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  • aus Horsts Comicsammlung

    Auch Horsts Comicsammlung kann sich sehen lassen. Und ab und an reizt es ihn eben auch mal über die Neunte Kunst zu schreiben.

    Zarter Schmelz

    von am 18. August 2021 1 Kommentar

    Ralf König (Text, Zeichnungen & Farbe)
    LUCKY LUKE HOMMAGE 5 – ZARTER SCHMELZ.
    Berlin, Egmont, 2021, 64 S.
    ISBN 978-3-7704-0500-8 / 16,00 Euro
    Hardcover

    Warum soll es eigentlich immer nur für US-amerikanische Superhelden neue Origin-Storys geben?

    Der inzwischen auch schon 75-jährige Lucky Luke jedenfalls bekommt im fünften „Hommage“-Band ZARTER SCHMELZ vom deutschen Kult-Comic-Zeichner Ralf König ein seinem Alter angemessenes Best-Ager-Abenteuer auf die Unterwäsche (das typische Superhelden-Kostüm) geschrieben – inklusive Rückblick auf die Zeit, als er mit seinem Colt noch etwas unbedachter um sich schoss als heutzutage.

    Der „poor lonesome Cowboy“ tritt in dieser Geschichte erst einmal einen Schritt zurück und überlässt die Bühne einem ebenso ungleichen wie illustren Duo, dessen Schicksal aus der Rückblende erzählt wird: Terrence McQueen und Bud Willis haben während eines gemeinsamen Schafe-Hüten-Auftrags nämliche ihre Zuneigung zueinander entdeckt – und weil im Wilden Westen so etwas noch auf sehr großes Unverständnis stößt, muss Lucky Luke ganz tief in die Trickkiste greifen, um ihnen eine gemeinsame Zukunft zu ermöglichen. Unterstützt und behindert wird er dabei von lieben alten Bekannten wie den Daltons und Calamity Jane, einem Schweizer Viehzüchter mit lila Kühen und den Einwohnern von Straight Gulch, einer typischen Westernstadt, wo Neuankömmlinge auf dem Ortsschild den „freundlichen“ Hinweis lesen können: „Fremder, mach dich vom Acker, sonst liegst du bald drunter!“

    König gelingt das Kunststück, seinen Lucky Luke in jedem Moment „original“ erscheinen zu lassen und trotzdem einen humorvoll geschriebenen und gezeichneten „typischen“ Ralf-König-Comic zu produzieren. Hut ab!

    Horst Illmer
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    Zarter Schmelz
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    Ralf König (Text, Zeichnungen & Farbe)
    LUCKY LUKE HOMMAGE 5 – ZARTER SCHMELZ.
    Berlin, Egmont, 2021, 64 S.
    ISBN 978-3-7704-0500-8 / 16,00 Euro
    Hardcover

    Warum soll es eigentlich immer nur für US-amerikanische Superhelden neue Origin-Storys geben?

    Der inzwischen auch schon 75-jährige Lucky Luke jedenfalls bekommt im fünften „Hommage“-Band ZARTER SCHMELZ vom deutschen Kult-Comic-Zeichner Ralf König ein seinem Alter angemessenes Best-Ager-Abenteuer auf

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    Shangri-La

    von am 19. Juli 2021 noch kein Kommentar

    Mathieu Bablet (Text & Bilder)
    SHANGRI-LA.
    Übersetzt von Harald Sachse
    (SHANGRI-LA / 2016)
    Bielefeld, Splitter, 2021, 223 S.
    ISBN 978-3-96792-065-9 / 39,80 Euro
    Großformatiges Hardcover

