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Horst Illmer | comicdealer.de
  • August 2019
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    29. Juli 2019 30. Juli 2019

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  • Über: Horst Illmer

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    Horst Illmer
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    Insgesamt 122 Beiträge und 0 Kommentare

    Tagebuch eines Buchhändlers

    von am 20. August 2019 noch kein Kommentar

    Shaun Bythell
    TAGEBUCH EINES BUCHHÄNDLERS. Roman.
    Übersetzt von Mechthild Barth
    (THE DIARY OF A BOOKSELLER / 2017)
    München, btb, 2019, 448 S.
    ISBN 978-3-442-71865-8 / 11,00 Euro

    Irgendwann Anfang 2014 beschloss der schottische Antiquar Shaun Bythell seine Erlebnisse mit Mitarbeitern, Kunden und der restlichen Menschheit in Form eines Tagebuchs zu notieren. Das überaus lesenswerte Ergebnis dieser Notate kann ab sofort in Form eines preiswerten Taschenbuchs mit dem Titel TAGEBUCH EINES BUCHHÄNDLERS käuflich erworben werden.

    Allerdings darf man dieses Taschenbuch nicht bei einem Online-Händler kaufen, da einem sonst sofort die Ohren abfallen, man dauerhaft grün im Gesicht wird und Hausverbot auf dem örtlichen Friedhof bekommt – oder ähnlich grausamen Strafen unterliegt.

    Dieses Buch MUSS man (und frau auch) unbedingt direkt in der nächstgelegen örtlichen Buchhandlung bestellen – und das auch noch besonders laut und auffällig, damit alle anderen anwesenden Kunden mitbekommen, dass es das TAGEBUCH EINES BUCHHÄNDLERS gibt! (Sollte man durch einen dummen Zufall gerade der einzige Kunde im Laden sein, so bestelle man ein anderes Buch und vollführe die vorhergenannte Aktion zu einem geeigneteren Zeitpunkt, zum Beispiel, wenn man sein bestelltes Buch abholt.)

    Zudem ist es angebracht, sich nach erfolgter Lektüre des TAGEBUCHS EINES BUCHHÄNDLERS erneut in seine örtliche Lieblingsbuchhandlung zu begeben, mit dem anwesenden Personal darüber zu diskutieren, welche Ähnlichkeiten man entdeckt hat, und das Buch jedem zufällig vorbeikommenden Kunden mit lobenden Worten zu zeigen und zu empfehlen.

    Wer sich jetzt fragt, worum es in diesem Buch wohl geht, warum der Rezensent nichts über Inhalt, Sprache oder Stil vermeldet, ja, warum er oder sie sich denn nun eigentlich der „Mühe“ unterziehen und das TAGEBUCH EINES BUCHHÄNDLERS in der oben beschriebenen Form erwerben und lesen soll, darf an dieser Stelle aufhören zu lesen und kann dann bitte sofort diesen Planeten verlassen.

    Allen anderen sei versichert: So viel Spaß hattet ihr lange nicht mehr!

    Horst Illmer
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    20. August 2019 und noch kein Kommentar

    Shaun Bythell TAGEBUCH EINES BUCHHÄNDLERS. Roman. Übersetzt von Mechthild Barth (THE DIARY OF A BOOKSELLER / 2017) München, btb, 2019, 448 S. ISBN 978-3-442-71865-8 / 11,00 Euro Irgendwann Anfang 2014 beschloss der schottische Antiquar Shaun Bythell seine Erlebnisse mit Mitarbeitern, Kunden und der restlichen Menschheit weiterlesen…

    Das Reich kommt

    von am 29. Juli 2019 noch kein Kommentar

    J. G. Ballard
    DAS REICH KOMMT. Roman.
    Übersetzt von Eike Schönfeld
    (KINGDOME COME / 2006)
    Zürich, Diaphanes, 2019, 370 Seiten
    ISBN 978-3-0358-0136-1

