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    Sherlock Holmes und die Tigerin von Eschnapur

    von am 20. September 2021 1 Kommentar

    Christian Endres
    SHERLOCK HOLMES UND DIE TIGERIN VON ESCHNAPUR.
    Illustrationen: Timo Kümmel
    Stolberg, Atlantis, 2021, 240 S.
    ISBN 978-3-86402-777-2 / 17,90 Euro
    Hardcover

    Nachdem Christian Endres in bisher zwei Büchern, die den Doyle-Helden Sherlock Holmes zum Protagonisten erkoren hatten, ausgiebig gezeigt hat, dass er dieser Figur sowohl in der kurzen Prosaform (2009 in der Story-Sammlung SHERLOCK HOLMES UND DAS UHRWERK DES TODES) als auch auf Romanlänge (SHERLOCK HOLMES UND DIE TANZENDEN DRACHEN, 2015) gerecht werden kann, darf die geneigte Leserschaft sich weitere sechs Jahre später erneut unter die Fittiche dieses äußerst talentierten Geschichtenerzählers begeben.

    Seit der einzigartige Edgar Allan Poe vor fast zweihundert Jahren erstmals seinen C. Auguste Dupin als Ermittler auftreten ließ, wissen wir, dass es gerade die Kurzgeschichte ist, die sich für die Darstellung spannender Kriminalfälle und deren Lösung hervorragend eignet. Diese etwas in Vergessenheit geratene Tatsache wieder ins Bewusstsein der Leserinnen und Leser gerufen zu haben, ist nicht das kleinste Verdienst von Endres.

    In seiner soeben erschienenen Kurzgeschichtensammlung SHERLOCK HOLMES UND DIE TIGERIN VON ESCHNAPUR zieht er erneut alle Register und bittet den englischen Meisterdetektiv Holmes und seinen treuen Freund und Chronisten Dr. Watson zum Tanz.

    Die Herausforderungen, denen sich das dynamische Duo stellen muss, reichen von weltbewegenden (da das Empire für die Briten ja „die Welt“ darstellt) Bedrohungen durch uraltes Geheimwissen hin zu Problemen mit exotischen Tieren, geheimnisvollen Todesfällen ohne erkennbare Ursachen und den Schwierigkeiten, die durch Langeweile oder Überarbeitung entstehen. Außerdem darf Holmes hin und wieder über seinen eigenen Schatten springen und sich mit „Klienten“ abgeben, denen er normalerweise die Tür gewiesen hätte, bzw. die ihn gar nicht zur Hilfe gerufen haben. Und dann muss er in „Unten am Fluss“, der anrührendsten Geschichte des Bandes, auch noch schweren Herzens Abschied nehmen von einem alten Weggefährten.

    Das Buch enthält 15 Erzählungen, 24 Short-Short-Stories, ein Vorwort sowie einen Anhang mit kurzen Notizen des Autors zur Entstehungsgeschichte (plus einen „Hidden Track“). Für die sehr stimmige Umschlaggestaltung, die Innenausstattung und die diversen Illustrationen zeichnet Timo Kümmel verantwortlich.

    Wer Holmes und Watson und Endres (oder auch nur einen davon) mag, sollte sich getrost über SHERLOCK HOLMES UND DIE TIGERIN VON ESCHNAPUR hermachen – es bietet nicht nur Reisen in exotische Länder, fantastische Unterhaltung und schwarzhumorige Kabinettstückchen, sondern auch genügend Düsternis und Nebel um selbst Holmes-Puristen zufrieden zu stellen.

    Horst Illmer
    warenkorb

    Sherlock Holmes und die Tigerin von Eschnapur
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    Christian Endres
    SHERLOCK HOLMES UND DIE TIGERIN VON ESCHNAPUR.
    Illustrationen: Timo Kümmel
    Stolberg, Atlantis, 2021, 240 S.
    ISBN 978-3-86402-777-2 / 17,90 Euro
    Hardcover

    Nachdem Christian Endres in bisher zwei Büchern, die den Doyle-Helden Sherlock Holmes zum Protagonisten erkoren hatten, ausgiebig gezeigt hat, dass er dieser Figur sowohl in der kurzen Prosaform (2009 in der Story-Sammlung SHERLOCK HOLMES UND DAS UHRWERK DES TODES) als weiterlesen…

    Verlorener Horizont

    von am 16. August 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Pascal Dessaint
    Verlorener Horizont
    Polar, Stuttgart 2021, 222 Seiten
    ISBN 978-3-948392-32-1

