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	<title>comicdealer.de &#187; persönlich</title>
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		<title>Politik und Kritik in der Science Fiction</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 15:12:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Utopia Der Begriff der Utopie ist untrennbar mit dem Genre SF verbunden. In vielen Sekundärwerken werden sogar die großen staatsphilosophischen Werke als Vorläufer und Wurzeln dieser Literaturgattung genannt. In dieser Tradition war es stets ein wichtiger Aspekt der Science Fiction philosophische und reale Themen aus den Bereichen Soziologie und Politik in Zukunftswelten einzubauen. Betrachtet man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-3491" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="Morus" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/Morus.jpg" alt="" width="134" height="210" />Utopia</h3>
<p style="text-align: justify;">Der Begriff der Utopie ist untrennbar mit dem Genre SF verbunden. In vielen Sekundärwerken werden sogar die großen staatsphilosophischen Werke als Vorläufer und Wurzeln dieser Literaturgattung genannt. In dieser Tradition war es stets ein wichtiger Aspekt der Science Fiction philosophische und reale Themen aus den Bereichen Soziologie und Politik in Zukunftswelten einzubauen. Betrachtet man die SF als Literaturgattung, die Entwicklungen der Gegenwart weiterdenkt und in eine fiktive Zukunft einbaut, ist es eine logische Konsequenz, dass sich die Extrapolationen der Gegenwart nicht nur auf den Stand der Technik beschränken, sondern auch auf Politik und Soziales erstrecken. Der Autor baut eben allgemein brisante aktuelle Zustände oder Denkweisen ein, entwickelt diese weiter und beschreibt Konsequenzen und Folgeerscheinungen. Dabei bleibt es in seinem Ermessen, ob er die Zukunft positiv oder negativ gestalten möchte, ob er also hoffnungsvoll, die Realisation eines Traumes im Sinne einer Utopie erschaffen möchte, oder uns die Konsequenzen unseres Handelns in einer Dystopie oder Anti-Utopie plastisch vor Augen halten möchte.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Bezeichnung Utopie leitet sich von Thomas Morus Beschreibung eines idealen Staates auf der Insel &#8220;Utopia&#8221; ab. Der Roman &#8220;De optimo rei publica statu deque nova insula Utopia&#8221; wurde 1516 veröffentlicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Bezeichnung Dystopie entstand erst mit der beginnenden industriellen Revolution und wird begrifflich dem englischen Philosophen John Stuart Mill zugeschrieben. Beide Varianten nutzen den Roman als Vehikel zum Transport politischer und sozialer, sowie ökonomischer und ökologischer Gedanken. Sie verpacken somit trockene Theorie in ein leichter zu rezipierendes Medium &#8211; oder breiten über ideologische Themen den Deckmantel der Fiktion und machen sich damit unangreifbar.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Politisch motivierte SF in Deutschland</h3>
<p style="text-align: justify;">Politisch motivierte SF ist immer durch den Zeitgeist und die Herkunft beeinflusst. In der deutschen Art liegt oft trockenes Dozieren und schulmeisterliche Korrektheit. Dennoch waren wir zu allen Zeiten ein Volk der Dichter und Denker und so ist es nicht verwunderlich, dass auch diese Spielart der SF gerne &#8211; und gut &#8211; von deutschen Autoren genutzt wurde und wird. Im Sinne von Kunst und im Sinne von ernsthaftem Engagement einer Sache gegenüber.</p>
<p style="text-align: justify;">Der von mir bereits öfter bemühte Carl Amery ist ein hervorragendes Beispiel. Seine Romane und Stories haben stets einen Hintergrund, welcher der Handlung eine gut verpackte Färbung verleiht, die manchmal erst nach der Reflektion wirklich erfassbar ist. Seine Tochter Maria J. Pfannholz erhielt 1990 für den Roman &#8220;Den Überlebenden&#8221; den &#8220;Deutschen Science Fiction Preis&#8221;. Ein echtes Juwel im Genre SF, welches eben genau diesen Deckmantel nutzt, um nicht in staatszersetzendem Licht zu erscheinen. &#8220;Den Überlebenden&#8221;, leider auch seit vielen Jahren vergriffen, ist eines der für mich wichtigsten Bücher aus dem Bereich des &#8220;Ökoterrorismus&#8221;. Das Buch steht eingerahmt zwischen dem genialen Werk &#8220;Die Universalschraubenschlüsselbande&#8221;, über dessen Wiederveröffentlichung ich erst geschrieben habe und dem anarchistischen, lange Zeit boykottierten vierten Teils, der TV-Serie &#8220;Die Piefke Saga&#8221;, von 1993.</p>
<p style="text-align: justify;">In der ehemaligen DDR gab es unendlich viele, häufig staatskonforme Utopien. Trotzdem war auch in diesem restriktiven System die SF ein möglicher Deckmantel. Eines der außergewöhnlichsten Werke der ausgehenden DDR-Aera ist der 1989 erschienene Roman &#8220;Sein und Bleiben&#8221; von Gottfried Meinhold. Leider ist auch dieser Roman seit Jahren Verlags-vergriffen. Ich selbst bin eher durch Zufall über dieses Werk gestolpert, empfand aber die Mischung aus autobiographischen Teilen und Ideensammlung, trotz all der wirklich anstrengenden Zeilen, als interessant und wertvoll.</p>
<h3>Links und Rechts &#8211; Individuum und Staat</h3>
<p style="text-align: justify;">Die Utopie als Traumvorstellung des perfekten Staates ist zu allen Zeiten von Vertretern unterschiedlicher politischer Lager genutzt worden. Neben unendlich vielen links oder ultralinks einzuordnenden Entwürfen gibt es auch einige ernst gemeinte und ernstzunehmende rechtsgerichtete, konservative Utopien. Leider ist auch das Vorzeigewerk dieser Strömung &#8220;Atlas wirft die Welt ab&#8221; von Ayn Rand in der deutschen Übersetzung nicht mehr erhältlich.</p>
