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  • Hochspannung von Mister Endres

    Queenie

    von am 2. September 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Candice Carty-Williams
    Queenie
    Aus dem Englischen von Henriette Zeltner-Shane
    Blumenbar, Berlin 2020, 543 Seiten
    ISBN 978-3-351-05086-3

    Was es heißt, heute eine schwarze Frau mit Mitte 20 zu sein, während Rassismus und Sexismus von allen Seiten auf einen einprasseln? Ich würde mir nicht mal im Traum anmaßen, das mit Gewissheit sagen zu können. Doch „Queenie“, das Romandebüt der 1989 geborenen Engländerin Candice Carty-Williams, vermittelt sicher einen guten Eindruck davon. Protagonistin und Ich-Erzählerin Queenie ist nämlich Mitte 20, lebt in London, hat jamaikanische Wurzeln – und quält sich mit allem, was ihren Alltag ausmacht: ihrem vermeintlichen Traumjob als Journalistin, einer grauenhaften Wohnung, ihrer großen Liebe im Auszeit-Modus, der horrenden Dating-App-Kultur, spontanem Sex mit fremden Widerlingen, Scheißkerlen im Schafspelz sowie Rassismus in allen Formen und Größen.

    „Queenie“ kommt frisch, feministisch, explizit, traurig, lustig und sympathisch daher, allerdings nicht ganz so konstant-krass und wow wie die leider viel zu früh abgesetzte Lieblingsserie „Fleabag“, mit der man den Roman teilweise verglichen hat. Queenie, ihre Freundinnen und ihre Familie erobern trotzdem schnell ein jedes Leserherz. Für ihren gut geschriebenen, sympathischen Erstling wurde Candice Carty-Williams bei den British Book Awards ausgezeichnet – absolut verdient für so wichtige, aktuelle und gesellschaftsrelevante Dramedy zwischen #MeToo und #BlackLivesMatter.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Candice Carty-Williams
    Queenie
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    Visitation Street

    von am 26. August 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Ivy Pochoda
    Visitation Street
    Aus dem Englischen von Barbara Heller
    (Visitation Street, 2014)
    Ars Vivendi, Cadolzburg 2020, 310 Seiten
    ISBN: 978-3-7472-0116-9

    Für ihren L.A.-Roman „Wonder Valley“ aus dem Jahr 2017, der vergangenes Jahr auf Deutsch erschienen ist, wurde die US-Autorin Ivy Pochoda mit Lob überschüttet. Diesen Sommer folgte die Übersetzung von „Visitation Street“, das im Original bereits 2014 herauskam – und zumindest für mich ist der Vorgänger von „Wonder Valley“ das stärkere Buch.

    Pochoda beschreibt in „Visitation Street“ einen heißen Sommer in Red Hook, Brooklyn, einem zerrissenen Melting Pot an den Piers, wo die jungen Freundinnen Val und June eines Abends mit ihrem pinkfarbenen Schlauchboot losziehen und ins dreckige Wasser paddeln – am nächsten Morgen kehrt jedoch nur eine der beiden zurück. Vals desillusionierter Musiklehrer Jonathan, der hoffnungsvoll-ehrgeizige Bodega-Besitzer Fadi, der junge schwarze Halbwaise Cree und einige andere Bewohner von Red Hook werden in den Strudel der Tragödie – des Verbrechens – gezogen. Obendrein erzählt Pochoda von alten und neuen Geistern (hier wird der Roman sogar dezent magisch-realistisch bis fantastisch) sowie den vermeintlichen, fragwürdigen Chancen durch Gentrifizierung und anderes.

    „Der Sommer ist die Party der anderen.“ Ausgehend von diesem brillanten Einstieg, begeistert die ehemalige Profi-Squash-Spielerin Pochoda Halbsatz für Halbsatz, Wort für Wort. Sie findet genau den richtigen Sound für einen perfekten Sommer- und Brooklyn-Krimi, der aber auch Allüren eines modernen urbanen Märchens an den Tag legt. Die Aufklärung des Verschwindens schreitet eher passiv voran, kommt von ganz von allein zustande. Die fein gezeichneten Figuren, die perfekte Prosa, die erinnerungswürdigen Bilder und die grandiose Stimmung sind das eigentliche Vergnügen.