    Die Romane des 2009 verstorbenen englischen Schriftstellers James Graham Ballard waren ja von Beginn an (1961 erschien seine erste Umwelt-Apokalypse THE WIND FROM NOWHERE) nicht gerade für ihren sprühenden Humor bekannt, aber die gegen Ende seines Lebens verfassten Werke zeigen eine mehr als nur düstere und trostlose Weltsicht. Dabei entfernte sich Ballard immer mehr von seinen früheren Zukunftsentwürfen und schrieb immer detaillierter über Dinge, die er in seinem Umfeld täglich erlebte. Allerdings überzeichnete er dabei so sehr, dass sich ein surreales, ja utopisch-dystopisches Bild ergab, wodurch die Geschehnisse für die Leser dann doch irgendwie „erträglicher“ wurden.
    Als Ballard-Fan weiß man also (oder ahnt es zumindest), was einen in DAS REICH KOMMT, dem letzten, 2006 in England unter dem Titel KINGDOME COME veröffentlichten Roman erwartet. In seiner unnachahmlichen Art und auf literarisch höchstem Niveau erzählt Ballard von einem gigantischen Einkaufszentrum, das sich zur Brutstätte einer abergläubisch-rassistischen Weltanschauung entwickelt, der sich immer mehr Menschen anschließen – und deren Existenz von „offizieller Seite“ so lange verleugnet wird, bis die daraus resultierenden terroristischen Aktionen nicht mehr zu übersehen sind.
    Seit einigen Jahren ist der Schweizer Diaphanes Verlag bemüht, das Werk Ballards nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Nach einigen Neuauflagen erscheinen dort jetzt auch deutsche Erstausgaben wie der vorliegende Band, der von Eike Schönfeld großartig ins Deutsche übertragen wurde.
    DAS REICH KOMMT, dessen Titel eine Anspielung auf das christliche „Vater-unser“ birgt, ist, bei aller Düsternis, ein faszinierend zu lesendes Porträt unserer konsumgläubigen, nur oberflächlich informierten und blauäugig wegsehenden westlichen Gesellschaft, das auch ein Dutzend Jahre nach seiner Niederschrift so lebendig und aktuell daherkommt, dass man sich fragt, ob es nicht doch ein richtiger Zukunftsroman war – oder ob die Zeit „ballardesk“ einfach stehen geblieben ist.

    Horst Illmer
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    29. Juli 2019 und noch kein Kommentar

    J. G. Ballard DAS REICH KOMMT. Roman. Übersetzt von Eike Schönfeld (KINGDOME COME / 2006) Zürich, Diaphanes, 2019, 370 Seiten ISBN 978-3-0358-0136-1 Die Romane des 2009 verstorbenen englischen Schriftstellers James Graham Ballard waren ja von Beginn an (1961 erschien seine erste Umwelt-Apokalypse THE WIND FROM weiterlesen…

    Die Erscheinung von Camford

    von am 25. Juli 2019 noch kein Kommentar

    H. G. Wells
    DIE ERSCHEINUNG VON CAMFORD.
    Übersetzt von Joachim Körber, Illustriert von Alexandra F.
    Nachwort von Horst Illmer
    (THE CAMFORD VISITATION / 1937)
    Bellheim, Edition Phantasia, 2019, 121 Seiten
    Pappband im Schuber
    ISBN 978-3-947122-02-8

