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  • Joseph Fink & Jeffrey Cranor – Willkommen in Night Vale

    von am 13. April 2016

    Dieses Buch sollte nicht untergehen, in der Masse der Neuerscheinungen. Magst du vielleicht meine Rezi für eure Seite übernehmen?
    …So ähnlich war die Frage. Und deswegen gibt es hier den zweiten Gastbeitrag von Papiergeflüster:

    Night ValeWillkommen in Night Vale, einer Stadt voller Dinge, die nicht sind, was sie vorgeben zu sein. Oder schlicht gar nicht existieren, wie die Engel, die übrigens alle Erika heißen. Oder heißen würden, wenn sie existieren würden, was sie ja nicht tun… Wie Cecil, der Radiomoderator den Bewohnern von Night Vale immer wieder in Erinnerung ruft. Hier stehen Häuser, die sind wie alle anderen. Aber dann doch wieder nicht. Ein Haus das eigene Gedanken hat zum Beispiel. In dem lebt Diane, mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn, einem Gestaltwandler. Es ist gar nicht so einfach, mit jemandem zusammen zu leben, der mal aussieht wie eine Wolfsspinne, mal wie eine Vase, die Pubertät macht es nicht einfacher. Außerdem lebt noch eine anonyme Frau in diesem Haus, aber die spielt für die Geschichte keine Rolle. Ganz im Gegensatz zu Jackie, neunzehn Jahre alt, die seit Jahrzehnten das Pfandhaus in Night Vale führt. Eines Tages kommt ein Mann vorbei, der einen Zettel verpfändet. Ein schlichter Zettel, auf dem nur zwei Worte stehen: „King City“. Ein anhänglicher Zettel, den Jackie fortan nicht mehr aus der Hand geben kann. Egal was sie versucht, der Zettel bleibt in ihrer Hand. So kann es nicht weitergehen, also sucht sie den Mann, der ihn verpfändet hat. Aber niemand erinnert sich an ihn. Sie muss nach King City…

    Wem das bisher nicht zu wirr war, der wird Spaß an diesem Buch haben. Es ist skurriler als skurril, ständig widersprechen sich die Beschreibungen, auch schon mal innerhalb ein und desselben Satzes. Bis man den roten Faden findet, dauert es ein paar Seiten. Aber dann lässt es einen nicht mehr los. Ist man erst einmal eingetaucht in diese schräge Welt, möchte man nicht mehr auftauchen.
    Eine Welt, die eigentlich unserer mehr ähnelt, als man auf den ersten Blick ahnt. Die dem Leser Spiegel vorhält, verdreht und verzerrt. Am Ende ist man froh, dass man nicht in dieser Welt leben muss, in der äußerst rabiat mit Bloggern umgegangen wird… oh, Moment, war da was?
    Solche Punkte gibt es viele, die nur auf den ersten Blick kurios anmuten. Vermischt mit Szenen, in denen die Autoren ihrer Fabulierlust freien Lauf ließen, wie dem Besuch einer Bibliothek. In Night Vale ein lebensgefährliches Unterfangen! Aber hier ist ja auch der Besitz eines Stiftes untersagt.
    Unendlich viele Anspielungen, von denen man nicht alle verstehen muss, um viel Spaß mit diesem Buch zu haben. Mit einer Welt, der man anmerkt, dass die Autoren schon lange in ihr zu Hause sind. Seit einigen Jahren veröffentlichen sie einen Podcast zu Night Vale, jetzt wollten sie einmal eine längere Geschichte in ihrer Stadt spielen lassen.
    Kein Buch für jeden, man muss bereit sein, sich auf den außergewöhnlichen Stil einzulassen. Tut man das, wird Night Vale einen anschließend auf Schritt und Tritt verfolgen. Oder es war doch nur die anonyme Frau, die den letzten Schluck Milch trank, von dem ihr ganz genau wisst, dass er noch im Kühlschrank war…

    Willkommen in Night Vale – Joseph Fink & Jeffrey Cranor
    Deutsch von Wieland Freund und Andrea Wandel
    378 Seiten, Hobbit Presse / Klett-Cotta
    ISBN 9783608961379, 19,95 €
    Hardcover

