Krimi

Wie man einen Bären kocht

von am 13. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Wie man einen Bären kocht

Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

Mikael Niemi
Wie man einen Bären kocht
Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt
(Koka björn, 2017)
btb, München 2020, 507 Seiten
ISBN 978-3-442-75800-5

„Wie man einen Bären kocht“ heißt das neueste Werk des schwedischen Autors Mikael Niemi, den man für seinen verfilmten Roman „Populärmusik aus Vittula“ kennen mag. Sein jüngstes Buch spielt 1852 in einem abgelegenen Dorf in Nordschweden. Eine junge Magd wird tot im Wald gefunden, als Schuldigen machen Landjäger und Gendarm einen Bären aus, der gejagt werden muss. Doch der protestantische Pfarrer Laestadius, ein Naturforscher und Pionier von Deduktion und Forensik, geht davon aus, dass man ihnen da einen Bären aufzubinden versucht und in Wahrheit ein Mensch der Mörder sein dürfte. Laestadius und sein von allen verachteter Zögling Jussi ermitteln – und ziehen sich den Zorn der Mächtigen in ihrer Gemeinschaft zu …

Manchmal kann der Titel täuschen: „Wie man einen Bären kocht“ ist keiner dieser witzig-schrägen schwedischen Romane, wie sie in den letzten Jahren neben den typischen Schwedenkrimis boomten. Schräg geht es in diesem historischen Krimi von Mikael Niemi dennoch des Öfteren zu, was sich auch sprachlich niederschlägt. Und obwohl einen nicht jedes Kapitel über den historisch verbrieften Priester und Detektiv sowie seinen armen Sidekick aus Lappland überzeugt, versteht Niemi es doch blendend, einen mit allen Sinnen in das ländliche nördliche Schweden zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu holen, wo einiges im Argen lag und im Wandel war.

Christian Endres

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Mikael Niemi
Wie man einen Bären kocht
Aus dem Schwedischen von Christel

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Flucht

von am 6. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Flucht

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Benjamin Whitmer
Flucht
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer
(Escape, 2018)
Polar Verlag, Stuttgart 2020, 407 Seiten
ISBN 978-3-945133-93-4

Der Amerikaner Benjamin Whitmer schrieb die beiden bockstarken Country-Noir-Romane „Im Westen nichts“ und „Nach mir die Nacht“. Auch in seinem neuesten Werk „Flucht“ geht es wieder um Ausgestoßene und Gesetzlose, um Gewalten und Gewaltbereite – und um die Finsternis, die alle Menschen in gewissen Lebensräumen und Lebensumständen verbindet.

„Flucht“ setzt am Silvesterabend 1968 ein. Aus dem Gefängnis Old Lonesome, das vom skrupellosen Direktor Jugg kontrolliert wird und eine ganze Stadt unterhalb der Rocky Mountains vergiftet, türmen mehrere Häftlinge. Trotz eines üblen Schneesturms heften sich die brutalen Wärter, der von jedermann verachtete Fährtenleser des Knasts, die abseits lebende Cousine eines Ausbrechers und zwei vom Krieg versehrte Journalisten aus Denver an die Fersen der Flüchtigen. In Kälte und Schnee kommt es zu überraschenden, selten glimpflich oder unblutig ablaufenden Konfrontationen zwischen ihnen allen sowie der Bevölkerung im Umfeld des Gefängnisses. Denn die Häscher sind in einigen Fällen noch verkommener als die entflohenen Verbrecher …

Whitmers Roman, der einen in Ton und Stil an Jack Ketchum erinnert, wurde durch reale historische Ereignisse inspiriert – und dadurch, dass ein Freund des in Colorado lebenden Autors bei einem Konflikt mit der Polizei von einem Scharfschützen erschossen wurde. Nach der ersten Handvoll Seiten erwartet man es nicht, doch „Flucht“ ist sicher einer der fesselndsten Romane, die man dieses Jahr zu lesen bekommt. Besser kann man einerseits reißerischen und rohen, andererseits nihilistischen und zugleich tiefsinnigen Noir dieser Sorte kaum zu Papier bringen.