    Dass der 1866 geborene H. G. Wells auch in seinen späten Jahren noch in der Lage war, sehr unterhaltsame Science Fiction zu produzieren, belegt der soeben in der Edition Phantasia erschienene Kurzroman DIE ERSCHEINUNG VON CAMFORD, der im Original unter dem Titel THE CAMFORD VISITATION erstmals 1937 veröffentlicht wurde.
    Eines schönen Morgens ertönt im Frühstücksraum des Holy Innocents College an der englischen Eliteuniversität Camford die „stählerne“, ganz und gar nicht-menschliche Stimme eines Unsichtbaren, der den anwesenden Professoren allerlei Vorhaltungen über ihre Dummheit macht. Der Sprecher gibt sich im weiteren Verlauf des Buches als ein überdimensionales Wesen zu erkennen, das seit vielen Jahrmillionen das Universum durchstreift und dabei auf die Menschheit gestoßen ist und an ihr Gefallen gefunden hat. Da ihn die Entwicklung beunruhigt, welche die menschliche Gesellschaft in den letzten Jahren genommen hat, versucht er, an der Spitze der Intelligenz-Pyramide ansetzend, herauszufinden, wieso es mit der Bildung, dem allgemeinen Wissensstand und der Informationsvermittlung auf der Erde so schlecht steht. Trotz seiner klugen Fragen und seinem stetigen Insistieren auf diesem Problem, beschäftigt es die Menschen jedoch viel mehr, woher die Stimme kommt, als was sie sagt.
    Die satirische Erzählung hat bis heute nichts von ihrer Frische und Schärfe verloren und ist eine echte Entdeckung, für die man dem Herausgeber und Übersetzer Joachim Körber nur dankbar sein kann. Der auf 250 Exemplare limitierte Pappband steckt in einem grauen Samtschuber. Der Text wurde von Alexandra F. illustriert und mein Nachwort bietet Anmerkungen und weiterführende Informationen.

    Horst Illmer
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    Die Erscheinung von Camford
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    25. Juli 2019 und noch kein Kommentar

    H. G. Wells DIE ERSCHEINUNG VON CAMFORD. Übersetzt von Joachim Körber, Illustriert von Alexandra F. Nachwort von Horst Illmer (THE CAMFORD VISITATION / 1937) Bellheim, Edition Phantasia, 2019, 121 Seiten Pappband im Schuber ISBN 978-3-947122-02-8 Dass der 1866 geborene H. G. Wells auch in seinen weiterlesen…

    phantastisch! neues aus anderen welten

    von am 22. Juli 2019 noch kein Kommentar

    Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
    phantastisch! neues aus anderen welten.
    Heft 75 / Ausgabe 3/2018 / 19. Jahrgang
    Stolberg, Atlantis Verlag, Juli 2019, 88 Seiten
    ISSN 1616-8437 / 5,95 Euro

    Eigentlich kann man ja jedes phantastisch!-Heft empfehlen, aber die jetzt erschienene Ausgabe vom Juli 2019 ist doch nochmal etwas Besonderes: Das Heft 75 ist für den Atlantis Verlag und den Herausgeber Klaus Bollhöfener ein guter Grund um allen Leserinnen und Lesern einmal zu zeigen, was in diesem Magazin so alles an Spaß, Liebe und Arbeit drinsteckt.
    Das Offensichtlichste ist das umlaufende Cover von Michael Vogt, das es mitten im Heft nochmal als Poster gibt (ohne „störende“ Beschriftung). Außerdem wurde der Umfang auf stolze 88 Seiten erhöht (ohne Mehrpreis!). Und auf Seite 4 werden alle ständigen Mitarbeiter und Redakteure im Bild vorgestellt.
    Das Wichtigste sind aber natürlich die Artikel, Interviews, Stories, Comics, Cartoons und Buchbesprechungen, die in ihrer Spannweite und Bandbreits die phantastisch! so einzigartig unter den Science-Fiction-Magazinen machen.
    Interviewt wurden diesmal der englische Superstar Jasper Fforde, der Jugendbuchautor Karl Olsberg und Tom und Stephan Orgel, die als T. S. Orgel gemeinsam sehr erfolgreich Fantasy und Science Fiction schreiben.
    Die Kurzgeschichte „Im Dienst der Legenden“ wurde von Christian Endres exklusiv für die phantastisch! geschrieben und ist eine der stärksten Stories seit Langem.
    Neben den gewohnten Standards (update, Buchhandels-Cartoon, Fortsetzungscomic) gibt es noch ein Dutzend Artikel, von denen nur der wunderschön illustrierte Bericht von Achim Schnurrer über das erste Phantastik-Magazin der Welt, Der Orchideengarten, hervorgehoben werden soll, da die Aufzählung sonst jeden Rahmen sprengen würde.
    Vertrauen Sie mir – und lesen Sie einfach selbst!

