Science Fiction

Der Mond ist aufgegangen…

von am 24. August 2010 1 Kommentar

…es ist Zeit euch eine Geschichte zu erzählen:

Stellt euch vor ihr bekommt einen Job im All angeboten. Energie für die Erde auf der Mondoberfläche gewinnen. Der Vertrag beläuft sich auf drei Jahre. Du verlässt deine schwangere Frau um euch beiden mit dem versprochenen Geld eine bessere Zukunft zu erwirtschaften. Du fliegst ins All, wie so manch anderer tausend Kilometer um die Erde.
Es ist ein Job wie jeder andere, nur eben ein wenig weiter von zu Hause entfernt. Morgens aufstehen. Frühstücken (Astronautenfutter aus der Tüte). Mittags die Minenfahrzeuge checken und abgefüllte Behälter zur Erde schicken. Am Abend Nachrichten zur Erde schicken und gleichermaßen Botschaften erhalten. Zum Feierabend bastelst du an einer Modellstadt aus deiner Erinnerung und siehst dir die Fotos deiner Frau und deiner mittlerweile geborenen Tochter an.
Klingt nicht schlimmer als wenn du für die gleiche Zeitspanne auf eine Bohrinsel geschickt wirst.

Bis du eines Tages wegen eines kleinen Missgeschicks auf der Krankenstation landest. Dein persönlicher Roboter“kumpel“ teilt dir mit, dass du einen Unfall hattest und nur kurze Zeit bewusstlos warst. Du spürst die Prellungen und die Schmerzen eines heftigen Aufpralls, aber du kannst dich nicht mehr wirklich erinnern was geschehen ist. Das Einzige was noch in deinem Kopf vorzufinden ist, sind die Bilder deiner Familie und die Aufgabenstellung deines Jobs. Du läufst durch die Station und siehst dich selbst im Trainingsraum auf dem Laufband joggen…
Nachwirkungen des  Unfalls? Ein Knacks im Hirnstamm? Oder gar Schizophrenie?

Ich könnte die ganze Geschichte jetzt auflösen und euch den „Spaß“ verderben. Aber dieser Film ist einfach kein Spaß. Ich sitze hier, noch direkt in den Fangarmen dieses Szenarios und bin einfach sprachlos (deshalb der Text (Hah, wie witzig!)) Ich sehe mir gerne Filme an und lasse mich unterhalten. Aber dieser Film hat mir aufgezeigt wie beschissen die Menschheit doch  sein kann/könnte. Ohne wenn und aber, präsentiert der Regisseur die Skrupellosigkeit der Menschen und wie egal uns doch so manche Verluste sind wenn es um unsere eigene Bequemlichkeit geht. Was ist schon ein Einzelner im Vergleich zum großen Ganzen. Ein Opfer für die Welt.
Dieser Beitrag ist ein Vorschlag und eine Warnung zugleich. Wer immer in der Lage ist – oder eben nicht – sich der wirklich hässlichen Seite der Menschheits-Medaille zu stellen, der kann dies schonungslos mit diesem Film tun – oder eben nicht. Wer auch immer lieber Schäfchen in den Wolken sieht und Sonntagnachmittags Rosamunde Pilcher-Romane im Fernsehen sieht, wird diese Form des SF entweder eh nicht verstehen oder schreiend aus dem Saal rennen.

Moon
UK 2009
Regie und Story: Duncan Jones
Sam Bell: Sam Rockwell
GERTY (OT Stimme): Kevin Spacey

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Menschen wie Götter

von am 29. Juli 2010 Kommentare deaktiviert für Menschen wie Götter

MenschenGoetter"Menschen wie Götter", von Sergej Snegow, ein Wälzer, der für einen entspannenden Urlaub genau das Richtige ist.

Gut, meine Art Urlaub zu machen ist gewöhnlich nicht entspannend, sondern eher sportlich. Surfen,  jeden Tag mehr als genug Wind. Tagsüber beschäftigt und abends müde. Trotzdem war das Buch nach vier Tagen durch. Alleine das ist ein Statement.

Das, 1966 erstmals erschienene, Buch zählt zu den Klassikern der russischen SF und wurde mir bereits mehrfach von Kunden, deren Meinung ich schätze, empfohlen. Die aktuelle Ausgabe im Heyne Verlag ist mit 992 Seiten ein echter Brocken, der mich aber von der ersten Sekunde an in den Bann gezogen hat. Das Buch ist für mich das russische Pendant zu "Hyperion" von Dan Simmons.
Okay, andere Zeit, andere Intension, andere Ideologie, aber genauso episch, nicht minder gewaltig und ebenso faszinierend. Snegow entwirft eine Zukunft, in der die Menschen die Grenzen des Sonnensystems hinter sich gelassen haben und zu interstellaren Reisen aufbricht. Eine stolze und großartige Menschheit, fest im Glauben der eigenen Überlegenheit. Der Siegeszug des Kommunismus als Staatsform, bzw Ideologie hat eine neue Aera eingeläutet und die Menschheit hat sich in dieser neuen Zeit zu einer festen Größe in der Galaktischen Gesellschaft aufgeschwungen mit hegemonialem Anspruch.

