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  • Hochspannung von Mister Endres

    Mister Endres, selbst Autor und "Local Hero" zeigt uns mit seinen Rezis gerne mal einen Blick über den Tellerrand.

    Das System

    von am 28. Januar 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Ryan Gattis
    Das System
    Rowohlt Hundert Augen, Hamburg 2020, 542 Seiten
    ISBN 978-3-498-02538-0

    Seit seinem Romandebüt „In den Straßen die Wut“ gehört der 1987 geborene Amerikaner Ryan Gattis zu den nachrückenden Krimi-Autoren, die man unbedingt im Blick haben muss. Nach der Gangster-Geschichte „Safe“ liegt mit „Das System“ nun sein neuester Roman auf Deutsch vor, und der unterstreicht nur noch einmal, wie gut und lesenswert Gattis wirklich ist.

    Auf über 500 Seiten geht es ihm um die Menschen des Systems aus kriminellen Gangs und der staatlichen Strafverfolgung, das in den USA viele Leben bestimmt und beherrscht. Im Roman sind da etwa die jungen Gangster Dreamer und Wizard, die 1993 im Gefängnis landen, weil ein Bewährungshelfer einen Junkie zu einer Falschaussage zwingt. Um seinen unschuldigen Freund Dreamer zu helfen, steigt der smarte Little bei seinen Ermittlungen tiefer in die Welt der Banden, als er es je wollte. Doch auch Dreamers schöne Schwester Angela oder eine ehrgeizige Staatsanwältin spielen eine Rolle und sind Teil Des Großen Systems, das aus vielen kleinen Systemen und Geschichten und Schicksalen und Menschen besteht, die wiederum alle ihre Makel und Begierden haben – und dafür zu lügen und tricksen bereit sind.

    Dieser dritte Krimi von Ryan Gattis, weit mehr als nur ein Police Procedural mit Hand und Fuß, tut sich besonders durch seine glaubhaften Charakterisierungen und seine imposante Vielstimmigkeit hervor: Gattis lässt seine Protagonisten auf beiden Seiten des Gesetzes, des Gefängniszauns und des Prozesses reihum als Ich-Erzähler auftreten und gibt jedem eine eigene Stimme, einen eigenen Sound. Gigantisch gemacht und großartig zu lesen.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Ryan Gattis
    Das System
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    Der Bruch

    von am 25. Januar 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Doug Johnstone
    Der Bruch
    Polar, Stuttgart 2021, 308 Seiten
    ISBN 978-3-94839220-8

    Inzwischen mag dem einen oder anderen aufgefallen sein, dass Krimis aus dem Polar Verlag hier ihren festen Platz gefunden haben. Mit Recht: Natürlich gefällt oder begeistert nicht jeder Band aus einem Verlagsprogramm gleich, doch für Krimi-Enthusiasten ist die Dichte und Trefferquote bei Polar seit Jahren auffallend hoch. Wer den Veröffentlichungen des Stuttgarter Verlags folgt, kann sicher sein, einige der besten und wichtigsten Genre-Publikationen des Jahres zu lesen und eine Sammlung mit vielen Lieblingen zu pflegen.

    „Der Bruch“ von Doug Johnstone gehört da sicher dazu. Der schottische Kernphysiker, Ingenieur für Radar- und Raketenleitsysteme, Journalist und Krimi-Autor erzählt von einer der sozial am stärksten vernachlässigten Gegenden Edinburghs, wo Brachland und Bruchbuden sich abwechseln. Hier lebt der siebzehnjähriger Tyler mit seiner drogenabhängigen Mutter, seinen gestörten Halbgeschwistern und seiner kleinen Schwester Bean, die er vor dieser Welt aus Gewalt, Verbrechen und Überdosen beschützen will, so gut es geht. Aber Tyler muss auch mit seinem brutalen, irren Bruder auf Raubzug gehen. Als sie eines Nachts in das falsche Haus einbrechen, wird die Luft für Tyler immer dünner, der außerdem auf ungewöhnliche Art ein nicht minder ungewöhnliches Mädchen kennenlernt …