    „Verlorener Horizont“ von Pascal Dessaint ist ein echtes Sommerbuch, durchzogen von einer wunderbaren Leichtigkeit und düsterem Humor, aber auch schrecklich-schöner Melancholie. Die junge Lehrerin Lucille haust an einem Strand bei Calais im Norden Frankreichs, das immer wieder wegen seines provisorischen Migrantenlagers und der Zustände im „Dschungel von Calais“ in die Schlagzeilen gerät. Lucille, die dort unterrichtet hat, lebt nun mit dem alten Entenjäger Anatole und dem Schwerverbrecher Loïk in zwei Wohnwagen und einer alten Frittenbude. Ihr Leben als verschrobene, gezeichnete Außenseiter inmitten der prächtigen Natur, die von den Gezeiten beherrscht wird, beschreibt Dessaint mit all seiner literarischen Begabung – und allerhand Referenzen an den französischen Schauspieler Jean Gabin.

    Dieser Roman des 1964 geborenen Dessaint ist von einem „klassischen Krimi“ lange so weit entfernt, wie es nur geht. „Verlorener Horizont“, von Ronald Voullié und Beate Braumann ins Deutsche übertragen, konzentriert sich auf die Charaktere, deren Schicksale und auf die Gesellschaft, die zugleich als Kulisse und als Katalysator dient. Monsieur Dessaint sieht und durchschaut die Menschen. Das Verbrechen und die Finsternis kommen in seiner Geschichte mit der menschlichen Unberechenbarkeit, Impulsivität und Fehlbarkeit, die im Alltag lauert. In dieser Hinsicht ist das Ganze also Noir in seiner reinsten, düstersten Form. Pascal Dessaints grandios geschriebener, kurzer Roman über verlorene Horizonte und ruinierte Perspektiven, dessen Sätze und Szenen dreifach wiegen und nachklingen, bietet 200 der lesenswertesten Seiten, die man sich in diesem Sommer zu Gemüte führen kann.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Pascal Dessaint
    Verlorener Horizont
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    Sherlock Holmes und die Tigerin von Eschnapur

    von am 27. Juli 2021 1 Kommentar

    Christian Endres
    Sherlock Holmes und die Tigerin von Eschnapur
    Stolberg, Atlantis, 2021, 241 Seiten / 17,90 €

    …ist der Titel des brandneuen Buches von Kurd-Laßwitz-Preisträger und Local Hero Christian Endres, mit dem er seine Tradition der phantastischen Abenteuer von Arthur Conan Doyles Detektiv fortsetzt.

    Der neue Band ist wieder toll aufgemacht. Hardcover mit Lesebändchen. Das gelungene Titelbild, der vierfarbige Vorsatz und die Innenillustrationen stammen von Timo Kümmel. Neben Vorwort, Kurzbiographie des Autors und Anhang befinden sich zwischen den Buchdeckeln 15 "normale" Stories plus einige seiner Twitterstories im Ultrakurzformat. Als Ergänzung zur letzten Geschichte, die "eine Meta-Einstimmung auf den Fantasy-Roman "Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen"" bietet, gibt es am Ende des Buches auch noch eine passende Leseprobe.

    Natürlich haben wir sowohl den Roman "Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen" als auch den ersten Holmes Storyband "Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes" vorrätig.

    Die "Tigerin von Eschnapur" liegt seit heute 20 mal in signierter Version vor. Ihr solltet euch also sputen…

    Christian Endres
    Sherlock Holmes und die Tigerin von Eschnapur
    Stolberg, Atlantis, 2021, 241 Seiten / 17,90 €

    …ist der Titel des brandneuen Buches von Kurd-Laßwitz-Preisträger und Local Hero Christian Endres, mit dem er seine Tradition der phantastischen Abenteuer von Arthur Conan Doyles Detektiv fortsetzt.

    Der neue Band ist wieder toll aufgemacht. Hardcover mit Lesebändchen. Das gelungene Titelbild, weiterlesen…

    Der heilige King Kong

    von am 28. Juni 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    James McBride
    Der heilige King Kong
    btb, München, 445 Seiten
    ISBN 978-3-442-75924-8

    James McBride schrieb das autobiografische Buch „Die Farbe von Wasser“, den von Spike Lee verfilmten Roman „Das Wunder von St. Anna“ und den Weird Western „Das verrückte Tagebuch des Henry Shackleford“, der von Netflix und Ethan Hawke als Miniserie „The Good Lord Bird“ adaptiert wurde. Mr. McBrides neuer Roman heißt „Der heilige King Kong“, und ob man dieses Jahr einen fabulierfreudigeren Krimi-Schmöker finden wird, bleibt abzuwarten.

