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Drag Cop

von am 23. Februar 2022 noch kein Kommentar

Candas Jane Dorsey
Drag Cop
Suhrkamp, Berlin 2021, 251 Seiten

Candas Jane Dorsey, Jahrgang 1952, arbeitete schon als Autorin, Herausgeberin, Verlegerin, Aktivistin und Anwältin. Ende der 1980er war sie eine der Gründerinnen des Kollektivs SF Canada. Für ihren Science-Fiction-Roman „Black Wine“ von 1997 wurde sie mit dem James Tiptree Jr. Award, dem Crawford Award und dem Prix Aurora Award ausgezeichnet. Jetzt liegt ihr Krimi „The Adventures of Isabel: A Postmodern Mystery, By the Numbers“ von 2020 als „Drag Cop“ in der Übersetzung von Conny Lösch auf Deutsch erschienen. Titel und Cover der deutschsprachigen Ausgabe, die Herausgeber Thomas Wörtche in seiner stets beachtenswerten Krimi-Reihe aufgenommen hat, meinen es etwas zu gut und wollen es etwas zu sehr, aber sei’s drum (der Originaltitel und die Kapitelüberschriften stammen übrigens alle aus dem Gedicht „The Adventures of Isabel“ von Ogden Nash, außerdem zitiert Dorsey an einer Stelle Fantastik-Größe R. A. Lafferty). „Drag Cop“, in dem eine pansexuelle Ex-Sozialarbeiterin und Ich-Erzählerin, ihr Kater und ihre in vielen Fällen queeren Freunde in einem Mordfall ermitteln, ist ein sympathisch blubbernder Detektivkrimi mit ein paar witzigen Meta-Allüren. Dass man sich von der Stimmung her ständig an Kinky Friedmans herrliche Detektivromane erinnert fühlt, hat nichts mit der Bedeutung von dessen Vornamen zu tun.

Christian Endres

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Candas Jane Dorsey
Drag Cop
Suhrkamp, Berlin 2021, 251 Seiten

Candas Jane Dorsey, Jahrgang 1952, arbeitete schon als Autorin, Herausgeberin, Verlegerin, Aktivistin und Anwältin. Ende der 1980er war sie eine der Gründerinnen des Kollektivs SF Canada. Für ihren Science-Fiction-Roman „Black Wine“ von 1997 wurde sie mit dem James Tiptree Jr. Award, dem Crawford Award und dem Prix Aurora Award ausgezeichnet. Jetzt

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Die Elfen

von am 21. Februar 2022 noch kein Kommentar

Da der Artikel bereits vor einer Weile entstanden ist, gibt es aus aktuellem Anlass hier ein Zitat der BEIDEN Autoren:

"Gemeinsames Statement von Bernhard Hennen, James A. Sullivan und dem Heyne Verlag: Wir möchten bekannt geben, dass der Verlag mit den beiden Autoren eine neue Regelung getroffen hat: James A. Sullivan wird bei allen künftigen Nachauflagen und Neuausgaben von DIE ELFEN als gleichberechtigter Autor zusammen mit Bernhard Hennen auf dem Cover stehen. Sobald diese neuen Ausgaben aus der Druckerei kommen, werden wir die Cover auch online aktualisieren. Wir freuen uns darüber, mit allen ELFEN-Fans diesen längst überfälligen Schritt zu gehen."

Bernhard Hennen, James A. Sullivan
DIE ELFEN
Heyne Verlag 2014
1040 Seiten
ISBN: 9783453315662

DIE ELFEN ist ein deutscher Fantasyroman von Bernhard Hennen und James Sullivan (bereits) aus dem Jahr 2004. Die Elfen Farodin und Nuramon, sowie der Mensch Mandred Torgridson schließen ein schicksalshaftes Bündnis, um den Dämon Devanthar zu besiegen. In der Elfen- und Menschenwelt müssen sie viele innere Hürden und äußere Gefahren überwinden, ihr Weg ist wahrlich kein leichter, ein Weg, an dessen Ende sich das Wohl und Wehe der ganzen Welt entscheiden wird.

Gut, ich gebe zu, dieser sehr stark zusammengefasste Plot scheint auf den ersten Blick nichts wirklich Neues zu sein, … aber täuscht Euch nicht! Denn DIE ELFEN ist definitiv ein dichter und wirklich schön erzählter Roman, der mit  viel Neuem, eigenen Ideen, mit tollen Charakteren, und mit gekonnt verwobenen Handlungs- und Zeitsträngen daher kommt.

Hennens/Sullivans Erzählung ist eben kein 0-8-15 Fantasyroman, sondern wirklich etwas ganz Eigenes und Besonderes, ein Buch, welches das Volk der Elfen gerade nicht eindimensional, sondern mit seinem ganzen Licht und Schatten zeichnet, so wie Tolkien es schon im DAS SILMARILLION so wunderschön gemalt hatte.

DIE ELFEN von Hennen ist für mich aus mehreren (auch persönlichen) Gründen ein ganz besonderes Buch, welches vor etwa 15 Jahren als Geschenk meiner Frau den Weg zu mir fand. Ich bin meiner Frau ob dieses Geschenks wirklich sehr dankbar, denn sie überreichte mir damals mit DIE ELFEN nicht nur ein ausgesprochen gutes Buch, sie zeigte mir damit die (für mich zu jener Zeit verloren geglaubte) Pforte zur Phantastik. Nach DIE ELFEN habe ich wieder mehr und mehr "Zauber und Kosmos" in Büchern gesucht (und gefunden); ich meine, ich habe danach STEIN UND FLÖTE (ebenso umwerfend und grandios) gelesen, aber das ist Teil einer anderen Geschichte.

Obwohl DIE ELFEN quasi der Auftakt einer Reihe ist, kann man es getrost und sehr gut als Einzelband lesen, da am Ende zum Glück kein (!) quälender Cliffhanger (m.E. eine Unart so mancher Autoren und/oder Verlage) lauert, sondern das Buch schlicht, rund und schön endet.

Herr Hennen und Herr Sullivan, ich sage: "Hut ab! … Für mich gehört Ihr Werk ganz klar auf meine Lieblingsliste."

Wer Fantasy liebt, der liebt auch DIE ELFEN!

Die letzten Worten gebühren den Autoren, zunächst (mit Blick auf das Cover) Sullivan (aus einem Interview): "Dass mein Name nicht auf dem Cover steht, war eine Verlagsentscheidung, mit der ich einverstanden war. Bernhard war 2003 schon bekannt; ich aber war ein unbeschriebenes Blatt. Intern haben wir aber immer als gleichberechtigte Autoren gearbeitet und sind auch zu gleichen Teilen an diesem Roman beteiligt.",

… sodann Hennen (aus einem Interview): "Zur Fantasy kam ich durch einen Sportlehrer, der verstanden hatte, dass ich eher einen literarischen Marathon bestehen könnte, als jemals Erfolge auf der Aschenbahn zu feiern. Er drückte mir die alte, giftgrüne Herr der Ringe-Ausgabe von Klett-Cotta in die Hand und besiegelte damit mein Schicksal. Seit jenem Tag bin ich der Fantasy verfallen.".

MITCH

PS: Ganz aktuell gibt es eine sehr schöne Prachtausgabe mit zwei Bonusgeschichten und neuen Farbtafeln. Elfenfans, Sammler und großzügige Schenker werden begeistert sein!

Bernhard Hennen, James A. Sullivan
DIE ELFEN
Heyne Verlag als Neuausgabe Edition 13. Dezember 2021
Gebundene Ausgabe : ‎ 936 Seiten
ISBN: ‎ 9783453534940

Da der Artikel bereits vor einer Weile entstanden ist, gibt es aus aktuellem Anlass hier ein Zitat der BEIDEN Autoren:

"Gemeinsames Statement von Bernhard Hennen, James A. Sullivan und dem Heyne Verlag: Wir möchten bekannt geben, dass der Verlag mit den beiden Autoren eine neue Regelung getroffen hat: James A. Sullivan wird bei allen künftigen Nachauflagen und Neuausgaben

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Blick über den Tellerrand lokal 2: Auf Messers Schneide

von am 18. Februar 2022 noch kein Kommentar

Heute im zweiten lokalen Beitrag bin ich im Gespräch mit einem Ladeninhaber, zu dessen Ware ich eindeutig auch ein libidinöses Verhältnis habe. Auch wenn es ursprünglich eher von Blankwaffen kam, schätze ich handwerklich hergestellte Küchnmesser genauso wie das perfekte Rasiermesser. Wie erwartet war die Lockdown-Lage in der Fußgängerzone deutlich schwieriger – und bleibt es auch darüber hinaus…   

Eben ein Blick über unseren Tellerrand hinaus.

Schuchbauer Messer Onlineshop
Die Radboten

 

 

 

Kleiner Tipp: In der mobilen Vorschau ist der Link nur klickbar, ohne eingebundenen "player". Wenn ihr auf den Artikel direkt springt, dann schon…

Heute im zweiten lokalen Beitrag bin ich im Gespräch mit einem Ladeninhaber, zu dessen Ware ich eindeutig auch ein libidinöses Verhältnis habe. Auch wenn es ursprünglich eher von Blankwaffen kam, schätze ich handwerklich hergestellte Küchnmesser genauso wie das perfekte Rasiermesser. Wie erwartet war die Lockdown-Lage in der Fußgängerzone deutlich schwieriger – und bleibt es auch darüber hinaus…   

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Grenzwelten

von am 16. Februar 2022 1 Kommentar

Ursula K. Le Guin
GRENZWELTEN. Zwei Romane.
Ü: Karen Nölle
(Originalzusammenstellung)
Frankfurt/M., Fischer Tor, Februar 2022, 400 S.
ISBN 978-3-596-70578-8 / 16,99 Euro

In der von Ursula K. Le Guin erdachten »Geschichte der menschlichen Zukunft« (in Science-Fiction-Kreisen auch gerne »Future History« genannt) stammen alle bekannten menschenähnlichen Völker der Galaxis von den Hain ab, weshalb ihre Erzählungen zusammengenommen den »Hainish«-Zyklus bilden und im Einflussbereich der »Ökumene« spielen. In der von TOR jetzt vorgelegten Originalzusammenstellung »Grenzwelten« sind zwei Romane Le Guins in der Neuübersetzung von Karen Nölle enthalten, die sie recht früh (DAS WORT FÜR WELT IST WALD, 1972) bzw. ziemlich spät (DIE ÜBERLIEFERUNG, 2000) in ihrer Schriftstellerinnen-Karriere geschrieben hat. Beide Bücher waren seit längerem vergriffen, sodass schon allein deswegen eine neue Ausgabe wünschenswert erschien.

DAS WORT FÜR WELT IST WALD (THE WORD FOR WORLD IS FOREST)

Dieser Roman bricht wie ein Naturereignis über den/die Leser*in herein; die Erzählung beginnt mitten im »Herz der Finsternis«.
Wir erleben die Protagonisten – Soldaten, Holzfäller und einige Wissenschaftler – bei ihrem Tagwerk auf dem Planeten Athsche, der bei ihnen den Namen New Tahiti trägt. Ihr Leben besteht aus Holzfällen, Roden und der gelegentlichen Jagd auf heimisches Rotwild und ist dabei von jener für menschliche Kolonisatoren typischen Arroganz und Überheblichkeit gegenüber den »Krietschi« genannten Einheimischen geprägt.
Da die Erde mittlerweile eine Betonwüste ist und dringend Holz braucht, stellt Athsche eine Goldgrube dar. Der Planet besteht auf seiner Landfläche ausschließlich aus Wald. Also wird er ausgebeutet. Die heimische Lebensform wird zu halbintelligenten Sklaven herabgewürdigt, dies vor allem, da sie eine konfliktvermeidende, friedliche Zivilisation aufgebaut haben. Erst als sie sich nach jahrelanger Qual wehren, müssen die Menschen einsehen, dass sie im Unrecht sind. Nur der friedliebenden Intelligenz der Athscheaner ist es zu danken, dass nicht alle Menschen getötet werden.
Das Werk steht deutlich unter dem Einfluss des Vietnam-Krieges. Die Entlaubungsaktionen und die menschenverachtende Politik der USA haben als Spiegel gedient für die Aktionen auf Athsche. Doch darüber hinaus ist es Le Guin gelungen, in ihren Personen die Archetypen solcher Konflikte zu zeichnen und darzustellen, dass es allemal schwieriger ist, Frieden zu schließen, als sinnlose Zerstörung zu verbreiten. In diesem Sinne also ein hoch moralisches Werk, das seine Intention jedoch hinter einer spannenden Geschichte zurücknimmt und keinen Zeigefinger wedeln lässt.

