aus Horsts Comicsammlung

Auch Horsts Comicsammlung kann sich sehen lassen. Und ab und an reizt es ihn eben auch mal über die Neunte Kunst zu schreiben.

Die Geschichte der Science Fiction

von am 8. November 2021 7 Kommentare

Xavier Dollo (Text) & Djibril Morissette-Phan (Zeichnungen & Farbe)
DIE GESCHICHTE DER SCIENCE FICTION.
Übersetzt von Harald Sachse
(HISTOIRE DE LA SCIENCE-FICTION / 2020)
Bielefeld, Splitter, 2021, 216 Seiten
ISBN 978-3-96219-103-0 / 29,80 Euro
Hardcover

Nicht „eine“, sondern DIE GESCHICHTE DER SCIENCE FICTION will uns der französische Buchliebhaber und Autor Xavier Dollo erzählen – illustriert durch die Zeichnungen des Franko-Kanadiers Djibril Morissette-Phan. Denn DIE GESCHICHTE DER SCIENCE FICTION, die im Herbst 2021 von Harald Sachse übersetzt bei Splitter auf Deutsch erschien, ist ein Sach-Comic!

Wie der französische Bestsellerautor Pierre Bordage in seinem Vorwort schreibt, erfordert es „eine gehörige Portion Mut oder Leichtsinn“, solch eine Literaturgeschichte anzugehen. Beides scheinen Dollo und Morissette-Phan im Überfluss zu besitzen.

Sobald man die ersten Seiten hinter sich gelassen hat, verschwindet jeder Zweifel daran, ob ein 200-Seiten-Comic dieser Aufgabe gewachsen sein könne. Natürlich lassen sich Autorinnen, Werke, Filme oder Comics finden, die hier fehlen (Wo wäre das nicht der Fall?), aber weder was die historische Entwicklung unseres Lieblings-Genres, noch die wichtigsten Kunstwerke und ihre Erschaffer angeht, sind allzu auffällig Lücken erkennbar.

Dafür aber gibt es hier (wie nicht anders zu erwarten, wenn die Franzosen das Heft in die Hand nehmen) viele Ansicht, Eindrücke und Hinweise zu entdecken, die in den meisten angloamerikanischen Sekundärwerken zur Science Fiction marginalisiert werden oder ganz fehlen. Sicherlich ist es für uns erst einmal erstaunlich, wieviele französische Werke angeführt werden – andererseits wünsche ich mir oftmals, dass es hierzulande ein stärkeres Bewusstsein dafür gäbe, welch herausragende Geschichten deutschsprachige Erzähler und Erzählerinnen im Bereich der phantastischen Literatur über die Jahrhunderte verfasst haben.

Was die Produktion und das Erscheinungsbild angeht, muss man auch dem Splitter Verlag ein Lob aussprechen, der trotz der ungewöhnlich großen Textmenge das Handlettering beibehalten hat. Und die stabile Fadenheftung sorgt dafür, dass der Band auch bei intensiver Nutzung (Hallo Didaktiker, Aufgemerkt! Dies ist ein Sachbuch, das man im Unterricht durchaus mal verwenden könnte!!) in Form bleibt.

Insoweit: Ein gelungener Versuch!

Horst Illmer
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Die Geschichte der Science Fiction
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Xavier Dollo (Text) & Djibril Morissette-Phan (Zeichnungen & Farbe)
DIE GESCHICHTE DER SCIENCE FICTION.
Übersetzt von Harald Sachse
(HISTOIRE DE LA SCIENCE-FICTION / 2020)
Bielefeld, Splitter, 2021, 216 Seiten
ISBN 978-3-96219-103-0 / 29,80 Euro
Hardcover

Nicht „eine“, sondern DIE GESCHICHTE DER SCIENCE FICTION will uns der französische Buchliebhaber und Autor Xavier Dollo erzählen – illustriert durch die Zeichnungen des Franko-Kanadiers Djibril Morissette-Phan. Denn DIE

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Zarter Schmelz

von am 18. August 2021 1 Kommentar

Ralf König (Text, Zeichnungen & Farbe)
LUCKY LUKE HOMMAGE 5 – ZARTER SCHMELZ.
Berlin, Egmont, 2021, 64 S.
ISBN 978-3-7704-0500-8 / 16,00 Euro
Hardcover

Warum soll es eigentlich immer nur für US-amerikanische Superhelden neue Origin-Storys geben?

Der inzwischen auch schon 75-jährige Lucky Luke jedenfalls bekommt im fünften „Hommage“-Band ZARTER SCHMELZ vom deutschen Kult-Comic-Zeichner Ralf König ein seinem Alter angemessenes Best-Ager-Abenteuer auf die Unterwäsche (das typische Superhelden-Kostüm) geschrieben – inklusive Rückblick auf die Zeit, als er mit seinem Colt noch etwas unbedachter um sich schoss als heutzutage.

Der „poor lonesome Cowboy“ tritt in dieser Geschichte erst einmal einen Schritt zurück und überlässt die Bühne einem ebenso ungleichen wie illustren Duo, dessen Schicksal aus der Rückblende erzählt wird: Terrence McQueen und Bud Willis haben während eines gemeinsamen Schafe-Hüten-Auftrags nämliche ihre Zuneigung zueinander entdeckt – und weil im Wilden Westen so etwas noch auf sehr großes Unverständnis stößt, muss Lucky Luke ganz tief in die Trickkiste greifen, um ihnen eine gemeinsame Zukunft zu ermöglichen. Unterstützt und behindert wird er dabei von lieben alten Bekannten wie den Daltons und Calamity Jane, einem Schweizer Viehzüchter mit lila Kühen und den Einwohnern von Straight Gulch, einer typischen Westernstadt, wo Neuankömmlinge auf dem Ortsschild den „freundlichen“ Hinweis lesen können: „Fremder, mach dich vom Acker, sonst liegst du bald drunter!“

König gelingt das Kunststück, seinen Lucky Luke in jedem Moment „original“ erscheinen zu lassen und trotzdem einen humorvoll geschriebenen und gezeichneten „typischen“ Ralf-König-Comic zu produzieren. Hut ab!

Horst Illmer
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Zarter Schmelz
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Ralf König (Text, Zeichnungen & Farbe)
LUCKY LUKE HOMMAGE 5 – ZARTER SCHMELZ.
Berlin, Egmont, 2021, 64 S.
ISBN 978-3-7704-0500-8 / 16,00 Euro
Hardcover

Warum soll es eigentlich immer nur für US-amerikanische Superhelden neue Origin-Storys geben?

Der inzwischen auch schon 75-jährige Lucky Luke jedenfalls bekommt im fünften „Hommage“-Band ZARTER SCHMELZ vom deutschen Kult-Comic-Zeichner Ralf König ein seinem Alter angemessenes Best-Ager-Abenteuer auf

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Shangri-La

von am 19. Juli 2021 Kommentare deaktiviert für Shangri-La

Mathieu Bablet (Text & Bilder)
SHANGRI-LA.
Übersetzt von Harald Sachse
(SHANGRI-LA / 2016)
Bielefeld, Splitter, 2021, 223 S.
ISBN 978-3-96792-065-9 / 39,80 Euro
Großformatiges Hardcover

Bei Splitter erschien soeben mit SHANGRI-LA von Mathieu Bablet (Wort & Bild) einer der eindrucksvollsten Comics der letzten Jahre.
Bablet, 1987 in Frankreich geboren und seit zehn Jahren im Geschäft, lässt sich in seinem bisherigen Opus Magnum alle Zeit der Welt und erzählt seine Geschichte einer zukünftigen Menschheit in liebevoller Detailversessenheit und großen Bildern. Seine Protagonisten leben in einer riesigen Raumstation, die ihre Kreise seit Jahrhunderten über einer unbewohnbar gewordenen Erde zieht, und führen dort, regiert von der Führungsetage von Tianzhu Enterprises, eines monopolistischen Konzerns, ein sorgloses Leben als Konsumenten vieler sinn- und nutzloser Luxusgüter – doch nicht alle sind damit zufrieden: Es formieren sich Widerstandsgruppen mit unterschiedlichen, und sich oftmals widersprechenden, Zielen.
Geschildert werden die Ereignisse aus der Sicht einer Handvoll Figuren, die sowohl für Tianzhu arbeiten (wie Scott und sein Bruder Virgil) als auch dagegen opponieren (wie der mysteriöse Rebellenführer „Mister Sunshine“). Sie alle haben gute Gründe für ihr Handeln, zweifeln manchmal an ihnen, wechseln die Seiten – und versuchen, mit ihrem Stück vom Kuchen so etwas wie ein „glückliches“ Leben zu führen.
Noch während Scott im Auftrag der Konzernleitung versucht, die Erzeugung einer Materie-Antimaterie-Singularität durch einen Haufen abtrünniger Physiker zu verhindern, eskaliert die Situation auf der Station …
Auf den ersten Blick sind es natürlich die wundervollen Bilder, mit denen Bablet seine Seiten füllt, die herausragende Kolorierung und das riesige Format, die Eindruck machen. Allerdings stehen sein worldbuilding und sein herausragendes storytelling seinen zeichnerischen Fähigkeiten keinesfalls nach. Eine so komplexe Geschichte auf über zweihundert Seiten zusammenzuhalten und am Ende alle Fäden zu einem stimmigen Ganzen zu verknüpfen, zeugen von echter Meisterschaft.
Bablets Geschichte ist stimmig durchkomponiert und nutzt alle Vorteile, die sich durch die Verbindung von Bild und Text anbieten.
Einfach Exzellent!

