Science Fiction

Der schlauste Mann der Welt

von am 29. Mai 2023 noch kein Kommentar

Andreas Eschbach
DER SCHLAUSTE MANN DER WELT. Roman
Köln, Lübbe, 2023, 222 S.
ISBN 978-3-7857-2849-9
Hardcover / 22,00 Euro

Jens Leunich, der „Held“ im neuen Buch von Andreas Eschbach, ist mit Sicherheit nicht „der Schlauste Mann der Welt“, aber in der Kategorie „Größtmöglicher Glückspilz“ gebührt ihm schon einer der Spitzenplätze. Am Ende allerdings …

Doch wir wollen ja nicht vorgreifen, gerade die Romane Eschbachs vertragen es oftmals gar nicht, wenn zu viel vom Inhalt bekannt ist. Darum hier nur eine oberflächliche Inhaltsangabe: Einem jungen Mann widerfahren in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts einige bemerkenswerte Dinge, die ihn letztlich in die Lage versetzen, sein weiteres Leben ohne „Arbeit“ oder ähnliche Tätigkeiten zu verbringen, was er ausführlich und eloquent zu begründen weiß. Dabei keimt im Hintergrund allerdings immer mehr der Verdacht, dass es sich um einen sehr „unzuverlässigen Erzähler“ handelt, der in DER SCHLAUSTE MANN DER WELT das Sagen hat …

Für mich kam Eschbachs Roman zufällig genau in eine Phase, in der ich mich gerade wieder einmal mit Ayn Rand und ihrer Vision eines „egoistischen Kapitalismus“ (literarisch geformt in ihrem Opus Magnum ATLAS SHRUGGED) beschäftigt hatte. Kurz vor Eschbach hatte ich die Lektüre von Jerome Tuccilles Erinnerungsbuch MEIST BEGINNT ES MIT AYN RAND beendet – und da passte DER SCHLAUSTE MANN DER WELT wie die Faust aufs berühmte Auge.

(Erlaubt sei mir hier eine kleine Abschweifung – Harry Rowohlt möge es mir verzeihen – zu einigen anderen Büchern Eschbachs: Geld und der Umgang damit gehören zu den wiederkehrenden Themen des Autors, zuletzt in FREIHEITSGELD, wo das „bedingungslose Grundeinkommen“ unter die Lupe genommen wird, zuvor, 2004, in der Anthologie EINE TRILLION EURO und – natürlich – in EINE BILLION DOLLAR aus dem Jahr 2001. Und ich scheue mich nicht, dieses Werk als meine „Nemesis“ im Eschbach-Kanon zu bezeichnen, hat mir der gute Andreas doch durch ein unfassbar schlechtes Ende den Genuss der vorherigen 900 Seiten ordentlich verdorben. Was uns zurückbringt zum vorliegenden Buch.)

DER SCHLAUSTE MANN DER WELT entwickelte sich vor diesem Hintergrund für mich zum philosophischen Bindeglied zwischen Ayn Rands Ideen und den, wie immer bei Eschbach, herausragend recherchierten Ausführungen über den weltweiten Finanzkapitalismus und seine Schwachpunkte. Ich habe keine Ahnung, ob Eschbach Ayn Rand überhaupt kennt, bzw. ihre Bücher gelesen hat, aber Jens Leunich agiert durchgängig wie ein bewusst angelegter Gegenpart zu Rands sprichwörtlich gewordenem John Galt.
(Mehr dazu würde viele Seiten füllen, deshalb breche ich hier ab. Lest doch einfach selbst.)
Und das Ende hat Andreas Eschbach diesmal auch so hinbekommen, dass ich nix dran auszusetzen habe.

Horst Illmer
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Der schlauste Mann der Welt
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Andreas Eschbach
DER SCHLAUSTE MANN DER WELT. Roman
Köln, Lübbe, 2023, 222 S.
ISBN 978-3-7857-2849-9
Hardcover / 22,00 Euro

Jens Leunich, der „Held“ im neuen Buch von Andreas Eschbach, ist mit Sicherheit nicht „der Schlauste Mann der Welt“, aber in der Kategorie „Größtmöglicher Glückspilz“ gebührt ihm schon einer der Spitzenplätze. Am Ende allerdings …
Doch wir wollen ja nicht vorgreifen, gerade die Romane Eschbachs vertragen es

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DTV Neuheit KW 19

von am 17. Mai 2023 noch kein Kommentar

HOLROYDE, CLAIRE: KOMET COUNTDOWN ZUM WELTUNTERGANG € 12,95

HOLROYDE, CLAIRE: KOMET COUNTDOWN ZUM WELTUNTERGANG € 12,95

Gameshow – Der Preis der Gier

von am 15. Mai 2023 noch kein Kommentar

Franzi Kopka
GAMESHOW – DER PREIS DER GIER. Roman.
Frankfurt, Sauerländer, 2023, 440 S.
ISBN 978-3-7373-5947-4 / 18,00 Euro
Hardcover

Romane, in denen die Mitspieler einer weltweit ausgestrahlten TV-Show um ihr Leben kämpfen müssen, sind inzwischen ja schon fast ein eigenes Genre im Bereich der Science Fiction. Angefangen beim legendären MILLIONENSPIEL aus dem Jahr 1970 über den RUNNING MAN-Blockbuster bis hin zu den TRIBUTEN VON PANEM (2012–2015).

Und wie es bei solchen Dingen halt so ist: das Publikum will immer mehr. Am Leid der Anderen sieht sich einfach niemand satt.

Nach dem mit dem Kurd Laßwitz Preis prämierten Roman NEONGRAU von Aiki Mira aus dem letzten Jahr ist zum Jahresbeginn 2023 bei Sauerländer nun der Debütroman GAMESHOW – DER PREIS DER GIER der 1990 geborenen Rheinländerin Franzi Kopka erschienen. Einhundert Jahre in der Zukunft scheint sich das Leben der meisten Bewohner von New London nur noch um die „Gameshow“ zu drehen: entweder schaut man zu und fiebert mit (allerdings mehr um die eigenen Wetteinsätze als um das Überleben der Teilnehmer) – oder man versucht, es selbst in die Show zu schaffen. Denn ein Sieg dort gilt gleichzeitig als Ticket zum Aufstieg in die Welt der Reichen und Mächtigen. Auf über 400 Seiten zieht Kopka ihre Leser*innen immer tiefer in die Welt von Cass und Jax, die einen Pakt geschlossen haben, um die nächste „Gameshow“ als Siegerpärchen zu gewinnen. Allerdings: die Regeln werden von anderen gemacht – und für die Veranstalter zählt allein die Quote …

Da der Roman mit einem brutalen cliffhanger endet, erfreut es uns, dass die Fortsetzung GAMESHOW – DAS VERSPRECHEN VON GLÜCK bereits für den Herbst 2023 angekündigt ist.

Horst Illmer
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Gameshow – Der Preis der Gier
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Franzi Kopka
GAMESHOW – DER PREIS DER GIER. Roman.
Frankfurt, Sauerländer, 2023, 440 S.
ISBN 978-3-7373-5947-4 / 18,00 Euro
Hardcover

Romane, in denen die Mitspieler einer weltweit ausgestrahlten TV-Show um ihr Leben kämpfen müssen, sind inzwischen ja schon fast ein eigenes Genre im Bereich der Science Fiction. Angefangen beim legendären MILLIONENSPIEL aus dem Jahr 1970 über den RUNNING MAN-Blockbuster bis hin zu den TRIBUTEN VON

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Der freie Mensch

von am 8. Mai 2023 noch kein Kommentar

GerdHorst schreibt viele Rezis für unsere Seite und trägt damit zur Vielfalt und Diversität bei. Wie jeder unserer Autoren hat er einen ganz eigenen und subjektiven Blick auf die Szene. Dieser einzigartige Blickwinkel steht ab und an ein wenig außerhalb meines eigenen Horizontes. Ich selbst bin natürlich außer Fanboy auch noch Verkäufer und Ladeninhaber. Deswegen gibt es ab und an auch Bücher, die mir weniger munden, weil Beispielsweise die Konditionen sehr schlecht sind, das Werk nicht mehr lieferbar oder im niedergelassenen Buchhandel nicht zu bestellen ist. Ich habe "Atlas Shrugged" in der letzten lieferbaren Version gelesen und erkenne den Stellenwert dieses Werkes an, auch wenn ich selbst eine komplett andere Perspektive habe. Man muss das Werk sicherlich im Kontext des Zeitgeschehens betrachten und die Vorgeschichte der Autorin in die Rezeption einbeziehen. Dass es bis heute vor allem in den Staaten zu den Standartwerken gezählt wird ist mir völlig unverständlich.

Bei der aktuellen, von Horst rezensierten Ausgabe muss ich unbedingt darauf hinweisen, dass die Beschaffung auf regulären Buchhandelswegen nicht möglich ist. Wenn ihr diese Version also käuflich erwerben wollt und das bei uns im Laden tun wollt, dann müsst ihr sehr lange Lieferfristen einplanen. Sorry, aber das ist leider so.

Ayn Rand
DER FREIE MENSCH.
(Atlas Shrugged / 1957)
Ü: Michael & Thomas Görden
Müncheberg, thinkum Verlag, 2021, 1487 S.
ISBN 978-3-949522-00-0 / 59,99 EURO

Frühere deutsche Titel:
ATLAS WIRFT DIE WELT AB / WER IST JOHN GALT? / DER STREIK

Die amerikanische Philosophin und Autorin Ayn Rand (1905–1982) gehört in den USA zu den einflussreichsten Gestalten im Geistesleben des 20. und 21. Jahrhunderts. Die meisten ihrer Werke erschienen auch in Deutschland, fanden hier jedoch nur wenig Zuspruch. Leider war auch ihr Hauptwerk, der utopische Roman ATLAS SHRUGGED, trotz mehrerer Auflagen und unterschiedlicher Ausgaben immer nur für kurze Zeit lieferbar. Zehn Jahre nachdem sich zuletzt ein norddeutscher Ayn Rand-Fan von seinen Ersparnissen getrennt und einen Verlag für die auch von ihm bezahlte Übersetzung gegründet hat, liegt jetzt seit August 2021 mit DER FREIE MENSCH eine weitere Neuübersetzung in dem ebenfalls neuen – und vermutlich auch extra für diese Veröffentlichung gegründeten – thinkum Verlag vor.

