was solls…
Eigentlich kein allzu großes Problem, sind wir doch zu Fuß oder mit dem Fahrrad, wie gehabt zu erreichen und natürlich von „unten“ her, also von Stadtseite her, auch mit dem Auto, wie immer. Nur von „oben“ her, also vom Uni-Gelände aus, ist leider die Brücke im Weg.
PlanDamit ihr alle uns trotzdem weiterhin erreicht, gibt es hier den Link zum ausführlichen Plan der Ersatzhaltestellen und der provisorischen Bushaltestellen und wir haben uns die Freiheit genommen, den Plan hierher zu kopieren.
Bleibt nur zu hoffen, dass zusätzlich zur Parkplatzverwirrung und der städtischen Überwachung ein ganzes Jahr ohne regelmäßige Vorbeifahrt des Busverkehrs unseren Laden nicht in einen Dornröschenschlaf versetzt 🙁 . Mehr denn je sind wir in dieser Zeit auf euer aller Hilfe und Mitarbeit angewiesen. Verbreitet es bei euren Freunden, auf der Arbeit, in der Schule oder Uni und auch abends, persönlich und im Netz. Verbreitet, dass es uns gibt. Wenn ihr wollt und könnt, haben wir natürlich Flyer für euch zum Verteilen. Wenn ihr bei der Presse seid, denkt an unsere vielen Events, denn es ist schwer, in die verschiedenen lokalen Medien zu kommen, ohne Unsummen für Werbung zu bezahlen. Wenn ihr eigene Seiten habt, verlinkt uns oder schreibt über uns. Wenn ihr in Foren oder in Social Networks schreibt, erwähnt uns. Liked unseren Laden, und stimmt für uns ab (im Moment gibt es auf Facebook gerade eine Ranking-Umfrage von Panini, wo der beliebteste Laden gesucht wird. Klickt uns!) Wenn ihr Veranstaltungen organisiert, denkt an uns. Je breiter wir Aufmerksamkeit erregen können, desto besser.

Nicht zuletzt aus aktuellem Anlass noch etwas über Veranstaltungen. Immer wieder bekommen wir gesagt, dass irgendwer traurig ist, eine Veranstaltung verpasst zu haben. Wir haben Flyer bei uns im Laden und über einen professionellen Verteiler in Würzburg und Umgebung. Wir dekorieren das Schaufenster passend, wir posten es auf unserer Seite, auf Facebook und verbreiten es über Twitter. Ihr könnt einen RSS Feed abonnieren und einen Newsletter. Unser Presseverteiler erreicht direkte Ansprechpartner bei der Tagespresse, den Veranstaltungsmagazinen und den Radio- und Fernsehsendern. Selbst, wenn es mit der Presse, wie oben bereits erwähnt, schwer ist, die Info sollte verfügbar sein. Trotzdem gehen uns immer wieder viel zu viele Interessenten durch die Lappen 😉

Auch bei der Verbreitung von Events sind wir für eure Hilfe als Multiplikatoren dankbar. Im Gegenzug helfen wir euch gerne, Veranstaltungen zu bewerben oder Kleinanzeigen zu plazieren. Im Laden, auf unserer Seite und bei uns im Brot & Spiele – Forum. Je mehr ihr unsere Seite als Plattform nutzt, desto interessanter wird sie auch für andere.

Nehmt euch ruhig mal die Zeit zum stöbern. Vielleicht bekommt ihr auch eine Idee, was ihr schreiben oder posten möchtet. Auf comicdealer lesen es sicher nicht so viele, wie die Kundenrezensionen auf Big A, aber auch die haben einmal klein angefangen. Schickt uns etwas über aktuelle Bücher oder vielleicht über euer Lieblingsmanga. Beschreibt für die Kategorie Meefischli – Think Local euren Lieblingsladen oder die beste Kneipe. Nach ein paar Beiträgen werdet ihr zu Autoren und könnt eure Beiträge selbst anlegen… Wir haben gar nicht die Zeit, um über alles selbst zu schreiben, ihr unterstützt uns auch damit wirklich und tragt dazu bei, dass comicdealer vielfältiger und interessanter wird und vielleicht bei ein paar Leuten mehr zur Startseite wird 😉