    Bei Splitter erschien soeben mit SHANGRI-LA von Mathieu Bablet (Wort & Bild) einer der eindrucksvollsten Comics der letzten Jahre.
    Bablet, 1987 in Frankreich geboren und seit zehn Jahren im Geschäft, lässt sich in seinem bisherigen Opus Magnum alle Zeit der Welt und erzählt seine Geschichte einer zukünftigen Menschheit in liebevoller Detailversessenheit und großen Bildern. Seine Protagonisten leben in einer riesigen Raumstation, die ihre Kreise seit Jahrhunderten über einer unbewohnbar gewordenen Erde zieht, und führen dort, regiert von der Führungsetage von Tianzhu Enterprises, eines monopolistischen Konzerns, ein sorgloses Leben als Konsumenten vieler sinn- und nutzloser Luxusgüter – doch nicht alle sind damit zufrieden: Es formieren sich Widerstandsgruppen mit unterschiedlichen, und sich oftmals widersprechenden, Zielen.
    Geschildert werden die Ereignisse aus der Sicht einer Handvoll Figuren, die sowohl für Tianzhu arbeiten (wie Scott und sein Bruder Virgil) als auch dagegen opponieren (wie der mysteriöse Rebellenführer „Mister Sunshine“). Sie alle haben gute Gründe für ihr Handeln, zweifeln manchmal an ihnen, wechseln die Seiten – und versuchen, mit ihrem Stück vom Kuchen so etwas wie ein „glückliches“ Leben zu führen.
    Noch während Scott im Auftrag der Konzernleitung versucht, die Erzeugung einer Materie-Antimaterie-Singularität durch einen Haufen abtrünniger Physiker zu verhindern, eskaliert die Situation auf der Station …
    Auf den ersten Blick sind es natürlich die wundervollen Bilder, mit denen Bablet seine Seiten füllt, die herausragende Kolorierung und das riesige Format, die Eindruck machen. Allerdings stehen sein worldbuilding und sein herausragendes storytelling seinen zeichnerischen Fähigkeiten keinesfalls nach. Eine so komplexe Geschichte auf über zweihundert Seiten zusammenzuhalten und am Ende alle Fäden zu einem stimmigen Ganzen zu verknüpfen, zeugen von echter Meisterschaft.
    Bablets Geschichte ist stimmig durchkomponiert und nutzt alle Vorteile, die sich durch die Verbindung von Bild und Text anbieten.
    Einfach Exzellent!

    Horst Illmer
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    Shangri-La
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    Mathieu Bablet (Text & Bilder)
    SHANGRI-LA.
    Übersetzt von Harald Sachse
    (SHANGRI-LA / 2016)
    Bielefeld, Splitter, 2021, 223 S.
    ISBN 978-3-96792-065-9 / 39,80 Euro
    Großformatiges Hardcover

    Bei Splitter erschien soeben mit SHANGRI-LA von Mathieu Bablet (Wort & Bild) einer der eindrucksvollsten Comics der letzten Jahre.
    Bablet, 1987 in Frankreich geboren und seit zehn Jahren im Geschäft, lässt sich in seinem bisherigen Opus Magnum alle Zeit der

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    The Postman from Space: The Biker Bandits

    von am 23. Juni 2021 noch kein Kommentar

    Guillaume Perreault (Text & Bilder)
    THE POSTMAN FROM SPACE – THE BIKER BANDITS.
    Translated by Francois Bui
    (Le facteur de l’espace 2: Les Pilleurs à moteurs / 2019)
    New York, Holliday House, 2021, 154 S.
    ISBN 978-0-8234-4520-2

    Unser Freund Bob, der Weltraumpostbote, hat Gefallen gefunden an den aufregenden Seiten seines Berufs – da empfindet er es fast schon als Affront, als er eines schönen Morgens nur einen einzigen Brief erhält, den er einem „Mr. King“ auf dem Nachbarplaneten zustellen soll.
    Und, fast hätte es der Boss vergessen, außerdem muss er noch einen Neuling mitnehmen und einlernen. Ohne Widerrede! Denn der Boss weiß genau, dass Bob lieber alleine unterwegs ist. So ist das Verhältnis zwischen Bob und Marcelle (yep, auch noch ein weiblicher Trainee!) zuerst ein wenig angespannt. Dann aber sagt sich der erfahrene Bob: „Nur ein Brief, nur ein Tag, was soll da schon schiefgehen …?“

    Natürlich alles!!!

    Auch in seinem zweiten Abenteuer mit dem POSTMAN FROM SPACE versteht es der Kanadier Guillaume Perreault auf Schönste, gleichzeitig alle Erwartungen zu erfüllen, die sich nach der Lektüre des ersten Bandes eingestellt haben, und dann doch auch wieder ein Ideenfeuerwerk abzubrennen, das die Leserschaft freudig überrascht. Bis dieser vermaledeite Brief endlich bei „Mr. King“ angekommen ist, braucht es mehr als nur einen Blick ins „Handbuch des perfekten Zustellers“ und diverse Sprünge über den eigenen Schatten …

    Große Unterhaltung, garantiert.

