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  • RTL2 Trödel Trupp in Hermkes Romanboutique

    von am 22. September 2009 4 Kommentare

    Toll, zwei Wochen nix Neues, dann 2 Posts an einem Tag…

    junkbannerKritik berechtigt! Aber heut war was Besonderes. Der RTL Trödel Trupp war da. Sendung jeden Abend 1900. Die helfen Leuten Adressen zu finden, wo sie ihren Müll aus dem Keller loswerden können. Stellen das Ganze unter das Motto: Wir helfen Leuten, die wenig haben aus dem bisschen noch was rauszuholen. Kann OK sein, muss es aber nicht. Als Händler fühlt man sich unter Druck gesetzt mehr zu geben, weil man ja ins Fernsehen kommt. Dem Zuschauer wird ein bisschen vorgegaukelt, der Reichtum wäre im Keller, man müsste nur wissen, wohin damit. Mein Trödel Trupp kam mit 4000 US Heften aus den 90er  Jahren (z.B. Heroes Reborn, AAARGGHHH!). Telefonisch angekündigt hieß es, es wären ca 200 Hefte. Ich sagte US Hefte würde ich eigentlich nicht ankaufen, aber wenn es für nen guten Zweck ist…

    Dann kamen die aber mit 4000! Heften. Nur sehr, sehr schwer verkäuflicher Schrott und ich war in der Klemme. Riesen-Aktion mit Umzugskartons vor dem Laden, Kamera, ich mit umgeschnallten Mikro, Szenen wiederholen….

    Lest zwischendurch Euch mal den Beitrag in Christians Blog aus der Sicht eines gerade dazu gekommenen durch:

    Naja, die haben alles gefilmt, ich hab gesagt, ich will das Zeug eigentlich nicht, dann haben wir uns auf einen Preis hingefeilscht, der halbwegs ging. Jetzt habe ich aber zehn Longboxen US Kram rumstehen. Jedes Heft für 50 Cent. Leute schlagt zu. Nein, aber schaut halt mal durch. So schlecht ist das alles auch nicht. Da ist auch günstiges Lesefutter für nicht so kapitalstarke Käufer dabei. Vielleicht machen wir aber auch Verkauf nach Gewicht, wie die Sammlerecke das schon lange auf den Börsen praktiziert.

    So ich räum jetzt US Comics rum….

    Ich geb Bescheid, wann das gesendet wird, sobald ich es weiß.

    22. September 2009 und 4 Kommentare

    Toll, zwei Wochen nix Neues, dann 2 Posts an einem Tag…

    Kritik berechtigt! Aber heut war was Besonderes. Der RTL Trödel Trupp war da. Sendung jeden Abend 1900. Die helfen Leuten Adressen zu finden, wo sie ihren Müll aus dem Keller loswerden können. Stellen das Ganze unter das Motto: Wir helfen Leuten, die wenig haben aus dem weiterlesen…

    Viel Neues

    von am 22. September 2009 2 Kommentare

    100 MeisterwerkeViel ist erschienen auf dem Comic Markt in den letzten Wochen. Ich habe auf Grund der Urlaubszeit meiner Mitstreiter viel gearbeitet und komme kaum zum Lesen geschweige denn zum Schreiben. Aber ich erzähl Euch jetzt einfach mal was über ein paar Neuheiten.

    Bemerkenswert ist natürlich fast alles von Splitter, besonders zu erwähnen ist hier die Neuauflage von "Reisende im Wind", die Carlsen seit mehreren Jahren nicht auf die Reihe gebracht hat. Dazu haben sie zeitgleich auch den neuen Band der Serie veröffentlicht. Lob! Die Roman-Adaption „Cheri Bibi“ im Klein-und-alles-in-einem-Band-Format ist auch nicht zu verachten.

    Crosscult wartet mit dem neuen „Walking Dead“ und dem dritten „Hackslash“ (beides Topp-Empfehlungen von uns hier im Blog) auf. Selbst Ehapa hat wieder schöne All-in-One-Titel: „Tanatos“ , „Die Suche nach dem Einhorn“ und „Die schwarze Trilogie“. Die müssen nur mal ein wenig mehr Feintuning an Ihren Preisen vornehmen.