    75 Hefte in knapp 20 Jahren, das allein ist im Rahmen der deutschen Science Fiction schon außergewöhnlich. Hoffen wir also, dass wir an dieser Stelle auch noch über die Nummer 100 berichten dürfen!

    Horst Illmer
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    phantastisch! 75
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    22. Juli 2019 und noch kein Kommentar

    Klaus Bollhöfener (Hrsg.) phantastisch! neues aus anderen welten. Heft 75 / Ausgabe 3/2018 / 19. Jahrgang Stolberg, Atlantis Verlag, Juli 2019, 88 Seiten ISSN 1616-8437 / 5,95 Euro Eigentlich kann man ja jedes phantastisch!-Heft empfehlen, aber die jetzt erschienene Ausgabe vom Juli 2019 ist doch weiterlesen…

    Paris 2119

    von am 7. Juli 2019 noch kein Kommentar

    Zep (Text) & Dominique Bertail (Bilder) & Gaétan Georges (Farben)
    PARIS 2119.
    Aus dem Französischen von Resel Rebiersch
    (OT: PARIS 2119 / 2019)
    Hamburg, Schreiber & Leser, 2019, 90 Seiten
    ISBN 978-3-946337-89-8, Hardcover, 19,80 Euro

    Endlich hatte ich mal wieder Zeit genug, um meinen Stapel mit den „Comics, die ich unbedingt lesen will“ ein wenig „abzuarbeiten“.
    Da lag seit einigen Wochen die Graphic Novel PARIS 2119 des Schweizer Szenaristen Zep (Pseudonym des 1967 geborenen Philippe Chappuis), die er gemeinsam mit dem französischen Zeichner Dominique Bertail (* 1972) umgesetzt hat.
    Es handelt sich bei PARIS 2119 um eine klassische, geradlinig erzählte, abenteuerliche Science-Fiction-Love-Story, angesiedelt in einem hundert Jahre in die Zukunft weitergedachten Paris, dargestellt mit starken, stimmungsvoll kolorierten Bildern, die Anklänge an Bilal und Schuiten zeigen, ihre Kraft aber auch aus ihrer Nähe zur Ligne Claire ziehen.
    Tristan Keys, der etwas altmodisch und romantisch veranlage Held der Geschichte, gehört zu den wenigen Menschen, die das inzwischen zum Standard gewordene (und von der Firma Transcore monopolisierte) Reisen mittels Transmitter ablehnen und lieber auf herkömmliche Weise mit dem Zug oder der U-Bahn von A nach B gelangen (oder gar zu Fuß gehen). Seine Freundin Chloé findet seine Phobie zwar „süß“, nimmt seine Bedenken ansonsten aber nicht ernst. Wie allen modernen Menschen sind ihr Bequemlichkeit und Zeitersparnis wichtiger, zudem wird auf diese Weise die Umwelt vom Individualverkehr entlastet.
    Auch Tristan kann keine wirklichen Gründe gegen die Transmitter anführen. Bei einem seiner nächtlichen Spaziergänge findet er dann allerdings heraus, dass sein Unbehagen durchaus berechtigt sein könnte …
    PARIS 2119 ist gute Unterhaltungsliteratur, nicht mehr – aber auch nicht weniger.

    Horst Illmer
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    Paris 2119
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    7. Juli 2019 und noch kein Kommentar

    Zep (Text) & Dominique Bertail (Bilder) & Gaétan Georges (Farben) PARIS 2119. Aus dem Französischen von Resel Rebiersch (OT: PARIS 2119 / 2019) Hamburg, Schreiber & Leser, 2019, 90 Seiten ISBN 978-3-946337-89-8, Hardcover, 19,80 Euro Endlich hatte ich mal wieder Zeit genug, um meinen Stapel weiterlesen…

    NOVA Science-Fiction Ausgabe 27

    von am 4. Juli 2019 noch kein Kommentar

    Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.)
    NOVA. Science-Fiction. Ausgabe 27
    Editorials von Christian Steinbacher & Michael K. Iwoleit
    Illustriert von Paul Lehr u.v.a.
    Winnert, p. machinery, 2019, 200 Seiten
    Kartoniert
    ISBN 978-3-95765-152-5 / 18,90 Euro

    In diesen Zeiten, in denen das Negative in Politik, Kunst und Kultur (und manchmal auch im Zwischenmenschlichen) allgegenwärtig scheint, ist es mir eine besondere Freude, die neue Ausgabe von NOVA vorzustellen.

