Oliver L’s Comic Guide

Derf Backderf – Mein Freund Dahmer

von am 15. Oktober 2013 2 Kommentare

Mein Freund Dahmer

John „Derf“ Backderf der für seine Cartoons mit dem ROBERT F. KENNEDY JOURNALISM AWARD ausgezeichnet wurde, ist in Deutschland nur einem eher überschaubaren Publikum bekannt. In der Tat handelt es sich bei MEIN FREUND DAHMER um Backderfs erste Veröffentlichung in deutscher Sprache. Während das TIME MAGAZINE von einem der fünf wichtigsten Sachbüchern des Jahres 2012 spricht, sorgte die Veröffentlichung in Deutschland für hitzige Diskussionen in einschlägigen Foren an denen sich auch etablierte Autoren beteiligten. Beim angesprochenen Dahmer handelt es sich nämlich um niemand geringeren als Jeffrey Dahmer, einem der bekanntesten Serienmörder unserer Zeit. So wurde angezweifelt, ob sich das Medium Comic für diese Geschichte eignet oder ob diese ernste Thematik dadurch nicht eher trivialisiert wird. Auch gab es die Befürchtung, dass Jeffrey Dahmer und seine Taten (durch das gewählte Medium) glorifiziert werden. Eine nicht ganz unberechtigte Befürchtung gibt es doch Menschen, die Dahmer zu einem Vorbild für Außenseiter stilisieren. Dies alles ist MEIN FREUND DAHMER entschieden nicht.

Viel mehr beschreibt Autor und Zeichner Backderf wie es war, mit einem Jungen zur Schule zu gehen, mit ihm befreundet zu sein, der eine solchen Weg einschlug. Er beschreibt, wie Dahmer auf der High School war, wie er auf seine Mitschüler gewirkt hat, wie er sich unbemerkt von allen immer weiter in ein Monster verwandelt hat. Backderf beschreibt eindringlich wie Dahmer sich immer weiter in seine Außenseiterrolle zurückgezogen hat, wie seine wenigen Freunde sich immer weiter von ihm entfernten, da er auch ihnen wie ein Sonderling vorkam und niemand eine wirklich enge Bindung zu ihm aufbauen konnte.

Backderf beschreibt auch Dahmers ungewöhnliche Verhaltensweisen und Hobbys, seinen Abstieg in den Alkoholismus und geht auf die Probleme im Elternhaus ein. Er stellt sich die Frage, was hätte anders laufen können muss aber eingestehen, dass er (und seine Freunde) nur dumme Teenager waren, die nichts hätten ändern können. Viel interessanter ist die Frage, wo denn die Erwachsenen waren. Von denen merkte niemand etwas. Die Eltern waren zu sehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt. Den Lehrern fiel nichts auf. So war es damals wohl. Ein krasser Gegensatz zur Gegenwart, in denen bei Kindern oft allzu schnell eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung diagnostiziert wird. Keines dieser Extreme sollte die Lösung sein. Doch für eine vorsichtige Beurteilung scheint oft einfach die Zeit zu fehlen …

Jeffrey Dahmer tötete zwischen 1978 und 1991 siebzehn Menschen. Diese Taten sind nicht zu entschuldigen. Daran ist Backderf auch nicht gelegen. MEIN FREUND DAHMER ist autobiographisch, es ist nachdenklich, beklemmend, gut recherchiert und exzellent erzählt. Ob nun Comic oder Sachbuch, mit dem vorliegenden Buch ist Walde + Graf/Metrolit gelungen, ein großartiges Stück Literatur nach Deutschland zu holen. Ein hoffentlich auch zum Nachdenken anregendes Werk. Denn vielleicht sind die Jeffrey Dahmers dieser Welt wirklich vermeidbar, wenn wir alle nur ein wenig mehr auf unsere Mitmenschen achten …

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Mein Freund Dahmer
John „Derf“ Backderf
Walde + Graf/Metrolit Verlag 22,99 €
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden bestellen

John „Derf“ Backderf der für seine Cartoons mit dem ROBERT F. KENNEDY JOURNALISM AWARD ausgezeichnet wurde, ist in Deutschland nur einem eher überschaubaren Publikum bekannt. In der Tat handelt es sich bei MEIN FREUND DAHMER um Backderfs erste Veröffentlichung in deutscher Sprache. Während das TIME weiterlesen…

Batman Collection

von am 19. September 2013 Kommentare deaktiviert für Batman Collection

Batman Collection: Marshall Rogers

Wenn man die Redaktion von Panini nach den Chancen für älteres Material von DC oder Marvel fragt, fällt die Antwort meist negativ aus. Das mag an fehlender Relevanz für die aktuellen Geschichten oder gar an Zeichnungen liegen, die nicht dem modernen Geschmack entsprechen. Gerade letzteres ist sehr schade, da die Branchenriesen seit Jahren gerne Anfänger einsetzen, denen sie geringere Honorare zahlen können. Unter diesen gibt es zweifelsfrei das eine oder andere Talent. Zu oft jedoch beherrschen diese Nachwuchszeichner die Grundlagen des grafischen Erzählens nicht. Da mutet es nachgerade befremdlich an, dass ausgerechnet Meister ihres Fachs wie David Mazzucchelli oder der großartige Marshall Rogers (22.07.1950 – 25.03.2007) in einschlägigen Foren als die schlechtesten Bat-Zeichner aller Zeiten genannt werden.

Ältere Geschichten verkaufen sich nicht gut
Natürlich gibt es auch von dieser Regel Ausnahmen. BATMAN geht irgendwie immer. Nicht verwunderlich, ist der Mitternachtsdetektiv doch einer der populärsten Superhelden, dessen Beliebtheit durch Christopher Nolans Filmtrilogie sicher noch einen kleinen Aufschwung erhielt. Inwieweit sich der Erfolg der drei Filme auf tatsächlich verkaufte Comicbände auswirkt sei mal dahin. Fakt ist, dass inzwischen eine gute Anzahl Bücher mit älterem Fledermausmaterial veröffentlicht wurde.

Neal Adams
Zunächst gab es da eine vierteilige Reihe, die dem Schaffen des Bat-Titanen Neal Adams gewidmet war. Die Serie sammelt alle von Adams gezeichneten Batman-Stories und sämtliche Cover mit dem Schrecken von Gothams Unterwelt. Mitunter sind diese älteren Geschichten ziemlich hanebüchen, aber Adams war auch einer jener Kreativen, die Batman in den 70ern zu seinen dunklen Wurzeln zurückführten. Die „Saga von Ra’s al Ghul“ (getextet von Dennis O’Neil) dürfte hierfür das berühmteste Beispiel sein. Jener Schurke also, den Nolan für BATMAN BEGINS verwendet hat …

Mike Mignola
Wie alt ein Comic sein muss, um als Klassiker zu gelten ist freilich eine Streitfrage. So mag die Bezeichnung für den Mike Mignola gewidmeten Band gerne in Zweifel gezogen werden. Nichtsdestrotrotz handelt es sich auch bei diesem um eine lohnende Anschaffung. HELLBOY-Schöpfer Mignola kann natürlich auch hier sein Faible für Horror und speziell H. P. Lovecraft nicht verbergen. Ein krasser Gegensatz zu den eher geradlinigen Detektivgeschichten unter O’Neil. Aber besonders das enthaltene BLUTIGE SCHATTEN DER VERGANGENHEIT, eine der ersten Elseworlds-Geschichten, ist ein Muss für den Fledermaus-Fan!