15. März 2013   noch keine Stimmen

Seit der Nacht von Samstag auf Sonntag ist die Valentin-Becker-Straße von der Seinsheimstraße abgeschnitten. Die Eisenbahnbrücke wird verbreitert. Was wir nicht geahnt haben, die Umbauarbeiten dauern über ein Jahr! Gut, in dem Zeitraum werden in Honkong drei Wolkenkratzer fertiggestellt, mit integrierter Unterführung 😉 , aber was solls… Eigentlich kein allzu großes Problem, sind wir doch weiterlesen…

Spiel Essen 2012

19. Oktober 2012   noch keine Stimmen

Gestern war es mal wieder soweit. Besuch auf der alljährlichen Spiel Essen mit Comic Action. Das ein oder andere Mal habt ihr in diesem Zusammenhang schon Hasstiraden oder Gejammer gehört…
…weil die Messe eine Verbrauchermesse ist und damit eben auch überfüllt und stressig
…weil die Organisation eigentlich unterirdisch ist (Pendelverkehr, Parkplätze, Standnumerierung…) und damit vieles unnötig lang dauert
…weil für viele Aussteller der schnelle Reibach im Vordergrund steht und an vielen Ständen eine widerliche „Billiger Jakob“ Mentalität herrscht
…und und und…

 Trotzdem ist die Messe in Essen eine tolle Messe und an keiner anderen Stelle kann man den Spirit der Spiele so atmen (dabei leider auch riechen ;-)) wie in den überfüllten Hallen, in denen tagelang gezockt, gefachsimpelt und konsumiert werden kann. Für mich ist es immer wieder schön und interessant, die aktuelle Stimmung zu analysieren und Trends und Strömungen für unseren Laden zu finden. Die Spiel in Essen ist in jedem Fall auch für Händler interessant, kann man dort doch neue Kontakte knüpfen oder Gesichter zu Kontakten bekommen oder einfach bekannte Gesichter wiedersehen. Die Messe ist ein Kommunikationsknoten zwischen Handel, Verlagen und Endkunden. Irr und chaotisch aber eben auch ungeschminkt und ehrlich. In diesem Jahr hatte ich viele erfreuliche Messekontakte, dabei auch einige neue, natürlich auch ein paar weniger erfreuliche und meistens alte…

Gutes Benehmen und ein guter Auftritt werden belohnt. Das ist nicht nur bei uns im Laden so, von Kundenseite, sondern auch auf Messen von Händlerseite den Lieferanten, Verlagen, Verkäufern und Produzenten gegenüber.

Die Highlights in diesem Jahr haben genau das verstanden. Allen voran die netten Mitarbeiterinnen von Ulisses und mein freundlicher Kundenbetreuer von Games Workshop. Absolute Hochachtung und vielen Dank. Da können sich eigentlich alle anderen eine Scheibe abschneiden. Gesichter zu Stimmen zu bekommen ist eine der essenziellen Möglichkeiten auf Messen, in einer Branche, die auf Außendienst-Mitarbeiter weitestgehend verzichtet. Ist schon ein paar Jahre her, dass das allen bewusst war und umso schöner, dass derartige Impulse heute wieder von einer jungen Generation kommen.

Die positiven Erlebnisse und Gespräche waren absolut dominant in diesem Jahr und der Besuch war, trotz vieler Termine eigentlich recht entspannt. Messen sind immer anstrengend, früh raus, lange Anreise, viele Termine und ab ins Auto und zurückgefahren, spät zu Hause. Gestern war ich abends wirklich gut gelaunt und alles in allem wirklich positiv überrascht. Der Rest sind Kleinigkeiten. Ärgerliche Kleinigkeiten. Unschöne Kleinigkeiten. Arghhhh ich werde grün. Arghhh meine Muskeln wachsen. Arghhh meine Kleider zerreißen…

Beim ersten Flopp habe ich keine Lust Namen zu nennen, aber wenn ich von einer Firma bereits seit über einer Woche keine Ware mehr geliefert bekommen, weil alle Kapazitäten auf die Messe gerichtet sind und ich dann wie ein kleiner Schuljunge bei einem vereinbarten Termin laaaange warten muss, ist das niiicht gut. Abzüge in der B-Note und leichter bis mäßiger Groll. Wenn dann noch nicht einmal die Höflichkeit besteht, mich entsprechend den richtigen Personen vorzustellen, sondern ich in irgendeine Richtung geschickt werde wächst der Groll (der Typ mit dem Hut, geh dich mal brav vorstellen, aber Zeit wird er nicht für dich haben, falls du ihn findest). Schade, mit denen wollte ich eigentlich enger zusammen arbeiten. Schlechter Start.