    Die besten Krimis gewähren uns einen ungeschönten Einblick in andere, oftmals raue Lebensverhältnisse, und genau das tut Doug Johnstone in seinem packenden, emotional glaubwürdigen schottischen Noir-Roman. Ian Rankin ist begeistert, der Vergleich mit Irvine Welsh nicht unverdient. Es sind Bücher wie „Der Bruch“, wegen derer wir Krimis als Gesellschaftserfahrungen und Spannungsliteratur so schätzen und wir uns wie süchtig nach der nächsten Szene oder Eskalation die halbe Nacht um die Ohren schlagen.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Doug Johnstone
    Der Bruch
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    Stadt, Land, Raub

    von am 12. Januar 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Marcie Rendon
    Stadt, Land, Raub
    ariadne, Hamburg 2020, 237 Seiten
    ISBN 978-3-86754-245-6

    2017 veröffentlichte die Amerikanerin Marcie Rendon, die dem Stamm der Anishinabe White Nation People angehört, „Am Roten Fluss“: ihren ersten Krimi über Fargo in den 1970ern zwischen Vietnamkrieg und Hippiebewegung, der Renee Blackbear alias Cash sofort zu einer neuen Lieblingsheldin machte. Nun ist mit „Stadt, Land, Raub“ der zweite Roman in Else Laudans ariadne-Imprint bei Argument erschienen, wo starke Autorinnen und Protagonistinnen des modernen Krimis ein Zuhause haben und z. B. auch neue Bücher der Schottin Denise Mina herauskommen, die einst sogar mal „Hellblazer“-Comics verfasste.

    Die 19-jährige Cash, taffe Ziehtochter des Sheriffs, studiert in „Stadt, Land, Raub“ mit Erfolg an der Uni, hat hin und wieder außerkörperliche Traumerfahrungen und bessert ihr Taschengeld mit Kneipen-Billard und dem nächtlichen Fahren von Rübenlastern auf. Diesmal stolpert sie über einen Fall verschwundener Mädchen, der vom ländlichen Leben am Red River in die gemeine große Stadt führt. Überdies kehrt ein verloren geglaubter Verwandter zu ihr zurück …

    Marcie Rendons Sound und ihre Hauptfigur sind so großartig, dass man bereitwillig den Zufall ignoriert, der wieder eine recht große Rolle für die Handlung spielt. Außerdem erzählt Rendon gekonnt von den 1970ern, Bürgerrechtsbewegungen, posttraumatischen Belastungsstörungen sowie den historischen und anhaltenden Verfehlungen gegenüber den Native Americans. Cash ist eine wunderbare Antiheldin, der man überallhin folgt, ob an die Uni, auf den Rübenacker oder in die gefährlichen Twin Citys – und garantiert auch in einem dritten Band.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Marcie Rendon
    Stadt, Land, Raub
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    Adventskalender 2020 T-15 "Die Füchsin"

    von am 9. Dezember 2020 noch kein Kommentar

    Margaret Atwood
    Die Füchsin. Gedichte 1965–1995
    Berlin Verlag, München 2020, 416 Seiten
    ISBN 978-3-8270-1386-6

    Margaret Atwood, die Grand Dame der kanadischen Literatur, schenkte uns großartige, oft dystopische und feministische Science-Fiction-Romane wie „The Handmaid’s Tale“ alias „Der Report der Magd“, „Oryx und Crake“ oder „Das Herz kommt zuletzt“. Die 1939 geborene Atwood genießt zurecht Weltruhm, letztes Jahr wurde sie z. B. mit dem Booker Prize und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. So kommt es, dass inzwischen nun sogar ihre Gedichte hierzulande im Hardcover aufgelegt werden.

    Natürlich sind Gedichte, die in eine andere Sprache übertragen werden, manchmal eher Adaptionen – im Fall des Auswahlbandes „Die Füchsin“ liefern diese die Lyriker Ann Cotten, Ulrike Draesner, Christian Filips, Dagmara Kraus, Elisabeth Plessen, Kerstin Preiwuß, Monika Rinck, Jan Wagner und Alissa Walser. Allerdings steht das englischsprachige Original praktischerweise in jedem Fall voran.

    Wenn man sich jetzt noch auf das vermeintliche Abenteuer oder die angebliche Herausforderung Poesie einlässt, wird man mit vielen weiteren wirkungsmächtigen, scharfkantigen Gedanken, Szenarien und Miniaturen von Margaret Atwood belohnt. Vielleicht in ungewohnter Form, falls man sonst eher auf Prosa steht, jedoch von ungebrochen lohnenswerter Art.