    Horst Illmer
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    The Postman from Space: The Biker Bandits
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    Guillaume Perreault (Text & Bilder)
    THE POSTMAN FROM SPACE – THE BIKER BANDITS.
    Translated by Francois Bui
    (Le facteur de l’espace 2: Les Pilleurs à moteurs / 2019)
    New York, Holliday House, 2021, 154 S.
    ISBN 978-0-8234-4520-2

    Unser Freund Bob, der Weltraumpostbote, hat Gefallen gefunden an den aufregenden Seiten seines Berufs – da empfindet er es fast schon als Affront, als er eines

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    Will Eisner – Graphic Novel Godfather

    von am 14. April 2021 Kommentare deaktiviert für Will Eisner – Graphic Novel Godfather

    Alexander Braun
    WILL EISNER – GRAPHIC NOVEL GODFATHER.
    Berlin, Avant Verlag, 2021, 384 Seiten
    ISBN 978-3-96445-050-0 / 39,00 Euro
    Großformatiges Hardcover

    Die Kunstform des sequenziellen Erzählens – allgemein als „Comic“ bekannt – entwickelte ihre Massenwirksamkeit Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts parallel zum Siegeszug der Zeitungen und Zeitschriften, in denen sie von Beginn an Teil der Erfolgsgeschichte waren. Als in den 1930er Jahren daraus die eigenständige Form der Comic-Hefte entstand, gehörte Will Eisner (1917–2005) zu den „Paten“ (engl. „Godfather“) dieser zuerst ungeliebten Ableger der später so genannten „neunten Kunst“. Und als 1978 mit A CONTRACT WITH GOD (dt. als EIN VERTRAG MIT GOTT) die erste „Graphic Novel“ als Buch in einem Literaturverlag den Anspruch erhob, ernstzunehmende Literatur darzustellen, hob derselbe Will Eisner damit ein seither immer wirkmächtigeres und beliebteres Genre aus der Taufe.

    Deshalb ist der Titel von Alexander Brauns Biografie WILL EISNER – GRAPHIC NOVEL GODFATHER gut gewählt. In diesem durchgängig bebilderten, riesenformatigen, kiloschweren Prachtband wird Eisner anhand seiner Werke porträtiert. Braun beschreibt Eisners außergewöhnlichen Lebensweg in zwölf Kapiteln, die von seinen frühesten Versuchen als Comiczeichner über die ersten Erfolge, die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die anschließende Arbeit für die US-Army, bis hin zum gefeierten Comeback und der späten Beschäftigung mit den jüdischen Wurzeln reichen.

    Dazu gibt es ein ausführliches Interview mit Eisners Freund und Verleger Denis Kitchen sowie ein Kurzporträt von Eisner Gattin Ann, ein Werkverzeichnis und eine Auswahlbibliografie.

    Das fast 400 Seiten umfassende Kompendium dient gleichzeitig als Katalog zu einer derzeit in Dortmund stattfindenden Ausstellung, die dann (hoffentlich) im nächsten Jahr zum Internationalen Comic Salon nach Erlangen wandert. Sicherlich gehört ein Besuch dort zu den Pflichtveranstaltungen für Alle, die sich für Comics interessieren – die Zeit bis dahin aber kann man sich nicht schöner vertreiben als mit dem Blättern, Stöbern und Schmökern in WILL EISNER – GRAPHIC NOVEL GODFATHER!

    Horst Illmer
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    Will Eisner – Graphic Novel Godfather
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    Alexander Braun
    WILL EISNER – GRAPHIC NOVEL GODFATHER.
    Berlin, Avant Verlag, 2021, 384 Seiten
    ISBN 978-3-96445-050-0 / 39,00 Euro
    Großformatiges Hardcover

    Die Kunstform des sequenziellen Erzählens – allgemein als „Comic“ bekannt – entwickelte ihre Massenwirksamkeit Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts parallel zum Siegeszug der Zeitungen und Zeitschriften, in denen sie von Beginn an Teil der Erfolgsgeschichte waren. Als in den 1930er

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    Adventskalender 2020 T-14 "Little Bird"

    von am 10. Dezember 2020 Kommentare deaktiviert für Adventskalender 2020 T-14 "Little Bird"

    Darcy Van Poelgeest (Text), Ian Bertram (Bilder) & Matt Hollingsworth (Farben)
    LITTLE BIRD – Buch Eins: DER KAMPF UM ELDER’S HOPE
    Übersetzung: Peter Schadt
    (Little Bird / 2019/20)
    Ludwigsburg, cross cult, 2020, 200 Seiten
    ISBN 978-3-966582-10-0, 35,00 Euro
    Großformatiges Hardcover mit laminiertem Einband

