anrufen
finden

  • Die letzten 4 Beiträge aus allen Bereichen…

  • Neu im Laden eingetroffen

  • RSS für einzelne Kategorien

  • Seiten

  • Archive

  • Weiter Himmel

    von am 2. Juni 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Kate Atkinson
    Weiter Himmel
    DuMont, Kölnt 2021, 476 Seiten
    ISBN 978-3-8321-8001-0

    „Weiter Himmel“ ist Kate Atkinsons fünfter Roman-Krimi über ihren Ermittler Jackson Brodie, der unter dem Titel „Case Histories“ eine BBC-Fernsehserie erhalten hat. Der Vorgängerband wurde 2012 zudem mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Im neuesten Buch, das man problemlos ohne die Vorgänger lesen könnte, stolpert der in die Jahre kommende Privatdetektiv in einen hässlichen Fall von modernem Mädchenhandel hinter schöner Fassade – eine Verschwörung zwischen alten Schandtaten, anhaltender Korruption und neuem Horror.

    Das könnte man als grundsoliden britischen Krimi betrachten, der viele Ecken und Aspekte des gegenwärtigen Brexit-Großbritanniens aufgreift, und das wäre schon gut genug. Doch Kate Atkinson zu lesen bedeutet, einer Meisterin bei der Arbeit zusehen zu dürfen. Die Konstruktion, der Stil, die Charaktere, der Humor – das alles ist überdurchschnittlich, wenn man genau hinsieht. Da geht es dann auch klar, dass die 1951 geborene Engländerin den Zufall hinter den verknüpften Schicksalen ihrer Protagonisten so am Limit ausfährt wie einen perfekt eingestellten Boliden in der Kurve.

    Christian Endres

    @MisterEndres auf Twitter folgen

    2. Juni 2021 und noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Kate Atkinson
    Weiter Himmel
    DuMont, Kölnt weiterlesen…

    Nachrichten aus Mittelerde

    von am 31. Mai 2021 noch kein Kommentar

    J. R. R. Tolkien
    NACHRICHTEN AUS MITTELERDE.
    Mit Einleitung, Kommentar, Register und Karten
    herausgegeben von Christopher Tolkien
    Ü: Hans J. Schütz
    Illustrationen von John Howe, Alan Lee und Ted Nasmith,
    (Unfinished Tales of Númenor and Middle-Earth, 2020)
    Stuttgart, Klett-Cotta, 2021, 720 Seiten + 18 Farbtafeln
    Hobbit Presse
    ISBN: 978-3-608-98458-3 / 35,00 Euro

    Um es gleich vorweg zu sagen: meiner Meinung nach eignet sich NACHRICHTEN AUS MITTELERDE nicht als Einstieg in die Werke J. R. R. Tolkiens, es ist eher etwas für Menschen, die durch die Lektüre des SILMARILLIONS nicht verschreckt worden sind. Es ist ein wunderbares Buch für jene Begeisterten, die mit den Brüchen und Widersprüchen und den Entwicklungen eines erzählerischen Lebenswerkes, das über viele Jahrzehnte gewachsen ist, leben können und wollen. Sammler*innen schöner Bücher werden auf jeden Fall ihre Freude mit diesem Buch haben.
    Die darin enthaltenen Geschichten erstrecken sich zeitlich über alle Zeitalter und geographisch von Beleriand und den Ländern im Norden, über die Insel Nùmenor, bis in den Westen von Mittelerde. Hier werden eine Menge Lücken, die sich für eifrige und aufmerksame Leser*innen im HOBBIT, im HERRN DER RINGE und im SILMARILLION ergeben haben, geschlossen, allerdings sind einige Erzählungen auch in ihrer Fragment-Form abgedruckt. Eine gewisse Vertrautheit mit den „drei großen Werken“ ist von Christopher Tolkien, dessen Kommentare und Zwischenbemerkungen sehr hilfreich und angenehm zu lesen sind und die durch kleinere Schriftgröße gut von den Texten J. R. R. Tolkiens abgesetzt sind, vorausgesetzt worden.

