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    Wer könnte besser geeignet sein, über Bücher zu schreiben, als Horst Illmer. Autor des Magazins Phantastisch! Weggefährte meines Vaters und Herausgeber einer Bibliographie über phantastische Literatur.

    Masterpieces of Fantasy Art

    von am 23. November 2020 noch kein Kommentar

    Dian Hanson
    MASTERPIECES OF FANTASY ART.
    Mit einem Vorwort von Boris Vallejo
    Mehrsprachige Originalausgabe: Englisch, Deutsch, Französisch
    Köln, Taschen, 2020, 532 S.
    ISBN 978-3-8365-7210-1
    Hardcover, Leineneinband mit Schutzumschlag, 29 x 39,5 cm, 7,43 kg
    Die Erstausgabe ist auf 7500 nummerierte Exemplare limitiert

    Bildbände, neudeutsch gerne „Artbook“ genannt, gibt es wie Sand am Meer, aber das neueste „Taschen-Buch“ MASTERPIECES OF FANTASY ART einfach nur als Bildband zu bezeichnen, wäre in etwa so als würde man die alte VHS-Version von 2001: A SPACE ODYSSEY auf einem 60 cm-Röhrenbildschirm geschaut mit einem Besuch der restaurierten Originalfassung in einem IMAX-Kino vergleichen. Nicht nur das Format und das Gewicht sprengen jeden Rahmen, auch die Abbildungs- und Verarbeitungsqualität geht weit über alles hinaus, was ich bisher in Artbooks und den Ausstellungskatalogen diverser Museen gesehen habe.
    Die Reproduktionen gewinnen sowohl durch die Größe (bis zu 55 x 36 cm bei einer Doppelseite) wie durch das hier angewandte aufwändige Farbdruckverfahren an Tiefenschärfe und Frische und übertreffen in den meisten Fällen selbst die hochwertigsten Bildbände, die zu vielen der in diesem Buch enthaltenen Künstler ja schon existieren.
    Den Inhalt von MASTERPIECES OF FANTASY ART beschreibt die Verlagswerbung zutreffend als „farbenfrohe Mischung aus Mythos, Muskeln und sexy Jungfrauen“, deren Ursprung (neben einigen Malern und Illustratoren aus der Zeit des Jugendstils) durchaus zu Recht in den Titelbildern der Pulp-Magazine der 1920er Jahre gesehen wird.
    Und so beginnt die große Show mit den Umschlagillustrationen von Weird Tales und Amazing Stories, mit Frank Paul und Virgil Finlay, mit Beispielen früher Fantasy- und Science-Fiction-Bücher. Hierzu, wie dann auch bei all den einzeln vorgestellten KünstlerInnen, gibt es dreisprachige Essays der Herausgeberin Dian Hanson, die von großer Kenntnis über die Personen und Liebe zum Genre und seiner Bildästhetik zeugen.
    Den Hauptteil bildet dann die Vorstellung der zwölf wichtigsten Malerinnen und Illustratoren der „Fantasy Art“, (alphabetisch) beginnend mit Julie Bell, hin zu Druillet, Frank Frazetta, H. R. Giger, Moebius und schließlich Michael Whelan. Jedes Kapitel beginnt mit einer auf Büttenkarton handmontierten Farbtafel (ein Detail, das man den Kunstbüchern der vorletzten Jahrhundertwende abgeschaut hat, über das man sich genauso freut wie über die Fadenheftung, das Lesebändchen und das kräftige blaue Leinen des Einbandes) und endet mit einer einfarbigen Federzeichnung.
    Es folgen noch die Biografien von 99 weiteren „Fantasy Artists“ inklusive vieler aussagekräftiger Bildbeispiele – und dann endet dieser Rundgang durch das „Museum unserer liebgewordenen Traumbilder“ damit, dass die Rückseite des Schutzumschlags das Motiv der großen Moebius-Ausstellung aus dem letzten Jahr ohne jede störende Beschriftung zeigt.
    Bei diesem Meisterstück der Fantasy-Kunst stimmt einfach jedes Detail.