Christian Endres

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Benjamin Whitmer
Flucht
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer
(Escape, 2018)
Polar Verlag, Stuttgart

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American Dirt

von am 2. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für American Dirt

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Jeanine Cummins
American Dirt
Aus dem Englischen von Katharina Naumann
(American Dirt, 2020)
Rowohlt, Hamburg 2020, 557 Seiten
ISBN 978-3-499-27682-8

Jeanine Cummins wurde als Soldatenkind in Spanien geboren, wuchs in den USA auf, studierte in Irland und lebt heute in New York City. In ihrem Roman „American Dirt“ schildert sie, wie eine mexikanische Mutter und ihr achtjähriger Sohn vor den Killern eines Kartellbosses aus Acapulco fliehen – zu Fuß sowie auf Güterzügen, was auf den Gleisen und in der Wüste, diesem „Stück binationalem Dreck“ zwischen Mexiko und den USA, oft lebensbedrohlich ist. Damit erhitzte Cummins viele Gemüter. Sie wurde der kulturellen Aneignung beschuldigt, die Diskussionen und Anfeindungen so heftig, dass die Autorin aus Sorge um ihre Sicherheit sogar eine Lesereise absagen musste.

Schade, denn „American Dirt“ ist ein sehr ordentlicher und packender Roman über die Migration an der Grenze zwischen Süd- und Nordamerika, über den Weg dorthin und über die Macht und die Brutalität der Kartelle. Und schreiben Autoren nicht seit jeher genauso über Dinge, die sie kennen, wie über Menschen, Orte und Zeiten, in die sie sich hineinversetzen? Heißt es zum Teil nicht genau das, Autor zu sein? Das als Gedanke, ohne die Wichtigkeit von ethnischer und kultureller Vielfalt auf dem Buchmarkt kleinreden zu wollen oder sie aus den Augen zu verlieren. Außerdem hat Jeanine Cummins durchaus den einen oder anderen persönlichen Bezug zum Thema, wie sie im Nachwort von „American Dirt“ schreibt.

Aber das sollte man am Besten selbst lesen. Zusammen mit dem Roman, versteht sich. Also trotz der überzogenen Debatte ruhig der Empfehlung von z. B. Stephen King und Don Winslow folgen und den spannenden, aktuellen Roman lesen, der seinen Platz an der Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste eher verdient hat als die Kontroverse. Obwohl die den Verkaufszahlen vermutlich nicht geschadet haben dürfte …

Christian Endres

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Jeanine Cummins
American Dirt
Aus dem Englischen von Katharina Naumann
(American Dirt, 2020)
Rowohlt,

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Die stummen Wächter von Lockwood Manor

von am 25. April 2020 Kommentare deaktiviert für Die stummen Wächter von Lockwood Manor

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Jane Healey
Die stummen Wächter von Lockwood Manor
Aus dem Englischen von Susanne Keller
(The Animals of Lockwood Manor, 2020)
hanserblau, München 2020, 381 Seiten
ISBN 978-3-446-26600-1

Die Londoner Autorin Jane Healey wuchs in einem viktorianischen Bauernhaus auf, studierte kreatives Schreiben in New York und beschäftigte sich in ihrer Abschlussarbeit mit übersinnlichen Phänomenen in Charlotte Brontës Klassiker „Jane Eyre“ von 1847. Da scheint es nur passend, dass Healey in ihrem zweitem eigenen Roman „Die stummen Wächter von Lockwood Manor“ selbst auf historische und sogar auf Spukhaus-Atmosphäre setzt.

Um die Säugetiersammlung des British Museum im Zweiten Weltkrieg vor den Bombenangriffen der Deutschen zu schützen, werden die ausgestopften Tiere 1939 aus London evakuiert und auf ein altes Anwesen außerhalb der Stadt gebracht – Lockwood Manor. Die junge, unsichere Kuratorin Hetty findet schon bald heraus, dass das unheimliche alte Gemäuer und seine Bewohner – etwa der unfreundliche Major Lockwood oder dessen traumatisierte, jedoch äußerst reizende Tochter Lucy – ein paar ziemlich dunkle Geheimnisse beherbergen …

Jane Healey thematisiert in ihrem historischen Gesellschaftsroman vor allem das elitäre Klassendenken und den gnadenlosen Sexismus der damaligen Zeit. Den Ausnahmezustand des Krieges nutzt sie unterdessen, um von außen noch mehr Druck auf ihre Protagonistinnen aufzubauen, die im Inneren des Hauses eigentlich bereits genug Stress haben. Die Spannung kann mit dem schönen Schreibstil auf fast 400 Seiten zwar nicht durchgehend mithalten, ein ungewöhnlicher und allen in allem recht gelungener historischer Roman über die Ära des Zweiten Weltkriegs ist „Die stummen Wächter von Lockwood Manor“ aber dennoch.

