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  • Der Mond ist aufgegangen…

    von am 24. August 2010

    …es ist Zeit euch eine Geschichte zu erzählen:

    Stellt euch vor ihr bekommt einen Job im All angeboten. Energie für die Erde auf der Mondoberfläche gewinnen. Der Vertrag beläuft sich auf drei Jahre. Du verlässt deine schwangere Frau um euch beiden mit dem versprochenen Geld eine bessere Zukunft zu erwirtschaften. Du fliegst ins All, wie so manch anderer tausend Kilometer um die Erde.
    Es ist ein Job wie jeder andere, nur eben ein wenig weiter von zu Hause entfernt. Morgens aufstehen. Frühstücken (Astronautenfutter aus der Tüte). Mittags die Minenfahrzeuge checken und abgefüllte Behälter zur Erde schicken. Am Abend Nachrichten zur Erde schicken und gleichermaßen Botschaften erhalten. Zum Feierabend bastelst du an einer Modellstadt aus deiner Erinnerung und siehst dir die Fotos deiner Frau und deiner mittlerweile geborenen Tochter an.
    Klingt nicht schlimmer als wenn du für die gleiche Zeitspanne auf eine Bohrinsel geschickt wirst.

    Bis du eines Tages wegen eines kleinen Missgeschicks auf der Krankenstation landest. Dein persönlicher Roboter“kumpel“ teilt dir mit, dass du einen Unfall hattest und nur kurze Zeit bewusstlos warst. Du spürst die Prellungen und die Schmerzen eines heftigen Aufpralls, aber du kannst dich nicht mehr wirklich erinnern was geschehen ist. Das Einzige was noch in deinem Kopf vorzufinden ist, sind die Bilder deiner Familie und die Aufgabenstellung deines Jobs. Du läufst durch die Station und siehst dich selbst im Trainingsraum auf dem Laufband joggen…
    Nachwirkungen des  Unfalls? Ein Knacks im Hirnstamm? Oder gar Schizophrenie?

    Ich könnte die ganze Geschichte jetzt auflösen und euch den „Spaß“ verderben. Aber dieser Film ist einfach kein Spaß. Ich sitze hier, noch direkt in den Fangarmen dieses Szenarios und bin einfach sprachlos (deshalb der Text (Hah, wie witzig!)) Ich sehe mir gerne Filme an und lasse mich unterhalten. Aber dieser Film hat mir aufgezeigt wie beschissen die Menschheit doch  sein kann/könnte. Ohne wenn und aber, präsentiert der Regisseur die Skrupellosigkeit der Menschen und wie egal uns doch so manche Verluste sind wenn es um unsere eigene Bequemlichkeit geht. Was ist schon ein Einzelner im Vergleich zum großen Ganzen. Ein Opfer für die Welt.
    Dieser Beitrag ist ein Vorschlag und eine Warnung zugleich. Wer immer in der Lage ist – oder eben nicht – sich der wirklich hässlichen Seite der Menschheits-Medaille zu stellen, der kann dies schonungslos mit diesem Film tun – oder eben nicht. Wer auch immer lieber Schäfchen in den Wolken sieht und Sonntagnachmittags Rosamunde Pilcher-Romane im Fernsehen sieht, wird diese Form des SF entweder eh nicht verstehen oder schreiend aus dem Saal rennen.

    Moon
    UK 2009
    Regie und Story: Duncan Jones
    Sam Bell: Sam Rockwell
    GERTY (OT Stimme): Kevin Spacey

    von am 24. August 2010

    …es ist Zeit euch eine Geschichte zu erzählen:

    Stellt euch vor ihr bekommt einen Job im All angeboten. Energie für die Erde auf der Mondoberfläche gewinnen. Der Vertrag beläuft sich auf drei Jahre. Du verlässt deine schwangere Frau um euch beiden mit dem versprochenen Geld eine bessere Zukunft zu erwirtschaften. Du fliegst ins All, wie so manch anderer tausend Kilometer um die Erde.
    Es ist ein Job wie jeder andere, nur eben ein wenig weiter von zu Hause entfernt. Morgens aufstehen. Frühstücken (Astronautenfutter aus der Tüte). Mittags die Minenfahrzeuge checken und abgefüllte Behälter zur Erde schicken. Am Abend Nachrichten zur Erde schicken und gleichermaßen Botschaften erhalten. Zum Feierabend bastelst du an einer Modellstadt aus deiner Erinnerung und siehst dir die Fotos deiner Frau und deiner mittlerweile geborenen Tochter an.
    Klingt nicht schlimmer als wenn du für die gleiche Zeitspanne auf eine Bohrinsel geschickt wirst.