DIE ÜBERLIEFERUNG (THE TELLING)

»Die Überlieferung« war Le Guin letzte große Erzählung aus der Welt der Hainish.
Auf dem Planeten Aka hat sich seit dem ersten Kontakt mit der Ökumene eine rasante Entwicklung »hin zu den Sternen« ergeben, die aber als Kehrseite einen repressiven Staat zur Folge hat, der alles »Alte« als kriminell und fortschrittsfeindlich verfolgt. Die terranische Beobachterin Sati darf als erste Außenweltlerin nach vielen Jahren der Isolation ins Landesinnere reisen. Sie erlebt dort, nach einer Phase des vorsichtigen Abtastens, die ursprüngliche, die »wahre« Kultur der Einheimischen und versucht, diese zu verstehen und aufzuzeichnen. Diese Kultur ist auf Grund geographischer Besonderheiten des Planeten Aka sehr homogen, sehr friedlich und weiß wenig von Göttern und Glaubensproblemen. Sie hat starke konservative Züge, pflegt die eigene Geschichte in Büchern und vor allem im Erzählen.
Dieses »Überlieferung« genannte Ritual, von befähigten Menschen von Generation zu Generation weitergegeben, ist eine Mischung aus homerischem Erzählen und peinlich genauer Geschichtsschreibung. Bei allem Verständnis, das sich bei Sati entwickelt, bleibt jedoch ein Rest von Geheimnis – ja sogar oftmals von Missverstehen, resultierend daraus, dass eine gelebte, eigenständige Kultur sich nicht deckungsgleich übersetzen lässt.
Wie immer verbindet Le Guin philosophische Ideen mit einer interessanten Geschichte, menschlicher Anteilnahme und wundervollen Naturbeobachtungen. Sie greift eigene und von anderen Autoren (wie Orwell oder Bradbury) entwickelte Themenkreise auf, was sich jedoch kaum vermeiden lässt, da restriktive Systeme einander in der Wahl ihrer Unterdrückungsmethoden wohl allzu sehr gleichen.
Da Ursula Le Guin eine begnadete Erzählerin ist, fühlt man sich in diesem Buch schon nach dem ersten Absatz wohl und behütet; man lauscht und träumt und möchte, dass die Überlieferung niemals endet. Etwas Schöneres ist einem Buch kaum nachzusagen.

Horst Illmer
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Grenzwelten
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Ursula K. Le Guin
GRENZWELTEN. Zwei Romane.
Ü: Karen Nölle
(Originalzusammenstellung)
Frankfurt/M., Fischer Tor, Februar 2022, 400 S.
ISBN 978-3-596-70578-8 / 16,99 Euro

In der von Ursula K. Le Guin erdachten »Geschichte der menschlichen Zukunft« (in Science-Fiction-Kreisen auch gerne »Future History« genannt) stammen alle bekannten menschenähnlichen Völker der Galaxis von den Hain ab, weshalb ihre Erzählungen zusammengenommen den »Hainish«-Zyklus bilden und im Einflussbereich der

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Der Übungseffekt

von am 14. Februar 2022 1 Kommentar

David Brin
DER ÜBUNGSEFFEKT
Rainer Schmidt (Übersetzer)
Heyne Verlag
432 Seiten
ISBN-13: ‎ 9783453318175
ebook: 9783641175313

DER ÜBUNGSEFFEKT darf einfach nicht in Vergessenheit geraten!

Brins DER ÜBUNGSEFFEKT ist ein genialer SF-Abenteuerroman aus den achtziger Jahren, der mit einer außergewöhnlichen Idee (dem titelgebenden Übungseffekt) als sehr kurzweiliger Einzelband daher kommt und der den Plot bemerkenswert spannend und farbig entfaltet, sowie mit einer unerwarteten Aufklärung der Umstände aufwartet.

Der Physiker Dennis Nuel gelangt durch ein Experiment in eine Parallelwelt. Diese ähnelt zwar der unseren Erde, allerdings scheint eines der Naturgesetze auf den Kopf gestellt zu sein. Freilich möchte ich an der Stelle zum "Übungseffekt" nichts weiter verraten, da dieser im Verlauf des Buch erst nach und nach offenbart wird, daher "Finger weg!" von anderen Rezensionen, auch der Klappentext der Neuauflage ist schon "gefährlich", er verrät schon etwas Zuviel des Guten.

HEYNE hat den Roman vor etwa 5 Jahren neu aufgelegt und schon bald danach war die Printversion vergriffen.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, hier über Gerd vor Kurzem noch eine der vergriffenen Buchversionen (gebraucht) ergattert zu haben und ich werde das Buch demnächst auch wieder über die Gebrauchtabteilung im Laden "in den Kreislauf" der SF-Fans geben.

Hierzu ein kleines Statement: Wie Ihr wisst, gibt es im Laden insbesondere "Leser", "lesende Sammler" und "sammelnde Sammler". Zwar sind die Abstufungen zwischen diesen drei Archetypen stets fließend, und manche Typen (m/w/d) sind hier auch Mischwesen, jedoch sind es vorwiegend die "Leser", die den weit überwiegenden Teil ihrer Bücher und Comics wieder "hergeben" und damit den Gebrauchtmarkt im Laden für andere Fans am Leben erhalten. Und am Beispiel von Brins DER ÜBUNGSEFFEKT sieht man recht gut, dass solchen – den Buchkreislauf fördernden – "Lesern" durchaus mal ein Dank gebührt!

Wie gesagt, HEYNE bietet den Titel derzeit lediglich als EBOOK an, d.h. solltet ihr das Buch bei Gerd nicht gebraucht beziehen können, so könnt ihr den Roman wenigstens im Laden als EBOOK erwerben und sofort (schon heute Abend?!) lesen, was allemal besser ist, als Einzuschlafen ohne je dieses herrlich schokoladige SF-Abenteuer vorher gelesen zu haben.

Brin wurde 1950 in den USA geboren. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – unter anderem erhielt er den Hugo, den Nebula und den Locus Award. Er lebt in Südkalifornien, studierte Astronomie am California Institute of Technology und erwarb einen Doktorgrad in Astrophysik an der University of California, San Diego, er war als NASA-Berater und Physik-Professor tätig, was der Kraft und Logik seiner Romanen durchaus dient.

DER ÜBUNGSEFFEKT wurde aufgrund seiner Einmaligkeit für den Locus Award als Bester Science Fiction Roman nominiert.

Fazit:

Ich liebe einfach so tolle, ideenreiche und kurzweilige Einzelbände, insbesondere, wenn sie mir das geliebte "Indiana-Jones" Feeling geben! Jedenfalls sollten all jene Abenteuer-/SF-Fans, die Brins DER ÜBUNGSEFFEKT noch nicht kennen, sich den Titel ins Gehirn brennen und sofort zuschlagen, sobald der Titel ihnen im Laden in die Hände gerät, wann und wie auch immer (oder eben gleich als EBOOK bei Gerd bestellen)!

MITCH

David Brin
DER ÜBUNGSEFFEKT
Rainer Schmidt (Übersetzer)
Heyne Verlag
432 Seiten
ISBN-13: ‎ 9783453318175
ebook: 9783641175313

DER ÜBUNGSEFFEKT darf einfach nicht in Vergessenheit geraten!

Brins DER ÜBUNGSEFFEKT ist ein genialer SF-Abenteuerroman aus den achtziger Jahren, der mit einer außergewöhnlichen Idee (dem titelgebenden Übungseffekt) als sehr kurzweiliger Einzelband daher kommt und der den Plot bemerkenswert spannend und farbig entfaltet, sowie mit einer unerwarteten Aufklärung der

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Blick über den Tellerrand überregional 1: Alles für den Helden

von am 11. Februar 2022 3 Kommentare

Um die ersten Gehversuche abzurunden, gibt es heute den zweiten Aspekt des neuen Formates. Genretreu, dafür "unterwegs". Heute besuche ich einen kleinen aber feinen Spielegroßhandel in Miltenberg. Da es dort aber noch mehr zu sehen gibt, habe ich drei Links angehängt…

Eben auch ein Blick über unseren Tellerrand hinaus.

Alles für den Helden
Brauerei Faust
MIKA Kaffeerösterei

 

 

Kleiner Tipp: In der mobilen Vorschau ist der Link nur klickbar, ohne eingebundenen "player". Wenn ihr auf den Artikel direkt springt, dann schon…

Um die ersten Gehversuche abzurunden, gibt es heute den zweiten Aspekt des neuen Formates. Genretreu, dafür "unterwegs". Heute besuche ich einen kleinen aber feinen Spielegroßhandel in Miltenberg. Da es dort aber noch mehr zu sehen gibt, habe ich drei Links angehängt…

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Alles für den Helden
Brauerei Faust
MIKA Kaffeerösterei

 

 

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Corto Maltese: Schwarzer Ozean

von am 9. Februar 2022 noch kein Kommentar

Quenehen, Vives
Corto Maltese: Schwarzer Ozean
Schreiber & Leser 2022, 184 Seiten

Nicht nur, dass die historischen Abenteuer von Hugo Pratts Comic-Ikone Corto Maltese seit einiger Zeit offiziell durch Ruben Pellejero und Juan Diaz Canales mit neuen Alben über die Vergangenheit fortgeführt werden. Nein, nun gibt es sogar eine autorisierte Modernisierung des Klassikers: „Corto Maltese: Schwarzer Ozean“, inszeniert von Autor Martin Quenehen und dem fantastischen Künstler Bastien Vivès („LastMan“, „Eine Schwester“) und soeben bei Schreiber & Leser auf Deutsch erschienen. In ihrem Album wird der lässige Antiheld aus Pratts vielen, teils revolutionären Comic-Highlights zum Piraten, Glücksritter und Schatzsucher kurz nach dem Millennium, wobei es Corto mit Baseballcap statt Kapitänsmütze nach Japan und in die Anden verschlägt.

Das eher episodisch strukturierte Update des Seemanns macht dabei nicht alles, aber doch viel richtig. Vor allem holt man den Spirit und die Essenz von Corto wirklich gut ins 21. Jahrhundert, obwohl es in die gleich wieder etwas überholt wirkende Ära von Nine-Eleven und der Klapp-Handys geht. Aber diese 20 Jahre Versatz reichen, um trotz Moderne einen leicht historischen Touch an einer zeitgeschichtlichen Wegmarke zu haben, und das trifft zwar nicht den aktuellen Hightech-Zeitgeist, allerdings wieder voll den Geist von Pratt und seinen ursprünglichen Legenden über Corto und Rasputin, die im Original manches Schlachtfeld der Weltgeschichte sahen. Und auch Mythen, Bücher und das Lesen spielen wieder eine wichtige Rolle, Pratts Meta-Faktor wird also zwischen 2001 und 2022 ebenfalls respektiert.

„Corto Maltese: Schwarzer Ozean“ liest man gerne, und da würde man durchaus mehr von lesen, natürlich ein ganzes Stück weit wegen Bastien Vivès’ gewohnt stylishen Bildern, die sehr gut zu Corto passen – egal, durch welche Gezeiten oder Zeit der Freigeist törnt.