    Eine sehr positive Grundstimmung prägt den Inhalt und das Erscheinungsbild der 27. Ausgabe des von Michael K. Iwoleit und Michael Haitel herausgegebenen Science-Fiction-Magazins NOVA (p.machinery, 290 Seiten). Die im März 2019 erschienene Themenausgabe will „Neue Wege zur Utopie“ aufzeigen.
    Die zehn Stories von Dirk Alt, Marcus Hammerschmitt, Frank W. Haubold, Frank Hebben, Martin Mächler, Frank Neugebauer, Barbara Ostrop, Tobias Reckermann, Thomas Sieber und C. Stuart Hardwick beschreiben zukünftige „Idealgesellschaften mit kleinen Schönheitsfehlern“ und weisen auf den berühmten „Hoffnungsschimmer im Hoffnungslosen“ hin. Die vielen farbigen und schwarzweißen Illustrationen, u. a. von Stas Rosin, Christian Günther, Susanne Jaja und Paul Lehr, machen aus dieser Ausgabe zudem fast ein „Bilderbuch“.
    Auch der 50-seitige Sekundärteil beschäftigt sich mit der Utopie: Andreas Heyer plädiert für eine weitere Verschmelzung von SF und Utopie und Horst Illmer stellt mit DER KAISER VON EUROPA eine fast vergessene gesamteuropäische Friedensutopie aus dem Jahr 1895 vor. Das große Harald Lesch-Interview wird mit dem 2. Teil zu Ende geführt (wer NOVA 26 noch nicht hat, wird spätestens hier die Notwendigkeit erkennen, dieses Versäumnis zu beheben) und Nachrufe auf Harlan Ellison und Achim Mehnert runden den überaus gelungenen Band ab.

    Horst Illmer

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    NOVA Science-Fiction 27
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    4. Juli 2019 und noch kein Kommentar

    Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.) NOVA. Science-Fiction. Ausgabe 27 Editorials von Christian Steinbacher & Michael K. Iwoleit Illustriert von Paul Lehr u.v.a. Winnert, p. machinery, 2019, 200 Seiten Kartoniert ISBN 978-3-95765-152-5 / 18,90 Euro In diesen Zeiten, in denen das Negative in Politik, weiterlesen…

    Jenseits der Zeit

    von am 17. Juni 2019 noch kein Kommentar

    Cixin Liu
    JENSEITS DER ZEIT. Roman.
    Aus dem Chinesischen von Karin Betz
    (Sishen Yongshen / 2010)
    München, Heyne, 2019, 990 Seiten
    ISBN 978-3-453-31766-6

    & Hörbuch:
    Komplettlesung von Mark Bremer
    Random House Audio, 2019, 3 mp3-CDs, Laufzeit ca. 27 Stunden
    ISBN 978-3-8371-4501-4