Der zweite Flopp ist leider auch mehr als lästig und der trifft euch. Ich werde mich nicht mehr über eine Stunde bei irgendeinem Stand anstellen um für euch, meine lieben Kunden ein Variant Cover zu ergattern, das vorher ordnungsgemäß vorbestellt war und zur Abholung bereit liegen sollte. Wenn Verlage solche Sonderausgaben produzieren, dann müssen sie bitte auch dafür sorgen, dass der Ablauf  r e i b u n g s l o s  vonstatten geht. Ich bin auf solchen Messen nicht zum Spaß, habe Termine und hasse es dumm stehen gelassen zu werden und unnötig zu warten. Wenn sich dann Termine durch solchen Dummfug verschieben und auch noch mein nächster Termin zu mir in die Schlange kommt und sich darüber lustig macht, dass ich ja wohl völlig bescheuert sein müsse um so etwas mit mir veranstalten zu lassen, dann geht das über meine Toleranzgrenze hinaus. Gesichtsverlust bei Handelspartnern durch einen unüberlegtes und unwürdiges Verhalten Dritter ist nicht akzeptabel. Also in Zukunft keine Messevarianten mehr.

19. Oktober 2012   noch keine Stimmen

Gestern war es mal wieder soweit. Besuch auf der alljährlichen Spiel Essen mit Comic Action. Das ein oder andere Mal habt ihr in diesem Zusammenhang schon Hasstiraden oder Gejammer gehört… …weil die Messe eine Verbrauchermesse ist und damit eben auch überfüllt und stressig …weil die Organisation eigentlich unterirdisch ist (Pendelverkehr, Parkplätze, Standnumerierung…) und damit vieles weiterlesen…

Literatur

5. Juli 2012   noch keine Stimmen

Ihr hört mich immer wieder schimpfen über die Entwicklung im Genre „phantastische Literatur“. Andererseits hört ihr mich aber auch von echten Pralinen schwärmen. Bücher, die fein gestrickt, kunstvoll formuliert und kostbar zu lesen sind. Über das Genre ansich und dessen Wirken nach außen habe ich mir eigentlich selten und nie laut Gedanken gemacht. Ganz im Gegensatz zu den anderen Bereichen unseres Ladens, den Comics und den Rollenspielen. Dass in diesen Bereichen sehr viel Öffentlichkeitsarbeit von Nöten ist und vor allem im Bereich Comic ja derzeit auch gemacht wird, war schon oft das Thema. Ob lokale Events, wie „Art in Residence“ oder große überregionale, wie der „Gratis Comic Tag“, da tut sich was im Staate Deutschland.

Phantastik bestimmt die Blockbuster in den Kinos, dieses Jahr ist der Hype wieder besonders groß, „Der Hobbit“ wird als Ergänzung zur „Herr der Ringe“ Trilogie in die Kinos kommen. Fantasy liegt in Stapeln in großen Buchhandlungen und phantastische Titel belegen die vordersten Ränge vieler Bestseller-Listen. Trotzdem ist das Genre im Kern nicht wirklich akzeptiert und nach wie vor werden phantastische Titel eher in geringen Auflagen und von einer kleinen eingeschworenen Gemeinde gekauft und gelesen. Phantastik hat, wie das Comic auch, keinen festen Platz in den Köpfen der meisten Deutschen und schon gar nicht das Anrecht als Literaturgattung bezeichnet zu werden. Vielleicht ist auch an dieser Stelle Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit gefragt.

