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    Virtueller FilmClub: "Watchmen"

    von am 22. November 2013 3 Kommentare

    Am Samstag 30.11. um 22:00 Uhr findet die neunzehnte Veranstaltung des Virtuellen FilmClubs statt. Wir zeigen euch den Sieger der Abstimmung "Helden eigener Art" von Ende September/Anfang Oktober: "Watchmen" (2009). In der Abstimmung ist die Tendenz zur deutschen Version gegangen, dann also deutsch.

    Kurz zum Inhalt: Alternative Realität Mitte der achtziger Jahre: Der Kalte Krieg dauert an und die Welt steht am Rande des nuklearen Holocaust. Vor Jahren hatten maskierte Helden, die Watchmen, für Recht und Ordnung gesorgt, bis ihnen die Verbrechensbekämpfung per Gesetz verboten wurde. Da wird einer der ehemaligen Superhelden ermordet. Der noch im Untergrund aktive Watchman Rorschach vermutet eine Verschwörung, als weitere Superhelden bedroht werden und reaktiviert die noch lebenden Ex-Kollegen. Das Geheimnis, dem sie auf die Spur kommen, ist weitaus größer und erschreckender als sie es sich hätten träumen lassen.

    Der Film hält sich sehr dicht, teils bildgenau an die Vorlage. Das Ende allerdings geht in eine etwas andere Richtung – IMHO die fiesere und bessere Idee.

    Cineasten-Schmankerl am Rande: Schon 1988, 2 Jahre nach Erscheinen der Graphic Novel, gab es eine erste Drehbuchversion. Allerdings scheiterten soundsoviele Produktionsversuche bis endlich Zack Snyder gewonnen werden konnte. Wenn man genau aufpasst findet man auch an diversen Stellen Anspielungen auf seinen vorangegangenen Film 300. Augen auf 😉
    Noch ein (Nicht-Nur-)Cineasten-Schmankerl am Rande: Der Zack-Snyder-typische Vorspann stellt die Vorgeschichte und erste Generation der Watchmen, die Minutemen, dar. Er wimmelt nur so von Anspielungen, die sich so natürlich nicht in der Graphic Novel finden. U.a. bringt er die "Begründung", warum Bruce Wayne in dieser Realität nicht zu Batman geworden ist.

    Wie gehabt: Die Abstimmung für den Termin im Januar startet wieder zeitgleich mit der VFC-Veranstaltung. Als Ergänzung zur Stimmabgabe online bekommen die Anwesenden am Samstag wieder die Möglichkeit, für den nächsten Film per Stimmzettel gleich mitzustimmen.

    Und persönliche Empfehlung nebenbei: Wer die Graphic Novel noch nicht gelesen hat: LESEN!!! Der Laden unseres Vertrauens hat sie sicher vorrätig.

    Gerd hat am 25.11. folgendes hinzugefügt:

    warenkorb "Watchmen" im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden…

    22. November 2013 und 3 Kommentare

    Am Samstag 30.11. um 22:00 Uhr findet die neunzehnte Veranstaltung des Virtuellen FilmClubs statt. Wir zeigen euch den Sieger der Abstimmung "Helden eigener Art" von Ende September/Anfang Oktober: "Watchmen" (2009). In der Abstimmung ist die Tendenz zur deutschen Version gegangen, dann also deutsch.

    Kurz zum Inhalt: Alternative Realität Mitte der achtziger Jahre: Der Kalte Krieg

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    Central: Raumfahrtspecial mit Ehrengästen und Mondbeobachtung am Samstag, 19.10.2013

    von am 14. Oktober 2013 Kommentare deaktiviert für Central: Raumfahrtspecial mit Ehrengästen und Mondbeobachtung am Samstag, 19.10.2013

    Wieder mal eine kurze Meldung: Im Central veranstaltet am kommenden Samstag, 19.10. ab 18:30 Uhr der VFR (Verein zur Förderung der Raumfahrt) ein Event zum Jubiläum "50 Jahre Frauen im Weltraum" und dem Thema "Private Raumfahrt". Nach einem Sektempfang folgt ein Vortrag über Walentina Tereschkowa, der ersten Frau im All. Dann eine Präsentation zum aktuellen Stand der privaten Raumfahrt und anschließend der Film "Space Tourists".

    Walentina TereschkowaAm 16.6.1963 startete Walentina Tereschkowa als erste Kosmonautin mit der Raumkapsel Wostok 6 ins All. Für weitere 19 Jahre sollte sie auch die einzige Frau im All bleiben. Der Flug enthielt ein Rendezvous mit Wostok 5, die bereits zwei Tage im All unterwegs war, und dauerte insgesamt 3 Tage bei 49 Erdumkreisungen.

    SpaceShipTwoVon dort zum Heute: Sonja Rhode ist eine Unternehmerin aus Hagen, die seit ihrer Kindheit von Raumfahrt begeistert ist. Sie absolviert ein Astronautentraining und wird voraussichtlich im nächsten Jahr als erste Deutsche ins All starten. Zusammen mit dem Raumfahrtexperten Eugen Reichl präsentiert sie den aktuellen Stand des suborbitalen Raumschiffs Space Ship Two der Spaceship Company, einem Joint Venture der Unternehmen Virgin Group und Scaled Composites. Die Space Ship Two soll bereits ab Ende 2013 suborbitale Raumflüge durchführen und später für den Weltraumtourismus genutzt werden.

