Fantasy

Schecks Kanon

von am 26. Oktober 2019 noch kein Kommentar

Denis Scheck
SCHECKS KANON.
Die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur von KRIEG UND FRIEDEN bis TIM UND STRUPPI.
Illustriert von Torben Kuhlmann
München, Piper, 2019, 470 Seiten / Hardcover
ISBN 978-3-492-05934-3

Es gab ja schon einige Versuche, die Vielfalt literarischer Erzeugnisse der letzten paar Jahrtausende in einem Kanon zu bündeln – und je höher der Anspruch des Kanon-Erstellers, desto weniger Science Fiction, Fantasy, Phantastik war enthalten.
Die Erwartungshaltung an SCHECKS KANON, dem soeben erschienen Credo des beliebten TV-Buchkritikers Denis Scheck, ist naturgemäß eine andere. Keiner aus der deutschen Kritikerzunft hat mehr und öfter über literarische Phantastik, über Fantasy und Science Fiction geschrieben und gesprochen als Scheck, keiner kann wie er auf ein reichhaltiges Portfolio eigener Übersetzungen solcher Literatur verweisen und keiner ist mit mehr Genre-Autoren befreundet, als der sympathisch schwäbelnde Liebhaber guter Bücher.
Und jetzt also die „100 wichtigsten Werke der Weltliteratur“, die laut Untertitel von KRIEG UND FRIEDEN bis zu TIM UND STRUPPI reichen sollen (und von Torben Kuhlmann liebevoll illustriert sind).
Ein erster Schnelldurchgang bestätigt die Hoffnungen: J. R. R. Tolkien, Ursula K. Le Guin und James Tiptree jr. stechen sofort ins Auge, Mary Shelley und Edgar Allan Poe könnten sogar von Marcel Reich-Ranicki ohne Widerspruch hingenommen worden sein und auf Jorge Luis Borges können sich vermutlich alle einigen.
Also nochmals durchs Inhaltsverzeichnis, diesmal mit etwas mehr Geduld: Der D.O.N.A.L.D.ist Scheck hat natürlich eine Entenhausener Duck-Tale von Carl Barks hineingeschmuggelt, wie versprochen Hergés TIM UND STRUPPI untergebracht und die PEANUTS von Charles M. Schulz nicht vergessen. Seine persönlichen Lieblinge Arno Schmidt, David Foster Wallace, Thomas Pynchon, Margaret Atwood und Kurt Vonnegut jr. sind jeweils mit utopisch-phantastischen Werken vertreten.
Die gerne vergessene Kinder- und Jugendliteratur reicht von den Märchen der Brüder Grimm und TAUSENDUNDEINE NACHT über Selma Lagerlöf und Astrid Lindgren bis zu Lewis Carroll, Robert Louis Stevenson, Jules Verne und Joanne K. Rowling.
Dazu gibt es noch ein paar echte phantastische Geheimtipps wie Michel Houellebecq oder Ngugi wa Thiong’o zu entdecken.
Da SCHECKS KANON aber gerade kein Spezial-Kanon für Science Fiction sein will, sondern an das allgemeine Lesepublikum gerichtet ist, sind auch die „üblichen Verdächtigen“ vorhanden bzw. in der gut begründeten Überzahl: Shakespeare, Goethe, Voltaire, Dickinson, Tolstoi, Sappho, Dostojewski, Ovid, Hemingway, Kafka, Joyce, Beckett, Cervantes, Homer – und wie sie alle heißen. Denn nur weil jemand Humor besitzt, heißt das ja nicht, dass er jeder Ernsthaftigkeit entbehrt.
SCHECKS KANON besticht durch eine überraschende und in jedem einzelnen Fall ausführlich dargelegte Sicht auf „die Weltliteratur“ in ihrer für die meisten unübersichtlichen Größe, Masse und Verschiedenheit. Es tut gut, dass auch ein Comic hier auftauchen darf, ein Krimi oder ein Ritterroman. Abenteuer, Spannung und Gefühl sind für Scheck ebenso wichtige Kriterien wie Stilsicherheit, Sprachbeherrschung und Experimentierfreude.
Und kaum ein Kollege oder eine Kollegin versteht es, die echte, ungetrübte Freude an einem guten Buch so überzeugend zu vermitteln wie Denis Scheck.
Kein Kanon für die Ewigkeit, aber ein Buch, dem man unendlich viele Anregungen entnehmen kann.