Horst Illmer
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Shangri-La
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Mathieu Bablet (Text & Bilder)
SHANGRI-LA.
Übersetzt von Harald Sachse
(SHANGRI-LA / 2016)
Bielefeld, Splitter, 2021, 223 S.
ISBN 978-3-96792-065-9 / 39,80 Euro
Großformatiges Hardcover

Bei Splitter erschien soeben mit SHANGRI-LA von Mathieu Bablet (Wort & Bild) einer der eindrucksvollsten Comics der letzten Jahre.
Bablet, 1987 in Frankreich geboren und seit zehn Jahren im Geschäft, lässt sich in seinem bisherigen Opus Magnum alle Zeit der

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The Postman from Space: The Biker Bandits

von am 23. Juni 2021 Kommentare deaktiviert für The Postman from Space: The Biker Bandits

Guillaume Perreault (Text & Bilder)
THE POSTMAN FROM SPACE – THE BIKER BANDITS.
Translated by Francois Bui
(Le facteur de l’espace 2: Les Pilleurs à moteurs / 2019)
New York, Holliday House, 2021, 154 S.
ISBN 978-0-8234-4520-2

Unser Freund Bob, der Weltraumpostbote, hat Gefallen gefunden an den aufregenden Seiten seines Berufs – da empfindet er es fast schon als Affront, als er eines schönen Morgens nur einen einzigen Brief erhält, den er einem „Mr. King“ auf dem Nachbarplaneten zustellen soll.
Und, fast hätte es der Boss vergessen, außerdem muss er noch einen Neuling mitnehmen und einlernen. Ohne Widerrede! Denn der Boss weiß genau, dass Bob lieber alleine unterwegs ist. So ist das Verhältnis zwischen Bob und Marcelle (yep, auch noch ein weiblicher Trainee!) zuerst ein wenig angespannt. Dann aber sagt sich der erfahrene Bob: „Nur ein Brief, nur ein Tag, was soll da schon schiefgehen …?“

Natürlich alles!!!

Auch in seinem zweiten Abenteuer mit dem POSTMAN FROM SPACE versteht es der Kanadier Guillaume Perreault auf Schönste, gleichzeitig alle Erwartungen zu erfüllen, die sich nach der Lektüre des ersten Bandes eingestellt haben, und dann doch auch wieder ein Ideenfeuerwerk abzubrennen, das die Leserschaft freudig überrascht. Bis dieser vermaledeite Brief endlich bei „Mr. King“ angekommen ist, braucht es mehr als nur einen Blick ins „Handbuch des perfekten Zustellers“ und diverse Sprünge über den eigenen Schatten …

Große Unterhaltung, garantiert.

Horst Illmer
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The Postman from Space: The Biker Bandits
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Guillaume Perreault (Text & Bilder)
THE POSTMAN FROM SPACE – THE BIKER BANDITS.
Translated by Francois Bui
(Le facteur de l’espace 2: Les Pilleurs à moteurs / 2019)
New York, Holliday House, 2021, 154 S.
ISBN 978-0-8234-4520-2

Unser Freund Bob, der Weltraumpostbote, hat Gefallen gefunden an den aufregenden Seiten seines Berufs – da empfindet er es fast schon als Affront, als er eines

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Will Eisner – Graphic Novel Godfather

von am 14. April 2021 Kommentare deaktiviert für Will Eisner – Graphic Novel Godfather

Alexander Braun
WILL EISNER – GRAPHIC NOVEL GODFATHER.
Berlin, Avant Verlag, 2021, 384 Seiten
ISBN 978-3-96445-050-0 / 39,00 Euro
Großformatiges Hardcover

Die Kunstform des sequenziellen Erzählens – allgemein als „Comic“ bekannt – entwickelte ihre Massenwirksamkeit Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts parallel zum Siegeszug der Zeitungen und Zeitschriften, in denen sie von Beginn an Teil der Erfolgsgeschichte waren. Als in den 1930er Jahren daraus die eigenständige Form der Comic-Hefte entstand, gehörte Will Eisner (1917–2005) zu den „Paten“ (engl. „Godfather“) dieser zuerst ungeliebten Ableger der später so genannten „neunten Kunst“. Und als 1978 mit A CONTRACT WITH GOD (dt. als EIN VERTRAG MIT GOTT) die erste „Graphic Novel“ als Buch in einem Literaturverlag den Anspruch erhob, ernstzunehmende Literatur darzustellen, hob derselbe Will Eisner damit ein seither immer wirkmächtigeres und beliebteres Genre aus der Taufe.

Deshalb ist der Titel von Alexander Brauns Biografie WILL EISNER – GRAPHIC NOVEL GODFATHER gut gewählt. In diesem durchgängig bebilderten, riesenformatigen, kiloschweren Prachtband wird Eisner anhand seiner Werke porträtiert. Braun beschreibt Eisners außergewöhnlichen Lebensweg in zwölf Kapiteln, die von seinen frühesten Versuchen als Comiczeichner über die ersten Erfolge, die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die anschließende Arbeit für die US-Army, bis hin zum gefeierten Comeback und der späten Beschäftigung mit den jüdischen Wurzeln reichen.

Dazu gibt es ein ausführliches Interview mit Eisners Freund und Verleger Denis Kitchen sowie ein Kurzporträt von Eisner Gattin Ann, ein Werkverzeichnis und eine Auswahlbibliografie.

Das fast 400 Seiten umfassende Kompendium dient gleichzeitig als Katalog zu einer derzeit in Dortmund stattfindenden Ausstellung, die dann (hoffentlich) im nächsten Jahr zum Internationalen Comic Salon nach Erlangen wandert. Sicherlich gehört ein Besuch dort zu den Pflichtveranstaltungen für Alle, die sich für Comics interessieren – die Zeit bis dahin aber kann man sich nicht schöner vertreiben als mit dem Blättern, Stöbern und Schmökern in WILL EISNER – GRAPHIC NOVEL GODFATHER!

Horst Illmer
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Will Eisner – Graphic Novel Godfather
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Alexander Braun
WILL EISNER – GRAPHIC NOVEL GODFATHER.
Berlin, Avant Verlag, 2021, 384 Seiten
ISBN 978-3-96445-050-0 / 39,00 Euro
Großformatiges Hardcover

Die Kunstform des sequenziellen Erzählens – allgemein als „Comic“ bekannt – entwickelte ihre Massenwirksamkeit Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts parallel zum Siegeszug der Zeitungen und Zeitschriften, in denen sie von Beginn an Teil der Erfolgsgeschichte waren. Als in den 1930er

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Adventskalender 2020 T-14 "Little Bird"

von am 10. Dezember 2020 Kommentare deaktiviert für Adventskalender 2020 T-14 "Little Bird"

Darcy Van Poelgeest (Text), Ian Bertram (Bilder) & Matt Hollingsworth (Farben)
LITTLE BIRD – Buch Eins: DER KAMPF UM ELDER’S HOPE
Übersetzung: Peter Schadt
(Little Bird / 2019/20)
Ludwigsburg, cross cult, 2020, 200 Seiten
ISBN 978-3-966582-10-0, 35,00 Euro
Großformatiges Hardcover mit laminiertem Einband

Vorstellen möchte ich heute einen, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, sensationell guten Comic:
Gemeint ist damit LITTLE BIRD – Buch Eins: DER KAMPF UM ELDER’S HOPE, geschrieben von Darcy Van Poelgeest, gezeichnet von Ian Bertram und koloriert von Matt Hollingsworth, der in den USA als fünfteilige Miniserie veröffentlicht wurde (in Frankreich und Kanada erschien gleich das Album) und in diesem Jahr den EISNER AWARD als beste „limited Series“ gewonnen hat.