<p style="text-align: justify;">In meinen Augen sind die interessantesten Vertreter der Gattung Polit-SF jedoch die, welche es der Interpretation des Lesers überantworten, selbst eine Entscheidung zu fällen. Dabei darf natürlich der geniale Roman von Ursula K. LeGuin &#8220;Planet der Habenichtse&#8221; nicht fehlen (sucht auch da mal schön antiquarisch&#8230; wird langsam eine ganz schöne Stange von Romanen, die in die virtuelle Neuauflagen-Bibliothek aufzunehmen sind!) LeGuin zeigt die Fehler beider Ansätze. Sowohl der reine Kapitalismus, als auch die utopische, selbstverantwortliche, marxistische Anarchie, scheitern am Menschen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz anders überlässt zum Beispiel mein Lieblings-SF-Autor Ian Banks jegliche Interpretation dem Leser. In seinem Kultur-Zyklus wird nie wirklich geklärt, ob er selbst den beschriebenen Zustand positiv oder negativ bewertet. Seit vielen Jahren genieße ich die Streitgespräche mit einem meiner guten Freunde, ob die Zukunft, die Banks entwirft erstrebenswert oder hassenswert ist. Ist gefühlte absolute persönliche Freiheit wirklich wichtiger als die Wahrheit?</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die nahe Zukunft und die Realität</h3>
<p style="text-align: justify;">Natürlich sind sehr viele Science Fiction Romane von aktuellen Ängsten beeinflusst. Über Atomenergie und die SF habe ich ja gerade erst geschrieben. Aber es muss ja nicht immer gleich so drastisch sein. Bereits kleine, absehbare Details können die Welt politisch verändern, ohne dass globale Katastrophen von Menschenhand oder Kriege dafür verantwortlich sind. Das Ende der fossilen Brennstoffe, die Klimaerwärmung, die Überbevölkerung, der Raubbau an der Natur und die Vernichtung der Regenwälder, die Armut und Ausbeutung von Drittwelt-Ländern. All diese Motive geben reichlich Stoff für politisch oder in diesem Fall auch ökologisch motivierte Szenarien in naher Zukunft.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf der anderen Seite lassen natürlich auch hier wieder potentielle  Lösungsansätze, wie zum Beispiel die Kernfusion oder die Erschließung  neuer Lebensräume auf dem Mond oder im Meer, positive Entwicklungen  erahnen. Deshalb gibt es auch in diesen Bereichen viele neutrale  Entwürfe oder sogar im Sinne der Utopie fast perfekte und wirklich  erstrebenswerte Welten.</p>
<p style="text-align: justify;">Aus der erschreckenden Erfahrung totalitärer Systeme des 20. Jahrhunderts schreibt George Orwell 1948 den Klassiker &#8220;1984&#8243;, in dem ein allmächtiger Staat den Bürger überwacht und führt &#8211; und damit letztendlich vollständig der individuellen Freiheit beraubt. 1984 ist heute lange vorbei und die Realität hat die Alptraumwelt Orwells überholt. Viel subtiler sind die Mechanismen, mit denen unsere Freiheit beschränkt wird. Die Konsumgesellschaft und die Macht des Kapitalismus haben viel mächtigere Instrumente geschaffen, um die Schafe nicht zur Schlachtbank zu treiben, sondern zu locken.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele gedachte Welten werden von der Realität nicht bestätigt werden, aber das ist im Grunde völlig irrelevant, geht es doch vielmehr um das Anprangern von Ist-Zuständen und der Warnung vor möglichen Konsequenzen. Und auch wenn Orwells &#8220;Big Brother&#8221;, das alles sehende und alles steuernde Auge des Staates, vielleicht in dieser Form niemals Wirklichkeit geworden ist, sondern aus der Angst vor dem Gespenst totalitärer Systeme geboren war, verliert die absolute Aussage doch nicht ihre Gültigkeit. Orwell wird immer wichtig bleiben, als zeitgeschichtliches Werk und eben auch als Warnung vor dem Verlust der individuellen Freiheit.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Was kann man denn dann aktuell noch lesen, wenn all die großen Werke vergriffen sind?<strong><br />
</strong></h3>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-3589" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="kotzt" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/kotzt.jpg" alt="" width="134" height="200" />Ein Buch, über das ich eigentlich eher zufällig gestolpert bin, hat mich aktuell wirklich fasziniert. Ich habe es gerade erst gelesen, obwohl es bereits letztes Jahr erschienen ist. Tagebuchartige Aufzeichnungen eines jungen Mädchens in einer Welt nicht weit von unserer, in der die direkten Folgen des Raubbaus bereits ein wenig mehr zu spüren sind, als eben heute. Rationalisierungen von Energie, Fahrverbote, extreme Verteuerung und eben viel staatliche Kontrolle. In diesem Tagebuch sind die Beobachtungen der unterschiedlichen Reaktionen perfekt festgehalten. Unglaublich einfühlsam beobachtet. Danke an Saci Lloyd für dieses tolle Werk.