Christian Endres

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Quenehen, Vives
Corto Maltese: Schwarzer Ozean
Schreiber & Leser 2022, 184 Seiten

Nicht nur, dass die historischen Abenteuer von Hugo Pratts Comic-Ikone Corto Maltese seit einiger Zeit offiziell durch Ruben Pellejero und Juan Diaz Canales mit neuen Alben über die Vergangenheit fortgeführt werden. Nein, nun gibt es sogar eine autorisierte Modernisierung des Klassikers: „Corto Maltese: Schwarzer Ozean“, inszeniert von Autor Martin

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Die Flüchtigen

von am 7. Februar 2022 noch kein Kommentar

Alain Damasio
DIE FLÜCHTIGEN. Roman.
Aus dem Französischen von Milena Adam
(LES FURTIFS / 2019)
Berlin, Matthes & Seitz, 2021, 844 Seiten
ISBN 978-3-7518-0039-6

Eigentlich liebe ich solche Bücher – und das ist das Problem, denn „eigentlich“ beinhaltet ja diverse Vorbehalte, und DIE FLÜCHTIGEN von Alain Damasio, Frankreichs neuestem Stern am Literaturhimmel, erfüllt auf den ersten Blick alle „Vorbehaltskriterien“:
Ein nicht eindeutig festzumachender Plot, ein Autor, der in seiner Heimat vielfach bejubelt wird, hierzulande aber noch völlig unbekannt ist, ein mit 844 Seiten äußerst umfangreicher Roman, der – und hier wird’s echt kritisch – beim Aufschlagen an beliebiger Stelle eine Typografie zeigt, die Arno Schmidt zu Begeisterungsrufen veranlasst hätte, „normale“ Leser*innen aber erst einmal verunsichert.
Äh, hallo, gibt es auch Gründe, die für das Buch sprechen?
Klar!
Alles oben Aufgeführte bringt „fortgeschrittene“ Literaturenthusiast*innen erst so richtig in Schwung. Da gibt es einen neuen Autor zu entdecken, noch dazu einen, der in Frankreich als Erneuerer der Science Fiction gilt und für jeden neuen Roman Lob und Preis einheimst. Da hat sich eine vorzügliche Übersetzerin, Milena Adam, die Mühe gemacht, ein in avantgardistischer Manier geschriebenes Werk ins Deutsche zu übersetzen. Und wenn Damasio der Meinung ist, dass im dritten Jahrtausend und im Zeitalter des Computersatzes hin und wieder einmal neue typografische Zeichen eingesetzt werden sollten, um zu zeigen, dass sich nicht nur die Technik, sondern auch die Sprache weiterentwickelt, so ist das nur zu begrüßen (und der Setzer, Hermann Zanier, unbedingt zu würdigen).
Braucht’s da noch einen Plot?
Klar!
Dieser Science-Fiction-Roman trägt gleichermaßen dystopische wie utopische Züge in sich, wenn er die Geschichte zweier liebender Eltern erzählt, die ihre „verloren“ gegangene Tochter suchen – und dabei auf Dinge stoßen, die genauso zweideutig sind wie das „richtige Leben“.
DIE FLÜCHTIGEN ist eine bewusstseinserweiternde Droge für Literaturjunkies ohne Scheuklappen, ein Trip, von dem sich erst beim Lesen entscheidet, ob sowas Spaß macht – „schön, schlank und sexy“ (wie Denis Scheck sagen würde) macht’s auf jeden Fall.

Horst Illmer
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Die Flüchtigen
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Alain Damasio
DIE FLÜCHTIGEN. Roman.
Aus dem Französischen von Milena Adam
(LES FURTIFS / 2019)
Berlin, Matthes & Seitz, 2021, 844 Seiten
ISBN 978-3-7518-0039-6

Eigentlich liebe ich solche Bücher – und das ist das Problem, denn „eigentlich“ beinhaltet ja diverse Vorbehalte, und DIE FLÜCHTIGEN von Alain Damasio, Frankreichs neuestem Stern am Literaturhimmel, erfüllt auf den ersten Blick alle „Vorbehaltskriterien“:
Ein nicht eindeutig festzumachender Plot, ein

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Blick über den Tellerrand lokal 1: Mecha und die Hoffnung

von am 4. Februar 2022 noch kein Kommentar

Für den heutigen ersten Teil des lange angekündigten Formates gehen wir in die Gastronomie. In die Welt der Kneipen und Bars, in die Sanderstraße. Dort wurden die letzten beiden Corona-Jahre ganz anders erlebt als bei uns. Stefan Musmächer verrät uns im Gespräch, wie es für ihn war und welche Strategien ihm das Überleben gesichert haben.

Eben ein Blick über unseren Tellerrand hinaus.

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Für den heutigen ersten Teil des lange angekündigten Formates gehen wir in die Gastronomie. In die Welt der Kneipen und Bars, in die Sanderstraße. Dort wurden die letzten beiden Corona-Jahre ganz anders erlebt als bei uns. Stefan Musmächer verrät uns im Gespräch, wie es für ihn war und welche Strategien ihm das Überleben gesichert haben.

Eben ein

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Sherlock Holmes

von am 2. Februar 2022 1 Kommentar

Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes – Sämtliche Werke in 3 Bänden (Die Erzählungen I, Die Erzählungen II, Die Romane) 
Marion Herbert (Übersetzer), Heike Holtsch (Übersetzer), Christel Kröning (Übersetzer)
Anaconda Verlag (25. Oktober 2021)
ISBN: 978-3730610275

ARTHUR CONAN DOYLE: SHERLOCK HOLMES

Ende Oktober 2021 erschien im Anaconda Verlag eine neue und hübsche Gesamtausgabe von Arthur Conan Doyles "Sherlock Holmes".

Keine Romanfiguren haben mir über die Jahre soviel Freude und Vergnügen bereitet, wie Sherlock Holmes und sein Freund Dr. Watson. Zuzugeben ist, dass ich – obwohl ich noch nie in Großbritannien gewesen bin – eine recht starke Faszination für das England "von damals" hege, denn nicht umsonst habe ich sämtliche Detektivgeschichten von Arthur Conan Doyle mehrmals und nicht wenige Romane von Agatha Christie (obwohl hier ja oft ein Belgier in England unterwegs ist) verschlungen.

Jedenfalls sind mir Sherlock Holmes und Dr. Watson einfach die Liebsten, ja, die beiden sind für mich "die Besten". Doyle erschuf im Jahre 1886 dieses außergewöhnliche Duo, welches mir über die Jahre sehr an mein Leserherz gewachsen ist. Hinzu kommt, dass ich (wie schon öfter erwähnt) richtig gute Ich-Erzähler liebe, und in Doyles "Sherlock Holmes" ist Erzähler der meisten Geschichten eben der praktisch veranlagte, bodenständige und sehr liebenswerte Dr. Watson, dem dabei die Rolle des Chronisten zufällt.

Es ist die Freundschaft dieser beiden ungleichen Protagonisten, es sind die so guten Geschichten mit so genialen Auflösungen, es ist der Charme von Dr. Watson, es ist der so facettenreiche und eiserne (und dabei licht- und schattenhafte) Charakter von Holmes und es ist zu guter Letzt diese einmalige "London-Atmosphäre", die Doyle in seinen Kurzgeschichten und Romanen zaubert. Wenn man mich fragt, so ist Sherlock Holmes (ein Stück weit) sogar ein Protagonist der Gattung "Phantastik", denn gleich einem "Superhelden" löst Holmes sogar die unmöglichen Fälle, seine "Superkraft" ist die der Deduktion, die Kraft der ungewöhnlichen Schlussfolgerungen.

Fazit: Die Gesamtausgabe vom Anaconda Verlag bestellen und lesen, lesen, lesen … Nicht umsonst basieren hunderte von späteren Ablegern in Belletristik, Comic, Hörspiel und Film auf den Romanfiguren von Holmes und Dr. Watson, beide dürften also (völlig zu Recht) das bekannteste Ermittlerduo auf diesem Planeten sein.

MITCH

Arthur Conan Doyle
Sherlock Holmes – Sämtliche Werke in 3 Bänden (Die Erzählungen I, Die Erzählungen II, Die Romane) 
Marion Herbert (Übersetzer), Heike Holtsch (Übersetzer), Christel Kröning (Übersetzer)
Anaconda Verlag (25. Oktober 2021)
ISBN: 978-3730610275

ARTHUR CONAN DOYLE: SHERLOCK HOLMES

Ende Oktober 2021 erschien im Anaconda Verlag eine neue und hübsche Gesamtausgabe von Arthur Conan Doyles "Sherlock Holmes".

Keine Romanfiguren haben

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Bitches Bite Back

von am 31. Januar 2022 noch kein Kommentar

Laura Steven
Bitches Bite Back
Droemer, München 2021, 335 Seiten

„Speak up“, Laura Stevens erster Roman über Izzy O’Neill, war schonungsloser bis himmlischer feministischer Punk in Prosa. Ein Buch, das ungeniert den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft legt, in der Rachepornos, Internet-Shitstorms und mediale Hetzkampagnen zum realen und virtuellen Alltag gehören. Das frisch erschienene Sequel „Bitches Bite Back“ rekapituliert für alle, die „Speak up“ nicht gelesen haben sollten, auf ein paar Seiten noch einmal knapp die Ereignisse des Auftaktbandes. Dann sind alle ready, die aktuellen rotzigen ‚Blog-Einträge’ der 18-jährigen Schülerin, Drehbuchautorin und Ich-Erzählerin Izzy O’Neill zu lesen, die fest entschlossen ist, als Aktivistin gegen Rachepornos vorzugehen. Und wenn sie und ihre besten Freundinnen dafür den Medien und der Politik einheizen müssen …

„Bitches Bite Back“ hat wieder eine Menge Feuer – und ist eine ebenso unterhaltsame wie wichtige Lektüre, der es trotzdem keineswegs an Witz und Warmherzigkeit mangelt. Mittlerweile wurde mir klar, dass schon der erste Band der Serie ein Stück weit an Cory Doctorows „Little Brother“-Bücher um den Hacker und Aktivisten Marcus Yallow erinnerte. Natürlich ist die Digitalisierung dort ein noch wesentlich zentralerer Bestandteil der Handlung. Doch auch in Izzys Geschichte geht es um die Auswirkungen zwischen virtueller und echter Welt, falsche Gesetze, die Bedeutung von Protestbewegungen und vor allem Freiheit. Nicht nur wer gerne die Science-Fiction von Cory Doctorow liest, sollte mit Laura Steven und der großartigen Izzy in den Kampf ziehen und „Bitches Bite Back“ abfeiern.

Christian Endres

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Laura Steven
Bitches Bite Back
Droemer, München 2021, 335 Seiten

„Speak up“, Laura Stevens erster Roman über Izzy O’Neill, war schonungsloser bis himmlischer feministischer Punk in Prosa. Ein Buch, das ungeniert den Finger in die Wunden unserer Gesellschaft legt, in der Rachepornos, Internet-Shitstorms und mediale Hetzkampagnen zum realen und virtuellen Alltag gehören. Das frisch erschienene Sequel „Bitches Bite Back“ rekapituliert für

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Gerds garstiges Geblubber 17: Bedingt unbedingt oder unbedingt bedingt?

von am 28. Januar 2022 noch kein Kommentar

Wenn es kein Plagiat wäre, würde ich es als "mythenmetzsche Abschweifung" betitulieren. Da ich aber des legendären Lindwurms Zorn oder den legendären Zorn des Lindwurms kenne, begnüge ich mich mit dem Üblichen: Gerds garstiges Geblubber 17…

 

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Wenn es kein Plagiat wäre, würde ich es als "mythenmetzsche Abschweifung" betitulieren. Da ich aber des legendären Lindwurms Zorn oder den legendären Zorn des Lindwurms kenne, begnüge ich mich mit dem Üblichen: Gerds garstiges Geblubber 17…

 

https://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/audio/Staffel3/GerdsGarstigesGeblubber017.mp3

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Das Ende der Bücher

von am 26. Januar 2022 noch kein Kommentar

Octave Uzanne
DAS ENDE DER BÜCHER.
Ü: Anonym, Ill.: Steph von Reiswitz
Nachwort: Jochen Hörisch
(??? / 1894)
Berlin, Favoriten Presse, 2021, 60 S.
ISBN 978-3-968490-01-4

Hörbuch:
Argon Verlag, 1 CD, ungekürzte Lesung
ISBN 978-3-8398-1891-6

Noch ist es nicht soweit, aber der französische Bibliophile und Verleger Octave Uzanne hat es bereits 1894 vorhergesehen: »Das Ende der Bücher« steht bevor. In der kurzen Erzählung, die erstmals in einer Anthologie für Bücherliebhaber erschien, nahm sich Uzanne die Freiheit und spekulierte darüber, wie die Erfindungen von Thomas Alva Edison, die er sich kurz vorher in den USA angesehen hatte, den Umgang der Menschen mit den von Autoren erzählten Geschichten verändern würden. Damals waren die ersten Tonwalzen in Umlauf gekommen, auf denen kurze Text- oder Musikstücke aufgezeichnet wurden, die dann immer wieder abgespielt werden konnten.
Daraus entwickelt sich bei Uzanne eine völlig neue Industrie, die das gedruckte Buch verdrängt und alle neuen Werke in Form preiswerter Tonträger für die ehemaligen Leser (die nun zu Hörern werden) zur Verfügung stellt. Selbst den Walkman gibt es in Uzannes Vorstellung schon, ebenso eine Frühform des öffentlichen Rundfunks!
Glücklicherweise, so erklärt es Prof. Dr. Jochen Hörisch in seinem Nachwort, hat es sich gezeigt, dass neue Erfindungen das Altbewährte nur teilweise ersetzen, und so können wir Heutigen diese hübsche (und wundervoll mit Tuschezeichnungen von Steph von Reiswitz illustrierte) Proto-Science-Fiction-Geschichte immer noch in gedruckter Form genießen. Selbstverständlich gibt es »Das Ende der Bücher« auch als Hörbuch.

