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Eine Reise mit Tolkiens Hobbit, Herr der Ringe und Silmarillion (Teil 3 von 3)

von am 20. Oktober 2021

J.R.R. Tolkien
Das Silmarillion
Ted Nasmith (Illustrator)
Gebundene Ausgabe : 589 Seiten
ISBN: 9783608938296

—> Hier klicken für Teil 1 von 3 und hier klicken für Teil 2 von 3

Ich hatte also Tolkiens "Der Herr der Ringe“ gelesen, eine feurige Neugier nach Mythen und Legenden war entfacht und ich wollte jetzt einfach mehr erfahren, d.h. mehr von den Ringen der Macht sowie mehr vom „Letzten Bündnis“, mehr von Saurons Ursprung und von Númenor, vor allem aber mehr von den Elben und der Entstehung Mittelerdes. Und dieses Verlangen führte mich zu Tolkiens "Bibel", seinem Buch "Das Silmarillion".

DAS SILMARILLION

Dabei erinnerte ich mich noch gut an eine alte Begebenheit vor fast 30 Jahren, als der weise Hermke im Laden (und zwar in dem urigen Neubücherraum gleich rechts nach dem Eingang) eine eindringliche Warnung an den kleinen Mitch von damals aussprach: „Mitch, … ne, ne, das Silmarillion ist jetzt nichts für Dich, … selbst für mich ist es nicht so leichte Kost gewesen, so viele Namen, Namen, Namen …“, meinte Hermke und schaute mich dabei über seine Brille mit lehrreichen Augen fest an und er zog ganz klar eine gutgemeinte deutliche Grenze, die rückblickend für mich goldrichtig gewesen ist; damals konnte ich noch nicht den nötigen Durst für Tolkiens Quelle „Das Silmarillion“ haben, und dies wußte Hermke damals ganz genau.

Aber eben weil die eigenen Erfahrungen in hinwegziehenden Jahren fast immer mehr Platz für den eigenen inneren Mentor erschaffen, beschloss ich "im Alter" dann jenes Buch "Das Silmarillion" zu lesen. Und prompt schenkte mir meine Frau vor ein paar Jahren sowohl eine recht schöne Buchausgabe, und zwar die mit Ted Nasmith (als Illustrator), als auch ein "Bon-Bon" (und das war für mich ein Segen), nämlich den „Historischen Mittelerde-Atlas“ sowie „Das große Mittelerde-Lexikon“.

Irgendwann im Jahr 2017 begann ich dann das Buch zu lesen, es begann:

“Eru war da, der Eine, der auf Arda Illúvatar heißt; und er schuf erstens die Ainur, die Heiligen, Sprößlinge seiner Gedanken; und sie waren bei ihm, bevor irgend andres geschaffen war…” (S. 53).

… und vor mir entfaltete sich eine bezaubernde und sagenreiche Geschichte, die mich durch die Jahrhunderte und Zeitalter von Mittelerde führte. „Das Silmarillion“ erzählt mythisch mit grandioser Sprache über Herkunft der Elben, über deren helle und dunkle Seiten, sowie über das Entstehen und das traurige Schicksal der stolzen Dunedain, und über Mittelerdes Anfänge, Götter, Orte und Schicksale.

ALS WÜRDE GANDALF SPRECHEN

Tolkien schildert die Geschehnisse in "Das Silmarillion" so, als säße ich am Abend zusammen mit Gandalf am Lagerfeuer, der Zauberer blickt mich mit seinem vom zuckenden Feuerschein erhellten Gesicht an und er erzählt pfeiferauchend von Mittelerdes Legenden und Geschichten, dabei bläst er ab und an beeindruckende Rauchringe in die Luft.

Vor allem der Untergang von Numenor schmerzte mich sehr, … zu sehen, wie des Menschen Neid schon immer das Übel der Dinge (gewesen) ist: "Wie könnten wir nicht die Valar [Anm.: die Götter] beneiden oder selbst den Geringsten unter den Untersterblichen [Anm.: auch die Elben sind faktisch unsterblich]? Denn von uns [Anm.: die Numenor = die Menschen] wird blindes Vertrauen verlangt, Hoffnung ohne Gewissheit, und wir wissen nicht, was uns erwartet, schon in kurzer Zeit. Und doch lieben auch wir die Erde und mögen sie nicht verlassen." (S. 448).

Ist nicht diese Angst vor dem Vergehen – so frage ich mich – die Wurzel unseres (der Menschen) permanenten Unglücklichseins?