    Wenn man so lange Science-Fiction-Bücher liest wie das bei mir der Fall ist, denkt man manchmal, dass man schon alles kennt, alles schon mal gelesen hat, nichts einen mehr überraschen kann. Glücklicherweise findet sich dann doch immer schnell ein Buch, dass diese Vorstellung widerlegt. Die größte und erfreulichste Überraschung der letzten Jahre bereitete mir der chinesische Autor Cixin Liu mit seiner auch in den USA überaus erfolgreichen Trilogie um die Bewohner des Planeten Trisolaris.
    Im Januar 2017 stellte ich hier den ersten Band vor, gefolgt von der Besprechung des zweiten Teils im Mai 2018. Nun ist es endlich soweit:
    Mit JENSEITS DER ZEIT erschien der heiß erwartete Abschlussband der ins Epische gewachsenen TRISOLARIS-Zukunftshistorie!
    Wieder einmal verläuft darin die Handlung in ganz anderen Bahnen als ein von westlicher Science Fiction geprägter Leser erwartet. Die chinesische Erzählweise hat andere Traditionen und Konventionen und so ist das Gefühl der „Fremdheit“ diesmal nicht nur der Kultur der Außerirdischen geschuldet. Liu beginnt nochmal bei den Ereignissen der in DIE DREI SONNEN geschilderten Jetztzeit, macht diverse Zwischenstopps bei Geschehnissen, die in DER DUNKLE WALD wichtig waren, und führt die Handlung dann in die Zeit des erwarteten Eintreffens der Flotte der Trisolarier – und schließlich weit darüber hinaus.
    Bei den Figuren begegnen uns einige alte Bekannte, wie der Wandschauer Luo Ji, doch dann übernimmt eine neue Generation den Staffelstab und bringt das Rennen um den berühmten „Platz an der Sonne“ zu Ende.
    Mit fast 1000 Seiten ist JENSEITS DER ZEIT ein würdiger Abschluss einer der außergewöhnlichsten Zukunftsgeschichten der letzten zehn Jahre.
    Der Roman wurde von Karin Betz aus dem Chinesischen übersetzt und hat ein Personenverzeichnis, eine Zeittafel, einen umfangreichen Anhang mit Hinweisen zur Aussprache der chinesischen Namen und Begriffe und einen sehr hilfreichen Einzelstellenkommentar.

    Zeitgleich erschien, eingelesen vom bewährten Schauspieler und Sprecher Mark Bremer, die unbedingt hörenswerte ungekürzte Hörbuchfassung bei Random House Audio.

    Horst Illmer
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    Jenseits der Zeit
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    17. Juni 2019 und noch kein Kommentar

    Cixin Liu JENSEITS DER ZEIT. Roman. Aus dem Chinesischen von Karin Betz (Sishen Yongshen / 2010) München, Heyne, 2019, 990 Seiten ISBN 978-3-453-31766-6 & Hörbuch: Komplettlesung von Mark Bremer Random House Audio, 2019, 3 mp3-CDs, Laufzeit ca. 27 Stunden ISBN 978-3-8371-4501-4 Wenn man so lange weiterlesen…

    Maschinen wie ich und Menschen wie ihr

    von am 28. Mai 2019 noch kein Kommentar

    Ian McEwan
    MASCHINEN WIE ICH UND MENSCHEN WIE IHR. Roman.
    Übersetzt von Bernhard Robben
    (MACHINES LIKE ME (AND PEOPLE LIKE YOU) / 2019)
    Zürich, Diogenes, 2019, 407 S.
    Leinen mit Schutzumschlag
    ISBN 978-3-257-07068-2 / 25,00 Euro

    Es wäre ja zu schön, wenn sich die Profis einmal (einmal nur!) auch professionell verhalten würden. Aber dafür müsste ich wohl in ein sehr alternatives Universum wechseln.
    Grund für das Gejammer ist der Umgang der hochbezahlten Literaturkritik des deutschsprachigen Feuilletons mit dem neuesten Roman des englischen Schriftstellers Ian McEwan, der als immerhin so wichtig angesehen wird, dass er fast zeitgleich mit seinem Erscheinen allüberall an prominenter Stelle ausführlich „besprochen“ wird. Trotz aller Ausführlichkeit war kein einziger Rezensent in der Lage den korrekten Titel des Buches zu nennen, der da lautet MASCHINEN WIE ICH UND MENSCHEN WIE IHR jedoch durchgängig auf die ersten drei Worte reduziert wurde. Dass es selbst der Verlag nicht besser macht (und auf seiner Homepage auch noch einen falschen Preis nennt) ist auch kein Trost.
    Als Leser braucht man sich um solche Kleinigkeiten ja nicht zu bekümmern, da kann man einfach zugreifen und sich von einem der stilsichersten und sprachmächtigsten Autoren der Gegenwart in eine kontrafaktische Alternativgeschichte entführen lassen, in der ein als Kriegsheld gefeierter Alan Turing praktisch im Alleingang für ein weit früher einsetzendes Computerzeitalter gesorgt hat, sodass im Jahr 1982 neben dem Internet und Handys bereits ein mit künstlicher Intelligenz ausgestattetes Modell eines Androiden existiert. Wie sich im Verlauf der Handlung zeigt, ist jedoch auch in dieser Welt der Mensch vor allem Mensch.
    Weshalb man auch den Titel, ganz so wie vom Autor hingeschrieben und von Bernhard Robben wortgetreu übersetzt, MACHINES LIKE ME (AND PEOPLE LIKE YOU) in Gänze als MASCHINEN WIE ICH UND MENSCHEN WIE IHR mitdenken und zitieren sollte.
    Ein Buch, an dem in diesem Frühjahr kein Weg vorbeiführt.