    Horst Illmer
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    Masterpieces of Fantasy Art
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    Dian Hanson
    MASTERPIECES OF FANTASY ART.
    Mit einem Vorwort von Boris Vallejo
    Mehrsprachige Originalausgabe: Englisch, Deutsch, Französisch
    Köln, Taschen, 2020, 532 S.
    ISBN 978-3-8365-7210-1
    Hardcover, Leineneinband mit Schutzumschlag, 29 x 39,5 cm, 7,43 kg
    Die Erstausgabe ist auf 7500 nummerierte Exemplare limitiert

    Bildbände, neudeutsch gerne „Artbook“ genannt, gibt es wie Sand am Meer, aber das neueste „Taschen-Buch“ MASTERPIECES OF FANTASY ART einfach nur als Bildband zu weiterlesen…

    Science Fiction Jahr 2020

    von am 22. November 2020 3 Kommentare

    Melanie Wylutzki & Hardy Kettlitz (Hrsg.)
    DAS SCIENCE FICTION JAHR 2020.
    Berlin, Hirnkost, 2020, 607 Seiten
    ISBN 978-3-948675-49-3 / 28,00 Euro
    Klappenbroschur

    Diesmal rechtzeitig und wohl ohne allzu großen Stress für den Hirnkost Verlag und die Herausgeber Melanie Wylutzki und Hardy Kettlitz erschien soeben DAS SCIENCE FICTION JAHR 2020.
    Der Inhalt: Die gewohnte „volle Dröhnung“ zum abgelaufenen Jahr mit ALLEM was man/frau über Science Fiction wissen wollte/sollte. Das zentrale Thema der siebzehn, den Statistikteil begleitenden Essays (u. a. von Judith C. Vogt, Silke Brandt, Lena Richter, Bernhard Kempen, Karlheinz Steinmüller und Hartmut Kasper) ist in diesem Jahr „Diversität, Queerness und Gender“ (mit einem kleinen Abstecher in Richtung der aktuellen „Katastrophen“).
    Ansonsten ist es einfach schön, dass, trotz aller Schwierigkeiten in den vergangenen Jahren, dieses „Aushängeschild der deutschen SF-Kritik“ wieder im „Regelbetrieb“ läuft.

    Horst Illmer
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    Das Science Fiction Jahr 2020
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    Melanie Wylutzki & Hardy Kettlitz (Hrsg.)
    DAS SCIENCE FICTION JAHR 2020.
    Berlin, Hirnkost, 2020, 607 Seiten
    ISBN 978-3-948675-49-3 / 28,00 Euro
    Klappenbroschur

    Diesmal rechtzeitig und wohl ohne allzu großen Stress für den Hirnkost Verlag und die Herausgeber Melanie Wylutzki und Hardy Kettlitz erschien soeben DAS SCIENCE FICTION JAHR 2020.
    Der Inhalt: Die gewohnte „volle Dröhnung“ zum abgelaufenen Jahr mit ALLEM was man/frau über Science weiterlesen…

    Pandemie

    von am 11. November 2020 noch kein Kommentar

    Hans Jürgen Kugler & René Moreau (Hrsg.)
    PANDEMIE. Geschichten zur Zeitenwende.
    Mit vielen Illustrationen
    Berlin, Hirnkost, 2020, 466 Seiten
    ISBN 978-3-948675-59-2
    Hardcover

    Das Schreiben von Kurzgeschichten will nicht nur gelernt, sondern auch geübt sein. Da macht es sich so langsam bemerkbar, dass es in den letzten Jahren (und verstärkt in 2020) doch immer mehr Möglichkeiten gerade für deutschsprachige Autoren und Autorinnen gab, diese Kunst auszuüben.
    Allein im Hirnkost Verlag liegt jetzt mit PANDEMIE bereits die zweite Anthologie mit ausschließlich neuen Geschichten vor – und was für ein gigantisches Buch ist das geworden!
    War schon DER GRÜNE PLANET, ebenfalls von Hans Jürgen Kugler und René Moreau herausgegeben, ein spektakulär gemachtes Buchobjekt, so übertrifft PANDEMIE sowohl an Gewicht wie an Ausstattung fast alles, was in den letzten siebzig Jahren in Deutschland an Science-Fiction-Anthologien erschienen ist. Das fadengeheftet Hardcover ist auf schwerem Hochglanzpapier gedruckt, um nicht nur den über dreißig Stories gerecht zu werden, sondern vor allem den Künstlern (Uli Bendick, Mario Franke, Jan Hoffmann, David Steage und Michael Vogt) und den fast vierzig (!) Grafiken, die aus dem über 460 Seiten umfassenden Sammelband ein echtes Artbook machen.
    Das alles darf natürlich nicht den Blick verstellen auf die Stories, bei denen es sich oftmals um die bisher besten und engagiertesten Texte der jeweiligen Autor*innen handelt. (Eine Aufzählung würde den Rahmen sprengen, genannt seien beispielhaft nur Armin Möhle, Werner Zillig, Michael Siefener, Monika Niehaus und Christian Endres.)
    Wenn wir dem Drecks-Virus sonst schon nur mit Weh und Klage begegnen können, so verdanken wir Corona jetzt wenigstens diese geile Anthologie.
    PANDEMIE – GESCHICHTEN ZUR ZEITENWENDE ist ein MUSS in diesem Herbst!

