Lesetips eines alten Buchhändlers

Hier findet ihr die ganze Palette von Hermkes beliebten Rezensionen. Viele davon waren bereits im "DDD" Magazin unter der Rubrik "Lesetipps eines alten Buchhändlers" zu finden und im Laden liegt nach wie vor Hermkes gesammeltes Werk als Schnellhefter zum nachlesen. Immer, wenn ich ein wenig Luft habe, gibt es ein paar davon neu aufbereitet auch hier zu lesen.

Die Clans von Stratos

von am 17. April 2013 Kommentare deaktiviert für Die Clans von Stratos

ClansTitel: Die Clans von Stratos (Glory Season)
Autor: David Brin
Verlag, Nummer: Heyne 5931

update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe.

Als ich vor einiger Zeit den umfangreichen Roman des mehrfach mit dem Hugo- und Nebula Award ausgezeichneten Autors las, war ich über das Nachwort verärgert. Darin erklärt Brin die Anregungen zu diesem Buch, die Intention des Werkes, sowie die der Arbeit vorrausgehende Lektüre, um nur einige Punkte zu benennen. Diese letzten zehn Seiten dem Roman voranzustellen, hätte sicherlich dazu beigetragen, ein besseres Verständnis einiger Elemente des faszinierenden Weltentwurfes zu erlangen.

Inhalt:
Auf der vor ungefähr dreitausend Jahren von Menschen besiedelten Welt „Stratos“ halten die mächtigen Clanmütter die politische und wirtschaftliche Macht fast vollständig in ihren Händen. Beinahe alle Kinder entstehen durch stimuliertes Selbstklonen, nur in den Sommermonaten werden einige „Vars“ durch körperliche Vereinigung der Geschlechter gezeugt.  Dadurch sind die Männer zwangsläufig in der Minderheit, werden zwar nicht unterdrückt, sind jedoch von jeglichem politischen Einfluß und von fast allen Berufen ausgeschlossen. Auf dieser Welt, deren technisches Niveau bewußt niedrig gehalten wird, landet Renna, ein Raumfahrer des „Hominidenphylums“, der übrigen von Menschen bewohnten Planeten. Der Botschafter trifft Maia, ein junges, desillusioniertes Var-Mädchen, das sich auf die fast hoffnungslose Suche nach einer Lebensnische aufgemacht hat. Gemeinsam werden sie in die Intrigen und Auseinandersetzungen verwickelt, die seine Ankunft verursacht haben.

Beurteilung:
Nach Abzug des Nachwortes und der Leerseiten umfaßt der umfangreiche Roman ca.  865 Seiten. Bei Gesprächen mit anderen Lesern wurde vereinzelt bemängelt, daß der Autor manche Passagen der abenteuerlichen Irrfahrt zu weitschweifig angelegt habe. Das enspricht zwar eigentlich nicht meiner Meinung, aber trotzdem hätte eine stärkere Straffung des Geschehens dem Werk unter Umständen nicht geschadet. Nicht jeder einzelne Handlungsstrang ist unverzichtbar, aber die Ausarbeitung des philosophischen Unterbaus der Gesellschaft, das Selbstverständnis der bewußt auf Stabilität ausgerichteten Lebensweise, das zugrundeliegende Weltbild, sowie die unterschiedlichen politischen Strömungen und großen Ideen faszinieren ungemein.
Geschildert wird keineswegs eine naive Idylle, die dem Menschen innewohnende Gewaltbereitschaft wird nicht geleugnet. Die Aufspaltung in gemäßigte und politisch radikale Clans, Egoismus, Intrigen, Rassismus und kriegerische Auseinandersetzungen existieren auch auf dem von Frauen so übermächtig dominierten Stratos. Den Männern, deren Aggressionspotential durch Rückzüchtung fast gänzlich verschwunden ist bleibt als einziges Betätigungsfeld die Seefahrt. Wenn auch gegen diese umfassende Ausgrenzung ein verstecktes Aufbegehren durch Männer-Geheimbünde angedeutet wird, bleibt ein derartig resigniertes Verhalten auf Dauer sicherlich fragwürdig. Offensichtlich war die Behandlung dieses Aspekts für das Anliegen des Romans nicht von Bedeutung.
Zuletzt sei noch ein mehrmals verwendetes Motiv erwähnt, das ich sehr anregend fand: Rätsel und Spiele. Die detailliert dargestellten Auflösungen von Rätseln zur Beseitigung von Hindernissen sowie das faszinierende „Spiel des Lebens“ bieten Lesern, die solchen intellektuellen Herausforderungen gegenüber aufgeschlossenen sind, sicher einige interessante Denkanstöße.