    Mit dieser illustrierten Neuausgabe von NACHRICHTEN AUS MITTELERDE ist das letzte, noch von Christopher Tolkien betreute und herausgegebene, Werk auch in einer deutschen Ausgabe erhältlich. Ich beschränke mich hier auf einen Vergleich zwischen dieser illustrierten Ausgabe und der deutschen Erstausgabe aus dem Jahr 1983.
    Der Textteil enthält, bis auf die angepasste Rechtschreibung und einige wenige korrigierte Fehler, die bisher verwendete und von Hans J. Schütz verfasste Übersetzung. Neu sind der großzügige Neusatz mit größerem Schriftbild, der die Lesbarkeit deutlich erhöht, der Buchschmuck, vier schwarz-weiß Zeichnungen, die an den Anfang jeden Teils gesetzt sind, und vor allem 18 Farbillustrationen von Alan Lee, John Howe und Ted Nasmith, die auf hochwertigem Kunstdruckpapier ohne eigene Seitenzahlen eingebunden sind.
    Diese drei Künstler sind seit vielen Jahren mit dem Werk J. R. R. Tolkiens verflochten, haben die visuellen Vorstellungen seiner Welt für Millionen Menschen stark beeinflusst und bilden somit die Creme de là Creme der Tolkien-Illustratoren. Jeder hat zahlreiche Tolkien-Kalender mit Motiven bestückt und je sechs Bilder zu diesem Projekt beigesteuert. In Absprache mit Christopher Tolkien nutzen Ted Nasmith, der die Idee aufbrachte, und John Howe die Gelegenheit auch querformatige Illustrationen einzubinden, da dadurch die Bandbreite vor allem für Landschaftsdarstellungen im Wortsinne erweitert wurde.
    Wie schon in der Erstausgabe wurden vier Karten von Christopher Tolkien verwendet, von denen zwei koloriert und als Vorsätze verwendet wurden.

    NACHRICHTEN AUS MITTELERDE ist eine historische Studie im doppelten und dreifachen Sinn. Der Literaturwissenschaftler Christopher Tolkien arbeitete sich durch das Material, das sein Vater hinterlassen hatte, der sich aber auch als ein Chronist einer Welt sah, in der seine Sprachen leben konnten. Was sich auf den ersten Blick als sehr trockenes Konzept-Buch anhört, steckt aber voller farbiger, anrührender und heroischer Geschichten und Momente. Es lässt einen erheblich weiter gefassten Blick auf eine ganze Anzahl von Themen zu als es die drei Hauptwerke bieten. So wurde beispielsweise kritisch angemerkt, dass es im HOBBIT und im HERRN DER RINGE sehr wenige Frauenfiguren gibt, die auch nur am Rande in die Handlung eingreifen. Hier liefern die NACHRICHTEN AUS MITTELERDE einige schöne Gegenbeispiele.
    Dieses wunderschöne Buch ist also eine willkommene Gelegenheit, sich mal wieder mit der vielschichtigen Welt, die J. R. R. Tolkien geschaffen hat, zu beschäftigen.

    Matita Leng

    31. Mai 2021 und noch kein Kommentar

    J. R. R. Tolkien
    NACHRICHTEN AUS MITTELERDE.
    Mit Einleitung, Kommentar, Register und Karten
    herausgegeben von Christopher Tolkien
    Ü: Hans J. Schütz
    Illustrationen von John Howe, Alan Lee und Ted Nasmith,
    (Unfinished Tales of Númenor and Middle-Earth, 2020)
    Stuttgart, Klett-Cotta, 2021, 720 Seiten + 18 Farbtafeln
    Hobbit Presse
    ISBN: 978-3-608-98458-3 / 35,00 Euro

    Um es gleich vorweg zu sagen: meiner Meinung nach eignet sich NACHRICHTEN AUS MITTELERDE nicht als weiterlesen…

    Geschichten aus dem Hermkeverse #5: Hinter den Regalen

    von am 28. Mai 2021 5 Kommentare

     

    Eine kleine Zusatzgeschichte aus dem "Hermkeverse". Ohne Bernie und ohne Hermke. Trotzdem passt sie an dieser Stelle als Ergänzung. Und ja, ich war wirklich wieder dort hinter dem Regal. Ganz unten. Nur für das Bild hab ich drüber schauen dürfen :).