Christian Endres

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Jane Healey
Die stummen Wächter von Lockwood Manor
Aus dem Englischen von

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Broken

von am 22. April 2020 Kommentare deaktiviert für Broken

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Don Winslow
Broken
Aus dem amerikanischen Englisch von Ulrike Wasel, Klaus Timmermann, Joannis Stefanidis, Peter Friedrich, Kerstin Fricke
(Broken, 2020)
Harper Collins Germany, Hamburg 2020, 512 Seiten
ISBN 978-3-95967-489-8

Ja, der amerikanische Krimi-Großmeister Don Winslow macht noch etwas anderes, als Präsident Trump auf Twitter in einem fort so heftig die Leviten zu lesen, dass man sich nicht wundern würde, sollte Winslow eines Tages in einem CIA-Geheimgefängnis verschwinden. Was er noch treibt, außer unermüdlich Donald Trumps Falschaussagen und Fehlentscheidungen auf Twitter zu bekämpfen? Nun, gerade erschien Don Winslows neues Buch „Broken“ auf Englisch, und parallel gleich schon in deutscher Übersetzung.

Der dicke Hardcover-Band versammelt sechs neue, längere Erzählungen von Winslow, die repräsentativ für sein Schaffen und Können stehen. Sogar Winslow-interne Crossover-Storys mit der surfenden und ermittelnden Dawn Patrol, dem alt gewordenen Draufgänger Neal Carey sowie den liebgewonnenen Dealer-Helden aus dem verfilmten Roman-Geniestreich „Savages – Zeit des Zorns“ und dessen Prequel „Kings of Cool“ gibt es. Fanservice pur! Und die Elmore-Leonard-Hommage mit dem Schimpansen, der aus dem Zoo ausbüxt und eine Knarre schwingt, ist einfach zum Niederknien lässig und gut gemacht. Spätestens da hat man die erste, etwas zu harte Story im Fahrwasser von „Corruption“ verziehen. Zum Schluss widmet sich Winslow – wie in seinem letzten finalen Keller/War on Drugs-Roman „Jahre des Jägers“ – den menschenverachtenden Zuständen an der mexikanisch-amerikanischen Grenze.

Niemand schreibt so coole, zackige und smarte Krimis wie Don Winslow. „Broken“ zeigt alle Facetten seiner Kunst und seines kalifornischen Krimi-Kosmos – und ist ein grandioses Winslow-Lesebuch für Fans, aber auch für Einsteiger.

Christian Endres

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Don Winslow
Broken
Aus dem amerikanischen Englisch von Ulrike Wasel, Klaus Timmermann,

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Speak up

von am 18. April 2020 Kommentare deaktiviert für Speak up

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Laura Steven
Speak up
Aus dem Englischen von Henriette Zeltner
Droemr, München 2020, 351 Seiten
ISBN 978-3-426-28233-5

Die achtzehnjährige Schülerin Izzy O’Neill liebt das Schreiben von Drehbüchern, ihre besten Freunde Ajita und Danny, Süßigkeiten, ihre fürsorglich-coole Großmutter Betty und ihren Dackel Dumbledore. Obwohl sie früh ihre Eltern verlor, wuchs Izzy zu einer lebensfrohen jungen Erwachsene heran, die obendrein auf Jungs und Sex steht. Und daraus dreht man ihr im Internetzeitalter der Rachepornos einen Strick. Denn Izzys Leben wird komplett erschüttert und sie ferner übel an den Pranger gestellt und von einem epischen Shitstorm heimgesucht, als ein Blog online geht, der Sexbilder und Nacktfotos von Izzy verbreitet. Da der Sohn eines konservativen Politikers involviert ist, gehen die Story und die Bilder sogar landesweit viral …

Laura Stevens Young-Adult-Novel-Debüt „Speak up“, im englischen Original 2018 als „The Exact Opposite of Okay“ erschienen und bereits um ein Sequel reicher, ist ein furioser, famoser Beitrag zur anhaltenden Auseinandersetzung mit Sexismus, Slut-Shaming und dergleichen mehr. An Izzy und ihre rotzige, witzige Erzählstimme [samt sympathischer Meta-Kommentare in eckigen Klammern!] verliert man schon auf den ersten paar Seiten sein Herz, und daran ändert sich unterwegs auch nichts mehr. Entsprechend empört, wütend und hilflos fühlt man sich angesichts der ultrasexistischen, ultraungerechten Scheiße, mit der sie aus allen Richtungen beworfen wird und die ihr so vieles kaputt macht.

Wie ein Buch über die 50 ugly Shades of Sexism von Heute aussehen muss? Genau so. Bissig, lustig, traurig, empörend, mitreißend, gewinnend, kritisch, berührend, klug und wichtig: „Speak up“ ist ein starkes feministisches Werk und darüber hinaus ein schnittiger Pageturner von einem Roman. Je mehr ihn lesen, desto besser.