Snegow hinterfragt mit Witz und fein gesponnener Philosophie den Wert individueller Freiheit und Vernunft.

Menschliche Größe und Verantwortung, Selbstüberschätzung und Besinnung, Abenteurertum und exotische Welten sind in dem dreiteiligen Werk spannend und tiefsinnig verknüpft. Wenn man nach kurzer Eingewöhnungsphase den Zeitgeist eingeatmet hat, kann einem dieses gewaltige Epos nur Ehrfurcht einflößen. Unglaublich, überbordend und mit Sicherheit auch heute noch wertvoll…und mit einem Spritzer Witz und Ironie. Schön, dass ich durch diese neue Ausgabe zu diesem Klassiker bekehrt wurde.

Menschen wie Götter

Sergej Snegow

Heyne 2010, € 9,95

"Menschen wie Götter", von Sergej Snegow, ein Wälzer, der für einen entspannenden Urlaub genau das Richtige ist. Gut, meine Art Urlaub zu machen ist gewöhnlich nicht entspannend, sondern eher sportlich. Surfen,  jeden Tag mehr als genug Wind. Tagsüber beschäftigt und abends müde. Trotzdem war das weiterlesen…

Little Brother

von am 12. Mai 2010 4 Kommentare

LittleBrotherNach all den Beiträgen zum Thema Comic im Zuge des Gratis Comic Tages 2010, kommt hier wieder ein Buch. Ja, meine lieben Romanleser, ihr sollt nicht zu kurz kommen ;-)…

…und an erster Stelle soll von einem Buch die Rede sein, das uns im Laden allen sehr am Herzen liegt. Ein ganz besonderer Tip, denn es handelt sich meines Wissens um eine einzigartige Kombination. Ein Jugendbuch als moderne Dystopie. Modern, spannend, brandaktuell. Der richtige Stoff um junge Augen zu öffnen.

Schon der Titel des Romans des Canadiers Cory Doctorow zeigt, welchen Bezug er nimmt. Orwells 1984 "Big Brother is watching you" war für Generationen das Schreckgespenst eines damals gedachten zukünftigen Überwachungsstaates.

Doctorow beschreibt unsere Realität als Solchen und lässt seine jungen Helden mit den Mitteln einer neuen Generation gegen das Regime kämpfen. Konsolenkids versus Überwachungsstaat. Wie viele Autoren benutzt er das Deckmäntelchen der SF um ein durchaus realistisches Szenario kritisch zu behandeln. Seine Realität unterscheidet sich von unserer nur durch Kleinigkeiten und eigentlich lässt er seine Helden gegen bestehende Bedrohungen unserer Freiheit kämpfen.

Obwohl der Autor eindeutig umfassend recherchiert hat und relativ komplexe technische Sachverhalte einbaut, bleibt alles, ein paar Computergrundkenntnisse vorrausgesetzt, verständlich und nachvollziehbar. Doctorows Roman will in erster Linie davor warnen, dass unsere Freiheit eine Lüge der Medien ist und nichts mit echter Freiheit zu tun hat. Er zeigt, mit welcher Ahnungslosigkeit sich die meisten Menschen in der scheinbaren Anonymität des www bewegen, wie einfach und umfassend heutige Überwachungsmöglichkeiten funktionieren und wie weit wir über die Horrorvorstellungen eines Orwell hinausgeschossen sind, ohne diesen Zustand als solchen zu empfinden.

Die Verknüpfung aktueller Themen wie Terrorgefahr, Piratenpartei und Vorratsdatenspeicherung macht dieses Jugendbuch zu einem brisanten politischen Roman, den jeder einmal lesen sollte, der seine rosa Brille abnehmen möchte. Schnell zu lesen, spannend und, ich denke, für viele ältere Leser augenöffnend…und es ist wahr.