Eine Inhaltsangabe, die auch nur annähernd alles im Buch Vorkommende ansprechen würde, müsste den Rahmen dieser Besprechung bei weitem sprengen und könnte trotzdem das daran Faszinierende nicht wirklich erklären. Trotzdem ein ganz kurzer Überblick:

In einer Zeit, in der die sozialen und politisch-kulturellen Probleme in den USA groteske Ausmaße annehmen, versucht eine Koalition aus „Gleichmachern“ und „Volksfreunden“ mit immer größer werdender Unverschämtheit, die Macht an sich zu reißen und den freien Handel zu beschneiden.
Als Gegenreaktion verlassen viele angesehene Männer und Frauen ihre Posten, ihre Firmen, ja sogar ihre Familien und verschwinden einfach. Niemand kann sagen wohin und weshalb.
Mittels Notstandsgesetzgebung und Erpressung regiert von Washington aus eine Männerriege, die ihre Politik bei alkoholgeschwängerten Treffen in Clubs abspricht und alle Hemmungen fallen lässt, je mehr sich Intellektuelle, Wissenschaftler und habgierige Industrielle mit ihren Methoden abfinden bzw. sie sogar begrüßen und rechtfertigen.
Anhand zweier Einzelschicksale erzählt die Autorin vom letztlich vergeblichen Widerstand einer ebenso intelligenten wie kapitalstarken Elite, die der großen Masse der „Schmarotzer“ unterlegen ist. Diese ziehen sich in ein abgelegenes Tal in den Rocky Mountains zurück und brechen alle Brücken nach draußen ab. Es muss erst alles zusammenbrechen, bevor die dazu „Fähigen“ den Laden übernehmen und wieder aufbauen können – natürlich unter dem Zeichen des Dollars.

Stilistisch ist das Buch eine Mischung von Liebes-, Abenteuer- und Zukunftsroman, vermengt mit Theorie und Philosophie. Ayn Rand ist eine ausgezeichnete Erzählerin, die weiß, wann sie das Tempo anziehen muss, wann sie dem Leser Verschnaufpausen gönnen kann und wie viel theoretische Abhandlung ein Gespräch verträgt, bevor es langweilig wird. An einigen Stellen allerdings geht die Leidenschaft für ihre Idee mit ihr durch, und sie versprüht diese Begeisterung in einem die Leser erschöpfenden Ausmaß.
Diese Idee geht von einem elitären Standpunkt aus, der nur die persönliche Leistung anerkennt. Der Mensch muss zu seinen Taten und Gedanken stehen, keine Religion, keine Philosophie ist gestattet, welche Schwäche entschuldigt oder Verantwortung auf andere Schultern lädt. Es ist eine Idee, in der der Wohlfahrtsstaat nicht möglich ist und keine soziale Marktwirtschaft vorkommt. Kapitalismus und Egoismus pur – wobei Ayn Rand davon ausgeht, dass es positive Ergebnisse nach sich zieht, wenn jeder Mensch nach seinem „Wert“ behandelt wird.

Mit DER FREIE MENSCH liegt eine kapitalistische Utopie vor. Damit gehört das Buch zu einer äußerst seltenen literarischen Spezies, da solche Gedankengebäude zumeist „links“ stehen. In den Zeiten der täglichen Nachrichten über nicht mehr zu finanzierende Staatsleistungen und der politischen Verwerfungen in den USA, erscheint es dringend nötig, sich Gedanken über die Hintergründe dieser Entwicklungen zu machen.
Das Buch von Ayn Rand bietet zum Mindesten jede Menge Stoff für rege Diskussionen – und einen Einblick in das Innerste der amerikanischen Wirtschafts-Seele.

Horst Illmer
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Der freie Mensch
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Horst schreibt viele Rezis für unsere Seite und trägt damit zur Vielfalt und Diversität bei. Wie jeder unserer Autoren hat er einen ganz eigenen und subjektiven Blick auf die Szene. Dieser einzigartige Blickwinkel steht ab und an ein wenig außerhalb meines eigenen Horizontes. Ich selbst bin natürlich außer Fanboy auch noch Verkäufer und Ladeninhaber. Deswegen gibt es ab und an

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Do not eat! Kevin Hearne anders aufgetischt…

von am 1. Mai 2023 noch kein Kommentar

DO NOT EAT! – Wie ein T-Shirt mich vor Aliens bewahrte
Autor: Kevin Hearne
Verlag: KNAUR
176 Seiten, Hardcover, 16,- €
ISBN 9783426227398

Wie scheiße kann ein Tag werden? Also wirklich ernsthaft scheiße? Wenn man z.B. dabei zusehen muß, wie der beste Freund von einem Alien verschlungen wird. Reicht nicht? Ok! Wenn man dazu noch – neben 50.000 anderen gefangenen Menschen – gekidnapped wird und das als REISEPROVIANT?! Instant sitzt man zusammen mit der Hauptcharaktere Clint im einem riesigen Alienraumschiff und überlegt mit ihm, was noch alles passieren könnte. Zudem sprechen wir auch noch mit einem der Aliens Namens Emily, bei der man schon gesehen hat, das sie mehrere (!) Zahnreihen besitzt.

Mich fasziniert wie schnell man beim Geschehen mitfiebert, welche Lösungen man mit Clint durchdenkt um sich und die anderen Opfer vor dem gefressen werden retten kann bzw. ob es überhaupt gelingt?! Erschreckend spannend und humorig erzählt Kevin Hearne, wie Menschen sich in so einer brennzlichen Situation verhalten könnten. Man kommt dann selbst ins grübeln und fragt sich, was zur Hölle würde ich in so einer überaus realen Situation tun?! Brutal komischer Science-fiction Spaß als Snack zwischendurch und erstaunlicherweiße das erste was ich von Hearne gelesen hatte, wo man ihn doch eher für die Chroniken des eisernen Druiden und anderes feiert!? Durch die außerirdische Kurzstory wird mir auch klar, wie abwechslungsreich Hearne schreibt und fesseln kann. Für mich defintiv ein Survialguide (falls ich endlich mal von diesem Planeten abgeholt werde und aber an die falschen Aliens gerate…) und klare Leseempfehlung!

Herrlich makaberes Odövre, denn "Diese Dreckskerle spielen einfach gerne mit Ihrem Essen!" Und wie es so schön auf dem Klappentext heißt: Es ist höchste Zeit, E.T. so richtig in den Arsch zu treten!

Habt´s fein(gehackt), bin T-shirt kaufen…
Euer Hellboygirl

DO NOT EAT! – Wie ein T-Shirt mich vor Aliens bewahrte
Autor: Kevin Hearne
Verlag: KNAUR
176 Seiten, Hardcover, 16,- €
ISBN 9783426227398

Wie scheiße kann ein Tag werden? Also wirklich ernsthaft scheiße? Wenn man z.B. dabei zusehen muß, wie der beste Freund von einem Alien verschlungen wird. Reicht nicht? Ok! Wenn man dazu noch – neben 50.000 anderen gefangenen Menschen – gekidnapped wird und

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US Comics Auslieferung KW 17

von am 28. April 2023 noch kein Kommentar

Boom Studios:

STINE, R. L./KAPLAN, A. L.: STUFF OF NIGHTMARES € 20,40
EWING, AL/DI MEO, SIMONE: WE ONLY FIND THEM WHEN THEYRE DEAD TP #3 THE SEAL € 18,00

Dark Horse:

MIGNOLA, MIKE/FIUMARA: ABE SAPIEN TP #2 DARK & TERRIBLE € 36,00
WAGNER, MATT/RUCKA, GREG: GRENDEL OMNIBUS 2ND EDITION PRIME TP #4 € 36,00
LEMIRE, JEFF/SIMEONE, STEFANO: BLACK HAMMER TP LAST DAYS OF BLACK HAMMER € 24,00

Image:

CATES, DONNIE/STEGMAN, RYAN: VANISH TP #1 € 18,00
BARNES/KUDRANSKI: NITA HAWES NIGHTMARE BLOG TP #2 € 20,40
NILES, STEVE/KUDRANSKI, SZYMON: A TOWN CALLED TERROR TP € 20,40

Marvel:

LOBDELL, SCOTT/NICIEZA, FABIAN/PETERSON, BRANDON: X-MEN EPIC COLLECTION TP LEGACIES € 54,00
HUMPHRIES, SAM/GARRON, JAVIER: STAR-LORD TP SAGA OF PETER QUILL € 48,00
DRAKE, ARNOLD/COLAN, GENE/VARIOUS: GUARDIANS OF GALAXY EPIC COLLECTION TP EARTH SHALL OVERCOME € 48,00
WEIN, LEN/SIMONSON, WALTER: THOR EPIC COLLECTION TP EVEN AN IMMORTAL CAN DIE € 60,00
YANG, GENE LUEN/TO, MARCUS: SHANG-CHI AND THE TEN RINGS TP € 30,00
WILLIAMS, LEAH/GOMEZ. CARLOS E.: X-TERMINATORS TP € 21,60
MACKAY, JED/GARBETT, LEE: STRANGE TP #2 DOCTOR STRANGE OF DEATH € 19,20

Boom Studios:
STINE, R. L./KAPLAN, A. L.: STUFF OF NIGHTMARES € 20,40
EWING, AL/DI MEO, SIMONE: WE ONLY FIND THEM WHEN THEYRE DEAD TP #3 THE SEAL € 18,00
Dark Horse:
MIGNOLA, MIKE/FIUMARA: ABE SAPIEN TP #2 DARK & TERRIBLE € 36,00
WAGNER, MATT/RUCKA, GREG: GRENDEL OMNIBUS 2ND EDITION PRIME TP #4 € 36,00
LEMIRE, JEFF/SIMEONE, STEFANO: BLACK HAMMER TP LAST DAYS OF BLACK HAMMER €