Fazit:
Als ich mich einige Monate nach der Lektüre zur Besprechung dieses Werkes entschlossen hatte und darüber nachdachte, warum es bei mir eine so starke Resonanz ausgelöst hatte, konnte ich wieder einmal feststellen, daß diese Nacharbeit ziemlich fruchtbar ausfiel. Natürlich waren mir Details entfallen, aber einige bedeutende Ideen und Aussagen hatten sich in der Zwischenzeit viel klarer herauskristallisiert, Argumente und Einwendungen hatten sich geklärt. So war mir damals die Anwendung der Parthenogenese (Selbstklonung) beim Menschen doch ziemlich suspekt erschienen, aber dieser Einwand war in der Zwischenzeit gegenstandlos geworden, da die SF als Ideen-Literatur auch eine hypothetische Prämisse verwenden darf, um eine mögliche gesellschaftliche Situation in die Zukunft zu extrapolieren.
Neben den großen Ideen kommen aber auch Spannung und Abenteuer nicht zu kurz, und eine glaubwürdige oftmals sehr feinfühlig geschilderte Entwicklung der Protagonistin Maia wird aufgezeigt. Der Roman ist reinen Action-Konsumenten und an herkömmlichen Abenteuern im SF-Gewand Interessierten nicht zu empfehlen, aber den Lesern, die für geistige Anregungen und neue Perspektiven aufgeschlossen sind, wird er viel Freude bereiten.
Noch einmal sei abschließend der Hinweis erlaubt, das Nachwort zuerst zu lesen, da diese Reihenfolge sicherlich auch hilfreich sein dürfte bei der Entscheidung, ob sich der Kauf für den einzelnen lohnt oder eher nicht.

Titel: Die Clans von Stratos (Glory Season) Autor: David Brin Verlag, Nummer: Heyne 5931 update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe. Als ich vor einiger Zeit den umfangreichen Roman des mehrfach mit dem Hugo- und Nebula Award ausgezeichneten Autors las, war ich über das Nachwort weiterlesen…

Chalions Fluch

von am 17. April 2013 Kommentare deaktiviert für Chalions Fluch

ChalionTitel: Chalions Fluch (The Curse of Chalion)
Autor: McMaster Bujold, Lois
Verlag, Nummer: Bastei 20486

update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe.

Nach beinahe einem Jahr Pause habe ich mich nun zu einer neuen Besprechung drängen lassen. In dieser Zeit sind etliche interessante Romane erschienen. Eigentlich hatte ich geplant, einen neuen Autor/in auszuwählen, habe ich doch mit „Spiegeltanz“ vor einiger Zeit schon einmal ein Buch dieser Schriftstellerin vorgestellt. Aber nach gründlichem „Sieben“ blieb dieser Titel als letzter übrig. Ich hoffe, ich kann die Gründe für meine Entscheidung überzeugend darlegen.

Inhalt:
Cazaril, einstmals pflichtbewusster und tapferer Offizier im Heer von Chalion, ist der Hölle des Daseins als Galeerensklave nur durch eine glückliche Fügung entronnen. Dem Tod nah, wird er von seinen Rettern in ein Spital eingeliefert. Halbwegs genesen, schleppt er sich, mittellos und als gebrochener Mann, zu Fuß auf den endlosen Straßen zurück in seine Heimat. Alles Feuer und alle ehrgeizigen Pläne sind ihm durch die Peitsche des Rudermeisters buchstäblich ausgetrieben worden, und er hegt nur noch den Wunsch, ein bescheidenes Leben als einfacher Diener zu führen. Aber wegen seiner früheren Verdienste wird ihm die Stelle als Privatsekretär und Lehrer der Prinzessin Iselle angeboten. Mit ihr muß Cazaril an den Hof von Cardegoss reisen, wo sich die mächtigen Gegner aufhalten, die ihn damals durch eine Intrige seinen Feinden ausgeliefert, und dem vermeintlich sicheren Tod als Rudersklave überantwortet hatten. Trotz aller Bemühungen um Unauffälligkeit wird er von seinen alten Widersachern erkannt. Er muß deren finstere Pläne durchkreuzen, denn es steht weit mehr auf dem Spiel als nur sein Leben. Ein mächtiger und finsterer Bann, gewoben aus dunkler Magie, scheint keinen Rettungsweg offen zu lassen.