    Der anschließende Film "Space Tourists" ist eine Dokumentation mit Anousheh Ansari, der ersten Weltraumtouristin im All. Er dokumentiert die Vorbereitungen und Flug zur ISS.

    Danach folgt ein Get-Together mit den Ehrengästen und bei klarem Himmel die Möglichkeit zur Mondbeobachtung per Teleskop.

     

    14. Oktober 2013 und Kommentare deaktiviert für Central: Raumfahrtspecial mit Ehrengästen und Mondbeobachtung am Samstag, 19.10.2013

    Wieder mal eine kurze Meldung: Im Central veranstaltet am kommenden Samstag, 19.10. ab 18:30 Uhr der VFR (Verein zur Förderung der Raumfahrt) ein Event zum Jubiläum "50 Jahre Frauen im Weltraum" und dem Thema "Private Raumfahrt". Nach einem Sektempfang folgt ein Vortrag über Walentina Tereschkowa, der ersten Frau im All. Dann eine Präsentation zum aktuellen Stand

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    Local Heroes Assemble! Kolossus comes…

    von am 25. Februar 2013 Kommentare deaktiviert für Local Heroes Assemble! Kolossus comes…

    Kolossus2013 tut sich ungewöhnlich viel im Sektor Spiele. Ein wesentlich größerer Anteil der Artikel auf unserer Seite dreht sich um Spiele, Rollenspiele und/oder Spiele-Events. Eigentlich habe ich ein paar Artikel in der Vorbereitung, zu ganz anderen Themen. Aus aktuellem Anlass sehe ich mich aber gezwungen diese noch ein bisschen hintanzustellen. Im besonderen möchte ich euren Augenmerk auf ein außergewöhnliches Projekt lenken, an dem Local Heroes aus ganz unterschiedlichen Genres beteiligt sind. Der Artikel ist also fast ein X-Over, auch wenn es sich in erster Linie um ein Spiele-Projekt handelt.

    Im Zuge diverser Veranstaltungen in und um unseren Laden, haben wir euch die Beteiligten bereits vorgestellt. Carsten Söllmann als lokalen Spieleautor, Carsten Grebe, als den Kopf des hiesigen Spiele-Verlages DDD und Christian Krank alias Krikra kennt ihr von etlichen Signierstunden als Comiczeichner und Illustrator. Damit haben sich drei illustre Gestalten aus der Region getroffen und zusammengeschlossen, um eines meiner Langzeit-Lieblings-Projekte endlich in die Produktion zu bringen. Schon vor Jahren hatte Carsten Söllmann die Idee zu einem Spiel. Es gab unzählige Testspiele mit neuen Ideen, Verbesserungen, Optionalregeln und Zusatzregeln. Im Grunde war aber bereits die erste Idee fast das vollständige Spiel und schon ganz am Anfang war ich vom Spielmechanismus begeistert. Einziger Haken, das Konzept war und ist aufwändig seitens der Materialien und der Produktion und hat somit den finanziellen Rahmen des DDD-Verlages gesprengt.

    Um das Spiel jetzt endlich doch auf die Reise zu bringen, haben die drei sich ein neues Konzept überlegt und sind auf eine Institution zugegangen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, eben solchen Projekten auf die Sprünge zu helfen und diese durch Crowdfunding zu finanzieren. Die Spieleschmiede hat mit ihrem Konzept bereits die Produktion einiger interessanter Spiele ermöglicht. Mit viel Know-How, professioneller Bewerbung und gutem Support sind sie der ideale Partner um unseren Locals überregional den Weg freizumachen.

    Schaut euch den Trailer an und seid dabei. Das Projekt ist es absolut wert und mir selbst wäre es nicht nur eine Freude, sondern fast eine Genugtuung, das geniale Konzept endlich veröffentlicht zu sehen. Allen Unkenrufen zum Trotz, dass eine solch aufwändige Produktion für ein Fantasy-Spiel untragbar wäre 😀

    Anschauen und spenden könnt ihr das Ganze unter: https://www.spiele-offensive.de/Spieleschmiede/Kolossus außerdem haben die Jungs ein öffentliches Test-Demo-Spiel bei uns im Laden angekündigt. Sobald wir einen Termin vereinbart haben, werden wir euch den selbstverständlich hier bekanntgeben!

    25. Februar 2013 und Kommentare deaktiviert für Local Heroes Assemble! Kolossus comes…

    2013 tut sich ungewöhnlich viel im Sektor Spiele. Ein wesentlich größerer Anteil der Artikel auf unserer Seite dreht sich um Spiele, Rollenspiele und/oder Spiele-Events. Eigentlich habe ich ein paar Artikel in der Vorbereitung, zu ganz anderen Themen. Aus aktuellem Anlass sehe ich mich aber gezwungen diese noch ein bisschen hintanzustellen. Im besonderen möchte ich euren Augenmerk auf

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    Central:Django Unchained – Original mit Untertiteln

    von am 21. Februar 2013 Kommentare deaktiviert für Central:Django Unchained – Original mit Untertiteln

    Weil Tarantino einfach dazugehört: Das Central zeigt diese Woche "Django Unchained" im englischen Original mit deutschen Untertiteln.