Ich konnte das Buch einfach nicht mehr weglegen, ich war süchtig und tauchte tiefer in Mittelerde ein, und immer öfter griff ich dann auch zum Historischen Mittelerde-Atlas, weil ich auch die Karten zur Entstehung und Weiterentwicklung von Mittelerde und die Wanderungen der einzelnen Völker und Helden auf den Karten sehen wollte. Ich wurde selbst zum Entdecker und Abenteurer Mittelerdes. Wenn beim Lesen mal (wieder) ein Name auftauchte, der mir nicht mehr ganz präsent war, dann lugte ich entweder in die Namensskizze in „Das Silmarillion“ oder gleich in das „Große Mittelerde-Lexikon“, was freilich das Erlebnis der Geschichte für mich noch dichter und besser machte.

Immer tiefer und tiefer … und plötzlich "auf den hohen Lüften und den Nebeln der Welt fuhr es in den Alten Westen, und für die Eldar hatten die Geschichten und Lieder ein Ende." (S. 510).

DAS ENDE

Zum Schluss des Buches „Das Silmarillion“ war mein Durst nach Mittelerde angenehm, gleichwohl melancholisch ob seines Endes, gelöscht und meine Reise durch Tolkiens Bücher fand für mich ein gutes und "rundes" Ende:

„Doch vom Glück und vom frohen Leben gibt es wenig zu sagen, bevor es ein Ende hat; so sind große und herrliche Werke ihr eigener Nachruhm, solange sie dauern und Augen sie sehen können, und erst wenn sie in Gefahr sind oder für immer zerbrochen, gehen sie in die Lieder ein.“ (S. 177).

FAZIT ZU TOLKIENS WERK

Tolkiens "Der Hobbit", "Der Herr der Ringe" und "Das Silmarillion" sind für mich schwerwiegend schöne Erlebnisse.

Auch wenn die Geschmäcker und Meinungen zu Tolkiens Werk auseinander gehen mögen, so steht gleichwohl unverrückbar fest, dass seine Mittelerde eine tragende Säule der Fantasy sein dürfte.

Wer den nötigen Mut, Durst und Hunger, sowie die Offenheit hat, diese Säule einzunehmen, der wird belohnt, und zwar immer wieder (in jedem Alter) neu. Denn Tolkien behandelt so viele Facetten vom Sein als Mensch, dass jeder Leser in jeder Lebensphase die für sich gerade passenden Perlen in Mittelerde finden wird. Dies mag freilich als Einladung (nicht als Rat-Schlag) verstanden werden,

„(…) denn Ratschläge sind ein gefährliches Geschenk, selbst von den Weisen an die Weisen, und alle Wege mögen in die Irre führen.“ (Tolkien, Der Herr der Ringe, Klett-Cota, 2016, ISBN 978-3-608-96035-8, S. 107).

MITCH

 

PS:

EINE ERTSE KLEINE ANMERKUNG:

„Der Historische Atlas von Mittelerde“ und das „Das große Mittelerde-Lexikon“ sind gleichwohl kein „Muss“, man kann auch ohne diese Hilfsmittel "gutgelaunt und einfach" in den Büchern "Der Hobbit", "Der Herr der Ringe" und "Das Silmarillion" durch Mittelerde wandern.

Mir persönlich hat es jedoch viel Freude und Spass beim Lesen bereitet, immer mal wieder in den Karten und im Lexika zu stöbern, daher empfehle ich:

Historischer Atlas von Mittelerde Gebundene Ausgabe
von Karen Wynn Fonstad
ISBN: 9783608960433

Das große Mittelerde-Lexikon
von Robert Foster
ISBN: 9783404204533

 

PPS:

EINE ZWEITE KLEINE ANMERKUNG:

Freilich kann man noch weiter und noch tiefer in die Welt Mittelerdes gehen, bspw. mit

Die Kinder Húrins
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-93762-6

Das Buch der verschollenen Geschichten. Teil 1 + 2
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-96088-4

Geschichten aus dem gefährlichen Königreich
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-96449-3

Natur und Wesen von Mittelerde
J.R.R. Tolkien
ISBN: 9783608964783

Beren und Lúthien
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-96327-4

Der Fall von Gondolin Taschenbuch
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3608963786

Nachrichten aus Mittelerde
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-98458-3
vgl. hierzu die tolle Rezension von Matita Leng