    Nur noch Zeit für einen Krimi in diesem ausklingenden Sommer? Dann lest Ivy Pochodas „Visitation Street“.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Ivy Pochoda
    Visitation Street
    Aus dem Englischen von Barbara Heller
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    Lullaby Road

    von am 17. August 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    James Anderson
    Lullaby Road
    Aus dem Englischen von Harriet Fricke
    (Lullaby Road, 2018)
    Polar Verlag, Stuttgart 2020, 374 Seiten
    ISBN 978-3-948392-10-9

    „Desert Moon“ war der erste Krimi über Trucker und Ich-Erzähler Ben Jones, in dem US-Autor James Anderson seine Leser mit auf die Route 117 in der Hochebene von Utah nahm, wo Ben ein paar ziemlich schräge, in der Wüste hausende Sonderlinge und Aussteiger beliefert. Der wehrhafte Fahrer, der zu lebensverändernden Fehlern und zum Einmischen in fremde Angelegenheiten neigt, fand hier die Liebe und verlor sie sogleich wieder – eines von vielen tragischen Schicksalen in der völlig unbeeindruckten Wüste.

    „Lullaby Road“, diesen Sommer frisch bei Polar auf Deutsch erschienen, ist der zweite Roman über Ben und seine Wüstenstrecke, die bei Eis und Schnee noch gefährlicher wird, auf der im Winter noch mehr die Hölle los sein kann. Nicht zuletzt, weil Ben diesmal plötzlich ein fremdes Kind, dessen Hund sowie das Baby seiner besten Freundin im Fahrerhaus sitzen hat. Der folgende Plot und die Auflösung sind nicht ganz so gut wie im ersten Band, die Figuren und Nebenfiguren, alt wie neu, jedoch sehr wohl. Ben ist sowieso einer dieser Protagonisten, die einiges auf dem Tacho und dem Kerbholz haben und die einem nach ein paar Meilen auf der Straße ihres Lebens mächtig ans Herz wachsen. Zudem holt Anderson das Maximum aus der extremen Wüstenkulisse raus und fährt mit stets gutem Sound durch seine eigensinnige, erfrischend unkonventionelle Noir-Geschichten, die nicht der üblichen Krimiwegbeschreibung folgen.

    Um zu wissen, dass man Autor Anderson und Trucker Ben jederzeit wieder in die Wüste folgen wird, braucht man nach zwei starken Roman kein Navi, keine Straßenkarte und keinen Wegweiser. Die bisherigen Fahrten genügen für blindes Vertrauen, trotz oder gerade wegen der unabwägbaren Wüste, die noch immer vor uns liegt.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    James Anderson
    Lullaby Road
    Aus dem Englischen von Harriet Fricke
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    American Spy

    von am 13. August 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Lauren Wilkinson
    American Spy
    Aus dem Englischen von Jenny Merling, Antje Althans, Anne Emmert & Katrin Harlaß
    (American Spy, 2018)
    Tropen, Stuttgart 2020, 366 Seiten
    ISBN 978-3-608-50464-4

    Lauren Wilkinsons Roman „American Spy“ ist kein klassischer Spionage-Krimi und schon gar keine moderne, schwarz-feministische Antwort auf James Bond. Der Anfang mag das vermuten lassen, und es gibt natürlich einen Geheimagenten-Plot – aber das ist bei Weitem nicht der stärkste Strang der Geschichte, nicht das beste Element dieses Buches, das Barack Obama einst zu seiner Sommerlektüre erkor und weiterempfahl.

    Als wesentlich überzeugender entpuppt sich zum einen die Familiengeschichte, die um die Schwestern Marie und Helene Mitchell kreist, die von Kindesbeinen an Geheimagentinnen werden wollen, und zum anderen die Momentaufnahmen einer komplizierten Vergangenheit und Welt im Wandel. Die 1984 geborene Wilkinson webt zum Beispiel ganz elegant die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung sowie die Frauenbewegung in ihre Geschichte über Marie, deren Werdegang beim FBI und den Kalten Krieg ein, der von den USA und Russland selbst in afrikanischen Staaten wie Burkina Faso geführt wurde.

