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Marktreport I: Buchhandel zwischen Kultur und Kommerz | comicdealer.de
  • November 2018
    Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag
    29. Oktober 2018 30. Oktober 2018

    19:00: Spieleabend in der KHG

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    19:00: TabletopClub Würzburg

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    18:00: Die Spielbar

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    19:00: Brot-und-Spiele-Treffen

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    11:00: Key Forge Pre Release

    11:00: Key Forge Pre Release
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  • Marktreport I: Buchhandel zwischen Kultur und Kommerz

    von am 8. Juli 2018

    Kulturgut Buch

    In Europa, speziell in Deutschland, hat das geschriebene Wort einen Sonderstatus. Bücher sind gesetzlich als "Kulturgut" verankert. Ein stark verminderter Mehrwertsteuersatz, gebundene Verkaufspreise und verbindliche Erstverkaufstage sollen diesem Status gerecht werden. Jeder Bürger soll zur gleichen Zeit, an jedem Ort und zu festem Preis Zugriff auf die gesamte literarische Vielfalt haben. Eine schöne Idee und eine gute Sache. Aber auch eine große Verantwortung.

    Wo Rechte sind, gibt es auch Pflichten. Pflichten für diejenigen, denen Vergünstigungen zu Gute kommen: den Lesern und natürlich auch dem Buchhandel und den Verlagen. Wenn eine Ware den Status "Kulturgut" verdient hat, bedeutet das nicht automatisch, dass dieses Prädikat für alle Zeiten Gültigkeit behält. Für eine derartige Einstufung müssen entsprechende Kriterien erfüllt werden.

    Rückgehende Verkaufszahlen

    Allenthalben bejammert der Buchhandel und mit ihm kulturell orientierte Medien den dramatischen Rückgang der Verkaufszahlen im Buchhandel (inklusive ebooks!). Da wird das Schreckgespenst der geistigen und kulturellen Verarmung beschworen. Ganz ehrlich? Vielleicht sollten wir auch einmal die andere Seite betrachten. Den lieblosen Umgang mit einer Konsumware. Es sollte zum Selbstverständnis der Verleger und Buchhändler gehören, mit einer besonders wertvollen Ware respektvoll und mit dem nötigen Feingefühl umzugehen. Egal welches Genre oder welcher Anspruch, Bücher sind nur so lange "Kulturgut", wie sie auch als solches – mit Sorgfalt und Achtung – behandelt werden. Man kann Kultur nicht gewinnoptimieren, denn Kultur birgt Vielfalt und Schönheit als Selbstzweck in sich. Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewußtsein sollten selbstverständlich sein.

    Ein lieferbar gehaltenes Kernsortiment wichtiger Klassiker gehört ebenso zu solchem Denken und Handeln, wie eine gewisse Konstanz in der Veröffentlichung von Reihen oder Zyklen. Statt dessen gehören Missstände zum Standard, wie unvollendete Trilogien, fragmentarische Werkausgaben, gar nicht oder inkompetent lektorierte Werke und völlig unzureichende Übersetzungen. Das Geschäft mit der Ware Buch lebt von einem aberwitzigen Ausstoß möglichst billig produzierterter überteuerter, unnötig zum Überformat aufgeblasener Neuerscheinungen. Was älter als vier Wochen ist, verschwindet bereits in der Anonymität der Backlist – und macht der nächsten Welle Platz. Wie bitte schön, soll ein solch liebloser Umgang mit einer Ware auf Gegenliebe bei den Lesern stoßen?

    Entkopplung

    Wenn eine ganze Branche pauschal subventioniert und gefördert wird, muss sie sich im Gegenzug dieser Förderung würdig erweisen. Die Reduzierung der Ware Buch zum Konsumartikel, das mangelnde Kulturbewußtsein bei Verlagen, der Wandel des Buchhandels zu Supermärkten und Einkaufsketten, all dies zeigt deutlich, dass der Status "Kulturgut" längst nicht mehr gerechtfertigt ist.

    Was ich damit sagen will, ist nicht, dass ich auf diese Stütze verzichten möchte. Ich denke vielmehr, dass es allerhöchste Zeit ist, sich von der Pauschalisierung zu verabschieden, die unter dem Deckmäntelchen der "Gleichheit aller" zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Mit gleichem Maß zu messen, zu normen, zu regulieren, gibt leider nicht allen die gleiche Chance, sondern macht nur alles gleich. Vielfalt und Mannigfaltigkeit kann man nicht regulieren, ohne sie zu beschneiden. Deshalb muss dringend eine Entkopplung von Kommerz und Subventionierung eines "Kulturgutes" garantiert werden. Es darf nicht sein, dass Konzerne mit der ausgewiesenen Zielgebung der Gewinnoptimierung den Schutz eines Gesetzes nur zu ihrem Vorteil nutzen, das den Erhalt der kulturellen Vielfalt sichern soll.

    Wege aus der Krise

    Danke an dieser Stelle an den brillianten Geist Denis Scheck, der in seiner wunderbaren Sendung "Druckfrisch" mit Humor und Finesse die Bestsellergläubigkeit des Buchhandels bloßstellt und demontiert. Bücher sind nicht immer einfach zu konsumieren, aber eine persönliche Bereicherung für denjenigen, der sich mit ihnen beschäftigt. Bücher lassen unsere Phantasie erblühen und schenken uns Zeit, die wir mit ihnen verbringen.