    Und ein richtig feines Leckerli in puncto „Comic-Experiment“ haben die Jungs doch tatsächlich mal wieder erwischt: „100 Meisterwerke der Weltliteratur“ ist der Versuch mit einer Seite Comic (8 Panels) einen Roman zu erzählen. Gar nicht mal so trivial. Ich war auch erst sehr skeptisch, aber es funktioniert, ist teilweise witzig, teilweise schräg oder auch skuril, aber das ist allemal innovativ. Und der Preis von € 9,95 schlägt sogar die FAZ und Süddeutsche-Billigheimer-Editionen. Ihr bekommt einen Literatur-Führer für unter 10 Euro, mit dem man sich blitzschnell eine wenig literarisches Halbwissen verschaffen kann 😉

    Marvel Max 30Auch bei Panini sind Berge guter Comics eingetrudelt. Die Vertigo Schiene kommt seit einiger Zeit in wirklich ansprechender Form auf deutsch und allein die Tatsache, dass „Sandman“ komplett vorliegt ist eine Leistung, sind doch daran vorher schon zwei Verlage gescheitert. Die „100 Bullets“ und „Y The Last Man“ nähern sich ihrem Ende bzw sind gerade vollendet und damit haben wir dann zwei weitere Meilensteine am Wegesrand.

    Und mein, vor ein paar Wochen hier und im Newsletter empfohlener „Punisher“-Band "Welcome Back, Ma Gnucci", hat den Weg als „Marvel Max“ in die deutschsprachigen Regale geschafft.

    Und dann machen die Paninis doch glatt eine Manara Werksausgabe und die längst vergriffenen Titel „Reise nach Tulum“ und „ Die Reise des G. Mastorna“, die der Meister zusammen mit Fellini geschrieben hat, sind im Einstiegsband da. Bleibt die Frage, was sie trauen von Manara noch alles zu bringen.

    22. September 2009 und 2 Kommentare

    Viel ist erschienen auf dem Comic Markt in den letzten Wochen. Ich habe auf Grund der Urlaubszeit meiner Mitstreiter viel gearbeitet und komme kaum zum Lesen geschweige denn zum Schreiben. Aber ich erzähl Euch jetzt einfach mal was über ein paar Neuheiten.

    Bemerkenswert ist natürlich fast alles von Splitter, besonders zu erwähnen ist hier die Neuauflage von weiterlesen…

    Crime Tipps vom Chainsaw

    von am 7. September 2009 Kommentare deaktiviert für Crime Tipps vom Chainsaw

    Unscheinbar, fast wie Probezeichnungen eines Nachwuchszeichners schleicht sich RG an den Leser heran. Doch nach ein paar Seiten des Belächelns steigt langsam die Erkenntnis in dir auf, dass hier jedes Panel sitzt, jedes Gesicht über Aussagekraft und Ausdruck verfügt, und wir in trügerischer Sicherheit gewogen werden. Die Story braucht auch keinen reißerischen Action Style um etwaige Schwächen zu kaschieren. Denn die gibt es nicht. Autor Pierre Dragon ist im Echtleben MItarbeiter des französischen Geheimdienstes. Unter dem Pseudonym Dragon kolportiert er Geschichten seines "Arbeitsalltags", denen man die Nähe zur Realität unbedingt anmerkt. Angefüllt mit Details und einigen Seitenhieben auf den großen Bruder USvonA, ist RG beste Real Crime Unterhaltung, ohne in die Nähe von Cliches wie Happy Endings zu verfallen.

    RG Bd 1 Riad an der Seine

    von Pierre Dragon/Frederik Peeters

    Carlsen, €16,90

    cosa1_anfaenge

    Sehr um Authenzität bemüht und fast schon wissenschaftlich fundiert, schildert dieses Comic die ersten Tage der New Yorker Mafia. Die Kindheit und der Werdegang von Lucky Luciano, Al Capone und Anderen wird akribisch genau nachgezeichnet und in mehreren, nicht immer zusammenhängenden Episoden erzählt. Was sich so zäh anhört ist es leider auch. Weder schafft es Zeichner Le Saec mitzureißen, seine Bilder sind einfach zu brav, noch Szenarist Chauvel dem Ganzen Spannung oder wenigstens Unterhaltungswert zu verleihen. Aber wenigstens sind "Die Anfänge" informativ und man erfährt so einiges über historische Ereignisse und Personen aus dem Amerika des frühen 20. Jahrhunderts.