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Blanvalet Neuheiten KW 15

von am 13. April 2023 noch kein Kommentar

CANDON, EMMA MIEKO: STAR WARS RONIN EIN VISIONEN-ROMAN € 11,00
BUTCHER, JIM: DIE DUNKLEN FÄLLE DES HARRY DRESDEN #6 BLUTHUNGER € 12,00
KADREY, RICHARD: SANDMAN SLIM #3 HÖLLENTHRON € 12,00
JORDAN, WILL: PATIENTIN ZERO € 12,00

CANDON, EMMA MIEKO: STAR WARS RONIN EIN VISIONEN-ROMAN € 11,00
BUTCHER, JIM: DIE DUNKLEN FÄLLE DES HARRY DRESDEN #6 BLUTHUNGER € 12,00
KADREY, RICHARD: SANDMAN SLIM #3 HÖLLENTHRON € 12,00
JORDAN, WILL: PATIENTIN ZERO € 12,00

Nocterra – Mit Vollgas in die Dunkelheit (Image Comics / Cross Cult)

von am 12. April 2023 noch kein Kommentar

Autor: Scott Snyder
Zeichner: Tony S. Daniel
144 Seiten, deutsch
Hardcover (20,00 €)

In den späten 90ern wurde über den kurzlebigen deutschen Verlag „Infinity Comics" die Image Comicreihe „The Tenth“ von Tony Daniel veröffentlicht. Damals, als meine einzige Comic-Quelle die Edeka bei uns im Dorf war, stieß ich dort auf die Nummer 1 und war sprachlos. Unglaublich kreative freshe Ideen, abgefahrerene Charakter-Designs, ausdrucksstarke Zeichnungen und eine packende Story! Damals war ich hin und weg davon…Vor ein paar Wochen fielen mit die Comics beim Umräumen meiner Sammlung zu Hause wieder in die Hände und ich muss sagen sie haben nichts an Faszination eingebüßt…Daraufhin habe ich mich, ganz im Daniel-Hype, mal kundig gemacht was der gute Tony nach „The Tenth“ noch so geschaffen hat. Passenderweise hat Cross Cult jetzt aktuell den ersten Band von „Nocterra“ veröffentlicht, der von meinem geliebten Tony Daniel graphisch umgesetzt wurde. Optisch eine wirklich sehr gute Arbeit die mit allen aktuellen US-Comics locker mithalten kann, allerdings muss ich zugeben dass ich diesen rohen brachialen Zeichenstil seiner 90er Jahre Arbeiten ein wenig vermisse. Über den Autor Scott Snyder brauchen wir denke ich nicht zu sprechen. Wie die Batman Leser unter euch wissen, liefert der Mann immer 1 A Qualität ab. Dies ist auch hier der Fall.

Hauptprotagonist der Story selbst ist die junge Frau Val Riggs die uns erzählt wie sich vor 13 Jahren die Sonne verdunkelte und wie sich dadurch das Leben auf dem Erdball massiv veränderte. Natürlich nicht zum Besseren. Durch den Entzug des Sonnenlichts und Gegebenheiten die sich im Laufe der Story offenbaren, begann nicht nur Flora und Fauna, sondern auch die Menschen selbst zu schattenhaften Monstrositäten zu mutieren. Mit ihrem elektrischen Sattelzug prescht Val Riggs als „Fährmann“ durch die Endzeit und bringt Menschen und Güter jeglicher Art von einem „Outpost“ zu nächsten…Als sie auf ein kleine Mädchen und einen älteren Wissenschaftler trifft ändert sich für Val und ihren Bruder Emory alles…

Der erste Band hat mich begeistert. Ich hab ihn gleich komplett am Stück gelesen und blicke voller freudiger Erwartung in den Mai, denn da erscheint Band zwei! (Unbeabsichtiger Reim. 5 Punkte für Gryffindor!)

Tschau, valar morghulis, euer Dom

Autor: Scott Snyder
Zeichner: Tony S. Daniel
144 Seiten, deutsch
Hardcover (20,00 €)
In den späten 90ern wurde über den kurzlebigen deutschen Verlag „Infinity Comics" die Image Comicreihe „The Tenth“ von Tony Daniel veröffentlicht. Damals, als meine einzige Comic-Quelle die Edeka bei uns im Dorf war, stieß ich dort auf die Nummer 1 und war sprachlos. Unglaublich kreative freshe Ideen, abgefahrerene Charakter-Designs, ausdrucksstarke Zeichnungen

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Drei Phasen der Entwurzelung – Oder Die Liebe der Schildkröten

von am 5. April 2023 noch kein Kommentar

Lisa Jenny Krieg
DREI PHASEN DER ENTWURZELUNG ODER DIE LIEBE DER SCHILDKRÖTEN.
Aachen, Wortschatten Verlag, 2022, 464 S.
ISBN 978-3 96964-028-9 / Kartoniert / 17,00 Euro

Manchen Büchern merkt man schon an ihren Titeln an, dass sie für ihre Autor*innen eine schwere Geburt waren. So lautet der etwa bei Lisa Jenny Kriegs Erstling DREI PHASEN DER ENTWURZELUNG ODER DIE LIEBE DER SCHILDKRÖTEN. Aufgeteilt in drei Großkapitel erzählt Krieg vom Leben dreier Frauen, die nicht nur, aber vor allem durch familiäre Bande zusammengehören, und die doch jede für sich gezwungen wird, ihr Schicksal ohne die jeweils anderen anzunehmen und neue, eigene Wege zu finden.

Mehr als 150 Jahre in der Zukunft versucht die Menschheit verzweifelt ihr Überleben in einer immer feindseligeren Umwelt zu sichern, indem sie auch die letzten Hemmungen fallen lässt und mittels der fortschrittlichsten Biotechnik Hybridwesen erschafft, deren genetischer Quellcode teilweise von Meerestieren stammt. Obwohl es erste Erfolge gibt, sind die gesellschaftlichen Widerstände zu groß und die Ergebnisse nicht wie gewünscht. Dass das Leben „immer einen Weg findet“, wissen wir ja nicht erst seit JURASSIC PARK – und was alles dabei schief geht, erzählen uns die Geschichten um Pandora und den Zauberlehrling.

Kriegs Neufassung dieser Schöpfungsmythen besticht durch gleich mehrere ungewöhnliche Ansätze. Da ist zum einen eine radikal-weibliche Sichtweise der Protagonistinnen, deren Handlungen und Überlegungen oftmals in einem sehr intimen Einblick in ihren Bewusstseinsstrom mitgeteilt werden. Die Handlungsorte sind in Nordafrika und auf der arabischen Halbinsel sowie den sie umgebenden Gewässern angesiedelt und spiegeln, ähnlich wie die Tätigkeiten und Interessen ihrer Figuren das Lebensumfeld der Autorin.

Und dann (als Wichtigstes) ist da noch die Tatsache, dass Lisa Jenny Krieg einfach eine herausragende Erzählerin ist. Ihre Geschichte entwickelt von Beginn an einen unwiderstehlichen Sog, ihre Sprache ist vollmundig, weltzugewandt und trotz aller technischen Präzession märchenhaft heimelig.

Als Beispiel möge die folgende Szene am Lagerfeuer zweier Forscherinnen dienen, die den sie umgebenden Wald kartieren: „Lokapi faltet Savannas Karte zusammen und steckt sie in die Tasche ihres Gewands, aber nicht, bevor sie nicht ein paar orangene Webervögel herausholt, die gerade dabei waren, ein Nest zu bauen. Entrüstet fliegen sie weg.“ (S. 417).

Horst Illmer
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Drei Phasen der Entwurzelung – Oder Die Liebe der Schildkröten
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Lisa Jenny Krieg
DREI PHASEN DER ENTWURZELUNG ODER DIE LIEBE DER SCHILDKRÖTEN.
Aachen, Wortschatten Verlag, 2022, 464 S.
ISBN 978-3 96964-028-9 / Kartoniert / 17,00 Euro

Manchen Büchern merkt man schon an ihren Titeln an, dass sie für ihre Autor*innen eine schwere Geburt waren. So lautet der etwa bei Lisa Jenny Kriegs Erstling DREI PHASEN DER ENTWURZELUNG ODER DIE LIEBE DER SCHILDKRÖTEN. Aufgeteilt in

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KNAUR Neuheiten KW 08

von am 25. Februar 2023 noch kein Kommentar

SANDERSON, BRANDON: CLAIM THE STARS PB #3 CYTONIC – UNENDLICH WEIT VON ZUHAUSE € 17,99
FRISCH, LINA: WE WILL GIVE YOU HELL € 15,99

SANDERSON, BRANDON: CLAIM THE STARS PB #3 CYTONIC – UNENDLICH WEIT VON ZUHAUSE € 17,99
FRISCH, LINA: WE WILL GIVE YOU HELL € 15,99

TRISOLARIS – Die Trilogie

von am 22. Februar 2023 noch kein Kommentar

Cixin Liu
TRISOLARIS – Die Trilogie
Ü: Karin Betz und Martina Hasse
München, Heyne, 2022, 1740 S.
ISBN 978-3-453-32245-5 / 40,00 Euro
Hardcover

Es ist ja eher selten, dass ein einzelnes Buch (oder in unserem Fall eine Trilogie) dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass gleichsam ein neuer Kontinent auf der literarischen Landkarte auftaucht, aber Cixin Liu ist dies mit DIE DREI SONNEN für die chinesische Science Fiction gelungen. Nachdem der Roman erfolgreich die USA erobert hatte, gelang ihm dieses Kunststück auch in Deutschland. Der Heyne Verlag krönt diesen Triumphzug nun mit einer wirklichen Monumental-Ausgabe, die unter dem Titel TRISOLARIS – Die Trilogie alle drei Bücher (also auch DER DUNKLE WALD und JENSEITS DER ZEIT) vereint und zugleich editorische und herstellungstechnische Maßstäbe setzt.

