Gerds garstiges Geblubber 82: Zwischen Rillen und Raketen – Phantastik in der Rock und Popmusik
von Gerd am 9. Oktober 2026 5 Kommentare
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Im heutigen Beitrag hört ihr nachgereicht zu den beiden letzten Folgen den Versuch einer popkulturellen Verortung der Phantastik in der Rock und Pop Musik, beziehungsweise der Musik in der Phantastik.
Zwischen Rillen und Raketen: Phantastik in der Rock und Popmusik
Manchmal reicht ein einziger Akkord, ein schwebendes Synth-Intro oder ein melancholisches Gitarrensolo, um Welten entstehen zu lassen. In unseren Podcast-Folgen sprechen wir oft über die Wechselwirkungen zwischen Literatur, Film und Comic. Doch eine Facette wird im Diskurs über Phantastik, Fantasy und Science-Fiction erstaunlich oft unterschätzt: Die Musik als völlig eigenständiges, klangliches Worldbuilding.
Besonders wer in den 1970er und 1980er Jahren sozialisiert wurde, erinnert sich an das Gefühl: Ein Album war damals nicht nur eine Ansammlung von Drei-Minuten-Singles. Es war ein immersives Gesamtkunstwerk. Wenn man das Gatefold-Cover aufschlug, die detaillierten Artworks anstarrte und die Nadel in die Rille senkte, begann ein Multikanal-Einfluss. Musik, visuelle Kunst und literarische Fantasie griffen nahtlos ineinander – ohne dass man zwingend ein Filmplakat oder eine Vorlage brauchte.
Abseits von reiner Filmmusik (Highlander, Tag des Falken) oder direkten Buchadaptionen (Tales of Mystery and Imagination) gab es eine Fülle von Stücken, die völlig frei und eigenständig fantastische Kosmen entworfen haben.
Hier sind einige herausragende Beispiele aus den 70ern und 80ern (und darüber hinaus), die diese Symbiose perfekt einfangen:
Progressive Rock & Space Rock: Die großen Mythenbauer
Eloy – Ocean (1977)
Die deutschen Prog-Rock-Pioniere haben mit Ocean eines der immersivsten Konzeptalben der deutschen Musikgeschichte geschaffen. Es ist die eigenständige Mythologisierung des Niedergangs von Atlantis. Die ausdehnenden Klangteppiche, gesprochenen Passagen und majestätischen Orgel- und Synthesizer-Läufe schaffen eine Tiefenwirkung, die manchen Sci-Fi-Roman blass aussehen lässt.
Hawkwind – Space Ritual (1973)
Space Rock in seiner reinsten, rohsten Form. Hawkwind – eng verbunden mit dem Science-Fiction-Autor Michael Moorcock – erschuf keinen polierten Weltraum, sondern einen psychedelischen, dröhnenden Kosmos. Songs wie Space Is Deep vermitteln die unendliche, beängstigende Weite des Alls durch repetitives Riffing und Oszillatorengeräusche.
Blue Öyster Cult – Fire of Unknown Origin (1981)
BÖC waren vielleicht die literarisch versierteste Hard-Rock-Band ihrer Zeit. Stücke wie Veteran of the Psychic Wars (in Zusammenarbeit mit Michale Moorcock geschrieben) entwerfen das düstere Psychogramm eines kosmischen Kriegers. Es ist düster, melancholisch und voller erzählerischer Substanz.
Synth-Pioniere & Post-Punk: Dystopien und digitale Welten
Gary Numan / Tubeway Army – Replicas (1979)
Noch bevor Blade Runner im Kino lief, baute Gary Numan mit Replicas die klangliche Blaupause für den Cyberpunk. Inspiriert von Philip K. Dick, erzählt das Album von einer kalten, von Machinen-Menschen („Replicas“) und Patrol-Bots beherrschten Stadt. Numans unterkühlter Gesang auf sägenden Minimoog-Synthesizern war pures Sci-Fi-Worldbuilding.
John Foxx – Metamatic (1980)
Nach seinem Ausstieg bei Ultravox schuf John Foxx ein radikal minimalistisches, elektronisches Meisterwerk. Tracks wie Underpass klingen wie die Akustik von Beton, Neonlicht und digitaler Entfremdung. Eine ästhetische Parallelwelt, die perfekt zu den düsteren Dystopien der 80er-Jahre-Literatur passt.