    Das Buch dreht sich um einen Melting Pot in Brooklyn, der aus einer multinationalen Sozialsiedlung, einer schwarzen Baptistengemeinde und einem Schmugglerhafen besteht. Ende der 1960er wird Heroin zum Problem, doch bei McBride steckt selbst hinter dem größten Dealer eine bittersüße Geschichte und tolle Figur. Genauso wie hinter dem versoffenen Diakon Sportcoat, der am liebsten selbstgebrannten King Kong zuckelt und den Geist seiner Frau sieht, oder dem einsamen Mafia-Schmuggler Tommy Elefante alias Der Elefant. Die historische Verpackung und die köstlichen Abschweifungen machen diesen wunderbar wortgewandten und üppigen Krimi des 1957 geborenen Amerikaners nur noch charmanter, seine Beobachtungen zu Rassismus und urbanem Zusammenleben nicht weniger treffend.

    National Book Award-Gewinner James McBride ist ein Meistererzähler, der einem das Gefühl gibt, dass am Ende alles gut werden kann, obwohl und gerade weil wir alle nur Menschen sind.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    James McBride
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    Tote ohne Namen

    von am 21. Juni 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Louisa Luna
    Tote ohne Namen
    Suhrkamp, Berlin 2021, 445 Seiten
    ISBN 978-3-518-47135-7

    „Tote ohne Namen“ ist der zweite Romankrimi über die taffe Privatdetektivin Alice Vega und ihren Freund Max Caplan, jedoch das erste Buch der Serie, das auf Deutsch veröffentlicht wird. Macht nichts: Autorin Louisa Luna sorgt dafür, dass man diese beiden Figuren und ihre Beziehung schnell zu fassen kriegt. Was die Chemie zwischen den Ermittlern angeht, erinnert „Tote ohne Namen“ in seinen besten Momenten an die großartigen „Kenzie & Gennaro“-Romane von Dennis Lehane. Das Setting an der amerikanisch-mexikanischen Grenze, mit korrupten Polizisten, skrupellosen Menschenhändlern und brutalen Kartellgangstern, lässt einen dagegen eher an Don Winslow denken. Aber die 1977 in San Francisco geborene Luna zeigt schnell, dass sie ihre eigene Alchemie, ihren eigenen Rhythmus und Stil hat, während Vega und Cap in einem Fall von verschleppten mexikanischen Mädchen ermitteln müssen. Lee Child und Donald Ray Pollock, die Luna tolle Blurbs auf den Einband diktierten, hat sie damit überzeugt, und als deutschsprachiger Krimi-Fan wird man sich die Namen Louisa Luna und Alice Vega definitiv merken.

    Christian Endres

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    Louisa Luna
    Tote ohne Namen
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    Weiter Himmel

    von am 2. Juni 2021 noch kein Kommentar

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    Kate Atkinson
    Weiter Himmel
    DuMont, Kölnt 2021, 476 Seiten
    ISBN 978-3-8321-8001-0

    „Weiter Himmel“ ist Kate Atkinsons fünfter Roman-Krimi über ihren Ermittler Jackson Brodie, der unter dem Titel „Case Histories“ eine BBC-Fernsehserie erhalten hat. Der Vorgängerband wurde 2012 zudem mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet. Im neuesten Buch, das man problemlos ohne die Vorgänger lesen könnte, stolpert der in die Jahre kommende Privatdetektiv in einen hässlichen Fall von modernem Mädchenhandel hinter schöner Fassade – eine Verschwörung zwischen alten Schandtaten, anhaltender Korruption und neuem Horror.

    Das könnte man als grundsoliden britischen Krimi betrachten, der viele Ecken und Aspekte des gegenwärtigen Brexit-Großbritanniens aufgreift, und das wäre schon gut genug. Doch Kate Atkinson zu lesen bedeutet, einer Meisterin bei der Arbeit zusehen zu dürfen. Die Konstruktion, der Stil, die Charaktere, der Humor – das alles ist überdurchschnittlich, wenn man genau hinsieht. Da geht es dann auch klar, dass die 1951 geborene Engländerin den Zufall hinter den verknüpften Schicksalen ihrer Protagonisten so am Limit ausfährt wie einen perfekt eingestellten Boliden in der Kurve.