    Cosanostra Bd. 1, Die Anfänge

    von D. Chauvel/E. Le Saec

    Alles Gute, € 22,80

    7. September 2009 und Kommentare deaktiviert für Crime Tipps vom Chainsaw

    Unscheinbar, fast wie Probezeichnungen eines Nachwuchszeichners schleicht sich RG an den Leser heran. Doch nach ein paar Seiten des Belächelns steigt langsam die Erkenntnis in dir auf, dass hier jedes Panel sitzt, jedes Gesicht über Aussagekraft und Ausdruck verfügt, und wir in trügerischer Sicherheit gewogen werden. Die Story braucht auch keinen reißerischen Action Style weiterlesen…

    Sambre, Neuauflage eines Comic-Klassiker, wunderbar eingerahmt durch Fortsetzung und Vorgeschichte

    von am 27. August 2009 1 Kommentar

    sambregesDies ist die tragische Geschichte des Bernard Sambre, der in einer Welt zwanghafter Konventionen und verlogener Moralvorstellungen lebt. Sein Vater, der alte Hugo Sambre, arbeitete bis zu seinem Freitod an dem Essay „Der Krieg der Augen“; er hatte die fixe Idee, dass niemand, der nicht braune oder schwarze Augen hat, den Herrensitz derer von Sambre betreten dürfe. Dies ist auch die Geschichte der verbotenen Liebe zwischen Bernard und Julie, der Wilddiebin mit den feuerroten Augen. Gemeinsam geraten sie in die Wirren der Pariser Februarrevolution 1848 und stehen auf den Barrikaden den Gewehrläufen der Nationalgarde gegen über…

    Mit dem düster-romantischen Historien-Drama „Sambre“ hat Yslaire – mit bürgerlichem Namen Bernard Hislaire – einen modernen Klassiker des europäischen Comics geschaffen. Carlsen präsentiert den vielfach preisgekrönten ersten Zyklus in vollständig überarbeiteter Farbgebung und um bislang unveröffentlichte Seiten ergänzt. Abgerundet wird der Band durch einen redaktionellen Teil am Ende, in dem die Hintergründe der Entstehung dieser Serie erläutert werden.

    Yslaire hat im Erzählen mit Bildern Maßstäbe gesetzt und eine neue Qualität sambre5begründet. Lange Zeit war dieses Meisterwerk vergriffen. Eine Neuauflage war schon lange Pflicht. Die beiden Fortsetzungen in beide Zeitrichtungen – Vorgeschichte und tatsächliche Fortsetzung , erzwingen dies natürlich zusätzlich. Ein Lob aber trotzdem an den Carlsen Verlag für die grandiose Aufmachung des Kern-Werkes und die dazu stimmige Umrahmung durch die neuen Bände.

    Band 5, soeben erschienen, setzt das Abenteuer fort: Während Julie – wegen ihrer Teilnahme an der Februarrevolution von 1848 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt – im Zuchthaus von Brest dahinvegetiert, verschlägt es den Sohn, den sie von Bernard Sambre bekommen hat, ausgerechnet in die Welt, der sein Vater zu entfliehen versucht hatte: auf den vom Wahnsinn umwehten Familiensitz derer von Sambre…

    sambre vorgIn "Krieg der Sambres" nimmt sich Yslaire der Vorgeschichte der Ursprungsserie an. Er selbst schreibt die Szenarien, zeichnerisch umgesetzt werden sie von den aufstrebenden jungen Künstlern Jean Bastide und Vincent Mezil, die eine ebenso atemberaubende Grafik aufs Papier zaubern wie der Meister selbst.

    JAAAA! Ich will den Band bei Euch bestellen! Dafür muss ich nur hier drauf klicken!

    Sambre – Krieg der Augen

    Yslaire, Balac, Carlsen, 2009, € 39,90 oder

    Sambre Bd 5 . Verflucht sei…

    Yslaire, Carlsen, 2009, € 16,–

    Krieg der Sambres – Hugo und Iris

    Yslaire, Bastide, Mezil, Carlsen, März 2010, € 16.00

    27. August 2009 und 1 Kommentar

    Dies ist die tragische Geschichte des Bernard Sambre, der in einer Welt zwanghafter Konventionen und verlogener Moralvorstellungen lebt. Sein Vater, der alte Hugo Sambre, arbeitete bis zu seinem Freitod an dem Essay „Der Krieg der Augen“; er hatte die fixe Idee, dass niemand, der nicht braune oder schwarze Augen hat, den Herrensitz derer von Sambre betreten dürfe. Dies weiterlesen…