    „American Spy“ ist kein perfekter Agenten-Thriller, aber trotzdem ein absolut lesenswerter Roman, der Spionage-Aktionen mit Familientragödien sowie dem historischen Kampf um Chancengleichheit und gegen Diskriminierung vermischt, sei es auf dem staatlichen, internationalen oder auf dem nationalen, persönlichen Parkett. Und am Ende, das wird in Lauren Wilkinsons Buch mehr als deutlich, sind Spione eben stets auch nur Menschen.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Lauren Wilkinson
    American Spy
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    Heaven, My Home

    von am 10. Juli 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Attica Locke
    Heaven, My Home
    Aus dem Amerikanischen von Susanna Mende
    (Heaven, My Home, 2019)
    Polar Verlag, Stuttgart 2020, 322 Seiten
    ISBN 978-3-945133-91-0

    Für ihren Roman „Bluebird, Bluebird“ erhielt Attica Locke 2018 den Edgar Award, den wichtigsten Preis der amerikanischen Krimiautorengemeinde, und den Ian Fleming Steel Dagger der britischen Crime-Kollegen, benannt nach dem Schöpfer von 007. In ihrem auf beiden Seiten des großen Teichs prämierten Buch stellte Locke, die als Drehbuchautorin an der TV-Serie „Empire“ mitarbeitete, den afroamerikanischen Texas Ranger Darren Mathews vor, in mehr als einer Hinsicht einen Mann zweier und zwischen zwei Welten. Denn Gesetz und Gerechtigkeit, das sind in den USA zwei paar Dinge, wie Darren trotz Stern genau weiß, während er einen alten Freund zu beschützen versucht und in einem rassistischen Nest einen Mord an einem schwarzen Reisenden aufklären soll.

    „Heaven, My Home“, der zweite Roman über den zerrissenen Gesetzeshüter, setzt dann kurz vor Donald Trumps Amtseinführung ein, als der Rassismus in den USA einen erheblichen Wachstumsschub erfuhr. Das macht die Arbeit von Darren, dessen Ehe und Karriere nach seinen Entscheidungen im ersten Band am seidenen Faden hängen, nicht leichter. In einer Stadt im sumpfigen Osten von Texas, die eine schwarz-indianische Enklave, viel White Trash und Verbindungen zur Arischen Bruderschaft hat, hilft Darren bei der Suche nach einem verschwundenen weißen Jungen. Das Klima? Drückend und Heiß – Hass und Verdächtige auf allen Seiten, und auch das FBI will etwas beweisen, bevor Trumps Regierung vieles umwälzt.

    Die 1974 geborene Locke vermischt die Vergangenheit des Bürgerkriegs und des Rassismus in Amerika mit der Gegenwart, von der wir ja wissen, wie explosiv sie unter dem twitternden Präsidenten wurde, wie sehr die Dinge eskalierten. Der Titel „Heaven, My Home“ paraphrasiert passenderweise einen alten Blues-Song, in dem es um Rassenhass, Standhaftigkeit und Aussichtslosigkeit geht. Locke siedelte ihren auf Englisch 2019 veröffentlichten, Anfang dieses Jahres auf Deutsche publizierten Roman bewusst unmittelbar vor Trumps Regentschaft an. Dieser Tage ist das Buch natürlich aktueller, prophetischer und wichtiger denn je. „Heaven, My Home“ war schon immer exzellent und bedeutungsvoll und jede Empfehlung wert – jetzt strahlt es schier vor beeindruckender, trauriger Voraussicht. Denn im Moment sehen wir täglich, wie übel das Klima in den USA wurde.