Umso schöner, dass ein alter Bekannter, der selbst bekennender Phantastik-Anhänger ist, mittlerweile in der Position ist, eine solche Lanze zu brechen. Denis Scheck ist Literaturredakteur beim Deutschlandfunk und Vorzeigekritiker in der (genialen!) Büchersendung „Druckfrisch“, die monatlich im Ersten (mit vielen Wiederholungen auf diversen anderen Öffentlich-Rechtlichen) ausgestrahlt wird. Denis war früher auch schon Gast in unserem kleinen Laden und kam damals mit seinen Stuttgarter Kumpanen zu Besuchen der Würzburger SF und Fantasy Gemeinde. Noch heute erzählt mein Vater gerne eine Annekdote über den „kleinen Dreikäsehoch“, der damals noch nicht geschäftsfähig, die Unterschrift seiner Mutter gefälscht habe um auf diese Weise als Übersetzer arbeiten zu können.

Denis Scheck hat vor kurzem einen Artikel über Fantasy auf stuttgarter-zeitung.de veröffentlicht, auf den ich an dieser Stelle hinweisen möchte. Nicht nur, dass der Artikel in seiner unvergleichlich bissigen Art wunderbar zu lesen ist, er ist auch wirklich interessant aufgebaut und genau diese Art von Öffentlichkeitsarbeit, die unser Lieblingsgenre braucht. Lesen!

5. Juli 2012   noch keine Stimmen

Ihr hört mich immer wieder schimpfen über die Entwicklung im Genre „phantastische Literatur“. Andererseits hört ihr mich aber auch von echten Pralinen schwärmen. Bücher, die fein gestrickt, kunstvoll formuliert und kostbar zu lesen sind. Über das Genre ansich und dessen Wirken nach außen habe ich mir eigentlich selten und nie laut Gedanken gemacht. Ganz im weiterlesen…

Surrogates

16. Februar 2012   noch keine Stimmen

Aus aktuellem Anlass möchte ich anhand des Comics „The Surrogates“ von Robert Venditti und Brett Weldele ein paar Gedanken loswerden. Die Graphic Novel ist zwar nicht mehr ganz neu (©2006) und auch die Verfilmung hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel (2009), trotzdem ist das Thema heute genauso aktuell. Am letzten Sonntag (12.02.12) lief der Film als FreeTV-Premiere auf einem Privatsender. Natürlich mit all den Schnitten und Werbeunterbrechungen, die eine solche Ausstrahlung mit sich bringt, aber immerhin.

Die Umsetzung der Comic-Vorlage als Film ist, bis auf kleine Zugeständnisse an das Kinopublikum, nahezu eins zu eins. Ich hatte den Film damals im Kino gesehen, aber komischerweise ein bisschen aus dem Gedächtnis verloren. Eigentlich unverständlich, da der Weltentwurf eine geniale Parabel auf viele aktuelle Entwicklungen ist. Vielleicht liegt das ein klein wenig daran, dass die Handlung wesentlich weniger Bedeutung hat, als der Weltentwurf und eben die Botschaft, die hinter der Fassade verborgen liegt. Surrogates hat heute und jetzt eine ähnlich intensive Botschaft, wie seinerzeit die großen dystopischen Filme der Siebziger Jahre wie „Silent Running“ oder „Soilent Green“, deren Handlung auch meilenweit hinter der Botschaft zurückstand. Wie damals geht es um globale Wertevorstellungen, die in Frage gestellt werden.

Surrogates übersteigert die Realitätsentfremdung und Flucht ins virtuelle Leben, die in unserer heutigen Welt allgegenwärtig sind. „Second Life“ als Realität. Die Menschen der Zukunft verlassen ihre vier Wände praktisch gar nicht mehr in Persona. Avatare bestreiten das tägliche Leben in der Realität. Avatare, die man je nach Geldbeutel und Gusto ausstatten kann. Eine Technologie, die ursprünglich dazu gedacht war, Menschen mit körperlichen Gebrechen ein Instrument zu geben, wieder ein normales Leben zu führen. Eine Technologie, die dem Menschen erlaubt, ohne Risiko alles zu sein und alles zu tun, wovon man immer geträumt hat. Völlig real und ohne Einschränkung. Die Technologie von James Camerons „Avatar“ als Alltag. „Second Life“ in der realen Welt. Eine „Schöne neue Welt“ der Kens und Barbies, der Exzesse ohne Folgen, der Abenteuer ohne Reue. Alles ist real, oder eben nicht.