Der monumentale Hardcoverband, den cross cult soeben veröffentlicht hat, übertrifft die Originalausgaben sowohl im Format als auch in der Ausstattung – und wird dem Gesamtkunstwerk, das LITTLE BIRD darstellt, damit durchaus gerecht.
Die Geschichte kreist um das kleine Mädchen Little Bird, das von seiner Mutter auserwählt wurde, den Widerstand der letzten kanadischen Ureinwohner gegen ein menschenverachtendes, diktatorisches Regime von christlichen Gotteskriegern anzuführen, das ganz Nordamerika beherrschen will. Da Little Birds Familie über gewisse Fähigkeiten (je nach Betrachtungsweise Magie oder Mutation) verfügt, ist dieses Unterfangen nicht ganz so hoffnungslos, wie es auf den ersten Blick erscheint …

Was den Comic für mich jedoch weit über das Gewohnte und Erwartete hinaushebt, sind die Bilder, mit denen Bertram und Hollingsworth das Geschehen darstellen. In Bildgestaltung, Farbgebung und Seitenaufbau erinnert LITTLE BIRD an Moebius und Druillet, in Dynamik und Detailfreude an Geoff Darrow, jedoch zeigen die Künstler durchgängig einen eigenständigen „look“ und den Willen, über ihre Vorbilder hinauszugehen.
Beeindruckend!

Horst Illmer

Darcy Van Poelgeest (Text), Ian Bertram (Bilder) & Matt Hollingsworth (Farben)
LITTLE BIRD – Buch Eins: DER KAMPF UM ELDER’S HOPE
Übersetzung: Peter Schadt
(Little Bird / 2019/20)
Ludwigsburg, cross cult, 2020, 200 Seiten
ISBN 978-3-966582-10-0, 35,00 Euro
Großformatiges Hardcover mit laminiertem Einband

Vorstellen möchte ich heute einen, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, sensationell guten Comic:
Gemeint ist damit LITTLE BIRD – Buch Eins: DER

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Einstein

von am 4. November 2020 Kommentare deaktiviert für Einstein

Torben Kuhlmann (Text & Bilder)
Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit.
Zürich, NordSüd, 2020, o. S. (128 S.)
ISBN 978-3-314-10529-6 / 22,00 Euro
Großformatiges Hardcover

Ganz großes Kopf-Kino bietet die inzwischen vierte bebilderte „alternative Weltgeschichte der Mäuse-Erfindungen“ von Torben Kuhlmann, die unter dem Titel EINSTEIN im NordSüd Verlag erschienen ist. Diesmal können wir „die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ mit verfolgen – und erneut zeigt sich, dass die uns Menschen bisher geläufige Geschichtsschreibung durchaus einige „Ergänzungen“ aus dem Blickwinkel der kleinen Nager verträgt.
Nach den Büchern über LINDBERGH, ARMSTRONG und EDISON, die historische Ereignisse „neu“ erzählen, wendet sich Kuhlmann in EINSTEIN erstmals der „echten“ Science Fiction zu und lässt seine vierpfotigen Helden weit über das Menschen bisher Mögliche hinausgreifen und einige Dinge erfinden, zu denen Alberte Einstein zwar die Grundlagen schuf, aber die Menschheit noch lange nicht reif ist …

Horst Illmer
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Einstein
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Torben Kuhlmann (Text & Bilder)
Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit.
Zürich, NordSüd, 2020, o. S. (128 S.)
ISBN 978-3-314-10529-6 / 22,00 Euro
Großformatiges Hardcover

Ganz großes Kopf-Kino bietet die inzwischen vierte bebilderte „alternative Weltgeschichte der Mäuse-Erfindungen“ von Torben Kuhlmann, die unter dem Titel EINSTEIN im NordSüd Verlag erschienen ist. Diesmal können wir „die fantastische Reise einer Maus durch

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The History of EC Comics

von am 26. Oktober 2020 Kommentare deaktiviert für The History of EC Comics

Grant Geissman
THE HISTORY OF EC COMICS.
Originalausgabe
Köln, Taschen, 2020, 600 S.
ISBN 978-3-8365-4976-9
Hardcover, Leineneinband mit Schutzumschlag, 29 x 39,5 cm, 6 kg
Die Erstausgabe ist auf 5000 nummerierte Exemplare limitiert.

Der Comic-Book-Verleger Bill Gaines hatte es wirklich nicht leicht in seinem Leben: Sein Vater M. C. Gaines, der EC 1933 gegründet hatte, hielt ihn lange Zeit für einen Versager – und als er es dann allen gezeigt hatte, hielt ihn Friedrich Wertheimer für die Verkörperung alles Bösen und schob ihm die Verantwortung zu für die Verwahrlosung der amerikanischen Jugend. Dabei wollte Bill doch immer nur eines: Die besten Comics der Welt produzieren.
Und für einen kurzen Zeitraum gelang ihm dies auch!
Gemeinsam mit Künstlern wie Harvey Kurtzman, Al Williamson, Frank Frazetta und Wally Wood machte Bill Gaines, nachdem er 1947 Chef wurde, aus EC (zuerst für Educational Comics, dann für Entertaining Comics), dem ersten „richtigen“ Comic-Verlag Amerikas, den führenden und richtungsweisenden Publikumsverlag für „Bilderheftchen“.
Wie es soweit kam und das weitere Schicksal von Gaines und EC erzählt der Comic-Book-Historiker Grant Geissman im Verlauf der 600 Riesenseiten von THE HISTORY OF EC COMICS.
In Format und Ausstattung vom Taschen Verlag an die bereits erschienen Reverenztitel über DC und Marvel angepasst, gelingt es diesem von den Fans heiß ersehnten Monumentalwerk sogar, seine beiden Vorläufer noch zu übertreffen: Aufgrund des Umstandes, dass EC seine Produktion 1956 einstellen musste, war es möglich am Ende des Buches eine über 100 Seiten umfassende Bild-Bibliografie aufzunehmen die zurecht den Titel „EC’s Complete Covers 1942–1956“ trägt!
So sieht es also aus, wenn Fan-Träume wahr werden.

Horst Illmer
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The History of EC Comics
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Grant Geissman
THE HISTORY OF EC COMICS.
Originalausgabe
Köln, Taschen, 2020, 600 S.
ISBN 978-3-8365-4976-9
Hardcover, Leineneinband mit Schutzumschlag, 29 x 39,5 cm, 6 kg
Die Erstausgabe ist auf 5000 nummerierte Exemplare limitiert.

Der Comic-Book-Verleger Bill Gaines hatte es wirklich nicht leicht in seinem Leben: Sein Vater M. C. Gaines, der EC 1933 gegründet hatte, hielt ihn lange Zeit für einen Versager – und als

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COZMIC

von am 27. Juli 2020 Kommentare deaktiviert für COZMIC

René Moreau & Michael Vogt (Hrsg.)
COZMIC
Die phantastische Comic-Anthologie – Vol. 02
Stolberg, Atlantis, 2020, 94 Seiten
ISBN 987-3-86402-667-6 / 19,90
Großformatiges Hardcover

Wenn es Prosa-Anthologien schon schwer haben, die Aufmerksamkeit des Lesepublikums zu gewinnen, so ist das für Comic-Anthologien fast unmöglich. In der steten Flut wöchentlicher Neuerscheinungen, die ja inzwischen nicht nur bei den Heftchen, sondern auch bei den Alben für ein dermaßenes „Schnell-drehen“ sorgt, dass selbst die ausgepufftesten Nerds „ins Schwimmen“ kommen, bedarf es einiger Chuzpe, diesem Trend die Stirn bieten zu wollen.