Neben den Romanen gibt es im Buch je ein Vor- und ein Nachwort des Autors, sowie Anmerkungen und Erläuterungen zu Schreibweise und Aussprache von den Übersetzerinnen Karin Betz und Martina Hasse. Der Weltbestseller aus China (Werbetext) steckt in einem kräftigen Pappband im Format 25 x 18 Zentimeter, ist fadengeheftet, hat ein Lesebändchen – und einen Umfang von 1740 Seiten! Und man mag es glauben oder nicht: sogar die Ökobilanz ist so positiv wie möglich, wurde das Werk doch komplett in Deutschland gedruckt und gebunden. Wenn man dann noch den Preis von vierzig Euro mit den Einzelpreisen der Taschenbücher vergleicht, kann man ob der Ersparnis nur staunen.

Mit TRISOLARIS – Die Trilogie liegt die »Bibel« der chinesischen Science Fiction jetzt in einer absolut empfehlenswerten Ausgabe vor.

Horst Illmer

PS
Wer mehr über die Inhalte der einzelnen Bände erfahren möchte, kann hier
Die drei Sonnen
Der dunkle Wald
Jenseits der Zeit
weiterlesen.

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TRISOLARIS – Die Trilogie
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Cixin Liu
TRISOLARIS – Die Trilogie
Ü: Karin Betz und Martina Hasse
München, Heyne, 2022, 1740 S.
ISBN 978-3-453-32245-5 / 40,00 Euro
Hardcover

Es ist ja eher selten, dass ein einzelnes Buch (oder in unserem Fall eine Trilogie) dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass gleichsam ein neuer Kontinent auf der literarischen Landkarte auftaucht, aber Cixin Liu ist dies mit DIE DREI SONNEN für die chinesische Science

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Die linke Hand der Dunkelheit

von am 20. Februar 2023 noch kein Kommentar

Ursula K. Le Guin
DIE LINKE HAND DER DUNKELHEIT. Roman.
Aus dem amerikanischen Englisch neu übersetzt von Karin Nölle
(The Left Hand of Darkness / 1969)
Frankfurt/M., Fischer/TOR, 2023, 350 S.
ISBN 978-3-596-70712-6 / 18,00 Euro
Klappenbroschur

„Ich werde meinen Bericht so abfassen, als erzählte ich eine Geschichte, denn man hat mich als Kind auf meiner Heimatwelt gelehrt, dass die Wahrheit eine Frage der Phantasie ist.“

Es gibt umfangreiche Sammlungen mit den „famous last words“ – den „berühmten letzten Worten“ – bekannter Persönlichkeiten aus Geschichte und öffentlichem Leben, desgleichen Anthologien mit Roman-Anfängen und -Enden, gezogen aus den Werken der Weltliteratur, aber in den wenigsten davon wird man einen Satz finden, der eine tiefere Weisheit und ein größeres Verständnis der Weltzusammenhänge ausdrückt, als der Anfang von Ursula K. Le Guins Roman DIE LINKE HAND DER DUNKELHEIT.

Die Handlung spielt auf einer fremden Welt und erzählt aus der Sicht eines Botschafters (oder Beobachters) von dessen Erlebnissen während der ersten Phase des Kennenlernens nach dem Erstkontakt. Dass ein solcher Prozess nicht ohne Komplikationen verläuft, ist normal, dennoch reichen die Schwierigkeiten in diesem Fall weit über das Erwartbare hinaus – ebenso wie die Lösungen, die sich im Verlauf der Geschichte ergeben …

Während der Lektüre steigert sich die Empfindung, hier weit mehr als nur eine spannende Abenteuerstory vorgesetzt zu bekommen, und führt am Ende zur Erkenntnis, dass wir einer außergewöhnlichen Erzählerin dabei lauschen durften, wie sie nicht nur eine ganze neue Welt aufgebaut, sondern dabei viele unserer Vorurteile zerschmettert und zugleich unsere Seele gestreichelt hat.
Le Guin ist die große Philosophin unter den Science-Fiction-Autorinnen, eine liebevoll und leichthändig Lehrende, und DIE LINKE HAND DER DUNKELHEIT ist unter ihren vielgestaltigen Meisterwerken eines der besten und wichtigsten. Umso schöner ist es da, dass dieser Klassiker jetzt in einer sehr gelungenen Neuübersetzung von Karen Nölle wieder vorliegt.

So findet auch der letzte Satz des Buches unsere wohlwollende Zustimmung und wir betteln gemeinsam mit den einheimischen Zuhörern am Herdfeuer: „Erzählst du uns von den anderen Welten in den Sternen – den anderen Menschen, den anderen Leben?“

Horst Illmer
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Die linke Hand der Dunkelheit
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Ursula K. Le Guin
DIE LINKE HAND DER DUNKELHEIT. Roman.
Aus dem amerikanischen Englisch neu übersetzt von Karin Nölle
(The Left Hand of Darkness / 1969)
Frankfurt/M., Fischer/TOR, 2023, 350 S.
ISBN 978-3-596-70712-6 / 18,00 Euro
Klappenbroschur

„Ich werde meinen Bericht so abfassen, als erzählte ich eine Geschichte, denn man hat mich als Kind auf meiner Heimatwelt gelehrt, dass die Wahrheit eine Frage der Phantasie ist.“
Es gibt

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Panini Buchauslieferung KW 5

von am 3. Februar 2023 noch kein Kommentar

DENNING, TROY: HALO MASTER-CHIEF #1 STILLER STURM € 18,00
OLDER, DANIEL JOSE: STAR WARS DIE HOHE REPUBLIK PB #3 MITTERNACHTSHORIZONT € 17,00

DENNING, TROY: HALO MASTER-CHIEF #1 STILLER STURM € 18,00
OLDER, DANIEL JOSE: STAR WARS DIE HOHE REPUBLIK PB #3 MITTERNACHTSHORIZONT € 17,00

Panini Auslieferung KW 4

von am 25. Januar 2023 noch kein Kommentar

STAR WARS MC COLLECTION #46 ZERSTÖRTE HOFFNUNG € 16,99
WILLIGHAM,BILL/DIVERSE: SANDMAN DELUXE #10 DESTINY € 39,00
BUCKINGHAM,MARK/WILLINGHAM, BILL: FABLES DELUXE EDITION #4 € 39,00
BENDIS / BAGLEY: ULTIMATIVE SPIDER-MAN COMIC COLLECTION #10 ^ € 15,99
BENDIS / BAGLEY: ULTIMATIVE SPIDER-MAN COMIC COLLECTION #9 DIE ULTIMATIVEN SECHS € 15,99
TAKASHIGE, HIROSHI/MINAGAWA, RYOJI: SPRIGGAN DELUXE #7 € 19,00
KOJIMA/KOIKR: LONE WOLF AND CUB MASTER EDITION #4 € 32,00
RIFUJIN NA MAGONOTE: MUSHOKU TENSEI – IN DIESER WELT MACH ICH ALLES ANDERS #10 € 10,00
YAMASHITA, TOMOKO: DIE NACHT HINTER DEM DREIECKSFENSTER #6 € 8,99
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ENNIS, DILLON: PUNISHER COMPLETE COLLECTION HC #3 € 99,00
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TYNION IV,JAMES/ ESTHERREN, LISANDRO: SANDMAN ALBTRAUMLAND #1 DER LÄCHELNDE MANN € 19,00
HILL, JOE/MCDAID, DAN: JOE HILL #6 SEA DOGS BLUTIGE WELLEN € 13,00

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RIFUJIN

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Die Weltenschöpfer Band 3

von am 18. Januar 2023 noch kein Kommentar

Charles Platt
DIE WELTENSCHÖPFER. Band 3.
Kommentierte Gespräche mit Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren.
Ü: Frank Böhmert, Horst Illmer, Matita Leng u.v.a.m.
(DREAM MAKERS II / 1983)
Berlin, Memoranda, 2022, 338 Seiten
ISBN 978-3-948616-74-8 / 21,90 Euro
Klappenbroschur

Es ist ja häufig so: Das Beste kommt zuletzt.

Auch die Reihe der WELTENSCHÖPFER-Bücher von Charles Platt, die von 2021 bis 2022 im Memoranda Verlag erschienen ist, macht da keine Ausnahme. Allerdings spielt hier wohl eher der Zufall eine Rolle, als bewusste Planung. Durch die Aufteilung der zwei Originalbücher der DREAM MAKERS in drei deutsche Ausgaben kam es jedenfalls zu einer Häufung der interessantesten Interviews, die Platt mit gut fünf Dutzend Schriftsteller*innen führte, in DIE WELTENSCHÖPFER. Band 3.

Erstmals kommen hier mit Andre Norton, Kit Reed, Joanna Russ, Alice Sheldon (aka James Tiptree jr.) Janet Morris und Joan D. Vinge gleich mehrere Autorinnen ausführlich zu Wort und rechtfertigen dadurch den Untertitel der „kommentierten Gespräche mit Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren“. Hinzu kommen dann viele weitere interessante Künstler und Herausgeber wie Theodore Sturgeon, Fritz Leiber, Poul Anderson, Harry Harrison, Donald A. Wollheim, Joe Haldeman und Piers Anthony. Bei den Interviews mit den „Außenseitern“ Robert Anton Wilson und L. Ron Hubbard beweist Platt erneut, dass er den Blick über den Tellerrand nicht scheut und auch vor einem intensiven persönlichen Einsatz (wie im Fall des Scientology-Gründers Hubbard) nicht zurückscheut. Glanz- und Schlusspunkt ist das Doppelinterview, das Platt zusammen mit seinem Freund Douglas E. Winter mit dem 1982 zwar schon weltberühmten, aber eigentlich noch am Anfang seiner Karriere stehenden Stephen King führte. Der „Meister des Horrors“ erweist sich auch als „Meister der Inszenierung“ wie Platt in seinen Nachbemerkungen eindrücklich schildert.
Überhaupt muss nochmals darauf hingewiesen werden, dass alle drei WELTENSCHÖPFER-Bände Welterstveröffentlichungen darstellen. Die von Platt als „Historischer Kontext“ bezeichneten Anmerkungen und Erinnerungen sind zwar bei einigen der Interviewten recht kurz – dafür erreichen sie bei den wichtigen und spannenden Leuten zuweilen einen Umfang, der den Interviewtext verdoppelt. Die hier gewährten Einblicke in das „Allerheiligste“ der Science Fiction sind von unschätzbaren Wert für alle an diesem Genre Interessierten und zudem auch noch unterhaltsam zu lesen!