Beurteilung:
„Cazaril hörte die Reiter, bevor er sie sah“ (S.7). Schon dieser erste Satz katapultierte mich mitten hinein in eine aufregende Geschichte. Unwillkürlich erweckte dieser Einstieg nostalgische Erinnerungen an die Groschenhefte, die ich in meiner frühen Jugend so begierig verschlungen hatte. Aber dieses spontane Gefühl wich im Laufe der Erzählung zunehmend verblüfftem Staunen. Das Geschehen zog mich mehr und mehr in seinen Bann, wurde immer komplexer, und die Protagonisten wurden überzeugend herausgearbeitet. Da ich die bisher in Deutschland veröffentlichten Werke von McMaster Bujold ausnahmslos gelesen habe, die zwar nicht alle gleich stark sind, aber zumindest flüssig geschrieben, wußte ich, daß sie ein großes erzählerisches Talent besitzt. Trotzdem war ich erneut überrascht, als meine wachsende Begeisterung über „Chalions Fluch“ und die im Bereich der Fantasy innovativen Elemente mich dazu verführten, das mit 749 Seiten doch recht umfangreiche Buch in jeder halbwegs freien Minute hervorzuholen.
Andererseits musste ich des öfteren innehalten, um die teilweise in der Retrospektive erzählte spannende Geschichte und die überraschenden Wendungen zu überdenken. Der Roman überzeugt durch aufregende Ideen und ruft starke Emotionen hervor. Harte, dunkle Szenen erzeugen eine düstere Grundstimmung, ohne Hoffnung auf ein Happy End. Aber Cazaril versinkt nie in Selbstmitleid, versucht auch in aussichtsloser Lage beharrlich seine Pflicht zu erfüllen. Häufig überspielt er für ihn peinliche Situationen mit bisweilen auch feiner Selbstironie. Eine einzige Szene ist sogar von derber Komik, als ein arroganter und mächtiger Schürzenjäger zum Gespött des Hofes gemacht wird. Diese Blamage allerdings gönnt man dem unsympathischen Adeligen von ganzem Herzen.
Cazaril ist kein katzbuckelnder Höfling, der seiner hochgeborenen Schülerin nach dem Mund redet. Ein schöner Beleg hierfür ist die Szene, in der er Iselle, der noch unerfahrenen Prinzessin, vor Augen hält, daß sie einen Richter nur aufgrund von Hörensagen öffentlich brüskiert hat. Er zeigt die moralische Fragwürdigkeit ihres Handelns auf und zugleich die taktische Dummheit, diesen Feind „lebend im… Rücken gelassen“ zu haben (S.96). Viele dieser Unterrichtsstunden verlaufen unkompliziert, schaffen sogar Freiräume für die energische junge Dame, regen sie andererseits aber auch dazu an, durch eigenes Nachdenken die Grenzen ihrer Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
Normalerweise schätze ich religiöse Elemente in einem Fantasy-Roman nicht. Obwohl „Chalions Fluch“ diesbezüglich einige Aspekte aufweist, sind auch die Passagen, die sich um „Heilige“ und das Wirken der Götter durch sie drehen, eindrucksvoll und hochinteressant. An einer Stelle mußte ich sogar schmunzeln, als es um das Liebesleben eines ehemaligen „Heiligen“ ging.
Die Übersetzung an sich ist annehmbar, allerdings fällt auch hier das Fehlen eines Korrekturlesers – Lektoren im eigentlichen Wortsinn sparen die Verlage ja meist sowieso ein – unangenehm auf: Kleindung statt Kleidung (S.8 oben), Bein statt Bei (S.421), um nur zwei Beispiele von unzähligen zu nennen.

Fazit:
„Chalions Fluch“ ist, obwohl vollständig abgeschlossen und für sich allein lesbar, der Auftakt einer Trilogie, deren Folgeband im März 2005 erscheinen wird.

update: …aktuell sind natürlich alle drei Bände bereits lange erschienen und leider mittlerweile vergriffen. Band 2 PALADIN DER SEELEN: Bastei 20505, Band 3 IM SCHATTEN DES WOLFES: Bastei 20547…

Die mehrfach preisgekrönte Autorin erzeugt durch mörderische Intrigen, skrupellose Beseitigung von lästigen „Hindernissen“ (sprich: nicht käuflichen Personen), Erpressung und Korruption, gezielte Desinformation und Verführung, starke Spannung. Die düstere und hoffnungslose Grundstimmung des Werkes wird durch Selbstironie, vereinzelt sogar durch komische Passagen doch ein wenig aufgelockert. Exemplarisch ist hierfür die Szene, in der Cazaril einen fein gesponnenen Bestechungsversuch elegant ins Leere laufen lässt (S.585/586). Selbst die Anbahnung einer Liebesbeziehung – keine Angst, nicht zwischen Cazaril und Prinzessin Iselle – bleibt dem Irdischen verhaftet. Auch grausame Szenen wirken keineswegs abstoßend, sind glaubhaft und folgerichtig in die Geschichte eingebettet.
Trotzdem ist Distanz zum Geschehen immer wieder spürbar, obwohl sich der/die Leser/in mühelos in die Figur des widerwilligen Helden, sein ergebenes Leiden und tapferes Handeln versetzen kann. Letzteres ist vielleicht der einzige Punkt, der mich, zwar nicht beim Lesen, wohl aber bei der Nachbetrachtung, leicht gestört hat: die Darstellung Cazarils als durch und durch edlen Helden. Trotz dieser Schwäche, zumindest in meinen Augen, ist der Charakter des Protagonisten hervorragend herausgearbeitet. Bleibt also nur noch der gute Rat: Besorgt euch dieses Werk, laßt es euch schenken oder leiht es aus. Die Überzeugung, mit „Chalions Fluch“ einen sehr guten Fantasy-Roman gelesen zu haben, wird noch lange nach Beendigung der Lektüre bleiben, und einige Ideen sind allemal ein staunendes Nachdenken wert.