Marshall Rogers
Einen unbestrittenen Höhepunkt stellt der dem eingangs schon erwähnten Marshall Rogers gewidmete Band dar. Besonders jene von Steve Englehart verfassten Abenteuer, die gemeinhin als STRANGE APPARITIONS bekannt sind. Hier trifft der Dunkle Ritter auf Hugo Strange, einen seiner interessantesten Gegenspieler. Mit Silver St. Cloud wird hier die wohl faszinierendste Frau an Bruce Waynes Seite vorgestellt, die sogar dessen Geheimnis errät. Mit DER TOD KOMMT DREI MINUTEN NACH MITTERNACHT wird außerdem eine der besten und (für damalige Verhältnisse) experimentellsten Bat-Geschichten präsentiert. Und zu guter letzt war der Joker nie verrückter als hier. Nicht ganz unberechtigt spricht der Tagesspiegel von „den besten BATMAN-Geschichten aller Zeiten“!

Jim Aparo
Zuletzt wurde eine zweibändige Reihe dem wohl langjährigsten Bat-Zeichner Jim Aparo gewidmet. Beide Ausgaben sammeln von Bob Haney verfasste Team-ups aus der Serie THE BRAVE AND THE BOLD. Einmal mehr also eher altbackene Geschichten, die vor mitunter naiven Ideen nur so strotzen. Aber auch wenn diese Geschichten etwas Staub angesetzt haben, sind sie auch heute noch gut lesbar und ein toller Kontrast zum aktuellen Fledermausmann, der im Laufe der Jahre immer düsterer aber dadurch eben nicht zwangsläufig lesenswerter wurde!

Um das ganze komplett zu machen: Weiteres „klassisches“ Material ist in „Die besten Storys aller Zeiten“, „Batman: Joker – Des Teufels Advokat“, „Batman: Ein Tod in der Familie“ und in einer dreibändigen, gestrafften Neuveröffentlichung von KNIGHTFALL erschienen.

Wenn man die Redaktion von Panini nach den Chancen für älteres Material von DC oder Marvel fragt, fällt die Antwort meist negativ aus. Das mag an fehlender Relevanz für die aktuellen Geschichten oder gar an Zeichnungen liegen, die nicht dem modernen Geschmack entsprechen. Gerade letzteres weiterlesen…

Legion of Super-Heroes

von am 12. September 2013 Kommentare deaktiviert für Legion of Super-Heroes

Legion of Super-Heroes

Science Fiction und Weltraumabenteuer hatten unzweifelhaft einen großen Einfluss auf die Landschaft der Superheldencomics. Nicht umsonst gibt es unzählige verrückte Wissenschaftler, phantastisch anmutende Gerätschaften für allerlei Zwecke und sogar Figuren, die es aus Zukunft oder Vergangenheit in die Gegenwart so illustrer Gestalten wie Superman oder Batman verschlagen hat. der Stählerne erhält seit 1958 regelmäßigen Besuch aus dem 31. Jahrhundert, von der Legion der Superhelden. Oder besser gesagt aus einer Zukunft, die tausend Jahre von unserer Zeit getrennt ist, denn ursprünglich war die Heimat der Legion im 30. Jahrhundert angesiedelt. Aber nach dem „Millennium“ war wohl auch ein ähnlicher Schritt in der Zukunft nötig. Wie es der Legion wohl ergehen wird, wenn wir selber das 31. Jahrhundert erreichen?

Die ursprünglich im Teenageralter debütierenden Helden, am Anfang waren sie Freunde von Superboy, dem Jungen aus Stahl, wurden von Otto Binder (1911 – 1974) und Al Plastino (1921) für eine Ausgabe von ADVENTURE COMICS geschaffen. Den meisten Lesern, gerade in Deutschland, dürften diese Namen nicht mehr viel sagen. Das ist etwas schade, denn diese beiden schufen auch die ursprünglichen Version von Supermans Cousine und seinen Gegenspielern Brainiac und Bizarro.

Die Verbindung zu Clark Kent wurde gleich in jenem ersten Heft mit der Legion gelegt. In dieser Geschichte geht es ausschließlich darum, dass die ersten drei Legionäre Superboy zu einem Mitglied ihrer Truppe machen wollen. Das einzig abenteuerliche an dieser ersten Story mit den Zukunftshelden sind die Aufnahmetests für Pa Kents Adoptivsohn. Einen Superschurken sucht der Leser vergeblich. Ausgehend von dieser Geschichte verschlug es den Jungen aus Stahl aber immer öfter ins 30. Jahrhundert, um seine Freunde bei ihren Unternehmungen zu unterstützen.

Auch hierzulande war die Legion recht beliebt. So hat der Ehapa Verlag, einstmals der große Lizenznehmer für DC COMICS in Deutschland (viele der alten Ehapa-Alben wurden übrigens von einer Druckerei aus Würzburg hergestellt), eine Vielzahl an Legions-Abenteuern veröffentlicht. Es nimmt wohl nicht Wunder, dass diese Hefte stets in Superman-Publikationen gebracht wurden. Eine eigene Serie wurde der Legion der Superhelden nicht gewidmet. Auch bei den Ehapa folgenden Verlagen sucht man vergeblich. Zwar gab es den einen oder anderen Auftritt in den Reihen des Dino Verlags und natürlich auch bei Panini. Es gab zwei dicke MONSTER EDITIONEN (einmal mit klassichem Material und einmal mit einer modernen Version der Legion). Erst im September 2012, also vor gut einem Jahr, sollte die Legion eine eigene Reihe auf dem deutschen Markt erhalten. Verfasst werden die neuen Abenteuer der Zukunftshelden von Paul Levitz, dem einstigen Präsidenten von DC COMICS. Die Truppe um Cosmic Boy ist dem altgedienten Autoren nicht fremd. Bereits von 1974 bis 1989 war er der Autor der LEGION OF SUPER-HEROES. Ein Heimspiel also …

Die deutsche Paperback-Reihe umfasst inzwischen vier Bände. Schon in der ersten Ausgabe werden die nicht mehr ganz so jungen Helden mit der Zerstörung einer Welt, alten Feinden und unliebsamen neuen Mitgliedern konfrontiert. So ziemlich jeder Legionär von Rang und Namen darf sich ein Stelldichein geben, die Legion muss sich politischen Problemen stellen und sieht sich ferner einer Drohung gegenüber, die auch die letzte Green Lantern betrifft. Die schon angesprochenen Neuaufnahme, aufgezwungen von der Erdregierung, ist ein radikaler Alienhasser und einstiger Gegenspieler der Legionäre. Bei einem hauptsächlich aus Außerirdischen bestehenden Team ist so gleich für eine Menge Konfliktpotential gesorgt. Dass ausgerechnet jener Earth Man mit einer verdienten Legionärin anbandelt, deren nichtmenschlichen Ursprung zudem auf dem ersten Blick erkennbar ist, könnte ebenfalls für einigen Ärger sorgen.