    Christian Endres

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    Margaret Atwood
    Die Füchsin. Gedichte 1965–1995
    Berlin Verlag, München 2020, 416 Seiten
    ISBN 978-3-8270-1386-6

    Margaret Atwood, die Grand Dame der kanadischen Literatur, schenkte uns großartige, oft dystopische und feministische Science-Fiction-Romane wie „The Handmaid’s Tale“ alias „Der Report der Magd“, „Oryx und Crake“ oder „Das Herz kommt zuletzt“. Die 1939 geborene Atwood genießt zurecht Weltruhm, letztes Jahr wurde sie z. B. weiterlesen…

    Adventskalender 2020 T-23 "Lieblingsbuch"

    von am 1. Dezember 2020 noch kein Kommentar

    "Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration."
    Das war der Slogan, mit dem viele tolle Tipps von Mister Endres in diesem Jahr auf unserer Seite zu finden waren. Dieser ganz besondere findet sogar den Weg zum Adventskalender. Ich kann mich Mister Endres nur anschließen… (Gerd)

    Benjamin Myers
    Offene See
    DuMont, Köln 2020, 268 Seiten
    ISBN 978-3-8321-8119-2

    Bereits im April erschienen, wurde Benjamin Myers Roman „Offene See“ kürzlich zum Lieblingsbuch des unabhängigen deutschen Buchhandels 2020 erklärt. Myers erzählt in seinem Roman die Geschichte des 16-jährigen Robert Appleyard, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg seine Heimat im Norden Englands verlässt und in den Süden wandert. Damit versucht Robert, noch etwas Abstand zwischen sich und sein vorgezeichnetes Schicksal im Kohlebergbau zu bekommen.

    Er landet an der Küste und trifft die exzentrische Dulcie Piper, die mit ihrem Schäferhund Butler alleine in einem Cottage wohnt. Sie kennt sich mit Gedichten und Gelüsten aus, hat zu allem eine unangepasste Meinung und nimmt kein Blatt vor den Mund. Für Robert wird sie zur reinsten Offenbarung, zeigt Dulcie ihm doch einen völlig anderen Lebensansatz und öffnet sie für ihn die Welt der feinen Dichtkunst und des freien Denkens. Aber auch Robert verändert Dulcies Leben und ihr Verhältnis zur Vergangenheit – und das nicht bloß wegen seiner Hilfe mit der Wildwiese oder beim Renovieren einer Hütte neben dem Cottage …

    „Offene See“, im englischsprachigen Original „The Offing“, ist ein ganz bemerkenswertes, wunderschönes Buch, das man Satz für Satz genießt und liebt. Der 1976 geborene Myers, der obendrein Lyrik und Sachbücher veröffentlicht, vereint das Können eines preisgekrönten Romanciers, eines Dichters und eines Natur Writers, also eines Naturschriftstellers. Seine präzisen Beschreibungen der englischen Natur sind ebenso gelungen wie seine Charaktere und ihre Dialoge. Selbst wenn es einmal schwer und traurig wird, kommen „Offene See“ die Leichtigkeit, die Poesie und die Schönheit nie abhanden.

    Wer dieses Jahr noch einen Schatz von einem Roman im unabhängigen Buchhandel bestellen will, der ihm wegen den Kapriolen von 2020 bisher entgangen ist, sollte sich unbedingt für Benjamin Myers „Offene See“ in der gewohnt guten Übersetzung von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann entscheiden.

    Christian Endres

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    "Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration."
    Das war der Slogan, weiterlesen…

    Tin Men

    von am 25. November 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Mike Knowles
    Tin Men
    Polar, Stuttgart 2020, 337 Seiten
    ISBN 978-3-948392-14-7

    Drei Cops sind es, die der kanadische Autor Mike Knowles in seinem Roman „Tin Men“ auf Gesellschaft, Verbrecher, Zeugen und nicht zuletzt einander loslässt: Den brillanten, aber selbst drogenabhängigen Woody, dessen brutalen und riesenhaften, Blechmann genannten Partner Os sowie den unsicheren Schaumschläger Dennis. Sie sollen mit vereinten Kräften herausfinden, wer ihre schwangere Kollegin Julie Owen ermordet und das Baby aus ihrem Leib geschnitten hat …

    Knowles schont seine drei dämonengeplagten Detectives weder am unglaublich blutigen Tatort dieses Verbrechens, noch im weiteren Verlauf ihrer unbequemen Ermittlungen, die zu Tiefschlägen führen und die Problembullen weiter gegeneinander aufhetzen. Auf rund 300 ziemlich knackigen, spannenden Seiten inszeniert Knowles ein Police procedural light, das primär auf Härte und Finsternis setzt. Keine Schnörkel, keine Kompromisse, sondern immer nur mehr Dunkelheit, Gewalt und Ausweglosigkeit. Das hellt einem beim Lesen vielleicht nicht die Stimmung auf, passt jedoch zu diesem gelungenen eigenständigen Roman über drei grundverschiedene dirty cops.