    New Look

    von am 26. August 2009 6 Kommentare

    Liebe Romanboutique und Comicdealer Freunde,

    comicdealerneuihr seht unsere Seite hat ein neues Gesicht bekommen und ich muss sagen, es sieht echt toll aus. Wie Ihr ja wisst, machen wir schon seit längerer den Blog, also  eine Webseite auf der wir in unregelmässiger Form neue Besprechungen, Empfehlungen, Neuheiten und auch manchmal ganz Alltägliches einstellen. Parallel dazu gibt es einen E-Mail Newsletter. Das Meiste aus dem Blog, also vor allem die Empfehlungen und die Rezensionen, bekommen die Newletter-Abonnenten auch, nur ein wenig später und im überarbeiteten Newsletter-Format. Der Blog versucht aktueller zu sein und mehr Bandbreite, was die Themen betrifft, abzudecken. Außerdem bietet er die Möglichkeit zu den Artikeln Kommentare abzugeben, die von den anderen Lesern auch gesehen und wiederum kommentiert werden können. Das führt zu weilen zu ganz netten Diskussionen. Dank an dieser Stelle an alle, die sich des Öfteren daran beteiligen.

    Der Look der Seite war bisher noch eher schlicht, doch seit heute ist Hermkes Romanboutique – Comicdealer in neuem Gewand im Netz.  Dafür möchten wir uns zunächst bei Christian Endres für seine Hilfe, und seine geopferte Zeit bedanken. Weiterer Dank gilt unserem Server-Sysop Christian Stück und dem dritten Christian im Bunde, Christian Krank für seine tollen Bilder, die im Logo/Header und auch vereinzelt in den Artikeln auftauchen.

    Wir werden uns weiter bemühen die Seite und Newsletter abwechslungsreich und interessant zu gestalten und hoffen weiterhin auf viele Besuche, viel Resonanz, Kritik und Anregungen.

    Falls jemand, der das hier liest, unser Ladengeschäft noch nicht persönlich kennt, hier mal die Öffnungszeiten von Hermkes Roman-Boutique:

    Mo-Fr.:   09.00-19.00 Uhr; Sa.: 09.00-16.00 Uhr

    Wir freuen uns über jeden Besuch, ob altbekannter oder neuer Gast.

    Euer Roman-Boutique und Comicdealer Team

    26. August 2009 und 6 Kommentare

    Liebe Romanboutique und Comicdealer Freunde,

    ihr seht unsere Seite hat ein neues Gesicht bekommen und ich muss sagen, es sieht echt toll aus. Wie Ihr ja wisst, machen wir schon seit längerer den Blog, also  eine Webseite auf der wir in unregelmässiger Form neue Besprechungen, Empfehlungen, Neuheiten und auch manchmal ganz Alltägliches einstellen. Parallel dazu gibt es weiterlesen…

    Piraten- oder Sommerpartei, sagt mir, wer soll es sein?

    von am 15. August 2009 5 Kommentare

    Für die Zeit des Wahlkampfs ist es ganz schön ruhig im Ländle. Wollen die lieber nix mehr sagen, weil sie wissen, das es bisher nur gequirlte Sch*****e war oder wissen sie wirklich nichts mehr. Die amerikanisch anmutenden Slogans auf den Plakaten zeugen auch nicht wirklich von Kreativität und Ideenreichtum. Ganz gut finde ich da doch die „Piraten“, die mit wenig relativ wenig Konzept immerhin sehr viel Engagement zeigen. Aber die Partei meiner Wahl wurde von einem meiner Ex-Lehrlinge gegründet: Radulf Rumpel und die Sommerpartei (unbedingt anschauen!). Das sind Werte, mit denen man endlich was anfangen kann.

    Aber jetzt mal im Ernst, komischerweise springt kurz vor der Wahl die Konjunktur wieder an. Habt ihr das auch gelesen? Hä, hab ich was verpasst? Wir haben irre hohe Arbeitslosenzahlen, vor allem in USA und auch sonst weltweit. Die Gewinne der Unternehmen resultieren lediglich aus Einsparungen, erreicht durch z.B. Entlassungen, Kurzarbeit, Zuschüsse von Außen). Selbst die Statistiker zeigten sich überrascht (kein Witz!) von dem Ergebnis.