Titel: Chalions Fluch (The Curse of Chalion) Autor: McMaster Bujold, Lois Verlag, Nummer: Bastei 20486 update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe. Nach beinahe einem Jahr Pause habe ich mich nun zu einer neuen Besprechung drängen lassen. In dieser Zeit sind etliche interessante Romane erschienen. weiterlesen…

Am Vorabend der Ewigkeit

von am 11. Dezember 2007 Kommentare deaktiviert für Am Vorabend der Ewigkeit

Titel: Am Vorabend der Ewigkeit (Hothouse bzw. The Long Afternoon of Earth)
Autor: Brian W. Aldiss
Verlag, Nummer: Goldmann 25046

update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe.

Vor mehr als 36 Jahren las ich diesen Roman erstmals (gleicher Titel, Heyne 3030) in der damaligen deutschen Erstausgabe, die um zwei unbedeutende Episoden gekürzt war. Mehr als 20 Jahre später wurde er mit neuem Titel (Der lange Nachmittag der Erde, Heyne Bibliothek der SF-Literatur 61) wiederum aufgelegt. Diese ungekürzte und vortrefflich neu übersetzte Version verführte mich zur nochmaligen Lektüre. Dabei genoss ich den leicht aufblitzenden Wortwitz der neuen Fassung, ergänzt durch zwei zusätzliche Abhandlungen über Aldiss´ Schaffen im allgemeinen und zum vorliegenden Werk im besonderen. Nun, beide Taschenbücher sind leider längst vergriffen, und die Bibliotheks-Ausgabe ist kaum noch aufzutreiben. 1998 wurde der Roman von Goldmann zum Glück neu herausgebracht und ist immer noch zu erhalten. Leider hat man hierfür die alte Version gewählt, aber der Spatz in der Hand… Vor kurzem fiel mir dieses schmale Bändchen von ca. 190 Seiten Umfang wieder in die Hände, und ich konnte nicht widerstehen, es zum dritten Mal zu lesen. Meine freudige Erwartung wurde auch diesmal nicht enttäuscht und ich konnte erneut feststellen, daß der Roman ein wichtiges und immer noch sehr lesenswertes Werk ist.

Inhalt:
„Am Vorabend der Ewigkeit“ beschreibt unsere Welt in einer weit in der Zukunft liegenden Zeit, in der die Sonne allmählich zur Nova wird. Die Rotation der Erde hat sich so stark verlangsamt, daß sie der Sonne immer dieselbe Seite zuwendet und der Mond immer an der gleichen Stelle steht. Das daraus resultierende Treibhausklima hat die Pflanzen zu gigantischer Größe mutieren lassen. Das Aussterben der meisten Tierarten, durch die starke Sonnenstrahlung verursacht, gab den Pflanzen die Möglichkeit, die Rolle der verschwundenen Fauna zu übernehmen, bis hin zu extrem gefährlichen Raubpflanzen. Kleine, isolierte Stammesgruppen von Menschen, immer von einer älteren Frau angeführt, leben in den ganze Kontinente überspannenden Wäldern. Sie bewegen sich in unglaublicher Höhe auf riesigen Ästen wie auf Überlandstraßen, beständig auf der Hut vor versteckten und übermächtigen Gefahren. Gren, ein halbwüchsiger Junge, der gegen seine Rolle als behüteter zukünftiger „Zeuger“ rebelliert, wird vom Stamm ausgestoßen und beginnt, nur von dem Mädchen Poyly begleitet, eine phantastische Odyssee durch eine fremdartige und erschreckende Welt.