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Euer schönes Leben kotzt mich an“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Euer schönes Leben kotzt mich an“ bei  Comicdealer bestellen">Euer schönes Leben kotzt mich an: Ein Umweltroman aus dem Jahre 2015</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Euer schönes Leben kotzt mich an“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Euer schönes Leben kotzt mich an“ bei  Comicdealer bestellen">Saci Lloyd</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><a title="„Euer schönes Leben kotzt mich an“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Euer schönes Leben kotzt mich an“ bei  Comicdealer bestellen">Arena Verlag € 7,95</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><img class="size-full wp-image-3590 alignright" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="Little" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/Little.jpg" alt="" width="134" height="200" />Über das zweite Buch, das sich sehr schön politisch mit aktuellen Problemen beschäftigt, habe ich bereits geschrieben. Cory Doctorow nimmt sich der Themen Datenschutz im Internet und Einschränkung der Persönlichkeitsrechte im Zeitalter des Terrors an.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Little Brother“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Little Brother“ bei  Comicdealer bestellen">Little Brother</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Little Brother“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Little Brother“ bei  Comicdealer bestellen">Cory Doctorow</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><a title="„Little Brother“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Little Brother“ bei  Comicdealer bestellen">rororo € 14,95</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><img class="alignleft size-full wp-image-3591" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="OEdland" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/OEdland.jpg" alt="" width="134" height="200" />Auch den Franzosen Jean Marc Ligny hatte ich bereits mit Aqua TM empfohlen. Bei Bastei gibt es seinen Roman jetzt als Taschenbuch mit dem Titel &#8220;Ödland&#8221;. Spannend, teilweise etwas verwirrend und überladen, eben französisch <img src='http://www.comicdealer.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> , aber echte Gänsehaut-Gefahr bei seinen Schilderungen der Klimaveränderung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Ödland“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Ödland“ bei  Comicdealer bestellen">Ödland</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Ödland“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Ödland“ bei  Comicdealer bestellen">Jean Marc Ligny</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><a title="„Ödland“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Ödland“ bei  Comicdealer bestellen">Bastei Lübbe € 9,99</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><img class="alignright size-full wp-image-3592" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="Limit" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/Limit.jpg" alt="" width="134" height="200" />Und wer nach all diesen düsteren Büchern noch etwas anderes möchte, der möge bitte Limit von Frank Schätzing lesen. Mit seiner Art, wirklich alles bis ins Detail zu recherchieren, und dann sein Wissen auch niederzuschreiben, hat er mit &#8220;Limit&#8221; ein absolut glaubwürdiges Near-Future-Szenario entworfen, das ökonomisch, technisch und ökologisch einen perfekten Hintergrund für seinen spannenden Thriller bildet. Auch diesen Roman gibt es jetzt als Taschenbuch. Unbedingt lesen, wenn ihr Schätzings ausschweifenden Schreibstil mögt.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Limit“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Limit“ bei  Comicdealer bestellen">Limit</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Limit“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Limit“ bei  Comicdealer bestellen">Frank Schätzing</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><a title="„Limit“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Limit“ bei  Comicdealer bestellen">Fischer € 9,99</a></p>
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		<title>Atomare Strahlung und die Science Fiction</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 14:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Kriegstrauma Die traumatisierenden Atombombenabwürfe des 2. Weltkrieges über Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 waren der Beginn einer unfassbaren Ära der Menschheit. Sowohl die neue Dimension der Vernichtung und Zerstörung, als auch die, mit den Folgen von Verstrahlung und den unvorstellbaren Zeiträumen von Folgeschäden einhergehende, Verdrängungsfähigkeiten der Menschheit, hat aus der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: justify;"><img class="alignright size-medium wp-image-3465" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="hiroshima1" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/hiroshima1-220x300.gif" alt="" width="134" height="200" />Das Kriegstrauma</h3>
<p style="text-align: justify;">Die traumatisierenden Atombombenabwürfe des 2. Weltkrieges über Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 waren der Beginn einer unfassbaren Ära der Menschheit. Sowohl die neue Dimension der Vernichtung und Zerstörung, als auch die, mit den Folgen von Verstrahlung und den unvorstellbaren Zeiträumen von Folgeschäden einhergehende, Verdrängungsfähigkeiten der Menschheit, hat aus der Kriegsgeneration eine ganze Flut von SF-Autoren hervorgebracht. Das Szenario einer postatomaren Endzeit wurde aus unendlich vielen Perspektiven beschrieben. Angst und Entsetzen vor der Verstrahlung und Zerstörungskraft und die Fassungslosigkeit im Angesicht der Konsequenzen brachten viele Autoren dazu ihre Gefühle und Überlegungen in Romanen zu verewigen. Eines der für mich persönlich beeindruckensten Werke, ist der 1948 erschienene Reisebericht &#8220;Wir fanden Menschen&#8221;, des 1904 geborenen deutschen Autors und späteren Journalisten Hans Wörner. Auf der Expedition durch das zerstörte Europa verarbeitet er seine Erfahrung aus der Kriegsgefangenschaft. Seine Schilderung der Verrohung von Menschen in Ausnahmesituationen ist einzigartig und lässt die, für unsere heutigen Augen vielleicht etwas zu harmlose Zeichnung der postatomaren Landschaft in den Hintergrund treten.