    Hm, hm, hm, komisch, kurz vor der Wahl ist alles wieder gut. Die Bastarde belügen uns doch wieder nach Strich und Faden…

    Nichts ist gut, nur verschoben. Wirkliche Konzepte gitb es nicht. Die Kurzarbeit und sonstige „Verschiebungs-“ oder „Beschäftigungsmassnahmen“ der Agentur für Arbeit, die Abwrackprämie, die enorme Flutung des Markts mit Geldspritzen, das ist nur Verzögerung, Verschiebung, Verschleierung, all das fliegt uns irgendwann noch dermassen um die Ohren.

    Leute schnallt Euch an, es kommt erst noch richtig dick.

    15. August 2009 und 5 Kommentare

    Für die Zeit des Wahlkampfs ist es ganz schön ruhig im Ländle. Wollen die lieber nix mehr sagen, weil sie wissen, das es bisher nur gequirlte Sch*****e war oder wissen sie wirklich nichts mehr. Die amerikanisch anmutenden Slogans auf den Plakaten zeugen auch nicht wirklich von Kreativität und Ideenreichtum. Ganz gut finde ich da doch die „Piraten“, weiterlesen…

    Penny Lane über den Untergang des Abendlands: „Gott schütze Amerika“ von Warren Ellis

    von am 9. August 2009 2 Kommentare

    „Crooked little vein“ – könnte Krampfader heißen. Eine kranke Ader zum Herzen oder eine kranke Ader zum Hirn? Egal, schon beim Originaltitel habe ich mir gewünscht besser Englisch zu können, damit das ganze dreckige aber soundige Vokabular, das aus manchem begabten Kopf hervorquillt und den Finger in die Wunde legt, mir direkt ins Blut schießt.  Wer Warren Ellis´ Comics mal im Original gelesen hat, weiß, dass diese Übersetzung seines ersten Romans einfach zu brav, zu akademisch, zu arielgewaschen ist. Da klingt Rattenpisse nach Streichelzoo und ficken nach Blümchensex. Ein bisschen mehr Scharfsinn und –züngigkeit wären eine Wohltat und dem Autor angemessen…

    Warren Ellis kennt sein Spielzeug: wenn man morgens verkatert und ungewaschen mit dem Helden der Story, Michael McGill, in einer miesen verdreckten Bude in Manhattan aufwacht, die auch noch als Büro dient und die man mit einer Ratte teilt, hört man die Stimmen von Chandler, Spillane, Vachss. Er lässt ihn wieder auferstehen, den Prototypen des Schnüfflers, immer Looser, immer Säufer und immer mit einer geheimnsivollen Schönen an seiner Seite. Desillusioniert aber voller Moral im Kampf gegen das Böse –  der Cowboy der Großstadt. Der Held bleibt der Gleiche, das Böse hat sich geändert. Wo Dirty Harry noch gegen  MaGnucci oder andere mafiösen Verbrechersyndicate kämpfte, ist Mc Gill auf der Suche nach der wahren Verfassung Amerikas, niedergelegt in einem noch von den Gründungsvätern geschriebenen, geheimen Buch. Zurück in den Händen der Staatsgewalt soll es Recht, Ordnung und alte Werte in Land und Leuten wiederherstellen.

    Warren Ellis will keinen Krimi erzählen, schon gar keinen politischen. Er nimmt uns mit auf eine Tour ins dreckige Herz Amerikas, das überall sein könnte und immer unser eigenes ist. Es ist ein Buch gegen die Verdummungsindustrie der Medien, gegen unsere Blindheit gegenüber den Manipulationen des Internets und unsere Bereitschaft,  alles mitzumachen, weil es neu, geil, sensationell ist oder um einfach dazu zu gehören. Und Warren Ellis wäre nicht Warren Ellis, würde er nicht an der Stelle noch einen draufsetzen, wo die meisten Leser schon lange jegliche Ideen von gutem oder schlechtem Geschmack hinter sich gelassen haben und nur noch den Kopf schütteln.  In einer Welt, in der die größten Perversitäten Mainstream sind und alles schon gesehen wurde, in einer Welt, in der es nur darum geht, was noch mehr und noch weiter gehen könnte, als alles schon da Gewesene, wie soll man sich da bemerkbar machen?