Horst Illmer
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Schecks Kanon
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Denis Scheck SCHECKS KANON. Die 100 wichtigsten Werke der Weltliteratur von KRIEG UND FRIEDEN bis TIM UND STRUPPI. Illustriert von Torben Kuhlmann München, Piper, 2019, 470 Seiten / Hardcover ISBN 978-3-492-05934-3 Es gab ja schon einige Versuche, die Vielfalt literarischer Erzeugnisse der letzten paar Jahrtausende weiterlesen…

phantastisch! neues aus anderen welten

von am 22. Juli 2019 noch kein Kommentar

Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
phantastisch! neues aus anderen welten.
Heft 75 / Ausgabe 3/2018 / 19. Jahrgang
Stolberg, Atlantis Verlag, Juli 2019, 88 Seiten
ISSN 1616-8437 / 5,95 Euro

Eigentlich kann man ja jedes phantastisch!-Heft empfehlen, aber die jetzt erschienene Ausgabe vom Juli 2019 ist doch nochmal etwas Besonderes: Das Heft 75 ist für den Atlantis Verlag und den Herausgeber Klaus Bollhöfener ein guter Grund um allen Leserinnen und Lesern einmal zu zeigen, was in diesem Magazin so alles an Spaß, Liebe und Arbeit drinsteckt.
Das Offensichtlichste ist das umlaufende Cover von Michael Vogt, das es mitten im Heft nochmal als Poster gibt (ohne „störende“ Beschriftung). Außerdem wurde der Umfang auf stolze 88 Seiten erhöht (ohne Mehrpreis!). Und auf Seite 4 werden alle ständigen Mitarbeiter und Redakteure im Bild vorgestellt.
Das Wichtigste sind aber natürlich die Artikel, Interviews, Stories, Comics, Cartoons und Buchbesprechungen, die in ihrer Spannweite und Bandbreits die phantastisch! so einzigartig unter den Science-Fiction-Magazinen machen.
Interviewt wurden diesmal der englische Superstar Jasper Fforde, der Jugendbuchautor Karl Olsberg und Tom und Stephan Orgel, die als T. S. Orgel gemeinsam sehr erfolgreich Fantasy und Science Fiction schreiben.
Die Kurzgeschichte „Im Dienst der Legenden“ wurde von Christian Endres exklusiv für die phantastisch! geschrieben und ist eine der stärksten Stories seit Langem.
Neben den gewohnten Standards (update, Buchhandels-Cartoon, Fortsetzungscomic) gibt es noch ein Dutzend Artikel, von denen nur der wunderschön illustrierte Bericht von Achim Schnurrer über das erste Phantastik-Magazin der Welt, Der Orchideengarten, hervorgehoben werden soll, da die Aufzählung sonst jeden Rahmen sprengen würde.
Vertrauen Sie mir – und lesen Sie einfach selbst!

75 Hefte in knapp 20 Jahren, das allein ist im Rahmen der deutschen Science Fiction schon außergewöhnlich. Hoffen wir also, dass wir an dieser Stelle auch noch über die Nummer 100 berichten dürfen!

Horst Illmer
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phantastisch! 75
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Klaus Bollhöfener (Hrsg.) phantastisch! neues aus anderen welten. Heft 75 / Ausgabe 3/2018 / 19. Jahrgang Stolberg, Atlantis Verlag, Juli 2019, 88 Seiten ISSN 1616-8437 / 5,95 Euro Eigentlich kann man ja jedes phantastisch!-Heft empfehlen, aber die jetzt erschienene Ausgabe vom Juli 2019 ist doch weiterlesen…

Local Heroes Reloaded

von am 7. Juni 2019 1 Kommentar

Lobgesang auf Horst*

Ja, ich habe bereits einmal einen Beitrag zu Horst Illmer geschrieben. In der Kategorie Local Heroes. Da gehört er nämlich hin, auch wenn sein Wirken durchaus überregionaler Natur ist, wie bei vielen "unserer" Local Heroes.

Warum also jetzt ein weiterer Beitrag? Nur zum auffrischen? Aus aktuellem Anlass?

