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  • Killer aus dem Eis

    von am 13. September 2014

    Killer aus dem EisTitel: Killer aus dem Eis (Liege Killer)
    SerienZyklentitel: Paratwa-Trilogie (Paratwa-Saga)
    Autor: Christopher Hinz
    Verlag, Nummer: Heyne 5641  (Folgebände:)

    update: Die Bände sind leider auf deutsch nicht mehr lieferbar, die englischen Originale jedoch schon.

    Dieser Roman ist der erste Band der Paratwa-Trilogie des bisher den deutschen Lesern unbekannten amerikanischen Autors, der leider erst mit zehnjähriger Verspätung übersetzt wurde. Das eigenwillige Umschlagbild wird erst durch die Lektüre verständlich, schreckt aber wohl eher ab, als daß es zum Kauf animiert. Auch die Inhaltsangabe überzeugt nicht so recht, und somit kam ich mehr zufällig dazu, dieses Buch zu lesen. Allerdings habe ich dann sofort die beiden auch recht umfangreichen Folgebände verschlungen.

    Inhalt:
    Die durch apokalyptische Kriege, rücksichtslose Profitgier und industrielle Ausbeutung total verseuchte und völlig lebensfeindliche Erde hat die überlebenden Menschen vor mehr als 200 Jahren gezwungen, in riesige Orbitalstationen zu flüchten. Die furchtbaren Erfahrungen der Endzeit haben bewirkt, daß der Umgang mit der Technik sehr besonnen gehandhabt wird. Aber nach vielen Generationen des Friedens und sehr reglementierten Fortschritts werden die Forderungen bestimmter politischer Gruppierungen nach Freigabe des alten Wissens immer lauter. Von einem Schmugglerteam der Costeaus, einer Paria-Kaste der Menschheit, dessen Auftraggeber unbekannt sind, wird ein Paratwa aus der Stasis geholt. Dieses gentechnisch geklonte Killerwesen aus der kriegerischen Vergangenheit der Erde besteht aus zwei mit übermenschlichen Reflexen ausgestatteten Superwesen, die geistig und gefühlsmäßig direkt miteinander kommunizieren. Sie morden gnadenlos und scheinbar wahllos. Wer unter den seit Bestehen der Weltraumzentren dort in Frieden lebenden Menschen soll sich diesem unbesiegbaren Überwesen entgegenstellen ?

    Beurteilung:
    Der Inhalt klingt in dieser Kurzfassung ein wenig nach einer Superman-Version, aber der Roman ist weit davon entfernt. Obwohl die innere und äußere Spannung sehr ausgeprägt ist, harte und aktionsgeladene Passagen beklemmende Dichte erreichen, entfaltet der Autor dennoch bestürzend realistisch und mit genialer Detailfreude das glaubhafte Panorama einer zukünftigen Welt vor dem faszinierten Leser. Das konsequente aber auch überraschend vielfältige Fortdenken kultureller, sozialer und religiöser Aspekte, des gesamten zwischenmenschlichen Bereichs, frappiert immer wieder. Als kleiner Beleg hierfür sei eine Eigenheit der Costeaus genannt, deren einzelne Clans “Duftbeutel” tragen, die diverse unangenehme Gerüche verbreiten, um nur ein Beispiel für die facettenreiche Subkultur dieser Paria-Schicht zu bringen. Auch die technische Umwelt und ihre Bereiche werden oft mehr als nur angedeutet. Besonders visionär erscheint die Fortführung des Machbaren im Computerbereich: denkbare Vernetzungen und Manipulationen erschrecken und faszinieren zugleich. Eine neue skrupellose Massenkirche nutzt das latente nostalgische Verlangen nach den Wurzeln der menschlichen Wiege, der verlorenen Erde, für ihre undurchsichtigen Zwecke. Überhaupt werden die politischen Strömungen und Machtspiele widerstreitender Interessen sehr genau durchleuchtet. Der erbarmungslose Endkampf mit dem Paratwa ist von großartiger Rasanz.

    Fazit:
    Schon der Auftaktband der Trilogie lohnt sich für etwas anspruchsvollere und nicht nur auf Action festgelegte Leser sehr. Stück für Stück wird das intrigante Netzwerk der Paratwas enthüllt, mit dem sie die Menschheit zu unterjochen suchen, ihre Schöpfer aus kurzsichtigem Eigennutz. Diese Superwesen, mit ihrer Langlebigkeit und Überlegenheit auf nahezu jedem Gebiet, lassen den Homo Sapiens wie den Zauberlehrling aussehen, der die Geister, die er rief, nicht mehr beherrschen kann.

    von am 13. September 2014

    Killer aus dem EisTitel: Killer aus dem Eis (Liege Killer)
    SerienZyklentitel: Paratwa-Trilogie (Paratwa-Saga)
    Autor: Christopher Hinz
    Verlag, Nummer: Heyne 5641  (Folgebände:)

    update: Die Bände sind leider auf deutsch nicht mehr lieferbar, die englischen Originale jedoch schon.