So muss gute Sekundärliteratur aussehen!!

Horst Illmer
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Die Weltenschöpfer Band 3
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Charles Platt
DIE WELTENSCHÖPFER. Band 3.
Kommentierte Gespräche mit Science-Fiction-Autorinnen und -Autoren.
Ü: Frank Böhmert, Horst Illmer, Matita Leng u.v.a.m.
(DREAM MAKERS II / 1983)
Berlin, Memoranda, 2022, 338 Seiten
ISBN 978-3-948616-74-8 / 21,90 Euro
Klappenbroschur

Es ist ja häufig so: Das Beste kommt zuletzt.
Auch die Reihe der WELTENSCHÖPFER-Bücher von Charles Platt, die von 2021 bis 2022 im Memoranda Verlag erschienen ist, macht da keine Ausnahme. Allerdings spielt

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Heute, am vorletzten Tag der Jubiläumswoche

von am 13. Januar 2023 noch kein Kommentar

…komme ich zum ersten mal etwas eher dazu, die Bilder des Tages und meinen kleinen Text online zu stellen. Der heutige Tag war ein kleines Bisschen Athemholen. Nicht, weil nichts aufregendes passiert wäre, sondern weil unser Programm am Vorabend des letzten Tages einfach zeitlich etwas kompakter angelegt war, als in den vergangenen Tagen.

ABER. Der Nachmittag mit Aiki Mira war ebenfalls wieder ein echtes Erlebnis. Die Lesung und die anschließenden Ausführungen zu Hintergründen unter dem Motto "von der Science zur Fiction" waren spannend, plastisch und professionell. Keine Frage aus dem Publikum ist unbeantwortet geblieben und aus der Lesung und dem geführten Gespräch ist fast so etwas wie ein Austausch unter begeisterten Fans geworden. Danke Aiki für den tollen Nachmittag, die Lesung und die spannende Gesprächsrunde danach. Wer "Titans Kinder" noch nicht kennt, sollte unbedingt morgen die zweite Chance wahrnehmen, sich ein signiertes Exemplar zu sichern. Auch wenn Aiki morgen aus ihrem aktuellen Roman "Neongrau" lesen wird, und damit noch einmal ganz andere Themen anspricht, kann ich das Doppelpack nur jedem Science Fiction Fan nahelegen. Eine wirklich großartige Stimme der Science Fiction. Danke Aiki für den heutigen Nachmittag…

und natürlich neue Bilder…

…komme ich zum ersten mal etwas eher dazu, die Bilder des Tages und meinen kleinen Text online zu stellen. Der heutige Tag war ein kleines Bisschen Athemholen. Nicht, weil nichts aufregendes passiert wäre, sondern weil unser Programm am Vorabend des letzten Tages einfach zeitlich etwas kompakter angelegt war, als in den vergangenen Tagen.
ABER. Der Nachmittag mit Aiki Mira war ebenfalls

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Das wichtigste Jubiläum im Universum: 42 Jahre Hermkes Romanboutique – Tag 5

von am 2. Januar 2023 noch kein Kommentar

Freitag 13.01. Ist sozusagen das Warmup für den Haupttag. Trotzdem haben wir an diesem Tag einen Gast, auf den ich mich ganz besonders freue.

Aiki Mira…

…lebt in Hamburg und in der Science Fiction.

Drei Storys von Aiki wurden 2022 für den Deutschen Science Fiction Preis & für den Kurd Laßwitz Preis nominiert. Mit der Story "Utopie27" gewann Aiki beide Preise.

Zusammen mit den beiden Künstlern Uli Bendick und Mario Franke gab Aiki die Anthologie "Am Anfang war das Bild" heraus, die 2022 ebenfalls für den Kurd Laßwitz Preis nominiert war und den zweiten Platz erreichte.

Im Jahr 2022 erschienen neben Kurzgeschichten und Essays auch zwei Romane von Aiki: „Titans Kinder. Eine Space-Utopie" sowie „Neongrau. Game Over im Neurosubstrat".

Der Kontakt zu Aiki hat sich über Horst Illmer ergeben. Schon im Vorfeld gab es einen regen Gedankenaustausch und die Autorin erscheint mir als beeindruckend tief in der Thematik verwurzelt. In diesem Zusammenhang habe ich ihre Romane und einige Essays gelesen. Ihre fundierte Herangehensweise an fachliche Themen ist sicher nicht zuletzt Ergebnis ihrer Forschungsarbeit und ihrem Studium der Medienkommunikation geschuldet. Ich bin auf jeden Fall persönlich extrem gespannt auf die Lesung(en, denn Samstag wird sie einen zweiten Auftritt haben) und vor allem auf den Austausch danach.

Das für Freitag ab ca 16:00 Uhr geplante Thema ist mehr als spannend: Von der Science zur Fiction: Titans Kinder. Eine Space-Utopie – Methanseen gibt es wirklich! Aiki Mira liest und signiert aktuelle Space-Utopie. Im Anschluss Gespräch mit Bildmaterial

Freitag 13.01. Ist sozusagen das Warmup für den Haupttag. Trotzdem haben wir an diesem Tag einen Gast, auf den ich mich ganz besonders freue.
Aiki Mira…
…lebt in Hamburg und in der Science Fiction.
Drei Storys von Aiki wurden 2022 für den Deutschen Science Fiction Preis & für den Kurd Laßwitz Preis nominiert. Mit der Story "Utopie27" gewann Aiki beide Preise.
Zusammen mit

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Adventskalender 2022 T-02: "Neongrau"

von am 22. Dezember 2022 noch kein Kommentar

Aiki Mira
NEONGRAU – GAME OVER IM NEUROSUBSTRAT
Heidelberg, Polarise, 2023, 520 S.
ISBN 978-3-949345-28-9 / 16,95 Euro

Es ist nicht gänzlich unwahrscheinlich, dass Hamburg in einhundert Jahren nicht mehr am Meer liegt, sondern im Meer. Um dennoch als Stadt, Besuchermagnet und Wirtschaftszone bestehen zu können, sind drastische Änderungen nötig. Schwimmende Wohnungen, Unterwasser-Touristenbusse für Besichtigungstouren in den versunkenen Stadtteilen und die Übergabe der Stadtschlüssel an einen E-Sport-und-Gaming-Konzern sind nur einige der Lösungsansätze wie sie Aiki Mira (die selbst begeisterte Hamburgerin ist) in ihrem neuen Roman NEONGRAU – GAME OVER IM NEUROSUBSTRAT anbietet.
Erleben lässt sie uns diese Zukunftswelt durch die (bioelektrisch veränderten) Augen von ELLL und Stuntboi , zwei Jugendlichen, die sich erstmals begegnen, als ELLL dafür sorgt, dass sich Stuntboi bei einer gewagten Stunt-Szene für ein VR-Video so schwer verletzt, dass die Karriere als Risiko-Double erst mal auf Eis liegt. Den Auftrag dazu erhielt ELLL von einer älteren Freundin, für die sie hin und wieder solche Jobs erledigt. Allerdings war es nicht eingeplant, dass sich die Beiden bei dieser Aktion ineinander verlieben …
Eingebettet ist deren immer komplizierter werdende Beziehung in eine Rahmenhandlung, in der in Hamburg ein VR-Gaming-Turnier der Superlative stattfindet, bei der sich sowohl für ELLL wie für Stuntboi ganz neue Wege zum Ruhm auftun, wo sich die immer „stärker“ werdenden Gaming-KIs überlegen, ob sie ihre Überlegenheit zeigen und „ausspielen“ sollen – und dann gibt es noch einen bösen alten Mann, der hektisch an einer Bombe bastelt, die er während des Turniers hochgehen lassen will.
Abstrakte Beschreibungen einer Zukunft in der abstrakte Protagonisten abstrakte Dinge tun gibt es zuhauf. Bei Aki Mira dagegen lässt sich miterleben was mit richtigen Personen in ihrem zukünftigen Dasein geschieht und wie sie darauf reagieren. Wenn Gamer im Neurosubstrat versinken und eintauchen in die virtuellen Realitäten ihrer Spiele, wenn Konzertbesucher sich den Beats ihrer Lieblingsbands hingeben, wenn zwei frisch Verliebte scheue Blicke miteinander tauschen, dann fühlt sich das beim Lesen so an als sei man dabei und spiele mit, fiebere mit, leide mit.
Nachdem Aiki Mira schon mehrfach bewiesen hat, dass sie stilistisch praktisch alle Sub-Genres der Science Fiction beherrscht (Space Opera, Utopie, Steampunk usw.), ist es keine allzu große Überraschung, dass sie genauso überzeugend im Jugendslang des Jahres 2112 erzählen kann.
NEONGRAU ist eine brillant geschriebene, fiebrig pulsierende, rasant sich entwickelnde Geschichte, deren Sog sich bis zur letzten Seite sogar noch steigert. Es bleibt keine Zeit zum Luft holen, Atmen wird total überschätzt, bestellen Sie einfach ein Reanimationsteam – und LOS!

Horst Illmer
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Neongrau
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Aiki Mira
NEONGRAU – GAME OVER IM NEUROSUBSTRAT
Heidelberg, Polarise, 2023, 520 S.
ISBN 978-3-949345-28-9 / 16,95 Euro
Es ist nicht gänzlich unwahrscheinlich, dass Hamburg in einhundert Jahren nicht mehr am Meer liegt, sondern im Meer. Um dennoch als Stadt, Besuchermagnet und Wirtschaftszone bestehen zu können, sind drastische Änderungen nötig. Schwimmende Wohnungen, Unterwasser-Touristenbusse für Besichtigungstouren in den versunkenen Stadtteilen und die Übergabe der

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Adventskalender 2022 T-17 "Fern vom Licht des Himmels"

von am 7. Dezember 2022 noch kein Kommentar

Tade Thompson
FERN VOM LICHT DES HIMMELS.
Ü: Jakob Schmidt
(Far from the Light of Heaven / 2021)
München, Golkonda, 2022, 381 S.
ISBN 978-3-96509-059-0 / 20,00 Euro
Klappenbroschur

Für die Anhänger der „Reinen Lehre“ ist es sicherlich immer wieder verstörend, wenn sie mit ansehen müssen, dass sich als gegensätzlich Empfundenes nicht abstößt, sondern anzieht, vermengt und in amalgamierter Form als ein „Mehr-als-seine-Einzelteile“ weiterexistiert.
Ein gutes Beispiel für dieses Kuddelmuddel ist die utopisch-phantastische Kriminalerzählung (der SF-Krimi), in der sich die Genres Krimi und Science Fiction vereinen und, im Idealfall, die Leserschaft in beiden Lagern begeistert. So wie das FERN VOM LICHT DES HIMMELS, dem neuen Roman von Tade Thompson gelingt.