Eigentlich nichts davon. Es ist einfach so, dass wir uns bei Horst bedanken wollen. Er ist nicht nur der Local Hero, den wir bereits vorgestellt haben, sondern er ist mit seinen mitlerweile über hundert Rezis zu einem festen Bestandteil unserer Seite geworden. Unter Horsts Bibliothek finden Phantastik Begeisterte Anregungen, Tipps und fundiertes Wissen. Er preißt uns Pflichtlektüren an, entdeckt Exoten und weist auf Schmankerln hin, die uns auch mal durch die Lappen gegangen wären.

Wer gerne mehr von seinem profunden Wissen profitieren möchte, dem lege ich einmal mehr an dieser Stelle das Magazin Phantastisch! nahe. Phantastisch! ist Pflichtlektüre für alle, die sich für phantastische Literatur interessieren. Informative und spannende Artikel. Interviews, Bücher, Autoren, Rezensionen, Comics, Filme… Dabei schreiben kompetente Mitarbeiter wie Sonja Stöhr, Carsten Kuhr, Christian Endres, Achim Schnurrer und viele andere. Natürlich auch Horst Illmer. DAS Genremagazin. Schnuppert einfach mal im Laden rein, oder schließt gleich ein Abo bei uns ab. Dann bekommt ihr jede Nummer bei Erscheinen weggelegt.

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*  Hommage an "Lobgesang auf Leibowitz" in der Ausgabe Heyne Meisterwerke der SF ISBN: 9783453164192

Ja, ich habe bereits einmal einen Beitrag zu Horst Illmer geschrieben. In der Kategorie Local Heroes. Da gehört er nämlich hin, auch wenn sein Wirken durchaus überregionaler Natur ist, wie bei vielen "unserer" Local Heroes. Warum also jetzt ein weiterer Beitrag? Nur zum auffrischen? Aus weiterlesen…

Weihnachtsgeschenktipps T-15

von am 9. Dezember 2018 Kommentare deaktiviert für Weihnachtsgeschenktipps T-15

Feuer & Blut
George R. R. Martin
Penhaligon € 26,-

Ich sags ja nur ungern, weil mir die George R. R. Martin Reihe um Westeros wirklich auf den Senkel geht. Die Unvollendete…

Trotzdem lohnt es sich absolut den neuesten Band des Altmeisters zu lesen. Im Gegensatz zur ursprünglichen Reihe, die sich wie wilde Magie entwickeln konnte muss die Vorgeschichte nicht erst komplett neu konzipiert werden. Auch wenn sich "Feuer und Blut" an manchen Stellen wie ein Geschichtsbuch liest, erfahren wir hier endlich, was wir eigentlich von Anfang an wissen wollten. Seit ich 1997 den Prolog zu den "Herren von Winterfell" gelesen habe, hat sich mir die Frage, was es mit den Drachen auf sich hat wesentlich intensiver eingebrannt als all die ausufernden Intrigen und Zwiste. In Feuer und Blut geht George R. R. Martin jetzt in eine Zeit zurück, wo Drachen noch allgegenwärtig sind. Der Kreis zum ursprünglichen Prolog schließt sich hier. Wenn auch nicht im eigentlichen Sinn, aber doch für mich als Leser.

Einige Teile des Buches waren bereits vorher in gekürzter Version veröffentlicht. Martin schreibt über weite Strecken eher nüchtern im Sinne eines Geschichtsbuches à la Silmarillion. Gerade deswegen hat dieses Werk wieder viel von Martins alter Kraft zurückgewonnen und ist mir bedeutend lieber als ein neuer ausufernder Band einer Reihe, an der ich die Lust verloren habe.

 

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Feuer & Blut
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Feuer & Blut George R. R. Martin Penhaligon € 26,- Ich sags ja nur ungern, weil mir die George R. R. Martin Reihe um Westeros wirklich auf den Senkel geht. Die Unvollendete… Trotzdem lohnt es sich absolut den neuesten Band des Altmeisters zu lesen. Im weiterlesen…

Weihnachten auf der Lindwurmfeste

von am 22. November 2018 Kommentare deaktiviert für Weihnachten auf der Lindwurmfeste

Walter Moers
WEIHNACHTEN AUF DER LINDWURMFESTE.
Illustriert von Lydia Rode
München, Penguin, 2018, 112 S.
ISBN 978-3-328-60071-8

Hörbuch:
Gelesen von Andreas Fröhlich
Der Hörverlag, 1 CD, ca. 70 Minuten
ISBN 978-3-8445-3061-2