Horst Illmer
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Das Ende der Bücher
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Octave Uzanne
DAS ENDE DER BÜCHER.
Ü: Anonym, Ill.: Steph von Reiswitz
Nachwort: Jochen Hörisch
(??? / 1894)
Berlin, Favoriten Presse, 2021, 60 S.
ISBN 978-3-968490-01-4

Hörbuch:
Argon Verlag, 1 CD, ungekürzte Lesung
ISBN 978-3-8398-1891-6

Noch ist es nicht soweit, aber der französische Bibliophile und Verleger Octave Uzanne hat es bereits 1894 vorhergesehen: »Das Ende der Bücher« steht bevor. In der kurzen Erzählung, die erstmals in einer Anthologie

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Die Maschine steht still

von am 24. Januar 2022 noch kein Kommentar

E. M. Forster
DIE MASCHINE STEHT STILL.
Ü: Gregor Runge
Gebundene Ausgabe von Hamburg, Hoffman & Campe: 80 Seiten
ISBN 978-3-455-40571-2

Das Jahr 1909.
Forster sieht Menschen, die Bildschirme anbeten.
Forster sieht Menschen, die isoliert in Wohnabteilen leben.
Forster sieht Menschen, die ihr Wohl und Wehe der Maschine überlassen.
Forster sieht Menschen, die kein gutes Ende nehmen!

Das Jahr 2021.
Ich sehe Menschen, die Smartphones anbeten.
Ich sehe Menschen, die isoliert in Quarantäne leben.
Ich sehe Menschen, die ihr Wohl und Wehe dem Internet überlassen.
Ich sehe Menschen, die noch ein gutes Ende nehmen können?

DIE MASCHINE STEHT STILL ist eine Science-Fiction-Kurzgeschichte von E. M. Forster, die bereits zu Weihnachten vor fünf Jahren vortrefflich von Horst rezensiert wurde.

Forster bedient sich hier einer herausragend klaren und einfachen Sprache, die beim Lesen direkt "rein geht" und den Leser nicht mehr loslässt. Und wie so oft, sind es die einfachen und klaren Worte die treffen; und dabei wachrütteln.

Man muss sich vor Augen führen, dass Forster hier bereits vor über hundert Jahren weissagend über krasse Lebensumstände des Menschen schreibt, die es heute bereits in dieser Form gibt. Forster  schreibt über Isolation und Abhängigkeit. Und zwar solchermaßen, dass begreiflich wird, wie der Mensch sich jenes Übel selbst erschafft, er sich dem anpasst, dies mehr und mehr akzeptiert und schlussendlich Jenes sogar anbetet.

DIE MASCHINE STEHT STILL ist prophetisch und erschreckend! Und damit wieder eine echte Chance für 2022.

Lesen!!!

Mitch

E. M. Forster
DIE MASCHINE STEHT STILL.
Ü: Gregor Runge
Gebundene Ausgabe von Hamburg, Hoffman & Campe: 80 Seiten
ISBN 978-3-455-40571-2

Das Jahr 1909.
Forster sieht Menschen, die Bildschirme anbeten.
Forster sieht Menschen, die isoliert in Wohnabteilen leben.
Forster sieht Menschen, die ihr Wohl und Wehe der Maschine überlassen.
Forster sieht Menschen, die kein gutes Ende nehmen!

Das Jahr 2021.
Ich sehe Menschen, die Smartphones anbeten.
Ich sehe Menschen, die isoliert in

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Gerds garstiges Geblubber 16: Noch einer…

von am 21. Januar 2022 noch kein Kommentar

Ich hatte vor Jahren schon mal so einen Anlauf gemacht. Mit etwas mehr Lokalteil. Ist wieder eingeschlafen. Im Zuge unserer Freitags Mini Podcasts nehme ich einen neuen Anlauf. Hört selbst…

 

Kleiner Tipp: In der mobilen Vorschau ist der Link nur klickbar, ohne eingebundenen "player". Wenn ihr auf den Artikel direkt springt, dann schon…

Ich hatte vor Jahren schon mal so einen Anlauf gemacht. Mit etwas mehr Lokalteil. Ist wieder eingeschlafen. Im Zuge unserer Freitags Mini Podcasts nehme ich einen neuen Anlauf. Hört selbst…

 

https://www.comicdealer.de/wp-content/uploads/audio/Staffel3/GerdsGarstigesGeblubber016.mp3

Kleiner Tipp: In der mobilen Vorschau ist der Link nur klickbar, ohne eingebundenen "player". Wenn ihr auf den Artikel direkt springt, dann schon…

Cordie

von am 19. Januar 2022 noch kein Kommentar

Felicity McLean
Cordie
Polar, Stuttgart 2021, 377 Seiten
ISBN 978-3-948392-34-5

Die Australierin Tikka Molloy lebt in Boston, doch selbst hier sieht sie Gespenster aus ihrer Vergangenheit in der Heimat. Denn als Tikka und ihre beiden Schwestern noch Kinder waren, verschwanden in einem besonders heißen Sommer die drei gleichaltrigen van Apfel-Mädchen von nebenan. Jetzt kehrt Tikka nach Australien zurück und erinnert sich an ihre Jugend, an die fromme Familie aus dem Nachbarhaus, die besonders rebellische van Apfel-Tochter Cordie und alles, was damals, nach dem Kalten Krieg, für so viel Aufsehen in dem kleinen Tal im Busch gesorgt hat. „Cordie“, im Original als „The Van Apfel Girls Are Gone“ erschienen, ist das Romandebüt der australischen Journalistin und Autorin Felicity McLean – und schaffte es immerhin auf die Longlist des John Creasey New Blood Dagger der British Crime Writers Association für den besten Erstling. McLeans Roman präsentiert sich als Coming-of-Age-Geschichte, Gesellschaftsportrait, Vermissten-Krimi und Outback-Noir in einem, und stets spürt man die stacheligen Geheimnisse und unangenehmen Wahrheiten, selbst wenn die junge Tikka sie nur bedingt zu fassen kriegt. Felicity McLeans Buch kann nicht mit jeder Szene vollkommen überzeugen oder den Spannungsbogen halten, hat in der Summe allerdings genügend Megan-Abbott-Vibes, um zu gefallen.

Christian Endres

@MisterEndres auf Twitter folgen

Felicity McLean
Cordie
Polar, Stuttgart 2021, 377 Seiten
ISBN 978-3-948392-34-5

Die Australierin Tikka Molloy lebt in Boston, doch selbst hier sieht sie Gespenster aus ihrer Vergangenheit in der Heimat. Denn als Tikka und ihre beiden Schwestern noch Kinder waren, verschwanden in einem besonders heißen Sommer die drei gleichaltrigen van Apfel-Mädchen von nebenan. Jetzt kehrt Tikka nach Australien zurück und erinnert sich an

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Zum Paradies

von am 17. Januar 2022 noch kein Kommentar

Hanya Yanagihara
ZUM PARADIES. Roman.
Aus dem Englischen von Stephan Kleiner
(TO PARADISE / 2022)
Berlin, Claasen, 2022, 895 S.
ISBN 978-3-546-10051-9 / 30,00 Euro
Hardcover

Die 1974 in Los Angeles geborene US-amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara veröffentlichte 2013 ihren ersten Roman THE PEOPLE IN THE TREES (dt. 2019 als DAS VOLK DER BÄUME), dem 2015 dann der Weltbestseller A LITTLE LIFE (dt. 2017 als EIN WENIG LEBEN) folgte. Ihr drittes Buch TO PARADISE erschien jetzt Anfang 2022 weltweit zeitgleich wie es einem Star der Literaturbetriebs wohl zusteht. In Deutschland hat sich der zu den Ullstein Buchverlagen gehörende Claasen Verlag die Rechte gesichert und die von Stephan Kleiner besorgte Übersetzung unter dem Titel ZUM PARADIES herausgebracht.
Wie schon in ihren bisherigen Romanen behandelt Yanagihara hier das mehr als nur schwierige Zusammenleben von Menschen, die sich außerhalb der »Norm« verorten. Die überaus emotional beschriebenen Lebenswege führen ihre Protagonisten diesmal alle an einen ganz bestimmten Ort – ein Haus am New Yorker Washington Square –, aber zu jeweils sehr unterschiedlichen Zeitpunkten.
Der dreigeteilte Roman beginnt in einem Alternativwelt-Amerika des Jahres 1893, setzt sich im altbekannten New York des Jahres 1993 fort und nimmt schließlich in der Zukunftswelt von 2093 neuen Schwung und eine gänzlich neue Richtung.
Die Autorin lässt sich auf ihrem eigenen Weg ZUM PARADIES viel Zeit, allerdings muss das Worldbuilding ja auch stimmig sein, sonst führt die Suche nach einer Utopie nur zu einem letztlich verschlossenen (Himmels-)Tor.

Horst Illmer
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Zum Paradies
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Hanya Yanagihara
ZUM PARADIES. Roman.
Aus dem Englischen von Stephan Kleiner
(TO PARADISE / 2022)
Berlin, Claasen, 2022, 895 S.
ISBN 978-3-546-10051-9 / 30,00 Euro
Hardcover

Die 1974 in Los Angeles geborene US-amerikanische Schriftstellerin Hanya Yanagihara veröffentlichte 2013 ihren ersten Roman THE PEOPLE IN THE TREES (dt. 2019 als DAS VOLK DER BÄUME), dem 2015 dann der Weltbestseller A LITTLE LIFE (dt. 2017 als EIN

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"Im Bann der Dämonen" edümmolochisch

von am 14. Januar 2022 6 Kommentare

Nummer 16 – Tschuldichung und Edümmolichie.

Letzte Woche habe ich einen Schnitzer gemacht. Noch mal sorry dafür. Deswegen habe ich mich – um mich selbst zu entlasten – auf Spurensuche begeben. Alle Hintergründe, unerforschte Geheimnisse und die ganze Wahrheit nur hier bei Comicdealer oder live und in Farbe in Hermkes Romanboutique…

und noch die zwei Links: Lockerung im Einzelhandel trotz Verlängerung  und: Tagebuch des geschlossenen Ladens Tag 67: Ein Samstag im Laden

(…wie immer zum hören und mitlesen oder lesen und mithören, ganz wie ihr wollt):

 

Vom Låden und vom Leben
(audiofile #16: Tschuldichung und Edümmolichie)

Servus Leud und gleich vorwegg heud gibbds von mir widder amal a Grossower. Glosse / Blick hinder die Kulissen. Ich glebb des verglärd sich vo Allends.

Afang duds mid Mondach frühs Rudiene.

Ledzde Woche hadd ich a echd schönnes verlängerdes Wochenend. Brima.
Gflädzd, gfaulenzd und a gle weng was gschaffd. Edz is awer rum. Ich sidds also am Moondåch früh im Lådn. Hab ålles scho a weng frisch gmachd, gsauchd, die Auslåchn gerichd und ncompiuder hochgefåhrn. Dess is immer so mei Deiming. Am besdn scho ferdich bevor ich den Rrollo hochzieh und offiziell die Dür aufschberr. Also Mails dscheggn und enn Kondrrollbligg uff die Seide. Verdåmmd. Seide daun. Zuerscht Rudienekondrolle. Fdbzugang. Dscheck. Ei es Bi Gonfigg. Subber. Nacherd kann ich da wohl selber nix gemech. Also Blidzkondaggd mid unnerm Broweider. Fänggd ja gud an, der Mondåch. Zum Glügg is bei denne sofford enner auf Drabb. Be Ha Be had sich uffghängd. Zwä Minudde schbäder läffd alles widder. Na dess is ja amål gefluddschd. Knabb wirds edz drodzdem scho a weng. Kurz vor zehn. Also edz nochamål Seidndscheck. Was haddn der Oli Ell fürn komischn Kommendår hinderlassn? Uff mein Boddgaast von ledzdem Freidåch? Hä? Naja glär mer schbäder. Kurze Andword und guud. Sonsd war nix besonderes und Zeid wirds, n Lådn aufzumschberr.