Furchtlosigkeit im Kampf um Leser, Engagement für das geliebte Genre, unbedingter Glaube ans eigene Produkt – all dies darf man bei René Moreau und Michael Vogt, den Herausgebern von COZMIC, ebenso voraussetzen wie beim Atlantis Verlag, dem inzwischen gar nicht mehr so kleinen „Kleinverlag“, in dem DIE PHANTASTISCHE COMIC-ANTHOLOGIE erscheint.
Nach dem Start im letzten Jahr liegt/steht jetzt im Frühsommer 2020 die Nummer 2 in den Comic-Shops und Buchhandlungen. Das Großformat und der feste Einband deuten bereits darauf hin, dass auch dieser Band über den Tag hinaus Haltbarkeit und Wert erstrebt. Das Coverbild von Meike Schultchen ist um gleich mehrere Klassen attraktiver als beim Startband (und auch beim für den Herbst angekündigten Band 3 scheint sich dies positiv fortzusetzen).
Inhaltlich ist das Konzept natürlich unverändert: Die Fortsetzungsgeschichten von Schultchen und Maximilian Meier gehen in die zweite Runde, zu Brill/Vogts Mega-Erfolgs-Serie „Ein seltsamer Tag“ (u. a. in phantastisch!) und zu Spree/Wiesers „Die Abenteuer des Raumschiffs EXODUS“ gibt es neue Episoden und von dem halben Dutzend Kurzgeschichten haben mich vor allem die von Frauke Berger („Nachtfalter“) und Endres/Hulm („Narben machen sexy“) überzeugt. Fasziniert war ich von den sechs Seiten von Ingo „Krimalkin“ Lohse („Bilder der fließenden Welt“), die eine Verbeugung vor den Großmeistern Moebius und Druillet machen, jedoch mit starken „Eigenheiten“ aufwarten. Wenn man dann noch Olaf Brills erschöpfend-ausführlichen Artikel über den SF-Comic LUC ORIENT hinzunimmt, sind die fast 100 Seiten fast zu wenig für diesen wunderbaren Überblick über die Vielseitigkeit der einheimischen Comic-Szene.

Wünschen wir uns also, dass COZMIC seine „Mission“ noch einige Ausgaben lang fortsetzen kann – und damit zeigt, dass auch der Comic (über den Tages-Strip hinaus) für kürzere Geschichten durchaus geeignet ist.

Horst Illmer
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René Moreau & Michael Vogt (Hrsg.)
COZMIC
Die phantastische Comic-Anthologie – Vol. 02
Stolberg, Atlantis, 2020, 94 Seiten
ISBN 987-3-86402-667-6 / 19,90
Großformatiges Hardcover

Wenn es Prosa-Anthologien schon schwer haben, die Aufmerksamkeit des Lesepublikums zu gewinnen, so ist das für Comic-Anthologien fast unmöglich. In der steten Flut wöchentlicher Neuerscheinungen, die ja inzwischen nicht nur bei den Heftchen, sondern auch bei den Alben für ein

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Abteilung für irre Theorien

von am 5. Juli 2020 1 Kommentar

Tom Gauld
ABTEILUNG FÜR IRRE THEORIEN.
Übersetzt von Christoph Schuler
(DEPARTMENT OF MIND-BLOWING THEORIES / 2020)
Zürich, Edition Moderne, 2020, 160 Seiten
ISBN 978-3-03731-202-5

Der 1976 geborene Schotte Tom Gauld gehört zu jener raren Sorte von Cartoonisten, deren Bilder(geschichten) so deutlich für sich sprechen, dass sie eigentlich auch ohne Übersetzung zu verstehen sind. Trotzdem muss man natürlich dankbar sein, dass sein DEPARTMENT OF MIND-BLOWING THEORIES (Originalausgabe bei Canongate bzw. Drawn & Quartely) so zeitnah wie selten für die Edition Moderne von Christoph Schuler ins Deutsche übersetzt wurde und ab sofort unter dem Titel ABTEILUNG FÜR IRRE THEORIEN erhältlich ist.
Die 150 Cartoons nehmen den Wissenschaftsbetrieb ordentlich auf den Arm, erfreuen aber sicherlich auch Menschen, die außerhalb einer Universität ihren Lebensinhalt gefunden haben. Die jeweils eine Seite füllenden Zeichnungen wurden speziell für die Zeitschrift New Scientist Magazine gezeichnet und laufen deshalb im englischen Untertitel als „Science Cartoons“ – aber keine Angst, Tom Gauld kann gar nicht anders und hat jede Menge Science Fiction hineingeschmuggelt.

Horst Illmer
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Tom Gauld
ABTEILUNG FÜR IRRE THEORIEN.
Übersetzt von Christoph Schuler
(DEPARTMENT OF MIND-BLOWING THEORIES / 2020)
Zürich, Edition Moderne, 2020, 160 Seiten
ISBN 978-3-03731-202-5

Der 1976 geborene Schotte Tom Gauld gehört zu jener raren Sorte von Cartoonisten, deren Bilder(geschichten) so deutlich für sich sprechen, dass sie eigentlich auch ohne Übersetzung zu verstehen sind. Trotzdem muss man natürlich dankbar sein, dass sein DEPARTMENT OF MIND-BLOWING

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Der Weltraumpostbote

von am 27. Juni 2020 Kommentare deaktiviert für Der Weltraumpostbote

Guillaume Perreault (Text & Bilder)

DER WELTRAUMPOSTBOTE
Übersetzt von Ulrich Pröfrock
(Le facteur de l’espace /2016)
Kassel, Rotopol, 2020, 144 S.
ISBN 978-3-96451-017-4

THE POSTMAN FROM SPACE
Translatet by Francois Bui
(Le facteur de l’espace /2016)
New York, Holliday House, 2020, 142 S.
ISBN 978-0-8234-4519-6

Kennen wir das nicht alle: Da haben wir, nach intensiver Prüfung (oder nach einem flüchtigen Blick), irgendetwas (Bücher, CDs, Klamotten) im Internet bestellt – und dann beginnt das endlose WARTEN!
Die Zeiten des allmorgendlich-pünktlichen „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ sind ja eh schon länger vorbei, aber auch in unserer von diversen Post- und Paketdiensten versorgten Gegenwart gibt es noch Gewissheiten: Das mit Spannung erwartete Paket kommt immer am nächsten Tag (oder dann, wenn wir gerade mal nicht da sind).
Da trifft es sich ganz prima, dass der Frankokanadier Guillaume Perreault eine wunderschöne Graphic Novel geschrieben und gezeichnet hat, die einmal die „andere“ Position darstellt: In THE POSTMAN FROM SPACE / DER WELTRAUMPOSTBOTE begleiten wir Bob („ja, so heißt er, unser Postbote“) während eines (nicht ganz so) normalen Arbeitstags als intergalaktischer Zusteller.
Als besagter Bob zu Schichtbeginn vom „Boss“ erfährt, dass seine Standartroute an jemand anderes übergeben wurde und er ab heute eine komplett neue Route fliegen muss, hat er sogleich ein ungutes Gefühl. Zwar sind es „nur“ fünf Ablieferstellen – aber für Bob entwickelt sich jede davon zu einer existentiellen Herausforderung. Zum Schichtende erwartet ihn dann die überraschend gestellte Frage: Zurück zum Altbekannten – oder morgen wieder was Neues?
Nachdem wir miterlebt haben, wie Bob auf ungewöhnliche Herausforderungen reagiert, schafft er es tatsächlich, uns auf der allerletzten Seite noch einmal so richtig zu überraschen.
Und wenn wir in Zukunft wieder einmal auf unsere „Verspätungskünstler“ schimpfen wollen, oder über den Zustand, in dem eine Sendung bei uns angekommen ist, sollten wir uns an Bob, den WELTRAUMPOSTBOTEN / POSTMAN FROM SPACE zurückerinnern.
Jede Medaille hat zwei Seiten!