Briefe
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-98489-7
Erscheinungstermin 15.11.2021

von am 20. Oktober 2021

J.R.R. Tolkien
Das Silmarillion
Ted Nasmith (Illustrator)
Gebundene Ausgabe : 589 Seiten
ISBN: 9783608938296

—> Hier klicken für Teil 1 von 3 und hier klicken für Teil 2 von 3

Ich hatte also Tolkiens "Der Herr der Ringe“ gelesen, eine feurige Neugier nach Mythen und Legenden war entfacht und ich wollte jetzt einfach mehr erfahren, d.h. mehr von den Ringen der Macht sowie mehr vom „Letzten Bündnis“, mehr von Saurons Ursprung und von Númenor, vor allem aber mehr von den Elben und der Entstehung Mittelerdes. Und dieses Verlangen führte mich zu Tolkiens "Bibel", seinem Buch "Das Silmarillion".

DAS SILMARILLION

Dabei erinnerte ich mich noch gut an eine alte Begebenheit vor fast 30 Jahren, als der weise Hermke im Laden (und zwar in dem urigen Neubücherraum gleich rechts nach dem Eingang) eine eindringliche Warnung an den kleinen Mitch von damals aussprach: „Mitch, … ne, ne, das Silmarillion ist jetzt nichts für Dich, … selbst für mich ist es nicht so leichte Kost gewesen, so viele Namen, Namen, Namen …“, meinte Hermke und schaute mich dabei über seine Brille mit lehrreichen Augen fest an und er zog ganz klar eine gutgemeinte deutliche Grenze, die rückblickend für mich goldrichtig gewesen ist; damals konnte ich noch nicht den nötigen Durst für Tolkiens Quelle „Das Silmarillion“ haben, und dies wußte Hermke damals ganz genau.

Aber eben weil die eigenen Erfahrungen in hinwegziehenden Jahren fast immer mehr Platz für den eigenen inneren Mentor erschaffen, beschloss ich "im Alter" dann jenes Buch "Das Silmarillion" zu lesen. Und prompt schenkte mir meine Frau vor ein paar Jahren sowohl eine recht schöne Buchausgabe, und zwar die mit Ted Nasmith (als Illustrator), als auch ein "Bon-Bon" (und das war für mich ein Segen), nämlich den „Historischen Mittelerde-Atlas“ sowie „Das große Mittelerde-Lexikon“.

Irgendwann im Jahr 2017 begann ich dann das Buch zu lesen, es begann:

“Eru war da, der Eine, der auf Arda Illúvatar heißt; und er schuf erstens die Ainur, die Heiligen, Sprößlinge seiner Gedanken; und sie waren bei ihm, bevor irgend andres geschaffen war…” (S. 53).

… und vor mir entfaltete sich eine bezaubernde und sagenreiche Geschichte, die mich durch die Jahrhunderte und Zeitalter von Mittelerde führte. „Das Silmarillion“ erzählt mythisch mit grandioser Sprache über Herkunft der Elben, über deren helle und dunkle Seiten, sowie über das Entstehen und das traurige Schicksal der stolzen Dunedain, und über Mittelerdes Anfänge, Götter, Orte und Schicksale.

ALS WÜRDE GANDALF SPRECHEN

Tolkien schildert die Geschehnisse in "Das Silmarillion" so, als säße ich am Abend zusammen mit Gandalf am Lagerfeuer, der Zauberer blickt mich mit seinem vom zuckenden Feuerschein erhellten Gesicht an und er erzählt pfeiferauchend von Mittelerdes Legenden und Geschichten, dabei bläst er ab und an beeindruckende Rauchringe in die Luft.

Vor allem der Untergang von Numenor schmerzte mich sehr, … zu sehen, wie des Menschen Neid schon immer das Übel der Dinge (gewesen) ist: "Wie könnten wir nicht die Valar [Anm.: die Götter] beneiden oder selbst den Geringsten unter den Untersterblichen [Anm.: auch die Elben sind faktisch unsterblich]? Denn von uns [Anm.: die Numenor = die Menschen] wird blindes Vertrauen verlangt, Hoffnung ohne Gewissheit, und wir wissen nicht, was uns erwartet, schon in kurzer Zeit. Und doch lieben auch wir die Erde und mögen sie nicht verlassen." (S. 448).

Ist nicht diese Angst vor dem Vergehen – so frage ich mich – die Wurzel unseres (der Menschen) permanenten Unglücklichseins?