Und? Ist das jetzt irgendwie hilfreich?
Ein dünnes „Weihnachts-Special“-Hardcover und/oder eine CD gleichen Inhalts anstelle des seit einer gefühlten Ewigkeit erwarteten, dritten TRÄUMENDE BÜCHER-Romans. Da GRRM’lts im Bauch des Walter Moers-Fans!
Aber dann: Ja, doch, muss schon sein, da mal reinzuschauen (rein zu hören lohnt sich ja eh immer, wenn Andreas Fröhlich ein Buch vorliest).
Da vermutlich auch in diesem Jahr erneut kein neuer Roman aus dem Zamonien-Universum mehr erscheinen wird, muss man halt nehmen, was man kriegt – da ist diese von Moers aus dem Zamonischen übersetzte Mythenmetz’sche Kurzgeschichte wenigstens ein kleiner Trost.
Und Weihnachten steht ja auch schon wieder vor der Tür.
Und im Gegensatz zu Hildegunst von Mythenmetz sind wir ja auch keine Hamoulimepp-Hasser (denn so nennen die Lindwürmer ihr unserem Weihnachten vergleichbares Fest), sondern lieben es, (Hör-)Bücher geschenkt zu bekommen oder zu verschenken.
Und nach der hundert Seiten langen Kurzgeschichte (inklusive vieler, schöner, bunter Bilder von Lydia Rode) folgt dann doch noch etwas sehr Hilfreiches: Eine 8 Seiten lange „Leseprobe“ aus dem für Februar 2019 angekündigten Roman DER BÜCHERDRACHE!!!

Bis dahin aber feiern wir erst einmal WEIHNACHTEN AUF DER LINDWURMFESTE.

Horst Illmer
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Weihnachten auf der Lindwurmfeste
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Walter Moers WEIHNACHTEN AUF DER LINDWURMFESTE. Illustriert von Lydia Rode München, Penguin, 2018, 112 S. ISBN 978-3-328-60071-8 Hörbuch: Gelesen von Andreas Fröhlich Der Hörverlag, 1 CD, ca. 70 Minuten ISBN 978-3-8445-3061-2 Und? Ist das jetzt irgendwie hilfreich? Ein dünnes „Weihnachts-Special“-Hardcover und/oder eine CD gleichen Inhalts weiterlesen…

Die Meerjungfrau

von am 6. November 2018 Kommentare deaktiviert für Die Meerjungfrau

H. G. Wells
DIE MEERJUNGFRAU. Ein Gespinst Mondenschein.
Aus dem Englischen von Joachim Körber
Mit einemNachwort von Horst Illmer
(THE SEA LADY / 1902)
Bellheim, Joachim Körber Verlag, 2018, 173 Seiten
Reihe: Phantasia Paperback Fantasy 2010
ISBN 978-3-937897-57-8 / 14,90 Euro

Im Original wurde H. G. Wells’ Fantasy-Roman DIE MEERJUNGFRAU bereits 1902 veröffentlicht, seine deutsche Erstausgabe erlebt er allerdings erst jetzt. Erstaunlicherweise behandelt das an die romantische Erzählung „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué angelehnte Werk ein Thema, das derzeit (immer noch oder gerade wieder) hochaktuell ist: Die Beziehungen und Liebeshändel zwischen den drei Geschlechtern. Ja, richtig gelesen: Diese Problematik wurde nicht erst im 21. Jahrhundert erfunden.
In einer wunderschönen, leichten und luftigen (und von Joachim Körber stimmungsgenau übersetzten) Sprache erzählt Wells die Geschichte eines mythischen Wesens, eben jener titelgebenden „Meerjungfrau“, die „nicht Fisch, nicht Fleisch“ ist – aber eben doch auch ein lebendes und liebendes Geschöpf im Körper einer Frau (wenn auch mit Schwanz). Diese Miss Waters hat sich in einen ganz normalen Mann verliebt und setzt alle ihr zur Verfügung stehenden (Zauber-)Mittel ein, um ihn von seiner Verlobten zu trennen und für sich zu gewinnen. Und wie wir aus „alten Mären“ wissen, geht sowas ja selten gut aus …
Die Erzählung hat etwas Traumhaftes und hoch Romantisches, vermeidet aber den Absturz in die Kitsch-Kiste, weil Wells einen sehr feinen, sehr englischen Humor besitzt und diesen genau in der richtigen Dosis einzusetzen weiß. Seine Geschichte von der MEERJUNGFRAU ist tatsächlich „ein Gespinst Mondenschein“ (so auch der passende Untertitel).
Nach bisher drei limitierten Luxusausgaben mit in Deutschland bisher unveröffentlichten Büchern von H. G. Wells in Joachim Körbers Edition Phantasia erschien DIE MEERJUNGFRAU jetzt als preiswertes Taschenbuch in der Reihe Phantasia Paperback.
Ein guter Einstieg für alle, die mehr von Wells lesen wollen als immer nur Neuausgaben der allbekannten drei, vier Klassiker.