Die Problematik der Realitätsflucht und das unglaubliche Suchtpotential, einhergehend mit dem körperlichen Verfall der wahren Menschen, ist eine Potenzierung unserer virtuellen Realitäten. Die Kehrseite unserer realen „Schönen neuen Welt“ des Internets, der globalen Vernetzung und unserer Konsumgesellschaft, in der alles jederzeit zur Verfügung steht. Die aktuelle Spaltung in der Wahrnehmung des Internet ist nicht nur ein Generationsproblem, sondern ein generiertes Problem. Längst ist es so, dass die neuen Möglichkeiten und unübersehbaren Vorzüge unser aller Verhalten und unser gesamtes Leben vollständig verändert haben. Es ist nur normal, dass es bei einer derart gewaltigen Veränderung auch Komplikationen und Differenzen gibt. Es ist nur verständlich, dass die Generation Prä-Internet eine andere Auffassung vertritt, als die Generation, die damit aufgewachsen ist und dass der wirklich brutale Werteumbruch auch zu einem verstärkten Generationenkonflikt führt. Was aber das wirkliche Problem darstellt, ist nicht die Diskrepanz zwischen den Generationen, sondern eigentlich die technologiebedingte Kluft zwischen User und Anwendung. Noch nie war eine technologische Entwicklung so rasant und gleichzeitig so perfide wie das Internet. Die Technik, die hinter der virtuellen Welt steht, die uns all die schönen, bunten Realitäten vorgaukelt, ist so spezifisch und komplex, dass niemand sie wirklich in ihrer Gänze durchschauen und verstehen kann. Spezialistentum auf allerhöchstem Niveau. Die Implikationen sind überall zu spüren.

Allein der Arbeitsmarkt, der sich eben auch durch diese Technisierung vollständig verändert hat und völlig anderen Gesetzen folgt, steht veralteten Instrumentarien und Wertevorstellungen gegenüber. Der Wert von Arbeit müsste in diesem Zusammenhang völlig neu bewertet werden, ja, selbst Überlegungen wie das bedingungslose Grundeinkommen sind verzweifelte Versuche, dieser Entwicklung gerecht zu werden. Radikal, aber wichtig und vielleicht auch richtig. Werte haben sich radikal geändert und wir brauchen radikale Ideen.

Eine überalterte Infrastruktur in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens steht kurz vor dem Kollaps. Über Jahrhunderte gewachsene Strukturen, beispielsweise im verbreitenden Handel sind über Nacht obsolet geworden, kann doch heute jeder bequem von zu Hause alle Geschäfte tätigen. Eine Tatsache, kein Glaubensbekenntnis. Der Einzelhandel hat und wird sich noch viel stärker aus dem alltäglichen Leben verabschieden. Die Lücke schließt sich – zum Teil – durch global agierende Filialisten und Konzerne. Eine Zentralisierung der Märkte ist unaufhaltsam und damit auch im Umkehrschluss der Instrumentarien.

Die Unterhaltungsmedien und das Internet nehmen einen ständig wachsenden Raum in unser aller Leben ein. Das Freizeitverhalten hat sich verändert, in gleichem Umfang wie die Arbeits- und Finanzmärkte. Die wunder“Schöne neue Welt“ der Spiele, Filme, Social Networks und was weiß ich alles, nimmt immer mehr Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch – und bieten dadurch eine immer größere Plattform für Analyse und Manipulation des Einzelnen. Keiner der großen philosophischen Anti-Utopisten hat sich auch nur im Traum vorstellen können, wie einfach wir es dem „System“ einmal machen würden. Wie bereitwillig wir alle Schleier fallen lassen würden und uns durchleuchten und katalogisieren lassen würden. Produktive Zeit im konservativen Sinne ist prozentual zurückgegangen, unproduktive gewachsen. Virtuelle Welten füllen dieses Loch im Raum-Zeit-Kontinuum und am Ende bleibt für viele weniger Zeit als vorher. Die finanziellen Mittel der meisten Menschen der westlichen Welt verhalten sich proportional zum ständig sinkenden Bedarf an „normalen“ Arbeitern und Berufstätigen – an ihre Stelle ist längst ein Heer von ungelernten Hotline-Drohnen, Dauerpraktikanten, Sozialdienst-Sklaven und Hartzvierlern getreten. Die Spezialisten, welche Programme für automatisierte Abläufe schreiben, damit weitere „normale“ Arbeitsplätze vernichten und gleichzeitig durch das Erschaffen immer neuer virtueller Realitäten, für die anhaltende Dauerberieselung des Konsumviehs sorgen, verändern die Quote der Produktivität nur unwesentlich.