    Horst Illmer
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    Pandemie
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    Hans Jürgen Kugler & René Moreau (Hrsg.)
    PANDEMIE. Geschichten zur Zeitenwende.
    Mit vielen Illustrationen
    Berlin, Hirnkost, 2020, 466 Seiten
    ISBN 978-3-948675-59-2
    Hardcover

    Das Schreiben von Kurzgeschichten will nicht nur gelernt, sondern auch geübt sein. Da macht es sich so langsam bemerkbar, dass es in den letzten Jahren (und verstärkt in 2020) doch immer mehr Möglichkeiten gerade für deutschsprachige Autoren und Autorinnen gab, diese Kunst weiterlesen…

    Einstein

    von am 4. November 2020 noch kein Kommentar

    Torben Kuhlmann (Text & Bilder)
    Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit.
    Zürich, NordSüd, 2020, o. S. (128 S.)
    ISBN 978-3-314-10529-6 / 22,00 Euro
    Großformatiges Hardcover

    Ganz großes Kopf-Kino bietet die inzwischen vierte bebilderte „alternative Weltgeschichte der Mäuse-Erfindungen“ von Torben Kuhlmann, die unter dem Titel EINSTEIN im NordSüd Verlag erschienen ist. Diesmal können wir „die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ mit verfolgen – und erneut zeigt sich, dass die uns Menschen bisher geläufige Geschichtsschreibung durchaus einige „Ergänzungen“ aus dem Blickwinkel der kleinen Nager verträgt.
    Nach den Büchern über LINDBERGH, ARMSTRONG und EDISON, die historische Ereignisse „neu“ erzählen, wendet sich Kuhlmann in EINSTEIN erstmals der „echten“ Science Fiction zu und lässt seine vierpfotigen Helden weit über das Menschen bisher Mögliche hinausgreifen und einige Dinge erfinden, zu denen Alberte Einstein zwar die Grundlagen schuf, aber die Menschheit noch lange nicht reif ist …

    Horst Illmer
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    Einstein
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    Torben Kuhlmann (Text & Bilder)
    Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit.
    Zürich, NordSüd, 2020, o. S. (128 S.)
    ISBN 978-3-314-10529-6 / 22,00 Euro
    Großformatiges Hardcover

    Ganz großes Kopf-Kino bietet die inzwischen vierte bebilderte „alternative Weltgeschichte der Mäuse-Erfindungen“ von Torben Kuhlmann, die unter dem Titel EINSTEIN im NordSüd Verlag erschienen ist. Diesmal können wir „die fantastische Reise einer Maus durch weiterlesen…

    Harry Harrison

    von am 19. Oktober 2020 noch kein Kommentar

    Hardy Kettlitz & Christian Hoffmann
    HARRY HARRISON – WELTENBUMMLER UND WITZBOLD.
    Originalausgabe
    Berlin, Memoranda, 2020, 301 S.
    ISBN 978-3-948616-40-3 / 18,90 Euro
    SF Personality Band 28
    Klappenbroschur

    Wer das Glück hatte, den in den USA geborenen, sich aber auf der ganzen Welt zuhause fühlenden Autor und Comiczeichner Harry Harrison (1925–2012) einmal auf einer Convention zu begeg­nen, und die Chancen standen gut, der lernte einen klugen, humorvollen, sprachgewanden und sehr eigenwilligen Charakter kennen, der stets einen bleibenden Eindruck hinterließ.
    Allen diesen menschlichen Besonderheiten gerecht wird der neueste Band der Reihe SF Personality, den Hardy Kettlitz und Christian Hoffmann soeben unter dem Titel HARRY HARRISON – WELTENBUMMLER UND WITZBOLD im Memoranda Verlag veröffentlichten. Neben Bibliografie, Biografie und ausführlicher Werkbesprechung enthält der Band auf seinen 300 Seiten auch noch ein bisher unveröffentlichtes Interview, das Arno Behrend 1999 mit Harrison in Dortmund führte, sowie einen Essay von John Clute.
    Ein herzerwärmendes Erinnerungsbuch.