    Django UnchainedDjango ist ein Sklave, der von seiner Frau Broomhilda getrennt wurde. Der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz befreit ihn, um mit seiner Hilfe die Verbrecherbande Brittle Brothers zu töten. Im Gegenzug verspricht er, Django die Freiheit zu schenken. Sie töten die Brittle Brothers samt Arbeitgeber und arbeiten fortan als Kopfgeldjäger zusammen, nebenbei immer auf der Suche nach Broomhilda. Sie erfahren schließlich, an wen sie verkauft wurde und machen sich auf den Weg, um sie zu retten…

    "Tarantino ist es abermals gelungen, ein ernsthaftes Thema in einen durch und durch unterhaltsamen Film zu kleiden. A bloody good time." Ray Filmmagazin

    Er läuft von heute Donnerstag, 21.2. bis Mittwoch 27.2. jeweils um 19:30 Uhr – außer am Samstag und am Montag

    Cineasten-Schmankerl am Rande: Franco Nero, der Original-Django von 1966, spielt auch kurz mit 🙂  
    Und in einer Szene wird im Original kurz deutsch gesprochen.

     

    21. Februar 2013 und Kommentare deaktiviert für Central:Django Unchained – Original mit Untertiteln

    Weil Tarantino einfach dazugehört: Das Central zeigt diese Woche "Django Unchained" im englischen Original mit deutschen Untertiteln.

    Django ist ein Sklave, der von seiner Frau Broomhilda getrennt wurde. Der Kopfgeldjäger Dr. King Schultz befreit ihn, um mit seiner Hilfe die Verbrecherbande Brittle Brothers zu töten. Im Gegenzug verspricht er, Django die Freiheit zu schenken. Sie

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    Neverwhere meets Hellblazer in Simon R. Greens "Geschichten aus der Nightside"

    von am 21. Juni 2012 Kommentare deaktiviert für Neverwhere meets Hellblazer in Simon R. Greens "Geschichten aus der Nightside"

    Die Nightside – das neonschwarze, geheime Herz Londons, zweieinhalb Quadratkilometer Hölle mitten in der Stadt, wo es immer drei Uhr morgens ist. Wo man mit Mythen spazierengehen und mit Monstern zechen kann. Wo nichts ist, wie es scheint – aber doch alles möglich.

    John Taylor ist „Privatdetektiv“, nun, eigentlich hat er die Gabe, Dinge zu finden, ob sie gefunden werden wollen oder nicht. Vor langer Zeit war es ihm gelungen, mit heiler Haut und einigermaßen intaktem Verstand aus der Nightside wegzugehen, und er hatte damals geschworen, niemals zurückzukehren. Doch sein jüngster Fall läßt ihm keine Wahl und so kehrt er heim … in die Nightside.

    Urban Fantasy heißt das Genre, Geschichten aus der Nightside heißt die Serie und das ist verdammt cooler Stoff. Kaum ein Mythos oder eine uns sonst aus der Fantastik bekannte Figur oder Gestalt, die Simon R. Green in seiner Nightside nicht auftreten lässt. Über Engel, Merlin, Vampire, Geister, Zombies, lebende Schatten, alles begegnet unserem Helden bei seinen Fällen, die von Band zu Band immer besser und spannender werden. Das liegt daran, dass jeder der bisher 10 Bände, die jeweils eine in sich abgeschlossene Story enthalten, zusätzlich über einen extrem gut geplotteter Hauptstrang (wird hier nicht gespoilert) verbunden sind, so dass man die Serie am besten der Reihe nach liest.
    Es ist extrem gut gemachter Trash, teilweise ganz schön hart, aber immer mit einem kleinen Augenzwinkern versehen. Von Simon R. Green, wurde bei uns nur seine Todtsteltzer-Serie empfohlen, die Hermke sehr mochte. In seiner Nightside-Serie verquickt er gekonnt den Serie Noir Thriller mit modernem Fantasy-Horror, indem er eine Welt kreiert hat, in der alles auftauchen und existieren darf, Mythen, Götter, Sagengestalten, Zeitanomalien usw. Green sprüht vor Ideen und zaubert wohl auch immer mal ein Kaninchen aus dem Hut, um seinen Helden aus scheinbar ausweglosen Situationen entwischen zu lassen, aber genau das ist das Salz in der Nightside-Suppe 😉
    Besondere Freude an der Reihe macht auch die perfekte Aufmachenung, die Feder und Schwert wirklich in seinem ganzen Verlagsprogramm durchzieht.
    Der Preis wirkt zunächst ein wenig hoch mit € 10,95 pro Band, ist jedoch gemessen an tatsächlichem Text durchaus fair.