Dass sich die Legion neben den ganzen interen Querelen und Sorgen auch dem einen oder anderen Gegner stellen muss, bleibt dabei nicht auf der Strecke. Seien es Superschurken aus alten Tagen oder rachsüchtige Gestaltwandler, den Legionären bleibt in den ersten Ausgaben kaum eine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen.

Bei allen politsichen und gesellschaftlichen Implikationen (wie sie eigentlich zur Science Fiction gehören) sollte man hier kein tiefgreifendes philosophisches Werk erwarten, das sich eingehend mit den Problemen der Welt beschäftigt. Im Vordergrund stehen ganz klar Abenteuer und .. nennen wir es mal Drama. Wer von Abenteuern in einem Science-Fiction-Umfeld, von Superhelden-Schlachten im Weltraum lesen will, ist mit LEGION OF SUPER-HEROES gut bedient. Wer zudem auch mit einer (gehörigen) Prise Soap Opera leben kann, sollte zugreifen.

Science Fiction und Weltraumabenteuer hatten unzweifelhaft einen großen Einfluss auf die Landschaft der Superheldencomics. Nicht umsonst gibt es unzählige verrückte Wissenschaftler, phantastisch anmutende Gerätschaften für allerlei Zwecke und sogar Figuren, die es aus Zukunft oder Vergangenheit in die Gegenwart so illustrer Gestalten wie Superman oder weiterlesen…

Hellblazer – Angst und Schrecken

von am 2. September 2013 Kommentare deaktiviert für Hellblazer – Angst und Schrecken

Hellblazer: Angst und Schrecken

Seit einiger Zeit ist die dritte Ausgabe der HELLBLAZER – GARTH ENNIS COLLECTION erhätlich. Wie auch die ersten beiden Bände (Band 1, Band 2) soll auch ANGST UND SCHRECKEN hier eine kurze Erwähnung finden. Anders als in ROYAL BLOOD, in dem Autor Garth Ennis Themen und Motive aus Alan Moores FROM HELL aufgriff spricht der Ire im mittleren Band der fünfteiligen Gesamtausgabe wieder sehr viel mehr mit seiner eigenen Stimme. Unterstützt wird er hierbei von seinem regelmäßigen Kollaborateur Steve Dillon (einige der von Ennis verfassten Abenteuer John Constantines und natürlich den Klassiker PREACHER – ebenfalls in einer Gesamtausgabe bei Panini erschienen). ANGST UND SCHRECKEN indes ist nicht nur eine Rückbesinnung auf die eigenen Tugenden und Stärken, es ist leider auch der erste Band, der keine einzige (deutsche) Erstveröffentlichung enthält. Insgesamt sammelt der Band neun Ausgaben der US-Serie und eine Kurzgeschichte aus VERTIGO JAM.

Eine Rückbesinnung auf die eigenen Stärken bedeutet in Ennis’ Fall natürlich, dass neben einem ausreichenden Maß an Action, etwas Magie und auch ein bisschen Gefluche und Blasphemie die Beziehungen Constantines in den Fokus rücken.

So beginnt der Band mit Johns Schwester und besonders seiner Nicht Gemma, die sich von einem eher schlechten als rechten Hobbymagier zu einem Spiel mit den dunklen Mächten hat verführen lassen. Für John Constantine natürlich ein rotes Tuch, weiß er doch, dass seine Familie schon seit Generationen anfällig für die Versprechen der Magie anfällig ist. So nimmt es auch nicht wunder, dass jener Möchtegernzauberer den Zorn Constantines zu spüren bekommt. Wenn auch nicht unbedingt auf die Art, die man vermuten würde. Schwester und Nichte sind jedoch nicht die einzigen Familienmitglieder, die in diesem Band zum Zuge kommen. Constantine leistet ferner einem seiner Vorfahren Abbitte und gewährt diesem eine späte Gnade. So zeigt gleich das erste Kapitel die Ambivalenz des Titelhelden, der stets irgendwo zwischen den Stühlen steht. Auf der einen Seite ein ziemlicher Mistkerl. Aber doch irgendwo ein guter Kern.

Bevor es zur Titelgebenden Story geht, feiert John seinen vierzigsten Geburtstag. Ein sehr lustiges, und unterhaltsames Zwischenspiel mit einem kiffenden Mitglieder Justice League of America. Die Titelgeschichte beschäftigt sich nicht nur mit Rassismus sondern leitet auch Ereignisse ein, die aus der Folge von

GEFÄHRLICHE LASTER entstehen werden (mehr werden die letzten beiden Bände enthüllen). Unterstützt von dem Sukkubus Ellie, dessen an PREACHER gemahnende Entstehungsgeschichte im zweiten Band gezeigt wurde, nimmt sich Constantine des Erzengels Gabriel an. Der wiederum hat einen dunklen Fleck in seiner Vergangenheit, der durch Ellie und Constantine gelüftet wird. Gabriels Fall kommt in eine für Ennis durchaus typischen Weise daher. Wer allzu zarte, religiöse Gefühle hegt, sollte diese Geschichte besser auslassen … Oder am besten gleich alles von Ennis meiden!

Und zu guter letzt geht es um Johns Freundin Kit, die in den letzten beiden Bänden so wichtig für Constantine wurde. Die aber nichts mit seinem „zweiten Leben“ zu tun haben möchte. Doch gerade dieser Aspekt macht sich hier schmerzhaft bemerkbar. Wie sich das auf Constantines Leben und seinen Kampf gegen den König der Vampire auswirkt lest am besten selbst …

Hellblazer: Angst und Schrecken
Panini Verlag, 29,95 Euro

Seit einiger Zeit ist die dritte Ausgabe der HELLBLAZER – GARTH ENNIS COLLECTION erhätlich. Wie auch die ersten beiden Bände (Band 1, Band 2) soll auch ANGST UND SCHRECKEN hier eine kurze Erwähnung finden. Anders als in ROYAL BLOOD, in dem Autor Garth Ennis Themen weiterlesen…

Marvel NOW! Alles neu bei den Mutanten – Teil 2: Cable & X-Force

von am 23. August 2013 Kommentare deaktiviert für Marvel NOW! Alles neu bei den Mutanten – Teil 2: Cable & X-Force

Cable und X-Force 1

Der im ersten Teil bereits angesprochene Mutanten-Boom sorgte in den späten 80ern und frühen 90ern für einige besonders… fragwürdige Elemente. Viele der eingeführten Figuren glichen sich. Sie wurden nicht nur immer muskulöser, es musste auch so ziemlich jede neu eingeführte Figur in irgendeiner Form Waffen bei sich tragen. Riesengroße Waffen. Deren Rückstoß nach dem Abfeuern dem Hulk Schwierigkeiten machen dürfte. Ganz zu schweigen von den überall am Kostüm (Anzug?) verteilten Taschen, deren genauer Zweck niemals enthüllt wurde.