Little Brother

Cory Doctorow

rororo, 2010, € 14,95

Nach all den Beiträgen zum Thema Comic im Zuge des Gratis Comic Tages 2010, kommt hier wieder ein Buch. Ja, meine lieben Romanleser, ihr sollt nicht zu kurz kommen ;-)… …und an erster Stelle soll von einem Buch die Rede sein, das uns im Laden weiterlesen…

Die drei Franzosen

von am 8. März 2010 Kommentare deaktiviert für Die drei Franzosen

Phantastische Literatur aus Frankreich ist in deutscher Sprache ja eher selten. Wie auch französische Filme hat sie zwar eine kleine Fangemeinde, aber zum Topseller oder Blockbuster reicht es normalerweise eher nicht. Umso erstaunlicher, dass ich, ohne es gezielt beabsichtigt zu haben im letzten Jahr drei völlig unterschiedliche Titel von französischen Autoren direkt hintereinander gelesen habe. Und jeder von ihnen hat seinen eigenen Reiz gehabt.

götterAn erster Stelle möchte ich Pierre Grimbert nennen. Vom ihm ist im Heyne Verlag bereits der Zyklus "Die Magier" in vier Bänden erschienen. 2009 begann dann der neue Zyklus "Die Krieger", der fünfte Band erscheint im Juli dieses Jahres. Die beiden Zyklen drehen sich um das Mysterium der geheimnisvollen Insel Ji. Vor langer Zeit ist auf dieser Insel eine Delegation der weisesten Frauen und Männer spurlos verschwunden und jetzt macht sich eine  Gruppe ihrer letzten Nachfahren auf, das magische Geheimnis zu ergründen.

Grimberts klassisches Gruppenabenteuer liest sich frisch und mitreißend. Seine Charaktere entwickeln sich überzeugend, seine Handlung ist spannend. Die Geschichte ist nicht wirklich neu, aber ich kann die beiden Zyklen nur jedem empfehlen, der gerne Fantasy frisst.

Das nächste Buch stammt aus der Feder von Jean-Christoph Grange, der durch die Verfilmung seines Bestsellers "Die purpurnen Flüsse" auch in Deutschland sehr bekannt geworden ist. Sein Werk "Choral des Todes" folgt alten Strickmustern. Grange spinnt ein dichtes Netz aus Intrigen und Verstrickungen und führt den Leser in die Tiefen unmenschlicher Abartigkeiten und Wahnvorstellungen. Die Stränge der Geschichte meandern durch eine stets spannende, düstere Action-Szenerie. Wer nervenzerfetzende Psychothriller und gut konstruierte Verschwörungen liebt und sich nicht durch ekelerregende Beschreibungen von Qual und Folter abschrecken lässt, der sollte bei diesem Alptraumgebilde mit James Bond Ende bestens bedient sein.

Für mich war die Geschichte manchmal zu bewusst konstruiert, aber trotzdem bis zum Schluss faszinierend. Auch das Action-Ende war insgesamt befriedigend, auch wenn ich mir am Schluss vielleicht ein wenig mehr Tiefe erwartet hätte.

Mein Lieblingsbuch unter den dreien ist eines, das lange auf meinem Lesestapel warten musste, bis ich mich endlich darangemacht habe. Meine Angst enttäuscht zu werden hat mich dazu gebracht, das Buch immer wieder nach unten zu schieben. Als ich dann angefangen hatte, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen und war in zwei Tagen durch.

Jean-Marc Lignys "Aqua TM" ist ein genialer Blick in eine nahe Zukunft, die nicht nur am Ende der Fossilen Rohstoffe und des Trinkwassers steht, sondern auch durch die Machtkämpfe der Konzerne um diese letzten Resourcen zerfleischt wird. Inmitten einer von katastrophalen Unwettern, Dürren und Überschwemmungen gepeinigten Welt, wird der Weg einer Handvoll Personen gezeichnet.

Ligny beschreibt eindrucksvoll die unglaubliche Kluft zwischen den wenigen Superreichen und dem Rest der Welt. Seine Welt ist sehr differenziert und vor allem die Unterschiede in der Entwicklung der einzelnen Kontinente, vor allem Europa und Amerika ist unglaublich durchdacht. Ich denke nicht, dass ich ein near Future Szenario jemals eindrucksvoller geschildert gesehen habe. Der Autor bedient sich dabei aus allen nur erdenklichen Vorlagen, literarisch und cineastisch, fügt diese jedoch virtuos zusammen und schafft damit ein neues Ganzes.

Wenn das Buch nicht doch noch eine kleine Schwäche hätte, nämlich dass der Autor, um die primäre Geschichte zu würzen einfach ein, zwei Themen zuviel mit in den Handlungsstrang einbaut (leider ein bisschen typisch französisch), würde es definitiv in meine All Time Top Ten hochschnellen. Ligny ist in Frankreich als Jugendbuchautor sehr bekannt. Vielleicht kommt daher auch seine etwas weitschweifende und oberflächliche Vordergrundhandlung. Die eher plakativen Charaktere könnten auch aus einem Film oder Comic stammen.

Seine Welt, die globalen Zusammenhänge, all der Wahnsinn unserer nahen Zukunft sind definitiv nicht einem Jugendbuch entsprungen. Ich war zwei Tage lang gefangen in seiner / unserer Welt und es war nicht immer schön. Wer sich vor der Zukunft gruseln will, sollte das Buch unbedingt lesen.