Horst Illmer
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Die Meerjungfrau
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H. G. Wells DIE MEERJUNGFRAU. Ein Gespinst Mondenschein. Aus dem Englischen von Joachim Körber Mit einemNachwort von Horst Illmer (THE SEA LADY / 1902) Bellheim, Joachim Körber Verlag, 2018, 173 Seiten Reihe: Phantasia Paperback Fantasy 2010 ISBN 978-3-937897-57-8 / 14,90 Euro Im Original wurde H. weiterlesen…

Erdsee – Die illustrierte Gesamtausgabe

von am 20. Oktober 2018 Kommentare deaktiviert für Erdsee – Die illustrierte Gesamtausgabe

Ursula K. Le Guin
ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE.
Übersetzt von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring
Einleitung von Ursula K. Le Guin, Illustrationen von Charles Vess
(The Books of Earthsea / 2018)
Frankfurt/M., Fischer/TOR, 2018, 1100 Seiten
ISBN 978-3-596-70160-5

Es ist endlich soweit, die Auslieferung hat begonnen, das schönste, tollste, wichtigste Buch des Jahres 2018 ist ab sofort erhältlich: Ursula K. Le Guins großartiger Fantasy-Klassiker ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE, erstmals komplett in einem Band – und dann auch noch von Charles Vess illustriert!
„Komplett“ bedeutet in diesem Fall, dass alle bisherigen Romane und Stories von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring neu übersetzt wurden, zudem hat Le Guin für diesen Band, der in den USA demnächst bei Saga Press erscheint, eine eigene Einleitung und eine neue Geschichte geschrieben, und der deutsche Verlag hat noch eine allerletzte, in diesem Sommer erstmals in einem Magazin veröffentlichte Erzählung gefunden und „dazugepackt“.
Mehr ERDSEE war nie, mehr wird es nicht geben.
Welch ein Genuss ist es nun, diese 1100 Seiten (in rotes Leinen gebunden, mit farbigen Vorsätzen und Lesebändchen, im Überformat) durchzublättern, die fünf Romane, neun Kurzgeschichten und zehn Essays (aber Hallo!) zu lesen, die vielen farbigen und schwarzweißen Illustrationen zu betrachten und zu wissen: Mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein.

Horst Illmer
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Erdsee – Die illustrierte Ausgabe
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Ursula K. Le Guin ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE. Übersetzt von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring Einleitung von Ursula K. Le Guin, Illustrationen von Charles Vess (The Books of Earthsea / 2018) Frankfurt/M., Fischer/TOR, 2018, 1100 Seiten ISBN 978-3-596-70160-5 Es ist endlich soweit, weiterlesen…

BuCon 2018

von am 15. Oktober 2018 Kommentare deaktiviert für BuCon 2018

Der Buchmesse Convent war in diesem Jahr wieder eine tolle Veranstaltung. Inspirierend, phantastisch mit einem Klacks freudiger Überraschung…

Buchmesse ist Arbeit, Trubel und in Zeiten heutiger Informationsflüsse wesentlich weniger relevant, als zu früheren Zeiten. Besonders für uns als Spezialbuchhandlung für Phantastik, die bei den großen Verlagshäusern deutlich an Stellenwert verloren zu haben scheint. Umso schöner, dass es den BuCon gibt, wo sich die Crème de la Crème deutscher Phantastikschaffender die Klinke in die Hand gibt, mit Menschen, die das Genre und Bücher an sich lieben. Wie sonst käme es zu wunderschönen Verlagsnamen wie "PAPIERVERZIERER"?