    Dieser Roman ist der erste Band der Paratwa-Trilogie des bisher den deutschen Lesern unbekannten amerikanischen Autors, der leider erst mit zehnjähriger Verspätung übersetzt wurde. Das eigenwillige Umschlagbild wird erst durch die Lektüre verständlich, schreckt aber wohl eher ab, als daß es zum Kauf animiert. Auch die Inhaltsangabe überzeugt nicht so recht, und somit kam ich mehr zufällig dazu, dieses Buch zu lesen. Allerdings habe ich dann sofort die beiden auch recht umfangreichen Folgebände verschlungen.

    Inhalt:
    Die durch apokalyptische Kriege, rücksichtslose Profitgier und industrielle Ausbeutung total verseuchte und völlig lebensfeindliche Erde hat die überlebenden Menschen vor mehr als 200 Jahren gezwungen, in riesige Orbitalstationen zu flüchten. Die furchtbaren Erfahrungen der Endzeit haben bewirkt, daß der Umgang mit der Technik sehr besonnen gehandhabt wird. Aber nach vielen Generationen des Friedens und sehr reglementierten Fortschritts werden die Forderungen bestimmter politischer Gruppierungen nach Freigabe des alten Wissens immer lauter. Von einem Schmugglerteam der Costeaus, einer Paria-Kaste der Menschheit, dessen Auftraggeber unbekannt sind, wird ein Paratwa aus der Stasis geholt. Dieses gentechnisch geklonte Killerwesen aus der kriegerischen Vergangenheit der Erde besteht aus zwei mit übermenschlichen Reflexen ausgestatteten Superwesen, die geistig und gefühlsmäßig direkt miteinander kommunizieren. Sie morden gnadenlos und scheinbar wahllos. Wer unter den seit Bestehen der Weltraumzentren dort in Frieden lebenden Menschen soll sich diesem unbesiegbaren Überwesen entgegenstellen ?

    Beurteilung:
    Der Inhalt klingt in dieser Kurzfassung ein wenig nach einer Superman-Version, aber der Roman ist weit davon entfernt. Obwohl die innere und äußere Spannung sehr ausgeprägt ist, harte und aktionsgeladene Passagen beklemmende Dichte erreichen, entfaltet der Autor dennoch bestürzend realistisch und mit genialer Detailfreude das glaubhafte Panorama einer zukünftigen Welt vor dem faszinierten Leser. Das konsequente aber auch überraschend vielfältige Fortdenken kultureller, sozialer und religiöser Aspekte, des gesamten zwischenmenschlichen Bereichs, frappiert immer wieder. Als kleiner Beleg hierfür sei eine Eigenheit der Costeaus genannt, deren einzelne Clans “Duftbeutel” tragen, die diverse unangenehme Gerüche verbreiten, um nur ein Beispiel für die facettenreiche Subkultur dieser Paria-Schicht zu bringen. Auch die technische Umwelt und ihre Bereiche werden oft mehr als nur angedeutet. Besonders visionär erscheint die Fortführung des Machbaren im Computerbereich: denkbare Vernetzungen und Manipulationen erschrecken und faszinieren zugleich. Eine neue skrupellose Massenkirche nutzt das latente nostalgische Verlangen nach den Wurzeln der menschlichen Wiege, der verlorenen Erde, für ihre undurchsichtigen Zwecke. Überhaupt werden die politischen Strömungen und Machtspiele widerstreitender Interessen sehr genau durchleuchtet. Der erbarmungslose Endkampf mit dem Paratwa ist von großartiger Rasanz.

    Fazit:
    Schon der Auftaktband der Trilogie lohnt sich für etwas anspruchsvollere und nicht nur auf Action festgelegte Leser sehr. Stück für Stück wird das intrigante Netzwerk der Paratwas enthüllt, mit dem sie die Menschheit zu unterjochen suchen, ihre Schöpfer aus kurzsichtigem Eigennutz. Diese Superwesen, mit ihrer Langlebigkeit und Überlegenheit auf nahezu jedem Gebiet, lassen den Homo Sapiens wie den Zauberlehrling aussehen, der die Geister, die er rief, nicht mehr beherrschen kann.

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