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;">Leider ist der Roman seit fast zwanzig Jahren vergriffen und wirklich rar. Dieses zutiefst menschliche Werk hätte es mehr als verdient, wieder aufgelegt zu werden, vielleicht in einer Edition vergleichbarer, ebenfalls lange vergriffener Werke.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-3460" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="Zeichen des kreuzes" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/im-zeichen-des-kreuzes.jpg" alt="" width="134" height="200" />Die friedliche Nutzung der Kernenergie</h3>
<p style="text-align: justify;">Seit den frühen fünfziger Jahren wurde neben der militärischen Forschung auch der friedliche Einsatz praktisch erforscht und 1954 ging in der damaligen UDSSR das erste kommerzielle Atomkraftwerk ans Netz. Die Angst der Menschen vor der Strahlung und das Gespenst der Mutation ließ eine neue Welle von Szenarien entstehen. Dabei entstehen apokalyptische Horrorgeschichten, die an Zombiefilme erinnern genauso, wie monströse Mutationsthriller. Das Thema Mutanten greift rasend schnell um sich und erobert alle Medien. Die Variationen gehen von der japanischen Filmproduktion &#8220;Godzilla&#8221; von 1954, über George R. Smiths Roman &#8220;Das Geheimnis der Wunderkinder&#8221; aus dem Jahr 1959, bis hin zu bekannten Superhelden wie &#8220;Spider-Man&#8221;, der 1961 durch den Biss einer radioaktiv verstrahlten Spinne die Bühne des Marvel-Universums betreten hat.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;">Mutanten sind böse und hässlich oder edel und von der Gesellschaft geächtet. Auch in ihnen lebt die Angst der Menschen vor der atomaren Strahlung. Autoren, Filmemacher, Comiczeichner, Songwriter, sie alle verleihen ihren Gefühlen und ihrer Meinung eine Stimme.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><img class="size-full wp-image-3464 alignright" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="atomexplosion" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/atomexplosion.jpg" alt="" width="134" height="200" />Das Wettrüsten</h3>
<p style="text-align: justify;">1950 schürt der Koreakrieg den &#8220;Kalten Krieg&#8221; erneut an, der bis in die 80er Jahre andauern soll. Als 1954 die UDSSR mit ihren Wasserstoffbomben anscheinend mit den Vereinigten Staaten gleichzieht, ist das Wettrüsten als Instrument gegenseitiger Abschreckung nicht mehr aufzuhalten. Unter dem Eindruck der absurden Bedrohung des weltweiten Overkill und der überall schwelenden Krisenherde werden die Stimmen in der Öffentlichkeit immer lauter. In Deutschland veröffentlichen 1957 18 Physiker ein Manifest gegen den &#8220;Atomtod&#8221; und geben damit den Startschuß für eine breite politische Bewegung außerhalb der parteilich organisierten politischen Landschaft. Menschen aller Länder beginnen sich zu organisieren. Es ist die Geburtsstunde einer Revolution. Das Volk organisiert sich gegen Entscheidungen des Staates.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;">Erneut wird der atomare Holocaust zu einem Thema der Science Fiction Autoren, die ihre Stimme dieser Bewegung schenken. Carl Amery, Autor, Politiker, Umweltaktivist und Gründungsmitglied der Grünen schreibt 1975 den Roman &#8220;Der Untergang der Stadt Passau&#8221;. Ebenfalls ein herausragend guter Nachkatastrophen-Roman aus deutscher Feder, der eine Wiederauflage rechtfertigen würde.</p>
<h3 style="text-align: justify;">Die Utopie</h3>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;">Neben dem Strahlungs-Gespenst hat die unglaubliche Energie, die bei einer Kernspaltung entsteht, SF-Autoren aller Länder ebenso inspiriert. In unendlich vielen Romanen ziehen Maschinen, Roboter, Fahrzeuge und sogar ganze Raumschiffe und Stationen ihre Energie aus einer &#8211; mittlerweile  beherrschten &#8211; Atomkraft. Gerade in Japan, dem Land, das bisher weltweit am meisten unter den Folgen von Strahlung zu leiden hatte, stützt sich die boomende Wirtschaft auf die Kernenergie und atomgetriebene Maschinen halten auf geradezu propagandistische Art ihren Einzug in alle Medien. &#8220;Astroboy&#8221;, der atomgetriebene Roboter wird zu einem Comic-Held, der die Welt rettet und in einer Millionenauflage verbreitet wird.</p>
<h3 style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-3461" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="JAPAN-QUAKE-NUCLEAR-BLAST" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/Explosion.jpg" alt="" width="200" height="134" />Fukushima</h3>
<p style="text-align: justify;">Das postapokalyptische Thema war für mich immer ein sehr wichtiger und interessanter Aspekt der SF. Science Fiction als politisch engagierte Literatur im Sinne der Friedensbewegung, umweltaktivistischer Gruppierungen, der Grünen und im Sinne diverser außerparlamentarischer Organisationen. Science Fiction als Sprachrohr der Ängste und Bedenken der Mehrheit der Menschheit gegen die friedliche und militärische Nutzung von Atomkraft. Oft hatte ich beim Lesen Beklemmungen, manchmal empfand ich die Sätze einfach nur als unglaublich treffende schriftliche Fixierung meiner eigenen Gedanken. Bis heute ist das Thema aktuell. Mittlerweile hat es auch in neue Medien wie Computerspiele Einzug gehalten.</p>