Vom ambitionierten Selbstverleger bis zum phantastik-affinen Verlagshaus finden wir hier alle. Leider nach wie vor mit Ausnahme der ganz Großen, die sich wohl für solcherlei Veranstaltung im Gegensatz zu "ihren" Autoren wenig erwärmen können. Sei’s drum. Vielleicht erhält ja gerade das auch den Charme des BuCon.

Als Highlight für mich persönlich konnte ich das nette Gespräch mit einem alten Bekannten verbuchen, der mir gleich am Vormittag (wo ich es natürlich noch nicht wusste) sein ernstgemeint bescheidenes Unverständnis darüber zum Ausdruck gebracht hat, dass er (wie sich später herausstellt, neben Erik Schreiber) einer von zwei diesjährigen Preisträgern sein wird. Und zwar für das Lebenswerk. Da kann ich mich nur anschließen. Gratulation und flammende Zustimmung  von mir persönlich, Werner Fuchs. Du hast vielleicht im Einzelnen weniger bewirkt oder geschaffen als andere, aber du bist eben der gute Geist der Phantastik. Netzwerker und Allrounder. Über Genres und Grenzen hinweg und ja, als Lebenswerk kann man das mit Sicherheit betrachten, egal, wie viel noch von dir geleistet werden wird.

Tolle Veranstaltung, nette Kontakte und viel positive Energie für mich persönlich und den Laden.

ps Allen, denen Werner Fuchs nicht ganz so geläufig ist, möchte ich das sensationelle Interview im Eskapodcast und sein Wine & Paper auf orkenspalter.tv empfehlen.

pps Bilder gibt es auch noch ein paar in unserer Galerie

Der Buchmesse Convent war in diesem Jahr wieder eine tolle Veranstaltung. Inspirierend, phantastisch mit einem Klacks freudiger Überraschung… Buchmesse ist Arbeit, Trubel und in Zeiten heutiger Informationsflüsse wesentlich weniger relevant, als zu früheren Zeiten. Besonders für uns als Spezialbuchhandlung für Phantastik, die bei den großen weiterlesen…

Vier Farben der Magie – Gastbeitrag einer Praktikantin

von am 20. Juli 2018 Kommentare deaktiviert für Vier Farben der Magie – Gastbeitrag einer Praktikantin

Gerade ist es einmal wieder zufällig so, dass mein Vater und ich uns ausnahmsweise bei der Bewertung eines Buches einig sind. Die Weltenwanderer Trilogie von V. E. Schwab hat es uns beiden angetan. Und wie es so ist, kommt zum einen Zufall noch ein zweiter hinzu. Wir haben in dieser Woche eine Praktikantin aus dem Matthias Grünewald Gymnasium zu Gast und diese liest die Reihe gerade ebenfalls – im englischen Original – und teilt diese Meinung. Da bietet es sich an, ihr als Teil des Praktikums die Aufgabe zukommen zu lassen, darüber zu schreiben. deshalb hier dieser Gastbeitrag:

V.E. Schwab
Vier Farben der Magie
Ü: Petra Huber
(A darker shade of magic/ 2015)
Frankfurt, FISCHER (Tor Books)
ISBN: 9783596296323 / 9,99 Euro

V.E Schwab erzählt von vier Welten die alle eine Stadt Namens London bestitzen. Das graue London hat bereits vergessen, dass es je Magie gab. Das rote London lebt harmonisch mit der Magie in einem Gleichgewicht. Das weiße London will sich die Magie untertan machen. Das schwarze London wurden von der Magie eingenommen und die Bewohner versklavt. Das schwarze London gerät in Vergessenheit. Früher waren die Tore offen und für jeden zugänglich, doch als dies passierte, wurden die Tore zu den verschiedenen Welten geschlossen, um die Menschen der anderen Welten vor der dunklen Magie im schwarzen London zu beschützen. Nur Antari (Blutmagier) können zwischen den Welten reisen.
Die Geschichte handelt um den Antari Kell, der ursprünglich aus dem roten London stammt, und die Diebin Lila, die aus dem grauen London kommt. Sie treffen aufeinander als Kell versucht ein Stein aus dem schwarzen London vor machtgierigen Menschen, die den Stein suchen, zu verstecken. Kell und Lila wollen den Stein wieder ins schwarze London bringen und die Tore dorthin für immer schließen, damit der Stein nicht in den falschen Händen landet, doch es ist alles nicht so einfach wie es scheint….