    Horst Illmer
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    Maschinen wie ich und Menschen wie ihr
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    28. Mai 2019 und noch kein Kommentar

    Ian McEwan MASCHINEN WIE ICH UND MENSCHEN WIE IHR. Roman. Übersetzt von Bernhard Robben (MACHINES LIKE ME (AND PEOPLE LIKE YOU) / 2019) Zürich, Diogenes, 2019, 407 S. Leinen mit Schutzumschlag ISBN 978-3-257-07068-2 / 25,00 Euro Es wäre ja zu schön, wenn sich die Profis weiterlesen…

    Die letzten Tage von Neu-Paris

    von am 16. Mai 2019 noch kein Kommentar

    China Miéville
    DIE LETZTEN TAGE VON NEU-PARIS. Roman.
    Übersetzt von Andreas Fliedner
    (THE LAST DAYS OF NEW PARIS / 2016)
    München Berlin, Golkonda, 2019, 250 Seiten
    ISBN 978-3-946503-86-6

    Irgendwie hat man manchmal das Gefühl, dass einige unsere Lieblingsautoren in letzter Zeit einfach nichts mehr veröffentlichen. Sind das die gruseligen Vorzeichen einer galaxisweiten Schreibblockade?
    Aber nein. Das ist wohl vor allem der eigenen Ungeduld geschuldet.
    Nachdem gerade erst der gute Walter Moers (s)einen BÜCHERDRACHEN losgeschickt hat, liegt jetzt mit DIE LETZTEN TAGE VON NEU-PARIS auch ein aktueller Roman von China Miéville in den Regalen.
    Thema des Buches sind die französischen Surrealisten um André Breton, die sich im Jahr 1941, anders als es uns die konventionelle Geschichtsschreibung überliefert hat, mit den nur ihnen eigenen Mitteln gegen die deutschen Besatzer zur Wehr setzen.
    Diese alternative Zeitlinie, in der sich Nazis und Résistance einen endlosen Kampf um die französische Hauptstadt Neu-Paris liefern, bildet den Kern der Erzählung, die dabei zwischen 1950 und 1941 hin und her pendelt, jede Menge Haupt- und Nebenwerke des Surrealismus zum Leben erwachen lässt, eine romantische Liebesgeschichte nicht verschmäht und über den Romantext hinaus in das Nachwort und die Anmerkungen des Autors hineinwuchert.
    Nachdem sich China Miéville in den letzten Jahren teilweise sehr weit von seinen Anfängen als Schriftsteller entfernt hatte, kehrt er, zumindest was die „Stimmung“ angeht, in diesem Werk „zu den Wurzeln“ zurück. Der Weg von der PERDITO STREET STATION in Bas-Lag zum fundamentlos schwebenden Eiffelturm in Neu-Paris ist recht kurz.
    Alle Hochachtung für den Übersetzer Andreas Fliedner, der seine Sache recht gut macht: da war bestimmt ein kleines Kunststudium nötig. (Und für Walter Moers-Fans streut Miéville auch noch eigene kleine Zeichnungen in den Text ein.)
    Insgesamt steckt deutlich mehr in diesem schmalen Büchlein als es auf den ersten Blick scheint.