Beurteilung:
Das Buch, für das Aldiss 1962 mit dem Hugo-Award ausgezeichnet wurde, entstand durch Zusammenfassung mehrerer Kurzgeschichten zu einem Episodenroman. Der Autor schildert eine Welt voller Wunder und Gefahren, bevölkert von unglaublichen Wesen, wobei der Held immer wieder bizarren Situationen ausgesetzt wird. Die stark fantasyhaft geprägte Reise durch eine letztlich zum Untergang verurteilte Welt erinnert unwillkürlich an die Odyssee, an Gullivers Reisen oder an Sindbad, den Seefahrer. Viele Ereignisse, Lebewesen und Tragödien werden nur bruchstückhaft dargestellt, nicht erklärt. Aber das liegt offensichtlich auch nicht in der Absicht des Schriftstellers, der keine naturwissenschaftlich fundierte Analyse anstrebt. Er läßt vielmehr eine Fülle von eindringlichen und phantastischen Bildern und Situationen aufblitzen, die dennoch eine dramatische Gesamtschau unserer Erde in fernster Zukunft heraufbeschwört, wie sie suggestiver und einprägsamer kaum vorstellbar ist, voll überbordender Einfälle und von überwältigender Eindringlichkeit.
Allerdings ist der Roman für Leser, die eine „sympathische“ Bezugsperson suchen, weniger zu empfehlen, denn Gren ist ganz schön egoistisch und in manchen Situationen ziemlich rücksichtslos. Von Selbstzweifeln ganz und gar nicht geplagt, trifft er keineswegs immer die „richtigen“ Entscheidungen und opfert auch in einigen Situationen bedenkenlos Mitglieder seiner während der Irrfahrt angewachsenen Schar. Eine auf den ersten Blick halbwegs selbstlose Handlung, die Befreiung der „Dickbäuche“, erweist sich schon bald als Fehlschlag für Grens Gruppe und die unglücklichen „Befreiten“. Zudem ist er auch ganz und gar nicht der Typus des vorausplanenden Helden, wird in den meisten Situationen zum Spielball der Ereignisse und verfällt immer mehr dem Einfluß eines intelligenten Parasiten, der ihn für seine Ziele ausnützt, ihn aber gleichzeitig auch klüger und reifer macht. Daß er sich zum Schluß von diesem bösen Einfluß befreien kann, gelingt nur mit Hilfe einer anderen Intelligenz.

Fazit:
„Am Vorabend der Ewigkeit“ besticht durch außergewöhnliche Eindringlichkeit, ist an keiner Stelle langatmig, stilistisch hervorragend ausgeführt, in eigentlich jeder Hinsicht ein Meisterwerk, nach dessen Lektüre man glaubt, einen dickleibigen Wälzer gelesen zu haben, so viele atemberaubende Ideen sind darin enthalten. Faszinierende Protagonisten bereichern Aldiss´ Welt. Exotik, Abenteuer, Ideen, die die Grenze zur Fantasy überschreiten, eine eigentümliche Mischung aus Faszination und atemberaubendem Miterleben, aber auch immer bewusste Distanz zum herumgestoßenen Helden kennzeichnen dieses Werk. Dabei stehen die zahlreichen gefährlichen und aufregenden Ereignisse sowie die Dynamik des Geschehens in einem auffallenden Gegensatz zur erstarrten Welt. Detailfreude und knappe, aber trotz ihrer Ausschnitthaftigkeit genaue Beobachtungen lassen ein unglaublich dichtes Panorama entstehen, sodaß der Roman auch beim wiederholten Lesen nichts an Wirkung verliert.

Titel: Am Vorabend der Ewigkeit (Hothouse bzw. The Long Afternoon of Earth) Autor: Brian W. Aldiss Verlag, Nummer: Goldmann 25046 update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe. Vor mehr als 36 Jahren las ich diesen Roman erstmals (gleicher Titel, Heyne 3030) in der damaligen deutschen weiterlesen…

Die Kerker von Goa

von am 4. Dezember 2007 Kommentare deaktiviert für Die Kerker von Goa

Titel: Die Kerker von Goa (Goa)
Serien-/Zyklentitel: Das Elixier der Nacht (Blood of the Goddess)
Autor: Kara Dalkey
Verlag, Nummer: Knaur 70102 (Folgebände: 70103, 70104)

update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe. Die letzte Version erschien bei Knaur unter der Reihenbandnummer 62273. Titel: "Die Geheimnisse von Goa". Band zwei und drei sind nicht neu aufgelegt worden.