Heavy Metal: Die Heroic Fantasy der späten 70er & 80er
Rainbow – Rising (1976)
Mit Dio am Mikrofon und Ritchie Blackmore an der Gitarre erfand Rising das Genre des Epic Metal mit. Das zentrale Epos Stargazer – unterstützt vom Munich Philharmonic Orchestra – erzählt die Geschichte eines Zauberers, der ein Volk versklavt, um einen Turm aus Stein zu bauen, von dem aus er fliegen will. Das Schlagzeug-Intro, das orientalisch angehauchte Riff und Dios Stimmgewalt erschaffen ein Fantasy-Epos von gewaltiger Dramatik.
Der Faden zieht sich weiter: Moderne Weltenbauer
Dass dieses Prinzip kein Relikt der Vinyl-Ära ist, beweisen Künstler der jüngeren Popkultur, die das Multikanal-Konzept aufgreifen und neu definieren:
Daft Punk (Discovery / Interstella 5555): Das französische Duo nutzte nicht nur Roboter-Persona für ihr eigenes Storytelling, sondern verwandelte das komplette Album Discovery zusammen mit Anime-Legende Leiji Matsumoto in den Stummfilm-Sci-Fi-Epos Interstella 5555.
Gorillaz: Damon Albarn und Jamie Hewlett haben die Trennung zwischen realer Band und fiktiver Comic-Welt komplett aufgehoben. Die Gorillaz sind ein visuelles und musikalisches Universum mit eigenen Charakteren, eigener Lore und fortlaufender Handlung.
Die Antwoord: Radikales, dystopisches Worldbuilding am Rand der Popkultur. Durch die Überzeichnung der „Zef“-Kultur, gepaart mit verstörender Alien- und Cyberpunk-Ästhetik, erschaffen sie ein extrem eigenständiges, fast schon Albtraum-haftes Phantasma.
Für mich ist Musik in der Phantastik kein passives Beiwerk. Sie ist der Beschleuniger meiner eigenen Vorstellungskraft. Ein Buch liefert die Worte, ein Comic das Bild – aber die Musik erzeugt die Resonanzfrequenz, die beides im Kopf zum Leben erweckt.
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Im heutigen Beitrag hört ihr nachgereicht zu den beiden letzten Folgen den Versuch einer popkulturellen Verortung der Phantastik in der Rock und Pop Musik, beziehungsweise der Musik in der Phantastik.
Zwischen Rillen und Raketen: Phantastik in der Rock und Popmusik
Manchmal reicht ein einziger Akkord, ein schwebendes Synth-Intro oder ein melancholisches Gitarrensolo, um Welten entstehen zu lassen. In unseren Podcast-Folgen sprechen wir oft über die Wechselwirkungen zwischen Literatur, Film und Comic. Doch eine Facette wird im Diskurs über Phantastik, den ganzen Beitrag lesen…
- Kategorien: Gerd solo , Mini Podcast , Sprecher Gerd , Staffel 03 Gerds garstiges Geblubber
- 5 Kommentare

Aus aktuellem Anlass muss ich unbedingt gleich ein paar Filme der letzten Monate ansprechen, die aus "unserem" Genre sind. Ich hab mir "Das Ende der Sterne" angesehen. Ich hab das Buch gefeiert. Ridley Scott ist einer der besten Regisseure. Was kann das schon schief gehen?
Vom Låden und vom Leben Nummer 39 – Komiunidie
Diesmal war ich wieder unterwegs. Und ich bin begeistert. Sozusagen aus dem Häuschen in doppelter Hinsicht. Natürlich muss ich euch davon erzählen und euch Lust und Laune für das nächste Jahr machen…




Vom Låden und vom Leben Nummer 38 – Geduld
Vom Låden und vom Leben Nummer 37 – Åldeisn

Die undankbare Aufgabe, eine Podcast zum vergangenen Jahr zu sprechen, ohne dass das Jahr bereits zu Ende ist und auch ein Ausblick auf ein Jahr, das jetzt schon anders läuft, als es könnte… Da bleibt es nur, eine Frage zu stellen: woran kann man ein Scheißjahr festmachen? Na gut.