     

    Kleiner Tipp: In der mobilen Vorschau ist der Link nur klickbar, ohne eingebundenen "player". Wenn ihr auf den Artikel direkt springt, dann schon…

     

    28. Mai 2021 und 5 Kommentare

     

    Eine kleine Zusatzgeschichte aus dem "Hermkeverse". Ohne Bernie und ohne Hermke. Trotzdem passt sie an dieser Stelle als Ergänzung. Und ja, ich war wirklich wieder dort hinter dem Regal. Ganz unten. Nur für das Bild hab ich drüber schauen dürfen :).

     

    https://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/audio/Hermkeverse/Hermkeverse005.mp3

    Kleiner Tipp: In der mobilen Vorschau ist der Link nur klickbar, ohne eingebundenen "player". Wenn ihr auf den Artikel weiterlesen…

    Anima Ex Machina

    von am 26. Mai 2021 4 Kommentare

    Michael Marrak
    Anima Ex Machina
    Ein Kanon-Roman
    edition mono/monochrom November 2020
    ISBN 9783902796738

    In einem meiner letzten Artikel habe ich über drei deutsche Autoren geschrieben, die in meinem ganz persönlichen Olymp leben. Prompt hat mich einer davon kontaktiert und darauf aufmerksam gemacht, dass es eine Fortsetzung zu eben diesem von mir so hoch gelobten Werk "Der Kanon mechanischer Seelen" gibt. Ich zitiere: "Der Roman ist Ende Oktober 2020 in der Wiener Edition Mono erschienen, in einer limitierten Auflage von 333 Exemplaren – als mein Artist-in-Residence-Projekt meines über zweimonatigen Wien-Aufenthalts letztes Jahr."

    Hab ich "natürlich" nicht. Es ist einfach zu schwierig, den kompletten Ausstoß aller Verlage ständig auf dem Schirm zu haben. Und da fallen auch ambitionierte oder sogar herausragende Werke bei Kleinverlagen eben manchmal durchs Raster. Ich bin nicht mal sicher, ob Horst das Buch schon auf dem Schim hatte ;-). In jedem Fall liegt das Werk jetzt in signierter Version im Laden vor. Ich hab mir gleich eines geschnappt und bin gespannt wie ein Flitzebogen…

    Danke Michael. Für den Tipp und für den Kontakt zum Verlag. Du wirst hier beizeiten eine Rezi vorfinden…

    26. Mai 2021 und 4 Kommentare

    Michael Marrak
    Anima Ex Machina
    Ein Kanon-Roman
    edition mono/monochrom November 2020
    ISBN 9783902796738

    In einem meiner letzten Artikel habe ich über drei deutsche Autoren geschrieben, die in meinem ganz persönlichen Olymp leben. Prompt hat mich einer davon kontaktiert und darauf aufmerksam gemacht, dass es eine Fortsetzung zu eben diesem von mir so hoch gelobten Werk "Der Kanon mechanischer Seelen" gibt. Ich weiterlesen…

    Ein Baby auf Abwegen

    von am 26. Mai 2021 noch kein Kommentar

    Benjamin Renner
    Ein Baby auf Abwegen
    Aus dem Französischen von Lilian Pithan
    Avant 2021, 296 Seiten

    Vor einigen Jahren veröffentlichte der französische Cartoonist, Animationskünstler und Filmemacher Benjamin Renner seine Comic-Komödie „Der große böse Fuchs“, die auf Deutsch ebenfalls bei Avant herausgekommen ist. Während der 1983 geborene Renner für den Zeichentrickfilm „Ernest & Célestine“ sogar schon eine Oscar-Nominierung erhielt, wurde auch sein ausgefuchster Comic-Spaß als „Der kleine Fuchs und seine Freunde – Das große Kinoabenteuer“ filmisch adaptiert.

    In Renners neuem, querformatigen Comic „Ein Baby auf Abwegen“ erhalten und erleben nun Ente, Schwein und Hase, das naive Trio aus dem Vorgänger-Band mit dem Fuchs, ein eigenes Abenteuer; Füchse spielen diesmal indes nur eine Nebenrolle. Darum geht’s: Für einen verletzten Storch sollen die drei schusseligen Antihelden aus dem Wald ein Menschenbaby in die Stadt bringen und an die designierten Eltern ausliefern. Eine Aufgabe, die in den „Händen“ der tierisch trotteligen Chaoten zu einer wahren, wilden Odyssee wird …