Der Roman, eines der beeindruckendsten Werke, die ich in letzter Zeit gelesen habe, spielt am Ende des 16. Jahrhunderts in Goa, der kleinen portugiesischen Kolonie an der Westküste Indiens mit dem brodelnden Völkergemisch. Dort ist auch der Sitz der Santa Casa, der Inquisition. Deren mächtige Herren, die Dominikaner, verfolgen mit gnadenloser Härte und spitzfindiger theologischer Finesse Ketzer und eigene Ziele. In die Hände dieser skrupellosen Männer der Kirche gerät, eher versehentlich, ein englischer Apothekergehilfe, der durch Zufall in den Besitz eines geheimnisvollen Pulvers gekommen ist, das Tote zum Leben erwecken kann.
Dieses pulvis mirabile ist übrigens das einzige phantastische Element des eigentlich historisierenden Romans, dessen bunte Fülle von Drogen, Gerüchen, Kräutern, Kleidung, Schiffstypen, Mentalitäten, Rassen und Religionen den fiebrigen Pulsschlag eines außergewöhnlichen Fleckens Erde und einer faszinierenden Epoche heraufbeschwört. Die Menschen mit ihren Loyalitäten, aber auch Söldnermentalität und rücksichtslosem Durchsetzungswillen eigennütziger Ziele, zeigen intensives Interesse an neuen Entdeckungen jeder Art, gepaart mit unkritischer Hinnahme überkommenen Wissens und Denkens. Nach der Lektüre des zweiten (von drei) Bänden, ebenso schillernd und fesselnd geschrieben, fürchte ich leider, daß diese Trilogie den normalen Fantasy-Leser nicht so stark ansprechen dürfte, wohl aber die an Geschichte Interessierten.

Titel: Die Kerker von Goa (Goa) Serien-/Zyklentitel: Das Elixier der Nacht (Blood of the Goddess) Autor: Kara Dalkey Verlag, Nummer: Knaur 70102 (Folgebände: 70103, 70104) update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe. Die letzte Version erschien bei Knaur unter der Reihenbandnummer 62273. Titel: "Die Geheimnisse weiterlesen…

Beowulfs Kinder

von am 4. Dezember 2007 Kommentare deaktiviert für Beowulfs Kinder

Titel: Beowulfs Kinder (Beowulf’s Children)
Autor: Larry Niven & Jerry Pournelle
Verlag, Nummer: Bastei 24223

update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe.

Der Folgeband zu dem vor vielen Jahren erschienenen "Der Held von Avalon" (Bastei 23089) kann notfalls auch als eigenständiger Roman gelesen werden. Immer wieder rollen Rückblenden zumindest umrißhaft das Geschehen des früheren Werkes auf. Dies geschieht jedoch in Form von allgemein verbindlichen Verhaltensregeln und persönlichen Erinnerungsbildern so gekonnt, daß es nie belehrend oder gar langweilig wirkt.
Inhalt:
Die Vorsichtsmaßnahmen und Tabus, die aus der fast vollständigen Zerstörung der ersten Kolonistensiedlungen auf Avalon, einem Planeten der 4. Sonne von Tau Ceti, resultieren, will die nächste Generation nicht mehr akzeptieren. Dies ist wohl auch dadurch erklärbar, daß die Insel Camelot, das bisherige Siedlungsgebiet, nach einem Vernichtungsfeldzug völlig frei ist von den Grendels, einer äußerst aggressiven und unglaublich überlebensfähigen Lebensform. Zwar verfolgt die Nachfolgegeneration, die frei ist von den Folgeschäden des "Eises" (des Tiefkühlschlafs während des Weltraumflugs), keine einheitliche Politik. Aber die charismatische Ausstrahlung ihres jungen Führers, der ein sehr starkes Durchsetzungsvermögen besitzt, bringt eine Gruppe von ihnen dazu, eine Station auf dem unerforschten Festland zu errichten. Das ist die Ausgangssituation für das weitere Geschehen.
Beurteilung:
"Der Held von Avalon" bietet fast nur äußere Spannung, weist keine psychologische Glaubwürdigkeit auf, zeigt einen einsamen Helden und letztlich Retter der Kolonie. Allerdings muß zugestanden werden, daß der erste Roman als reine Action-Lektüre sehr wohl Wirkung erzielt. Um so erfreulicher ist der nicht nur relative Tiefgang des Folgebandes. Neben der reichlich vorhandenen Spannung und den gelungenen Überraschungsmomenten kommen auch die psychologischen Aspekte im konfliktreichen Zusammenleben nicht zu kurz. Die Autoren überzeugen durch abwechslungsreiche Handlungsstränge und schaffen durch das Überblenden in die Perspektive der einzelnen Protagonisten mit ihren unterschiedlichen Zielen und Charakteren ein breit gefächertes und zum Nachdenken anregendes Erzählspektrum. Sie benötigen keinen Überhelden im Besitz der alleinigen Wahrheit. Zwar steht die Erforschung der komplexen Fauna und Flora mit ihren Chancen und Risiken im Vordergrund, aber die eigentliche innere Dynamik und die unerwarteten Wendungen erwachsen aus den zwischenmenschlichen Konflikten der Kolonisten.
Fazit:
Diese vielschichtige Mischung aus sozialen und biologischen Komponenten, das Fehlen von Führern mit übermenschlichen Fähigkeiten und die Faszination eines fremden Planeten, dessen Rätsel und Gefahren sehr geschickt Stück für Stück erklärbar werden, machen "Beowulfs Kinder" zu einem Spitzenroman. Angenehm überrascht auch, daß den mörderischen Grendels, im ersten Roman nur biologische Vernichtungsmaschinen, eine gewisse Intelligenz und soziales Anpassungsvermögen zugestanden wird. Vielleicht entspricht das Werk nicht der Erwartungshaltung einer vorrangig an technischen Aspekten orientierten Leserschaft, da keine Weiterentwicklung der vorhandenen Technologie stattfindet. Obwohl Gefühle und Beziehungsprobleme nicht ausgespart, ja sogar Erziehungstheorien hinterfragt werden, bleibt der Roman spannend und abwechslungsreich bis zur letzten Seite.