Mit welchem Spiel habe ich mich in diesem Jahr wirklich viel und gerne beschäftigt? Wir spielen sehr viele Spiele. Eigentlich fast alles Neue. Um zu testen und um die Spiele erklären zu können. Wenn dann ein Spiel trotzdem deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt, lohnt es sich darüber zu erzählen. Also auch ein Blick hinter die Kulissen… unserer Spielgewohnheiten.
Vom Låden und vom Leben Nummer 36 – Bossidief im Voradfennd

Es ist die Zeit, vor den Halbjahresbestellungen. Okay, ihr wisst schon. Gerd ist leicht gereizt. Entsprechend fällt auch diese Neunundfünfzigste Folge von Gerds garstigem Geblubber eher ungnädig aus.
Vom Låden und vom Leben Nummer 35 – Der Weindurm in Middlfrankonien
Ein Lückenfüller ganz spontan. Tja aber dennoch wichtig und gut. Danke dafür an Eva, die mir diese wichtige Frage gestellt hat.
Vom Låden und vom Leben Nummer 34 – Drehbuch
Ein kurzer und persönlicher Beitrag. Und ja, es geht um den Laden, um die alten Zeiten und um Science Fiction.
Blinde Flecke im eigenen Blickfeld. Eine Idee, auf die mich indirekt Liz Baitler gebracht hat. Trotz der relativen Winzigkeit unseres Genres existiert da ganz schön viel Biodiversität innerhalb der Grenzen. Und wir wissen sicher nicht alles. In manchen Bereichen gibt es sogar ziemlich "Blinde Flecken". Heute versuche ich mich daran, diese zu verkleinern… Wenn möglich mit eurer Hilfe.
In knappen Worten: Heute Abend gibt es nochmal die Chance Spiele auszuprobieren und testzuspielen in KaZus Spielbar und morgen habt ihr die Möglichkeit Comics auszuprobieren am Gratis Comic Tag…
Zwei Gründe gibt es: heute Abend findet das dritte mal KaZus Spielbar in diesem Jahr statt UND Teburu ist brandneu bei Pegasus erschienen. Zwei Gründe, uns mit dem Thema digital unterstützte analoge Spiele zu beschäftigen. Nachdem das Thema relativ komplex ist, wird das in zwei Teilen stattfinden. Heute Teil 1 als Einführung in die Thematik. Sozusagen die Geschichte dieser Spiele.
Vom Låden und vom Leben Nummer 33 – Hammersbald
Als Abschluss meiner Arbeitsunfähigkeits-Reihe aus dem Krankenhaus, hört ihr heute noch einen letzten Beitrag von mir solo. Ich habe ein paar Lese oder in diesem Fall sogar explizit Hörbuch Tipps, aus Gründen, die mit den derzeitigen Umständen zu tun haben. Außerdem nehme ich Andreas Eschbach als Vorwand um ein selbst auferlegtes Tabu zu brechen.
Und weil es gerade so schön kuschelig hier im Krankenhaus ist, habe ich noch eine kleine Geschichte geschrieben. Nah dran, aber immer knapp vorbei an der Wahrheit. Ich betone, dass es natürlich in den Krankenhäusern auf Sardinien keine Dämonen gibt 🙂
Viel Spaß mit unserem Mini-Hörbuch!
Tja, was kommt denn jetzt? Lasst euch überraschen. Die völlig ungeplante und vor allem ungeahnte Folge live aus dem Krankenhaus…
Vom Låden und vom Leben Nummer 32 – Einfluss
Ich habe das große Glück, weder in den Feiertagen zu starten, also keine Besinnlichkeit, noch zu Silvester oder Neujahr. Also auch keine Dankesrede mit Dreiviertelverbeugung. Ich bin irgendwie mittendrin. Deswegen lass ich die Sau raus. Am Ende vom Jahr. Einmal…
Vom Låden und vom Leben Nummer 31 – verzeddln – reflexiefe Verbn
Um was es heute geht? Hmm. So richtig weiß ich das auch nicht. Aber ihr könntet etwas über Zeitreisen, Großväter und euer Leben lernen. Oder vielleicht auch gar nichts. Denn es ist eine NichtGeschichte. Insofern wird es schon einmal weder erzählerisch, noch im Duett gelesen, noch ein Minihörspiel. Einfach nur eine ganz gewöhnliche, langweilige Folge aus Gerds garstigem Geblubber…
Vom Låden und vom Leben Nummer 30 – Ka I?