Drei Empfehlungen, an denen ich jeweils Kleinigkeiten auszusetzen habe, die aber trotzdem lesenswert sind. Wer also mal Lust auf ein französisches Wochenende hat, Rotwein, Baguette und Ziegenkäse bereitstellen und das Telefon abstellen. Ich denk mal, zwei von den dreien sollten fürs Wochenende ausreichen.

Phantastische Literatur aus Frankreich ist in deutscher Sprache ja eher selten. Wie auch französische Filme hat sie zwar eine kleine Fangemeinde, aber zum Topseller oder Blockbuster reicht es normalerweise eher nicht. Umso erstaunlicher, dass ich, ohne es gezielt beabsichtigt zu haben im letzten Jahr drei weiterlesen…

Die drei Abschlußbände des letzten Jahres

von am 6. Februar 2010 Kommentare deaktiviert für Die drei Abschlußbände des letzten Jahres

Die Frage, was die wichtigsten, zu Ende gebrachten Zyklen des letzten Jahres waren, ist für mich diesmal sehr leicht. Alle drei sind ständige Empfehlungen von uns allen in Hermkes Romanboutique. Alle drei haben den Leser lange auf die Folter gespannt und erfreulicherweise sind alle drei Zyklen noch komplett lieferbar, was bei längeren Serien ja heute leider nicht mehr selbstverständlich ist.

anderson"Die Asche der Welten" von Kevin J. Anderson ist der siebte und abschließende Teil der "Saga der Sieben Sonnen". Mit dieser epischen Space Opera zeigt Anderson all seinen Kritikern wo er am besten ist, nämlich in seiner eigenen Welt. Seine "Star Wars" Romane waren auch immer besser verkauft, als viele Episoden anderer Autoren, über seinen Ausflug auf Frank Herberts "Wüstenplaneten" kann man sicher streiten, aber Geld bringen diese Auftragsarbeiten bestimmt ein. Seine eigene ambitionierte Welt, die zugegebenermaßen auch anleihen an "Star Wars" und ähnlichen Serien genommen hat, gibt ihm die Freiheit, etwas wirklich eigenes zu schaffen und ohne Regieanweisung zu handeln. Mit der "Saga der Sieben Sonnen" hat Anderson einen Zyklus geschaffen, der eine wirklich breite Leserschaft anspricht und trotzdem auch viele anspruchsvollere Leser in den Bann gezogen hat. Manchmal bedarf es ein wenig Überzeugungskraft, aber der Funke springt schnell über.

KeyesMit Greg Keyes haben wir den zweiten "Star Wars" Autor in der Runde. Auch er verdient seine Brötchen häufig mit Auftragsarbeiten. Keyes hatte vor sechs Jahren den ersten Band seiner Saga der "Verlorenen Reiche" auf deutsch veröffentlicht. Die ersten drei Teile waren jeweils spannende dicht gewobene Fantasyromane mit klassischen Aspekten aber auch der ein oder anderen Überraschung. Obwohl die jeweiligen Folgebände neue Aspekte und Perspektiven aufgeworfen haben, war man trotzdem am Ende jedes Bandes erstmal zufrieden und hatte einen vorübergehenden Abschluss. Eben bis zu Band Nummer drei. Der war dann der schlimmste vorzustellende Cliffhanger. Bis kurz vor Ende dachte man noch, alles würde gut ausgehen und es bräuchte gar keinen vierten Band mehr, und dann das bittere Ende. Argh! Bitte, bitte Mr Keyes, lassen sie uns jetzt bloß nicht im Stich! Bisher gab es ja auch jedes Jahr einen neuen Band. Gut, Band vier brauchte dann Drei. Ich muss auch sagen, dass ich beim Einstieg in den Abschlussband so meine Probleme hatte. Erst nachdem ich den Vorläuferband "Der Blutritter" noch einmal zur Hand genommen hatte, war die Nuss mit "Die geborene Herrscherin" geknackt. Dann ging wieder alles "hopplahopp" und am Ende, wohlgemerkt einem sehr runden und mehr als zufriedenstellendem Ende, hätte ich dann doch gerne noch etwas mehr Zeit in den "Verlorenen Reichen" verbracht.