Titel: Beowulfs Kinder (Beowulf’s Children) Autor: Larry Niven & Jerry Pournelle Verlag, Nummer: Bastei 24223 update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe. Der Folgeband zu dem vor vielen Jahren erschienenen "Der Held von Avalon" (Bastei 23089) kann notfalls auch als eigenständiger Roman gelesen werden. Immer wieder weiterlesen…

Der Splitter im Auge Gottes

von am 4. Dezember 2007 Kommentare deaktiviert für Der Splitter im Auge Gottes

Titel: Der Splitter im Auge Gottes (The Mote in God’s Eye)
Autor: Larry Niven & Jerry Pournelle
Verlag, Nummer: Heyne 06/3531, 06/8220

update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe. Die letzte Version erschien unter der Heyne Reihenbandnummer 21532

Dieser schon vor fast zwanzig Jahren in Deutschland erstmals aufgelegte Roman zählt zu den wenigen Werken, die seitdem ununterbrochen verfügbar sind. Erneute Aktualität erlangte er durch die vor kurzem erschienene Fortsetzung „Der Ring um das Auge Gottes“ (Heyne 5180), die m.E. allerdings weit weniger interessant ist als sein Vorgänger.
Inhalt:
Im vierten Jahrtausend sendet das zweite Sternenimperium der Menschheit eine Expedition von zwei Schiffen aus, die Kontakt mit einer Fremdrasse, den „Splits“, aufnehmen soll. Diese, die im Gegensatz zum Imperium keinen überlichtschnellen Raumschiffantrieb besitzen, aber technologisch dennoch weit fortgeschritten sind, bewohnen das Sonnensystem „Splitter im Auge Gottes“. Stück für Stück wird das gefährliche Geheimnis dieser fremden Lebensform enträtselt, die von Geburt an spezialisiert, d.h. biologisch auf bestimmte Funktionen programmiert sind.
Beurteilung:
Dies ist die Ausgangsposition des sehr spannenden Romans, dessen Hauptreiz das Detektivspiel bildet, wie die Delegation der Menschen die biologische Zwangslage der „Splits“ nach und nach erkennt und einordnet. Diese faszinierende Puzzle wird unterstrichen durch die gelungene Schilderung der facettenreichen fremden Kultur. Die Aliens sind in Klassen eingeteilt: Herrschende, Vermittler (eine Art Dolmetscher-Diplomaten) und eine zahlreiche dumpfe Subspezies ohne eigentliche Intelligenz, die aber instinktgeleitet Maschinen konstruieren und erhalten kann. Leider sind die menschlichen Charaktere meist sehr schablonenhaft dargestellt, wirken stereotyp und umrißhaft. Nicht vieles wird hinterfragt, der gedankliche Hintergrund ist wenig glaubhaft – vielleicht am fragwürdigsten in der Tatsache, daß die Menschheit im Kosmos feudalistisch organisiert ist, na ja …
Fazit:
Trotz dieser Schwächen und gelegentlicher Längen besticht dieser umfangreiche Roman durch starke Spannung. Sicherlich werden die Leser, die sich an gelegentlichen Kritikpunkten nicht übermäßig stören, fasziniert sein von der absolut fremdartigen und doch letztlich in sich logischen Darstellung dieser fremden Kultur, ihrer Zwänge und Ziele. Wer sich in die pralle und erregende Welt dieser Space Opera hineinziehen läßt, wird sicherlich auf seine Kosten kommen und verstehen, warum dieses Werk bei den Lesern so großen Erfolg hatte und noch immer hat.