    • Kategorie: Bücher
    • Kommentare deaktiviert für Joseph Fink & Jeffrey Cranor – Willkommen in Night Vale

    von am 13. April 2016

    Dieses Buch sollte nicht untergehen, in der Masse der Neuerscheinungen. Magst du vielleicht meine Rezi für eure Seite übernehmen?
    …So ähnlich war die Frage. Und deswegen gibt es hier den zweiten Gastbeitrag von Papiergeflüster:

    Night ValeWillkommen in Night Vale, einer Stadt voller Dinge, die nicht sind, was sie vorgeben zu sein. Oder schlicht gar nicht existieren, wie die Engel, die übrigens alle Erika heißen. Oder heißen würden, wenn sie existieren würden, was sie ja nicht tun… Wie Cecil, der Radiomoderator den Bewohnern von Night Vale immer wieder in Erinnerung ruft. Hier stehen Häuser, die sind wie alle anderen. Aber dann doch wieder nicht. Ein Haus das eigene Gedanken hat zum Beispiel. In dem lebt Diane, mit ihrem fünfzehnjährigen Sohn, einem Gestaltwandler. Es ist gar nicht so einfach, mit jemandem zusammen zu leben, der mal aussieht wie eine Wolfsspinne, mal wie eine Vase, die Pubertät macht es nicht einfacher. Außerdem lebt noch eine anonyme Frau in diesem Haus, aber die spielt für die Geschichte keine Rolle. Ganz im Gegensatz zu Jackie, neunzehn Jahre alt, die seit Jahrzehnten das Pfandhaus in Night Vale führt. Eines Tages kommt ein Mann vorbei, der einen Zettel verpfändet. Ein schlichter Zettel, auf dem nur zwei Worte stehen: „King City“. Ein anhänglicher Zettel, den Jackie fortan nicht mehr aus der Hand geben kann. Egal was sie versucht, der Zettel bleibt in ihrer Hand. So kann es nicht weitergehen, also sucht sie den Mann, der ihn verpfändet hat. Aber niemand erinnert sich an ihn. Sie muss nach King City…

    Wem das bisher nicht zu wirr war, der wird Spaß an diesem Buch haben. Es ist skurriler als skurril, ständig widersprechen sich die Beschreibungen, auch schon mal innerhalb ein und desselben Satzes. Bis man den roten Faden findet, dauert es ein paar Seiten. Aber dann lässt es einen nicht mehr los. Ist man erst einmal eingetaucht in diese schräge Welt, möchte man nicht mehr auftauchen.
    Eine Welt, die eigentlich unserer mehr ähnelt, als man auf den ersten Blick ahnt. Die dem Leser Spiegel vorhält, verdreht und verzerrt. Am Ende ist man froh, dass man nicht in dieser Welt leben muss, in der äußerst rabiat mit Bloggern umgegangen wird… oh, Moment, war da was?
    Solche Punkte gibt es viele, die nur auf den ersten Blick kurios anmuten. Vermischt mit Szenen, in denen die Autoren ihrer Fabulierlust freien Lauf ließen, wie dem Besuch einer Bibliothek. In Night Vale ein lebensgefährliches Unterfangen! Aber hier ist ja auch der Besitz eines Stiftes untersagt.
    Unendlich viele Anspielungen, von denen man nicht alle verstehen muss, um viel Spaß mit diesem Buch zu haben. Mit einer Welt, der man anmerkt, dass die Autoren schon lange in ihr zu Hause sind. Seit einigen Jahren veröffentlichen sie einen Podcast zu Night Vale, jetzt wollten sie einmal eine längere Geschichte in ihrer Stadt spielen lassen.
    Kein Buch für jeden, man muss bereit sein, sich auf den außergewöhnlichen Stil einzulassen. Tut man das, wird Night Vale einen anschließend auf Schritt und Tritt verfolgen. Oder es war doch nur die anonyme Frau, die den letzten Schluck Milch trank, von dem ihr ganz genau wisst, dass er noch im Kühlschrank war…

    Willkommen in Night Vale – Joseph Fink & Jeffrey Cranor
    Deutsch von Wieland Freund und Andrea Wandel
    378 Seiten, Hobbit Presse / Klett-Cotta
    ISBN 9783608961379, 19,95 €
    Hardcover

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