Christian Endres

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Laura Steven
Speak up
Aus dem Englischen von Henriette Zeltner
Droemr, München 2020,

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Home Girl

von am 15. April 2020 Kommentare deaktiviert für Home Girl

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Alex Wheatle
Home Girl
Aus dem amerikanischen Englisch von Conny Lösch
Kunstmann, München 2020, 254 Seiten
ISBN 978-3-95614-355-7

Die ersten drei Jugendromane des britischen Autors Alex Wheatle waren alle in Crongton angesiedelt, einem fiktiven schwarzen Viertel voller Gangs und Gewalt, das englische, amerikanische und jamaikanische Einflüsse vereint. Wheatles neuer Roman „Home Girl“, gewohnt gut von Conny Lösch übersetzt, setzt nun in Ashburton ein, direkt neben Crongton.

Diesmal geht es nicht um britische Kids, die versuchen, in der Welt der Gangs und Problemfamilien klarzukommen, sondern um Pflegekinder, deren Welt mindestens genauso hart sein kann. Ich-Erzählerin Naomi ist vierzehn Jahre alt, hat aber bereits viel Mist gesehen und erlebt. Ihre vorlaute Klappe und ihr saftiges Gefluche dienen der aufsässigen Teenagerin als Rüstung – doch jede Panzerung kann durchdrungen werden. So, wie jede neue Unterbringung mit Skepsis und Paranoia betrachtet wird. Selbst die der Pflegefamilien, die es wirklich gut mit Naomi meinen …

Der 1963 in Brixton geborene, heute in London lebende Alex Wheatle, der vor Jahren eine Zeitlang im Gefängnis saß und hier die Liebe zur Literatur entdeckte, schreibt relativ harte und sprachlich ziemlich gepfefferte Jugendbücher für die Kids von heute, die schon wissen, wo der Hase lang läuft. Doch auch erwachsene Leser mögen Wheatles Direktheit und Sprache, ob in den coolen Crongton-Büchern oder nun im frechen „Home Girl“. In dessen Kapiteln behandelt Wheatle neben ungewöhnlichen Arten von Rassismus z. B. noch die umständliche, gelegentlich irrgeleitete Bürokratie der Jugendhilfe.

Alex Wheatle ist trotz seiner Qualitäten weit davon entfernt, hierzulande ein Bestsellerautor zu sein – umso löblicher und schöner, dass der Kunstmann Verlag weiter an ihm festhält.

Christian Endres

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Alex Wheatle
Home Girl
Aus dem amerikanischen Englisch von Conny Lösch
Kunstmann, München

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Power

von am 8. April 2020 Kommentare deaktiviert für Power

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Verena Güntner
Power
DuMont, Köln 2020, 254 Seiten
ISBN 978-3-8321-8369-1

„Power“, der zweite Roman der 1978 in Ulm geborenen, heute in Berlin lebenden Theaterschauspielerin und Schriftstellerin Verena Güntner („Es bringen“), beginnt wie eine typische Außenseitergeschichte.

Diese handelt zunächst vor allem von Kerze, dem andersartigsten, absonderlichsten und eigensinnigsten, aber auch stärksten und unabhängigsten Mädchen des Dorfes. Kerze glaubt Gespenster sehen zu können und folgt in all ihrem Tun einer zweifellos neurotischen, allerdings zugleich selbstsicheren Methodik. Insofern ist Kerze zwar wirklich eine unangepasste Außenseiterin, aber eben eine von der Sorte, die vor offensivem Selbstbewusstsein nur so strotzt.

Als der Terrier namens Power ihrer unsicheren älteren Nachbarin verschwindet, macht Kerze sich auf die Suche nach dem Hund. Mit Beginn der Sommerferien schließen sich ihr nach und nach alle Kinder des ohnehin schon ausblutenden Dorfes an, verschwinden im unheimlichen Wald und leben dort wochenlang wie ein verwildertes Hunderudel nach ihren eigenen Regeln und Ritualen. Die Erwachsenen können Kerze und die anderen nicht erreichen und halten lieber in ihrer Mitte nach einem Sündenbock für diese bizarre Wendung im vergifteten Alltag und Gefüge des Orts Ausschau.