    Vorstellen möchte ich heute einen, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, sensationell guten Comic:
    Gemeint ist damit LITTLE BIRD – Buch Eins: DER KAMPF UM ELDER’S HOPE, geschrieben von Darcy Van Poelgeest, gezeichnet von Ian Bertram und koloriert von Matt Hollingsworth, der in den USA als fünfteilige Miniserie veröffentlicht wurde (in Frankreich und Kanada erschien gleich das Album) und in diesem Jahr den EISNER AWARD als beste „limited Series“ gewonnen hat.

    Der monumentale Hardcoverband, den cross cult soeben veröffentlicht hat, übertrifft die Originalausgaben sowohl im Format als auch in der Ausstattung – und wird dem Gesamtkunstwerk, das LITTLE BIRD darstellt, damit durchaus gerecht.
    Die Geschichte kreist um das kleine Mädchen Little Bird, das von seiner Mutter auserwählt wurde, den Widerstand der letzten kanadischen Ureinwohner gegen ein menschenverachtendes, diktatorisches Regime von christlichen Gotteskriegern anzuführen, das ganz Nordamerika beherrschen will. Da Little Birds Familie über gewisse Fähigkeiten (je nach Betrachtungsweise Magie oder Mutation) verfügt, ist dieses Unterfangen nicht ganz so hoffnungslos, wie es auf den ersten Blick erscheint …

    Was den Comic für mich jedoch weit über das Gewohnte und Erwartete hinaushebt, sind die Bilder, mit denen Bertram und Hollingsworth das Geschehen darstellen. In Bildgestaltung, Farbgebung und Seitenaufbau erinnert LITTLE BIRD an Moebius und Druillet, in Dynamik und Detailfreude an Geoff Darrow, jedoch zeigen die Künstler durchgängig einen eigenständigen „look“ und den Willen, über ihre Vorbilder hinauszugehen.
    Beeindruckend!

    Horst Illmer

    Darcy Van Poelgeest (Text), Ian Bertram (Bilder) & Matt Hollingsworth (Farben)
    LITTLE BIRD – Buch Eins: DER KAMPF UM ELDER’S HOPE
    Übersetzung: Peter Schadt
    (Little Bird / 2019/20)
    Ludwigsburg, cross cult, 2020, 200 Seiten
    ISBN 978-3-966582-10-0, 35,00 Euro
    Großformatiges Hardcover mit laminiertem Einband

    Vorstellen möchte ich heute einen, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, sensationell guten Comic:
    Gemeint ist damit LITTLE BIRD – Buch Eins: DER

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    Einstein

    von am 4. November 2020 Kommentare deaktiviert für Einstein

    Torben Kuhlmann (Text & Bilder)
    Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit.
    Zürich, NordSüd, 2020, o. S. (128 S.)
    ISBN 978-3-314-10529-6 / 22,00 Euro
    Großformatiges Hardcover

    Ganz großes Kopf-Kino bietet die inzwischen vierte bebilderte „alternative Weltgeschichte der Mäuse-Erfindungen“ von Torben Kuhlmann, die unter dem Titel EINSTEIN im NordSüd Verlag erschienen ist. Diesmal können wir „die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ mit verfolgen – und erneut zeigt sich, dass die uns Menschen bisher geläufige Geschichtsschreibung durchaus einige „Ergänzungen“ aus dem Blickwinkel der kleinen Nager verträgt.
    Nach den Büchern über LINDBERGH, ARMSTRONG und EDISON, die historische Ereignisse „neu“ erzählen, wendet sich Kuhlmann in EINSTEIN erstmals der „echten“ Science Fiction zu und lässt seine vierpfotigen Helden weit über das Menschen bisher Mögliche hinausgreifen und einige Dinge erfinden, zu denen Alberte Einstein zwar die Grundlagen schuf, aber die Menschheit noch lange nicht reif ist …

    Horst Illmer
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    Einstein
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    Torben Kuhlmann (Text & Bilder)
    Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit.
    Zürich, NordSüd, 2020, o. S. (128 S.)
    ISBN 978-3-314-10529-6 / 22,00 Euro
    Großformatiges Hardcover