Titel: Der Splitter im Auge Gottes (The Mote in God’s Eye) Autor: Larry Niven & Jerry Pournelle Verlag, Nummer: Heyne 06/3531, 06/8220 update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe. Die letzte Version erschien unter der Heyne Reihenbandnummer 21532 Dieser schon vor fast zwanzig Jahren in Deutschland weiterlesen…

Der Adept des Assassinen

von am 4. Dezember 2007 Kommentare deaktiviert für Der Adept des Assassinen

Titel: Der Adept des Assassinen (Assassin’s Apprentice)
Serien-/Zyklentitel: Die Legende vom Weitseher (Farseer)
Autor: Robin Hobb
Verlag, NummeR: Bastei 28231, 20350 (Folgebände: 20360, 20375)

update: Die Originalausgabe bei Bastei ist lange vergriffen. Die aktuelle Ausgabe bei Heyne heist "Der Weitseher", "Der Schattenbote" und "Der Nachtmagier" unter de, Bandnummern 52481, 52520 und 52521

Wohl kaum jemand mit normalem Lesetempo kann die Flut der monatlichen Neuerscheinungen im utopisch-phantastischen Bereich lesend erfassen, um die wirklichen Highlights heraus zu filtern. Manchmal hilft also bei einem neuen Autor der Zufall oder „die Nase“ oder eine Empfehlung. Diesmal hatte ein Mitarbeiter der Romanboutique den betreffenden Band in Englisch gelesen  und mir sehr ans Herz gelegt. Ich war also wirklich gespannt auf diesen Roman und kann voller Freude bestätigen, daß er zu den beeindruckendsten und emotional bewegendsten zählt, die ich im Fantasy-Genre je gelesen habe. Aber genug des Vorablobes.
Inhalt:
Der sechsjährige Bastardabkömmling eines Prinzen wird von seinem Großvater zur königlichen Burg gebracht und dort vom Stallmeister Burrich, einem ehrenwerten aber harten Mann, erzogen. Fitz genannt, d.h. unehelicher Sohn, erhält er dort eine strenge und mühevolle Ausbildung. Er zieht die Aufmerksamkeit des Königs auf sich, der ihn zum Assassinen, d.h. politischen Attentäter ausbilden läßt, da er erkennt, daß der Junge seltene magische Talente besitzt. Aber vom Talent zum Können ist halt ein weiter und steiniger Weg, wie wohl jeder am eigenen Leib schon erfahren hat. Als seefahrende Barbarenhorden das Land verwüsten, wird Fitz auf seine erste Mission geschickt. Mehr soll hier nicht gesagt werden, es wäre zu schade.
Beurteilung:
Also, bitte nicht den Klappentext lesen – er verrät schon ein wenig zu viel und ist außerdem, wie so oft, auch sachlich unrichtig. Der Roman ist in der IchForm geschrieben, was für mein Empfinden oft zu Abstrichen führt. Diese leichte Abneigung war aber sehr schnell überwunden. Die dichte Atmosphäre, die Stimmung von Resignation, Vereinsamung und Traurigkeit verfehlt nicht ihre Wirkung. Selbst einige heitere Passagen, welche die uns heute fremde harte Erziehung ein wenig aufhellen, gefährliche Intrigen, die Darstellung der politischen Ränke und Eifersüchteleien, die soziale und emotionale Distanz, gedankenlose oder absichtliche Rücksichtslosigkeit der Herrschenden, alles das wird so glaubhaft und aufwühlend dargestellt, daß der Leser vergißt, daß er sich in den Seiten eines Buches befindet. Er glaubt, am Leben des jungen Fitz teilzunehmen. Die handelnden Personen geraten niemals zum Klischee, gleiten nie ab ins Triviale und selbst völlig unvorhergesehene Wendungen in der Handlung sind aus den Zielen und den Prägungen der handelnden Charaktere ableitbar, wenn auch glücklicherweise erst im Nachhinein. Dazu 0kommt noch als großer Pluspunkt, daß die Übersetzung ungewöhnlich gut ist; heute leider nur noch selten anzutreffen.
Fazit:
Die Autorin hat es überzeugend verstanden, eine komplexe Gesellschaft, eine fremdartige und doch vertraute Welt, das Heranreifen eines jungen Menschen mit seinen Nöten, Niederlagen und der letztlichen Selbstbehauptung vor uns entstehen zu lassen. Die Welt des jungen Fitz wird nie in grellen Tönen gemalt, ist ganz sicher kein Fantasy-Epos mit übermenschlichen Recken, aber „dieses Buch hat alles, um zu einem der beliebtesten Fantasy-Romane der nächsten Jahre zu werden“.

Titel: Der Adept des Assassinen (Assassin’s Apprentice) Serien-/Zyklentitel: Die Legende vom Weitseher (Farseer) Autor: Robin Hobb Verlag, NummeR: Bastei 28231, 20350 (Folgebände: 20360, 20375) update: Die Originalausgabe bei Bastei ist lange vergriffen. Die aktuelle Ausgabe bei Heyne heist "Der Weitseher", "Der Schattenbote" und "Der Nachtmagier" weiterlesen…

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