Besonders gut konnte man diese Entwicklung an Rob Liefelds X-FORCE sehen. Hervorgegangen aus der ersten Serie der NEW MUTANTS entwickelte sich die Truppe um den damals noch mysteriösen Cable zu einer paramilitärischen Mutanten-Eingreiftruppe, die mehr als einmal für eine Terroristenzelle gehalten wurde und sich dementsprechend öfter als unbedingt nötig auf der Flucht befand. Das alles wurde nicht besser, als sich deren Erzfeind Stryfe als ein Klon Cables entpuppte.

Von Peter Milligans und Mike Allreds extremer Neuausrichtung 2001 bis zu Cyclops’ Attentäterversion machte X-Force in den letzten Jahren viele Wandlungen durch. Von der Rückkehr der NEW MUTANTS ganz zu schweigen. Keine Version jedoch kam der ursprünglichen Idee hinter X-Force so nahe wie die neue Serie CABLE UND X-FORCE.

Einmal mehr auf der Flucht, einmal mehr mit einer mehr oder minder geheimen Mission betraut, einmal mehr für Terroristen gehalten … Im ersten Band zeigt Autor Dennis Hopeless nicht nur die Zusammenstellung dieser neuen Gruppe. Eine Zusammenstellung übrigens, die fast ausschließlich aus Überraschungen besteht, die man in einem X-Force-Titel wohl nicht erwartet hätte. Und bereits bei ihrem ersten Auftrag wird eine Konfrontation mit den UNCANNY AVENGERS angedroht.

Außerdem wird ein Drahtzieher im Schatten (wohl Stryfe oder zumindest jemand, der dessen Rüstung trägt) angedeutet. Auch fehlt noch eine Erklärung für Cables Visionen, die als Grundlage für die Abenteuer der Mutanten-Spezialeinheit herhalten müssen. Für die künftigen Ausgaben wird also einiges versprochen. Der Spagat zwischen einer Verbeugung vor den nicht unumstrittenen 90ern und einer modernen, unterhaltsamen Geschichte ist Hopeless und Zeichner Salvador Larroca jedenfalls gelungen.

Cable und X-Force 1
Panini Verlag, 14,99 Euro

Der im ersten Teil bereits angesprochene Mutanten-Boom sorgte in den späten 80ern und frühen 90ern für einige besonders… fragwürdige Elemente. Viele der eingeführten Figuren glichen sich. Sie wurden nicht nur immer muskulöser, es musste auch so ziemlich jede neu eingeführte Figur in irgendeiner Form Waffen weiterlesen…

Marvel NOW! Alles neu bei den Mutanten – Teil 1: X-Men

von am 22. August 2013 Kommentare deaktiviert für Marvel NOW! Alles neu bei den Mutanten – Teil 1: X-Men

Die neuen X-Men 1

Wie auch die RÄCHER debütierten Marvels Mutanten im September 1963. Jedoch war den ursprünglichen fünf Mutanten um Professor Charles Xavier kein größerer Erfolg vergönnt. So wurde die Serie bald für einige Jahre zu einer reinen Nachdruckreihe. Das änderte sich erst, als Len Wein und Dave Cockrum in GIANT-SIZE X-MEN # 1 (Mai 1975) ein neues Mutantenteam einführten. In der regulären Serie erschienen alsbald wieder neue Abenteuer der Mutantenhelden die von Chris Claremont verfasst wurden, der den Mutanten annähernd zwanzig Jahre die Treue halten sollte. Besonders die von John Byrne gestalteten Geschichten gelten heute als Klassiker und führten die X-Men zu nie gekannter Popularität. Bis in die 90er hinein sollte der Mutanten-Boom anhalten und brachte immer neue Serien und Figuren mit sich. So erhielten auch die ursprünglichen fünf X-Men ab Februar 1986 unter dem Titel X-FACTOR eine neue Chance.

Nun, annähernd dreißig Jahre später, versucht Autor Brian Michael Bendis sich an einem ähnlichen Rezept. In Folge von AVENGERS VS. X-MEN und der Geburt zahlreicher neuer Mutanten erreicht die im Marvel Universum so bekannte Anti-Mutanten-Hysterie einen neuen Höhepunkt. Dass sich Cyclops, Xaviers einstiger Musterschüler, seit Jahren immer mehr zu einem Fanatiker entwickelt, hilft dem Ansehen der Mutantenbevölkerung auch nicht. Gerade seine Taten in AvX werfen kein gutes Licht auf die Träger des X-Gens.

Was also bleibt den gemäßigteren X-Men zu tun? Die Antwort liegt in der Vergangenheit. Beast, seines Zeichens eines der Gründungsmitglieder der Gruppe X, entschließt sich dazu, die Hilfe des ursprünglichen Teams heranzuziehen. Vermittels einer kleinen Zeitreise. Jedoch wäre Henry McCoy nicht der geniale Wissenschaftler der er ist, wenn er sich blind auf diese Unternehmung einlassen würde. Er hat einen ganz bestimmten Zeitpunkt in seiner Erinnerung vor Augen, von dem er glaubt, dass er die jüngeren Versionen seiner selbst, Marvel Girls, Cyclops’, Icemans und Angels am ehesten von der Notwendigkeit einer Reise in die Zukunft überzeugen kann.

Wie jedoch werden diese fünf Teenager auf eine Welt reagieren, die weit weniger unschuldig ist, als ihre eigene? Wie werden sie damit umgehen, dass Marvel Girl in der Zukunft bereits gestorben ist (zum xten Mal)? Oder damit, dass der ältere Cyclops für den Tod ihres Mentors verantwortlich ist? Ganz zu schweigen von all den Wandlungen, die Beast, Angel und auch Iceman im Laufe der Jahre durchlebt haben. Bendis’ Einstand in die Welt der Mutanten ist gelungen und vielversprechend. Der Leser darf sich auf zukünftige Ausgaben freuen. Besonders, sobald auch die Gegensiere UNCANNY X-MEN startet. Dort geht es um den älteren Cyclops und seine extremere Gruppe.