<p style="text-align: justify;">Trotzdem kann kein Buch der Welt und keine Vorstellung den unglaublichen Schrecken, den die aktuelle Situation in Japan auf jeden einzelnen von uns ausübt, simulieren oder einfangen. Die Katastrophe in Fukushima hat jetzt schon mehr bewirkt, als alle fiktiven Geschichten, Verfilmungen oder Spiele. Sie hat unglaublich viele Menschen zum Nachdenken angeregt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich fürchte, dass auch das nicht von langanhaltender Wirkung sein wird. Wenn nicht globale Entscheidungen kleinen regionalen Muratorien folgen und wenn die Folgen vor der eigenen Haustüre nicht relevant sind, wird auch dieser Schock genauso schnell im Wirbel der Werbemaschinerie fortgewischt werden.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;">Egal wie das Ganze jetzt ausgeht, möchte ich auf die Kraft politisch motivierter Science Fiction nicht verzichten. Wenn die Geschichten auch in der Masse des Konsumviehs nicht viel bewegen, sind sie trotzdem ein wichtiger und guter Beitrag. Ich bitte nur um eines, versucht zu differenzieren zwischen wirklich guten Endzeitszenarien und dem bloßen Hintergrund für Ego-Shooter oder der heroisierten, idealisierten Film-Endzeit, in der Männer noch Männer sein können. Politisch motivierte SF ist anders, sie ist viel näher an Fukushima und an der schrecklichen Realität unserer kapitalistischen Gesellschaft, die das &#8220;Restrisiko&#8221; geringer als den Ertrag schätzt und in der Plutonium in Entsorgungsparks endgelagert wird, die von kernkraftgetriebenen Landschaftsgärtner-Robotern gepflegt werden.</p>
<h3 style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;">Drei aktuelle Lese-Empfehlungen</h3>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><a href="http://www.comicdealer.de/buecher/metro-2033/" target="_blank"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3477" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="metro2033" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/metro2033-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" />&#8220;Metro 2033&#8243;</a> von Dmitry Glukhovsky, ist ein aktueller Roman, der die Schrecken einer postatomaren Gesellschaft wirklich gut einfängt. Die Bilder, die beim Lesen vor dem inneren Auge entstehend sind düster und erschreckend. Auch wenn es eine Umsetzung als Computerspiel gibt, ist der Roman alles andere als oberflächlich und auf die Action reduziert.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-3478" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="menschen" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/menschen-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" />&#8220;Als es noch Menschen gab&#8221; von Clifford D. Simak, bei Heyne in der Reihe Meisterwerke der SF als aktuelle Auflage erhältlich, ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, die sich thematisch zu einem Ganzen verknüpfen. Acht Stories und der Epilog erzählen aus einer Zeit lange nach der Menschheit unsere Geschichte. Der Episodenroman ist nicht in diesem Sinne ein Nachkatastrophenroman, aber trotzdem ein beeindruckendes Endzeitepos. Viele Aspekte meines oben gesagten treffen auch darauf zu und ich finde dieses &#8220;Meisterwerk&#8221; in jedem Fall wichtig und lesenswert.</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1.0cm;"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3479" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="strasse" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/strasse-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" />&#8220;Die Straße&#8221; von Cormac McCarthy sollte jeder gelesen haben. Der wie ein Road-Movie gehaltene Roman von 2006 ist einer der besten Endzeitromane, die ich je gelesen habe. McCarthy gelingt es die Reise von Vater und Sohn durch die zerstörte Welt so eindrucksvoll zu schildern, dass man beim Lesen immer wieder einhalten muß, um das Gelesene zu verdauen. Die Reise ist ein Weg durch eine Endzeit-Film-Kulisse, kommt aber ohne viel Action aus und schöpft die Kraft eher aus inneren Monologen und ruhigen, gewaltigen Bildern. Einfach beeindruckend und gewaltig. Nur bitte lest das Buch nicht, wenn ihr gerade schlecht drauf seid.</p>
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		<title>Ein Tripp in die Vergangenheit</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 12:14:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
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		<category><![CDATA[Robert Crump]]></category>