FlewellingDie dritte im Bunde ist eine altbekannte Autorin, deren Romane ursprünglich im Bastei Verlag auf deutsch erschienen. Bis dann der Bastei Verlag aus für mich unerfindlichen Gründen nach dem vielversprechenden ersten Band einer Trilogie plötzlich mit dem Veröffentlichen Schluss gemacht hat. Da stand nun im Regal ein verwaister Band namens "Das Orakel von Skala" von Lynn Flewelling. Immerhin fünf Jahre hat es gedauert, bis ein kleiner ambitionierter Verlag aus Österreich, namentlich "Otherworld Publications" sich dieser Serie wieder angenommen hat. Mit "Der verwunschene Zwilling" erschien 2008 zum zweiten Mal in leicht überarbeiteter Fassung der erste Teil der "Tamir Triad". Und dann war der nette kleine Verlag auch schon am Ende der Finanzdecke angekommen und es sah wiederum düster aus. Noch im Monat der Übernahme oder Rettung durch Ueberreuter erschien dann bereits der zweite Band und allen Zweiflern zum Trotz liegt mit "Die prophezeite Königin" mittlerweile auch der Abschlussband vor. Für mich bleibt zu hoffen, dass auch die weiteren Bände ihrer "Nightrunner" Serie, deren erste Bände als die Abenteuer von Alec und Seregil bei Bastei erschienen sind ein neues zu Hause gefunden haben.

Alles in allem sind diese drei Abschlussbände für mich ein wirklich wichtiger Punkt der "die besten drei des Jahres" Serie. Eigentlich sogar wichtiger als die besten Auftaktbände, denn komplette Zyklen, die auch noch komplett lieferbar sind, sind bei der heutigen Verlagspolitik wirklich dünn gesät. Das Vertrauen der Leser in Zyklen ist durch diverse never ending stories auch in Mittleidenschaft gezogen und jeder letzte Band, auf den man Jahre gewartet hat ist doch ein erfreuliches Ereignis. Dank Brandon Sanderson habe ich sogar beim "Rad der Zeit" wieder Hoffnung. Es wäre doch zu schön, wenn in den nächsten Jahren auch Robert Jordans Lebenswerk beendet werden könnte, wenn auch post mortem.

Die Frage, was die wichtigsten, zu Ende gebrachten Zyklen des letzten Jahres waren, ist für mich diesmal sehr leicht. Alle drei sind ständige Empfehlungen von uns allen in Hermkes Romanboutique. Alle drei haben den Leser lange auf die Folter gespannt und erfreulicherweise sind alle drei weiterlesen…

Die drei deutschsprachigen Romane des letzten Jahres

von am 4. Februar 2010 Kommentare deaktiviert für Die drei deutschsprachigen Romane des letzten Jahres

Limit2009 ist passé und kein neuer Roman von Walter Moers dabei. Die Gerüchteküche brodelt, doch noch gibt es keine Fakten zu neuem Material aus Zamonien.

Von Richard Schwartz ging es zwar weiter rund um Askir, was ich aber nicht als neuen eigenständigen Roman werten möchte. Die üblichen Verdächtigen im Bereich Fantasy: Markus Heitz, Bernhard Hennen, Wolfgang Hohlbein und wie sie noch alle heißen mögen, konnten mir in diesem Jahr auch kein Buch vorlegen, das es in meinen Augen auf die ersten drei Plätze geschafft hätte. "Riemenschneider" und "Maske der Verräter" waren als Hardcover bereits erschienen, also auch nichts im Bereich historisierend, das in meinen Fokus gelangt wäre.

Meine persönlichen Kandidaten für das Siegertreppchen sind alle aus dem Bereich Science Fiction.

Über zwei davon habe ich bereits geschrieben. Andreas Eschbach mit seinem "Ein König für Deutschland" hat sich einen der Plätze sehr früh sichern können. Der zweite Kandidat kommt aus unserem Nachbarland Österreich und schreibt normalerweise Kriminalromane. Heinrich Steinfests SF-Debut "Gewitter über Pluto" hat zwar noch den ein oder anderen klassischen Anfängerfehler von Genre-Quereinsteigern, besticht aber durch seinen österreichischen Charme und durch seine erfrischend elegante und abwechslungsreiche Sprache.

Den dritten Platz auf dem Siegertreppchen hat sich erst relativ spät im Jahr ein alter Bekannter erobert. Frank Schätzing hat mit "Limit" den ersten reinrassigen SF Roman hingelegt. Anders als bei "Der Schwarm" lässt er daran von Anfang an keinen Zweifel. Die Geschichte beginnt im Jahr 2025 und der Leser hat das Gefühl, dass das heute und jetzt ist. Das politische und technologische Szenario, das Schätzing entwirft ist an Realismus nicht zu überbieten. Nicht nur, dass nahezu alle technischen Entwicklungen sinnvoll weitergedacht wurden, es drängt sich im Lesen fast auf, dass der Autor nichts mehr herbeisehnt, als die Realitätwerdung seiner eigenen Vorhersage. Wie die Jugendträume des als Randfigur auftauchenden Bowie, der in der "Picard Bar" der Weltraumstation OSS sein "Space Oddity" klampft. Spätestens ab diesem Moment war ich ein Gefangener Schätzings.