Die neuen X-Men 1
Panini Verlag, 4,99 Euro

Wie auch die RÄCHER debütierten Marvels Mutanten im September 1963. Jedoch war den ursprünglichen fünf Mutanten um Professor Charles Xavier kein größerer Erfolg vergönnt. So wurde die Serie bald für einige Jahre zu einer reinen Nachdruckreihe. Das änderte sich erst, als Len Wein und Dave weiterlesen…

Marvel NOW! Avengers

von am 7. August 2013 1 Kommentar

AvengersMarvels RÄCHER kann man als Antwort auf DC COMICS JUSTICE LEAGUE OF AMERICA betrachten. Man kennt das. Die namhaftesten (und mitunter auch mal die mächtigsten) Helden des jeweiligen Verlags stellen sich gemeinsam einer Gefahr, die ein Einzelner nicht hätte überwinden können. So rächen sich die Helden um Captain America, Iron Man und dem nordischen Donnergott Thor seit September 1963 durch allerlei Abenteuer, die u. a. von Größen des US-Comics wie Stan Lee, Walter Simonson oder Kurt Busiek verfasst wurden. Auch die Riege der Zeichner in der fast fünzigjährigen Historie der Avengers liest sich wie ein Who-is-who: Jack Kirby, die Buscema-Brüder, Mike Deodato jr., George Pérez und viele andere waren für die Gestaltung der Rächer verantwortlich.

Dennoch führte diese Truppe vergleichsweise ein Schattendasein. Während ihre Verlags-Kollegen der FANTASTIC FOUR für die Strecken von Lee und Kirby oder auch John Byrne in den höchsten Tönen gelobt werden, sind echte Klassiker in der Geschichte der Rächer rar gesät. Fans des Teams finden natürlich ihre Perlen. Sei es ASSAULT ON OLYMPUS oder die in Deutschland unveröffentlichte KORVAC-SAGA. Als echter Klassiker gilt bei Beobachtern der Szene nur das von Roger Stern geschriebene und von John Buscema gezeichnete UNDER SIEGE.

Aus diesem Schattendasein traten die Rächer erst im September 2004,  als das erste von Brian Michael Bendis geschriebene Heft erschien. Bendis blieb der Serie (bzw. den Serien) lange Zeit treu. Seine Geschichten waren meist sehr umstritten und haben wohl fast so viele Fans verprellt wie begeistert. In jedem Fall machte er die Rächer zum Dreh- und Angelpunkt eines verzahnteren Marvel Universums. Die meisten der großen Events der letzten acht Jahre, sei es das die Mutanten an den Abrund bringende HOUSE OF M, CIVIL WAR oder die berüchtigte SECRET INVASION, wurden um die Rächer heraum aufgebaut. Wieviele dieser Geschichten den sprichwörtlichen Test der Zeit überstehen werden sei dahingestellt. Die AVENGERS waren jedenfalls in aller Munde. Da nimmt es auch nicht Wunder, dass Marvel ausgerechnet um diese Heldentruppe ein Film-Universum aufgebaut hat. Angefangen mit einer ersten Andeutung in IRON MAN über weitere Spielereien in den folgenden Filmen bis zum 2012er Blockbuster AVENGERS.

Brian Bendis ist inzwischen weitergezogen und kümmert sich fortan um die Geschicke der X-MEN. Marvel NOW! führt die Rächer unter neuer Autorenschaft in ihre nächste Phase. Marvel NOW! ist gewissermaßen die Antwort auf DC COMICS’ NEW 52. Nicht ganz so radikal aber dennoch ein geeigneter Einstiegspunkt für Neuleser und Rückkehrer. Kurz vorm fünfzigjährigen Jubiläum der Rächer hat diese Ära auch die deutschen Publikationen des Panini Verlags erreicht.

Avengers 1

AVENGERS (Hickman, Opeña)

Die Hauptserie wird von Jonathan Hickman verfasst, der erstmals in Folge der Skrull-Invasion mit SECRET WARRIORS auf sich aufmerksam machte. Zuletzt sorgte er mit seiner Strecke an den FANTASTIC FOUR (bzw. der FUTURE FOUNDATION) für Aufsehen.

Der Einstieg in die neue Reihe ist denkbar einfach. Captain America und Iron Man machen sich Sorgen um die Zukunft und denken an künftige Gefahren. Die können nur größer sein als alles dagewesene. Was muss dagegen getan werden? Richtig. Das Team wird vergrößert. Die Grundbesetzung stellt die aus dem Film bekannte Truppe inkl. Black Widow, Hawkeye und dem unglaublichen Hulk. Hinzu kommen einige populäre Figuren wie Spider-Man und Wolverine aber auch weniger offensichtlichte Kandidaten aus dem Mutantenumfeld. Ergänzt wird das ganze durch einige neue Figuren. Eine dieser Figuren hört auf den Namen Hyperion. Nun ist das nicht der Titan der griechischen Sagen, aber langjährige Fans der Rächer werden aufhorchen, ist dieser Charakter in verschiedenen Version doch schon seit 1969 mit der Geschichte der Rächer verwoben. Man sieht, Hickman hat seine Hausaufgaben gemacht.

Das klingt nun alles sehr simpel, wird von Hickman aber effektvoll und überzeugend umgesetzt. Besonders alte Fans, die unter Bendis das „typische Rächer-Feeling“ vermisst haben, dürfte dieser Einstand gefallen. Die mächtigsten Helden der Welt werden hier einer Gefahr gegenübergestellt, die zeigen wird, ob sich die Rächer ihres selbstgegebenen Standes als würdig erweisen. Hickman geizt nicht mit allerlei Andeutungen kosmischen Ausmaßes und für die künftigen Ausgaben erwartet den geneigten Leser das „neue Universum“. Dieses weiland 1986 von Jim Shooter erdachte alternative Universum ist deutschen Lesern kaum ein Begriff. Einzig einige Auftritte in späten Taschenbücher von DIE FANTASTISCHEN VIER des Condor Verlags sorgten für einige Berührungspunkte. Zuletzt nahm sich Warren Ellis in seiner leider unvollendten NEWUNIVERSAL-Reihe dieses Konzepts an. Wir werden sehen, was Hickman aus diesem Stoff macht.

Avengers 1
Panini Verlag, 4,99 Euro

Uncanny Avengers 1

Uncanny Avengers (Remender, Cassaday, Coipel)

Kurz vor Marvel NOW! lagen die Rächer und ihre Mutantenkollegen der X-Men im Clinch miteinander. So wurde das Ende von AVENGERS VS. X-MEN, der Tod von Professor Charles Xavier, auch zum Ausgangspunkt nicht nur dieser Serie sondern Marvel NOW! in Gänze.

UNCANNY AVENGERS erzählt hierbei von der Gründung der sog. Unity Division. Einer speziellen Abteilung der Rächer, die sich die Zusammenarbeit von Mensch und Mutant auf die Fahnen geschrieben hat. In Anbetracht der langen Geschichte von Marvel Comics kommt diese Idee wohl etwas spät daher. Das Beispiel guter Zusammenarbeit hätten sich Vorbilder wie Captan America und Co. sicher schon vor Jahren auf die Fahnen schreiben können.