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		<description><![CDATA[Danke für den Hinweis, Mr Endres! In der Masse der Neuerscheinungen ist es mir entgangen, dass ein Stück meiner &#8220;Jugend&#8221; wieder neu aufgelegt worden ist. Die Universal-Schraubenschlüssel-Bande, wie der damalige Titel lautet war seit Mitte der Neunziger vergriffen und wirklich schwierig zu besorgen. Das Buch hatte viele Freunde von mir und mich selbst unglaublich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/hayduke.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-2608" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="hayduke" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/hayduke.gif" alt="" width="164" height="164" /></a>Danke für den Hinweis, <a title="Mr Endres" href="http://www.christianendres.de/" target="_blank">Mr Endres</a>! In der Masse der Neuerscheinungen ist es mir entgangen, dass ein Stück meiner &#8220;Jugend&#8221; wieder neu aufgelegt worden ist. Die Universal-Schraubenschlüssel-Bande, wie der damalige Titel lautet war seit Mitte der Neunziger vergriffen und wirklich schwierig zu besorgen. Das Buch hatte viele Freunde von mir und mich selbst unglaublich in den Bann geschlagen. Ans Buch angelehnte Spitznamen wie Hayduke und über Jahre hinweg seltsame Geburtstagsgeschenke, wie Bolzenschneider und anderes Sabotagewerkzeug. (ganz liebe Grüße an has_olo, von dem der Tip ursprünglich kam <img src='http://www.comicdealer.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  )</p>
<p style="text-align: justify;">Im Walde+Graf Verlag ist jetzt eine wunderbare neue Ausgabe dieses sehr unterschiedlich aufgenommenen &#8220;Klassikers&#8221; erschienen. Eine vom Meister Robert Crump, seinerzeit 1985, zum zehnjährigen Jubiläum, congenial illustrierte Ausgabe. Mit der ursprünglichen Übersetzung aus dem rororo Verlag, unter dem Titel: &#8220;Die Monkey Wrench Gang&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Roman von Edward Abbey ist die  anarchistisch-wahnwitzige Geschichte einer Gruppe von Öko-Aktivisten. Abbeys Version dieses Themas war seiner Zeit weit voraus und sein Erzählstil entbehrt jeglicher Ernsthaftigkeit. Erfrischend locker und unterhaltsam, von vielen Kritikern als platt und dem Thema nicht angemessen bezeichnet, für mich und eine große Gemeinde echter Fans,  aber ein absolutes Kultbuch. Schnell, spannend&#8230; und prägend.</p>
<p style="text-align: justify;">Für einen alten Robert Crump Fan wie mich, ist es wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest, dass die Jubiläumsausgabe jetzt auch auf deutsch in gelungenem Gewand erstrahlt.</p>
<p style="text-align: justify;">Lest es, oder lasst es. Ich freu mich und ihr wisst ja nicht, was euch entgeht.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/Zaun1.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2626" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="Zaun" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/Zaun1.jpg" alt="" width="164" height="168" /></a>&#8220;Da kann man einfach nix falsch machen, beim Zaunschneiden&#8221;, wiederholte Smith, der sich für seine Aufgabe zu erwärmen begann (Pling!) &#8220;Schneid jeden Zaun durch. Das ist ein Gesetz, jedenfalls westlich vom hundertsten Meridian.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Die Monkey Wrench Gang“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Die Monkey Wrench Gang“ bei  Comicdealer bestellen">Die Monkey Wrench Gang</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 0cm;"><a title="„Die Monkey Wrench Gang“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Die Monkey Wrench Gang“ bei  Comicdealer bestellen">Abbey, Edward mit Illustrationen von Crump, Robert</a></p>
<p style="text-align: justify; margin-bottom: 1cm;"><a title="„Die Monkey Wrench Gang“ bei Comicdealer bestellen" href="Mailto:bernie@comicdealer.de?subject=„Die Monkey Wrench Gang“ bei  Comicdealer bestellen">Walde+Graf, 2010 € 24,95</a></p>
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		<title>Infrastrukturen</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 20:29:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gerd]]></category>
		<category><![CDATA[persönlich]]></category>

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		<description><![CDATA[Die state Zeit ist gekommen und ich habe ein wenig Muße. Zeit um nachzudenken und die Gedanken zu sortieren. Dabei ist so etwas wie ein Jahresrückblick und ein Vorsatz herausgekommen. Das Jahr 2009 war für uns als kleinen Laden nicht unbedingt einfach. Auch wenn wir uns nach bestem Wissen und Gewissen bemüht haben, den Wünschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-4893" style="margin-left: 2px; margin-right: 2px;" title="Frankenrechen" src="http://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/Frankenrechen.png" alt="" width="134" height="152" />Die state Zeit ist gekommen und ich habe ein wenig Muße. Zeit um nachzudenken und die Gedanken zu sortieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Dabei ist so etwas wie ein Jahresrückblick und ein Vorsatz herausgekommen. Das Jahr 2009 war für uns als kleinen Laden nicht unbedingt einfach. Auch wenn wir uns nach bestem Wissen und Gewissen bemüht haben, den Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden und unserem gemeinsamen Lieblingsgenre, der Phantastik, ein würdiges zu Hause zu bieten, sind wir mit unseren Anstrengungen nicht immer erfolgreich gewesen. Wie unterschiedlich unser Wirken aufgenommen wird, hat sich zum Teil auch in Reaktionen hier auf unserer Seite widergespiegelt. In Zeiten der Rezession und der Angst vor wirtschaftlichem Niedergang treten die Veränderungen in den Sichtweisen und Gewohnheiten noch deutlicher hervor. Der Wandel im Kaufverhalten ist sicher nicht mehr vollständig umzukehren. Die stetig wachsende Rolle von Online Shops und vor allem die Möglichkeit globalen Shoppings und sekundenschnell abrufbarer Preisvergleiche macht die Reste der lokalen Infrastruktur zu Dinosauriern, die dem Wandel der ökonomischen Evolution nicht folgen können. Die oberflächliche und Suchmaschinen-optimierte Informationsbeschaffung macht es scheinbar unendlich leicht den