    Minimalistische Zeichnungen, maximaler Klamauk und Spaß: Renners Bilder haben erneut den skizzenhaften, illustrativen Charme eines Kinderbuchs, obwohl die Zielgruppe doch etwas erwachsener sein sollte. Die Story bietet nämlich recht zotigen zeichentrickartigen Slapstick, der zwischendurch ein wenig härter ausfällt. Insgesamt bewegt sich „Ein Baby auf Abwegen“ wieder irgendwo zwischen A. A. Milnes Hundert-Morgen-Wald von Pu und der Gang, Lewis Trondheims Comic-Schaffen, den Looney Tunes und den Pinguinen aus Madagascar.

    Christian Endres

    @MisterEndres auf Twitter folgen

    26. Mai 2021 und noch kein Kommentar

    Benjamin Renner
    Ein Baby auf Abwegen
    Aus dem Französischen von Lilian Pithan
    Avant 2021, 296 Seiten

    Vor einigen Jahren veröffentlichte der französische Cartoonist, Animationskünstler und Filmemacher Benjamin Renner seine Comic-Komödie „Der große böse Fuchs“, die auf Deutsch ebenfalls bei Avant herausgekommen ist. Während der 1983 geborene Renner für den Zeichentrickfilm „Ernest & Célestine“ sogar schon eine Oscar-Nominierung erhielt, wurde auch sein ausgefuchster weiterlesen…

    Ein Modernes Utopia

    von am 24. Mai 2021 noch kein Kommentar

    H. G. Wells
    EIN MODERNES UTOPIA.
    Ü: Joachim Körber, Illustrationen: E. J. Sullivan
    (A Modern Utopia / 1905)
    Kehrig, Joachim Körber Verlag (Edition Phantasia), 2021, 294 S.
    ISBN 978-3-937897-59-2 / 18,90 Euro
    Phantasia Paperback Science Fiction 1015

    Kennen Sie die UTOPIA von Thomas Morus? Oder Platons STAAT? Den RÜCKBLICK von Edward Bellamy? Die SONNENSTADT von Tommaso Campanella?
    Macht nichts. Brauchen Sie auch nicht mehr nachzuholen, denn nachdem Sie EIN MODERNES UTOPIA von H. G. Wells gelesen haben, sind Ihnen die Unzulänglichkeiten seiner Vorläufer bekannt – und vor allem: Sie wissen dann, dass und wie es besser geht!

    Angeregt von der Lektüre einer Vielzahl älterer Staatsromane, aufgebracht durch die Fehler zeitgenössischer Politik und im festen Glauben, eine in sich stimmige und überzeugende utopische Alternative generieren zu können, setzte sich Wells zu Beginn des 20. Jahrhunderts hin und schrieb eine „moderne“ Utopie.
    Erstmals kritisiert hier ein Autor nicht nur die „Fehler“, die nach seiner Meinung den Vorläufern zu Eigen sind, sondern setzt seine Erkenntnisse auch um und schreibt tatsächlich etwas ganz Neues. Dem Statischen, das den „alten“ Utopien anhaftet, setzt Wells die Dynamik und Veränderlichkeit entgegen, welche ein funktionierendes reales Staatswesen ausmachen.
    Betrachtet man z. B. das platonische Ideal oder die originale INSEL UTOPIA, so wollte dort wohl niemand wirklich leben. Das MODERNE UTOPIA der Wells’schen Vorstellung dagegen wirkt auch über einhundert Jahre nach seiner Erfindung noch einladend: Hier herrschen echte Gleichberechtigung der Geschlechter wie der Völker und Religionen. Es gibt praktisch nur noch „grüne“ Energie, ökologische Umweltgestaltung und ein bedingungsloses Grundeinkommen. Niemand isst mehr Fleisch und jeder arbeitet nur so viel wie es seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Angeführt wird dieser Staat von einem „Orden“ von idealistischen, „Samurai“ genannten, Staatsbeamten.
    Einige „utopische“ Konventionen hat Wells beibehalten: Es gibt den Besucher (bzw. hier zwei Besucher) von außerhalb, die neue Gesellschaft wird Schritt für Schritt entdeckt, ein oder mehrere „Führer“ begleiten diese Entdeckungen mit hilfreichen Erklärungen – und die Rahmenhandlung bleibt eine solche: ein Rahmen für die Vorstellungen des Autors.