    21. Juni 2012 und Kommentare deaktiviert für Neverwhere meets Hellblazer in Simon R. Greens "Geschichten aus der Nightside"

    Die Nightside – das neonschwarze, geheime Herz Londons, zweieinhalb Quadratkilometer Hölle mitten in der Stadt, wo es immer drei Uhr morgens ist. Wo man mit Mythen spazierengehen und mit Monstern zechen kann. Wo nichts ist, wie es scheint – aber doch alles möglich.

    John Taylor ist „Privatdetektiv“, nun, eigentlich hat er die Gabe, Dinge zu finden, ob

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    Starters & Enders

    von am 29. Mai 2012 Kommentare deaktiviert für Starters & Enders

    Unsere Welt in naher Zukunft. Die Menschheit hat medizinische Fortschritte bei der Verlängerung der Lebensspanne gemacht. Kybernetische Implantate erleichtern das Leben in vielerlei Art und Weise. Eigentlich könnte es allen gut gehen, doch in Wirklichkeit hat sich nichts geändert. Geld und Macht kauft Lebenszeit – Terror und Krieg überzieht fast den gesamten Globus. Zwischen Staaten, zwischen Ideologien und zwischen Machtblöcken. Die Vereinigten Staaten sind wie immer mittendrin und vorne dabei, im internationalen Reigen um Macht, Vorherrschaft und Geld…

    Und dann wird der Krieg wirklich schmutzig. Biologische Kampfstoffe werden eingesetzt. Sporen, die die gesamte Bevölkerung auszulöschen drohen – wer die Waffe eingesetzt hat, wird gar nicht wirklich klar – die Folgen sind von biblischem Ausmaß. In fiebernder Eile wird ein Impfstoff entwickelt und sofort eingesetzt. Zuerst bei den beiden Gruppen erhöhten Risikos, den Jungen und den Alten. Und dann ist es zu spät. In Nordamerika sterben nahezu alle, die den Impfstoff nicht rechtzeitig erhalten haben. Eigentlich alle zwischen 20 und 60, außer ein paar Reichen und Mächtigen…

    Kurze Zeit später steht Amerika isoliert da. Die anderen Staaten haben eine absolute Quarantäne verhängt, sogar Mexico verwandelt die Grenze in einen Todesstreifen. Im Inneren der USA entwickelt sich ein vielschichtiges Appartheitssystem. Reich gegen Arm und perverserweise Alt gegen Jung. Die Reichen Ender, so die Bezeichnung für die Überlebenden ab 60 (in Teilen sogar weit über 100 Jahre), und die wenigen Starter (Jugendlichen), die noch Verwandschaft haben, führen ein Leben in Luxus, während die Starter ohne Vormund zu einem Leben auf der Straße oder im Ghetto verdammt sind. Die ganze Entwicklung geht rasend schnell und bereits wenige Jahre nach der Katastrophe hat sich ein an ein Südafrika der Appartheitszeit erinnerndes System etabliert.

    Lissa Price beschreibt im in sich abgeschlossenen ersten Band ihrer Near Future Serie "Starters" den verzweifelten Kampf der jungen Waisen Callie. Callie schlägt sich auf der Straße durch. jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, stets auf der Flucht vor den Marshalls, die Jagd auf Minderjährige ohne erwachsene Angehörige machen, um sie in sogenannte Waisenhäuser zu bringen, Institutionen zweifelhaften Rufes, in denen psychische Folter und Zwangsarbeit an der Tagesordnung sind. Auf der Suche nach einem Ausweg unterschreibt Callie bei einer Bodybank und verkauft ihren Körper als eine Art Wirt auf Zeit für reiche Ender, die auf diese Art Aktivurlaube buchen. Der Albtraum beginnt…

    "Starters" ist ein spannendes Jugendbuch, das viele brisante Themen in ein SF-Szenario packt. Trotz einiger Abstriche wegen der Zielgruppe, hat mich die innere Logik größtenteils überzeugt und vor allem die vielschichtige soziale Kritik als Anstoß für ein jugendliches Publikum wirklich begeistert. Die Geschichte ist packend und spannend und kommt am Ende des ersten Bandes zu einem eindeutigen Ende des ersten Handlungsbogens. Ich habe mich wirklich begeistern können und erwarte voll Spannung die bald erscheinende Fortsetzung (Bereits Ende des Jahres angekündigt). Wenn Lissa Price im zweiten Band noch ein paar Lücken füllt, könnte das Ganze ein wirklich genialer Wurf werden. Aber auch schon der – noch ein klein wenig unrunde – erste Teil bekommt von mir ein echtes "Empfehlenswert", vor allem für jüngere Leser ab 16.