Für den Rezensenten ergibt sich dabei ein kleines Problem: Was für die Science-Fiction-Fraktion normalerweise dazugehört, sind Erläuterungen des Was, Wo und vor allem Wie – während die Liebe zum Krimi normalerweise auch aus dem Verlangen herrührt, das Was, Wo und vor allem Wie selbst herauszufinden. Belassen wir es im Folgenden also bei einem quecksilbrigen Amalgam aus Expostion und Cliffhanger.

Wenn in der Zukunft Menschen zu weit entfernten Kolonialplaneten reisen, so geschieht dies in modular aufgebauten Raumschiffen, deren Steuerung eine starke KI übernimmt (und als deren „Back up“ ein einzelner Mensch mitgeschickt wird). Natürlich fällt eine solche KI niemals aus, deshalb fliegt auf der neugebauten „Ragtime“ die Raumfahrt-Novizin Michelle Campion, genannt „Shell“, mit. Ziel ist es, eintausend Passagiere zum Planeten Bloodroot zu befördern.

Shell ist die Tochter eines im Weltraum verschollenen (und deshalb berühmten) Astronauten und wird von dem für den Flug verantwortlichen Raumfahrtkonzern vor allem aus PR-Gründen engagiert. Ihr Anspruch ist es jedoch, durch eigene Leistungen den „Bonus“ einer Prominententochter hinter sich zu lassen. Als sie nach dem letzten Raumsprung am Zielort aus dem Traumschlaf geweckt wird, muss sie plötzlich zeigen, ob sie diesen Erwartungen gerecht werden kann.

Die KI hat sich abgeschaltet, das Schiff läuft im Notbetrieb, einige Passagiere sind auf nicht natürliche Weise ums Leben gekommen – und auf ihren Notruf hin schickt Bloodroot Shell mit dem psychisch labilen Rasheed Fin und seinem Androiden-Helfer Salvo ein Ermittlergespann zur Unterstützung, das ihr äußerst suspekt erscheint …

FERN VOM LICHT DES HIMMELS bedient also gleichermaßen die Anforderungen einer Space Opera wie des typischen Verbrechens hinter einer verschlossenen Tür. Da ist es nur gut, dass sich Tade Thompson ausdrücklich auf Edgar Allan Poe bezieht – der hat ja nicht nur die Detektivstory „erfunden“, sondern seine Helden auch mehrfach auf „Große Fahrt“ (u. a. sogar zum Mond) geschickt. Und um im oben begonnen alchemistischen Bild zu bleiben: FERN VOM LICHT DES HIMMELS erweist sich als ätherisch-leicht zu lesendes, inhaltlich aber gewichtiges „Goldstück“.

Horst Illmer
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Fern vom Licht des Himmels
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Tade Thompson
FERN VOM LICHT DES HIMMELS.
Ü: Jakob Schmidt
(Far from the Light of Heaven / 2021)
München, Golkonda, 2022, 381 S.
ISBN 978-3-96509-059-0 / 20,00 Euro
Klappenbroschur

Für die Anhänger der „Reinen Lehre“ ist es sicherlich immer wieder verstörend, wenn sie mit ansehen müssen, dass sich als gegensätzlich Empfundenes nicht abstößt, sondern anzieht, vermengt und in amalgamierter Form als ein „Mehr-als-seine-Einzelteile“ weiterexistiert.
Ein gutes Beispiel für

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Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction 4: Die große Revolution

von am 16. November 2022 Kommentare deaktiviert für Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction 4: Die große Revolution

Paul Scheerbart
DIE GROSSE REVOLUTION – ein Mondroman.
LESABÉNDIO – ein Asteroiden-Roman.
Vorwort: Michael Marrak, Nachwort: Hans Frey
Berlin, Hirnkost, 2022, 408 S.
ISBN 978-3-949452-40-6 / 32,00 Euro (bzw. 28,00 Euro im Abonnement)
Hardcover mit Lesebändchen
Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction, Band 4

Der „aus Wut“ zum Humoristen gewordene Berliner Boheme-Künstler Paul Scheerbart (1863–1915) gehört zu den wenigen wirklich eigenständigen Figuren der phantastischen Literatur. Während H. G. Wells, Kurd Laßwitz und Jules Verne (von Vorläufern wie Julius von Voss einmal abgesehen) zwischen 1870 und 1910 fast den gesamten Themenkanon der Science Fiction festschrieben, gelang es Paul Scheerbart, unabhängig und unbeeinflusst von diesen Unterhaltungsströmungen, einen Großteil dieser Themen in einer völlig eigenen Art aufzugreifen und zu verwenden. Dabei schrieb er in einem eigentümlichen Stil, der gewollt Simplizität mit mystischen Ideen und krudestem Humor vereinigte.

Einen ersten Eindruck dieser Unabhängigkeit gibt Scheerbart im „Mondroman“ DIE GROSSE REVOLUTION, der 1902 erschien und der ihm den großen Durchbruch beim Publikum bringen sollte. Allerdings erzählt er hier eine so weit von allem Gängigen entfernte satirisch-philosophische Geschichte, dass auch hundert Jahre später das Kunstverständnis der Leserschaft immer noch aufs Äußerste beansprucht wird. Kurz gesagt gibt es auf dem Mond zwei Parteien von Mondbewohnern: die einen wollen die seit Jahrhunderten andauernde Beobachtung der Erdbewohner fortführen, die andere Fraktion ist vom ewig Krieg führenden Homo Sapiens so enttäuscht, dass sie lieber von der Mondrückseite aus in die Ferne des Weltraums schauen wollen. Das alles beschreibt der Autor in einem Stilgemisch, dass sich in einigen Passagen wie ein Vorläufer der „New Wave“ der 1960er Jahre liest, aber auch schon in Einzelstellen auf den aufkeimenden Expressionismus hinweist.

Gleiches gilt für den 1913 veröffentlichten „Asteroiden-Roman“ LESABÉNDIO. Scheerbarts Meisterwerk über die Bewohner des Asteroiden Pallas, deren Anführer (und Titel-Held) Lesabéndio es versteht, ihrer aller Streben nach einem gemeinsamen Ziel hin auszurichten (der Vereinigung mit einer Plasmawolke) und der am Ende selbst zu einem Himmelskörper wird, sprüht geradezu über von skurrilsten Einfällen. Die geneigten Leser*innen werden bombardiert mit wirklich „fremden“ Lebensformen, mit einem politischen und kulturellen System, welches ein provozierend unvermitteltes Gegenbild zum Erdenleben darstellt, und mit einem absolut gesetzten ästhetischen Modell, das Technik und Philosophie ganz anders betrachtet und wertet als die traditionelle Science-Fiction-Literatur.

Ähnlich wie bei Olaf Stapledon gelingt es hier einem Außenseiter, in den Kosmos der phantastischen Literatur einzubrechen, ihn aus­zuweiten und um zwei wundervolle Werke reicher zu machen.

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Die große Revolution
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Paul Scheerbart
DIE GROSSE REVOLUTION – ein Mondroman.
LESABÉNDIO – ein Asteroiden-Roman.
Vorwort: Michael Marrak, Nachwort: Hans Frey
Berlin, Hirnkost, 2022, 408 S.
ISBN 978-3-949452-40-6 / 32,00 Euro (bzw. 28,00 Euro im Abonnement)
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Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction, Band 4

Der „aus Wut“ zum Humoristen gewordene Berliner Boheme-Künstler Paul Scheerbart (1863–1915) gehört zu den wenigen wirklich eigenständigen Figuren der phantastischen Literatur. Während H. G. Wells,

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Laylayland

von am 14. November 2022 Kommentare deaktiviert für Laylayland

Judith und Christian Vogt
LAYLAYLAND – Science-Fiction Roman.
Hamburg, Plan 9, 2022, 330 S.
ISBN 978-3-948700-77-5 / 18,00 Euro

LAYLAYLAND ist mir auf dem wunderbaren BuCon 2022 im hessischen Dreieich am Stand des Hamburger Plan 9 Verlages sofort ins Auge gesprungen. Dafür war aber das angemessen dystopische Titelbild nur zum Teil verantwortlich. Es lag eher an etwas, das literaturwissenschaftlich eindeutig in den Bereich Readers Response Theory (im deutschsprachigen Raum Rezeptionsästhetik genannt) fällt. Menschen fügen beim Lesen immer eigene Erfahrungen und Assoziationen mit ein. In meinem Fall las ich zu „Laylay“ noch „Kay Kay“ hinzu. So rief ich jahrelang meine Jüngste. Ob diese Parallele auch nach der Lektüre noch Bestand hat?

Laylay ist mit ihrem todkranken Freund Zeeto, der unter anderem auch noch eine bipolare Störung hat, und Mtoto, einem virusresistenten Säugling, bei deren Rettung sich Zeeto mit dem Wasteland-Virus angesteckt hat, auf der Suche nach einem Heilmittel gegen das Virus, das gerade dabei ist, den Rest der bisher überlebenden Homo sapiens sapiens auszulöschen.

Der Handlungszeitraum erstreckt sich vom 22. März bis zum 10. April 2064 und genauso flott und Holter-di-polter, wie das klingt, ist der Roman auch geschrieben.

Erzählt wird die Handlung abwechselnd von Laylay, Zeeto und einer namenlosen Cyborg-Person, die sich den Titel Root 2.0 erkämpft hat. Sprachlich unterscheiden sich die verschiedenen Erzählstimmen aufs Feinste.