    Bei der Leserin, beim Leser sollte also eine gesunde Neugier vorhanden sein auf den Weltentwurf eines der klügsten und wichtigsten Autoren des letzten Jahrhunderts, der mit seinen Werken nicht nur der Science Fiction aus der Wiege half, sondern auch die Sozialwissenschaften und die Futurologie mitbegründet hat.

    Horst Illmer
    warenkorb

    Ein Modernes Utopia
    via e-mail im Laden oder im Libri-Shop bestellen

    24. Mai 2021 und noch kein Kommentar

    H. G. Wells
    EIN MODERNES UTOPIA.
    Ü: Joachim Körber, Illustrationen: E. J. Sullivan
    (A Modern Utopia / 1905)
    Kehrig, Joachim Körber Verlag (Edition Phantasia), 2021, 294 S.
    ISBN 978-3-937897-59-2 / 18,90 Euro
    Phantasia Paperback Science Fiction 1015

    Kennen Sie die UTOPIA von Thomas Morus? Oder Platons STAAT? Den RÜCKBLICK von Edward Bellamy? Die SONNENSTADT von Tommaso Campanella?
    Macht nichts. Brauchen Sie auch nicht mehr nachzuholen, weiterlesen…

    Unerhörd

    von am 21. Mai 2021 5 Kommentare

    Nummer achd – auf dünnem Eis.

    Um weiterhin Abwechslung zu gewährleisten, heute wieder eine Glosse. Ein heikles Thema. Ich möchte von Anfang an klarstellen, dass mir sowohl die Fragilität Einzelner bewusst ist und deren Status persönlich heilig, ebenso die prinzipielle Unterdrückung von Gruppen oder Geschlechtern zutiefst zuwider und fremd ist. Niemals möchte ich in polemische Hörner populistischer Schwätzer tröten. Dennoch ist das Thema um das es geht ein nicht minder ernstes und beängstigendes. Und gerade um Wirtshausblökern den Wind aus den Segeln zu nehmen, sollten wir uns eigene Gedanken dazu machen. Eine Gemeinschaft muss eine gleiche Gemeinschaft sein. Weder darf das Wohl Einzelner über das Wohl der Gemeinschaft gestellt werden, noch darf das Wohl Einzelner der Gemeinschaft geopfert werden.

    Zum besseren Verständnis der angeführten Beispiele: Ich zitiere Walter Moers in seinem Roman "Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär". Qwert Zuiopü ist eine Romanfigur aus dem erdachten Land Zamonien. Für schnelle Infos empfehle ich das Zamonien Wiki und für den vollen Genuss die Lektüre ALLER in Zamonien spielender Romane von Walter Moers. Es wird nicht zu eurem Schaden sein 😉

    (wie immer zum hören und mitlesen oder lesen und mithören, ganz wie ihr wollt):

     

    Vom Låden und vom Leben
    (audiofile #8: Unerhörd)

    Heud morchn hadd ich a weng en Grant. Edz hab ich amål a Deorie, die wo ich eefåch nein Raum schdell.

    Wenn ich mer des Wordschbiel "Die Unerhördn" als Üwerschrifd vorschdell, nacherd is der Unnerschied exdrem groß, von wann der bassende Ardiggl gwesn wär. Oder is. Wenn ich edz zum Beischbiel mir des in die Achzicher versedzd vorschdell du, nacherd is des dodål gloar. Dann bin ich soford bei enner Randgrubbe. Wie zum Beischbiel denne Banker vo damåls. Unerhörd is nadurlich emål weil se in derre Zeid håld Zeuch anghabd ham, wo dodål unkonform gwesn is, Sachn gmachd ham, wo nei die Nås vo die gudn Bürcher ruggzugg naufgange is und sich üwerhaubd hald ganz eefåch "unerhörd" aufgführd und geebe hamm. Unerhörd gfühld ham se sich awer ausm ganz annern Grund. Weil se håld des Gfühl ghabbd hamm, dassene kenner zuhör dud und se eh nix erreich könn. Des had dann so a "No Fiudscher" Fieling erzeuchd.