Der Fall von Xaviers einstigem Musterschüler Cyclops wird hierbei zur Chance für dessen jüngeren Bruder Havok, der diese Gruppe führen soll. In den Augen der fiktiven Bürger des Marvel-Universums unzweifelhaft eine kontroverse Entscheidung, die Autor Rick Remender (PUNISHER, SECRET AVENGERS) aber durchaus bewusst getroffen hat. So kokettiert er schon im ersten Band mit den Möglichkeiten dieser Entscheidung. Sowohl was positive als auch was negative Aspekte angeht. So hat denn auch Havok starke Zweifel an seiner Eignung für diese Position.

Die Wahl des Gegners mag auf den ersten Blick einen faden Beigeschmack haben. Ausgerechnet der Nazischurke Red Skull wird zum Hassprediger gegen Mutanten. Ob das Feindbild nun Jude, Farbiger, Ausländer oder Mutant heißt ist wohl einerlei. Das ist wenig subtil und sicher eine Spur klischeebeladen. Zudem ist Red Skulls Vorgehen selbst für Superheldencomics etwas an den Haaren herbeigezogen. Aber unterm Strich funktioniert das überraschend gut und mit erstaunlich wenig Bauchschmerzen. So bietet auch UNCANNY AVENGERS einen guten Einstiegspunkt für alle, die sich in der Welt der Rächer umsehen möchten.

Comickenner mögen vielleicht auf ein von Zeichner John Casssadays eingeschmuggeltes Cameo achten. Wer den „Gast“ erkennt, erhält einen von Stan Lees gefürchteten No-Prizes …

ACHTUNG: Die erste Ausgabe dieser Paperback-Reihe hat einen Einstiegspreis von 9,99 Euro! Die späteren Ausgaben werden, je nach Umfang, zwischen 12,95 Euro und 16,95 Euro liegen!

Uncanny Avengers 1
Panini Verlag, 9,99 Euro

Avengers – Die Rächer 5

Avengers – Die Rächer (DeConnick, Caselli)

Die noch recht junge Serie gehört zu den wenigen Reihen, die nicht mit einer neuen Erstausgabe starten. Ab der fünften Ausgabe übernimmt Autorin Kelly Sue DeConnick die Autorenschaft der Reihe. Unterstützt wird sie hierbei von Zeichner Stefano Caselli (AVENGERS: THE INITIATIVE).

Die Geschichten in dieser Reihe sind eigenständig und etwas losgelöster von der Kontinuität der anderen Titel. Dadurch muss man hierfür nicht alle möglichen anderen Hefte gelesen haben, um der Story folgen zu können. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf dem Spaß bei der Sache. So geht die Geschichte mit einer Wette zwischen Iron Man und ausgerechnet dem Hulk los. Dass es hier nicht bei einer simplen Schnitzeljagd bleiben kann, ist wohl zu erwarten.

Das ganze ist nicht unbedingt spektakulär und lässt jedes bisschen Tiefgang missen. Dafür ist es locker erzählt, durchaus witzig und von der ersten bis zur letzten Seite unterhaltsam. Mehr willl diese Serie auch nicht sein. Wer Lust auf einen kleinen Snack für zwischendurch hat, sollte hier unbedingt zugreifen!

Avengers – Die Rächer 5
Panini Verlag, 3,95 Euro

Im weiteren Verlauf von Marvel NOW! erwarten dem deutschen Leser noch NEW AVENGERS (Hickman, Epting) und SECRET AVENGERS (Spencer, Ross). Beide Serien werden voraussichtlich im Sonderband erscheinen. Behaltet einfach die Ankündigungen der nächsten Monate im Auge!

Marvels RÄCHER kann man als Antwort auf DC COMICS JUSTICE LEAGUE OF AMERICA betrachten. Man kennt das. Die namhaftesten (und mitunter auch mal die mächtigsten) Helden des jeweiligen Verlags stellen sich gemeinsam einer Gefahr, die ein Einzelner nicht hätte überwinden können. So rächen sich die weiterlesen…

John Constantine auf Alan Moores Spuren (Ennis, Simpson)

von am 26. November 2012 Kommentare deaktiviert für John Constantine auf Alan Moores Spuren (Ennis, Simpson)

Was schon seit einiger Zeit gemunkelt wurde, ist inzwischen allgemein bekannt. Die 1988 gestartete Serie HELLBLAZER wird mit der 300sten Ausgabe eingestellt. Fans des schnodderigen Magiers dürfen jedoch einigermaßen beruhigt sein. Unter dem Label der NEW 52 wird sogleich eine neue Reihe gestartet. Sollte diese die Qualität von SWAMP THING oder ANIMAL MAN erreichen, ist wohl alles im Lot. In jedem Fall stehen dem interessierten Leser ja 300 Ausgaben zur Verfügung.

Einen der Höhepunkte der Hellblazer-Historie stellt die Strecke des nordirischen Autoren Garth Ennis (16.01.1970) dar, der besonders für die mit dem Eisner Award ausgezeichnte Serie PREACHER gefeiert wird. Der Schreibstil des überzeugten Atheisten zeichnet sich durch seinen schwarzen Humor aus. Er schreckt weder vor der Beschreibung exzessiver Gewalt noch vor bitterbösen Scherzen auf Kosten von Minderheiten zurück. Auch blasphemische Äußerungen sind kein Tabu für Garth Ennis und gerade ein Horrorcomic wie HELLBLAZER ist prädestiniert für Seitenhiebe gegen Gott und Kirche. Aber auch die Mächtigen, Reichen und Berühmten werden dankbare Opfer von Ennis’ Scharfzüngigkeit. So auch im zweiten Band von Paninis HELLBLAZER – GARTH ENNIS COLLECTION.

ROYAL BLOOD sammelt insgesamt zehn Ausgaben der US-Serie, von denen vier den titelgebenden Handlungsbogen darstellen. In einer Hetzjagd stellt sich Constantine niemand geringerem als Jack the Ripper. Damit begibt er sich auch auf die Jagd nach seinem Schöpfer, Alan Moore, der die Figur des John Constantine einige Jahre zuvor für SWAMP THING erfunden hat. Ob man es nun als Verneigung vor dem Meister oder als dreiste Kopie ansieht ist jedem selbst überlassen. Fakt ist, dass ROYAL BLOOD deutliche Anleihen an Moores FROM HELL macht. Es dürfte für den Autoren sprechen, dass er keine Versuche unternimmt, diese Parallelen zu verbergen. Durch die Kombination mit Ennis’ eigenwilliger Art, Kritik an den Machthabenden zu üben, bleibt ROYAL BLOOD durchaus ein eigenständiges und unterhaltsames Werk, auch wenn diese Thematik in den frühen 90ern ein gerne eingesetztes Element war. Verschwörungstheorien hatten Konjunktur, nicht zuletzt durch die Erfolgsserie X-FILES. Wesentlich eindrucksvoller nahm sich Grant Morrison dieses Themas in THE INVISIBLES an.