    Horst Illmer
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    Harry Harrison
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    Hardy Kettlitz & Christian Hoffmann
    HARRY HARRISON – WELTENBUMMLER UND WITZBOLD.
    Originalausgabe
    Berlin, Memoranda, 2020, 301 S.
    ISBN 978-3-948616-40-3 / 18,90 Euro
    SF Personality Band 28
    Klappenbroschur

    Wer das Glück hatte, den in den USA geborenen, sich aber auf der ganzen Welt zuhause fühlenden Autor und Comiczeichner Harry Harrison (1925–2012) einmal auf einer Convention zu begeg­nen, und die Chancen standen gut, der lernte einen klugen, weiterlesen…

    Infinitum

    von am 14. Oktober 2020 noch kein Kommentar

    Christopher Paolini
    INFINITUM – DIE EWIGKEIT DER STERNE. Roman.
    Aus dem amerikanischen Englisch von Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer und Katharina Naumann
    (TO SLEEP IN A SEA OF STARS / 2020)
    München, Knaur, 2020, 960 Seiten
    ISBN 978-3-426-22736-7 / 24,00 Euro
    Hardcover

    Gleich vier Übersetzer*innen benötigte es, damit das neue Buch von Bestseller-Autor Christopher Paolini rechtzeitig zur weltweit gleichzeitig erfolgenden Veröffentlichung am 15. September 2020 fertig war. Natürlich kann man von einem Autor wie Paolini, der viele tausend Seiten mit der Geschichte eines Jungen und seines Drachen gefüllt hat, nicht erwarten, dass er einen „kurzen“ Science-Fiction-Roman schreibt. Also sind zumindest die 960 Seiten Umfang von INFINITUM – DIE EWIGKEIT DER STERNE keine Überraschung. Ganz anders sieht es da schon damit aus, dass der Roman wohl als Einzelband konzipiert ist – und natürlich auch damit, dass Paolini das ihm eigentlich „fremde“ Genre der Space Opera bedient. Obwohl, „große Oper“ war sein ERAGON-Zyklus ja auch.
    In INFINITUM, dessen Originaltitel TO SLEEP IN A SEA OF STARS den Verlagsverantwortlichen wohl zu viel verraten hätte (oder auf Deutsch zu kitschig gewesen wäre), erzählt Paolini die Entwicklungsgeschichte einer jungen Frau namens Kira, die bei der Erforschung eines neuentdeckten Planeten auf ein Alien-Artefakt stößt. Und das, nachdem die Menschheit jahrhundertelang in den Kosmos vorgestoßen ist, ohne je anderes Leben zu finden. Damit ist das exotische Umfeld abgesteckt, in dem die nachfolgenden, dramatischen Ereignisse von unserer Heldin und ihren Freunden alles abfordern, was eine spannende Geschichte ausmacht …
    Das aufwändig mit Illustrationen und Lesebändchen gestaltete Hardcover enthält nicht nur Kartenmaterial und ein Glossar, sondern auch ein mehrseitiges Nachwort des Autors, in dem er erzählt, warum er fast zehn Jahre für die Niederschrift dieses Buches benötigte. Und er legt ein paar „Brotkrumen“ aus, die Lust auf einen nochmaligen Lesedurchgang machen.