Viel is ned los, und so mach ich mich vorne an der Kasse an mei leidiche Buchhåndlshalbjåhresvorbeschdellung. Läsdich. Muss awer gmachd werrn. Und da is so a Moondåch früh, wo nedd viel los is, obbdi.

Piep

Nachrichd vom Börnie.

"Ich glaube, der Oli L ist sauer, weil du ihn nicht erwähnt hast."

Fack! Kann går ned sein. Ich erinner mich genau, was ich zu ihm nodierd hab. Also schnell amål neighörd und… dasächlich. Ich habs verkaggd. Als gschwind wenichsdens den Dexd geänderd und a demüdiche Andword gschriem. Is mir ned nur beinlich, sondern a bersönlich ärcherlich, weil ich exdra kennen vergess wolld und mir deswechn die Dådn alle rausgschriem hab. Un edz außgerechned den Olli Ell, der wo scho mid am längsdn bei uns auf der Seid schreib dud.

Edz wirds echd eweng unübersichdlich. Bein Vau El Be dix also bei derre Beschdellung bin ich middndrin. Bein Olli hab ich mich erschdamål dexdlich endschuldiggd. Awer da wårn doch noch a boar annere Sachn, wo ich uff kennen Fall vergess dürf.

Also gschwind a boar gelbe Zeddeli. Ah und den Luidschi muss ich a noch schnell aruuf. Der had nämlich heud sein Gebordsdåch. Mach mer am besdn gleich. Edz is kenner da – also a schnelle Rauchbause und mei Bflichd als Freund erfülld.

Tuut

"Dschau Luidschi! Ennen ganz herzlichen Glückwunsch zu deim Gebordsdåch, mei Lieber. Edz hasd mich widder eighold. Wo dreibsd dich denn rum?"

"Ah Gerrdi, du bist es. Danke dir. Ah ich bin einfach ein paar Tage daheim. Aber alle fragen mich das. War ja sonst immer im Urlaub. Aber mit dem ganzen Scheiß hier hast du ja nicht viele Möglichkeiten. Ich hab echt einfach keinen Bock mehr auf den Scheiß. Alles ist komplizierter und aufwändiger und teurer. Wenn das so weitergeht bin ich pleite."

"Äh Luidschi, hast du ned vor ennem Monad, wie du mir gradulierd hassd, ned noch verzähld, dass es dir eichndlich verdammd guud gehd, weil du im Gegnsadz zu deinen Kolleechn scho länger invesdierd hasd und die Sache mid dem Keidering und dem Lieferdiensd eh scho aufgebaud hassd."

"Jaja schon, Gerrdi, aber es ist einfach verdammt anstrengend. Es ist einfach alles komplizierter, umständlicher und teurer. Kannst du dir das vorstellen? Ich muss auf meine neuen Lieferfahrzeuge noch bis mindestens Juli warten. Hab ich im September bestellt. Die ganze Lieferkette ist unterbrochen. Du weißt schon, die kriegen keine Chips bei. Und dann gibt es natürlich auch keinen Rabatt mehr. Und die Autos sind eh teurer geworden. Echt Gerrdi, ich hab einfach keinen Bock mehr auf den Scheiß… Es wird ja nicht besser. ******. Wenn das so weitergeht schmeiß ich den ganzen Mist hin. Ich bin einfach zu alt für so einen Mist. Du schaffst dich krumm, verdrehst dich, lässt dir was einfallen und am Ende bleibt weniger übrig, als normal."

"Äh ja Luidschi, ich weiß ja dass du es schwer hast. Edz feier ma schön deinen Geburdsdåch und wir sehn uns die Dåche mal. Bei mir kommen grad Kundn und ich muss amål uffhör…"

"Ja Gerrdi, danke für deinen Anruf. Grüß Katherina von mir und halt die Ohren Steif. Und du musst wirklich unbedingt die Tage mal wieder vorbeikommen…"

Oha, dem gehhds als a ned viel annersch wie mir.

Ich hab vor a bår Wochn amål gsachd, dass mir im Vorweihnachdsschress ganz schön fehleranfällich gworrn sin. Edz muss ich håld eiseh, dass des Brrobleem no ned vom Disch is. Der ganze Missd hängd håld midnanner zamm. Der Luidschi hadds ja grad beschdädichd, der sachd genau des selbe. Mid denne ganzn glenne Komblikaziönli durch die Banndämie bluss den damid eihergehenden veränderdn Bedürfnissn, Gewohnheidn und Exdrawürschd is des mid der Norrmalidäd nixh annersch, wie a frommer Wunsch. Der sachd ja a, dasser a eefach nimmer zur Ruh komm dud und dass so a richdige Erholungsfaase eefach ned in Sichd is.

Ich jammer nedd, ich redd blos drüwer. Ich bin ja offnsichdlich ned der Ennziche. Drodzdem muss irchndwie dess mid derre Rückkehr zur Norrmalidäd dobb Breioridie sein. Mir müssn raus aus derre verdraggdn Siduazion. Sonsd wirrd aus denne glenne Fehlern nacherd a echdes xundheidliches Deffizidd. Weil was annersch wie Erschöbfung oder ewn a Mangel an Erholung isses ja edz scho ned. Mir müssn eefach an emm gemeinsamen Schrang zieh, in enne Richdung.

Ward amål wie war dess in derre Füsigg noch amål?

ding dong

Und scho gehd die Dür uff. Da kommd genau der Richdiche. Des Wölfle, der had amål Füssigg schdudierd. Den fråch ich…

"Äh Wölfle, sach amål, wie isn dess in derre Füsigg?"

"Um den Vektor geht es. Der Vektor von unserer gemeinsamen Anstrengung muss wegführen von der Pandemie. In der Physik gibt es immer wieder zwei Kräfte, die genau entgegengesetzt wirken. Zentripedalkraft entgegen Zentrifugalkraft, Reibung und Luftwiederstand gegen Antrieb und so weiter. Wir müssen unsere Vektoren vereinen. Nur so können wir eine ausreichend große Gegenkraft erzeugen um der Krise zu entrinnen."

Hmm hörd sich irchndwie ganz logisch an, awer a aweng nach Gosdbasders. So von wechn Schdralen greuzn und so… "Pandemie" hadder gsachd. Mir is dess mid dem fränggisch lieber.

Im fränggischn hörd sich des Word a nochamål viel bedrohlicher an. Awer a bildlicher. Ich hab ja ledzdes Jahr ungefähr zur selben Zeid wie edz a Deorie ghabbd. Mid Beweismaderial sogår. Dass die Fullkanier schuld wärn (Siehe: Lockerung im Einzelhandel trotz Verlängerung  und: Tagebuch des geschlossenen Ladens Tag 67: Ein Samstag im Laden) . Eichndlich is mir des heudzudåche fasd a weng zu rassisdisch. A ganzes Volk dafür verandwordlich zum mach. Und dann noch die Fullkanier. Ne, des gehd ned. Inkooreggd.
Neue Deorie. Vielleicht is ja an dem fränggischen Word was dran. Hab ich a midn Hermke scho drüwer geredd. Wolld mir a weng rescherschier helf. Wolld sich a bald meld, weil ich brauch ja allerweil immer Fudder für mei Beidräch.

Klingeling

"Hermkes Romanboudique, hallo hier ist der Gerd."

"Schnauf"

Ah, Hermke…
"HALLO HERMKE! HAST DU WAS RAUSGEFUNDEN?"

"Also Gerd, ich habe da recherchiert. Im Fränkischen sieht man klipp und klar, dass der Wortstamm aus der Fantasy kommt, nicht wie zunächst vermutet aus dem Griechischen."

Aha, der alde Ladeiner, Grieche und Wordschubbser had dasächlich was rausgfunne. Eefach reed lass. Ned unnerbrech, des verwirrd den bloß mid seim Höhrgerät. Wird a langs Gschbräch. Oder besser a Monoloch. Awer fundierd.

Am Schluss hab ichs verschdanne und sach nochamal laud und deudlich

"DANGSCHÖN. MIR SEHN UNS EH…"

Soso
Mir sin also alle "Im Bann der Dämonen", wie in dem Edd Grienwuud Roman um den Elminsder… Banndämie ewn. Hörd sich für mich gfährlicher å wie die außerfränggische Verglärung. Dass des Word vo denn åldn Griechn komm dud. Üwers ganze Volk verbreided oder verdeild. Is zwår a wahr, awer wesendlich wenicher bedrohlich als wie des mid denne Dämonen. Gud, wenn nacherd die Dämonen üwers ganze Volgg verdeild sin is des a widder gruselich…

Mir gfälld die Deorie vei fasd noch a weng besser. Wie die wo ich ledzdes Jahr um edwa die selbe Zeid aufgschdelld habb. Vor allem isses gloar: Es gehd ja scho eindeudich ausm fränggischn Wordschdamm hervor. Banndämie >> Die Dämonen sinds!

Dummerweise hamm mir kennen Erzmachier Elminsder (der wo ausschaud wie der Gloon vom Gandalf, denne Diseiner is damals scho nix eegfalln…) Desweechn müssn mir, des ganze Volgg unnere Kraffdweggdörli addier, damid mir die Dämonen zurüggschlaach – und endlich widder a weng Norrmalliddäd herschdell könn. Weil dess wollmer alle und damid is des der grössde gmeesame Nenner. Oder so. Ich wäss des nimmer so genau. Frach ich hald nacherd nomma ennen, der wo sich mid Madde auskennd. Auf jeden fall isd dieser Nenner arch groß.

Wie auch immer. Edz bin ich von meine Fehlern zu Koffid umgschwenkt. Ned grad a dialeggdische Glanzleisdung, awer hald schonna weng wåhr. Durch dem Koffid is unner aller bersönliche Dreedmühle indensiver worrn. Unner aller Zündschnur kürzer und zumindesd bei mir a die Konzendrazion und Kwallidäd von menner Arbett mehr als wie nur a weng beeindrächdiggd.

Ennen Schuldichn zum hamm wår scho immer gud. Nacherd muss mer sich kä Gedånggn mach, dassmer effenduell selwer was verboggd hamm könnd. Und wenn am End a noch NED die Wissnschafd herhald muss, also die Füsigg oder die Medizin, sondern so realisdische Beelzebuben wie Dämonen, nacherd is doch alles bein Besdn. Wenn ich dess gleich gewussd hädd…

In diesem Sinne wünsch ich euch a schönnes Wochnend, und såch in berfeggdem Fränggisch: Tschau, arriffidertschi, euer Gerd.

 

Nummer 16 – Tschuldichung und Edümmolichie.

Letzte Woche habe ich einen Schnitzer gemacht. Noch mal sorry dafür. Deswegen habe ich mich – um mich selbst zu entlasten – auf Spurensuche begeben. Alle Hintergründe, unerforschte Geheimnisse und die ganze Wahrheit nur hier bei Comicdealer oder live und in Farbe in Hermkes Romanboutique…

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Mila Superstar

von am 12. Januar 2022 noch kein Kommentar

Chikako Urano
Mila Superstar 01
Originaltitel: ATTACK NO. 1
Übersetzt von Yuko Keller

TEgmont Manga November 2021 512 Seiten
ISBN 9783770442744 € 25,00

„Mila ist 12 Jahre alt und lebt im fernen Japan…“ – wer diese Liedzeilen nun vervollständigen kann und inbrünstig weitersingt, sollte sich sofort den ersten Band von „Mila Superstar“ in der Luxury Edition holen. Denn Egmont Manga hat den Comic von Chikako Urano nun erstmals in Deutschland veröffentlicht, und das in einer wirklich schicken Hardcover-Variante.

Doch wir wollen hier natürlich auch die Leser*innen abholen, die nicht tagtäglich Milas Abenteuer im Fernsehen mitverfolgt haben. Also kommen wir erst einmal zur Story:

Mila Ayuhara muss von der Großstadt Tokyo in das verschlafene Nest Fujimi umziehen. Während ihr die Schule keine großen Schwierigkeiten macht und sie im Nu zur besten Schülerin der Fujimi High wird, sehen ihre Klassenkamerad*innen sie eher in einem schlechten Licht. Auch das Volleyball-Team der Schule reagiert skeptisch auf Mila, immerhin war sie an ihrer früheren Schule ein kleiner Star und könnte nun das Mannschaftsgefüge bedrohen.