    Christian Endres

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    Kate Atkinson
    Weiter Himmel
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    Die weite Leere

    von am 19. Mai 2021 noch kein Kommentar

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    J. Todd Scott
    Die weite Leere
    Polar, Stuttgart 2021, 442 Seiten
    ISBN 978-3-948392-16-1

    Craig Johnson, Autor der kongenial fürs Fernsehen adaptierten „Longmire“-Romanserie, kennt sich aus mit der Weite, die man im modernen Amerika noch immer findet. Man sollte also besser aufhorchen, wenn Mr. Johnson einen schreibenden Kollegen empfiehlt, den ebenfalls die Weite irgendwo im amerikanischen Westen beschäftigt. Die Rede ist von J. Todd Scott, der seit 20 Jahren als Bundesagent für die DEA (Drug Enforcement Administration) arbeitet, die nicht zuletzt wachsam auf die Grenze zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten schaut. Hier, am Rio Grande, verortet Scott in seinem Romandebüt „Die weite Leere“ die fiktive texanische Kleinstadt Murfee mitten im großen Nirgendwo.

    Beherrscht wird der Ort von einem überlebensgroßen, gierigen Sheriff, den alle nur den Judge nennen – Sheriff, Ankläger, Richter, Henker und Gangster in einem. Aber auch sein wütender Sohn, ein drogenabhängiger Deputy, ein junger Gesetzhüter mit einer gescheiterten Football-Karriere, dessen Freundin und eine Lehrerin mit aufgewühlter Vergangenheit lassen die Dunkelheit aus der Weite und der Leere bereitwillig nach Murfee sowie in ihre Leben. Das nutzt J. Todd Scott für spannenden, guten texanischen Noir, der hin und wieder spürbar Western-Gepflogenheiten folgt, aber lediglich am Etikett des Neo-Westerns kratzt. Im Original sind bereits zwei Fortsetzungen erschienen. Hoffentlich kriegen wir sie bald zu lesen.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    J. Todd Scott
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    Factory Town

    von am 3. Mai 2021 noch kein Kommentar

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    Jon Bassoff
    Factory Town
    Polar, Stuttgart 2021, 256 Seiten
    ISBN 978-3-948392-22-2

    Jon Bassoffs Roman „Zerrüttung“, 2016 auf Deutsch erschienen, war ein Musterbeispiel modernen Noirs in der Tradition von James M. Cain. Mit „Factory Town“ liegt nun ein neues Werk des 1974 geborenen Mr. Bassoff bei Polar vor und beschert der aktuelle Taschenbuch-Reihe des Stuttgarter Verlags einen weiteren schmalen, jedoch umso ungewöhnlicheren Titel. Einen kurzen, befremdenden und hammerharten Roman in literarischer Trickbetrüger-Tradition, der wie ein surrealer Fiebertraum die Grenze zwischen Krimi und Horror durchbricht – und von dem es einen als deutschsprachigen Fan extremer Genre-Lektüre dieser Art auch nicht gewundert hätte, wenn er im Festa Verlag herausgekommen wäre.

    Russell Carvers verzweifelte Suche nach einem seit Jahren verschwundenen Mädchen wird zu einer unwirklichen, unberechenbaren Odyssee durch die verkommene, verzerrte Sündenstadt Factory Town – zu dem, was man so gerne als Tour de force bezeichnet. „Zerrüttung“ ist sicher Jon Bassoffs gefälligeres Buch, doch wer seine genreübergreifende Lektüre finster, verstörend bösartig, heftig und anders mag, kann sich ruhig mal nach Factory Town wagen. Es kann allerdings sein, dass man sich verirrt. Krimi-Kenner Marcus Müntefering liefert Touristen dieser Hölle des Bizarren und Perversen im Nachwort die passende Analyse und Einordnung.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Jon Bassoff
    Factory Town
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    Castle Freeman

    von am 21. April 2021 1 Kommentar

    Castle Freeman
    Männer mit Erfahrung
    Aus dem amerikanischen Englischen von Dirk van Gunsteren
    (New York 2140, 2017)
    München, dtv, 2018, 170 Seiten
    ISBN 978-3-423-14622-7

    Auf die sanfte Tour
    Aus dem amerikanischen Englischen von Dirk van Gunsteren
    (New York 2140, 2017)
    München, dtv, 2018, 185 Seiten
    ISBN 978-3-423-14678-4

    Der Klügere lädt nach
    Aus dem amerikanischen Englischen von Dirk van Gunsteren
    (New York 2140, 2020)
    München, dtv, 2020, 201 Seiten
    ISBN 978-3-423-14755-2

    Hinterwäldler in Vermont

    Die drei unterhaltsamen Romane von Castle Freeman spielen im mehr als ländlichen Vermont, wo man erst ab der dritten Generation zu den Einheimischen zählt und alle, die aufgrund familiärer Band erst wenige Jahrzehnte dort leben, nicht verstehen, worüber sich die Einheimischen unterhalten.