Schnäppchen der Welt hinterher zu surfen. Was dabei vollkommen in Vergessenheit gerät, ist, dass die fast schon völlig zerschlagenen Strukturen lebendiger Ortschaften und Stadtteile durchaus auch ihre Vorteile haben. Im Bewusstsein der meisten Menschen haben die kleinen Geschäfte in ihrer Nachbarschaft fast vollständig aufgehört zu existieren. Weder die auf der Hand liegenden praktischen Vorteile, noch ein regionaler oder sogar persönlicher Bezug kann an dieser Entwicklung etwas ändern. Ich gebe zu, dass diese Entwicklung weder neu noch besonders überraschend ist. Dennoch muss ich sie nicht mögen und auch nicht als unumstößlich akzeptieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Für mich persönlich ist der direkte Kontakt zu Menschen, und dazu gehören für mich eben auch die Menschen, die Produkte verkaufen, die ich erwerben will oder muss, nicht nur ein peripherer Luxus, sondern definitiv Lebensqualität. Wie kann ich mich überrascht geben, wenn alles um mich herum immer schneller, immer unpersönlicher und immer leerer wird, wenn ich selbst meine Beziehungen zu Mitmenschen vernachlässige und bewusst die Drähte zu meiner eigenen kleinen Welt durchtrenne. Ich muss nicht neidvoll gen Süden blicken, nach dem Urlaub beeindruckt von dem netten und gemütlichen Leben in irgendeinem italienischen Fischerdorf, wenn ich gleichzeitig, kaum wieder zu Hause zum Discounter hetze um meine Lebensmittelvorräte möglichst billig und geschmacksneutral aufzufüllen. Billige Bio-Äpfel aus Neuseeland, eingeschweißtes Fleisch von amerikanischen Rindviechern und mittelmäßigen Wein aus Kalifornien, möglichst gefällig und unkompliziert.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich will es nicht glauben, dass es so sein muss. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, die Kultur der regionalen Produkte und der ansäßigen Unternehmen zu retten. Selbstverständlich bin ich nicht so größenwahnsinnig zu einem Boykott gegenüber Discountern und Internetgiganten aufzurufen. Das bringt nichts und ist verdampfte negative Energie. Ich möchte das Pferd andersherum aufzäumen und positiv an die Sache herangehen. Statt zu meckern, empfehlen. Es gibt so viele regionale Unternehmen, die wir hochhalten sollten, die viel zu wenig bekannt sind, oder bei denen wir uns schlichtweg noch gar keine Gedanken darüber gemacht haben, dass sie die regionale Alternative zum großen Konzern sind und damit unsere Treue und unsere Unterstützung verdient haben. Selbstverständlich ist nah nicht immer gut, aber genau deswegen möchte ich an dieser Stelle die Diskussion antreten. Ich selbst kenne viele kleine und große Läden und Unternehmen, die mein persönliches Vertrauen haben und die ich empfehlen und propagieren möchte. Sei es das Cineworld als regionales Familienunternehmen vs Cinemaxx als überregionalen Konzern oder H2O als Alternative zum CD Kauf bei Mediengiganten. Wenn euch zu diesem Thema sinnvolle persönliche Tipps und Empfehlungen einfallen, würde ich mich sehr freuen. Ich kann mir vorstellen, auf diese Art durchaus die Gewohnheiten des einen oder anderen zu beeinflussen und auf diese Weise etwas dafür zu tun, dass unser aller Leben wieder ein wenig gemütlicher, persönlicher und erfüllter wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Um einen Anfang zu machen, möchte ich ein paar kleine Läden nennen, die interessante Nischen besetzen und vielleicht nicht bei Allen bekannt sind.</p>
<p style="text-align: justify;">H2O<br />
Wer Lust hat, gemütlich durch tausende von CDs zu blättern, mit netten Leuten zu tratschen, viel Sachverstand und Fachkompetenz zu bekommen, der sollte sich ein wenig Zeit nehmen und in der Karmelitenstraße beim H2O vorbeischauen. Vielleicht gibt es da nicht den neuesten Mainstream, aber bestimmt das ein oder andere Schmankerl für Jedermann. Und sicher auch ein, zwei Schnäppchen <img src='http://www.comicdealer.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align: justify;">Wein<br />
Wer wird denn in die Ferne schweifen&#8230; Im Süden freuen wir uns oft über die unkomplizierte Direktvermarktung regionaler Weine. Ich halte mich da in keinster Weise heraus. Wieder zu Hause wird dann aber doch wieder im Discounterregal zugegriffen. WIR SIND HIER IN FRANKEN! Habt ihr euch schon mal umgesehen, wie viele kleine Winzer oder lokale Zusammenschlüsse günstig hervorragende Qualität direkt vermarkten? Fangt mal in Randersacker mit den &#8220;Trockenen Schmitts&#8221; an. Da kann man sogar noch mit dem Fahrrad leicht hinkommen, um dem Argument der Erreichbarkeit zuvorzukommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Fleisch<br />
Wer nicht gerade Vegetarier ist, wird in Restaurants mit fränkischer Küche im Umfeld von Würzburg mit Sicherheit wirklich gut und günstig fündig. Viele der Wirte beziehen ihre Nahrungsmittel aus der Region und fahren damit sicher nicht schlecht. Ganz anders sind die Gewohnheiten beim Einkauf für den Eigenbedarf. Wenn die Produkte vom Metzger in der Wirtschaft schmecken, warum dann nicht auch zu Hause? Es ist einfach viel zu praktisch, im Supermarkt ins Kühlregal zu greifen. In Wirklichkeit ist es aber noch viel schöner, wenn das Fleisch auch noch nach Fleisch schmeckt und nicht die Hälfte seines Volumens in Form von Wasser in der Pfanne verliert. Probierts mal aus. In Würzburg Lengfeld beim &#8220;Goldenen Hirschen&#8221; gibt es leckere deftige fränkische Kost und obendrein ist die Wurst und das Fleisch aus der eigenen Metzgerei superlecker und keinen Cent teurer als im Supermarkt.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Anfang ist gemacht. Mehr soll es auch nicht sein. Ich würde mich sehr freuen, wenn zu diesem Thema möglichst viele Antworten eingehen würden. Vielleicht kann man sogar eine dauerhafte Einrichtung daraus machen mit einer Art wachsenden Datenbank persönlicher Tipps für uns alle. Für mehr Gemütlichkeit und mehr südliche Gelassenheit in unserer Nähe.</p>