Der Schritt zu dem, im Comic von Venditti und Weldele beschriebenen Zustand, ist nicht mehr weit entfernt. Vielleicht ist das größere Übel in der Realität nicht die körperliche, sondern die geistige Degeneration und Hörigkeit, beziehungsweise die Entfremdung von der Realität und übergeordneten Zusammenhängen. Perfide gesteuert durch automatisierte Durchleuchtung und Beeinflussung – subtil und unmerklich, aber lawinenhaft schnell. Frustrierte, unterforderte, antriebslose Junkies sind dabei nur die Spitze des Eisberges. Viel schlimmer ist die breite Masse an „normalen“ Menschen, in deren Leben sich diese neuen Einflüsse manifestiert haben. Alles ist schön, glatt, verfügbar, sozial vernetzt und rosarot. Das Erfolgserlebnis, das im richtigen Leben verwehrt wird, kann abgerufen werden. Scheu und Barrieren werden fallen gelassen, in der vermeintlichen Anonymität des Netzes. Downloads von Musik, Filmen, Spiele und Büchern ermöglichen eine sofortige Verfügbarkeit. Und dann kann man der Welt auch gleich noch mitteilen, was einem gefällt und was nicht. Nicht nur auf Facebook und Twitter, sondern auch noch auf Amazon oder Ebay. Damit arbeitet man unentgeltlich und freiwillig auch noch dieser Systematik zu. Wir sollten nie vergessen, dass diese Produktivität uns nicht nützt, sondern schadet. Dass wir nicht uns profilieren, sondern unsere Arbeit, unser Wissen und unseren Geschmack völlig umsonst zur Verfügung stellen, und zwar nicht, wie vermittelt der Gemeinschaft, sondern den betreffenden Konzernen.

Und genau da haben wir eines der klassischen Missverständnisse. Opensource, Community, Downloads, mp3-Sharing, Social Networks sind alles ambivalente Aspekte des Netzes. Die Strukturen für eine neue Ordnung hinken ganz einfach den technischen Voraussetzungen hinterher. Wenn alles verfügbar bleiben soll, brauchen wir auch neue Werte. Illegaler mp3-Download ist eben einfach Diebstahl und damit genau das gleiche wie in den Laden gehen und die CD klauen. Da können Verfechter offener Lizenzen schreien, so laut sie wollen. So lange unsere kapitalistische Struktur in ihrer jetzigen Form existiert, ist das auch völlig unangreifbar. Und wir alle werden uns auch noch umschauen, wie einfach es werden wird, für immer weniger Menschen immer mehr Geld zu bündeln. Die Frage ist dann nur, wer des alles konsumieren soll. Auch neue, wachsende Märkte sind begrenzt – genau wie umgekehrt auch die billigen Produktionsoasen. Irgendwann ist einfach das Ende der Fahnenstange erreicht und dann müssen wir die Strukturen verändern – und glaubt mir, das wird bitter.

Lieber jetzt – und sanft – erwachen und die Systematik überdenken, bevor der Untergang oder eine blutige Revolution vor der Tür steht. Beides ist nicht erstrebenswert, aber in letzter Konsequenz wahrscheinlicher, als dass der Wandel sanft von statten geht. Zu stark ist die Macht der bestehenden Strukturen, die wir jeden Tag mächtiger machen. Anders als im Film, im Comic oder im Roman gibt es leider für diese Situation keine einfache Lösung. Ein Aufstand, der die Menschheit erwachen lässt – ein Knopf, der alles lahmlegt, das uns korrumpiert, die guten Dinge aber erhält – eine schöne neue Welt, wie in Star Trek, ohne Geld, mit unbegrenzten Möglichkeiten für alle – eine „nette“ Katastrophe, die uns zur Besinnung bringt, aber nur kosmetische Zerstörung verursacht – all das wird es weiterhin nur in Phantasiewelten zu lesen, zu spielen und zu träumen geben. Es ist sicher nicht verkehrt, solche Welten zu besuchen, vorausgesetzt, wir verlieren dabei nicht den Blick für die Realität und unsere Welt!