    Kern der Romane sind Sheriff Wing im ersten Roman und dessen Nachfolger Sheriff Wingate in den beiden anderen. Mit dem Wechsel des Sheriffs wechselt auch die Erzählperspektive. Castle Freeman erzählt die letzten beiden Romane aus der Ich-Perspektive.

    Das Motto des Sheriffs Wing, in seinem Amt als Vollstrecker von Recht und Ordnung, ist es, die Dinge auf sich zukommen zu lassen.

    Wingate, der im Roman „Auf die sanfte Tour“, seinen ersten großen Fall bearbeitet, findet sich, obwohl er vorher als Deputy gearbeitet hat, erst nach und nach in diese Methode ein. Da er ein großer Bewunderer seines Vorgängers ist, versucht er dessen Arbeitsweise zu übernehmen, weil das einerseits seinen eigenen Arbeitsaufwand reduziert und andererseits der Philosophie folgt, dass die Lösung eines jeden Falls in diesem bereits angelegt ist und nur zu Tage treten möchte.

    Diese stoische Art Fälle zu lösen oder bei deren Lösung zu beobachten, wie sich diese lösen, sind eines der Highlights dieser kurzweiligen Geschichten.

    Was mich aber zwischendurch immer wieder hat innehalten lassen, waren die pointierten Dialoge, die so knochentrocken sind, dass ich nur empfehlen kann, diese konzentriert zu lesen, denn diese sind die Essenz aller drei Romans. Daneben weisen diese Dialoge so viel Situationskomik auf, dass ich zwischendurch laut lachen musste.

    Drei äußerst kurzweilige Romane, die vielleicht nur einer Einschränkung bedürfen. Möglicherweise sind die Ansichten und der Humor eher der Geschmack von Männern ab 40.

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    Castle Freeman
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    Castle Freeman
    Männer mit Erfahrung
    Aus dem amerikanischen Englischen von Dirk van Gunsteren
    (New York 2140, 2017)
    München, dtv, 2018, 170 Seiten
    ISBN 978-3-423-14622-7

    Auf die sanfte Tour
    Aus dem amerikanischen Englischen von Dirk van Gunsteren
    (New York 2140, 2017)
    München, dtv, 2018, 185 Seiten
    ISBN 978-3-423-14678-4

    Der Klügere lädt nach
    Aus dem amerikanischen Englischen von Dirk van Gunsteren
    (New York 2140, 2020)
    München, dtv, 2020, 201 Seiten
    ISBN 978-3-423-14755-2

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    Love & Bullets

    von am 19. April 2021 noch kein Kommentar

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Nick Kolakowski
    Love & Bullets
    Suhrkamp, Berlin 2020, 423 Seiten
    ISBN 978-3-518-47056-5

    Seit einigen Jahren gibt Thomas Wörtche im Suhrkamp Verlag eine sensationell treffsichere und frische Krimi-Reihe heraus. Eines der jüngeren Highlights? Der Roman „Love & Bullets“ des Amerikaners Nick Kolakowski.

    Das Cover macht trotz Elvis-Anhänger nicht mal im Ansatz deutlich, wie cool dieses Buch ist. Obwohl, vielleicht ja doch. Im Original erschienen die drei Kurzromane mit den prächtigen Titeln „A Brutal Bunch of Heartbroken Saps“, „Slaughterhouse Blues“ und „Main Bad Guy“ (übersetzt: Brutale Trottel mit gebrochenen Herzen, Schlachthaus-Blues und Der Härteste von allen) bei einem Verlag mit dem nicht minder prächtigen Namen Shotgun Honey. Das deutsche Taschenbuch versammelt alle drei Teile, die zusammen eine Geschichte ergeben: Die des Abzockers Bill und der Killerin Fiona, die als Paar vor der rachsüchtigen New Yorker Mafia fliehen, die sie hintergangen haben. Aber das sind nicht die Einzigen mörderischen Verrückten, die ihnen zwischen Texas und Kuba das Leben schwer machen …

    Einmal aufs Gaspedal gestiegen, wird Nick Kolakowskis brutale, blutige Gangster-Komödie nicht mehr langsamer. Atemloser Crime-Pulp, der nie mehr sein will, als er ist, und das ist genug für Fans von Winslow, dem frühen Tarantino, Westlake, Lansdale. „Love & Bullets“ bietet massig Liebe, Hiebe und Kugeln, jede Menge Action sowie rasanten Lesespaß.

    Christian Endres

    @MisterEndres auf Twitter folgen

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Nick Kolakowski
    Love & Bullets
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