    Osttexas ist seit Jahren das literarische Krimi-Hoheitsgebiet von Genre-Alleskönner Joe R. Lansdale. Aber spätestens mit ihrem zweiten Roman, der seinen Vorgänger noch einmal toppt, hat sich Attica Locke bereits ein ganzes Stück davon erobert. Wer die beiden bisher erschienenen Bände über ihren schwarzen Texas Ranger noch nicht kennt, kann gerade kaum bessere und schon gar nicht aktuellere und relevantere Krimi-Lektüre finden.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Attica Locke
    Heaven, My Home
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    Der Wintertransfer

    von am 25. Juni 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Philip Kerr
    Der Wintertransfer
    Aus dem Englischen von Axel Merz
    (January Window, 2014)
    Tropen, Stuttgart 2017, 425 Seiten
    ISBN 978-3-608-50340-1

    Fußball-Geisterspiele und EM-Ausfall? Zum Glück gibt es Bücher …

    Der schottische Autor Philip Kerr (1956–2018) verfasste über ein Dutzend historischer Krimis über den Detektiv Bernie Gunther, die vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin angesiedelt sind. Dazu kommen Science-Fiction-Romane wie „Das Wittgensteinprogramm“ und unter dem Pseudonym P. B. Kerr sogar die Fantasy-Serie „Die Kinder des Dschinn“. Zu seinen besten Büchern gehören außerdem die drei Fußball-Krimis über Ich-Erzähler Scott Manson, die auf Deutsch als „Der Wintertransfer“, „Die Hand Gottes“ und „Die falsche Neun“ erschienen sind.

    Kerr, der ein begeisterter Anhänger von Arsenal London war, zeigt in seinen Romanen alle Gesichter des modernen Profifußballs – die Leidenschaft, den Zirkus, die Macho-Romantik, das schmutzige globalisierte Business, die philosophische Dimension. In den drei Bänden wirft der Schotte einen kenntnisreichen Blick auf den Platz und auf die Maschinerie hinter dem schönen Spiel mit der hässlichen Visage. In diesem Milieu ermittelt der deutsch-schottische, dunkelhäutige Ex-Profi, Ex-Knacki und Co-Trainer Scott Manson als Amateurdetektiv in brisanten Fällen im Umfeld der internationalen Spitzenvereine.

    Philip Kerr liebte den Fußballkult und feiert bereitwillig seine schönsten Momente und mitreißendsten Aspekte – und verschloss dennoch nicht die Augen vor seinen Untiefen und Schattenseiten. Kein anderer Romancier hat so klug und packend über den gegenwärtigen Fußball geschrieben. Nicht nur Fußball-Fans bekommen mit der Scott Manson-Trilogie einen Krimi-Hattrick zum Zungeschnalzen geboten.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Philip Kerr
    Der Wintertransfer
    Aus dem Englischen von Axel Merz
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    Mord in Sunset Hall

    von am 9. Juni 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Leonie Swann
    Mord in Sunset Hall
    Goldmann, München 2020, 448 Seiten
    ISBN 978-3-442-31556-7

    Leonie Swann schrieb den international erfolgreichen Schafskrimi „Glennkill“, den nicht minder tierischen Krimi „Gray“ und den fantastischen Roman „Dunkelsprung“. Mit „Mord in Sunset Hall“ liegt nun das neueste Werk der Autorin vor, die 1975 in München geboren wurde und seit Langem in England lebt.

    Sunset Hall ist eine unkonventionelle Seniorenwohngemeinschaft – im nahegelegenen Dorf werden die Bewohner abschätzig als alte Hippies bezeichnet. Zur Rentner-WG gehören Agnes, Edwina, Bernadette, Winston, Charlie, der Marshall, Wolfshund Brexit und Schildkröte Hettie. Zumindest die menschlichen WG-Mitglieder haben alle ihre Geheimnisse und Spleens. Zu allem Überfluss tauchen in ihrem Umfeld nun schnell hintereinander drei Leichen auf, und die Polizei ermittelt unter anderem in Sunset Hall. Aber Agnes, mit Hüftschaden, Gebiss und anderen Geschenken des Alters bedacht, geht den Dingen ebenfalls auf den Grund …