Schätzings "Limit" ist definitiv keine Empfehlung für Jedermann, dazu ist auch dieser Roman zu sehr gezeichnet durch die Selbstverliebtheit des Autors, all das angesammelte Wissen und all die Details der Recherche einfließen zu lassen. Fast 1300 Seiten Schätzing waren auch für mich ganz schön viel, und ich liebe seine geschwätzige Art. Dennoch konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und auch die quälende, überhöhte Langsamkeit der zweiten Hälfte, der Action-Hälfte, nachdem sich die drei Handlungsstränge getroffen und verwoben haben, hat sich in meinen Augen zu einem fulminanten Höhepunkt entwickelt. Schätzing muss man mögen, um in ganz genießen zu können. Wem "Lautlos" und "Der Schwarm" bereits zu ausufernd war und wer sich in Schätzings endlosen Detailbeschreibungen nicht zu Hause fühlt, der sollte eher die Finger davon lassen.

Für mich persönlich ist er der dritte Kandidat auf dem Treppchen, auch wenn es diesmal damit extrem Science-Fiction lastig wird.

Limit
Frank Schätzing
Kiepenheuer & Witsch € 26,00

2009 ist passé und kein neuer Roman von Walter Moers dabei. Die Gerüchteküche brodelt, doch noch gibt es keine Fakten zu neuem Material aus Zamonien. Von Richard Schwartz ging es zwar weiter rund um Askir, was ich aber nicht als neuen eigenständigen Roman werten möchte. weiterlesen…

Avatar

von am 18. Dezember 2009 3 Kommentare

2009_avatarBereits als ich das erste Mal von James Camerons Projekt gehört habe, ist der Funke übergesprungen.

Ein einfaches SF-Thema, das ich aus unzähligen Büchern kenne. Das große Projekt einer fremden Welt auf der Leinwand. Ein visionärer Filmemacher. Das ist der Stoff, aus dem epochale Werke entstehen.

Das Thema ist alt. So alt wie die Menschheit. Eine Kultur trifft auf eine andere, in diesem Fall die Menschheit einer nicht allzu fernen Zukunft und das Volk der Navi, das in Einklang mit seiner Welt auf dem Planeten Pandora lebt. Gesellschaftlich hat sich bei uns nicht viel geändert. Wir haben die Resourcen unserer Welt geplündert und den blauen Planeten in einen grauen Betonblock verwandelt. Immer noch regiert die Riege der Konzerne, unterstützt von den ohnmächtigen Regierungen, die selbst zum Formulieren eines Protestschreibens zu uneinig sind. Begleitet von Alibi-Wissenschaftlern und geschützt von Söldnern und Soldaten wird auf Pandora, der Heimat der Navi, nach scheinbar unendlich kostbaren Bodenschätzen geschürft. Der Konflikt mit den Eingeborenen ist unausweichlich. Das jeweilige Verständnis der beiden Kulturen füreinander ist gleich Null. Um die Navi zu erforschen, in einer perfiden Mischung aus wissenschaftlichem Interesse und dem Streben nach einem etwaigen taktischen Vorteil, werden menschliche Gehirne mit geklonten Körpern verbunden. Diese Avatare werden aus genetischem Material der Einheimischen, gemischt mit menschlicher DNS konstruiert. Der querschnittgelähmte Ex-Marine Jake Sully steuert einen solchen Avatar und begibt sich damit in zwei Welten. Je weiter er die Sicht der Navi erlernt, desto fremder empfindet er unser Denken. Sully wird vom Spion zum Botschafter und schließlich zum Krieger.

Camerons Handlung kommt ohne große Überraschungen aus. Der Film erfüllt alle Wünsche des Zuschauers und wer dem Genre SF nahesteht, wird viele Träume erfüllt bekommen. Die Geschichte ist eine gelungene Mischung aus "Das Wort für Welt ist Wald" von Ursula K. LeGuin, der Geschichte jedes Naturvolkes auf unserer Welt und unserer Realität. Dabei gelingt es dem Regisseur mit wenigen Einstellungen eine komplexe Welt zu umreißen. Ohne große Einführungsrunde beginnt die Story direkt auf Pandora. Camerons Charaktere sind eindeutig und dabei wundervoll plastisch besetzt. Seine Geschichte ist genial einfach. Das Publikum hat also während der fast drei Stunden Zeit zu staunen, Zeit zu entdecken, Zeit zu träumen, Zeit zu weinen, Zeit zu lachen. Pandora ist das Produkt einer begnadeten Phantasie, einem ausgeprägten Gefühl für Schönheit und Exotik und einer nahezu perfekten Technik. Cameron hat eine Welt entworfen, um die ihn sogar Slartibartfast, der legendäre Weltendesigner aus dem "Anhalter" beneiden würde. Pandora wird auf der Leinwand Wirklichkeit. Der Zuschauer erforscht den Dschungel, erklimmt die Bäume und springt in Wasserfälle.