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		<title>Wahnsinn in Essen &#8230;Impressionen von der Spiel &#8217;09 mit Comic-Action</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 18:09:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gerd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brettspiele]]></category>
		<category><![CDATA[Gerd]]></category>
		<category><![CDATA[Kartenspiele]]></category>
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		<description><![CDATA[Donnerstag war ich auf der diesjährigen &#8220;Spiel&#8221; in Essen. Die weltweit größte Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele, so lautet die Selbstdefinition. Eigentlich war das all die Jahre immer ganz nett am Donnerstag dort zu sein, weil ab Freitag Mittag einfach der Besucheransturm gigantisch ist. All die Jahre bin ich am Donnerstag angekommen, habe einen Parkplatz relativ nah [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Donnerstag war ich auf der diesjährigen &#8220;Spiel&#8221; in Essen. Die weltweit größte Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele, so lautet die Selbstdefinition.</p>
<p>Eigentlich war das all die Jahre immer ganz nett am Donnerstag dort zu sein, weil ab Freitag Mittag einfach der Besucheransturm gigantisch ist. All die Jahre bin ich am Donnerstag angekommen, habe einen Parkplatz relativ nah am Eingang bekommen, bin gemütlich über die Messe geschlendert und habe mein Pläuschchen mit alten Bekannten gehalten. Die Messe war für mich immer eine recht entspannte Möglichkeit, mich über Neuerscheinungen und deren Relevanz für unseren Laden zu informieren, alte Bekanntschaften zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen.</p>
<p>Der Verkaufsrummel war dabei ein erträgliches Übel, trotz mancher Ärgernisse, wie den Ramschpreisen für Ware, die man als Händler selbst im Laden stehen hat und deren Preis dort quasi stündlich verfällt, oder der Verkauf von Novitäten in gigantischen Mengen, die noch gar nicht an den Handel ausgeliefert waren. In den letzten Jahren hatte sich das für mich in erster Linie relevante Segment des Spielwarenhandels, die Rollenspiele, zunehmend an die Gepflogenheiten des Buchhandels angenähert. Printprodukte mit Preisbindung und kein Messeverkauf vor Auslieferung an den Handel. Über die paar Idioten von Spieleverlegern, die meinen, sie müssten ihrem eigenen verbreitenden Handel schaden und die Preise für ein paar schnelle Euro verfallen lassen, konnte man hinwegsehen.</p>
<p>Ja.</p>
<p>Und dann 2009.</p>
<p>Es ist ja eine Besuchermesse. Da gelten Besucherzahlen und Händlerumsätze. Also legen wir die &#8220;Spiel &#8217;09 mit Comic-Action&#8221; in die Herbstferien. Weiß man als Bayer halt nicht, dass da oben Herbstferien sind. Hätte man sich vielleicht auch nichts dabei gedacht, wenn man es gewusst hätte.</p>
<p>Fehler.</p>
<p>Ich hätte schon misstrauisch werden sollen, als diesmal alle Parkplätze voll waren und ich mein Auto weit entfernt &#8211; ohne Shuttlebus &#8211; abstellen mußte. Dass mir am <span style="text-decoration: underline;">Eingang</span> um diese Uhrzeit (ca 10.40 Uhr) bereits Scharen von Besuchern, mit zehn oder mehr bis zum bersten mit Schnäppchen vollgestopften Alditüten <span style="text-decoration: underline;">entgegenkamen</span>, hätte mir Warnung genug sein sollen. Blind und ahnungslos habe ich mich in mein Schicksal begeben.</p>
<p>Unfassbar, was da bereits am Donnerstag los war. Nachdem man sich einmal in das Gewimmel der ersten Halle gestürzt hatte, war einem die Entscheidung eh abgenommen, was, wie und wann geschehen sollte. Fest eingekeilt in ein schwitzendes, stinkendes Knäuel von Spielern wie aus dem Bilderbuch trieb man auf einem träge dahinströmenden Gewirr anderer solcher Knäuel. Meter um Meter vorbei an Ständen und Spielflächen, ohne eine Chance sich selbstständig zu befreien oder an irgendeiner selbstgewählten Stelle anzuhalten, geschweige denn zu kommunizieren. Eine halbe Stunde später trieb ich das erste mal, sehr zu meiner Überraschung, am Eingang vorbei. Ich war im Kreis geschwommen, obwohl ich die Messe seit vielen Jahren besuche und mich eigentlich wirklich gut auskenne. Na gut ein neuer Anlauf.</p>
<p>Eingekeilt in Menschenknäuel, vorbei an Kinderwagen (wer kann eigentlich so bescheuert sein, seinem Nachwuchs so eine Tortur zuzumuten und ihn in einen solchen Menschenmahlstrom mitnehmen), vorbei an verzweifelten umherwirbelnden Rollstuhlfahrern, die völlig außer Kontrolle wie aus der Umlaufbahn geworfene Sateliten umhertrudeln. Nach gut anderthalb Stunden war ich das erste Mal quer durch die Hallen getrieben und eigentlich nervlich völlig am Ende und absolut ohne Ergebnis. Kein Gespräch, kein Spiel gespielt und eigentlich auch außer den Gerüchen und Geräuschen der diversen Knäuel keine Eindrücke aufgenommen.</p>
<p>Ich bin dann gegen vier wieder gefahren. Frustriert, genervt und mit dem festen Vorsatz, nie mehr nach Essen zu fahren, wenn die Spieletage in die Herbstferien fallen.</p>
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