    Leonie Swanns Roman wirkt am Anfang etwas hyperaktiv und wäre generell mit ein paar Ausrufezeichen weniger ausgekommen. Dessen ungeachtet ist „Mord in Sunset Hall“ jedoch ein sommerlich leicht wegzulesender, witziger und durchaus spannender Feelgood-Krimi gegen den Jugendwahn. John Nivens „Old School“ war allerdings cooler.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Leonie Swann
    Mord in Sunset Hall
    Goldmann, München 2020, 448 weiterlesen…

    Die Gewalt der Waffen

    von am 4. Juni 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Marc Cameron
    Die Gewalt der Waffen
    Aus dem Amerikanischen von Robert Schekulin
    (Open Carry, 2019)
    Festa, Leipzig 2020, 427 Seiten
    ISBN 978-3-86552-819-3

    Der Festa Verlag steht seit Jahren für dunkle Fantastik und extremen Horror. Inzwischen erscheinen dort aber auch viele Krimis, Thriller und selbst erotische Romane. „Die Gewalt der Waffen“ ist so etwa ein Alaska-Krimi, in dem US-Autor Marc Cameron einen neuen Ermittler und Helden vorstellt: Arliss Cutter, einen Bär von einem Mann, der drei Ehen hinter sich hat, sich um die Familie seines verstorbenen Bruders kümmert, ein Marshal-Einsatzteam anführt und auf der Prince of Whales-Insel im Süden Alaskas mit brutalen Killern konfrontiert wird …

    Marc Cameron arbeitete 30 Jahre lang in der Strafverfolgung und lebt heute selbst in Alaska. Seinem eigenen Anti-Terror-Helden Jericho Quinn schrieb er fast ein Dutzend Action-Thriller auf den Leib, zudem verfasste er mehrere Romane mit Tom Clancys in Film und Fernsehen adaptierten Heroen Jack Ryan. In seinem ersten „Cutter-Krimi“ lässt Cameron sich etwas viel Zeit, die Figuren in Position und die Dinge ins Rollen zu bringen. Dafür mag man Cutter als Protagonisten und als Typen mit jeder Seite mehr. Zumal Cameron, Cutter und das Alaska-Setting bei Krimi-Kenner und Lansdale-Übersetzer Robert Schekulin in guten Händen sind.

    Der erste Fall reicht vom Drive her noch nicht, um etwa C. J. Box und seinem ermittelnden Naturburschen Joe Pickett Konkurrenz zu machen – doch „Die Gewalt der Waffen“ führt allemal einen serientauglichen Helden ein, dem man durchaus noch das eine oder andere Mal nach Alaska folgen würde.

    Christian Endres

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    Marc Cameron
    Die Gewalt der Waffen
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    Darktown

    von am 30. Mai 2020 1 Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Thomas Mullen
    Darktown
    Aus dem Amerikanischen von Berni Mayer
    (Darktown, 2016)
    DuMont Verlag, Köln 2019, 494 Seiten
    ISBN: 978-3-8321-6504-8

    Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, ein Knotenpunkt der Südstaaten, war der Schauplatz einer entscheidenden Schlacht des amerikanischen Bürgerkriegs. Aber auch nach diesem hatten Schwarze in den USA wenig zu lachen. Noch zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs litten sie unter den Jim-Crow-Gesetzen, die eine Diskriminierung durch Weiße legitimierte und die z. B. auch Matt Ruff in seinem Roman „Lovecraft Country“ thematisierte, der demnächst als HBO-Fernsehserie aufschlägt.

    1948 brauchte Atlantas Bürgermeister für seine Wiederwahl dringend die Stimmen der afroamerikanischen Gemeinde und versprach, nach seinem Sieg acht schwarze Polizisten zu ernennen. Genau diese wahre historische Begebenheit machte US-Autor Thomas Mullen 2016 zum Aufhänger seines Romans „Darktown“. In der packenden Geschichte sind Boggs, Smith und ihre Kollegen, die ihr schwarzes Viertel Darktown als Streifenpolizisten zu einem sichereren Ort machen wollen, Zielscheiben: für den Hass und die Schikane ihrer weißen Kollegen und Mitmenschen; und für die Skepsis, das Misstrauen und die Hoffnung ihrer Brüder und Nachbarn. Mullen zeigt die hässlichen Fratzen und komplizierten Gesichter des damaligen Rassismus, der in den USA eine erschreckend historische Qualität besitzt und in Trumpmerica heute trotz aller Fortschritte wieder erstarkt, was sich dieser Tage z. B. einmal mehr in unfassbarer, rassistisch motivierter Polizeigewalt mit Todesfolge äußerte und das Land in Aufruhr versetzt hat.