Angestachelt von der Kritik des Schulteams gründet Mila ihre eigene Mannschaft und will es mit dieser weit bringen. Ein Duell zwischen ihrem Team und dem der Fujimi High soll zeigen, wer die besseren Volleyballerinnen sind und somit auch die Vorherrschaft an der Schule klären.

Und damit beginnt eine der bekanntesten Sport-Geschichten im Anime- und Manga-Sektor. Natürlich bleibt es nicht bei den lokalen Duellen, so viel kann man schon mal verraten. In „Mila Superstar“ geht es um Kameradschaft, Mannschaftsgeist, die eigenen Ansprüche als Sportler*in und die mentale Einstellung zum Sport an sich. Die Trainingsmethoden sind dabei nicht mehr ganz zeitgemäß, haben aber – wie der sehr empfehlenswerte Film „The Witches of the Orient“ zeigt – einen realen Hintergrund und sind somit ein interessantes Zeitzeugnis.

Der Manga an sich liest sich recht flüssig, und das obwohl er bereits gute fünfzig Jahre auf dem Buckel hat. Auch optisch kann man nicht viel meckern, hin und wieder sind die Panels vielleicht etwas dürftig gefüllt und zwischendrin ist die Perspektive mal etwas krumm und schief. Aber das sind Kleinigkeiten, die kaum auffallen.

„Mila Superstar“ erscheint – wie oben bereits erwähnt – bei Egmont Manga in einer Luxury Edition. Diese vereint die ehemals 12 Bände in vier Hardcover-Bücher mit je um die 500 Seiten. Am Ende von Band 1 gibt es einen kleinen Exkurs über die Reihe an sich und auch auf die Volleyball-Regeln, die sich über die Jahre geändert haben, wird nochmal ausführlich eingegangen.

Christian Süßmeier

Chikako Urano
Mila Superstar 01
Originaltitel: ATTACK NO. 1
Übersetzt von Yuko Keller

TEgmont Manga November 2021 512 Seiten
ISBN 9783770442744 € 25,00

„Mila ist 12 Jahre alt und lebt im fernen Japan…“ – wer diese Liedzeilen nun vervollständigen kann und inbrünstig weitersingt, sollte sich sofort den ersten Band von „Mila Superstar“ in der Luxury Edition holen. Denn Egmont Manga hat den Comic von

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Interview mit einem Vampir

von am 10. Januar 2022 noch kein Kommentar

Anne Rice
INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR
Karl Berisch (Übersetzer), C.P. Hofmann (Übersetzer)
Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. Oktober 2021)
Taschenbuch: ‎480 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3734110672

Die im Oktober 2021 erschienene und überarbeitete Neuausgabe von INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR liegt in meinen Händen. Dies ist mein zweiter Kontakt mit dem Vampir Louis. Ich spüre die Prägung des Einbandes in meinen Fingern und denke: "Schönes Cover. Tolle Übersetzung. Grandiose Geschichte!".

Als nächstes erinnere ich mich an den Film. Mitte der 90-er Jahre kam der gleichnamige Film in die Kinos. Mein Erstkontakt mit Louis. Der Film beeindruckte mich damals sehr, eine neue Idee, eine neue Handlung, das Leben, Erleben und Fühlen eines Vampirs. Schöne Bilder aus der Zeit Ende des 18. und im 19. Jahrhundert. Toll besetzt und gespielt mit Brad Pitt, Tom Cruise, Christian Slater, Kirsten Dunst, und Antonio Banderas.

Bereits vor einigen Tagen fragte ich in meinem Bekanntenkreis einmal nach dem Buch und nach dem Film und ich war erstaunt, dass die befragte "jüngere Generation" (Anfang 30 und jünger) weder den Film, noch das Buch kannten. Ich vermute, dass heutzutage fast alle jüngeren Leser mit der Geschichte (insbesondere mit dem Buch) bislang noch nicht in Kontakt gekommen sind. Schade.

Ich meine: Die nun vorliegende Neuausgabe vom Blanvalet Taschenbuch Verlag (10/2021) kann und darf diesen Missstand ändern!

Sowohl der Film, als auch das im Jahr 1976 erschiene Buch durchbrechen Klischees von früheren Vampirromanen (die von Bram Stokers Dracula geprägt wurden), was mich auch heute noch begeistert.

Der Vampir Louis schildert im Buch sein Leben aus der Ich-Perspektive. Louis kam mit seiner Familie aus Frankreich nach Louisiana, um in der Nähe von New Orleans am Mississippi eine Indigoplantage einzurichten. Eines Nachts im Jahr 1791 wird er von einem Vampir, Lestat, angegriffen, der ihm beinahe das gesamte Blut aussaugt und Louis in derselben Nacht ein zweites Mal aufsucht, um ihn zu einem Vampir zu machen.

Doch nach der Verwandlung geschieht etwas Seltsames. Im Gegensatz zu Lestat hadert Louis offen mit seinem Schicksal als Untoter. Dieser Konflikt in Louis ist der rote Faden im Buch.

Ohne viel an Inhalt aus dem Buch offenbaren zu wollen, muss ich einfach ein paar Aspekte aufgreifen und "verraten", dem eben jene bewegen mich doch sehr:

Der zum Vampir gewordene Louis bewahrt sich ein Stück Lebendigkeit im Herzen, er ist im Widerstand mit seiner Natur als Totbringer und Jäger. Louis fühlt sich innerlich gefangen und unfrei, eben weil er mit seinem Leben nicht gänzlich einverstanden ist. Er sucht daher nach Sinn, Klarheit und Führung.

Louis Charakter ist sensibel und manchmal sogar von Gefühlsduselei durchsetzt. Louis kommt einfach nicht in seine Kraft, eben weil er jene ablehnt, er verharrt in der Schwäche und in seiner Abhängigkeit zu Lestat (und später zur Vampirtochter Claudia), eine Abhängigkeit, welche er mit "Liebe" betitelt und verwechselt.

Erst Louis inneren Kämpfe, seine äußeren Kämpfe und sein jahrelanger Schmerz führen den Vampir sodann in die Erkenntnis und Weisheit.

INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR ist ein ganz besonderer "Reiseroman", der nicht nur eine Reise durch ein Jahrhundert sowie von Amerika, nach Osteuropa und nach Paris bietet, sondern zugleich auch eine Reise ins Innere des Lesers anbietet. Dieses Angebot kann man annehmen, muss man aber nicht. Auch wenn der Vampirismus im Buch etwas eher Tristes, Unheilschwangeres und Schwermütiges bietet und der Leser hier oft mit Lebensschmerz, Verzweiflung und Gefühlskälte (gepaart mit manchmal überschwenglicher Romantik) konfrontiert wird, so ist INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR gleichwohl ein wertvolles und bezauberndes Unikat, welches auf mehreren Ebenen in die Tiefe führt.

MITCH

PS: Am Ende möchte ich Gerd zitieren, der INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR auf seine eigene Art vortrefflich auf den Punkt bringt: "Ich fands damals saugut! Das Buch, den Film und alles. Anne Rice war die Wurzel für unendlich viel. Sie ist die Mutter aller modernen Vampirmythen, angefangen vom Rollenspiel "Vampire – Die Maskerade", bis hin zu Stefanie Meyers Kuschel-schocker ;-). Was daraus geworden ist, ist mir wurscht. Die Dame hat auf immer einen Platz in Urban-Fantasy-Listen verdient."

Anne Rice
INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR
Karl Berisch (Übersetzer), C.P. Hofmann (Übersetzer)
Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. Oktober 2021)
Taschenbuch: ‎480 Seiten
ISBN-13: ‎ 978-3734110672

Die im Oktober 2021 erschienene und überarbeitete Neuausgabe von INTERVIEW MIT EINEM VAMPIR liegt in meinen Händen. Dies ist mein zweiter Kontakt mit dem Vampir Louis. Ich spüre die Prägung des Einbandes in meinen Fingern und denke: "Schönes Cover. Tolle

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Hinter den Kulissen 14 – was bringt das neue Jahr?

von am 7. Januar 2022 6 Kommentare

Schande über mich! Ich habe vor lauter Zahlenwirrwar Oliver L. vergessen. Sträflich! mit fast 50 fundierten Beiträgen zu klassischen Comics und Phantastik ist er natürlich fester Bestandteil. Ich kann mich nur entschuldigen und darauf verweisen, dass viele Arbeiten gestückelt und zwischendurch erledigt werden müssen. Irgendwo zwischen zwei Kopien meiner Liste bist du dann rausgefallen…

Mit dem ersten Audiofile 2022 beginnen wir das Jahr als kleinen Einblick und Ausblick. Böse Zungen könnten von einer meiner berüchtigten Fülselfolgen sprechen, aber ich erkläre euch, warum das nicht so ist und warum es doch so ist. Ich hoffe ihr habt zum ersten mal in 2022 Spaß mit unserer Freitagsunterhaltung.

In der Tradition der Adventsbeiträge auch hier eine kleine Liste mit relevanten Links. Auch wenn es viel um Internes geht…

1. Die gelegentlichen Helferlein, die so im Bereich bis 10 Beiträge liegen:

Durian Khaar, Penny Lane, Chainsaw, Ijon Tichy, Matita, Powaqqatsi, Christian Süßmeier tja und natürlich Andre als Ex Captain und Sarah als aktuelle First Officer

2. Regelmäßige Autoren im Bereich zwischen 10 und 100:

außer Konkurrenz läuft da natürlich Hermke mit immerhin 27, dessen Klassischen "Lesetipps eines alten Buchhändlers" ich irgendwann einmal hochgestellt habe,

dann folgen in aufsteigender Reihenfolge Mitch mit 17 seiner Lieblingsbücher, Markus T mit 20 Rezis und der tollen Idee zu "Parallelen" die wir damals im ersten Lockdown entwickelt haben…, KaZu mit 30 Spieletipps begleitend zur Spielbar, Ulli mit immerhin 46 ihrer Cineworld Kinonews, Hiltja mit 80 Spieletipps und den Artikeln für das Central Kino und Mister Endres mit bisher 82 seine Krimi, Thriller und Comic Beiträge.

3. Und dann noch Bernie mit 100, Horst mit 220 und ich

Außerdem solltet ihr euch den GCT vormerken, sowie den Comic Salon Erlangen… 2022 könnte nämlich wieder etwas mehr Normalität auf uns zu kommen…

 

 

Kleiner Tipp: In der mobilen Vorschau ist der Link nur klickbar, ohne eingebundenen "player". Wenn ihr auf den Artikel direkt springt, dann schon…

Schande über mich! Ich habe vor lauter Zahlenwirrwar Oliver L. vergessen. Sträflich! mit fast 50 fundierten Beiträgen zu klassischen Comics und Phantastik ist er natürlich fester Bestandteil. Ich kann mich nur entschuldigen und darauf verweisen, dass viele Arbeiten gestückelt und zwischendurch erledigt werden müssen. Irgendwo zwischen zwei Kopien meiner Liste bist du dann rausgefallen…

Mit dem

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Die Berechnung der Sterne

von am 5. Januar 2022 noch kein Kommentar

Mary Robinette Kowal
DIE BERECHNUNG DER STERNE. Roman.
Ü: Judith C. Vogt
(The Calculating Stars / 2018)
München, Piper, 2022, 506 S.
ISBN 978-3-492-70597-4 / Klappenbroschur / 18,00 Euro

Früher einmal – in den „guten alten Zeiten“ – konnte man zielsicher ans Regal mit den Heyne-Taschenbüchern treten, wenn man nach den HUGO- oder NEBULA-Preisträgern und deren Texten suchte. Inzwischen sichern sich die Herausgeber vieler anderer Verlage in Deutschland diese Titel.
Aktuellstes Beispiel ist der Roman DIE BERECHNUNG DER STERNE von Mary Robinette Kowal, dessen deutsche Ausgabe bei Piper erschienen ist. Den Einband jedenfalls ziert der Hinweis auf sowohl HUGO-, wie NEBULA- und LOCUS-Award (und dabei wird der SIDEWISE-Award sogar noch unterschlagen).
In THE CALCULATING STARS (so der OT von 2018) erzählt Kowal eine unglaubliche und faszinierende Alternativweltgeschichte der Raumfahrt, die dieses Mal von weiblichen Heldinnen bestimmt wird. Angeregt sicherlich auch durch die realen „Hidden Figures“, die für die NASA als Computer-Ersatz arbeiteten, dreht Kowal den Spieß einfach um und zeigt den Herren der Schöpfung, dass eine kleine Änderung im Verlauf der Geschichte wirklich ALLES verändern kann …
Das von Judith C. Vogt übersetzte Buch hinterlässt jedenfalls den Eindruck, dass da durchaus noch einige (deutsche) Science-Fiction-Preise hinzukommen könnten.