Cameron kumuliert nicht nur Träume von fremden Welten, er schafft tatsächlich eine Welt, die schöner als die Vorstellung ist. Er erfüllt den uralten Traum der Menschheit vom "Garten Eden", stellvertretend für alle wundervollen Traumwelten. Er setzt all die Bilder um, die in unseren Köpfen entstanden sind bei Fosters "Die denkenden Wälder", "Prisma" oder "Der lange Nachmittag der Erde" von Aldiss . Wer schon immer Planetenromane gelesen und geliebt hat, wird viele Bilder erkennen.

Trotz all der schönen Bilder, dem "Braveheart" Pathos und der unglaublichen Action pflanzt Cameron die Saat der Liebe in unsere Herzen. Der Liebe zu Anderen und zu der Welt, in der wir leben.

Danke für diese drei Stunden Reise. Ich war nicht im Kino, sondern ich war auf Pandora.


Bereits als ich das erste Mal von James Camerons Projekt gehört habe, ist der Funke übergesprungen. Ein einfaches SF-Thema, das ich aus unzähligen Büchern kenne. Das große Projekt einer fremden Welt auf der Leinwand. Ein visionärer Filmemacher. Das ist der Stoff, aus dem epochale Werke weiterlesen…

Kluge Gedanken

von am 9. Dezember 2009 Kommentare deaktiviert für Kluge Gedanken

genesisKrieg zwischen den Weltmächten: eine kleine, reiche Nation schottet sich ab, bleibt verschont von der Zerstörung und den Folgen des Krieges. Baut einen „Zaun“ um ein eigenes totalitäres, aber funktionierendes System. Lässt niemanden rein und niemanden raus, existiert autark, aber scheinbar perfekt funktionierend. Allen Menschen geht es gut? Ihr Dasein ist  von Geburt an komplett vom System bestimmt, was man wird, macht oder ob man überhaupt „lebenswert“ ist.

Wir wohnen als Leser einer Prüfung bei, in der eine junge Philosophin in die höchste Akademie, die das bestimmende Gremium bildet, aufgenommen werden will. Die Prüfung umfasst die Geschichte dieses Staates und im speziellen die besondere Rolle eines Mannes namens Adam Fordes. So erfahren wir, wie der Staat entstand, wie seine Staatsform funktioniert, wie es dazu kam, dass anscheinend dieser eine Mann, Adam, das System durch seine verqueren Ansichten fast zum kollabieren gebracht hatte.

Die Prüfung, die wir aus der Sicht des Prüflings miterleben, bringt einiges zu Tage, mit dem auch ich als erfahrener SF Leser nicht gerechnet hatte.

Sehr kluge, philosophische Betrachtungen über das, was Mensch von Maschine unterscheidet, über Gut und Böse, Verstand und Bewusstsein und immer wieder kleine Wendungen in der Story machen Genesis zu einer wunderbar intelligenten Gedankenspielerei am Sonntagnachmittag.

Ein kleines Buch voller guter Gedanken.

Beckett, Das Neue Buch Genesis

Loewe Verlag, 2009, € 12,90

Krieg zwischen den Weltmächten: eine kleine, reiche Nation schottet sich ab, bleibt verschont von der Zerstörung und den Folgen des Krieges. Baut einen „Zaun“ um ein eigenes totalitäres, aber funktionierendes System. Lässt niemanden rein und niemanden raus, existiert autark, aber scheinbar perfekt funktionierend. Allen Menschen weiterlesen…

Der Sommer geht

von am 3. Dezember 2009 4 Kommentare

Sommer geht1982 im Heyne Verlag erschienen, ist dieser Roman von Michael Coney bis heute eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Leider ist die Ausgabe lange vergriffen. In solchen Fällen freue ich mich über jedes einzelne Exemplar, das bei uns im Antiquariat auftaucht und in gute Hände weitergegeben wird. Der Wiedereintritt eines Buches in den Lesekreislauf, das mir persönlich sehr am Herzen liegt, ist etwas kostbares und je seltener dieses Ereignis, desto wertvoller ist es.
Es geht mir in diesem Fall nicht um kostbare Sammlerstücke, sondern einfach um Bücher, deren Lesen in meinen Augen eine Bereicherung darstellt. Umso mehr freut es mich, wenn es dann wie in diesem Fall nach fast dreißig Jahren zu einer Neuauflage kommt.
Im Herbst dieses Jahres ist wiederum im Heyne Verlag unter dem Titel "Träume von Pallahaxi" eine Neuauflage des Romanes erschienen. Endlich ist des Lesen nicht mehr nur einer ausgewählten Hand voll Glücklicher vorbehalten, die zur rechten Zeit am rechten Ort waren.
"Träume von Pallahaxi" ist ein wundervoll einfühlsamer Roman in einer fremdartig, exotischen Welt. Erzählt wird die Geschichte des jungen Drove in einer Welt der Erwachsenen. Mir deren Gesetzen, deren Regeln und deren zementierter Weltsicht. Starr, bürokratisch und dumm. Eben erwachsen.
Nur die unschuldigen Augen eines Kindes können die Wahrheit erkennen und so beginnt Drove seinen aussichtslosen Kampf um das Schicksal der Welt.
"Der Sommer geht" oder eben "Träume von Pallahaxi" ist ein sehr persönlicher Lesetip. Für mich immer noch eines der langanhaltend beeindruckendsten Bücher überhaupt, ohne dabei schwierig oder allzu komplex zu sein. Einfach bezaubernde Lektüre, die Bilder malt, die bleiben. Vielleicht ein ganzes Leben lang