    Ganz großes Kopf-Kino bietet die inzwischen vierte bebilderte „alternative Weltgeschichte der Mäuse-Erfindungen“ von Torben Kuhlmann, die unter dem Titel EINSTEIN im NordSüd Verlag erschienen ist. Diesmal können wir „die fantastische Reise einer Maus durch

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    The History of EC Comics

    von am 26. Oktober 2020 Kommentare deaktiviert für The History of EC Comics

    Grant Geissman
    THE HISTORY OF EC COMICS.
    Originalausgabe
    Köln, Taschen, 2020, 600 S.
    ISBN 978-3-8365-4976-9
    Hardcover, Leineneinband mit Schutzumschlag, 29 x 39,5 cm, 6 kg
    Die Erstausgabe ist auf 5000 nummerierte Exemplare limitiert.

    Der Comic-Book-Verleger Bill Gaines hatte es wirklich nicht leicht in seinem Leben: Sein Vater M. C. Gaines, der EC 1933 gegründet hatte, hielt ihn lange Zeit für einen Versager – und als er es dann allen gezeigt hatte, hielt ihn Friedrich Wertheimer für die Verkörperung alles Bösen und schob ihm die Verantwortung zu für die Verwahrlosung der amerikanischen Jugend. Dabei wollte Bill doch immer nur eines: Die besten Comics der Welt produzieren.
    Und für einen kurzen Zeitraum gelang ihm dies auch!
    Gemeinsam mit Künstlern wie Harvey Kurtzman, Al Williamson, Frank Frazetta und Wally Wood machte Bill Gaines, nachdem er 1947 Chef wurde, aus EC (zuerst für Educational Comics, dann für Entertaining Comics), dem ersten „richtigen“ Comic-Verlag Amerikas, den führenden und richtungsweisenden Publikumsverlag für „Bilderheftchen“.
    Wie es soweit kam und das weitere Schicksal von Gaines und EC erzählt der Comic-Book-Historiker Grant Geissman im Verlauf der 600 Riesenseiten von THE HISTORY OF EC COMICS.
    In Format und Ausstattung vom Taschen Verlag an die bereits erschienen Reverenztitel über DC und Marvel angepasst, gelingt es diesem von den Fans heiß ersehnten Monumentalwerk sogar, seine beiden Vorläufer noch zu übertreffen: Aufgrund des Umstandes, dass EC seine Produktion 1956 einstellen musste, war es möglich am Ende des Buches eine über 100 Seiten umfassende Bild-Bibliografie aufzunehmen die zurecht den Titel „EC’s Complete Covers 1942–1956“ trägt!
    So sieht es also aus, wenn Fan-Träume wahr werden.

    Horst Illmer
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    The History of EC Comics
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    Grant Geissman
    THE HISTORY OF EC COMICS.
    Originalausgabe
    Köln, Taschen, 2020, 600 S.
    ISBN 978-3-8365-4976-9
    Hardcover, Leineneinband mit Schutzumschlag, 29 x 39,5 cm, 6 kg
    Die Erstausgabe ist auf 5000 nummerierte Exemplare limitiert.

    Der Comic-Book-Verleger Bill Gaines hatte es wirklich nicht leicht in seinem Leben: Sein Vater M. C. Gaines, der EC 1933 gegründet hatte, hielt ihn lange Zeit für einen Versager – und als

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    COZMIC

    von am 27. Juli 2020 Kommentare deaktiviert für COZMIC

    René Moreau & Michael Vogt (Hrsg.)
    COZMIC
    Die phantastische Comic-Anthologie – Vol. 02
    Stolberg, Atlantis, 2020, 94 Seiten
    ISBN 987-3-86402-667-6 / 19,90
    Großformatiges Hardcover

    Wenn es Prosa-Anthologien schon schwer haben, die Aufmerksamkeit des Lesepublikums zu gewinnen, so ist das für Comic-Anthologien fast unmöglich. In der steten Flut wöchentlicher Neuerscheinungen, die ja inzwischen nicht nur bei den Heftchen, sondern auch bei den Alben für ein dermaßenes „Schnell-drehen“ sorgt, dass selbst die ausgepufftesten Nerds „ins Schwimmen“ kommen, bedarf es einiger Chuzpe, diesem Trend die Stirn bieten zu wollen.