Das Buch ist spannend bis zum Ende. Es tauchen immer neue Hindernisse auf, die man gar nicht erwartet oder vielleicht ahnt, aber nicht wahrhaben möchte, die die beiden Freunde zusammen überwinden müssen. Das Buch hat Charaktere die einem sofort sympathisch sind. Zum Beispiel Lila, die Diebin, ist kein typisches Mädchen, dass schöne Kleider mag und immer einen Mann braucht der ihr zur Hilfe kommt, sondern sie will Piratin werden, frei sein. Sie rettet Kell genauso oft wie er sie, vielleicht sogar öfter.
Die Kommentare die in den Klammern geschrieben sind, machen die Charaktere und das Geschehen unterhaltsamer und realer für den Leser. Sie erzählen von den Gedanken der Charaktere. Und diese Gedanken stellen die gleichen Fragen und äußern die gleichen Erkentnisse die man auch als "normaler Mensch" in solchen Situationen haben würde. Auch die genaue Beschreibung der Geschehnisse führt dazu, dass der Leser sich gut in die Situation versetzen und mitfiebern kann, besonders wenn es zu dramatischen Szenen kommt.

Y. T.

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Vier Farben der Magie
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Gerade ist es einmal wieder zufällig so, dass mein Vater und ich uns ausnahmsweise bei der Bewertung eines Buches einig sind. Die Weltenwanderer Trilogie von V. E. Schwab hat es uns beiden angetan. Und wie es so ist, kommt zum einen Zufall noch ein zweiter hinzu. Wir haben in dieser Woche eine Praktikantin aus dem Matthias Grünewald Gymnasium zu Gast und diese liest die Reihe gerade ebenfalls – im englischen Original – und teilt diese Meinung. Da bietet es sich an, ihr als Teil des Praktikums die Aufgabe zukommen zu lassen, darüber zu schreiben. deshalb hier dieser Gastbeitrag: weiterlesen…

  • Kategorie: Bücher , Fantasy
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In Kalabrien

von am 24. März 2018 Kommentare deaktiviert für In Kalabrien

Peter S. Beagle
IN KALABRIEN.
Ü: Oliver Plaschka
(In Calabria / 2017)
Stuttgart, Klett-Cotta (Hobbit Presse), 2018, 164 S.
ISBN 978-3-608-96217-8

Von Peter S. Beagle, einem der profiliertesten und beliebtesten Fantasy-Autoren der USA, erscheint bei uns in Deutschland leider nur alle „heilige Zeiten“ einmal ein Buch. Dafür kann man jedes dieser Bücher, beginnend mit HE! REBECK!, dem Erstling aus dem Jahr 1960, bis hin zum gerade in der Hobbit Presse veröffentlichten IN KALABRIEN unbesehen kaufen – es erwartet den Leser ein einzigartiger Genuss.
Beagle gehört zu den ganz großen Stilisten des Genres. Auch wenn er vielen nur durch den (verfilmten) Mega-Bestseller DAS LETZTE EINHORN (1968) bekannt ist, lohnt es sich doch immer, seinen zumeist eher leisen und auf genauesten Beobachtungen der menschlichen Eigenschaften beruhenden Geschichten zu folgen. So entwickelt IN KALABRIEN seinen Sog durch die liebenswerten und empfindsamen Beschreibungen der Protagonisten (und ihrer Haustiere), nimmt Fahrt auf durch die unerwartete Begegnung mit einem mystischen Wesen und steigert sich fulminant, bis hin zum brutalen Einbruch der modernen Welt in ein idyllisches Bauernkaff im Süden Italiens.
Die von Oliver Plaschka angenehm flüssig übersetzte Novelle zeigt den 1939 geborenen Beagle auf der Höhe seiner Erzählkunst und hinterlässt am Ende einen (kleinen) Kloß im Hals und ein Tränchen im Augenwinkel.

Horst Illmer
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Peter S. Beagle IN KALABRIEN. Ü: Oliver Plaschka (In Calabria / 2017) Stuttgart, Klett-Cotta (Hobbit Presse), 2018, 164 S. ISBN 978-3-608-96217-8 Von Peter S. Beagle, einem der profiliertesten und beliebtesten Fantasy-Autoren der USA, erscheint bei uns in Deutschland leider nur alle „heilige Zeiten“ einmal ein weiterlesen…

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