    Horst Illmer
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    Infinitum
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    Christopher Paolini
    INFINITUM – DIE EWIGKEIT DER STERNE. Roman.
    Aus dem amerikanischen Englisch von Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer und Katharina Naumann
    (TO SLEEP IN A SEA OF STARS / 2020)
    München, Knaur, 2020, 960 Seiten
    ISBN 978-3-426-22736-7 / 24,00 Euro
    Hardcover

    Gleich vier Übersetzer*innen benötigte es, damit das neue Buch von Bestseller-Autor Christopher Paolini rechtzeitig zur weltweit gleichzeitig erfolgenden Veröffentlichung am 15. September weiterlesen…

    Olympos

    von am 6. Oktober 2020 noch kein Kommentar

    Dan Simmons
    OLYMPOS. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
    (OLYMPOS / 2005)
    München, Heyne, 2020, 1040 S.
    ISBN 978-3-453-32048-2 / 16,99 Euro

    Singe uns, o Musensohn, die Abenteuer von Achilles, Helena, Hektor, Odysseus – und von Dr. phil. Thomas Hockenberry.
    Im zwei Jahre nach ILIUM erstveröffentlichten OLYMPOS führt Dan Simmons seinen wahrhaft epischen Entwurf einer alternativen Geschichte fort. Nahtlos schließt er an die Ereignisse an, die sich nach dem schicksalhaften Eingreifen des „Scholikers“ Hockenberry in den Ablauf der „Original“-ILIAS-Handlung entwickelten.
    Simmons zerfasert zuerst den Ablauf der Erzählung noch mehr, eröffnet weitere „Nebenkriegsschauplätze“ und führt sogar noch eine neue Hauptperson ein, bevor er, immerhin dreihundert Seiten vor dem Ende des Buches, beginnt, die Fäden wieder aufzunehmen und zu verknüpfen. Mag es auch beim Lesen manchmal zu ernsten Zweifeln kommen – schlussendlich schafft es der Autor doch, ein überzeugendes und begeisterndes Gesamtbild zu wirken.
    Die antiken Götter- und Heldensagen bildeten seit jeher einen Fundus, aus dem sich die Geschichtenerzähler aller folgenden Epochen gerne bedienten, allerdings nur wenige mit einer ähnlichen Meisterschaft wie Dan Simmons.
    ILIUM und OLYMPOS bilden zusammen einen fast zweitausend Seiten umfassenden Roman, der durchgängig spannend bleibt, farbenfroh, humorvoll und stilsicher zu unterhalten weiß, und mit einer einmaligen Lektüre noch lange nicht ausgeschöpft ist. Wer Lust dazu hat, kann bei weiteren Durchgängen zum Beispiel den vielen offenen und verborgenen Zitaten aus der Weltliteratur nachspüren, die Parallelen zwischen Homer, James Joyce und Dan Simmons untersuchen, sich mit dem Unterschied zwischen „Scholastiker“ und „Verfasser von Scholien“ beschäftigen, oder die Plausibilität der wissenschaftlichen Erklärungen der Quantenteleportation erforschen.
    Aber einmal Lesen macht auch schon froh.

    Horst Illmer
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    Olympos
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    Dan Simmons
    OLYMPOS. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
    (OLYMPOS / 2005)
    München, Heyne, 2020, 1040 S.
    ISBN 978-3-453-32048-2 / 16,99 Euro

    Singe uns, o Musensohn, die Abenteuer von Achilles, Helena, Hektor, Odysseus – und von Dr. phil. Thomas Hockenberry.
    Im zwei Jahre nach ILIUM erstveröffentlichten OLYMPOS führt Dan Simmons seinen wahrhaft epischen Entwurf einer alternativen Geschichte fort. Nahtlos schließt er an die Ereignisse weiterlesen…

    Ilium

    von am 5. Oktober 2020 noch kein Kommentar

    Dan Simmons
    ILIUM. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
    (ILIUM / 2003)
    München, Heyne, 2019, 880 S.
    ISBN 978-3-453-32047-5 / 16,99 Euro