    Wenn ich awer edz des selbe Wordschbiel verwend würd – also blos hübodedisch – nacherd wär die Sachlåche annersch. Anzieh dürfsd dich heud, wiesd willsd, ohne dass irchendwer die Nåse rümbf dud. Jedenfålls wennsde ned schdinggn un schmuddeln dusd. Awer des dud ja heud eh kenner mehr, weil wurschd wie exoddisch irchendwer sein Look bräsendier dud, geleckt musses eh sein. Also Insdagrämmdauglich håld. Awer ich wolld ja ned abschweif.
    Randgrubbn gibds nadürlich nach wie vor genuch. Hörd mer ja a. Laud un deudlich und bermanend.
    Da sin die eearmichn naddifdoffischn* Bienenzüchder, die wo nadürrlich subventionierd werrn müss, wechn irchnd enner eegschlebbdn Raubmilbe, die sich dangg Glimmaerwärmung edz auch bis nach Sgandinavien durchsedz kann. Un an schbeziellen Milbnabwehrseiberarm griechns a endwiggld, die zwä. Na ja, wardscheins isses bionische Bionierarbett. Un zahl duds eh die Kass.
    Bloos dasses håld mehr Eearmiche geb dud. Un a mehr Bienezüchder. Un fürn Glimmawandl hilfz a nix.

    Oder die geblåchdn Gallerdbrinzessinnen aus der 2364. Dimension, die wo unmöglich die gleiche Schuldoiledde benudz könn, wie die ånnern. In der Nachdakademie nadürlich.
    Allerlei solche Grübbli, wo ich eichndlich går ned als Grübbli, geschweiche denn als Grubbe seh würd, nudzn laud un deudlich ålle Schbråchrohre moderner Medien. Und findn garandierd a jeweils genuch Leud wo ihne ned nur Gehör schengg du, sonnern a noch diefsdes Verschdändnis dafür, dass ma sich doch um diese arme bemidleidenswerde Randgrubbe kümmern muss.
    Ich will mich garandierd ned lusdich mach üwer Qwert Zuiopü oder irchend a annere unverschdandene Randgrubbe. Es is nur so, dasses meines Wissens nach håld blos ennen gibd, aus derre 2364. Dimension, der wo als Gasdschdudend die Nachdakademie besuch dud. Brauchd der dådsächlich a eichns Gloo oder könnd der sei Ausscheidungen ned eefach nein Müll werff? Wie auch immer, soweid ich des verschdanne hab, übernimmd ja eh der Schdaad un die Gemee der Finsterberge den Löwenandeil vo die Kosdn… Egal. Edz ned noch mehr abschweif!

    Die eingångs geschdellde Fråche war, ja ned WER NED, sondern WER heud als "unerhörd" durchgeh könnd. Un da drauf hab ich a inderesannde Andword. Des sin nämmlich ganz schö viele. Die Randgrubbe derer, die wos Maul ned schdändich aufreiß du. Die wo brav ihrn Alldåchsdschobb verrichd du, den ganzn Misd mid dem Gallerdbrinz** ned scho widder hör könn und a kenn Bock druff hamm, dem, was ihne zuschdeh würd, hinnerherzumrenn. Sich also schdändich drumzumkümmern, dass des, was hald früher eefach so war, wo mer edz dausend neue Reecheln befolg muss, a boar Andräch schdell un vielleichd a noch sei Vorschdrafnregisder, sei Bunggdekondo un sein Bauchumfang angeb muss. Um eefach bloß a Kondo zum eröffnen, sei Schdandardleisdung für a Vorsorcheundersuchung bezåhld zum griech oder was wäss ich. Die ganz normåln, schdillen Bürcher, sin heud ofd wenicher erhörd, oder eben unerhörder, wie der Gallerdbrinz. Die meandernden Verfüchungen und Verordnungen, die wo irchendwer grampfhafd versuchd anzumbass an ALLE, um bloß kemm uffn Schlibbs zum dred, sin am Schluss für fassd alle a Belasdung und für a boar a Verbesserung. Dabei sin die boar ned bloß Geldsägg wechn denn schdändich nachgebesserd werrn muss, um Schlubflöcher zum schdopf, sondern a die unendlich vieln Schbliddergrübbli von Schbliddergrübbli.
    Dass nacherd widder die Rraddnfänger komm du um diese Mehrheid anzumzapf un denne Flausn nei die Köpf zum sedz is gloar.