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Guillaume Perreault (Text & Bilder)

DER WELTRAUMPOSTBOTE
Übersetzt von Ulrich Pröfrock
(Le facteur de l’espace /2016)
Kassel, Rotopol, 2020, 144 S.
ISBN 978-3-96451-017-4

THE POSTMAN FROM SPACE
Translatet by Francois Bui
(Le facteur de l’espace /2016)
New York, Holliday House, 2020, 142 S.
ISBN 978-0-8234-4519-6

Kennen wir das nicht alle: Da haben wir, nach intensiver Prüfung (oder nach einem flüchtigen Blick), irgendetwas (Bücher,

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Parallel Lines – 1

von am 30. März 2020 1 Kommentar

Von Horst Illmer

Unsortierte Gedanken eines Literatur-DJs im „Jahr Der Leergekauften Hygienepapier-Regale“ (David Foster Wallace)

Overture (The Who / Neil Gaiman)

So, da müsst Ihr jetzt durch. In den nächsten – hier eine Zahl zwischen Null und Unendlich einsetzen – Tagen, Wochen, Monaten werde ich an dieser Stelle mehr regel- als unregelmäßig Texte veröffentlichen, deren Inhalt und Struktur, Qualität und Stil, Länge und Tiefe sich nach der jeweiligen Tagesform des Verfassers, nach seinen Vorlieben und Möglichkeiten und natürlich nach seiner (sprich: meiner) Lust und Laune richtet.

Schreiben werde ich über meine Leidenschaften – vor allem also über Rock-Musik und Sekundärliteratur, über Arno Schmidt und Arthur Rackham, über Graphic Novels und illustrierte Kinderbücher, über Science Fiction, Absolute Editions, Fantasy, signierte und limitierte Erstausgaben, wissenschaftliche Phantastik, Horror, Schauer-Romantik, Mainstream-Literatur, Bücher über Bücher, bildende Kunst, Hörbücher, Vinyl-Platten, Comic-Poster, Fotografie, etc., usw. – sucht euch was aus…

Ich sehe mich dabei (analog zum klassischen Schallplatten-Umdreher) in der Rolle eines Bücher-DJ, der während einer „Theme Time Radio Hour“ (Bob Dylan) auf alles Mögliche anspielt, Bücher vorstellt, thematische Zusammenhänge beleuchtet, Seltenes und Unbekanntes mit Offensichtlichem kreuzt – und ab und zu sogar einen Wunsch erfüllt.

Archiv: Horst Illmer

It’s a boy / It’s a girl (The Who / Frank Miller)

Eigentlich wollte ich mit Frank Millers GIVE ME LIBERTY die erste „Session“ eröffnen, aber der Meister hat natürlich Vorrang. Vor eineinhalb Tagen hat Bob Dylan den Siebzehn-Minuten-Song MURDER MOST FOUL veröffentlicht (1,3 Millionen Aufrufe in den ersten 24 Stunden) und kostenfrei ins Netz gestellt.

Dazu seine lakonischen Worte:
“Greetings to my fans and followers with gratitude for all your support and loyalty across the years. This is an unreleased song we recorded a while back that you might find interesting. Stay safe, stay observant and may God be with you. – Bob Dylan”

[17 Minuten Pause]

Spätestens jetzt sollte allen Kritikern klar geworden sein, warum dieser Mann den Literatur-Nobelpreis erhalten hat.

And now for something completely different (Monty Python): Junge, widerstandsfähige Menschen als „Gewinner“ einer von Seuchen heimgesuchten Welt – sowas dachte sich schon mal jemand aus und erschuf gemeinsam mit einem kongenialen Zeichner einen der besten Comics aller Zeiten.
Die Rede ist von GIVE ME LIBERTY, dem ersten Band der „Martha Washington“-Saga, die Frank Miller in Zusammenarbeit mit Dave Gibbons in den Jahren zwischen 1990 und 2007 in drei Romanen und einer handvoll Kurzgeschichten erzählte. GIVE ME LIBERTY, der erste Teil der Geschichte, beginnt mit der Geburt Marthas – und die Welt, in die sie ihre Schöpfer warfen, hatte riesige Probleme die seither nicht wirklich gelöst wurden: Rassismus, Ungleichbehandlung von Frauen, Umweltverschmutzung, Missachtung von Minderheiten, ein Gesundheitssystem, dass Krankheiten oftmals nur bei jenen behandelt, die dafür auch bezahlen können und ein politisches System, das mit jeder Krise ein wenig weiter nach „rechts“ rückt.
Obwohl der Amerikaner Frank Miller ja oftmals wie ein rabenschwarzer Pessimist schreibt, gelang es dem Engländer Dave Gibbons durch seine farbenfrohen Bilder (und vermutlich auch das eine oder andere „gute Wort“, dass er Miller zuflüsterte) den Handlungsbogen vom „Leben und Wirken der Martha Washington im 21. Jahrhundert“ am Ende mit MARTHA WASHINGTON SAVES THE WORLD einigermaßen versöhnlich ausklingen zu lassen.

Song: Curtis Mayfield – „Underground“ (1970, vom Album ROOTS)

Von Horst Illmer

Unsortierte Gedanken eines Literatur-DJs im „Jahr Der Leergekauften Hygienepapier-Regale“ (David Foster Wallace)

Overture (The Who / Neil Gaiman)

So, da müsst Ihr jetzt durch. In den nächsten – hier eine Zahl zwischen Null und Unendlich einsetzen – Tagen, Wochen, Monaten werde ich an dieser Stelle mehr regel- als unregelmäßig Texte veröffentlichen, deren Inhalt und

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Absolute Swamp Thing by Alan Moore

von am 21. November 2019 Kommentare deaktiviert für Absolute Swamp Thing by Alan Moore

Alan Moore (Text)
Stephen R. Bissette & John Totleben & Rick Veitch (Bilder)
ABSOLUTE SWAMP THING BY ALAN MOORE. VOLUME ONE.
New York, DC, 2019, 450 Seiten
ISBN 978-1-4012-8493-0
Hardcover im Schuber

Nach einer Vielzahl unsäglich schlecht produzierter Nachdrucke ist das „Ding aus dem Sumpf“ endlich da, wo es hingehört: in DCs Vorzeige-Reihe der „Absolute Editions“.
Die im November 2019 erschienene erste Ausgabe von ABSOLUTE SWAMP THING BY ALAN MOORE übertrifft selbst hochgesteckte Erwartungen und zeigt erstmals in aller Deutlichkeit, welch außergewöhnliche Bilder die Zeichner Stephen R. Bissette, John Totleben und Rick Veitch aus den einzigartig-detaillierten Plot-Vorgaben Alan Moores zauberten.
Nachdem er sich in England bereits einen gewissen Ruhm erarbeitet hatte, wurde Moore 1983 von Len Wein (der „Swamp Thing“ 1971 gemeinsam mit Bernie Wrightson erschaffen hat) für DC angeworben, um die damals unpopuläre und schlecht laufende Serie „The Saga of the Swamp Thing“ mit neuem Leben zu erfüllen.
Mit Heft 20 übernahm Moore im Januar 1984 das Storytelling der zweiten Staffel und machte
gemeinsam mit Bissette, Totleben und Veitch aus „Swamp Thing“ eine Bestseller-Serie, die unter anderem auch mehrere Jack Kirby Awards gewann. Mit den 45 Ausgaben, die er zwischen 1984 und September 1987 textete, prägte Moore nicht nur die Figur des beseelten Pflanzenwesens völlig neu, er öffnete mit seinem erwachsenen und zugleich literarischen Erzählen auch für viele weitere britische Künstler wie Neil Gaiman oder Grant Morrison das Tor zum amerikanischen Markt.
Der nun vorliegende erste „Absolute“-Band von „Swamp Thing“ enthält auf 450 Hochglanz-Seiten im Riesenformat von 32 x 22 Zentimetern die Hefte 20 bis 34 der „Saga of the Swamp Thing“ plus die preisgekrönte, an Dantes „Inferno“ angelehnte Story „Down Among the Dead Men“, die 1985 als SWAMP THING ANNUAL #2 erschien. Auf den letzten 30 Seiten erzählt Stephen R. Bissette sehr ausführlich und mit vielen Bildbeispielen über die gemeinsame Arbeit mit seinen Kollegen in jenen für das Comic-Genre so wichtigen frühen 1980er Jahren.
Die restlichen Hefte werden zwei weitere ABSOLUTE SWAMP THING BY ALAN MOORE-Schuber füllen (die vermutlich 2020 und 2021 erscheinen werden), sodass der gesamte von Moore verantwortete Erzähl-Zyklus dann in der ihm gebührenden Qualität vorliegt.

