Kultur

Wir sind keine Barbaren

30. August 2016   noch keine Stimmen

Das in den Fünfzigern gegründete  Torturmtheater in Sommerhausen ist spätestens seit den Siebzigern eine feste Größe. Veit Relins Ruf als enfant terrible, seine eigenwillige, sogar egozentrische Art machte den Künstler zur Ikone. Kantig, nonkonform und immer ein bisschen anders als erwartet. Seit seinem Tod vor drei Jahren hat seine Witwe, Angelika Relin, die Leitung des Theaters – und damit den Erhalt einer kulturellen Institution übernommen, die weit über die Grenzen des Frankenlandes hinaus berühmt ist.

Solltet ihr also das schöne, mittelalterliche Städtchen Sommerhausen mal für einen Wochenendbesuch in Betracht ziehen, dann auf jeden Fall unter Berücksichtigung des Torturmtheaters. Vor allem jetzt – bald. Denn im Moment wird – noch bis 1. Oktober – ein Stück aufgeführt, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Mal den Spielfilm- und Serienwust hinter sich lassen und ein bisschen Kultur im Alltag erfahren. Mal über den Tellerrand hinausschauen. Auch wenn ihr Theater mit gezwungenen Klassenbesuchen altbackener Inszenierungen verbindet und so etwas nie mehr machen wolltet, kann ich euch diese Praline nur dringend nahelegen.

Wir sind keine Barbaren von Philipp Löhle ist unterhaltsam, witzig, hart, traurig, provokant, genial… Ein tragisch-komisches Kammerspiel, das den Zuschauer zum Lachen bringt und den nächsten Lacher im Halse stecken bleiben lässt. Soziale und politische Differenzen und Probleme unserer Zeit – Themen die uns beschäftigen, beunruhigen und ein ganzes Volk zerreißen und spalten – heruntergebrochen auf eine Nachbarschaft: zwei Paare – vier Personen. Trefflich inszeniert unter der Regie von Ercan Karacayli und brilliant dargestellt von Katharina Friedl, Michaela Weingartner, Martin Herse und Norbert Ortner.

Also nicht zögern, sondern mal vor der oder dem Liebsten glänzen und einen Kulturabend eingelegt.

30. August 2016   noch keine Stimmen

Das in den Fünfzigern gegründete  Torturmtheater in Sommerhausen ist spätestens seit den Siebzigern eine feste Größe. Veit Relins Ruf als enfant terrible, seine eigenwillige, sogar egozentrische Art machte den Künstler zur Ikone. Kantig, nonkonform und immer ein bisschen anders als erwartet. Seit seinem Tod vor drei Jahren hat seine Witwe, Angelika Relin, die Leitung des weiterlesen…

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