    Beides wertvolle Güter in unserer heutigen Welt.

    • Kategorie: Bücher , Kultur
    • Kommentare deaktiviert für Marktreport I: Buchhandel zwischen Kultur und Kommerz

    von am 8. Juli 2018

    Kulturgut Buch

    In Europa, speziell in Deutschland, hat das geschriebene Wort einen Sonderstatus. Bücher sind gesetzlich als "Kulturgut" verankert. Ein stark verminderter Mehrwertsteuersatz, gebundene Verkaufspreise und verbindliche Erstverkaufstage sollen diesem Status gerecht werden. Jeder Bürger soll zur gleichen Zeit, an jedem Ort und zu festem Preis Zugriff auf die gesamte literarische Vielfalt haben. Eine schöne Idee und eine gute Sache. Aber auch eine große Verantwortung.

    Wo Rechte sind, gibt es auch Pflichten. Pflichten für diejenigen, denen Vergünstigungen zu Gute kommen: den Lesern und natürlich auch dem Buchhandel und den Verlagen. Wenn eine Ware den Status "Kulturgut" verdient hat, bedeutet das nicht automatisch, dass dieses Prädikat für alle Zeiten Gültigkeit behält. Für eine derartige Einstufung müssen entsprechende Kriterien erfüllt werden.

    Rückgehende Verkaufszahlen

    Allenthalben bejammert der Buchhandel und mit ihm kulturell orientierte Medien den dramatischen Rückgang der Verkaufszahlen im Buchhandel (inklusive ebooks!). Da wird das Schreckgespenst der geistigen und kulturellen Verarmung beschworen. Ganz ehrlich? Vielleicht sollten wir auch einmal die andere Seite betrachten. Den lieblosen Umgang mit einer Konsumware. Es sollte zum Selbstverständnis der Verleger und Buchhändler gehören, mit einer besonders wertvollen Ware respektvoll und mit dem nötigen Feingefühl umzugehen. Egal welches Genre oder welcher Anspruch, Bücher sind nur so lange "Kulturgut", wie sie auch als solches – mit Sorgfalt und Achtung – behandelt werden. Man kann Kultur nicht gewinnoptimieren, denn Kultur birgt Vielfalt und Schönheit als Selbstzweck in sich. Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewußtsein sollten selbstverständlich sein.

    Ein lieferbar gehaltenes Kernsortiment wichtiger Klassiker gehört ebenso zu solchem Denken und Handeln, wie eine gewisse Konstanz in der Veröffentlichung von Reihen oder Zyklen. Statt dessen gehören Missstände zum Standard, wie unvollendete Trilogien, fragmentarische Werkausgaben, gar nicht oder inkompetent lektorierte Werke und völlig unzureichende Übersetzungen. Das Geschäft mit der Ware Buch lebt von einem aberwitzigen Ausstoß möglichst billig produzierterter überteuerter, unnötig zum Überformat aufgeblasener Neuerscheinungen. Was älter als vier Wochen ist, verschwindet bereits in der Anonymität der Backlist – und macht der nächsten Welle Platz. Wie bitte schön, soll ein solch liebloser Umgang mit einer Ware auf Gegenliebe bei den Lesern stoßen?

    Entkopplung

    Wenn eine ganze Branche pauschal subventioniert und gefördert wird, muss sie sich im Gegenzug dieser Förderung würdig erweisen. Die Reduzierung der Ware Buch zum Konsumartikel, das mangelnde Kulturbewußtsein bei Verlagen, der Wandel des Buchhandels zu Supermärkten und Einkaufsketten, all dies zeigt deutlich, dass der Status "Kulturgut" längst nicht mehr gerechtfertigt ist.

    Was ich damit sagen will, ist nicht, dass ich auf diese Stütze verzichten möchte. Ich denke vielmehr, dass es allerhöchste Zeit ist, sich von der Pauschalisierung zu verabschieden, die unter dem Deckmäntelchen der "Gleichheit aller" zu einer globalen Bedrohung geworden ist. Mit gleichem Maß zu messen, zu normen, zu regulieren, gibt leider nicht allen die gleiche Chance, sondern macht nur alles gleich. Vielfalt und Mannigfaltigkeit kann man nicht regulieren, ohne sie zu beschneiden. Deshalb muss dringend eine Entkopplung von Kommerz und Subventionierung eines "Kulturgutes" garantiert werden. Es darf nicht sein, dass Konzerne mit der ausgewiesenen Zielgebung der Gewinnoptimierung den Schutz eines Gesetzes nur zu ihrem Vorteil nutzen, das den Erhalt der kulturellen Vielfalt sichern soll.

    Wege aus der Krise

    Danke an dieser Stelle an den brillianten Geist Denis Scheck, der in seiner wunderbaren Sendung "Druckfrisch" mit Humor und Finesse die Bestsellergläubigkeit des Buchhandels bloßstellt und demontiert. Bücher sind nicht immer einfach zu konsumieren, aber eine persönliche Bereicherung für denjenigen, der sich mit ihnen beschäftigt. Bücher lassen unsere Phantasie erblühen und schenken uns Zeit, die wir mit ihnen verbringen.

    Beides wertvolle Güter in unserer heutigen Welt.

    • Kategorie: Bücher , Kultur
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