Horst Illmer
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Absolute Swamp Thing by Alan Moore
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Alan Moore (Text)
Stephen R. Bissette & John Totleben & Rick Veitch (Bilder)
ABSOLUTE SWAMP THING BY ALAN MOORE. VOLUME ONE.
New York, DC, 2019, 450 Seiten
ISBN 978-1-4012-8493-0
Hardcover im Schuber

Nach einer Vielzahl unsäglich schlecht produzierter Nachdrucke ist das „Ding aus dem Sumpf“ endlich da, wo es hingehört: in DCs Vorzeige-Reihe der „Absolute Editions“.
Die im November 2019 erschienene erste Ausgabe von ABSOLUTE

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Highwayman

von am 4. November 2019 Kommentare deaktiviert für Highwayman

Koren Shadmi (Text & Bild)
HIGHWAYMAN.
Marietta, Top Shelf, 2019, 160 Seiten
ISBN 978-1-60309-441-2
Softcover

Der 1981 in Israel geborene und inzwischen in New York ansässige Autor und Zeichner Koren Shadmi ist auch hierzulande kein völlig Unbekannter mehr. Sein Comic LOVE ADDICT (Egmont) und seine gezeichnete Biografie von Gary Gygax, dem ERSTEN SPIELLEITER (Feder & Schwert) bekamen durchweg positive Besprechungen.
In den USA ist jetzt mit HIGHWAYMAN (Top Shelf) ein außergewöhnlicher Science-Fiction-Comic erschienen, in dem Shadmi gleichermaßen seine Fähigkeiten als Zeichner und Geschichtenerzähler beweist. Ein ohne eigenes Zutun unsterblich gewordener Mann trampt per Anhalter – nicht durch die Galaxis, sondern – durch die USA dieses und der nächsten Jahrhunderte, immer auf der Suche nach Antworten auf seine drängenden Fragen, dabei immer auch den Launen jener Menschen ausgeliefert, die ihn mitnehmen.
Die Zukunft, in die der HIGHWAYMAN – und mit ihm die ganze Menschheit – reist, ist alles andere als paradiesisch. Als er schließlich im vorletzten Kapitel erfährt, welcher Plan sich hinter seiner „unendlichen Reise“ verbirgt, zeigt sich jedoch, dass es Menschen gibt, die ihr Schicksal selbst zu bestimmen vermögen.
Ganz großes Kino!

Horst Illmer
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Highwayman
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Koren Shadmi (Text & Bild)
HIGHWAYMAN.
Marietta, Top Shelf, 2019, 160 Seiten
ISBN 978-1-60309-441-2
Softcover

Der 1981 in Israel geborene und inzwischen in New York ansässige Autor und Zeichner Koren Shadmi ist auch hierzulande kein völlig Unbekannter mehr. Sein Comic LOVE ADDICT (Egmont) und seine gezeichnete Biografie von Gary Gygax, dem ERSTEN SPIELLEITER (Feder & Schwert) bekamen durchweg positive Besprechungen.
In den USA ist

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Batman: Der dunkle Prinz

von am 8. Oktober 2019 Kommentare deaktiviert für Batman: Der dunkle Prinz

Enrico Marini (Text und Bilder)
BATMAN: DER DUNKLE PRINZ.
Übersetzung: Monja Reichert
Vorwort: Christian Endres
Interview: Alexander Bubenheimer
(Batman: The Dark Prince Charming / 2017/18)
Stuttgart, Panini, 2019, 152 S.
Hardcover mit Folieneinband
ISBN 978-3-7416-1122-3 / 39,00 Euro

Als in den Jahren 2017 und 2018 in den USA die zweiteilige Grafic Novel BATMAN: THE DARK PRINCE CHARMING von Enrico Marini veröffentlicht wurde, war schnell klar, dass hier ein großer europäischer Künstler frischen Wind in den etwas angestaubten amerikanischen Comic-Markt brachte.
Der 1969 in Basel geborene Marini (DIE ADLER ROMS) nahm sich, bei allem gebotenen Respekt vor der Ikone BATMAN und seinen Mitspielern, ziemlich viele Freiheiten bei der Umsetzung der von ihm im Alleingang geschriebenen und gezeichneten Geschichte.
Der Plot kreist um eine Kindesentführung durch den Joker, der damit gleichzeitig Bruce Wayne erpressen und seiner Gespielin Harley Quinn imponieren will, jedoch keine Ahnung hat, welchen Furor er dadurch in seinem größten Widersacher erweckt!
Die deutsche Ausgabe von BATMAN: DER DUNKLE PRINZ erschien bereits 2018 bei Panini, sowohl in zwei Bänden als auch in einem Sammelband, jedoch erst die soeben veröffentlichte Deluxe-Edition wird aufgrund ihrer riesigen Dimensionen (37 x 25 cm), der stabilen Fadenheftung und des erweiterten Zusatzmaterials (inklusive der bedruckten Einbandfolie) dem Rang gerecht, den DER DUNKLE PRINZ bereits jetzt in der Historie herausragender BATMAN-Geschichten inne hat.

Horst Illmer
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Batman: Der dunkle Prinz
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Enrico Marini (Text und Bilder)
BATMAN: DER DUNKLE PRINZ.
Übersetzung: Monja Reichert
Vorwort: Christian Endres
Interview: Alexander Bubenheimer
(Batman: The Dark Prince Charming / 2017/18)
Stuttgart, Panini, 2019, 152 S.
Hardcover mit Folieneinband
ISBN 978-3-7416-1122-3 / 39,00 Euro

Als in den Jahren 2017 und 2018 in den USA die zweiteilige Grafic Novel BATMAN: THE DARK PRINCE CHARMING von Enrico Marini veröffentlicht wurde, war schnell klar, dass hier

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George Orwell

von am 23. September 2019 Kommentare deaktiviert für George Orwell

Pierre Christin (Text) und Sébastien Verdier (Bilder)
GEORGE ORWELL.
Mit Gastbeiträgen von André Juillard, Olivier Balez, Manu Larcenet, Blutch, Juanjo Guarnido und Enki Bilal.
(Orwell / 2019)
Aus dem Französischen von Anja Kootz
München, Knesebeck, 2019, 160 Seiten
ISBN 978-3-95728-154-8

Über George Orwell und seine Bücher ist schon sehr vieles geschrieben worden, das meiste jedoch vor langer Zeit und zumeist in staubtrockenen akademischen Abhandlungen. Da tut es gut, dass jetzt – zum Doppeljubiläum des siebzigsten Jahrestags der Erstveröffentlichung von NINETEEN EIGHTY-FOUR (1949) und des Todestags im Januar 1950 – ein paar aktuellere und innovativere Werke erscheinen, die sich mit dem Leben und Werk dieses außergewöhnlichen Mannes beschäftigen.
Das größte Vergnügen bereitet dabei bisher die monumentale Comic-Biografie GEORGE ORWELL von Pierre Christin (Text) und Sébastien Verdier (Bilder) die soeben bei Knesebeck veröffentlicht wurde.
Die beiden Franzosen erzählen in ausdrucksstarken Bildern (und unterstützt von Kollegen wie Bilal oder Juanjo Guarnido) das Leben des Engländers Eric Blair auf seinem Weg zum weltberühmten Autor George Orwell. Die überwiegend in schwarzweiß gehaltenen Bilder werden an mehreren Stellen durch Farbseiten unterbrochen, auf denen die sechs Gast-Illustratoren Orwells wichtigste Bücher vorstellen. Aber auch Verdier lässt es sich nicht nehmen, ein paar kleine aber bedeutungsvolle Farbspritzer hinzu zu fügen.
Eine sehr empfehlenswerte Bild-Biografie.