Horst Illmer
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Die Berechnung der Sterne
via e-mail im Laden bestellen oder als eBook im Libri-Shop

Mary Robinette Kowal
DIE BERECHNUNG DER STERNE. Roman.
Ü: Judith C. Vogt
(The Calculating Stars / 2018)
München, Piper, 2022, 506 S.
ISBN 978-3-492-70597-4 / Klappenbroschur / 18,00 Euro

Früher einmal – in den „guten alten Zeiten“ – konnte man zielsicher ans Regal mit den Heyne-Taschenbüchern treten, wenn man nach den HUGO- oder NEBULA-Preisträgern und deren Texten suchte. Inzwischen sichern sich die Herausgeber vieler

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Bakemonogatari

von am 3. Januar 2022 noch kein Kommentar

Ishin Nishio
Bakemonogatari
TOKYOPOP GmbH, Hamburg, September 2021, 184 Seiten
ISBN 9783842069671 € 6,99

Die „Monogatari“-Reihe besitzt einen Charme, dem sich sich nur wenige Anime- und Manga-Anhänger entziehen können. Während die Reihe in Japan schon seit 2005 Bestehen in Form einer Light Novel, also eines bebilderten Romans, hat, war der Westen wieder mal eher ein Spätzünder. Und somit dauerte es einige Jahre bis man auch hierzulande in den Genuss der übersinnlichen Reihe kommen konnte.

Dabei wird einem der Einstieg gar nicht so leicht gemacht. Denn mittlerweile gibt es unzählige Staffeln und Serien dazu, die auch nicht unbedingt in chronologisch richtiger Reihenfolge erschienen sind. So muss man also erst einmal das Internet bemühen, um herauszufinden, mit welcher Reihe man starten sollte.

Einig sind sich als Einstieg alle bei „Bakemonogatari“, welches nun seit Sommer auch im Tokyopop-Verlag erscheint und mittlerweile bei Band 3(von bisher 15) angelangt ist. Wie auch schon im Anime verfolgen wir hier die Erlebnisse des Vampir-Teenagers Koyomi Araragi, die allesamt einen mystischen und übernatürlichen Twist haben. In Band 1 dreht sich zum Beispiel alles um seine Mitschülerin Senjogahara, die ihr Gewicht verloren hat. Also im wahrsten Sinn des Wortes. Und zwar an eine Krabbe…ja, eine Krabbe. Letztlich bietet er ihr Hilfe an, denn sein „Mentor“ Meme Oshino könnte das Ganze vielleicht wieder gerade biegen.

Schon die Geschehnisse aus Band 1 machen klar, mit welch einer außergewöhnlichen Serie man es hier zu tun hat. „Bakemonogatari“ durchbricht dabei die gewohnten Erzählstrukturen und bietet auch optisch einige spannende Einfälle, vor allem arbeitet man – ähnlich wie die Anime-Serie – viel mit japanischen Schriftzeichen. Aber keine Bange…die deutsche Übersetzung macht hier einen ordentlichen Job und erklärt die Zusammenhänge.

Generell ist „Bakemonogatari“ optisch ein Fest. Das liegt vor allem an Zeichner Oh!Great, den man hierzulande sicherlich vor allem durch „Tenjo Tenge“ kennen dürfte. Und auch in dieser Reihe darf er seine Stärken voll ausspielen. Die Bilder sind detailliert, die Figuren dynamisch und anatomisch korrekt – soweit das ein Manga zulässt – und ein bißchen Fanservice darf auch nicht fehlen.
Wer auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Manga ist, sollte sich „Bakemonogatari“ definitiv holen. Es lohnt sich!

Christian Süßmeier

Ishin Nishio
Bakemonogatari
TOKYOPOP GmbH, Hamburg, September 2021, 184 Seiten
ISBN 9783842069671 € 6,99

Die „Monogatari“-Reihe besitzt einen Charme, dem sich sich nur wenige Anime- und Manga-Anhänger entziehen können. Während die Reihe in Japan schon seit 2005 Bestehen in Form einer Light Novel, also eines bebilderten Romans, hat, war der Westen wieder mal eher ein Spätzünder. Und somit dauerte es einige Jahre

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Silvesteransprache – ned ganz bös awer scho deudlich

von am 31. Dezember 2021 1 Kommentar

Nummer 15 – Silvesteransprache – gudn Beschluss.

Letzte Woche habe ich ja bereits erwähnt, dass einiges raus muss. Nicht aus dem Laden (oder doch, auch!), sondern aus meinem Kopf. Mein Therapeut Prof. Dr. Abdul Nachtigaller warnt, ich könnte sonst im Schmalzsee eine schlechte Idee ausbrüten… Deswegen heute mal wieder eine Glosse. Und nein, ich bin nicht der Stollentroll, ich bin der Pistenbulli. Um meine Zunge adäquat zu lösen, habe ich bereits vor 24:00 Uhr einen kräftigen Schluck von "Gerd Garstigem Blubberwasser" zu mir genommen. Danke dafür an Santa Skeleton Man and Spellarella!

(…wie immer zum hören und mitlesen oder lesen und mithören, ganz wie ihr wollt):

 

Vom Låden und vom Leben
(audiofile #15: Silvesteransprache)

So a Jahres Abschluss Reedn is so a Sach. Gråd weil wemma innem Lådn schaff dud, in mein Fall annoch demm, wo mer ghörd, is mer ja gwasi a dem Umsadds verpflichded. Des hässd awer a, dassmer ned immer so reed dürf, wie mer måch. So gibbds hald folgerichdich a an muldiblen Gerd. Weil brifaad däd ich scho ab und an gern amål annerschders reed. Blooss innem Kondexd midn Lådn dürff ich hald ned. Hädd mer scho zwä Bersönlichkeidn. Awer die dun sich nadürlich jeweils noch amål aufschbald. Weil sowohl der briffaade Gerd bladzs uf der ennen Seid immer amål widder raus und brülld, dasser middlerweile null Dolleranz mehr had, annererseids fehlds nacherd a widder an Konsegwenz weil irchendwer, wo eim håld wichdich is widder den dodåln Dummfuch verzähl dud. Und im Gschäffd, wo mer hald a widder dibblomaddisch sei MUSS, bladzds hald a raus, wenn irchend so a Broffozierdebb sein Rüssel neischdeggd und frächd, ob mer bei uns echd a Mauldäschli draach muss. Echd. Jeder dürf sei Meinung hamm. Awer Meinung is Meinung und sedzd ja a scho Voraus, dass mer sich die Meinung gmachd had. Blöde Broffokazion is hald was annersch. Richdich Bladz is nadürlich auch dann ned wirglich legidiem. Im Lådn.

Ännziche Ausnahme is mei fränggische Glosse. "Vom Lådn und vom Lebn". Ihr kennds ja scho. Und was wär besser für geeichned, annem Silfesder noch amål a weng des Jåhr refü bassier zum lass, als wie genau dess Formåd. Ich habbs ja am Heilichn Amnd scho angedeuded. Edz isses awer nochamål annersch.

Es gibt nämmlich heud vorallm a bår Sachn, üwer die ich ned red möchd. Sädz, die wo ich in denne ledzdn Zwä Jährli eefach zu ofd ghörd habb.

Bassend zu meine vier Bersöhnlichkeidn gibds nacherd a vier Sachn, üwer die ich ned redn måch.

1) Des is zum erschdn die Gschichd, mid der Ledålidäd vo demm Coffid. "Mir sin eh scho zu viel Leud uff derre Weld. Des Coffid driffd eh nur a bår ålde und schwache. Is ja nix Unnaddürlichs. Gibbds immer widder."

Wie gsachd, des is die erschde Sach, üwer die ich NED(!) red möchd, a wenn mir die brinzibielle Üwerlechung scho gloar is. Ich bersönlich bin hald ganz froh, dass unnere moralischn Schdandards sich in denne ledzdn hunnerd Jåhr a weng verännerd hamm. Deswechn üwerlass ich des denne, wo allweil immer noch im Gesdern leb du oder woll. Ich hadd hald ghoffd, dass soa Disskussion üwer den Weerd oder Unweerd vo Leem nimmer gführd werrn müss.

2) Zumm zwäddn måch ich ned üwer des Genzeuch un die Farmaleud redd. Dass mer nacherd nimmer schwanger werrn kå und was wäss ich ålles. Da müssd ich ja noch weider zurück in die Vergangenheid. Gloar isses, dass die Geldsäggl vo dere Konzernle scho glimber du. Awer glimbern duds in unnerer Weld heud hald üweråll. Also üwerlass ich des hald denne, wo ihr muldible Sklerose liewer mid a bår Zuggerkücheli behandl du, als wie mid Coffaxxone.

3) Driddns werd ich ned üwer Schdochasdigg, Schdaddisdigg und wissenschafdliche Abhandlungen reed. A wenn Madde und gråd Wahrscheinlichkeidszeuch und Schbieldeorie scho a weng a Schdeggnbferd vo mir sinn. Des lass ich lieber denne, wo schdändich mid sowas um sich schmeiß du, awer kee Ahnung hamm. Ned vo wissnschafdlichem Arrbeidn, ned von Schdaddisdiggn. Die wo die Wordde Wahrscheinlichkeidsraum odder Fariable noch nedd amål khöörd hamm. A guude Freundin, die wo üwrigens grad im bassenden Bereich Forschung und Medizin schaff dud, hadd sich für so enn amål die Müh gmachd, wechn so enner Sach amål richdich zum rescherschier. Had dem die vollschdändiche Forschungsarbeid wo der e ennziche Grafigg zidierd hadd kommendierd und in endschbrechend eefache Worde gebrachd, damid des verschdändlich wird. Had sich ihr ganzes Wochenend um die Ohren gehaun. Wolld der awer dann går ned wiss. Hadd scho neue noch viel brrissandere Faggdn ghabbd. Deswechn will ich da a nimmer drüwer redd.

4) Zum virrdn måch ich a ned üwer Schdaadsgewald un dodalidäre Reschieme redd. Da muss mer bei uns eichndlich goar ned drüwer redd. Dess üwerlass ich liewer denne neue rechde Freiheidshüder. Die wissn ja eh, wie dess am besdn gehd. Is håld a weng befremdlich für mich, dass die des edz blödzlich im Rollndausch vo derre Seide verarchumendier du.

Awer, wie gsåchd. Üwer des Zeugs will ich ja ebn NEDD reed. Ich will nämmlich går nimmer üwer so Zeuch reed und a ned mid Leud, wo so Zeuch verzapf du. Mir is scho gloar, dass es ned bloos die Debbe sin. Da sin a jede Menge eefach blos ängsdliche oder hald sgebbdische Leud dabei. Mid denne kammer scho noch weider reed.

Und wenn enner nüchdern un sachlich üwer Schdadisdign, Fallzahln, Ledalidäd un damid einhergehenden subjeggdievn Endscheidungen red will, nacherd is dess scho besser, wie dess, wass unner Bollidigger im Wahljår gmachd hamm. Genau des ummen heisn Brei Rumgeeiere vo denne führd ja gråd a widder zu Unsicherheid und Diskussionen.

Deswech will ich a ebn zu denn vier Büngdli nix verzähl.
Im Gechnzuuch will ich blos vier Fråchn schdell und a gleich mei Andworrd. Hörd gud zu und lassd euch Zeid mid euern Andworrdn.

Erschdns: Was bedeuded Freiheid? Also die indiffiduelle Freiheid, wo für uns heud Schdandard is? Is dess echd blos des Rechd, jede scheiß Serie schdriem zum könn? Is des echd nur des Rechd, jeds Jåhr des neusde Schmaadfon zum käff könn? Un dass unner Nahrungsmiddl und was wäss ich ålles a möglichsd billich un diskaunded sinn? Dass mir Alles sofford hamm könn?

Mei Andword is, dass dess alles a Scheiß is. Freiheid für ennen gibdds ned. Des hamm scho viele große Köpf, Revoluzzer und Filosofn gemerkt und erkånnd. Freiheid gehd immer a nur mid der Bereidschaffd zamm, a Verandwordung zum üwernehm. Die heud gängiche Inderbredazion von Freiheid is in Wirglichkeid widderliche assoziale Echomanie.