    Wer sich einmal mit dem Werk von Dan Simmons beschäftigt hat, weiß, dass der Amerikaner ein Faible für die europäische, vor allem die englische, Literatur hat. Schon in seinem meisterhaften HYPERION/ENDYMION-Zyklus waren neben dem allgegenwärtigen Dichter John Keats weitere literarische Bezüge eingewoben. Dieses Stilelement hat er in ILIUM in den Mittelpunkt gerückt.
    Das Buch beginnt mehr als tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung auf der großen Ebene vor der Stadt Ilium, die uns Heutigen besser als Troja bekannt ist. Die Geschichte setzt ein im neunten Jahr der Stadtbelagerung durch das Griechenheer. Sie beginnt mit den blutigen Kämpfen der edlen Helden und den willkürlich scheinenden Eingriffen der Götter – ganz so wie Homer uns dies in seinem großen Buch erzählt.
    Ganz so?
    Nein! NEIN!
    Denn diese Geschichte erzählt uns Professor Thomas Hockenberry, der im 20. Jahrhundert (christlicher Zeitrechnung) als Historiker an der University of Indiana lehrte und dort auch verstarb. Die Götter selbst haben Hockenberry nach Jahrtausenden wiederbelebt, zu sich auf den Mars geholt, wo sie auf dem Olympos-Vulkan ihr Domizil errichtet haben. Von dort aus senden sie ihn als Beobachter und Berichterstatter zurück auf die antiken Schlachtfelder, wo er eventuelle Abweichungen vom homerischen Epos registrieren soll – aber das ist nur eine der kleineren Überraschungen, die uns der Autor bereitet.
    Simmons wirbelt auf den folgenden fast 900 Seiten so viel historischen und literarischen Staub auf, dass man als Leser oftmals glaubt, an seinen Grenzen angelangt zu sein. Doch dann bläst immer wieder ein frischer, erzähltaktisch glänzend platzierter Wind diesen Staub von unserer Wahrnehmung und fügt einige der losen Enden zu einem neuen, spannenden Faden zusammen. Diesen Fäden folgt man, gefesselt an das Weberschiffchen des großen Erzählers,
    fast willenlos von einem Knoten zum nächsten, wechselt dort auf einen neuen Strang, gewinnt Erkenntnisse, die das Muster langsam deutlicher werden lassen – und sitzt am Ende vor einem grandiosen Panaroma-Teppich der phantastischen Literatur.
    Die verwendeten Garne wurden in den Werkstätten von Shakespeare & Co. hergestellt, gefärbt von den Wells-Werken und in der Zeit verloren und wiedergefunden von Proust & Swann. Den Rahmen lieferten die großen Wissenschaftler und Erzähler der Moderne, die Spannung übernahmen die Mythenschöpfer der Antike und über allem wacht der musengeküsste Geist eines literarischen Meisterwebers.
    Ganz zum Schluss, wenn man wieder ein wenig zu Atem gekommen ist, wenn man sich langsam aus diesem herrlichen Werk löst, erkennt man, in welche Falle der Autor Simmons seine Leserschaft gelockt hat. Es geht uns ähnlich wie Hockenberry, der auf der letzten Seite mit einem Kollegen fachsimpelt:

    „Wir wussten immer was als Nächstes passieren würde. Welcher Mensch oder Gott was tun würde.“
    „Ja, ich weiß.“
    „Wissen Sie, was in Ihrer neuen Welt als Nächstes passiert?“
    „Keine Ahnung. Aber es wird verdammt interessant sein, es herauszufinden.“

    Horst Illmer
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    Ilium
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    Dan Simmons
    ILIUM. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
    (ILIUM / 2003)
    München, Heyne, 2019, 880 S.
    ISBN 978-3-453-32047-5 / 16,99 Euro

    Wer sich einmal mit dem Werk von Dan Simmons beschäftigt hat, weiß, dass der Amerikaner ein Faible für die europäische, vor allem die englische, Literatur hat. Schon in seinem meisterhaften HYPERION/ENDYMION-Zyklus waren neben dem allgegenwärtigen Dichter John Keats weitere literarische Bezüge weiterlesen…

    NOVA. Science-Fiction 29

    von am 21. September 2020 noch kein Kommentar

    Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.)
    NOVA. Science-Fiction. Ausgabe 29
    Editorial von Michael Haitel
    Illustriert von Lothar Bauer u.v.a.
    Winnert, p. machinery, 2020, 220 Seiten
    Kartoniert
    ISBN 978-3-95765-205-8 / 16,90 Euro

    Mit einem absoluten Hingucker als Titelbild präsentiert sich in diesem September die Ausgabe 29 von NOVA Science-Fiction, dem von Michael K. Iwoleit & Michael Haitel herausgegebenen Paperback-Magazin.
    Wie gewohnt gibt es Kurzgeschichten und Sachtexte, Illustrationen und ein Editorial. Ebenfalls wie gewohnt steht bei NOVA eindeutig das geschriebene Wort im Mittelpunkt, die Illustrationen bleiben genau das – und der Sekundärteil (den Thomas Sieber betreut) nimmt inzwischen ein gutes Viertel des Platzes ein.
    Die aktuelle, über 200 Seiten starke Nummer beschäftigt sich diesmal schwerpunktmäßig mit der „Simulationshypothese“ (WELT AM DRAHT, UBIK, MATRIX usw.), bringt zwei Nachrufe auf Syd Mead und Mike Resnick, beginnt mit einem launigen Vorwort des Verlegers und punktet ansonsten mit elf sehr lesenswerten Stories, unter anderem von Uwe Post, Frank Hebben, Tino Falke, Martin Wambsganß und dem allgegenwärtigen Norbert Stöbe.
    Die durchweg guten Illus stammen von Gerd Frey, Christian Günther, Christine Schlicht und Si-yü Steuber.