Der Roman besticht durch ein vertrautes Post-Apokalyptisches Szenario mit marodierenden Banden, (die die nach 40 Jahren noch vorhandenen Vorräte an Medikamenten, Nahrungsmitteln, Maschinen und anderen Schätzen plündern), nomadisierenden Familienverbänden, (die sich vor allem unauffällig verhalten) und kleinen Siedlungen (in denen die Leute versuchen, in Ruhe und Frieden zu leben). Und natürlich gibt es ein aufstrebendes Reich, das versucht, möglichst viel Gebiet zu beherrschen und möglichst viele Menschen zu versklaven.

Soweit nichts aufregend Neues. Spannend ist aber, dass die treibende Kraft in diesem Reich eine Königin ist, die sich ihren Platz durch direkte Ausübung brutaler körperlichen Gewalt erobert hat. Darüber hinaus spielen sich die Ereignisse auf dem Gebiet des ehemaligen Polen und der ehemaligen BRD ab. Die Kultur der Überlebenden ist ein bunter Schmelztiegel, in dem afrikanische, türkische, mitteleuropäische und anglo-amerikanische Einflüsse zusammengekommen sind. Auch das Spektrum der Einstellungen reicht von ultra-weltoffen über ultra-konservativ bis zu ultra-faschistisch.

LAYLAYLAND ist ein sehr spannendes, vielschichtiges Buch voller knallharter Kämpfe auf Leben und Tod, deren Autor*innen sogar mutig genug waren, eine zarte Liebesgeschichte zu spinnen. Sprachlich habe ich lange nichts mehr so Frisches auf Deutsch gelesen, das auch eine ganze Menge Slang und Wortneuschöpfungen bietet.

Interessant finde ich darüber hinaus auch, dass meine Kay Kay eine erstaunlich große Schnittmenge an Charakterzügen und Angewohnheiten mit Laylay teilt. Ist vielleicht auch nicht überraschend, schließlich ist an Wissenschaft immer etwas dran, auch wenn es in diesem Fall „nur“ die Literaturwissenschaft ist.

Matita Leng

PS
LAYLAYLAND ist die Fortsetzung von WASTELAND; der Roman ist allerdings bei Knaur erschienen. Es gibt eine Zusammenfassung am Anfang, sodass LAYLAYLAND auch einzeln lesbar ist.
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Laylayland
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Judith und Christian Vogt
LAYLAYLAND – Science-Fiction Roman.
Hamburg, Plan 9, 2022, 330 S.
ISBN 978-3-948700-77-5 / 18,00 Euro

LAYLAYLAND ist mir auf dem wunderbaren BuCon 2022 im hessischen Dreieich am Stand des Hamburger Plan 9 Verlages sofort ins Auge gesprungen. Dafür war aber das angemessen dystopische Titelbild nur zum Teil verantwortlich. Es lag eher an etwas, das literaturwissenschaftlich eindeutig in den Bereich Readers

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Die Gelehrtenrepublik – Kurzroman aus den Roßbreiten

von am 7. November 2022 Kommentare deaktiviert für Die Gelehrtenrepublik – Kurzroman aus den Roßbreiten

Arno Schmidt
DIE GELEHRTENREPUBLIK. Kurzroman aus den Roßbreiten.
Mit 26 Holzstichcollagen von Thomas Franke, einer Kartenskizze der »Gelehrtenrepublik« von Arno Schmidt und einem editorischen Nachwort von Bernd Rauschenbach
Winnert, p.machinery Michael Haitel, 2022, 243 S.
ISBN 978-3-95765-302-4
Fulminant Fantastische Folianten, Band 1 / Großformat 26 x 18 cm
Hardcover / Normalausgabe 99,90 Euro / Vorzugsausgabe (111 Expl.) in Planung

Arno Schmidts „Kurzroman aus den Roßbreiten“, der 1957 unter dem Titel DIE GELEHRTENREPUBLIK veröffentlicht wurde, liest sich auf den ersten Blick wie ein klassischer Schelmenroman.

In der (damaligen) Zukunft des Jahres 2008 erhält der Journalist Charles H. Winer die (selten erteilte) Erlaubnis, eine schwimmende Insel (aus heutiger Sicht ist es ein überdimensionierter Kreuzfahrtdampfer), die „International Republic of Artists and Scientists“ (kurz auch IRAS oder eben „Gelehrtenrepublik“ genannt), zu besuchen und eine „Homestory“ über deren von der Weltgemeinschaft alimentierte „Bewohner“ (lauter berühmte Künstler und Forscher) zu machen.

Bereits die Anreise wird zum Abenteuer, erfolgt sie doch per Ballonflug über einen sogenannten „Hominidenstreifen“ hinweg, ein riesiges, atomverseuchtes Areal inmitten der USA, das von zwei gigantischen Mauern eingeschlossen ist und von Tier-Mensch-Mutanten bewohnt wird, mit denen jeder Umgang strengstens untersagt ist. Nachdem Winers Ballon dort notlanden muss, kommt er allerdings ungewollt in sehr direkten (und teileweise auch sehr intimen) Kontakt mit den dort lebenden Zentauren.

Endlich auf der IRAS angekommen, braucht Winer nicht allzu lange, um herauszufinden, dass auch in einer „Gelehrtenrepublik“, dieser scheinbar zivilisiertesten aller Gesellschaften, der Schein trügt. Die in zwei politische Lager geteilte Insel, auf der die IRAS-Bewohner durch die Weltmeere schippern, erweist sich als „Labor“, in dem zum Beispiel Sportler mittels Bioengineering zu Höchstleistungen gebracht und sogar die Gehirne der Genies von den jeweiligen Geheimdiensten „entführt“ werden.

Bei Schmidt liest sich das zuerst einmal sehr unterhaltsam, bis man dann merkt, welche Schrecken unter dieser obersten Erzählschicht liegen. Zutiefst pessimistisch ist Schmidts Erkenntnis, dass sich die alteingefahrenen Muster von Machtmissbrauch und Schwarz-Weiß-Denken, von skrupellosem Gewinnstreben und naivem Obrigkeitsglauben auch nach einem Atomkrieg nicht ändern werden.

Im Verlag p.machinery erschien nun Anfang Oktober eine außergewöhnliche und hochpreisige Neuausgabe der GELEHRTENREPUBLIK. Bei diesem Künstlerbuch im Überformat (26 x 18 cm) handelt es sich um den ersten Band der Reihe „Fulminant Fantastische Folianten“, die der Künstler Thomas Franke gemeinsam mit Verleger Michael Haitel ersonnen hat. Das Werk zieren 26 Holzstichcollagen Frankes (sowie ein Faksimile mit Schmidts Planskizze der schwimmenden Insel IRAS), viele davon als ausklappbare Doppelseiten angelegt. Nach dem Nachwort von Bernd Rauschenbach äußert sich auch Franke kurz zu seinen programmatischen Überlegungen. Zusätzlich zur (bereits vorliegenden) „Normalausgabe“ ist eine „Vorzugsausgabe“ von 111 Exemplaren in Planung, die eine zusätzliche, nummerierte und signierte Grafik enthalten soll. Beide Ausgaben sind in CABRA eingebunden, einem Material, das sich anfühlt als würde man(n) eine Zentaurin streicheln. Gefühlsecht!

Horst Illmer
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Arno Schmidt Die Gelehrtenrepublik
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Arno Schmidt
DIE GELEHRTENREPUBLIK. Kurzroman aus den Roßbreiten.
Mit 26 Holzstichcollagen von Thomas Franke, einer Kartenskizze der »Gelehrtenrepublik« von Arno Schmidt und einem editorischen Nachwort von Bernd Rauschenbach
Winnert, p.machinery Michael Haitel, 2022, 243 S.
ISBN 978-3-95765-302-4
Fulminant Fantastische Folianten, Band 1 / Großformat 26 x 18 cm
Hardcover / Normalausgabe 99,90 Euro / Vorzugsausgabe (111 Expl.) in Planung

Arno Schmidts „Kurzroman aus den Roßbreiten“, der 1957

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Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction 3: Ini

von am 2. November 2022 Kommentare deaktiviert für Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction 3: Ini

Julius von Voss
INI.
Roman aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert.
Vorwort: Hans Frey, Nachwort: Hans Esselborn
Berlin, Hirnkost, 2022, 276 S.
ISBN 978-3-949452-34-5 / 32,00 Euro (bzw. 28,00 Euro im Abonnement)
Hardcover mit Lesebändchen
Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction, Band 3

Schon vor Jahren stieß ich bei Forschungen über die frühe deutsche Science Fiction in der Sekundärliteratur auf Julius von Voss und INI, seinen 1810 erstmals erschienenen Roman aus dem 21. Jahrhundert. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass es praktisch unmöglich war, dieses Buch aufzutreiben und zu lesen. Und das, obwohl es sich, nach den Beschreibungen, ganz offensichtlich um einen recht ansprechenden Text zu handeln schien. Im Hirnkost Verlag hat man sich jetzt meiner, der Genreforschung und der interessierten Leserschaft erbarmt und INI nach über zweihundert Jahren neu herausgegeben. Damit hat das lange Warten und Suchen ein Ende – und das Werk übertrifft tatsächlich noch die kühnsten Erwartungen.

