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  • Die Mauer

    von am 12. April 2020

    John Lanchester
    Die Mauer
    Aus dem englischen von Dorothee Merkel
    (The Wall, 2019)
    Stuttgart, Klett-Cotta Verlag, 2019, 528 Seiten
    ISBN 978-3-608-96391-5

    Romantitel haben die Tendenz, den Leser in die Irre zu führen. „Die Mauer“ nicht. John Lanchester beschreibt eine postapokalyptische Welt, in der sich Britannien hinter einer soliden Betonmauer verschanzt hat und alle Fremden durch Mauerwächter von seinen Grenzen fernhält.
    Der Ich-Erzähler beginnt seine Geschichte mit dem ersten Tag seiner zweijährigen Dienstpflicht auf der Mauer, die jeder Einwohner Britanniens absolvieren muss.
    Wie es zu dieser Abschottung kam, wird nicht weiter ausgeführt und ist der Qualität des Romans nicht abträglich. Vielmehr steht im Vordergrund wie die Mauer das Denken der Bewohner hinter und auf der Mauer beeinflusst und was es mit den Menschen macht, die nicht in der glücklichen Lage sind, in Britannien aufzuwachsen.
    Ein sehr dichter, düsterer Roman, der mehr als deutlich macht, wie armselig Menschen werden, wenn sie sich von der Welt abschotten. Wie kleingeistig sie sind und was der Staat tun muss, damit seine Bürger nicht rebellieren.
    In der im Roman herrschenden Diktatur werden die Bürger permanent überwacht, Fehler auf der Mauer werden mit Verbannung bestraft. Die Generation der Mauerwächter kennt nichts anderes und nimmt daher alles als einzige Wahrheit, was zu einer Widerspruchslosigkeit führt und damit für den Leser umso erschreckender ist.
    Lanchester ist ein düsterer Roman in der Tradition Orwells und Huxleys gelungen, in der der einzelne nichts zählt und die Absurdität des Regimes sich dann zeigt, wenn man nicht mehr Teil davon ist.

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    Die Mauer
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    von am 12. April 2020

    John Lanchester
    Die Mauer
    Aus dem englischen von Dorothee Merkel
    (The Wall, 2019)
    Stuttgart, Klett-Cotta Verlag, 2019, 528 Seiten
    ISBN 978-3-608-96391-5

    Romantitel haben die Tendenz, den Leser in die Irre zu führen. „Die Mauer“ nicht. John Lanchester beschreibt eine postapokalyptische Welt, in der sich Britannien hinter einer soliden Betonmauer verschanzt hat und alle Fremden durch Mauerwächter von seinen Grenzen fernhält.
    Der Ich-Erzähler beginnt seine Geschichte mit dem ersten Tag seiner zweijährigen Dienstpflicht auf der Mauer, die jeder Einwohner Britanniens absolvieren muss.
    Wie es zu dieser Abschottung kam, wird nicht weiter ausgeführt und ist der Qualität des Romans nicht abträglich. Vielmehr steht im Vordergrund wie die Mauer das Denken der Bewohner hinter und auf der Mauer beeinflusst und was es mit den Menschen macht, die nicht in der glücklichen Lage sind, in Britannien aufzuwachsen.
    Ein sehr dichter, düsterer Roman, der mehr als deutlich macht, wie armselig Menschen werden, wenn sie sich von der Welt abschotten. Wie kleingeistig sie sind und was der Staat tun muss, damit seine Bürger nicht rebellieren.
    In der im Roman herrschenden Diktatur werden die Bürger permanent überwacht, Fehler auf der Mauer werden mit Verbannung bestraft. Die Generation der Mauerwächter kennt nichts anderes und nimmt daher alles als einzige Wahrheit, was zu einer Widerspruchslosigkeit führt und damit für den Leser umso erschreckender ist.
    Lanchester ist ein düsterer Roman in der Tradition Orwells und Huxleys gelungen, in der der einzelne nichts zählt und die Absurdität des Regimes sich dann zeigt, wenn man nicht mehr Teil davon ist.

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