    29. Mai 2012 und Kommentare deaktiviert für Starters & Enders

    Unsere Welt in naher Zukunft. Die Menschheit hat medizinische Fortschritte bei der Verlängerung der Lebensspanne gemacht. Kybernetische Implantate erleichtern das Leben in vielerlei Art und Weise. Eigentlich könnte es allen gut gehen, doch in Wirklichkeit hat sich nichts geändert. Geld und Macht kauft Lebenszeit – Terror und Krieg überzieht fast den gesamten Globus. Zwischen Staaten, zwischen Ideologien und

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    Lese-Urlaub

    von am 21. Mai 2012 Kommentare deaktiviert für Lese-Urlaub

    Ja, ich war im Urlaub. Ja, es war schön und windig. Ja, wir waren jeden Tag bis zur Erschöpfung auf dem Wasser. Trotzdem war noch viel Zeit zum Lesen. Die Vormittage waren angenehm warm, sonnig und fast immer relativ windfrei. Also keine Zeit zum Surfen, sondern zum Lesen – am Strand. Und die Zeit haben wir genutzt. Eine Woche – sechs Bücher. Und alle waren gut. Wirklich gute Ausbeute. Fast so gut wie der Wind…

    Zeit die Bücher zu würdigen und euch die Tipps weiterzugeben. Fangen wir mal mit einem Buch von Feder und Schwert an.

    Der Amboss der Welt von Kage Baker – Steam Fantasy mit oldschooligem Touch

    Eigentlich ist der Band "Der Amboss der Welt" fast eine Trilogie in einem Band. Die drei Teile sind in sich abgeschlossene Kurzromane, die aber bei der kleinen Schriftgröße und dem Satzspiegel, der sich wohltuend vom derzeit üblichen "Großdruck für Blinde mit fünf Zentimeter Seitenrand" abhebt, bei manch anderem Verlag auch als Trilogie veröffentlicht werden könnte. Kage Baker hat den Roman 2004 geschrieben (und fast wieder verworfen, wie man in der Widmung lesen kann) und dabei unglaublicherweise einen Schreibstil sehr genau getroffen, den ich bei viel älteren Autoren und Büchern geschätzt habe. Eher in den Siebzigern, Achzigern und frühen Neunzigern. Vielleicht trägt auch die Übersetzung das ihre bei, anfänglich noch ein kleinwenig holprig, später sehr rund und gefühlvoll, stets jedoch erfreulich abwechslungsreich, mit wortreicher Vielfalt. Der näheste Vergleich, der mir einfällt, sind Bücher wie Dave Duncans "Der Zögernde Schwertkämpfer" oder die "Freistadt-Anthologien" verschiedener Autoren unter der Leitung von Robert Asprin. Das Buch ist sicher nicht perfekt und teilweise fast experimentell. Trotzdem war es von all den guten Büchern, die wir gelesen haben mein persönlicher Favorit – vielleicht gerade weil das Buch so bruchstückhaft ist und dadurch viel Raum für die eigene Fantasie lässt.

    Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen – zu viel wird in dem Buch angerissen –  schnelle Bildfolgen mit sprunghaften Handlungsfragmenten. Andere Autoren hätten daraus vielleicht einen unendlichen Zyklus gemacht, mit seitenweisen Beschreibungen und Erklärungen. Kage Baker nicht. Sehr schön.

    Die nächsten Tage folgen die nächsten Büchertipps…

    Der Amboss der Welt

    Kage Baker

    Feder und Schwert, 12,95 Euro

    21. Mai 2012 und Kommentare deaktiviert für Lese-Urlaub

    Ja, ich war im Urlaub. Ja, es war schön und windig. Ja, wir waren jeden Tag bis zur Erschöpfung auf dem Wasser. Trotzdem war noch viel Zeit zum Lesen. Die Vormittage waren angenehm warm, sonnig und fast immer relativ windfrei. Also keine Zeit zum Surfen, sondern zum Lesen – am Strand. Und die Zeit haben wir genutzt. Eine

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    Tolle Einzelbände – Geschenktipps – Lesefutter für die Feiertage Teil 2

    von am 20. Dezember 2011 1 Kommentar

    DADDY – Schultheiss

    Fast zweitausend Jahre nach seinem Tod am Kreuz wandelt Gottes Sohn erneut über die Erde; diesmal im Körper eines übergewichtigen blinden Penners, dessen „Führer“ ein kleinwüchsiger Höllendämon mit Narrenkappe und gestutztem Oberlippenbärtchen ist. Jesus hadert mit seinem Schicksal, er ist unzufrieden und versucht, seinem „Daddy“ eine Antwort auf die Frage aller Fragen zu entlocken: Warum leiden auf dieser Welt vor allem die Kinder? Überwältigt von einem endlosen Schmerz, flüchtet sich Jesus in Drogenräusche – doch die Linderung währt nur allzu kurz. Seine Qualen erreichen Dimensionen, die selbst den Dämon nicht unberührt lassen. Als jedoch die Vertreter Gottes auf Erden von der Wiederkunft Jesu erfahren, beginnen sie mit einer gnadenlosen Hetzjagd … Matthias Schultheiss erzählt eine zeitlos-unzeitgemäße Geschichte in Bildern von unmittelbarer Wucht, Schönheit und Größe. Seine Beherrschung der Comic-Kunst ist universell, seine Farbpalette grandios, seine Seitenaufteilung genial: DADDYist ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass Matthias Schultheiss zu den wenigen deutschen Künstlern gehört, deren Werk auch international bestehen kann – und es ist ein explizites Statement für ein engagiertes Aufgreifen schwieriger und schmerzhafter Themen in einem Medium, das immer noch eher für seine Superhelden und Witzfiguren bekannt ist, als für solch einen Gang durch die Hölle menschlichen Lebens.