Zweddens: Was bedeuded eichndlich Demoggradie? Hässd des, dass innerer Demmograddie nix beschdimmd werrn dürff? Dasses kenne Endscheidungen gebb dürff, wo ned jeder måch? Dassmer kenn zu was zwing dürf?

Mei Andword is, dass mer des ned mach müssd, wenn die Einsichd, wo die Filosofn da ghabbd hamm ned schdimm würd. Demoggradie is zwar scho die Rechierung des Volges, genauer gesåchd des Schdaadsvolges. Awer die Recheln, wo dann hald aufgschdelld werrn, geldn dann hald a für dess Volg. Des gild in der Esdevauo genauso, wie wo annersch. Wenn alle Leud sinnvoll fåhr würdn, nacherd bräuchd mer ned üwerall die Schildli und vor allem kä kosdnbflichdiche Foddokäsdle. Wenn also die Mehrheid des Schdaadsvolges FÜR enne Sache is, nacherd gild des hald a fürs ganze Schdaadsvolg.

Driddens: Habbds ihr eichndlich a Ahnung, was Gemeewohl bedeudn dud? Also dass unner Schdaad genauso wie jeder vo uns Glennen da a a Verbflichdung had? Dem Gemeewohl gechnüwer?

Guud, da hadds in ledzder Zeid a a reladief blöde Verschiebung im Verschdändnis geem. Awer wenn mer edz amål so schbinnerde Pförz und kabbidalisdische Auswüx weglass, und des amål eefach blos udalidarisdisch bedrachd, nacherd is des dodål eefach definierd. Mir sin verbflichded und der Schdaad soll dess a durchsedz, dafür zum sorch, dasses enner möglichsd großn Grubbe von Leudn möglichsd gud gehd. Im obdimålen Fall hald alln. Wenn enner also auf seim Rechd bochd, irchndwas zum mach, oder ned mach, zum hamm, oder was wäss ich, was genau dieser großen Grubbe oder annersch vielen annern Grubbn schad würd, nacherd dürff er dess hald eefach ned.

Virrdens: Glebbd ihr dasses an der Zeid is, dass mir unner normales Leben wieder zurückbekomm du? Dass die Kinner wieder nei die Schul geh könn? Dass mir unner Gasdro widder zurückhamm, a die Kneibe ums Eck fürs Feieråmndbier? Dass mir unner Kuldur egal wie subbich se a sei måch widder ausleb könn? Dass mer ned jedsmal zammzuck müss, wenn enner neben uns hust muss?

A da habb ich a bersönliche Andword: Ich glebb, dass mir des alle wolln. Nacherd muss mer hald a amål auf sei Rechd zum rummspinn verzichd un dem Haubdkonsens folg. Den solld mer nämmlich nie ausm Aach verlier. A wenns a bår Leud gibbd, a bei denne Schbezialisdn, wo annere Meinungen verdreed du, is der üwerwäldichende Deil vo denne, wo was davon verschdee du in der Sache einich. Und a in der breidn Befölgerung herrschd a einhelliche Meinung.

Es gibbd a Zeid, wo mer sei achdesechzicher Gen widder randalier lass dürf. Es gibbd a Zeid, wo mer hinderfråch muss, was gud und was ned gud war. Awer es gibbd a eefach amål a Zeid, wo mer die Arschbäggli zammkneif muss und sMaul häld. Obachd. ned zumm verwechsl. des gild ned für unner Volggsverdreder vor der Wåhl. Die hamm des a falsch verschdanne. Des gild für uns. Fürs Schdaadsvolg.

Rumdiskudier – ohne jedn Blån dörff mer am Schdammdisch. Dafür is der nämlich da. Und rumdiskudier dörff mer in der Wissnschaffd a. Des hässd dann Disskurs. Awer dann muss mer hald a wissnschafdlich bleib. Und sei. Des hässt, enn Blån hamm, von derre Maderie. Sonsd is besser, ma häld die Glåbbe.

Be ess. Feisbuck is kä Schdammdisch und des Nedz is kei wissendschafdliche Abhandlung.

Bebe ess. Warum ich dess heud alles gsachd hab? Weil ich endlich widder a weng Normalidäd will. Weil ich mir dess fürs nächsde Jahr innich wünsch du. Weil ich glebb, dass mir dess nur schaff könn, wenn mir eefach edz alle amal mach du, was die üwerwäldichende Mehrheid vo denne Leud, wo was davon verschdeh du für den ennzich gangbårn Weech haldn du. Wenn mir nedd schdändich Kinnergardnneidgeblärre rauslass und uns geechn jedn Scheiß reflexatrdich zur Wehr sedz. Bähh, dess is unfähhr! Der dürf was, was ich nedd dürf! Und wenn mir uns lieber als geschlossene Frond hinner die eh scho genüchnd schwierichn Endscheidungen vo unnern Bolliddigern schdell du. Kenner will uns schadn, kenner will uns was wegnemm. Mir griechn was gschenggt! Imbfschdoff in Hülle und Fülle. Umsondsd. Des is a Brifilleech und kei Zwangsmaßnahme. Wie gsachd, lieber a gschlossene Frond FÜR den Kampf um unnere Normallidäd, als wie irrwidzige Schdrasnschlachdn im Namen vo irchndwas, was a dodåler aufgebauschder Grampff is.

Ich wünsch mer für 2022 a Rückkehr zum normaln Leben. Für die Schulkinner, für die Bfleecher, für die Gasdro, für Konzerrde, für uns alle und für unner Leben. Dafür is so a glenner Bieks echt ned zu viel. Und glebbds oder ned, awer die, wo des Zeuch gmachd hamm, sin zwår scho kabbidalisdische Aasgeier, awer a brilliande Leud, wo wissn, was se machn. Dass mir ned noch viel diefer in derre Miseere drinnsidz, hammer genau denne zum verdangg. Sedzd des ned aufs Schbiel. dasses so is, wies edz is. Nämmlich ned so schlimm, wies sein könnd!

Ich wünsch euch allen da draußen nen subber Amnd unna wundervolles neus Jåhr. Tschau, arrfiderdschi, euer Gerd und bis bald beim frändlie neibarhudd comicdieler!

Nummer 15 – Silvesteransprache – gudn Beschluss.

Letzte Woche habe ich ja bereits erwähnt, dass einiges raus muss. Nicht aus dem Laden (oder doch, auch!), sondern aus meinem Kopf. Mein Therapeut Prof. Dr. Abdul Nachtigaller warnt, ich könnte sonst im Schmalzsee eine schlechte Idee ausbrüten… Deswegen heute mal wieder eine Glosse. Und nein, ich bin nicht der

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Unten am Fluss – Watership Down

von am 29. Dezember 2021 noch kein Kommentar

Richard Adams
UNTEN AM FLUSS (WATERSHIP DOWN)
Egon Strohm (Übersetzer)
Ullstein Taschenbuch
Taschenbuch : ‎656 Seiten
ISBN-13 : 978-3548290157

Eigentlich hätte ich das Buch UNTEN AM FLUSS – WATERSHIP DOWN schon vor Jahrzehnten lesen müssen!

Denn der gleichnamige Zeichentrickfilm aus dem Jahre 1978 hatte mich als Kind in tiefsitzenden Schrecken versetzt! Dieser Film ist aus meiner Sicht nichts für Kinder, er ist – anders als das Buch – grausam. Und so lebte ich seit über 35 Jahren immer mit einem bitteren Geschmack im Mund, wenn ich an WATERSHIP DOWN dachte, dabei die schlimmen Bilder meiner Kindheitserinnerung und üblen Leiden der Kaninchen vor Augen.

Warum auch immer, aber vor Kurzem war es dann soweit, meine Frau fand das Buch gebraucht und kaufte es mir, eben weil ich immer mal wieder so zerrissen über den alten Trickfilm gesprochen hatte. Um es vorwegzunehmen: Das Buch gab mir die Chance, den (für mich albtraumhaft empfundenen) Film restlos zu vergessen. Und so begann ich Adams´ WATERSHIP DOWN zu lesen und schon nach wenigen Seiten hatte die Geschichte sich für mich neu geschrieben und mich ergriffen:

Gemeinsam lebte ich als Kaninchen zusammen mit den Kaninchenbrüdern Hazel und Fiver im Sandleford-Gehege. Ich durfte dabei sein, als Hazel mit einer Gruppe von Kaninchen dem Gehege entfloh, einer Vision von Fiver folgend. Zusammen mit meinen Kaninchenfreunden durchstreifte ich von Frühling bis Herbst das Land auf der Suche nach einem neuen Zuhause Richtung Süden. Nicht nur allerlei Gefahren (man beachte, dass bereits die Überquerung eines Flusses für ein Kaninchen eine ganz große Sache ist, ganz zu schweigen von den vielen Feinden, wie Wiesel, Katze, Fuchs & Co.) galt es zu meistern, sondern auch andere Kaninchen-Gehege zu erforschen. Auch durfte ich an der Weltanschauung der Kaninchen rund um den Gott Frith und den Helden El-ahrairah teilhaben. Schlußendlich mussten wir gemeinsam unser neues Gehege finden, aufbauen und gründen, was ein gewaltiges Vorhaben implizierte, denn wir brauchten Weibchen aus einem fremden Gehege und damit fing dann der große Ärger erst richtig an!

WATERSHIP DOWN ist aus meiner Sicht ein richtig guter Roman, d.h. ein Buch, welches schlichtweg schön geschrieben ist, vor allem die Naturbilder und das authentische Miteinandersein der Kaninchen gehen ins Herz. So kann das Buch nicht nur für Erwachsene, sondern auch gerne für jüngere Leser als Lektüre dienen (der gleichnamige Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1978 schrumpft im Schatten des Buchs zur Bedeutungslosigkeit). Das Buch war von Adams nämlich ursprünglich als spannende Abenteuergeschichte für Kinder und Jugendliche gedacht, die Handlung lässt aber weitergehende "erwachsene" tiefe Interpretationsansätze zu:

Denn nur das Buch zeigt eindrücklich, dass es in einer Gesellschaft Vielfalt sowie Alles und Jeden in ausgewogenem Maße braucht: Es braucht einen Fiver, den Visionär, der neue Wege zeigt, es braucht einen Hazel, den Führer, der den neuen Weg voraus geht und Verantwortung übernimmt, es braucht einen Blackberry, den Andersdenker und Erfinder, der Möglichkeiten auf dem Weg erkennt, es braucht auch einen Bigwig, den Krieger, der allen Widrigkeiten zum Trotz die Hindernisse auf dem Weg freiräumt, und es braucht – und dies ist mir hier ganz besonders wichtig – auch einen Dandelion, den Geschichtenerzähler, der auf dem Weg für das seelische Wohl des Geheges (der Gesellschaft) verantwortlich ist.

Wir Menschen brauchen – wie die Kaninchen auch – unsere Geschichten und Bücher sowie unsere Buchläden, echte Kultur mit inspirierenden Helden, ansonsten verdursten wir, zwar nicht körperlich, aber seelisch.

WATERSHIP DOWN macht uns Mut, trotz der Unwirtlichkeiten im Leben immer weiter zu gehen und bewässert im Herzen des Lesers das Urvertrauen in dessen Selbst. "Weisheit wird auf dem unwirtlichen Hügel gefunden, El-ahrairah, wohin keiner zum Fressen kommt, und auf der steinigen Böschung, wo das Kaninchen vergebens ein Loch kratzt." (Adams, UNTEN AM FLUSS, List 2008, Kapitel 31, S. 392)

WATERSHIP DOWN war das erste und zugleich erfolgreichste Buch von Adam; die weltweite Gesamtauflage wird auf über 50 Millionen Stück geschätzt. Der namengebende Hügel Watership Down existiert wirklich und zwar im Norden von Hampshire gelegen.

Meine letzten Worte klaue ich der Zeitschrift "Der Spiegel":

"Dieses Buch hat es verdient, unsterblich zu werden."

MITCH

Richard Adams
UNTEN AM FLUSS (WATERSHIP DOWN)
Egon Strohm (Übersetzer)
Ullstein Taschenbuch
Taschenbuch : ‎656 Seiten
ISBN-13 : 978-3548290157

Eigentlich hätte ich das Buch UNTEN AM FLUSS – WATERSHIP DOWN schon vor Jahrzehnten lesen müssen!

Denn der gleichnamige Zeichentrickfilm aus dem Jahre 1978 hatte mich als Kind in tiefsitzenden Schrecken versetzt! Dieser Film ist aus meiner Sicht nichts für Kinder, er ist –

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