Ich konnte das Buch einfach nicht mehr weglegen, ich war süchtig und tauchte tiefer in Mittelerde ein, und immer öfter griff ich dann auch zum Historischen Mittelerde-Atlas, weil ich auch die Karten zur Entstehung und Weiterentwicklung von Mittelerde und die Wanderungen der einzelnen Völker und Helden auf den Karten sehen wollte. Ich wurde selbst zum Entdecker und Abenteurer Mittelerdes. Wenn beim Lesen mal (wieder) ein Name auftauchte, der mir nicht mehr ganz präsent war, dann lugte ich entweder in die Namensskizze in „Das Silmarillion“ oder gleich in das „Große Mittelerde-Lexikon“, was freilich das Erlebnis der Geschichte für mich noch dichter und besser machte.

Immer tiefer und tiefer … und plötzlich "auf den hohen Lüften und den Nebeln der Welt fuhr es in den Alten Westen, und für die Eldar hatten die Geschichten und Lieder ein Ende." (S. 510).

DAS ENDE

Zum Schluss des Buches „Das Silmarillion“ war mein Durst nach Mittelerde angenehm, gleichwohl melancholisch ob seines Endes, gelöscht und meine Reise durch Tolkiens Bücher fand für mich ein gutes und "rundes" Ende:

„Doch vom Glück und vom frohen Leben gibt es wenig zu sagen, bevor es ein Ende hat; so sind große und herrliche Werke ihr eigener Nachruhm, solange sie dauern und Augen sie sehen können, und erst wenn sie in Gefahr sind oder für immer zerbrochen, gehen sie in die Lieder ein.“ (S. 177).

FAZIT ZU TOLKIENS WERK

Tolkiens "Der Hobbit", "Der Herr der Ringe" und "Das Silmarillion" sind für mich schwerwiegend schöne Erlebnisse.

Auch wenn die Geschmäcker und Meinungen zu Tolkiens Werk auseinander gehen mögen, so steht gleichwohl unverrückbar fest, dass seine Mittelerde eine tragende Säule der Fantasy sein dürfte.

Wer den nötigen Mut, Durst und Hunger, sowie die Offenheit hat, diese Säule einzunehmen, der wird belohnt, und zwar immer wieder (in jedem Alter) neu. Denn Tolkien behandelt so viele Facetten vom Sein als Mensch, dass jeder Leser in jeder Lebensphase die für sich gerade passenden Perlen in Mittelerde finden wird. Dies mag freilich als Einladung (nicht als Rat-Schlag) verstanden werden,

„(…) denn Ratschläge sind ein gefährliches Geschenk, selbst von den Weisen an die Weisen, und alle Wege mögen in die Irre führen.“ (Tolkien, Der Herr der Ringe, Klett-Cota, 2016, ISBN 978-3-608-96035-8, S. 107).

MITCH

 

PS:

EINE ERTSE KLEINE ANMERKUNG:

„Der Historische Atlas von Mittelerde“ und das „Das große Mittelerde-Lexikon“ sind gleichwohl kein „Muss“, man kann auch ohne diese Hilfsmittel "gutgelaunt und einfach" in den Büchern "Der Hobbit", "Der Herr der Ringe" und "Das Silmarillion" durch Mittelerde wandern.

Mir persönlich hat es jedoch viel Freude und Spass beim Lesen bereitet, immer mal wieder in den Karten und im Lexika zu stöbern, daher empfehle ich:

Historischer Atlas von Mittelerde Gebundene Ausgabe
von Karen Wynn Fonstad
ISBN: 9783608960433

Das große Mittelerde-Lexikon
von Robert Foster
ISBN: 9783404204533

 

PPS:

EINE ZWEITE KLEINE ANMERKUNG:

Freilich kann man noch weiter und noch tiefer in die Welt Mittelerdes gehen, bspw. mit

Die Kinder Húrins
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-93762-6

Das Buch der verschollenen Geschichten. Teil 1 + 2
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-96088-4

Geschichten aus dem gefährlichen Königreich
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-96449-3

Natur und Wesen von Mittelerde
J.R.R. Tolkien
ISBN: 9783608964783

Beren und Lúthien
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-96327-4

Der Fall von Gondolin Taschenbuch
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3608963786

Nachrichten aus Mittelerde
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-98458-3
vgl. hierzu die tolle Rezension von Matita Leng

Briefe
J.R.R. Tolkien
ISBN: 978-3-608-98489-7
Erscheinungstermin 15.11.2021

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