    Lust und Glaube – Jodorowsky/Möbius

    Auch das französisch-chilenische Dream-Team des Hochglanz-Comics, Alejandro Jodorowsky und Moebius, hat sich mit der Wiederkunft des Erlösers beschäftigt. Naturgemäß auf völlig andere Weise als Schultheiss – und fast zwanzig Jahre früher. Zwischen 1992 und 1998 erschien erstmals ihre „Albin Mangel“-Trilogie, in der ein älterer französischer Philosophie-Professor den Aufbruch der 68er-Generation mehr oder weniger freiwillig mitmacht und dabei nicht nur sexuell und spirituell über sich hinauswächst. Unter dem Titel LUST & GLAUBE ist diese grellbunte Tour de Force nun bei Schreiber & Leser neu erschienen.

    Der Ewige Krieg – Haldemann/Marvano

    Einer der wichtigsten Science-Fiction-Romane der 70er Jahre war THE FOREVER WAR (dt. als DER EWIGE KRIEG) von Joe Haldeman. Der belgische Comiczeichner Marvano schuf in Zusammenarbeit mit Haldeman dann Ende der 80er Jahre mit LE GUERRE ETERNEL eine dreiteilige Comicadaption, die in grandiosen Bildern die Geschichte um den „ewigen Soldaten“ William Mandella und seine selbst den ewigen Krieg überdauernde Liebe zu seiner Mitstreiterin Marygay Potter erzählt. Jetzt ist bei Carlsen ein sehr gut gemachter Hardcover-Sammelband von DER EWIGE KRIEG erschienen, der auf 170 Seiten nicht nur die drei Teile des Originalcomics enthält, sondern auch ein Vorwort von Joe Haldeman und den Briefwechsel der Künstler.

    Zeit der Asche – Segur

    Nach dem Tod des Zwergenkönigs fasst der Zwergenrat einen Beschluss: Die drei mutigsten Krieger – Noren, Aren und Oten –, sollen den neuen König Raken in dem fernen Land Erwandor suchen und nach Hause geleiten. Doch ist es dem Trio unmöglich, diese lange und beschwerliche Reise allein zu meistern, und so machen sie sich zunächst auf die Suche nach Verbündeten. Unter anderem gesellt sich der Gauner Firfin zu ihnen, der es vor allem auf den kostbaren Sand der Zwerge abgesehen hat. Und der Krieger Morkai, der leider nicht die hellste Kerze auf dem Kuchen ist und die Gefährten ein ums andere Mal in arge Bedrängnis bringt.
    Die klassische Trilogie von Chevalier und Ségur entführt in eine grausame Welt voller bizarrer Wesen, die so gar nicht den pastoralen Gefilden herkömmlicher Fantasy-Stoffen ähnelt.
    Eine einzigartige Fantasy-Vision,in einem umfangreichen Band!

    20. Dezember 2011 und 1 Kommentar

    DADDY – Schultheiss

    Fast zweitausend Jahre nach seinem Tod am Kreuz wandelt Gottes Sohn erneut über die Erde; diesmal im Körper eines übergewichtigen blinden Penners, dessen „Führer“ ein kleinwüchsiger Höllendämon mit Narrenkappe und gestutztem Oberlippenbärtchen ist. Jesus hadert mit seinem Schicksal, er ist unzufrieden und versucht, seinem „Daddy“ eine Antwort auf die Frage aller Fragen

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    Tolle Einzelbände – Geschenktipps – Lesefutter für die Feiertage

    von am 13. Dezember 2011 2 Kommentare

    Der Kleine Prinz – Saint Exupery/Sfar

    "Der kleine Prinz" des französischen Autors Antoine de Saint-Exupery ist ein Klassiker im besten Sinne: Seit über 60 Jahren fasziniert das moderne Märchen über Freundschaft und Menschlichkeit junge wie alte Leserinnen und Leser und übt eine ungebrochene Anziehungskraft aus. Ebenso poetisch wie Saint-Exuperys Erzählung ist die Comic-Adaption von Joann Sfar, einem der bekanntesten und profiliertesten französischen Comiczeichner der Gegenwart. Mit seinem feinen und unverwechselbaren Strich verleiht er der Geschichte Saint-Exuperys neue und faszinierende Bilder.
    In Frankreich wurde der Band begeistert aufgenommen und 2008 im Rahmen des wichtigsten europäischen Comicfestivals in Angoulême als beste Graphic Novel für junge Leser ausgezeichnet.