Letztlich handelt diese märchenhaft surreale, düstere und bedrohliche Geschichte in erster Linie von Entfremdung und Eskalation: zwischen den Generationen, zwischen den Menschen allgemein. Oder wie es in „Power“ an einer Stelle heißt: ‚Die Realität ist echt ein krass unrealistisches Konstrukt’. Ein merkwürdiges, jedoch fesselndes, intensives und durchgehend stark formuliertes Büchlein – mit wunderbar vielen Ecken und Kanten für gerade mal 250 Seiten.

Christian Endres

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Verena Güntner
Power
DuMont, Köln 2020, 254 Seiten
ISBN 978-3-8321-8369-1
„Power“, der zweite Roman

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Late Show

von am 6. April 2020 Kommentare deaktiviert für Late Show

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Michael Connelly
Late Show
Renée Ballard – Ihr erster Fall
Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb
(Late Show, 2017)
Kampa, Zürich 2020, 431 Seiten
ISBN 978-3-311-12503-7

Die „Bosch“-Romane von Veteran und Bestsellerautor Michael Connelly gehören zum Besten, was der US-Krimi zu bieten hat, und dasselbe gilt für die TV-Serie mit Titus Welliver in der Hauptrolle des Polizisten, den Connelly seit 1992 ermitteln lässt. Doch Connelly hat noch mehr Protagonisten geschaffen. Nach Bosch ist wohl der Anwalt Mickey Haller am bekanntesten, Boschs Halbbruder, den Matthew McConaughey in „Der Mandant“ spielte.

Im just von Kampa auf Deutsch veröffentlichen Roman „Late Show“ führt der 1956 geborene Connelly mit Renée Ballard nun eine neue Hauptfigur in sein Universum ein. Die junge hawaiianische Polizistin aus der Nachtschicht der Polizei von Los Angeles ist so unnachgiebig und unangepasst wie Bosch. Sie schläft wenig, und wenn, dann in einem Zelt am Strand, da sie momentan obdachlos ist. Ballard und Connelly haben im ersten Band beide immer einen Ball zu viel in der Luft, während es um die Jagd auf einen Mehrfachmörder sowie die Suche nach einem Gewalttäter geht, der eine Transgender-Prostituierte übel zugerichtet hat.

Trotzdem reichen Connelly-Routine und Bosch-Tugenden für ein überdurchschnittlich gutes, ebenso minutiöses wie spannendes Police Procedural. Noch nicht so stark wie Harry Bosch in Höchstform, doch man würde definitiv weitere Fälle von Detective Ballard lesen. Zumal im Original längst zwei Ballard/Bosch-Crossover erschienen sind.

Christian Endres

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Michael Connelly
Late Show
Renée Ballard – Ihr erster Fall
Aus dem amerikanischen Englisch

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Young God

von am 29. März 2020 1 Kommentar

Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

Katherine Faw
Young God
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer
(Young God, 2014)
Polar Verlag, Stuttgart 2020, 228 Seiten
ISBN 978-3-945133-95-8

Anfang 2020 startete der Stuttgarter Polar-Verlag, der ein wahres Paradies für Krimi-Liebhaber ist, neben seinem Hardcover-Programm eine neue Taschenbuch-Reihe, und gleich das erste dünne Büchlein hat es in sich.

In „Young God“ erzählt die 1983 geborene US-Autorin Katherine Faw von Nikki, einem heranwachsenden Mädchen in den Hügeln der Appalachen North Carolinas, wo Armut und Drogen den Alltag bestimmen. Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Nikki in den Trailer ihres Vaters, eines Dealers und Zuhälters. Obwohl sie erst dreizehn Jahre alt ist, kommt Nikki gut in dieser rauen, zugedröhnten Welt zurecht und will schließlich selbst ein Stück vom Drogenkuchen.

Faw erzählt ihre radikale White-Trash-Milieustudie ohne Kompromisse. Beim Überarbeiten dampfte sie den Roman von 100.000 auf 20.000 Wörter ein, ließ sie nur noch das Nötigste für die Ausleuchtung der Szenen stehen. Manche Kapitel sind bloß zwei Seiten oder gar gerade mal anderthalb Zeilen lang – „Young God“ hat wirklich kein Gramm fett zu viel. Der Trick des Reduzierens funktioniert nicht immer, aber oft genug, um z. B. Larry Browns Kritiker-Darling „Fay“ über eine andere junge Opportunistin zu überholen.

Allerdings bleibt David Joys „Wo alle Lichter enden“, 2019 ebenfalls im Polar Verlag erschienen, das aktuelle Krimi-Meisterwerk über die Hinterwäldler der Appalachen, die Trump damals mit zum Wahlsieg verhalfen.

Christian Endres

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Katherine Faw
Young God
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer
(Young God, 2014)
Polar

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