    Bis du eines Tages wegen eines kleinen Missgeschicks auf der Krankenstation landest. Dein persönlicher Roboter“kumpel“ teilt dir mit, dass du einen Unfall hattest und nur kurze Zeit bewusstlos warst. Du spürst die Prellungen und die Schmerzen eines heftigen Aufpralls, aber du kannst dich nicht mehr wirklich erinnern was geschehen ist. Das Einzige was noch in deinem Kopf vorzufinden ist, sind die Bilder deiner Familie und die Aufgabenstellung deines Jobs. Du läufst durch die Station und siehst dich selbst im Trainingsraum auf dem Laufband joggen…
    Nachwirkungen des  Unfalls? Ein Knacks im Hirnstamm? Oder gar Schizophrenie?

    Ich könnte die ganze Geschichte jetzt auflösen und euch den „Spaß“ verderben. Aber dieser Film ist einfach kein Spaß. Ich sitze hier, noch direkt in den Fangarmen dieses Szenarios und bin einfach sprachlos (deshalb der Text (Hah, wie witzig!)) Ich sehe mir gerne Filme an und lasse mich unterhalten. Aber dieser Film hat mir aufgezeigt wie beschissen die Menschheit doch  sein kann/könnte. Ohne wenn und aber, präsentiert der Regisseur die Skrupellosigkeit der Menschen und wie egal uns doch so manche Verluste sind wenn es um unsere eigene Bequemlichkeit geht. Was ist schon ein Einzelner im Vergleich zum großen Ganzen. Ein Opfer für die Welt.
    Dieser Beitrag ist ein Vorschlag und eine Warnung zugleich. Wer immer in der Lage ist – oder eben nicht – sich der wirklich hässlichen Seite der Menschheits-Medaille zu stellen, der kann dies schonungslos mit diesem Film tun – oder eben nicht. Wer auch immer lieber Schäfchen in den Wolken sieht und Sonntagnachmittags Rosamunde Pilcher-Romane im Fernsehen sieht, wird diese Form des SF entweder eh nicht verstehen oder schreiend aus dem Saal rennen.

    Moon
    UK 2009
    Regie und Story: Duncan Jones
    Sam Bell: Sam Rockwell
    GERTY (OT Stimme): Kevin Spacey

    1 Kommentar zu “Der Mond ist aufgegangen…”

    1. Camille Desmoulin sagt:

      Ich hatte das Vergnügen, "Moon" im Kino zu sehen, bereits vor einiger Zeit. Ich hatte eigentlich keine Erwartungen und bewußt auch keine Vorabinformationen. Das einzige Detail, das bis zu mir durchgedrungen war, war die Information, dass es sich um einen Science Fiction Film, in der Tradition der frühen Klassiker aus den 70ern handelt.
      Die erste erfreulich Tatsache war bereits, dass es ganz im Stile früherer Kinobesuche, einen thematisch passenden Vorfilm gab.
      Der Film selbst ist eine, im besten Sinne von Science Fiction angelegte, sozialkritisch-philosophische Parabel, in Form einer Kammerspiel-artigen Verfilmung, eines typischen Phantastik-Kurzgeschichten-Themas. Die Stimmung von Silent Running (selbst der Roboter erinnert ein wenig daran, seufz), gepaart mit den philosophischen Aspekten aus Blade Runner, über den Wert von Leben und dessen Definition. Klassische, knapp über 90 Minuten, die wie im Flug vergehen. Großes Kino mit einer glänzenden Besetzung.

      @Kiddy: Dein offensichtlich zartes Alter möge deinen Schockzustand erklären. Sicher hast du mit deiner Aussage recht. Du vergisst aber dabei, die Größe dieser kleinen Produktion zu erwähnen.
      @comicdealer: Schön, dass es dieser Film in euren Blog geschafft hat und nicht "nur" im Forum gelandet ist. Ein großes Stück SF.

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