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Islington I: Die Licanius Saga bei Adrian Wimmelbuch

von am 17. August 2026 noch kein Kommentar - schreibe den ersten!

  • James Islington
    Licanius-Trilogie
    Band 1: The shadow of what was lost
    Ü: Ruggero Leò
    Berlin, Adrian Wimmelbuch Verlag, 2026, 784 S.
    ISBN 9783985853847/ 20,00 Euro
    Paperback

Dass ambitionierte Fantasy-Trilogien bei großen Verlagen mitten im Verlauf abgebrochen werden, ist für alle Leser enttäuschend. Für mich ist es eine Katastrophe mittleren Ausmaßes. Nicht nur, dass ich es persönlich hasse, ich sehe auch eine zunehmende (Kauf)Unlust durch Frust, in einem eh schon zerrütteten Markt. Der Droemer Knaur Verlag veröffentlichte ab 2017 die ersten beiden Bände der Licanius-Saga (Das Schattenbild und Das Schild des Schweigens) auf Deutsch, stellte die Übersetzung jedoch vor dem finalen dritten Band ein. Wie so oft (und auch immer wieder lobend von uns erwähnt) schließt ein relativ kleiner und unbekannter Verlag jetzt diese Lücke und bringt die wirklich lesenswerte High-Fantasy-Trilogie von James Islington (endlich vollständig) nach Deutschland.

Den Hintergrund für das erneute Interesse an Islingtons Debütwerk bildet der Erfolg seines Romans "The Will of the Many" (Die Hierarchie-Saga / ebenfalls bei Adrian Wimmelbuch). "The Will of the Many" hat mich unglaublich gepackt. Trotzdem sie streng aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Vis erzählt wird, was für mich immer einen pulpigen Anstrich hat, baut er vor einem römisch inspiriertem Hintergrund eine komplexe, schwer einordenbare Geschichte auf. Irgendwie als Dystopie mit Akademie-Setting.

Im Gegensatz dazu bedient sich die Licanius-Saga an klassischen High-Fantasy-Motiven. Was mich absolut nicht gestört hat. Auch ich habe die beiden ersten Bände bereits bei Knaur gefeiert… und bin jetzt sehr froh über die neuen Ambitionen des Adrian Verlages. Hoffentlich geschieht da noch einiges.

Die Licanius-Saga erzählt ihre Geschichte aus mehreren Perspektiven. Ähnlich dem gängigen Usus von Sanderson oder McClellan besteht in Islingtons Trilogie ein komplexes Magiesystem. In der Welt Andarra wurde, zwei Jahrzehnten vor dem Start der Handlung, die Herrschaft der Auguren – mächtiger Magier mit der Fähigkeit, die Zukunft zu sehen – in einer blutigen Rebellion gewaltsam beendet. Seitdem leben die sogenannten Begabten, die den Auguren einst dienten, unter strenger Überwachung. Sie sind an die „Vier Prinzipien“ gebunden, die den Einsatz ihrer Magie, der sogenannten Essenz, drastisch einschränken und kontrollieren.

Die Geschichte setzt an einer Akademie für Begabte ein. Der junge Protagonist Davian hat Schwierigkeiten, die reguläre Essenz-Magie zu beherrschen.Was jetzt wie eine beliebige Akademie / Coming of Age / Entwicklungsroman Geschichte ablaufen könnte, geht aber weit in philosophische Fragen von Kausalität und Freiem Willen hinein. Ich will damit nicht sagen, dass Islingtons Erstling ein philosophisches Werk wäre, sondern dass es unglaublich spannend ist, wie er sein Weltenkonstrukt als Laborumgebung für tatsächlich interessante Zusammenhänge aufgestellt hat. Neben der vordergründigen Handlung sind die Beweggründe der Protagonisten, deren Suche nach Wahrheiten und deren ständiges Hinterfragen scheinbarer Tatsachen überzeugend und wirklich spannend eingeflochten.

Die Trilogie besteht aus den drei Bänden The Shadow of What Was Lost, An Echo of Things to Come und The Light of All That Falls.

Das allerbeste ist, dass Islingtons Plott sich durch vorausschauend platzierte Details auszeichnet, die immer wieder logisch zusammengeführt werden. Ich bin also allerbester Hoffnung, dass wir im Dezember dieses Jahres ein perfekt passendes Finale der Trilogie in deutscher Sprache vorliegen haben werden.