    Mullens gute und böse, schwarze und weiße Protagonisten kommen in „Darktown“ unterdessen einer Verschwörung auf die Spur, die sie alle in Schwierigkeiten bringt. Der Roman, erst als Hardcover und inzwischen auch als Taschenbuch und Hörbuch erhältlich, ist ein überragender Cop-Krimi, ein außerordentlicher Südstaaten-Roman und ein starkes historisches Gesellschaftsportrait mit aktueller Relevanz bezüglich der ungeheuerlichen Geschichte und Gegenwart des Rassismus in den USA. Ein perfekter Krimi also. Die Fortsetzung „Weißes Feuer“, genauso stilsicher geschrieben und souverän komponiert, überzeugt ebenfalls als spannender Cop-Krimi und als wichtige Anatomiestunde der amerikanischen Seele. Band drei „Lange Nacht“ soll im Herbst erscheinen.

    Christian Endres

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    Thomas Mullen
    Darktown
    Aus dem Amerikanischen von Berni Mayer
    (Darktown, 2016)
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    Rückkehr nach Duncan’s Creek

    von am 20. Mai 2020 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

    Nicolas Zeimet
    Rückkehr nach Duncan’s Creek
    Aus dem Französischen von Ronald Voullié
    (Retour a Duncan’ Creek, 2017)
    Polar Verlag, Stuttgart 2020, 388 Seiten
    ISBN 978-3-948392-00-0

    Krimis aus Frankreich? Da ist man gedanklich gleich bei Manchette und den kühlen Gangster-Geschichten des Néo-Polar, dem harten modernen Großstadt-Polizeikrimi oder klassischen Ermittlern wie Malets Nestor Burma und Simenons Maigret. Der 1977 geborene Franzose Nicolas Zeimet wandelt in seinem Roman „Rückkehr nach Duncan’s Creek“ allerdings auf amerikanischen Noir-Pfaden – und ganz besonders in den Spuren von Bestsellerlistenkönig Stephen King. Dessen spannungsliterarisches Schaffen ist ebenso Teil des popkulturellen Bezugssystems von „Rückkehr nach Duncan’s Creek“ wie Star Wars, Freddie Krueger, die Goonies oder Richard Matheson.

    In der Gegenwart fährt der glücklose Schriftsteller Jake aus San Francisco hunderte Meilen durch die Wüste von Nevada, seiner alten Heimatkleinstadt Duncan’s Creek entgegen. Rückblenden in die Vergangenheit der 80er enthüllen, was für brutale, dunkle Geheimnisse Jake und seine beiden besten Freunde Samantha und Ben nie losgelassen haben, sie bis heute verfolgen. Denn Sam wurde als Kind von ihrem Vater missbraucht, und ihre „Bande“ damals an einem alles verändernden Halloweenabend in das blutig endende Familiendrama hineingezogen. Daraufhin potenzieren sich Gewalt, Lügen und Geheimnisse, die viel zerstörten …

    Nicolas Zeimet beschreibt einen äußerst hässlichen und drastischen Horror, der im familiären Alltag entsteht und völlig eskaliert. Sein in dieser Hinsicht greifbar finsterer Noir-Roman ist nie übernatürlich, immer mal richtig heftig – und trotz ein paar fragwürdiger stilistischer Entscheidungen hier und da der ideale Krimi für alle Fans von Stephen King. Dafür gab es in Frankreich 2018 den Prix-Dora-Suarez.

    Christian Endres

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    Nicolas Zeimet
    Rückkehr nach Duncan’s Creek
    Aus dem Französischen von weiterlesen…