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Adventskalender 2022 T-17 "Fern vom Licht des Himmels"

von am 7. Dezember 2022

Tade Thompson
FERN VOM LICHT DES HIMMELS.
Ü: Jakob Schmidt
(Far from the Light of Heaven / 2021)
München, Golkonda, 2022, 381 S.
ISBN 978-3-96509-059-0 / 20,00 Euro
Klappenbroschur

Für die Anhänger der „Reinen Lehre“ ist es sicherlich immer wieder verstörend, wenn sie mit ansehen müssen, dass sich als gegensätzlich Empfundenes nicht abstößt, sondern anzieht, vermengt und in amalgamierter Form als ein „Mehr-als-seine-Einzelteile“ weiterexistiert.
Ein gutes Beispiel für dieses Kuddelmuddel ist die utopisch-phantastische Kriminalerzählung (der SF-Krimi), in der sich die Genres Krimi und Science Fiction vereinen und, im Idealfall, die Leserschaft in beiden Lagern begeistert. So wie das FERN VOM LICHT DES HIMMELS, dem neuen Roman von Tade Thompson gelingt.

Für den Rezensenten ergibt sich dabei ein kleines Problem: Was für die Science-Fiction-Fraktion normalerweise dazugehört, sind Erläuterungen des Was, Wo und vor allem Wie – während die Liebe zum Krimi normalerweise auch aus dem Verlangen herrührt, das Was, Wo und vor allem Wie selbst herauszufinden. Belassen wir es im Folgenden also bei einem quecksilbrigen Amalgam aus Expostion und Cliffhanger.

Wenn in der Zukunft Menschen zu weit entfernten Kolonialplaneten reisen, so geschieht dies in modular aufgebauten Raumschiffen, deren Steuerung eine starke KI übernimmt (und als deren „Back up“ ein einzelner Mensch mitgeschickt wird). Natürlich fällt eine solche KI niemals aus, deshalb fliegt auf der neugebauten „Ragtime“ die Raumfahrt-Novizin Michelle Campion, genannt „Shell“, mit. Ziel ist es, eintausend Passagiere zum Planeten Bloodroot zu befördern.

Shell ist die Tochter eines im Weltraum verschollenen (und deshalb berühmten) Astronauten und wird von dem für den Flug verantwortlichen Raumfahrtkonzern vor allem aus PR-Gründen engagiert. Ihr Anspruch ist es jedoch, durch eigene Leistungen den „Bonus“ einer Prominententochter hinter sich zu lassen. Als sie nach dem letzten Raumsprung am Zielort aus dem Traumschlaf geweckt wird, muss sie plötzlich zeigen, ob sie diesen Erwartungen gerecht werden kann.

Die KI hat sich abgeschaltet, das Schiff läuft im Notbetrieb, einige Passagiere sind auf nicht natürliche Weise ums Leben gekommen – und auf ihren Notruf hin schickt Bloodroot Shell mit dem psychisch labilen Rasheed Fin und seinem Androiden-Helfer Salvo ein Ermittlergespann zur Unterstützung, das ihr äußerst suspekt erscheint …

FERN VOM LICHT DES HIMMELS bedient also gleichermaßen die Anforderungen einer Space Opera wie des typischen Verbrechens hinter einer verschlossenen Tür. Da ist es nur gut, dass sich Tade Thompson ausdrücklich auf Edgar Allan Poe bezieht – der hat ja nicht nur die Detektivstory „erfunden“, sondern seine Helden auch mehrfach auf „Große Fahrt“ (u. a. sogar zum Mond) geschickt. Und um im oben begonnen alchemistischen Bild zu bleiben: FERN VOM LICHT DES HIMMELS erweist sich als ätherisch-leicht zu lesendes, inhaltlich aber gewichtiges „Goldstück“.

Horst Illmer
warenkorb

Fern vom Licht des Himmels
im Webshop oder via e-mail im Laden bestellen

von am 7. Dezember 2022

Tade Thompson
FERN VOM LICHT DES HIMMELS.
Ü: Jakob Schmidt
(Far from the Light of Heaven / 2021)
München, Golkonda, 2022, 381 S.
ISBN 978-3-96509-059-0 / 20,00 Euro
Klappenbroschur

Für die Anhänger der „Reinen Lehre“ ist es sicherlich immer wieder verstörend, wenn sie mit ansehen müssen, dass sich als gegensätzlich Empfundenes nicht abstößt, sondern anzieht, vermengt und in amalgamierter Form als ein „Mehr-als-seine-Einzelteile“ weiterexistiert.
Ein gutes Beispiel für dieses Kuddelmuddel ist die utopisch-phantastische Kriminalerzählung (der SF-Krimi), in der sich die Genres Krimi und Science Fiction vereinen und, im Idealfall, die Leserschaft in beiden Lagern begeistert. So wie das FERN VOM LICHT DES HIMMELS, dem neuen Roman von Tade Thompson gelingt.

Für den Rezensenten ergibt sich dabei ein kleines Problem: Was für die Science-Fiction-Fraktion normalerweise dazugehört, sind Erläuterungen des Was, Wo und vor allem Wie – während die Liebe zum Krimi normalerweise auch aus dem Verlangen herrührt, das Was, Wo und vor allem Wie selbst herauszufinden. Belassen wir es im Folgenden also bei einem quecksilbrigen Amalgam aus Expostion und Cliffhanger.

Wenn in der Zukunft Menschen zu weit entfernten Kolonialplaneten reisen, so geschieht dies in modular aufgebauten Raumschiffen, deren Steuerung eine starke KI übernimmt (und als deren „Back up“ ein einzelner Mensch mitgeschickt wird). Natürlich fällt eine solche KI niemals aus, deshalb fliegt auf der neugebauten „Ragtime“ die Raumfahrt-Novizin Michelle Campion, genannt „Shell“, mit. Ziel ist es, eintausend Passagiere zum Planeten Bloodroot zu befördern.

Shell ist die Tochter eines im Weltraum verschollenen (und deshalb berühmten) Astronauten und wird von dem für den Flug verantwortlichen Raumfahrtkonzern vor allem aus PR-Gründen engagiert. Ihr Anspruch ist es jedoch, durch eigene Leistungen den „Bonus“ einer Prominententochter hinter sich zu lassen. Als sie nach dem letzten Raumsprung am Zielort aus dem Traumschlaf geweckt wird, muss sie plötzlich zeigen, ob sie diesen Erwartungen gerecht werden kann.

Die KI hat sich abgeschaltet, das Schiff läuft im Notbetrieb, einige Passagiere sind auf nicht natürliche Weise ums Leben gekommen – und auf ihren Notruf hin schickt Bloodroot Shell mit dem psychisch labilen Rasheed Fin und seinem Androiden-Helfer Salvo ein Ermittlergespann zur Unterstützung, das ihr äußerst suspekt erscheint …

FERN VOM LICHT DES HIMMELS bedient also gleichermaßen die Anforderungen einer Space Opera wie des typischen Verbrechens hinter einer verschlossenen Tür. Da ist es nur gut, dass sich Tade Thompson ausdrücklich auf Edgar Allan Poe bezieht – der hat ja nicht nur die Detektivstory „erfunden“, sondern seine Helden auch mehrfach auf „Große Fahrt“ (u. a. sogar zum Mond) geschickt. Und um im oben begonnen alchemistischen Bild zu bleiben: FERN VOM LICHT DES HIMMELS erweist sich als ätherisch-leicht zu lesendes, inhaltlich aber gewichtiges „Goldstück“.

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