    Heud bisd unerhörd wenndsde s Maul hald dusd. Wenndsd früher unerhörd warsd hassd dann dei Maul uffgmachd.

    *Ich bediene mich hier bei Walter Moers. Die genaue Erklärung von Natifftoffen findet man im "Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller" oder im zamonien.fandom.com/de/wiki

    **Qwert Zuiopü, Gallertprinz aus der 2364. Dimension und die Nachtakademie stammen ebenfalls aus dem Roman "Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär" von Walter Moers. Die genaue Erklärung findet man ebenfalls im "Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller" oder im zamonien.fandom.com/de/wiki

    21. Mai 2021 und 5 Kommentare

    Nummer achd – auf dünnem Eis.

    Um weiterhin Abwechslung zu gewährleisten, heute wieder eine Glosse. Ein heikles Thema. Ich möchte von Anfang an klarstellen, dass mir sowohl die Fragilität Einzelner bewusst ist und deren Status persönlich heilig, ebenso die prinzipielle Unterdrückung von Gruppen oder Geschlechtern zutiefst zuwider und fremd ist. Niemals möchte ich in polemische Hörner weiterlesen…

    Die weite Leere

    von am 19. Mai 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    J. Todd Scott
    Die weite Leere
    Polar, Stuttgart 2021, 442 Seiten
    ISBN 978-3-948392-16-1

    Craig Johnson, Autor der kongenial fürs Fernsehen adaptierten „Longmire“-Romanserie, kennt sich aus mit der Weite, die man im modernen Amerika noch immer findet. Man sollte also besser aufhorchen, wenn Mr. Johnson einen schreibenden Kollegen empfiehlt, den ebenfalls die Weite irgendwo im amerikanischen Westen beschäftigt. Die Rede ist von J. Todd Scott, der seit 20 Jahren als Bundesagent für die DEA (Drug Enforcement Administration) arbeitet, die nicht zuletzt wachsam auf die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten schaut. Hier, am Rio Grande, verortet Scott in seinem Romandebüt „Die weite Leere“ die fiktive texanische Kleinstadt Murfee mitten im großen Nirgendwo.

    Beherrscht wird der Ort von einem überlebensgroßen, gierigen Sheriff, den alle nur den Judge nennen – Sheriff, Ankläger, Richter, Henker und Gangster in einem. Aber auch sein wütender Sohn, ein drogenabhängiger Deputy, ein junger Gesetzhüter mit einer gescheiterten Football-Karriere, dessen Freundin und eine Lehrerin mit aufgewühlter Vergangenheit lassen die Dunkelheit aus der Weite und der Leere bereitwillig nach Murfee sowie in ihre Leben. Das nutzt J. Todd Scott für spannenden, guten texanischen Noir, der hin und wieder spürbar Western-Gepflogenheiten folgt, aber lediglich am Etikett des Neo-Westerns kratzt. Im Original sind bereits zwei Fortsetzungen erschienen. Hoffentlich kriegen wir sie bald zu lesen.

    Christian Endres

    @MisterEndres auf Twitter folgen

    19. Mai 2021 und noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    J. Todd Scott
    Die weite weiterlesen…

    Ein deutscher Autor für "meinen Olymp"

    von am 17. Mai 2021 4 Kommentare

    Immer wieder werden wir nach guten Einzelbänden gefragt. Auch immer wieder nach Werken deutscher Autoren. Klar, da gibt es mittlerweile auch jede Menge. Und nicht mal schlecht. Von gutem Lesefutter bis hin zu grandios. Ich will mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen, weil so etwas ja immer subjektiv bleibt. Keine endlose Aufzählung von Namen mit der implizierten Gefahr wieder irgendjemanden vergessen zu haben.