    Der kleine Prinz

    Saint Exupery/Sfar

    Carlsen Gebunden, €14,90

    Haarmann – Meter/Kreitz

    Fritz Haarmann, einer der brutalsten Serienmörder Europas, arbeitete als Spitzel für die hannoversche Polizei. Nacht für Nacht durchstreifte er die Wartesäle des Bahnhofs auf der Suche nach jungen, allein reisenden Männern. Mit Hilfe seines Polizeiausweises konnte er das Vertrauen seiner Opfer erlangen. Er führte sie in seine Wohnung, vergewaltigte sie und biß ihnen im Sexualrausch die Kehle durch. Obgleich es über Jahre immer wieder Anzeigen gegen Fritz Haarmann gegeben hat, konnte er ungehindert sein mörderisches Treiben fortsetzen, gedeckt von der Polizei und umkreist von skrupellosen Schmarotzern, die aus Haarmanns Treiben ihren Vorteil gezogen haben. Eine unheimliche Geschichte in düster-beklemmenden Bildern.

    Haarmann

    Meter/Kreitz

    Carlsen Gebunden, €19,90

    Ein Vertrag mit Gott/Lebensbilder/New York – Eisner

    Will Eisner gilt als der Erfinder der Graphic Novel, des anspruchsvollen Comicromans. In drei umfangreichen Sammelbänden legt Carlsen nun seine wichtigsten Geschichten als »Will Eisner Bibliothek« vor.
    Herzstück des ersten Bandes ist »Ein Vertrag mit Gott«, eine lose Kette literarischer Miniaturen, die in ihrer Gesamtheit ein Bild der Großstadt New York und ihrer Bewohner in den 1930er Jahren zeichnet. Bei Erscheinen 1978 brachen Eisners anspruchsvolle Comic-Erzählungen in Buchform mit sämtlichen damals gängigen Konventionen – heute gilt »Ein Vertrag mit Gott« als einer der Graphic-Novel-Klassiker schlechthin. Ergänzt wird dieses Meisterwerk durch die thematisch passenden Comic-Romane »A life force« und »Dropsie Avenue«.
    Die FAZ nannte Will Eisner »Amerikas wichtigsten Zeichner«, und Carlsen sieht ihn als unverzichtbaren Sockel des Graphic-Novel-Programms.

    Ein Vertrag mit Gott

    Eisner

    Carlsen Gebunden, € 36,-

    Blankets – Thompson

    BLANKETS gehört zweifelsohne zu den besten und beeindruckendsten Comicromanen der letzten Jahre. Dieses opulente Werk von Craig Thompson hat sowohl Leser als auch Kritiker begeistert und neue Horizonte eröffnet. Mit Bildern voller Schönheit erzählt der Autor bewundernswert offen von der Enge seiner fundamental christlich geprägten Kindheit und Jugend: Keine Popmusik, kein Fernsehen – dafür Eltern und eine Sonntagsschullehrerin, die ganz genau wissen, wie Himmel und Hölle aussehen. Doch eines Tages tritt das Mächen Raina in Craigs Leben und soll es für immer verändern! Mit mitreißender Klarheit schildert Thompson in seiner bittersüßen Liebesgeschichte sämtliche Zweifel, Ängste und Glücksgefühle und erinnert seine Leser daran, wie Verlieben sich anfühlt.

    Blankets

    Thompson

    Carlsen Gebunden, € 38,-

    Reise mit Bill – Schultheiss

    Trucker, Kaputt in der City, Kalter Krieg, Die Wahrheit über Shelby, Die Haie von Lagos – die 1980er gehörten Matthias Schultheiss. Auf dem »Umweg« über Frankreich eroberte der Hamburger die Comicwelt mit außergewöhnlichen Storys, die zwischen bittersüßer Melancholie und brachialer Härte neues Terrain erschlossen. Nun kehrt Schutheiss zurück und legt eine 288seitige Graphic Novel vor, die einmal mehr beweist, dass er zu den ganz großen Erzählern des Mediums gehört. Die Reise mit Bill erzählt von Luke und seiner Tochter Tweety, die ziellos auf den Straßen Amerikas unterwegs sind und auf das eine, entscheidende Ereignis warten, das ihr Leben verändert. Als sie dem Krüppel Bill begegnen ahnen sie noch nicht, dass er ihrem Schicksal die Wende geben wird. Es ist der Auftakt eines großen, elegischen Abenteuers zwischen Traum und Realität, nach dem nichts mehr ist wie zuvor.

    Reise mit Bill

    Schultheiss

    Splitter Gebunden, € 29,80

    13. Dezember 2011 und 2 Kommentare

    Der Kleine Prinz – Saint Exupery/Sfar

    "Der kleine Prinz" des französischen Autors Antoine de Saint-Exupery ist ein Klassiker im besten Sinne: Seit über 60 Jahren fasziniert das moderne Märchen über Freundschaft und Menschlichkeit junge wie alte Leserinnen und Leser und übt eine ungebrochene Anziehungskraft aus. Ebenso poetisch wie Saint-Exuperys Erzählung ist die Comic-Adaption von Joann

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    Empfehlungen für Freunde der bebilderten Erzählung

    von am 8. Dezember 2011 3 Kommentare

    Es ist wieder viel neuer Lesestoff erschienen – auch für die Anhänger der gehobenen bebilderten Erzählung. Manches geht da oft leider unter. Im Folgenden stelle ich neue und neuere Titel vor, die alle Aufmerksamkeit verdient haben.