    Abgerundet wird das Buch, das Karen Witthuhn ins Deutsche übertragen hat, durch ein langes Nachwort von Krimi-Kritiker Markus Müntefering, der u. a. die fundamentalen Cop-Romane von Ed McBain kurz vorstellt und Mike Knowles schließlich innerhalb des Genres und der kanadischen Kriminalliteratur einordnet.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Mike Knowles
    Tin Men
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    Das weite Herz des Landes

    von am 9. November 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Richard Wagamese
    Das weite Herz des Landes
    Blessing, München 2020, 288 Seiten
    ISBN 978-3-89667-666-5

    „Das weite Herz des Landes“ ist ein Roman des indigenen kanadischen Autors Richard Wagamese (1955–2017), der den First Nations angehörte. Im Buch geht es um den jungen Halbindianer Franklin Starlight, der in den Bergen British Columbias bei seinem Ziehvater aufwächst. Dieser bringt dem Jungen das Jagen und Überleben im Einklang mit der rauen Natur bei, obwohl der alte Mann selbst kein Indianer ist. Franks leiblicher Vater Eldon Starlight vegetiert unterdessen in der Stadt am Fuße der Berge als Säufer vor sich hin. Als Eldon erkennt, dass seine Leber bald den Geist aufgeben wird, bittet er Frank ungeachtet ihrer Entfremdung, ihn zum Sterben auf einen bestimmten Gipfel zu bringen. Unterwegs erzählt der schwache Vater von seinem Leben und seinen Fehlern, und der Junge erfährt endlich von seiner Mutter und wie er bei seinem Ziehvater landete …

    Richard Wagamese’ Roman, der im Original 2014 als „Medicine Wak“ herauskam, begeistert beim Lesen von der ersten Seite an als großartige Geschichte mit überzeugenden Figuren und traumhafter Prosa – kantig, hart, schroff und präzise, aber zugleich auch edel und poetisch. Jeder Satz hat spürbar viel Gewicht, ob bei den Beschreibungen der Natur oder der emotionalen Landschaften im Inneren der Figuren. Das Buch, das unter der 300-Seiten-Grenze bleibt und trotz seiner herben Knackigkeit stets viel Gehalt und Substanz bietet, erinnert an die besten Romane der famosen Louise Erdrich sowie an die Werke der Südstaaten-Giganten Cormac McCarthy und William Gay.

    „Das weite Herz des Landes“ stellt man ins Regal mit seinen Lieblingsbüchern und möchte es während und nach der Lektüre jedem voller Enthusiasmus empfehlen. Hiermit getan.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Richard Wagamese
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    Philadelphia Underground

    von am 28. Oktober 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Augustus Rose
    Philadelphia Underground
    Aus dem Englischen von Werner Löcher-Lawrence
    Piper, München 2020, 460 Seiten
    ISBN 978-3-492-05797-4

    Der amerikanische Autor Augustus Rose, der auch Drehbücher verfasst und an der University of Chicago kreatives Schreiben lehrt, hegt seit der High School eine regelrechte Obsession für den wichtigen französischen Künstler Marcel Duchamp (1887–1968) sowie allgemein die moderne Kunst. Diese Vorliebe hat Rose in sein Romandebüt „The Readymade Thief“ ebenso einfließen lassen wie seine später entwickelte Faszination für Subkulturen aller Art, urbane Erkundungen verlassener Gebäude, moderne Geheimgesellschaften oder selbst die String-Theorie. Das ist gern mal ein bisschen viel und dick und steht dem eigentlichen Plot hin und wieder im Weg.

    Doch „Philadelpha Underground“, wie der Roman auf Deutsch heißt, behauptet sich genauso oft gegen die durchgehenden Steckenpferde seines Autors. Zum einen deshalb, weil die junge Lee, die ihr Leben als Diebin und Dealerin startet und nach einem Gefängnisaufenthalt in ein völlig anderes Philadelphia vordringt, als sympathische, stark charakterisierte Hauptfigur glänzt. Außerdem erzeugt Augustus Rose mit seinen Abstechern in den vielfältigen, im Deutschen ausnahmsweise zurecht titelgebenden Untergrund einer gegenwärtigen City ein Feeling, wie man es sonst eher von fantastischen Romanen kennt, in denen die Protagonisten in eine Stadt unter oder neben der Stadt, quasi eine Parallelwelt zu ihrer urbanen Wirklichkeit, stolpern. Nur dass der fantastische Untergrund in diesem Fall weitgehend real ist oder es zumindest sein könnte.