    Humor, Wahnsinn und eine gute Geschichte – Raymond Chandler und Douglas Adams, wie schon der Klappentext verspricht. Und eine Stimme, die wachmachen will. Ein Autor, der schon lange nicht mehr schlafen kann.

    Crooked Little Vein

    Warren Ellis

    Taschenbuch,, 304 Seiten, € 7,95

    9. August 2009 und 2 Kommentare

    „Crooked little vein“ – könnte Krampfader heißen. Eine kranke Ader zum Herzen oder eine kranke Ader zum Hirn? Egal, schon beim Originaltitel habe ich mir gewünscht besser Englisch zu können, damit das ganze dreckige aber soundige Vokabular, das aus manchem begabten Kopf hervorquillt und den Finger in die Wunde legt, mir direkt ins Blut schießt.  Wer Warren Ellis´ weiterlesen…

    Burn aus dem Urlaub

    von am 6. August 2009 1 Kommentar

    So jetzt bin ich also in Urlaub und hier auf dieser Seite tut sich nix. Das ist natürlich schlecht und unverzeihlich. Ich lese aber viel und werde die dazu gehörigen Ergüsse meinerseits natürlich alle hier veröffentlichen. Ich bin aber hier im Altmühltal auch von jeglicher Technik abgeschnitten, so dass mir nur beim kurzen McD. Besuch ein wenig Zeit bleibt online zu gehen und diese Zeilen hier rein zu schreiben.

    Aber die Erholung schreitet voran und ich geniesse die Zeit sehr. Tolle Wanderungen, Radtouren und gutes Essen mit Bier aus einer kleinen Privatbrauerei. Also bitte ein wenig Geduld, ihr "Daheimgebliebenen", es geht bald weiter…

    6. August 2009 und 1 Kommentar

    So jetzt bin ich also in Urlaub und hier auf dieser Seite tut sich nix. Das ist natürlich schlecht und unverzeihlich. Ich lese aber viel und werde die dazu gehörigen Ergüsse meinerseits natürlich alle hier veröffentlichen. Ich bin aber hier im Altmühltal auch von jeglicher Technik abgeschnitten, so dass mir nur beim kurzen McD. Besuch ein wenig Zeit weiterlesen…

    Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón

    von am 22. Juli 2009 1 Kommentar

    Über dieses Juwel aus dem Jahre 2003 (Spanien / 2005 deutsche Erstveröffentlichung) bin ich ganz zufällig in einem Kundengespräch gestolpert. Ich hatte das Buch in keinen Zusammenhang mit Fantasy oder SF gebracht und da es bei keinem unserer "Hauptverlage" erschienen ist ist es mir auch nicht beim Verlagsprospekte-durchstöbern aufgefallen. Ein großer Fehler, denn so ist mir die wunderbar verwobene und phantastische Lektüre lange Zeit vorenthalten worden.

    An dieser Stelle ist mir wieder einmal zu Bewusstsein gekommen, wie viel befruchtender doch persönliche Gespräche und der direkte Erfahrungsaustausch im Vergleich zu einsamem Stöbern in Prospekten oder dem WorldWideWeb ist. Es wird Zeit, dass sich an den Gewohnheiten der Leute wieder etwas ändert. Kommt aus euren Löchern gekrochen, lasst den Rechner mal aus und redet miteinander. Ihr werdet überrascht sein, dass der Gehalt von Gesprächen und Diskussionen einfach unglaublich viel dichter ist und dass durch direkte Kommunikation einfach mehr individuelle Drehungen und Wendungen das Ergebnis individualisiert wird und zum Schluss viel mehr Essenz hängen bleibt.

    Der Spanier Zafón wird von Peter Schwaar trefflich ins deutsche übertragen. Wundervoll abstruse Charaktere bewegen sich durch eine sehr reale und dennoch traumhaft phantastische Welt in sprachlich eleganter Grazie.

    Sicherlich erkennt vor allem der Leser phantastischer Bücher den Hauch von "Tintenblut", "Nocturna" und anderen All-Agern und vielleicht ist der "Friedhof der vergessenen Bücher" sogar die Basis für Walter Moers 2004 erschienene "Stadt der Träumenden Bücher" trotzdem kommt Zafón völlig autark daher und erinnert mit seiner Sprache und in seinem Aufbau eher an literarische Klassiker. Vielleicht manchmal ein wenig antiquiert, aber wundervoll und sicher eine märchenhafte Lektüre für Erwachsene.