Horst Illmer
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George Orwell
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Pierre Christin (Text) und Sébastien Verdier (Bilder)
GEORGE ORWELL.
Mit Gastbeiträgen von André Juillard, Olivier Balez, Manu Larcenet, Blutch, Juanjo Guarnido und Enki Bilal.
(Orwell / 2019)
Aus dem Französischen von Anja Kootz
München, Knesebeck, 2019, 160 Seiten
ISBN 978-3-95728-154-8

Über George Orwell und seine Bücher ist schon sehr vieles geschrieben worden, das meiste jedoch vor langer Zeit und zumeist in staubtrockenen akademischen Abhandlungen. Da

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Paris 2119

von am 7. Juli 2019 Kommentare deaktiviert für Paris 2119

Zep (Text) & Dominique Bertail (Bilder) & Gaétan Georges (Farben)
PARIS 2119.
Aus dem Französischen von Resel Rebiersch
(OT: PARIS 2119 / 2019)
Hamburg, Schreiber & Leser, 2019, 90 Seiten
ISBN 978-3-946337-89-8, Hardcover, 19,80 Euro

Endlich hatte ich mal wieder Zeit genug, um meinen Stapel mit den „Comics, die ich unbedingt lesen will“ ein wenig „abzuarbeiten“.
Da lag seit einigen Wochen die Graphic Novel PARIS 2119 des Schweizer Szenaristen Zep (Pseudonym des 1967 geborenen Philippe Chappuis), die er gemeinsam mit dem französischen Zeichner Dominique Bertail (* 1972) umgesetzt hat.
Es handelt sich bei PARIS 2119 um eine klassische, geradlinig erzählte, abenteuerliche Science-Fiction-Love-Story, angesiedelt in einem hundert Jahre in die Zukunft weitergedachten Paris, dargestellt mit starken, stimmungsvoll kolorierten Bildern, die Anklänge an Bilal und Schuiten zeigen, ihre Kraft aber auch aus ihrer Nähe zur Ligne Claire ziehen.
Tristan Keys, der etwas altmodisch und romantisch veranlage Held der Geschichte, gehört zu den wenigen Menschen, die das inzwischen zum Standard gewordene (und von der Firma Transcore monopolisierte) Reisen mittels Transmitter ablehnen und lieber auf herkömmliche Weise mit dem Zug oder der U-Bahn von A nach B gelangen (oder gar zu Fuß gehen). Seine Freundin Chloé findet seine Phobie zwar „süß“, nimmt seine Bedenken ansonsten aber nicht ernst. Wie allen modernen Menschen sind ihr Bequemlichkeit und Zeitersparnis wichtiger, zudem wird auf diese Weise die Umwelt vom Individualverkehr entlastet.
Auch Tristan kann keine wirklichen Gründe gegen die Transmitter anführen. Bei einem seiner nächtlichen Spaziergänge findet er dann allerdings heraus, dass sein Unbehagen durchaus berechtigt sein könnte …
PARIS 2119 ist gute Unterhaltungsliteratur, nicht mehr – aber auch nicht weniger.

Horst Illmer
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Paris 2119
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Zep (Text) & Dominique Bertail (Bilder) & Gaétan Georges (Farben)
PARIS 2119.
Aus dem Französischen von Resel Rebiersch
(OT: PARIS 2119 / 2019)
Hamburg, Schreiber & Leser, 2019, 90 Seiten
ISBN 978-3-946337-89-8, Hardcover, 19,80 Euro

Endlich hatte ich mal wieder Zeit genug, um meinen Stapel mit den „Comics, die ich unbedingt lesen will“ ein wenig „abzuarbeiten“.
Da lag seit einigen Wochen die Graphic Novel PARIS

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Joe Shuster – Vater der Superhelden

von am 21. Juni 2018 Kommentare deaktiviert für Joe Shuster – Vater der Superhelden

Joe Shuster Graphic NovelJulian Voloj (Text) & Thomas Campi (Bilder)
JOE SHUSTER – VATER DER SUPERHELDEN.
Übersetzt von Julian Voloj.
Vorwort von Michelle „Chelle“ Mayer.
(The Artist behind Superman: The Joe Shuster Story / 2018)
Hamburg, Carlsen, 2018, 176 Seiten
ISBN 978-3-551-76920-6 / 19,99 Euro

 

Jeden Tag eine gute Tat. Deshalb wurde ich Polizist.
Heute half ich einem alten Herrn im Park. Er schlief auf einer Bank und wirkte etwas mitgenommen als ich ihn weckte. Ich brachte ihn in ein Diner und spendierte ihm eine Suppe.
Zum Dank erzählte er mir eine Geschichte.
Seine Geschichte.
Eine unglaubliche Geschichte.
Er sei Joe Shuster, der Erfinder von Superman. Sein Zeichner.
Er und sein Kumpel Jerry Siegel haben Superman erfunden und dann über viele Jahre hinweg die Superman-Comics auch geschrieben und gezeichnet. Und obwohl sie die Schöpfer waren, verdienten andere das große Geld. Sie wurden mit „Peanuts“ abgefunden. Als sie dagegen klagten, wurden sie rausgeworfen. Und ihren Prozess verloren sie auch noch.
Rechte weg, Arbeit weg, Geld weg, Gesundheit weg – und Superman wurde erfolgreicher und erfolgreicher.
Wie gesagt: Eine unglaubliche Geschichte!
Die sollte mal jemand aufschreiben und erzählen.

Das ist jetzt (endlich) passiert.
Bei Carlsen kann man die Lebensgeschichte von Joe Shuster ab sofort als „graphic novel“ nachlesen. Julian Voloj hat seinem Landsmann Shuster – und natürlich zugleich auch dessen Kollegen Jerry Siegel – ein tiefbewegendes Denkmal gesetzt. Seine Biografie erzählt nicht nur von der Herkunft der Familien Shuster und Siegel und dem Leben in Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sondern auch, wie die Superhelden in die Welt kamen und wie gewissenlose Menschen eine ganze Industrie über Jahrzehnte dominierten und den Künstlern ihre Urheberrechte wegnahmen und vorenthielten.
Dass sich die Lage der Comic-Zeichner und -Texter inzwischen deutlich verbessert hat – und wie es dann letztendlich dazu kam – auch davon erzählt dieses Buch.
In dem aus Italien stammenden Thomas Campi hat Voloj einen großartigen Zeichner gefunden, der es meisterlich versteht, die Realität dieser Geschichte ins Bild zu setzen und dabei die amerikanische Comic-Ästhetik an den passenden Stellen einzufügen.

Es gibt inzwischen eine unüberschaubare Zahl an Comics. Es gibt inzwischen jede Menge Biografien in Form von Graphic Novels. Es ist an der Zeit, einem der Urväter dieser Kunstformen endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
Was wäre dazu besser geeignet als dieses Buch.

Horst Illmer
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Gebrauchsanweisung fürs Lesen
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Julian Voloj (Text) & Thomas Campi (Bilder)
JOE SHUSTER – VATER DER SUPERHELDEN.
Übersetzt von Julian Voloj.
Vorwort von Michelle „Chelle“ Mayer.
(The Artist behind Superman: The Joe Shuster Story / 2018)
Hamburg, Carlsen, 2018, 176 Seiten
ISBN 978-3-551-76920-6 / 19,99 Euro

 

Jeden Tag eine gute Tat. Deshalb wurde ich Polizist.
Heute half ich einem alten Herrn im Park. Er schlief auf einer Bank und wirkte

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Ein seltsamer Tag

von am 17. Mai 2018 Kommentare deaktiviert für Ein seltsamer Tag

Olaf Brill (Text) & Michael Vogt (Bilder)
EIN SELTSAMER TAG (1): ROBOTERMÄRCHEN.
Stolberg, Atlantis, 2018, 54 Seiten
ISBN 978-3-86402-554-9

Seit 2011 bereichert der von PERRY RHODAN-Autor Olaf Brill geschriebene und von Michael Vogt (MARK BRANDIS) gezeichnete Comic EIN SELTSAMER TAG das Magazin phantastisch! Aktuell (phantastisch! Heft 70) sind dreißig Episoden mit den (manchmal) mehr oder (meist) weniger spektakulären Abenteuern des Reinigungs-Roboters Niemand erschienen (ein Schelm, wer da an den Helden der ODYSSEE denkt).

Der Atlantis Verlag fand es wohl an der Zeit, diesen Einzel-Episoden eine neue, gediegen aufgemachte Heimat in Form eines großformatigen Hardcover-Albums zu schenken und legt nun den ersten EIN SELTSAMER TAG-Sammelband mit dem beziehungsreichen Untertitel ROBOTERMÄRCHEN vor.

Der komplett vierfarbige Band enthält alle bisher erschienenen phantastisch!-Geschichten (die ersten Episoden, die noch schwarzweiß waren, wurden nachkoloriert), plus drei exklusiv für ROBOTERMÄRCHEN gezeichnete Stories. Abgerundet wird das Buch von einem mehrseitigen Werkstattbericht, der tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Comics gibt – inklusive des von Vogt speziell für die Alien-Sprache der Gnump entworfenen Zeichensatzes, der es nun endlich ermöglicht, die entsprechenden Sprechblasen zu „übersetzen“.