    Ein absolutes Muss für Freunde der anspruchsvollen bebilderten Erzählung ist der Nietzsche-Comic. Es handelt sich dabei um ein sagenhaftes Comic-Portrait über den deutschen Jahrhundert-Philisophen. Es ist kein "Nietzsche für Dumme" und auch kein Ersatz für die Lektüre seiner Werke. Vielmehr ist es ein episodenhafter Streifzug durch sein bewegtes Leben. Die Bilder wirken düster und ausdrucksstark. Eine spannende Einführung, die Lust auf Nietzsches Philosophie macht!

    Ein weiteres Muss ist Art Spiegelmans neues Meisterwerk "Im Schatten keiner Türme". Darin verarbeitet der Pulitzerpreisträger nicht nur auf bissig-reflexive Weise die Ereignisse von 9/11, sondern liefert auch noch eine wundervolle Hommage an die Klassiker des Zeitungscomicstrips ab. Einzelschicksal trifft auf Zeitgeschichte, Satire auf Trauma, Undergroundcomix auf Krazy Kat, Yellow Kid und Kin-der-Kids. Das Buch erscheint als wuchtiger Pappband, der allein durch seine Form schon an die Twin Towers gemahnt!

    Ben Katchor ist der Lieblingscartoonist von Seth ("Wimbledon Green"). Wer von Katchors bisher einziger deutscher Albumveröffentlichung "Der Jude von New York" (brillant-bissige Satire!) begeistert war, dem sei auch das bisher nur auf Englischvorliegende "The Cardcoard Valise" empfohlen. In zusammenhängenden Episoden glänzt Katchor durch seine wortgewaltige Sprache, bissigen Sozialkritik und lakonischen Humor. Sein Stil erinnert etwas an Schriftsteller wie Thomas Pynchon oder David Foster Wallace. Geheimtipp! (Ansonsten gibt es von ihm auch noch einen Comicbetrag für "Plague 01" auf Deutsch, der noch 2011 in zweiter Auflage erscheinen soll.)

    Zum 40. Todestag von Jim Morrison ist ein kraftvolles Comicporträt erschienen. In ausdrucksstarken und realistischen S/W-Bildern und einer komplexen Erzählung liefern Frédéric Bertocchini und Jef eine zugängliche Biographie über eine rätselhafte wie charismatische Musikerlegende. "Der Poet des Chaos" – "Der König der Eidechsen" – Schamane – Alkoholiker – Mystiker – Rockstar – Doors-Frontmann: Morrsion hat viele Gesichter. Die düsteren und wilden Züge sind ohne Faktenflut in der hypnotischen Biographie enthalten.

    Der Italiener Igort meldet sich wieder zurück! Diesmal mit einer ergreifenden und fesselnden Comic-Reportage: "Berichte aus der Ukraine [Erinnerungen an die Zeit der UdSSR]". Mit wechselnden Stilen (skizzenhaft-schwarzweiß und koloriert-reduziert) hat Igort die Geschichte der Ukraine illustriert. Die persönlichen Schilderungen seiner Bekanntschaften sind gleichermaßen Zeugnisse eines Genozids aus der Ära Stalins wie tragische Schicksalserlebnisse. Das üppig erscheinende Buch lässt sich dank eines großzügigen Letterings schnell lesen und entpuppt sich trotz oder wegen der Thematik als wahrer Pageturner. Igort bezieht auch Fakten mit ein, aber lässt diese nicht die Einzelschicksale "erschlagen". Ein absolutes Highlight für Freunde des "Edutainments"!

    Und zuletzt noch ein Schmankerl für selbsternannte Literaten und leidenschaftliche Liebhaber der Satire und/oder Karikatur. Martin Rowson hat Laurence Sternes Anti-Roman "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" als Graphic Novel adaptiert. Die fiktive Autobiographie über den Titelhelden gelangt in der irrwitzigen Vorlage trotz fast 1000 Seiten kaum über dessen Geburt hinaus! Der absurde Ideenroman schweift ab, assoziiert und erweist sich in allererster Linie als Angriff auf die Lachmuskeln! Als Cartoonist hat Rowson einen hang zur Karikatur, die schwarzweißen Zeichnungen erinnern an den frühen Zeitungsstrip, manche detailverliebte Hintergrunddarstellungen auch an die Kunst des Kupferstichs. Spitze Feder und Fabulierfreude treffen hier unvergleichlich schwarzhumorig und einfallsreich aufeinander. In Halbleinen gebunden und mit Lesebändchen versehen auch ein Muss für den bibliophilen Leser.

     

     

    8. Dezember 2011 und 3 Kommentare

    Es ist wieder viel neuer Lesestoff erschienen – auch für die Anhänger der gehobenen bebilderten Erzählung. Manches geht da oft leider unter. Im Folgenden stelle ich neue und neuere Titel vor, die alle Aufmerksamkeit verdient haben.

    Ein absolutes Muss für Freunde der anspruchsvollen bebilderten Erzählung ist der Nietzsche-Comic. Es handelt sich dabei um ein sagenhaftes

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    comicdealer.de