Der Roman spielt am Ende des 21. Jahrhunderts und beschreibt anhand der Liebesgeschichte von Guido und Ini, das durch stetigen Fortschritt wesentlich weiter entwickelte Leben der Menschheit. Die sittlich-moralische Bildung seiner Hautpersonen begleitend, führt uns Julius von Voss durch diese Zeit und lässt uns die Wunder der von ihm erdachten Zukunft schauen.
Die beiden Königskinder Guido und Ini wachsen auf Sizilien in benachbarten Häusern auf, angeleitet von Mentoren, denen von den Eltern der Auftrag erteilt wurde, künftige Führungspersönlichkeiten mit idealen Charakterzügen heranzubilden. Natürlich verlieben sich die Beiden ineinander. Als Guido Ini seine Liebe gesteht, entwirft ihm diese ein Ideal-Bild, dem er sich durch stetiges geistiges und körperliches Streben annähren soll. Bis er dies erreicht hat, will auch Ini an sich arbeiten – und ihn dann erhören. Guido nimmt diese Herausforderung an.
Er reist in Begleitung seines Lehrers durch Europa, lernt die Geschichte und politische Entwicklung der »Vereinigten Staaten von Europa« kennen, dient im Heer, bei der Luftwaffe und in der Marine, um danach in den Metropolen der alten Welt auch noch das mondäne Leben der Schönen und Reichen kennen zu lernen.
Anschließend führt die Reise nach Amerika (mittels einer von Walen gezogenen »Reise-Insel«) und weiter zum Nordpol. Dort erleidet er Schiffbruch und muss ein ganzes Jahr am unwirtlichsten Punkt der Erde überleben. Als eine zweite Expedition ihn endlich findet und rettet, hat sich die weltpolitische Situation dramatisch zugespitzt. Die diversen Blöcke (Europa, Asien, Afrika) sind sich spinnefeind und beginnen einen Weltkrieg …

Bei INI handelt es sich zuforderst um einen klassischen Erziehungs- und Bildungsroman. Das von der geliebten Ini aufgestellte Ideal gilt es für Guido zu erreichen. Seine Ausbildung, seine Mühen und Kämpfe, seine Entsagungen und Erlebnisse führen ihn auf dieses Ziel hin.
Zugleich versucht sich Julius von Voss allerdings auch als Zukunftsdeuter und greift mit seinen utopischen und phantastischen Darstellungen weit voraus. Die Darstellung des politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kriegerischen Wesens der zukünftigen Gesellschaft zeugen von der regen Phantasie des Verfassers und seinem reichen Schatz an ironischen und humoristischen Ideen.
Interessant sind sowohl die politischen wie die technischen Veränderungen, die Voss für die nächsten Jahrhunderte antizipiert: Verbesserungen beim Luftverkehr, bei der Kommunikation und im häuslichen Bereich helfen, das Leben der Menschen zu vereinfachen. Die meisten näher ausgeführten Erfindungen sind waffentechnischer Art werden jedoch oftmals für den zivilen Gebrauch weiterentwickelt. Die politischen Verbesserungen, hin zu einem mittels Verfassung gesicherten Gesamteuropa, sind wohlüberlegt, aber immer noch utopisch.

Die Originalausgabe von 1810 wurde in einen Neusatz übertragen. Die Kommentare von Hans Frey und Professor Esselborn geben wertvolle Erläuterungen zu Leben und Werk des ehedem erfolgreichen und bekannten, inzwischen aber völlig vergessenen Autors sowie zur Textgestalt und einigen zeitgleich veröffentlichten Werken u. a. von Jean Paul.

Mit INI ist einer der wichtigsten frühen Science-Fiction-Texte in deutscher Sprache endlich zugänglich. Hier zeigt sich, dass auch in Deutschland bereits zur Goethe-Zeit hervorragende utopisch-phantastische Literatur geschrieben wurde. Dieses Buch ist eine echte Entdeckung und es zu lesen macht (trotz der manchmal für moderne Augen ein wenig ungewohnten Sprache) riesigen Spaß und bringt (vor allem wegen der teilweise immer noch nicht erreichten Wunschvorstellungen und manchmal auch wegen der zutreffenden Einsichten in die immer noch recht traurigen politischen Verhältnisse) zum Nachdenken – und Träumen.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das von der Liebhaberin der utopischen Literatur bis zum Fan historischer Romane alle anzusprechen vermag.

Horst Illmer
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Ini – Roman aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert
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Julius von Voss
INI.
Roman aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert.
Vorwort: Hans Frey, Nachwort: Hans Esselborn
Berlin, Hirnkost, 2022, 276 S.
ISBN 978-3-949452-34-5 / 32,00 Euro (bzw. 28,00 Euro im Abonnement)
Hardcover mit Lesebändchen
Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction, Band 3

Schon vor Jahren stieß ich bei Forschungen über die frühe deutsche Science Fiction in der Sekundärliteratur auf Julius von Voss und INI, seinen 1810 erstmals erschienenen Roman aus

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Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction 1: Der Tunnel

von am 17. Oktober 2022 1 Kommentar

Bernhard Kellermann
DER TUNNEL.
Vorwort: Andreas Eschbach, Nachwort: Hans Frey
Berlin, Hirnkost, 2022, 485 Seiten
ISBN 978-3-949452-28-4 / 32,00 Euro / 28,00 Euro im Abonnement
Hardcover mit Lesebändchen
Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction, Band 1

Egal ob technische Großprojekte wie Stuttgart 21 oder das Constellation-Raumfahrtprogramm der NASA, irgendwer zieht deren Realisierung, den Sinn des Ganzen, die Finanzierbarkeit oder unsere technischen Fähigkeiten dazu in Zweifel oder gibt die ethisch-moralischen Verwicklungen, die dabei entstehen könnten, zu Protokoll.
Wie einfach hatten es da die Erfinder, Ingenieure, Planer, Politiker, Wissenschaftler (und Kapitalisten) in der „guten alten Zeit“. Da spielten alle diese Punkte doch gar keine Rolle!?

Nun, ganz so war es dann doch wohl auch nicht. Jedenfalls nicht, wenn man in Bernhard Kellermanns technischer Zukunftsutopie DER TUNNEL einmal genau nachliest. Zwar schwappt in dem 1913 erstmals erschienen Roman zuerst eine fast grenzenlose Welle der Begeisterung von der amerikanischen Ostküste an die französische Atlantikküste (den beiden Endpunkten des geplanten Eisenbahntunnels zwischen den USA und Europa), doch als sich die ersten Schwierigkeiten zeigen, beginnt es auch für den Industriellen Mac Allan und sein „Atlantic-Tunnel-Syndikat“ eng zu werden. Dass und wie weitergebaut wird, gehört dann zu den Dingen, die uns Heutigen zeigen, dass sich so viel in den letzten hundert Jahren gar nicht geändert hat …

Das trifft es sich doch hervorragend, dass der Titel soeben wieder in einer vorbildlich editierten Neuauflage zugänglich ist. Versehen mit einem begeisterten Vorwort von Andreas Eschbach und einem klugen, ausführlichen Nachwort von Hans Frey, bildet der Roman den Auftakt einer neuen Buchreihe mit lange vergriffenen Meisterwerken aus einer Zeit, als bei uns Science Fiction noch „Erzählung aus der Zukunft“ hieß.

Horst Illmer
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Der Tunnel
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Bernhard Kellermann
DER TUNNEL.
Vorwort: Andreas Eschbach, Nachwort: Hans Frey
Berlin, Hirnkost, 2022, 485 Seiten
ISBN 978-3-949452-28-4 / 32,00 Euro / 28,00 Euro im Abonnement
Hardcover mit Lesebändchen
Wiederentdeckte Schätze der Science Fiction, Band 1

Egal ob technische Großprojekte wie Stuttgart 21 oder das Constellation-Raumfahrtprogramm der NASA, irgendwer zieht deren Realisierung, den Sinn des Ganzen, die Finanzierbarkeit oder unsere technischen Fähigkeiten dazu in Zweifel oder gibt die

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Das Science Fiction Jahr 2022

von am 12. Oktober 2022 Kommentare deaktiviert für Das Science Fiction Jahr 2022

Hardy Kettlitz & Melanie Wylutzki (Hrsg.)
DAS SCIENCE FICTION JAHR 2022.
Berlin, Hirnkost, 2022, 570 Seiten
ISBN 978-3-949452-69-7 / 28,00 Euro
Klappenbroschur

„Zunächst muss jedoch festgestellt werden, dass es offenbar leichter ist, sich ein Raumschiff mit Lichtgeschwindigkeit vorzustellen als das Ende des Kapitalismus. Während der Postkolonia­lismus bereits als Thema in der neuen Space Opera angekommen ist, bleibt der Postkapitalismus noch nicht denkbar. Und was nicht vorstellbar ist, kann auch nicht Zukunft werden.“
Soweit Aiki Mira in ihrem überaus lesenswerten Essay „Die neue Space Opera im Zeitalter der kommerziellen Raumfahrt“, veröffentlicht im soeben erschienenen Jahrbuch DAS SCIENCE FICTION JAHR 2022.
Die fleißigen Herausgeber Hardy Kettlitz und Melanie Wylutzki haben es mal wieder geschafft und erneut ein SCIENCE FICTION JAHR zusammengetragen, lektoriert, gesetzt und veröffentlicht. Der Schwerpunkt im SCIENCE FICTION JAHR 2022 liegt diesmal auf der privat finanzierten Raumfahrt und den ökonomischen Interessen und Versuchungen, die dadurch entstehen.
Die Betrachtungen, Essays und Übersichts- Artikel dazu stammen u. a. von Judith Vogt (über die Science-Fiction-Autorinnen Octavia E. Butler und Mary R. Kowal), Bernd Flessner (über superreiche Raumfahrtpioniere), Hartmut Kasper (über Kolonien im Weltraum) und Wolfgang Neuhaus (über John Brunners Meisterwerk MORGENWELT).
Dazu gibt es wie gewohnt jede Menge Besprechungen und Informationen zu Allem was die Science-Fiction-Gemeinde im letzten Jahr beschäftigt hat.
Mehr als dreißig Beiträger*innen widmeten ihre Zeit und Arbeitskraft diesem nach wie vor unverzichtbaren (und immerhin schon zum 37. Mal erscheinenden) Jahrbuch – also unbedingt kaufen!

Horst Illmer
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Das Science Fiction Jahr 2022
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Hardy Kettlitz & Melanie Wylutzki (Hrsg.)
DAS SCIENCE FICTION JAHR 2022.
Berlin, Hirnkost, 2022, 570 Seiten
ISBN 978-3-949452-69-7 / 28,00 Euro
Klappenbroschur

„Zunächst muss jedoch festgestellt werden, dass es offenbar leichter ist, sich ein Raumschiff mit Lichtgeschwindigkeit vorzustellen als das Ende des Kapitalismus. Während der Postkolonia­lismus bereits als Thema in der neuen Space Opera angekommen ist, bleibt der Postkapitalismus noch nicht denkbar. Und was nicht

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