    Furchtlosigkeit im Kampf um Leser, Engagement für das geliebte Genre, unbedingter Glaube ans eigene Produkt – all dies darf man bei René Moreau und Michael Vogt, den Herausgebern von COZMIC, ebenso voraussetzen wie beim Atlantis Verlag, dem inzwischen gar nicht mehr so kleinen „Kleinverlag“, in dem DIE PHANTASTISCHE COMIC-ANTHOLOGIE erscheint.
    Nach dem Start im letzten Jahr liegt/steht jetzt im Frühsommer 2020 die Nummer 2 in den Comic-Shops und Buchhandlungen. Das Großformat und der feste Einband deuten bereits darauf hin, dass auch dieser Band über den Tag hinaus Haltbarkeit und Wert erstrebt. Das Coverbild von Meike Schultchen ist um gleich mehrere Klassen attraktiver als beim Startband (und auch beim für den Herbst angekündigten Band 3 scheint sich dies positiv fortzusetzen).
    Inhaltlich ist das Konzept natürlich unverändert: Die Fortsetzungsgeschichten von Schultchen und Maximilian Meier gehen in die zweite Runde, zu Brill/Vogts Mega-Erfolgs-Serie „Ein seltsamer Tag“ (u. a. in phantastisch!) und zu Spree/Wiesers „Die Abenteuer des Raumschiffs EXODUS“ gibt es neue Episoden und von dem halben Dutzend Kurzgeschichten haben mich vor allem die von Frauke Berger („Nachtfalter“) und Endres/Hulm („Narben machen sexy“) überzeugt. Fasziniert war ich von den sechs Seiten von Ingo „Krimalkin“ Lohse („Bilder der fließenden Welt“), die eine Verbeugung vor den Großmeistern Moebius und Druillet machen, jedoch mit starken „Eigenheiten“ aufwarten. Wenn man dann noch Olaf Brills erschöpfend-ausführlichen Artikel über den SF-Comic LUC ORIENT hinzunimmt, sind die fast 100 Seiten fast zu wenig für diesen wunderbaren Überblick über die Vielseitigkeit der einheimischen Comic-Szene.

    Wünschen wir uns also, dass COZMIC seine „Mission“ noch einige Ausgaben lang fortsetzen kann – und damit zeigt, dass auch der Comic (über den Tages-Strip hinaus) für kürzere Geschichten durchaus geeignet ist.

    Horst Illmer
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    COZMIC
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    René Moreau & Michael Vogt (Hrsg.)
    COZMIC
    Die phantastische Comic-Anthologie – Vol. 02
    Stolberg, Atlantis, 2020, 94 Seiten
    ISBN 987-3-86402-667-6 / 19,90
    Großformatiges Hardcover

    Wenn es Prosa-Anthologien schon schwer haben, die Aufmerksamkeit des Lesepublikums zu gewinnen, so ist das für Comic-Anthologien fast unmöglich. In der steten Flut wöchentlicher Neuerscheinungen, die ja inzwischen nicht nur bei den Heftchen, sondern auch bei den Alben für ein

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    Abteilung für irre Theorien

    von am 5. Juli 2020 1 Kommentar

    Tom Gauld
    ABTEILUNG FÜR IRRE THEORIEN.
    Übersetzt von Christoph Schuler
    (DEPARTMENT OF MIND-BLOWING THEORIES / 2020)
    Zürich, Edition Moderne, 2020, 160 Seiten
    ISBN 978-3-03731-202-5

    Der 1976 geborene Schotte Tom Gauld gehört zu jener raren Sorte von Cartoonisten, deren Bilder(geschichten) so deutlich für sich sprechen, dass sie eigentlich auch ohne Übersetzung zu verstehen sind. Trotzdem muss man natürlich dankbar sein, dass sein DEPARTMENT OF MIND-BLOWING THEORIES (Originalausgabe bei Canongate bzw. Drawn & Quartely) so zeitnah wie selten für die Edition Moderne von Christoph Schuler ins Deutsche übersetzt wurde und ab sofort unter dem Titel ABTEILUNG FÜR IRRE THEORIEN erhältlich ist.
    Die 150 Cartoons nehmen den Wissenschaftsbetrieb ordentlich auf den Arm, erfreuen aber sicherlich auch Menschen, die außerhalb einer Universität ihren Lebensinhalt gefunden haben. Die jeweils eine Seite füllenden Zeichnungen wurden speziell für die Zeitschrift New Scientist Magazine gezeichnet und laufen deshalb im englischen Untertitel als „Science Cartoons“ – aber keine Angst, Tom Gauld kann gar nicht anders und hat jede Menge Science Fiction hineingeschmuggelt.