    Horst Illmer
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    NOVA 29
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    Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.)
    NOVA. Science-Fiction. Ausgabe 29
    Editorial von Michael Haitel
    Illustriert von Lothar Bauer u.v.a.
    Winnert, p. machinery, 2020, 220 Seiten
    Kartoniert
    ISBN 978-3-95765-205-8 / 16,90 Euro

    Mit einem absoluten Hingucker als Titelbild präsentiert sich in diesem September die Ausgabe 29 von NOVA Science-Fiction, dem von Michael K. Iwoleit & Michael Haitel herausgegebenen Paperback-Magazin.
    Wie gewohnt gibt es Kurzgeschichten und Sachtexte, weiterlesen…

    Treiben lassen

    von am 14. September 2020 noch kein Kommentar

    Peter Van den Ende
    TREIBEN LASSEN.
    (Zwerfeling / 2019)
    Stuttgart, Aladin, 2020, ca. 100 Seiten
    ISBN: 978-3-8489-0191-3
    Großformatiger Pappband

    So, und jetzt habe ich ein Problem.
    Wie „bespricht“ man ein Buch, in dem kein einziges Wort steht, ein „Bilder-Buch“ in jedem nur vorstellbaren Sinn, in dem aber eine komplexe Geschichte erzählt wird, in Bildern von einer solchen Einzigartigkeit, Eleganz und Prägnanz, dass eine „Nach-Erzählung“ nur blass und unvollkommen geraten kann?
    Versuchen wir es zuerst einmal damit, dass wir den Künstler nennen: Peter Van den Ende. Dann den Titel: TREIBEN LASSEN. Der deutsche Verlag: Aladin. Die ISBN: 978-3-8489-0191-3. Das Format: Ein fadengehefteter Pappband mit 31 Zentimetern Höhe, 23,5 Zentimetern Breite und 96 unpaginierten Seiten (inklusive der Vorsatzpapiere).
    Und jetzt – der Inhalt: „Ein Papierboot wird an Bord eines Segelschiffs gefaltet und vorsichtig aufs Wasser gesetzt. Dann segelt das Schiff davon und lässt das Boot allein zurück. Eine lange Reise über die Meere beginnt.“ So steht das auf dem hinteren Deckel. Punkt.
    Nach einigen Recherchen im Internet könnte ich jetzt noch erwähnen, dass Peter Van den Ende 1985 in den Niederlanden geboren wurde und 2019 dort die Originalausgabe von ZWERFELING erschienen ist. Da TREIBEN LASSEN nur eine von mehreren internationalen Ausgaben (übersetzen kann man das ja nicht nennen) ist – z. B. THE WANDERER (Englisch) und TRAVESIA (Spanisch) – und mit einem Werbespruch von Shaun Tan (der einem ohnehin sogleich einfällt) aufwarten kann, dürfte sich dieses Buch wohl in Kürze von einem Geheimtipp zu einem Weltbestseller entwickeln.
    So, jetzt haben Sie hoffentlich kein Problem mehr bei der Wahl Ihres nächsten Buches.

    Horst Illmer
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    Peter Van den Ende
    TREIBEN LASSEN.
    (Zwerfeling / 2019)
    Stuttgart, Aladin, 2020, ca. 100 Seiten
    ISBN: 978-3-8489-0191-3
    Großformatiger Pappband

    So, und jetzt habe ich ein Problem.
    Wie „bespricht“ man ein Buch, in dem kein einziges Wort steht, ein „Bilder-Buch“ in jedem nur vorstellbaren Sinn, in dem aber eine komplexe Geschichte erzählt wird, in Bildern von einer solchen Einzigartigkeit, Eleganz und Prägnanz, dass eine „Nach-Erzählung“ nur weiterlesen…