Surrogates

Brett Weldele, Robert Venditti

Cross Cult 2009, 26,00 €

ps noch ein nettes Zitat aus der aktuellen Werbung eines Mobilfunk-Anbieters: „Wir denken nicht wir googeln und das ist völlig ok“

16. Februar 2012   noch keine Stimmen

Aus aktuellem Anlass möchte ich anhand des Comics „The Surrogates“ von Robert Venditti und Brett Weldele ein paar Gedanken loswerden. Die Graphic Novel ist zwar nicht mehr ganz neu (©2006) und auch die Verfilmung hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel (2009), trotzdem ist das Thema heute genauso aktuell. Am letzten Sonntag (12.02.12) lief weiterlesen…

Die Nerds schlagen zurück

30. August 2011   noch keine Stimmen

Ich kann mich noch an meine Zeit in der Star Trek-Fanszene vor über zehn Jahren erinnern. Zu dieser Zeit besuchte ich regelmäßig mit Freunden und unserem Fanclub (The Final Frontier) diverse Conventions. Schon damals ärgerten wir uns über die oberflächliche und schlichtweg falsche Berichterstattung in den Medien, die uns Trekkies oder Trekker nur allzu gerne als realitätsfremde Freaks hinstellte und die darin gipfelte, dass Captain Kirk und Commander Spock gar einmal für den Selbstmord von zwei Jugendlichen verantwortlich gemacht wurden. Auf Conventions stürzten sich Kammerateams vorzugsweise auf die paar wenigen kostümierten Fans und in der TV-Reportage wurde von alledem, was man im Interview gesagt und erzählt hatte, am liebsten nur eine einzige Frage herausgeschnitten, nämlich die, welchen Charakter man denn darstelle, obschon wir damals mitnichten Live-Rollenspiele betrieben (heute gibt es sogar ein paar Star Trek LARPs) und uns mitunter einfach nur so kleideten, wie beispielsweise auch ein Fußballfan das Trikot eines Spielers seiner favorisierten Mannschaft anzieht. Übrigens, ich habe noch nie gesehen, dass in Reportagen Fußballfans gefragt werden, welchen Spieler sie darstellen…

Allein, damals blieb uns nicht viel mehr als unserem Unmut über diese ungerechte öffentliche Darstellung im Freundeskreis und auf unseren monatlichen Treffen kurz Luft zu machen und sich, im weiteren Bekannten- oder Kollegenkreis, um einen Abbau der Vorurteile zu bemühen. Medial blieb lediglich, in einem der Fanzines einen Leserbrief oder Artikel darüber zu schreiben oder zu versuchen, auf die Berichterstattung in auflagenstärkeren Magazinen, durch konkrete Informationslieferung selbst Einfluss zu nehmen. Die Sensationspresse oder die TV-Sender, die für die Verbreitung der Klischees und deren Aufrechterhaltung verantwortlich waren, konnten wir dabei nur selten direkt treffen. Und nicht viel anders verhielt es sich auch oft in der jüngeren Vergangenheit, wenn etwa über LARPer, Rollenspieler, Fantasyleser, Comicfans oder Cosplayer berichtet wurde.

Wie sich die Zeiten und auch die Reaktions-Möglichkeiten der Fans geändert haben, ist mir vor ein paar Tagen, nicht ganz ohne augenzwinkerndes Amüsement und mir einer gewissen Genugtuung klar geworden, als ich auf die empörten Reaktionen von etlichen Gamern im Netz stieß, die sich auf einen Beitrag von RTL über die Gamescom bezogen. Was war geschehen?

Die GamesCom ist das weltweit größte Messe und Event-Highlight für interaktive Spiele und Unterhaltung, zu der dieses Jahr 275.000 Besucher nach Köln kamen. Im Magazin Explosiv machte sich RTL am 19.08.2011 in einem über 5-minütigen Beitrag in sehr abschätziger Weise über Besucher der Veranstaltung lustig, indem ein paar einzelne Besucher bloßgestellt und diffamiert wurden und die Gamer gemeinhin als nach Computer und Alkohol süchtig, ungepflegt, sozial isoliert und beziehungsgestört dargestellt wurden.

