Das Ende der Sterne
von Gerd am 7. September 2026 noch kein Kommentar - schreibe den ersten!

- Peter Heller
Das Ende der Sterne
Ü: Eva Bonné
München, Heyne Verlag, 2026, 384 S.
ISBN 9783453324336, 14,00 Euro
Taschenbuch
Es ist eine ganze Weile her, dass ich dieses Buch gelesen UND empfohlen habe. Die gebundene Erstausgabe bei Eichborn stammt bereits aus dem Jahr 2013. Umso größer meine Freude, dass dieser Roman jetzt bei Heyne als Taschenbuch wiederaufgelegt wurde.
Ich habe ein Faible für postapokalyptische Szenarien. Ich würde sagen, besondere postapokalyptische Szenarien. Dystopien und eben postapokalyptische Szenarien zeichnen sich in der Populärkultur meist durch rohe Überlebenskämpfe, Action und düstere Ausweglosigkeit aus. Dass es im Genre eine ganz andere, leisere Tradition gibt, beweist Peter Hellers "Das Ende der Sterne". Hellers Debütroman reiht sich nahtlos in die Riege großer, intimer Endzeit-Klassiker ein: Es ist eine zutiefst poetische und überraschend lebensbejahende Erkundung dessen, was vom Menschen bleibt, wenn die Zivilisation wegbricht.
Wer nach Vergleichen sucht, denkt unweigerlich an George R. Stewarts Klassiker "Leben ohne Ende". Wie Stewarts Protagonist Ish ist auch Hellers Hauptfigur Hig ein bewahrer humanistischer Werte. Hig lebt neun Jahre nach einer verheerenden Pandemie mit seinem alten Hund Jasper und seinem schwer bewaffneten Nachbarn Bangley auf einem verlassenen Flugplatz in Colorado. Während Bangley die pragmatische Härte des Überlebens verkörpert, bewahrt Hig das menschliche Maß. Er liest Gedichte, zieht mit der Fliegenrute los (auch wenn es gar keine Forellen mehr gibt) und behält den Blick für die Schönheit der Natur.
Die schockstarre, fast meditative Isolation erinnert mich an Marlene Haushofers "Die Wand" – wenngleich bei Haushofer der zeitgenössische Blick auf das Frauenbild der 1960er-Jahre und die stumme Schicksalsergebenheit im Vordergrund stehen. Selbst zu Cormac McCarthys "Die Straße" lässt sich eine Brücke schlagen: Hellers Roman ist zwar weitaus lichtdurchfluteter und hoffnungsvoller als McCarthys düstere, aschegraue Welt, doch beide Werke teilen den unerschütterlichen Glauben daran, dass das „Tragen des Feuers“ – die Bewahrung von Menschlichkeit, Empathie und Würde – der eigentliche Sinn im Untergang ist.
Als Hig über das Funkgerät seiner Cessna das schwache Signal eines anderen Piloten empfängt, riskiert er alles. Er fliegt los, wohlwissend, dass sein Treibstoff für den Rückflug nicht reichen wird.
Heller, bringt als Natur- und Outdoor-Journalist ein feines Gespür für Einsamkeit und Landschaft mit und findet zusammen mit Eva Bonnés feinfühliger deutscher Übertragung einen ganz eigenen rhythmischen, fast lyrischen Ton. Das Ende der Sterne ist kein lauter Endzeit-Thriller, sondern ein anrührendes, elegantes Porträt über Verlust, Mut und die Unverwüstlichkeit der Hoffnung. Ein leises Meisterwerk für alle, die das Nachdenkliche im Phantastischen suchen.
Wunderbar, dass ich es jetzt wieder empfehlen kann. (Sicher auch, weil Ridley Scotts Version gerade in die Kinos kommt)
- Peter Heller
Das Ende der Sterne
Ü: Eva Bonné
München, Heyne Verlag, 2026, 384 S.
ISBN 9783453324336, 14,00 Euro
Taschenbuch
Es ist eine ganze Weile her, dass ich dieses Buch gelesen UND empfohlen habe. Die gebundene Erstausgabe bei Eichborn stammt bereits aus dem Jahr 2013. Umso größer meine Freude, dass dieser Roman jetzt bei Heyne als Taschenbuch wiederaufgelegt wurde.
Ich habe ein Faible für postapokalyptische Szenarien. den ganzen Beitrag lesen…



























Ich bin gerade mit den Halbjahresvormerkern im Buchhandel durch. Da gab es wenig wirklich Erfreuliches. Aber einige Titel sind dennoch erwähnenswert. Dieser eine ganz besonders. Aus verschiedenen Gründen schreibe ich jetzt und hier über ein Buch, das erst im Februar 2026 erscheinen wird. Bei Heyne, unter neuem Titel und ohne Angabe einer Übersetzerin, was vermuten lässt, dass es sich entweder um die Bastei Lübbe Übersetzung von Peter Rummel oder um die Version von Mirjam Nuenning für w_orten & meer handelt. Ich habe damals die Bastei Version von 1983 gelesen und war fasziniert. Kindred ist nicht nur ein eindrucksvolles und wichtiges Buch, sondern auch ein multimediales Franchise. Die Serie "Kindred – Verbunden" von 2022 ist auf Disney+ zu finden und beim New Yorker Verlag Abrams Comicarts gibt es eine Graphic Novel Adaption.
Kindred ist vordergründig ein Zeitreise-Geschichte. Die junge schwarze Schriftstellerin Dana James wird aus den USA der 70er Jahre (Der Roman wurde 1979 zum ersten mal veröffentlicht) ins frühe 19. Jahrhunder gezogen. Und zwar von Rufus, dem Sohn des Sklavenhalters, der anscheinend auf irgendeine Weise mit ihr verbunden ist. Dana durchlebt das Trauma der Sklaverei ihrer Vorfahren und muss letztendlich auch real um ihre eigene Freiheit kämpfen.










Auch dieser Titel aus dem DvR Verlag fällt in die Kategorie: Ein interessante Exoten ohne kaufmännischen Wert für den Handel. Aber auch dieser Titel ist es wert, dass Horsts Rezi veröffentlicht wird. Immerhin gehört Olaf Stapledon zu den großen des Genres und hat 1930 mit dem epochalen Werk "






März Verlag:
Arena:
Barnes, S. A.: Ghost Station PB € 16,00