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  • James Islington
    Licanius-Trilogie
    Band 1: The shadow of what was lost
    Ü: Ruggero Leò
    Berlin, Adrian Wimmelbuch Verlag, 2026, 784 S.
    ISBN 9783985853847/ 20,00 Euro
    Paperback

Dass ambitionierte Fantasy-Trilogien bei großen Verlagen mitten im Verlauf abgebrochen werden, ist für alle Leser enttäuschend. Für mich ist es eine Katastrophe mittleren Ausmaßes. Nicht nur, dass ich es persönlich hasse, ich sehe auch eine zunehmende (Kauf)Unlust durch Frust, in einem eh schon zerrütteten Markt. Der Droemer Knaur Verlag veröffentlichte ab 2017 die ersten beiden Bände der Licanius-Saga (Das Schattenbild und Das Schild des Schweigens) auf Deutsch, stellte die Übersetzung jedoch vor dem finalen dritten Band ein. Wie so oft (und auch immer wieder lobend von uns erwähnt) schließt ein relativ kleiner und unbekannter Verlag jetzt diese Lücke und bringt die wirklich lesenswerte High-Fantasy-Trilogie von James Islington (endlich vollständig) nach Deutschland.

Den Hintergrund für das erneute Interesse an Islingtons Debütwerk bildet der Erfolg seines Romans "The Will of the Many" (Die Hierarchie-Saga / ebenfalls bei Adrian Wimmelbuch). "The Will of the Many" hat mich unglaublich gepackt. Trotzdem sie streng aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Vis erzählt wird, was für mich immer einen pulpigen Anstrich hat, baut er vor einem römisch inspiriertem Hintergrund eine komplexe, schwer einordenbare Geschichte auf. Irgendwie als Dystopie mit Akademie-Setting.

Im Gegensatz dazu bedient sich die Licanius-Saga an klassischen High-Fantasy-Motiven. Was mich absolut nicht gestört hat. Auch ich habe die beiden ersten Bände bereits bei Knaur gefeiert… und bin jetzt sehr froh über die neuen Ambitionen des Adrian Verlages. Hoffentlich geschieht da noch einiges.

Die Licanius-Saga erzählt ihre Geschichte aus mehreren Perspektiven. Ähnlich dem gängigen Usus von Sanderson oder McClellan besteht in Islingtons Trilogie ein komplexes Magiesystem. In der Welt Andarra wurde, zwei Jahrzehnten vor dem Start der Handlung, die Herrschaft der Auguren – mächtiger Magier mit der Fähigkeit, die Zukunft zu sehen – in einer blutigen Rebellion gewaltsam beendet. Seitdem leben die sogenannten Begabten, die den Auguren einst dienten, unter strenger Überwachung. Sie sind an die „Vier Prinzipien“ gebunden, die den Einsatz ihrer Magie, der sogenannten Essenz, drastisch einschränken und kontrollieren.

Die Geschichte setzt an einer Akademie für Begabte ein. Der junge Protagonist Davian hat Schwierigkeiten, die reguläre Essenz-Magie zu beherrschen.Was jetzt wie eine beliebige Akademie / Coming of Age / Entwicklungsroman Geschichte ablaufen könnte, geht aber weit in philosophische Fragen von Kausalität und Freiem Willen hinein. Ich will damit nicht sagen, dass Islingtons Erstling ein philosophisches Werk wäre, sondern dass es unglaublich spannend ist, wie er sein Weltenkonstrukt als Laborumgebung für tatsächlich interessante Zusammenhänge aufgestellt hat. Neben der vordergründigen Handlung sind die Beweggründe der Protagonisten, deren Suche nach Wahrheiten und deren ständiges Hinterfragen scheinbarer Tatsachen überzeugend und wirklich spannend eingeflochten.

Die Trilogie besteht aus den drei Bänden The Shadow of What Was Lost, An Echo of Things to Come und The Light of All That Falls.

Das allerbeste ist, dass Islingtons Plott sich durch vorausschauend platzierte Details auszeichnet, die immer wieder logisch zusammengeführt werden. Ich bin also allerbester Hoffnung, dass wir im Dezember dieses Jahres ein perfekt passendes Finale der Trilogie in deutscher Sprache vorliegen haben werden.

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