    Ganz klar aus meiner Sicht: es gibt viele gute und sehr gute aktive deutschsprachige Autoren aber nur drei, die eindeutig der Science Fiction und Fantasy im engeren Sinn zugeordnet werden können und es in meinen ganz persönlichen Olymp geschafft haben. Über Walter Moers habe ich oft geschrieben. Mit "Rumo" war er der erste, der das für mich geschafft hat (Rezi von mir / Rezi von Horst). Der zweite, Michael Marrak, ist ein gar nicht so wirklich bekannter Autor, hat sich aber mit dem "Kanon mechanischer Seelen" eindeutig seine Eintrittskarte verdient (Rezi vom Horst). Letzten Herbst ist ein dritter dazugekommen. Ich habe jedes (glaube ich) seiner Bücher mit Freuden und großer Erwartung gelesen (aber das gilt auch für andere Autoren). Manche waren schon sehr gut, aber für den Olymp hat es bisher nicht gereicht. Mit seinem aktuellen Werk "Eines Menschen Flügel" hat sich Andreas Eschbach in meinen Olymp und auch in die Riege der wirklich gewaltigen internationalen Autoren hineingeschrieben.

    Andreas Eschbach
    Eines Menschen Flügel
    Lübbe
    Oktober 2020 – 1264 Seiten – € 26,00
    ISBN: 9783785727027

    Grandioser Weltenentwurf, höchste Erzählkunst, tiefe Charaktere, spannende Twists und ein "echtes" Ende.

    In einer von Menschen besiedelten Welt führen die genetisch veränderten Nachkommen der ersten Besucher ein isoliertes, vom Rest der Menschheit vergessenes Leben. Von den Ahnen mit Flügeln ausgestattet, dem nötigen Rüstzeug um der fremden Welt zu trotzen. Strengen Richtlinien und Geboten folgend.

    In individuellen Lebensstrecken und Abenteuern führt uns Eschbach in die komplexen Hintergründe und Geheimnisse der fremden Welt ein. Behutsam, Stückchen für Stückchen die Vergangenheit und die Zusammenhänge enthüllend.

    Der Leser ist nie gelangweilt, immer wieder überrascht und stets mittendrin. Andreas Eschbach lässt uns selten mehr Wissen, als seine Charaktere. Dadurch bleibt auch die vordergründige Geschichte immer spannend. Das wirklich gewaltige ist aber der Zusammenhang, der hinter allem steht. Der viel mehr bedeutet als eine von Menschen vergessene Welt, auf der die geflügelten Nachkommen einer kleinen Expedition über Generationen eine fremdartige Kultur entwickelt haben.

    Versucht Eschbach manchmal, Nerdbücher für JederFrau zu schreiben, trotzdem immer gut aber auf jeden Fall am Ende dann kompromissbereit und ganz Bestsellerautor, hat er sich diesmal wieder absolut dem Genre hingegeben. Danke für dieses Juwel.

    Ein großartiger Roman von einem Autor, der jetzt in meinem Olymp zu Hause ist.

    17. Mai 2021 und 4 Kommentare

    Immer wieder werden wir nach guten Einzelbänden gefragt. Auch immer wieder nach Werken deutscher Autoren. Klar, da gibt es mittlerweile auch jede Menge. Und nicht mal schlecht. Von gutem Lesefutter bis hin zu grandios. Ich will mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen, weil so etwas ja immer subjektiv bleibt. Keine endlose Aufzählung von Namen mit der implizierten weiterlesen…

    Geschichten aus dem Hermkeverse #4: Der Diebstahl

    von am 14. Mai 2021 3 Kommentare

    Heute geht es um Wachsamkeit, Versuchung, Verbrechen, Vertrauen und um Begebenheiten, in denen Hermke nicht nur ein guter Lehrer für Andere war, sondern, mit dem, was er mir da vorlebte, auch immer ein guter Lehrer für mich war.
    Die Episode des Diebstahls ist in sofern eine sehr prägende für mich und die Entwicklung meiner sozialen Ader gewesen 😉

    Viel Spaß beim Hören

    Burn

     

    Kleiner Tipp: In der mobilen Vorschau ist der Link nur klickbar, ohne eingebundenen "player". Wenn ihr auf den Artikel direkt springt, dann schon…

     

    14. Mai 2021 und 3 Kommentare

    Heute geht es um Wachsamkeit, Versuchung, Verbrechen, Vertrauen und um Begebenheiten, in denen Hermke nicht nur ein guter Lehrer für Andere war, sondern, mit dem, was er mir da vorlebte, auch immer ein guter Lehrer für mich war.
    Die Episode des Diebstahls ist in sofern eine sehr prägende für mich und die Entwicklung meiner sozialen Ader gewesen 😉

    Viel Spaß beim Hören

    Burn

     

    weiterlesen…

    comicdealer.de