So stellt ROYAL BLOOD im Ergebnis wahrscheinlich den schwächsten Teil von Garth Ennis’ Strecke dar. Interessant wird Paninis Neuauflage durch die sechs bisher in Deutschland unveröffentlichten Geschichten. Hier wird der Leser Zeuge von Constantines erster Begegnung mit dem König der Vampire, einer Figur die im weiteren Verlauf der Reihe noch einige Auftritte haben wird. In einem von Steve Dillon gestalteten Zweiteiler wird ein Blick auf Constantines Freundschaft zu Chas Chandler geworfen. Der findet dieses mal nicht bei einem Gespräch in einer Bar statt sondern bei einem gemeinsamen Abenteuer der beiden, bei dem es … um Leben und Tod geht. Zu guter letzt muss Johns Sukkubus-Freundin Ellie um ihr Leben fürchten. Der "jungen" Dame wird hier sogleich die für viele DC-Leser so wichtige Origin geliefert. Dass hierbei schon einige der Themen von PREACHER vorweggenommen wurden, ist ein netter Nebeneffekt, der auch Fans der Geschichten um Jesse Custer interessieren dürfte. So stellt denn auch der zweite Band der HELLBLAZER – GARTH ENNIS COLLECTION eine lohnens- und lesenswerte Anschaffung dar.

Hellblazer – Garth Ennis Collection: Royal Blood (Panini Verlag, 29,95 Euro)

Was schon seit einiger Zeit gemunkelt wurde, ist inzwischen allgemein bekannt. Die 1988 gestartete Serie HELLBLAZER wird mit der 300sten Ausgabe eingestellt. Fans des schnodderigen Magiers dürfen jedoch einigermaßen beruhigt sein. Unter dem Label der NEW 52 wird sogleich eine neue Reihe gestartet. Sollte diese weiterlesen…

Jim Starlin – Dreadstar

von am 31. Oktober 2012 Kommentare deaktiviert für Jim Starlin – Dreadstar

Dreadstar Omnibus

Heute geht es an dieser Stelle um ein Thema, welches mir persönlich sehr wichtig ist, da es um eines der zentralen Werke meines Lieblingsautoren geht. Die Gründe dafür sind vielfältig und sehr persönlich, hier sei genug damit gesagt, dass Jim Starlin (09.10.1949) das mit einer Seite (!) aus AVENGERS ANNUAL 7 geschafft hat.

DREADSTAR erschien ab 1982 bei Epic Comics. Epic war ein Label von Marvel Comics für sowohl erwachsenere Titel als auch eine Plattform, auf der Künstler ihr eigenes (creator-owned) Material präsentieren konnten. Damit war Epic sowohl ein Prototyp für DCs Vertigo Comics und ein Vorgänger für Marvels Icon Comics (z. B. KICK-ASS von Mark Millar & John Romita jr.).

Vanth Dreadstars erste Gehversuche wurden noch in der anthologischen Reihe EPIC ILLUSTRATED (ab Frühjahr 1980) veröffentlicht. Die METAMORPHOSIS ODYSSEY war bei Fans so beliebt, dass zwei Fortsetzungen produziert wurden. Im Oktober 1981 erschien bei Eclipse Comics METAMORPHOSIS ODYSSEY BOOK 2: THE PRICE in dem die Vorgeschichte des Zauberers Syzygy Darklock erzählt wird. Dieser Ausgabe folgte 1982 MARVEL GRAPHIC NOVEL 3: DREADSTAR*, die direkte Vorgeschichte der im November desselben Jahres gestarteten Serie. Es war dies übrigens die erste Serie, die nach EPIC ILLUSTRATED bei diesem Imprint erschienen ist.

Titelheld Dreadstar steht zwischen den Fronten. Zwei galaktische Imperien kämpfen in einem jahrhunderte alten Krieg um die Vormacht im Kosmos. Auf der einen Seite steht die vom Lord Papal geführte Church of the Instrumentality, eine fanatische Kirche, die den Willen der zwölf Götter erzwingt. Dieser Welten umfassenden Glaubensgemeinde steht die Monarchy gegenüber. Eine, nun, Monarchie mit langer Ahnenreihe, die aber zum Zeitpunkt der Handlung von einem schwachen König regiert wird. Dem zur Seite steht der geheimnisvolle Z, der nicht nur im Hintergrund seine eigenen Pläne verfolgt. Zu allem Übel hat er auch noch eine geheimnisvolle Verbindung zu Dreadstar, die dieser unbedingt lösen muss. Und nein, Z ist nicht Dreadstars Vater!

Gemeinsam mit seinen Freunden, dem caldorianischen Katzenmenschen Oedi, der blinden Telepathin Willow und Darklock, der einst selber ein Bischof der Instrumentality war, muss sich Dreadstar zwei übermächtig scheinenden Feinden stellen. Die Lösung liegt auf der Hand. Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Ob sich Dreadstar und seine Leute zu dieser Entscheidung durchringen können, welche Seite sie für ihre Zwecke für einen besseren Verbündeten halten und wer den Krieg gewinnt kann nun jeder im DREADSTAR OMNIBUS nachlesen. Der umfangreiche Band enthält den kompletten ersten Handlungsbogen und damit die ersten zwölf Ausgaben der Serie.

Neben den für den Autoren typischen philosophischen Betrachtungen über Leben und Tod enthält DREADSTAR auch eine ordentliche Portion Kritik an institutionalisierter Religion. Ebenso wird die Reagan-Bush-Administration aufs Korn genommen. In dieser Hinsicht ist DREADSTAR zweifellos ein Kind seiner Zeit. Unabhängig davon ist jeder, der Lust auf eine spannende und unterhaltsame Space Opera hat, mit dem DREADSTAR OMNIBUS von Dynamite Entertainment gut beraten. Mit deutlichen Einflüssen von STAR WARS (alleine Zs Outfit ist ein sehr deutliches Zeichen dafür), kann man DREADSTAR getrost als einen kleinen Klassiker des Genres bezeichnen, der mit etwas Glück in seiner Gesamtheit von Dynamite nachgedruckt wird. Parallelen zu Cordwainer Smiths Science-Fiction-Stories sind indes zufälliger Natur. Starlin hat diese Geschichten erst gelesen, als er mit DREADSTAR bereits begonnen hatte.

* Marvel hat darauf verzichtet, METAMORPHOSIS ODYSSEY BOOK 3 in den Titel aufzunehmen, unterhalb des Schriftzugs auf dem Cover steht jedoch „a new adventure in the METAMORPHOSIS ODYSSEY series“.

Das Team von comicdealer.de bedankt sich herzlich bei Jim Starlin für die geduldige Beantwortung unserer Fragen!