    Horst Illmer
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    Abteilung für irre Theorien
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    Tom Gauld
    ABTEILUNG FÜR IRRE THEORIEN.
    Übersetzt von Christoph Schuler
    (DEPARTMENT OF MIND-BLOWING THEORIES / 2020)
    Zürich, Edition Moderne, 2020, 160 Seiten
    ISBN 978-3-03731-202-5

    Der 1976 geborene Schotte Tom Gauld gehört zu jener raren Sorte von Cartoonisten, deren Bilder(geschichten) so deutlich für sich sprechen, dass sie eigentlich auch ohne Übersetzung zu verstehen sind. Trotzdem muss man natürlich dankbar sein, dass sein DEPARTMENT OF MIND-BLOWING

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    Der Weltraumpostbote

    von am 27. Juni 2020 Kommentare deaktiviert für Der Weltraumpostbote

    Guillaume Perreault (Text & Bilder)

    DER WELTRAUMPOSTBOTE
    Übersetzt von Ulrich Pröfrock
    (Le facteur de l’espace /2016)
    Kassel, Rotopol, 2020, 144 S.
    ISBN 978-3-96451-017-4

    THE POSTMAN FROM SPACE
    Translatet by Francois Bui
    (Le facteur de l’espace /2016)
    New York, Holliday House, 2020, 142 S.
    ISBN 978-0-8234-4519-6

    Kennen wir das nicht alle: Da haben wir, nach intensiver Prüfung (oder nach einem flüchtigen Blick), irgendetwas (Bücher, CDs, Klamotten) im Internet bestellt – und dann beginnt das endlose WARTEN!
    Die Zeiten des allmorgendlich-pünktlichen „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ sind ja eh schon länger vorbei, aber auch in unserer von diversen Post- und Paketdiensten versorgten Gegenwart gibt es noch Gewissheiten: Das mit Spannung erwartete Paket kommt immer am nächsten Tag (oder dann, wenn wir gerade mal nicht da sind).
    Da trifft es sich ganz prima, dass der Frankokanadier Guillaume Perreault eine wunderschöne Graphic Novel geschrieben und gezeichnet hat, die einmal die „andere“ Position darstellt: In THE POSTMAN FROM SPACE / DER WELTRAUMPOSTBOTE begleiten wir Bob („ja, so heißt er, unser Postbote“) während eines (nicht ganz so) normalen Arbeitstags als intergalaktischer Zusteller.
    Als besagter Bob zu Schichtbeginn vom „Boss“ erfährt, dass seine Standartroute an jemand anderes übergeben wurde und er ab heute eine komplett neue Route fliegen muss, hat er sogleich ein ungutes Gefühl. Zwar sind es „nur“ fünf Ablieferstellen – aber für Bob entwickelt sich jede davon zu einer existentiellen Herausforderung. Zum Schichtende erwartet ihn dann die überraschend gestellte Frage: Zurück zum Altbekannten – oder morgen wieder was Neues?
    Nachdem wir miterlebt haben, wie Bob auf ungewöhnliche Herausforderungen reagiert, schafft er es tatsächlich, uns auf der allerletzten Seite noch einmal so richtig zu überraschen.
    Und wenn wir in Zukunft wieder einmal auf unsere „Verspätungskünstler“ schimpfen wollen, oder über den Zustand, in dem eine Sendung bei uns angekommen ist, sollten wir uns an Bob, den WELTRAUMPOSTBOTEN / POSTMAN FROM SPACE zurückerinnern.
    Jede Medaille hat zwei Seiten!

    Horst Illmer
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    Der Weltraumpostbote
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    Guillaume Perreault (Text & Bilder)

    DER WELTRAUMPOSTBOTE
    Übersetzt von Ulrich Pröfrock
    (Le facteur de l’espace /2016)
    Kassel, Rotopol, 2020, 144 S.
    ISBN 978-3-96451-017-4

    THE POSTMAN FROM SPACE
    Translatet by Francois Bui
    (Le facteur de l’espace /2016)
    New York, Holliday House, 2020, 142 S.
    ISBN 978-0-8234-4519-6

    Kennen wir das nicht alle: Da haben wir, nach intensiver Prüfung (oder nach einem flüchtigen Blick), irgendetwas (Bücher,

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