    Christian Endres

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    Augustus Rose
    Philadelphia Underground
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    Vermisst

    von am 21. Oktober 2020 noch kein Kommentar

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    Sam Hawken
    Vermisst
    Polar, Stuttgart 2020, 400 Seiten
    ISBN 978-3-948392-02-4

    Ob „Kojoten“ (Polar) oder „Die Toten Frauen von Juárez“ (Tropen): Der 1970 in Texas geborene Sam Hawken hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass er lesenswerte, starke Krimis über das amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet schreiben kann, wo oft nur eine Autofahrt, eine Brücke oder eine Schranke zwischen zwei Welten liegen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten.

    Auch Hawkens neuer Roman „Vermisst“ nimmt uns wieder mit an und über die kontrastreiche Grenze von Arm und Reich, von Konsumkrieg in den USA und Drogenkrieg der Kartelle in Mexiko. Leben und Tod haben auf beiden Seiten einen unterschiedlichen Preis und Wert. In den Staaten zieht der verwitwete Handwerker Jack Searle seine beiden Stieftöchter alleine in Laredo groß. Als das älteste Mädchen und ihre Cousine nach einem Besuch bei der Verwandtschaft in Nuevo Laredo auf der mexikanischen Seite der Grenze verschwinden, würde Jack alles tun, um sie wiederzufinden. Doch dann entmachtet die Armee die örtliche Polizei wegen schweren Korruptionsvorwürfen, und Jack sowie der aufrechte mexikanische Polizist Gonzalo Soler suchen auf eigene Faust weiter. Allerdings brennen Jack langsam die Sicherungen durch …

    „Die Toten Frauen von Juárez“ gewinnt den Hawken-internen Hahnenkampf, trotzdem ist „Vermisst“ ein tadelloser, spannender Mexiko-Thriller, dessen Verfilmung mit Sylvester Stallone oder einem anderen Action-Altstar man praktisch schon beim Lesen im eigenen Kopfkino sieht. Besonders schön: Im Finale lässt Sam Hawken das Ding plötzlich so richtig eskalieren und setzt auf das richtige Ende.

    Christian Endres

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    Sam Hawken
    Vermisst
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    Carnival

    von am 28. September 2020 noch kein Kommentar

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    Philipp Winkler
    Carnival
    Aufbau, Berlin 2020, 119 Seiten
    ISBN 978-3-351-03828-1

    Mit seinem Hooligan-Roman „Hool“ begeisterte Philipp Winkler 2016 den gesamten Literaturbetrieb. Übersetzungen im Ausland und eine Adaption als Theaterstück waren die Folge, eine Verfilmung ist geplant. Zum 75. Geburtstag des Aufbau Verlags ist nun u. a. Winklers Novelle „Carnival“ als schmales Hardcover-Bändchen erschienen. Darin wendet sich der 1986 geborene Winkler einmal mehr gesellschaftlich verrufenen, geächteten Außenseitern und einem eigenen Mikrokosmos zu: Dem Jahrmarkt und somit der bunten Welt der Kirmes und der Kirmser.

    „Carnival“ glänzt als stilistisch ungeheuer starke Erzählung, die ganz ohne Dialog auskommt. Trotzdem lässt Winkler den Rummel und seine Gesetze, seine Romantik, seine Schattenseiten, seine Sprache und natürlich seine Typen lebendig werden. Als Leser bleibt man Außenseiter, gehört zu den Besuchern, kriegt aber reichlich Insider-Einblick geboten, fühlt sich vor und hinter den Kulissen regelrecht involviert. Allerdings haben sich die Zeiten geändert, und so beschreibt Winkler nicht zuletzt den Niedergang der klassischen Kirmes und der Kirmser-Lebensweise.

    Ray Bradbury, dessen 100. Geburtstag wir dieses Jahr im August posthum zelebrierten und der alten Jahrmärkten in seinem gigantischen literarischen Schaffen mehr als ein Denkmal setzte, hätte diese Mischung aus Portrait, Huldigung und Abgesang sicher gefallen. Ein sprachgewandtes, vollmundiges Vergnügen, und alles andere denn ‚Rummelplatzliteratur’.

    Christian Endres

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    Philipp Winkler
    Carnival
    Aufbau, Berlin 2020, weiterlesen…