Träume von Pallahaxi
Michael Coney
Heyne Verlag € 9,95

Als ich neulich Lain das Buch verkauft habe, ist uns bereits aufgefallen, dass das Buch viel dicker ist, als die alte Ausgabe. Die Erklärung ist einfach. Die aktuelle Ausgabe enthält eine Art Fortsetzung.

Nachdem Matthias das jetzt auch in einem Kommentar angesprochen hat, hier noch einmal eindeutig: der Tip gilt wirklich in erster Linie für "Der Sommer geht". Der zweite Teil wurde mehr als dreissig Jahre später veröffentlicht und hat wenig mit dem Ersten zu tun.

1982 im Heyne Verlag erschienen, ist dieser Roman von Michael Coney bis heute eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Leider ist die Ausgabe lange vergriffen. In solchen Fällen freue ich mich über jedes einzelne Exemplar, das bei uns im Antiquariat auftaucht und in gute Hände weitergegeben wird. weiterlesen…

Metro 2033

von am 5. November 2009 4 Kommentare

Metro2033Soeben ist "Metro 2034" bei Heyne erschienen. Grund genug für mich rückblickend eine kleineRezension zu Dmitry Glukhovsky zu schreiben.

"Metro 2033" ist ein aktueller Nachkatastrophenroman im klassischen Gewand. Der Autor beschreibt das Szenario einer Welt nach einem atomaren Krieg, in der sich eine schwindende Schar Überlebender, in die relative Sicherheit des weitverzweigten Moskauer U-Bahn Netzes zurückgezogen hat. Das Metronetz wird ihre Welt. Reduziert auf beengteste Verhältnisse, zehrend von den letzten Resten unserer einst so stolzen Zivilisation. Eine erschreckende, grausame Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt und in der trotz Reduktion wieder alte Denkweisen und all der Wahnsinn unterschiedlicher Klassen, Rassen und Gruppierungen auflebt.

In dieser Welt macht sich Artjom auf den Weg, getrieben durch ein Versprechen und die Verantwortung eine unfassbare Bedrohung abzuwenden.

Diese Reise, die Sicht von Artjom auf seine Welt, die Beschreibung  ihrer Bewohner, der unterschiedlichen Gruppierungen, der Schrecken postatomarer Mutationen, der unbeschreiblichen Enge, all das ist so beeindruckend realistisch, dass der Leser, von der ersten Sekunde an, von der Atmosphäre des Buches aufgesogen wird.

Glukhovsky greift ein sehr altes Thema der SF auf, ohne dabei beim Leser das unangenehme Gefühl zu erzeugen, alles sei bereits dagewesen. Die Herangehensweise, alles aus der Sicht eines Menschen zu erzählen, der nur diese, seine Welt kennt, der keine Erinnerung an das davor hat, erfüllt die Seiten von Anfang an mit einer Plastizität und Realitätsnähe, die dem Leser eisige Schauer über den Rücken jagt. Artjom ist ein "Eingeborener", der nur seine Insel kennt und für den diese die Welt bedeutet.

Der Roman muss sich mit Sicherheit nicht hinter irgendwelchen Klassikern des Genres verstecken. Glukhovsky hat als Erstlingswerk wirklicheinen beeindruckenden Roman hingelegt.

Mein Fazit: Unbedingt lesen. Gänsehaut garantiert.

Dmitry Glukhovsky

Metro 2033

Heyne Paperback 14,00

Soeben ist "Metro 2034" bei Heyne erschienen. Grund genug für mich rückblickend eine kleineRezension zu Dmitry Glukhovsky zu schreiben. "Metro 2033" ist ein aktueller Nachkatastrophenroman im klassischen Gewand. Der Autor beschreibt das Szenario einer Welt nach einem atomaren Krieg, in der sich eine schwindende Schar weiterlesen…

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