Nach den Folgen in Schottland gibt es jetzt noch ein kleines Resummé von meiner Seite. Aber unverhofft eben nicht NUR von meiner Seite, also der offiziellen. Stimmen mischen sich ein. Und tatsächlich veranlasst mich das sofort zu einem Disclaimer:
Vom Låden und vom Leben Nummer 29 – fäik
Ein dickes, fettes Dankeschön an meinen lieben Freund Pete, der Pate für diesen Betrag stand. Auch wenn er bis jetzt noch gar nichts davon weiß. Ein Beitrag über Literatur, Freundschaft, Ansichten und das Maß aller Dinge…
Vom Låden und vom Leben Nummer 28 – schdillgleechd
Heute gibt es den Beitrag von letzter Woche nachgereicht. Der ist es jetzt wirklich gewesen, den ich ursprünglich erzählen wollte. Dann kamen mir die ganzen tollen Gefühle in den Weg und jetzt geht es eben heute um den technophoben Herren der Science Fiction.
Kaum eine Frage bekomme ich im Laden öfter zu hören, als "wie geht es eigentlich Hermke?" (gut vielleicht noch, ob es etwas neues von George R. R. Martin gibt). An dieser Frage habe ich den heutigen Beitrag festgemacht. Ich hatte da eine lustige Idee mit ein paar Annekdoten und ein wenig Gemecker. Irgendwie hat sich dann mein Geblubber verselbstständigt, einen völlig anderen Weg eingeschlagen und den Beitrag von allein gemacht. Hmm. Glaubt nicht, dass ihr dem ursprünglichen Beitrag entkommt. Der wird kommende Woche nachgereicht.
Als kleinen Kontrapunkt zu den herrlichen Beiträgen von Burns kleinem GeBlauder mit euch, jetzt der spielerische Jahresanfang. Denn neben Comics und Büchern sind ja allerlei Spiele Teil unseres Kernsortiments und damit auch Inhalt unserer alltäglichen Beschäftigung und vor allem auch vieler Veranstaltungen am Rande unseres Ladens, in der Peripherie sozusagen. Spieleabende, Veranstaltungen ums Eck oder Conventions und Messebesuche "in der Ferne". Und da tut sich traditionell am Anfang des Jahres ziemlich viel.
Vom Låden und vom Leben Nummer 27 – Sendepause
In der ersten "Fülselfolge des Jahres, geht es um das, was wir getan haben und das was wir tun. Und das ist nicht von schlechten Eltern. Immerhin hört ihr diese Woche den 223. Podcast aus Hermkes Romanboutique. Und es geht weiter…
Das Jahr geht zu Ende und heute heute hört ihr unseren letzten Podcast 2023. Natürlich wieder ein bisschen von der Kanzel herab, ich kann halt aus meiner Haut nicht ganz heraus. Aber diesmal ohne "Stimmen", versprochen. Außerdem gibt es noch eine kleine Leseempfehlung, passend zum Thema und einen Ausblick auf die nächste Folge. "Podwichtelfolge 2" Und eine Ankündigung einer anstehenden Veranstaltung. Tja und das wars für dieses Jahr. Bis bald!
Heute gibt es eine kleine Fülselfolge, mit Ausblicken und ein paar Erklärungen. Natürlich geht es nicht ganz ohne Gejammer. Vielleicht wird irgendwann aus "Gerds garstigem Geblubber" "Gerds garstiges Gejammer"?… ist ja gar nicht so!
Moritz Böger
Ja es ist ein Blick hinter die Kulissen. Nämlich ein Blick hinter den Laden, auf meinen persönlichen Bezug und Umgang mit dem Genre. Wenn ich Bernie wäre, wären es vielleicht Bernies Geschichten…
Vom Låden und vom Leben Nummer 26 – Ich glebb des Brroblem sin mir selber