Heute geht es an dieser Stelle um ein Thema, welches mir persönlich sehr wichtig ist, da es um eines der zentralen Werke meines Lieblingsautoren geht. Die Gründe dafür sind vielfältig und sehr persönlich, hier sei genug damit gesagt, dass Jim Starlin (09.10.1949) das mit einer weiterlesen…

DC Comics New 52: Green Lantern und Red Lanterns

von am 17. Oktober 2012 2 Kommentare

Nach einem Blick auf die Horrortitel ANIMAL MAN und SWAMP THING und der ausführlichen Betrachtung des ersten Bandes von WONDER WOMAN schließe ich meine kleine Serie über DCs NEW 52 mit einem Blick auf den Kosmos der Grünen Leuchten ab.
Anders als bei den meisten Serien hat sich hier durch den Neustart nicht viel geändert. Mit GREEN LANTERN: REBIRTH nahm Autor Geoff Johns im Dezember 2004 seine Strecke am Smaragdkrieger in Angriff. Seitdem ist viel geschehen und die Figuren rund um Hal Jordan wurden zu einem Eckpfeiler des DC-Universums. Die bestverkaufte Serie nach BATMAN bedurfte also keiner einschneidenden Änderungen und Johns erzählt seine Geschichte einfach weiter. Im nunmehr achten Jahr. Dennoch bleibt auch hier nicht alles beim alten. Zu den Änderungen bei den Laternen zählt der Start zweier neuer Serien.

In Deutschland erscheinen die kosmischen Abenteuer Green Lanterns seit März 2006 im Sonderbandformat. Hieran wird sich zunächst auch nichts ändern. Die erfolgreiche Serie wird nahtlos fortgesetzt.

Green Lantern Sonderband 31

GREEN LANTERN SONDERBAND PAPERBACK (Bedard, Kirkham)

Ab Ausgabe 31 veröffentlich Panini in dieser Reihe die neue Serie GREEN LANTERN: NEW GUARDIANS. Eine besondere Empfehlung für alle Fans der seligen DINO-Ära. Ist der Hauptdarsteller dieser Reihe doch niemand anderes als die damalige Neu-Laterne Kyle Rayner. Verfasser dieser Abenteuer ist Tony Bedard, die Zeichnungen stammen von Tyler Kirkham. Also jenem Team, dass bis zum Ende des „alten“ DC-Universums für die Serie GREEN LANTERN CORPS verantwortlich zeichnete.

Wie der Titel der US-Serie schon vorwegnimmt, ist im Land der blauhäutigen Wächter des Universums nicht alles eitel Sonnenschein. Nach den Ereignissen von BLACKEST NIGHT und KRIEG DER GREEN LANTERNS müssen sich die Blauzwuckel, wie sie von Guy Gardner wenig liebevoll genannt werden, einer Situation stellen, mit der sie alles andere als zufrieden sind. Das führt nicht nur zu drastischen Maßnahmen innerhalb ihrer kleinen Gruppe. Auch ihr Corps ist zunehmend unzufrieden mit den Entscheidungen der Wächter. Das alles spiegelt sich nun in Kyle Rayner wider, der mit einem Team neuer Wächter, den New Guardians, diesen Problemen auf den Grund gehen muss.

Während Bedards Ausgaben von GREEN LANTERN CORPS alles andere als hochklassig waren, hat er hier endlich zur Form gefunden! Ein idealer Einstiegspunkt also, der gleich sehr spannend losgeht und neugierig auf die Fortsetzung macht!

Green Lantern Sonderband 31 (Panini Verlag, 12,95 Euro)

Green Lantern 5

GREEN LANTERN HEFTSERIE (Johns, Tomasi, Mahnke, Pasarin)

Eine von Paninis neuen Heftserien präsentiert fortan die Geschichten aus GREEN LANTERN und GREEN LANTERN CORPS.
Der Titelheld von GREEN LANTERN ist fortan Sinestro, der Erzfeind einer jeden Grünen Laterne. Doch auch auf Hal Jordan müssen langjährige Fans nicht verzichten. Der ist natürlich alles andere als glücklich darüber, dass Sinestro zu seinem Nachfolger im Corps wurde. Dem wiederum passt es ebenfalls nicht, dass er von einem der Ringe erwählt wurde. Warum die Wächter des Universums Sinestro in den Reihen ihrer grüngewandeten Truppe verweilen lassen, wie Sinestro mit dieser Situation umgeht und was Hal Jordan tun kann lest am besten selbst. Autor dieser Geschichten ist weiterhin Geoff Johns, gestaltet wird das ganze vom großartigen Doug Mahnke.

Die Hauptdarsteller bei den Abenteuern des Corps sind die noch übrigen zwei Green Lanterns von der Erde, Guy Gardner und John Stewart. Beide haben von Beginn an darauf verzichtet, ihre wahren Identitäten zu verbergen und müssen sich nun mit den Konsequenzen rumschlagen. Da kommt der nächste Corps-Notruf ganz gelegen. Gemeinsam mit einigen ihrer Außerirdischen Kameraden stellen sie sich einem neuen Feind der Lanterns.
Wie schon in der Vergangenheit liegt die Stärke von Autor Peter J. Tomasi in der Charakterzeichnung und dem Zusammenspiel seiner Figuren. Das Green Lantern Corps mit all seinen exotischen Mitgliedern von anderen Welten bietet sich dafür auch an. Die Zeichnungen stammen vom Fernando Pasarin.

Green Lantern (Heftserie, bitte Nummer angeben) (Panini Verlag, 4,95 Euro)

Red Lanterns 1

RED LANTERNS PAPERBACK (Milligan, Benes)

Den Höhepunkt der Laternen-Abenteuer im neuen DC-Universum liefert der Brite Peter Milligan ab. Nur wenige hätten gedacht, dass die rotgekleideten Wutmonster des Red Lantern Corps eine eigene Serie tragen könnten. Mit Ausnahme ihres Anführers Atrocitus konnte keine einzige Red Lantern auch nur einen zusammenhängenden Satz von sich geben. Die Lösung ist so prosaisch wie einfach. Gib einigen von ihnen die Fähigkeit zu sprechen.

Chefwüterich Atrocitus steckt nach dem KRIEG DER GREEN LANTERNS in einer Sinnkrise. Um diese zu überwinden, braucht er Gefährten, die zumindest halbwegs auf Augenhöhe mit ihm kommunizieren können. Dass er sich dadurch womöglich keinen Gefallen getan hat, deutet sich recht schnell an. Zudem wird er mit den Fehlern seiner Vergangenheit konfrontiert. Außerdem ändert Milligan die Motivation der Red Lanterns. Weg von sinnloser Wut hin zu zielgerichteter Wut.

Wie sich das im einzelnen darstellt möge jeder für sich selbst herausfinden. Milligan beschreibt all das sehr stimmig und es gelingt ihm, diese Figuren, die für verkörperte Wut stehen, zu Sympathieträgern zu machen, deren Abenteuer der Leser gerne verfolgt. Außerdem gibt es eine Katze. 😉 Und das ist seit Poes Tagen fast immer ein gutes Zeichen …

Red Lanterns 1 (Panini Verlag, 16,95 Euro) bei Comicdealer bestellen

Nach einem Blick auf die Horrortitel ANIMAL MAN und SWAMP THING und der ausführlichen Betrachtung des ersten Bandes von WONDER WOMAN schließe ich meine kleine Serie über DCs NEW 52 mit einem Blick auf den Kosmos der Grünen Leuchten ab. Anders als bei den meisten weiterlesen…

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