    Jetzt habe ich geschwärmt und gelobt, ohne dabei auch nur ein wenig auf den Inhalt einzugehen und dabei soll es auch bleiben. Die Abenteuer des jungen Daniel, der von seinem Vater zum Friedhof der vergessenen Bücher gebracht wird und das Geheimnis des Julian Carax muss jeder selbst lüften. Ich hoffe mit eben derselben Leselust und Wissbegier, die mich durch die Seiten getrieben hat.

    Viel Spass beim Lesen wünscht Gerd

    Fazon, Carlos Ruiz: Der Schatten des Windes

    Suhrkamp, 2008

    € 9,90

    22. Juli 2009 und 1 Kommentar

    Über dieses Juwel aus dem Jahre 2003 (Spanien / 2005 deutsche Erstveröffentlichung) bin ich ganz zufällig in einem Kundengespräch gestolpert. Ich hatte das Buch in keinen Zusammenhang mit Fantasy oder SF gebracht und da es bei keinem unserer "Hauptverlage" erschienen ist ist es mir auch nicht beim Verlagsprospekte-durchstöbern aufgefallen. Ein großer Fehler, denn so ist mir die wunderbar weiterlesen…

    Penny Lane betrachtet die „SONNENFINSTERNIS“

    von am 12. Juli 2009 Kommentare deaktiviert für Penny Lane betrachtet die „SONNENFINSTERNIS“

    Sechs alte Freunde fahren in den Süden, man will mal wieder einige Tage gemeinsam verbringen, offiziell um die Sonnenfinsternis anzuschauen.

    Mehr brauche ich gar nicht zu erzählen, die Story ist bekannt und hundertfach erzählt. Auf den ersten Seiten dachte ich noch: „Wieder so ein blöder, zynischer Roman über Beziehungsunfähigkeit und Paarungswahn der Enddreißiger.“ Doch dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen, denn plötzlich ging es wirklich ums Leben: um Einsamkeit in der Liebe, um ungelebte Träume, den Verlust jugendlicher Spontanität und Unverletzbarkeit, um Freundschaft und die Augenblicke des Glücks im Alltäglichen. Die Wahrhaftigkeit und Tiefe der einzelnen Charaktere und deren Geschichte ist direkt zu meinem Herz vorgestoßen.

    Die beiden Autoren FANE (Stéphane Deteindre – Joe Bar) und JIM (Thierry Terrasson – Fee/ Yiu) haben sich während eines langen Sommers einmal pro Woche abends auf einer Veranda in Südfrankreich getroffen und die Geschichte und ihre sechs Darsteller Panel für Panel, Dialog für Dialog gemeinsam zum Leben erweckt. Entstanden ist eine expressiv gezeichnete Momentaufnahme in Schwarz-Weiß mit dem Originaltitel „Petites éclipsis“  –  Kleine Sonnenfinsternisse.

    „  …es wäre so einfach sagen zu können, dass Geschichten niemals wirklich enden, sondern unsere Leben durchschreiten. Sie erschüttern, um dann weiterzuziehen und einen anderen Zyklus zu vollenden, weit weg von uns… und wenn wir lange genug leben würden, würden sie vielleicht wieder auftauchen? Um dann erneut zu verschwinden…irgendwann.“

    Wer noch keine Urlaubslektüre hat, das könnte sie werden.

    • Kategorie: Comics , dt. Comics
    • Kommentare deaktiviert für Penny Lane betrachtet die „SONNENFINSTERNIS“

    12. Juli 2009 und Kommentare deaktiviert für Penny Lane betrachtet die „SONNENFINSTERNIS“

    Sechs alte Freunde fahren in den Süden, man will mal wieder einige Tage gemeinsam verbringen, offiziell um die Sonnenfinsternis anzuschauen.

    Mehr brauche ich gar nicht zu erzählen, die Story ist bekannt und hundertfach erzählt. Auf den ersten Seiten dachte ich noch: „Wieder so ein blöder, zynischer Roman über Beziehungsunfähigkeit und Paarungswahn der Enddreißiger.“ Doch dann konnte ich weiterlesen…

    • Kategorie: Comics , dt. Comics
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