Als Psychologe weiß ich ja, dass wir einerseits alle in Klischees denken und dass diese durchaus sinnvoll sind, da sie eine kompaktere und schnellere Informationsverarbeitung ermöglichen. Andererseits sind Klischees auch gefährlich, da sie zu Fehlschlüssen führen können. Ganz zu schweigen davon, dass ein TV-Sender einen Beitrag natürlich so gestaltet, dass er eine möglichst gute Quote bekommt, wozu wiederum Überzeichnungen und Klischees prädestinierte Werkzeuge sind. Anscheinend haben aber die Redakteure, die die Reportage gedreht haben und die Verantwortlichen beim Privatsender fälschlicherweise selbst an das Klischee geglaubt, das sie mit ihrem Beitrag gezeichnet haben und dabei die Menge und die Möglichkeiten der Gamer grandios unterschätzt. Denn RTL hat wohl nicht bedacht, wie viele Leute zumindest gelegentlich Computer spielen und dass Leute, die in ihrer Freizeit gerne Computerspielen, zum einen zumeist ganz normale Menschen sind, die aus allen Schichten der Gesellschaft und aus allen Altersklassen kommen und zum anderen natürlich auch Internet-affin und gut miteinander vernetzt sind. Denn wahrscheinlich haben zunächst nur ein paar Gamer den Beitrag während der ursprünglichen Ausstrahlung gesehen. Aber viele von ihnen haben dann Freunde und Bekannte darauf aufmerksam gemacht, die sich dann die Reportage nachträglich im Netz angesehen haben. Dabei ist es sodann mitnichten geblieben. Einem faszinierend emotional-sachlichen und einfach klugen Aufruf zu einem geordneten Protest von Rainer Schauder auf Youtube, der seinen Kanal, seinen Blog und soziale Netzwerke eigentlich dafür nutzt, um mit anderen Gamern seine Faszination über sein Hobby zu teilen, schlossen sich hunderte Gamer an, verbreiteten den Aufruf weiter, drehten selbst Videos und Satiren, schrieben offene Briefe, bloggten, kommentierten, komponierten einen Protestsong und beschwerten sich zu Tausenden beim Bürgerportal der Landesmedienanstalten im Netz, sodass die Seite zeitweilig nicht mehr erreichbar war.

Auch wenn der Beitrag von der für die Aufsicht über RTL zuständige Landesmedienanstalt in der Zwischenzeit als keinesfalls rechtswidrig eingestuft wurde, so hat es immerhin eine offizielle Stellungnahme dazu gegeben und auch RTL sowie einer der Redakteure des Beitrages wurden bereits zu einer Entschuldigung bewogen. Freilich, welche Auswirkungen die Reaktionen über die Berichterstattung in der Sendezentrale sonst ausgelöst haben mögen, werden wir wohl nie erfahren. Bleibt zu hoffen, dass dies zukünftig eine Mahnung an RTL im Speziellen und die Medien im Allgemeinen ist, die vielleicht zu etwas angemesseneren Betrachtungen über uns, die wir ja eigentlich alle nur dem einen oder anderen Hobby frönen, führen wird. Zumindest träumen darf man ja und als Nerd, mache ich das ja ohnehin ständig…

POWAQQATSI, Nerd, Hermke-Stammkunde und Diplom-Psychologe und sicher auch noch über ein Dutzend anderer Dinge, deren einzelne Aufzählung jedoch für diesen Beitrag irrelevant ist.

30. August 2011   noch keine Stimmen

Ich kann mich noch an meine Zeit in der Star Trek-Fanszene vor über zehn Jahren erinnern. Zu dieser Zeit besuchte ich regelmäßig mit Freunden und unserem Fanclub (The Final Frontier) diverse Conventions. Schon damals ärgerten wir uns über die oberflächliche und schlichtweg falsche Berichterstattung in den Medien, die uns Trekkies oder Trekker nur allzu gerne weiterlesen…

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