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  • Monatsarchiv für Juli 2018

    Harlan Ellison 1934 – 2018

    von am 2. Juli 2018 Kommentare deaktiviert für Harlan Ellison 1934 – 2018

    Er war der Meister der kurzen Form. Seine Stories, Essays, Comics, Drehbücher, Vorworte, Interviews, Rezensionen usw. waren immer mindestens großartig. Die „Great American Novel“ jedoch war von ihm nicht zu erwarten. Dazu hatte er einfach nicht die Geduld.
    Harlan Ellison war der „King of Pop“ der amerikanischen Science Fiction. Er war einer der am meisten mit Preisen überhäuften Autoren der Gegenwart. Er war überall zuhause, kein Genre war ihm fremd, doch seine Liebe galt der phantastischen Kunst in all ihren Ausprägungen. Diese Liebe wurde erwidert. Für viele Genre-Künstler war er Vorbild, Freund und Förderer – und für viele Kritiker war er die Nemesis an der sie sich ihr Leben lang abarbeiteten. Und Ellison ging keinem Kampf, keiner Herausforderung, keiner Konfrontation jemals aus dem Weg! Legendär wurden seine Prozesse gegen Giganten der Branche wie CBS, Warner, Paramount oder James Cameron, aber auch Kollegen wie Charles Platt oder Connie Willis konnten mit einem Satz oder einer leichtsinnig geäußerten Kritik sein Missfallen erregen.
    Ellison war ein Sammler: Sein Haus nannte er zuerst (niemals einem Wortspiel abgeneigt) „Ellison Wonderland“, nur um es dann in „The Lost Aztec Temple of Mars“ umzutaufen. Seine Sammlung enthielt angeblich mehr als 750.000 Einzelstücke.
    Ellison war fünf Mal verheiratet. Er schrieb mehrere hundert Kurzgeschichten. Er „erfand“ die literarische Fernsehkritik. Er las dutzende von Hörbüchern ein. Er gab Schreibkurse und schrieb selbst im Schaufenster eines Kaufhauses. Er war der Herausgeber der zwei wichtigsten Science-Fiction-Anthologien: DANGEROUS VISIONS und AGAIN, DANGEROUS VISIONS.
    Am 28. Juni 2018 vollendete Harlan Ellison dann schließlich doch noch ein monumentales Epos: den Roman seines Lebens. Es ist eine „Great American Novel“ geworden.
    I love Harlan. He is my big brother from another mother. He’s willing to slap me upside the head whenever (he thinks) I need it.” David Gerrold, „Foreword” in: Nat Segaloff – A LIT FUSE. (S. 14)
     
    Horst Illmer

    Danke an Horst für diesen Nachruf und für die folgende Rezension des einzigen derzeit lieferbaren Bandes von Harlan Ellison in deutscher Sprache.

    Gerd

    2. Juli 2018 und Kommentare deaktiviert für Harlan Ellison 1934 – 2018

    Er war der Meister der kurzen Form. Seine Stories, Essays, Comics, Drehbücher, Vorworte, Interviews, Rezensionen usw. waren immer mindestens großartig. Die „Great American Novel“ jedoch war von ihm nicht zu erwarten. Dazu hatte er einfach nicht die Geduld.
    Harlan Ellison war der „King of Pop“ der amerikanischen Science Fiction. Er war weiterlesen…

    Ich muss schreien und habe keinen Mund

    von am 2. Juli 2018 Kommentare deaktiviert für Ich muss schreien und habe keinen Mund

    Harlan Ellison
    ICH MUSS SCHREIEN UND HABE KEINEN MUND
    Ü: Diverse
    (Best of Collection)
    München, Heyne, 2014, 670 Seiten
    ISBN 978-3-453-31557-0 / 18,99 Euro

     

    Auf dieses Buch mussten die deutschen Science-Fiction-Fans mehr als vierzig Jahre warten! Tatsächlich erschienen die beiden einzigen deutschsprachigen Sammelbände mit Texten von Harlan Ellison in den Jahren 1972 und 1973 – und das war‘s dann.
    Jede einzelne der zwanzig Erzählungen, die in dem Kurzgeschichtenband „Ich muss schreien und habe keinen Mund“ enthaltenen ist, macht einem nun diese Fehlstelle in der persönlichen Lektüre-Historie schmerzlich bewusst – und vervielfacht so auf paradoxe Weise sogar noch den Genuss beim Lesen.

    Da es sich hier um ein Buch jenes Mannes handelt, der aus seinem Namen ein Markenzeichen (im wahrsten Sinne des Wortes) gemacht hat, eines Schriftstellers, der in seiner Heimat unter anderem auch dafür bekannt ist, dass seine Kurzgeschichtensammlungen manchmal mehr Text in den Vorworten, Einführungen, Anmerkungen und Ergänzungen enthalten als in den Stories, verbietet es sich fast von selbst, einfach nur eine Rezension über diesen in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Sammelband zu schreiben.

    Dankenswerter Weise konzentrierte man sich bei Heyne darauf, zwanzig Erzählungen aus einem Fundus von mehr als 1700 Texten auszuwählen und diese in exzellenten Übersetzungen (In der Reihenfolge ihres Auftretens: Hannes Riffel, Wulf Bergner, Alfred Scholz, Bernhard Kempen, Eva Malsch, Stefan Bauer, Nils Henning von Hugo, Leni Sobez, Laura Gutmann, Birgit Reß-Bohusch, Bernd W. Holzrichter, Irene Bonhorst, Heiko Langhans und Thomas Tebbe) in ihrer „Reinform“ zu präsentieren. Das erleichterte die Entscheidung, diese Würdigung von Autor und Buch einmal auf eine etwas ausführlichere Art zu versuchen.

    Mephisto in Onyx (1993)

    Der Comiczeichner und Filmregisseur Frank Miller schrieb über die Empfindungen, die ihn bei dieser Geschichte überkamen: „Harlans Beschreibung eines Gefängnisbesuchs wirkt so unendlich viel eloquenter und wirklicher als die meinige. Das ist eine der Eigenschaften, die Harlan aus dem Rest des Haufens heraushebt. Obwohl er sich dafür der Phantastik bedient, vermitteln seine Stories ein Gefühl von Wahrheit. Das ist nicht nur ein Triumpf der Technik oder das Resultat von reichlich Lebenserfahrung. Es ist seine ungewöhnliche Fähigkeit, das Unterbewusste, das Poetische zu definieren und zu vermitteln, die ein Ereignis als real erscheinen lässt. Etwas, das man weder gesehen noch gehört und es trotzdem erlebt hat. Harlan besitzt die magische Fähigkeit das Unmögliche Wirklichkeit werden zu lassen. „Mephisto in Onyx“ ist eine furchteinflößende Geschichte. Harlan benutzt ein einziges fantastisches Element um uns durch eine entsetzliche Hirnlandschaft zu zerren.

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    2. Juli 2018 und Kommentare deaktiviert für Ich muss schreien und habe keinen Mund

    Harlan Ellison
    ICH MUSS SCHREIEN UND HABE KEINEN MUND
    Ü: Diverse
    (Best of Collection)
    München, Heyne, 2014, 670 Seiten
    ISBN 978-3-453-31557-0 / 18,99 Euro

     

    Auf dieses Buch mussten die deutschen Science-Fiction-Fans mehr als vierzig Jahre warten! Tatsächlich erschienen die beiden einzigen deutschsprachigen Sammelbände mit Texten von Harlan Ellison in den Jahren 1972 und 1973 – und das war‘s dann.
    Jede einzelne der zwanzig Erzählungen, die weiterlesen…

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