    Horst Illmer
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    Die letzten Tage von Neu-Paris
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    16. Mai 2019 und noch kein Kommentar

    China Miéville DIE LETZTEN TAGE VON NEU-PARIS. Roman. Übersetzt von Andreas Fliedner (THE LAST DAYS OF NEW PARIS / 2016) München Berlin, Golkonda, 2019, 250 Seiten ISBN 978-3-946503-86-6 Irgendwie hat man manchmal das Gefühl, dass einige unsere Lieblingsautoren in letzter Zeit einfach nichts mehr veröffentlichen. weiterlesen…

    Jenseits von Raum und Zeit

    von am 23. April 2019 noch kein Kommentar

    H. J. Balmes, J. Bong, A. Roesler & O. Vogel (Hrsg.)
    Hannes Riffel (Mitherausgeber dieser Ausgabe)
    NEUE RUNDSCHAU. 130. Jahrgang 2019, Heft 1
    JENSEITS VON RAUM UND ZEIT. Phantastische Literatur im 21. Jahrhundert.
    Frankfurt/M., S. Fischer, 2019, 308 Seiten
    ISBN 978-3-10-809117-0 / 17,00 Euro

    Natürlich hat (Gast-)Herausgeber Hannes Riffel recht, der in seinem (Gast-)Editorial in der Neuen Rundschau darüber sinniert, dass es vermutlich mehr (also doch einige) Leser der Neuen Rundschau gibt, die mit dem Begriff „Phantastik“ etwas anfangen können, als Phantastik-Leser, die wissen, dass es die Neue Rundschau gibt (nahezu Null).
    Um nun beiden Gruppen eine gemeinsame Lektüre zu ermöglichen, hat der S. Fischer Verlag, in dem die Literaturzeitschrift Neue Rundschau seit 130 Jahren erscheint, aus ihrem Heft 1/2019 eine Themenausgabe gemacht, die sich unter dem (altehrwürdigen) Titel JENSEITS VON RAUM UND ZEIT mit der „phantastischen Literatur im 21. Jahrhundert“ beschäftigt. Auf fast 300 Seiten bekommt die Leserschaft in 18 Beiträgen die größtmögliche Qualität an Primär- und Sekundärliteratur geboten, die sich auf so beschränktem Raum unterbringen lässt: Kurzgeschichten von Andreas Eschbach, Mary Robinette Kowal, Seth Dickinson und H. P. Lovecraft; Essays von Dietmar Dath, Karen Nölle, Anja Kümmel und Ursula K. Le Guin; Übersichtsartikel zum „Worldbuilding“ und zur Genregeschichte von Lars Schmeink, Franz Rottensteiner, Erik Simon, Christian Endres, Karlheinz Steinmüller, Bernhard Hennen, nochmals Andreas Eschbach und Helmut W. Pesch.
    Wie immer in solchen Fällen handelt es sich um eine „Momentaufnahme“ – aber das vermittelte Bild ist äußerst bunt und von exzellenter Tiefenschärfe.
    Ein (Erkenntnis-)Gewinn für alle, die bereit sind, sich dem Herausgeber und seinen AutorInnen anzuvertrauen und die vielfältigen Seiten der Phantastik zu entdecken.

    Horst Illmer
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    Jenseits von Raum und Zeit
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    23. April 2019 und noch kein Kommentar

    H. J. Balmes, J. Bong, A. Roesler & O. Vogel (Hrsg.) Hannes Riffel (Mitherausgeber dieser Ausgabe) NEUE RUNDSCHAU. 130. Jahrgang 2019, Heft 1 JENSEITS VON RAUM UND ZEIT. Phantastische Literatur im 21. Jahrhundert. Frankfurt/M., S. Fischer, 2019, 308 Seiten ISBN 978-3-10-809117-0 / 17,00 Euro Natürlich weiterlesen…

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