Wer Spaß hat an schrägen Science-Fiction-Geschichten und gut gezeichneten Comics sollte unbedingt mal einen Blick riskieren. Wer EIN SELTSAMER TAG bereits aus dem Magazin kennt, hat hier die Möglichkeit, seine Erinnerung, ohne allzu großen Aufwand beim Durchblättern alter Hefte, aufzufrischen.

Und auch wenn es mich selbst schmerzlich trifft, kann ich Andreas Eschbach eigentlich nur zustimmen, der auf dem Einband mit dem Satz zitiert wird: „EIN SELTSAMER TAG ist immer das Erste, was ich mir vorknöpfe, wenn ein neues PHANTASTISCH! kommt.“

Horst Illmer
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Ein seltsamer Tag 1
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Olaf Brill (Text) & Michael Vogt (Bilder)
EIN SELTSAMER TAG (1): ROBOTERMÄRCHEN.
Stolberg, Atlantis, 2018, 54 Seiten
ISBN 978-3-86402-554-9

Seit 2011 bereichert der von PERRY RHODAN-Autor Olaf Brill geschriebene und von Michael Vogt (MARK BRANDIS) gezeichnete Comic EIN SELTSAMER TAG das Magazin phantastisch! Aktuell (phantastisch! Heft 70) sind dreißig Episoden mit den (manchmal) mehr oder (meist) weniger spektakulären Abenteuern

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Batman: Dark Knight III – Die Übermenschen

von am 28. April 2018 1 Kommentar

Frank Miller & Brian Azzerello (Text)
Frank Miller, Andy Kubert, Klaus Janson, Brad Anderson, Alex Sinclair (Bilder)
BATMAN: DARK KNIGHT III – DIE ÜBERMENSCHEN.
Übersetzt von Bernd Kronsbein, Vorwort von Christian Endres
(DARK KNIGHT III: THE MASTER RACE. Vol. 1 – 9 / 2016/17)
Stuttgart, Panini, 2018, 380 Seiten
ISBN 978-3-7416-0782-0 (Hardcover)
ISBN 978-3-7416-0735-6 (Softcover)

Nachdem es Frank Miller 1986 mit DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN RITTERS geschafft hat, mich ins Lager der Comic-Leser zurückzuholen, hätte er mich mit seinem verunglückten DER DUNKLE RITTER SCHLÄGT ZURÜCK, dem zweiten DARK KNIGHT-Abenteuer von 2001, fast wieder davon abgebracht.

Jetzt ist bei Panini der dritte Teil der Miller’schen BATMAN-Saga mit dem Titel DIE ÜBERMENSCHEN erschienen (und ich hatte mich schon gefragt, wie sie dort wohl THE MASTER RACE übersetzen werden). Tatsächlich hat mich das Storytelling von Miller, der diesmal Unterstützung von Brian Azzarello hatte, und die zeichnerische Umsetzung durch Andy Kubert, Klaus Janson, Brad Anderson, Alex Sinclair und den Meister selbst, positiv überrascht. Trotz einiger Längen (der Band hat immerhin stolze 380 Seiten und damit fast so viel Umfang wie Teil 1 und 2 zusammen) fand ich die Geschichte um die auf Normalformat gewachsenen Kryptonier, die bisher ihr Dasein als miniaturisierte Erinnerung an Supermans Heimatwelt in der Flaschenstatt Kandor fristen mussten, recht originell.
Und auch, dass die vormals sehr problematische Beziehung zwischen Batman und Superman, trotz ihrer beider manchmal sehr unterschiedlichen Weltanschauung, in DIE ÜBERMENSCHEN beginnt, sich wieder zu normalisieren, kann diese beinahe epische Erzählung auf ihrer Habenseite verbuchen.

Für Sammler ergibt sich jetzt die Möglichkeit, die Geschichte in drei Varianten zu erwerben: In neun Original-Heften (mit jeweils einer Mini-Comic-Beilage), gesammelt in einem Band als Softcover und (für fünf Euro Aufpreis) als Hardcover. Die beiden Sammelbände eröffnet ein fetziges Vorwort von Christian Endres, ansonsten hält man sich mit „Bonusmaterial“ sehr zurück. Da droht wohl noch eine „Absolute Edition“ im Hintergrund.

Horst Illmer
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Batman Dark Knight III HC
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Batman Dark Knight III SC
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Frank Miller & Brian Azzerello (Text)
Frank Miller, Andy Kubert, Klaus Janson, Brad Anderson, Alex Sinclair (Bilder)
BATMAN: DARK KNIGHT III – DIE ÜBERMENSCHEN.
Übersetzt von Bernd Kronsbein, Vorwort von Christian Endres
(DARK KNIGHT III: THE MASTER RACE. Vol. 1 – 9 / 2016/17)
Stuttgart, Panini, 2018, 380 Seiten
ISBN 978-3-7416-0782-0 (Hardcover)
ISBN 978-3-7416-0735-6 (Softcover)

Nachdem es Frank Miller 1986 mit DIE RÜCKKEHR DES DUNKLEN RITTERS

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Camp Ausgabe 2

von am 29. Juli 2016 Kommentare deaktiviert für Camp Ausgabe 2

Camp2CAMP – Ausgabe 2 / 2016
Magazin für Comic, Illustration und Trivialkultur
Edition Alfons im Verlag Volker Hamann
(Keine ISBN) VK 15,00 Euro

Im Mai 2016, gerade rechtzeitig zum Erlangener Comic Salon, ist die neueste, langerwartete Nummer 2 von CAMP erschienen. Wie sich bereits in der hervorragenden ersten Ausgabe abzeichnete, entwickelt sich CAMP zu einem unverzichtbaren Übersichtswerk, in dem nicht nur Nostalgiker eine herrlich breitgestreute Berichterstattung über die ungeheure Vielfalt vorfinden, die sich im Dreieck von „Comic, Illustration und Trivialkultur“ in den letzten einhundert Jahren ausgeprägt hat.
Die Herausgeber Volker Hamann und Matthias Hofmann sorgen für die Kontinuität, viele bekannte und neugewonnene Beiträger für die Qualität der Artikel – und das preiswürdige Layout macht den Leser/Betrachter vom ersten Aufschlagen des Heftes an staunen ob solcher Schönheit. Egal ob es sich um die Bilderstrecken über den englischen Cover-Künstler Bruce Pennington oder die Berliner Designerin und Illustratorin Ilse Wende-Lungershausen handelt, oder „nur“ um die luftig mit viel Freiflächen gestalteten Artikel über den Kolportageautor Robert Kraft (von Heinz J. Galle), die derzeitige Pippi-Langstrumpf-Rezeption (von Mechthild Wiesner), die erste US-amerikanische Science-Fiction-Fantruppe der „Futurians“ (von Matthias Hofmann) oder die, intime Kenntnisse verratenden Essays über Comic-Legenden wie „Turok“ (von Alberto Becattini), „Häuptling Feuerauge“ (von Daniel Wamsler) und „Krazy Cat“ (von Jeet Heer), immer blättert man zuerst begeistert ein paar Seiten weiter, bevor man sich zur Lektüre zum Anfang zurück bequemt.
Für Kunden und Freunde der ROMAN-BOUTIQUE enthält das Heft noch ein ganz besonderes „Zuckerchen“ in Form eines Artikels über Science-Fiction-Altmeister Theodore Sturgeon, der seinen Beginn in einer von Hermkes Wühlkisten nimmt …
Zwischen den Heften 1 und 2 lagen zwei Jahre – die überbordente Menge an interessantem Lese- und Anschau-Material in Ausgabe 2 würde vermutlich auch wieder für zwei Jahre reichen, die Gier nach mehr solch toller Geschichten über den Stoff, der unser Herz erwärmt, lässt jedoch auf eine schnellere Veröffentlichungsfrequenz hoffen.

Horst Illmer

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Camp 2 /2016
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CAMP – Ausgabe 2 / 2016
Magazin für Comic, Illustration und Trivialkultur
Edition Alfons im Verlag Volker Hamann
(Keine ISBN) VK 15,00 Euro

Im Mai 2016, gerade rechtzeitig zum Erlangener Comic Salon, ist die neueste, langerwartete Nummer 2 von CAMP erschienen. Wie sich bereits in der hervorragenden ersten Ausgabe abzeichnete, entwickelt sich CAMP zu einem unverzichtbaren Übersichtswerk, in dem

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