Kluge Gedanken
von burn am 9. Dezember 2009
Krieg zwischen den Weltmächten: eine kleine, reiche Nation schottet sich ab, bleibt verschont von der Zerstörung und den Folgen des Krieges. Baut einen „Zaun“ um ein eigenes totalitäres, aber funktionierendes System. Lässt niemanden rein und niemanden raus, existiert autark, aber scheinbar perfekt funktionierend. Allen Menschen geht es gut? Ihr Dasein ist von Geburt an komplett vom System bestimmt, was man wird, macht oder ob man überhaupt „lebenswert“ ist.
Wir wohnen als Leser einer Prüfung bei, in der eine junge Philosophin in die höchste Akademie, die das bestimmende Gremium bildet, aufgenommen werden will. Die Prüfung umfasst die Geschichte dieses Staates und im speziellen die besondere Rolle eines Mannes namens Adam Fordes. So erfahren wir, wie der Staat entstand, wie seine Staatsform funktioniert, wie es dazu kam, dass anscheinend dieser eine Mann, Adam, das System durch seine verqueren Ansichten fast zum kollabieren gebracht hatte.
Die Prüfung, die wir aus der Sicht des Prüflings miterleben, bringt einiges zu Tage, mit dem auch ich als erfahrener SF Leser nicht gerechnet hatte.
Sehr kluge, philosophische Betrachtungen über das, was Mensch von Maschine unterscheidet, über Gut und Böse, Verstand und Bewusstsein und immer wieder kleine Wendungen in der Story machen Genesis zu einer wunderbar intelligenten Gedankenspielerei am Sonntagnachmittag.
Ein kleines Buch voller guter Gedanken.
Krieg zwischen den Weltmächten: eine kleine, reiche Nation schottet sich ab, bleibt verschont von der Zerstörung und den Folgen des Krieges. Baut einen „Zaun“ um ein eigenes totalitäres, aber funktionierendes System. Lässt niemanden rein und niemanden raus, existiert autark, aber scheinbar perfekt funktionierend. Allen Menschen geht es gut? Ihr Dasein ist von Geburt an komplett vom System bestimmt, was man wird, macht oder ob man überhaupt „lebenswert“ ist.
Wir wohnen als Leser einer Prüfung bei, in der eine junge Philosophin in die höchste Akademie, den ganzen Beitrag lesen…
- Kategorien: Bücher , Rezis , Science Fiction

Lange Zeit habe Daredevil sehr geliebt. Schon als Back-Up Story im Spinne Heft in den späten 70ern und dann natürlich, auch als alter Miller Fan, kann ich nur der Tatsache festhalten, dass die Hefte #DD 158-181 nach wie vor einen der beeindruckensten Runs beinhalteten, die ich im Superhelden Bereich je gelesen habe. Kaum etwas ist so hängen geblieben wie Elektras Tod und die Story drumherum. Dann bin ich noch lange dabei geblieben und habe der Serie die Treue gehalten, bis dieses ewige Dämonengeschwartelgeschreibsel von Ann Nocenti mir so auf den S***, entschuldigung, Senkel gegangen ist, daß ich es aufgegeben habe. Dann kam Kevin Smith zu Beginn der Marvel Knights Ära, das war echt ganz gut, hat mich aber nicht dazu gebracht wieder dabei zu bleiben. Daraufhin sagten mir alle, der Bendis Run sei noch besser. Das hab ich aber auch noch an mir vorüber ziehen lassen. Und dann sagten alle, die Story vom Brubaker sei jetzt noch besser. Na gut, das hat als Anreiz endlich gereicht, denn Brubakers "Point Blank" und "Sleeper" waren grandios.
Obwohl die Westernhelden unserer mitteleuropäischen Kindheit eher Blueberry, Red Dust oder Jerry Spring hiessen, dürfte den Meisten der "Lone Ranger" geläufig sein. Zusammen mit "Tonto", seinem treuen indianischen Begleiter und getragen von "Silver", seinem edlen Schimmel, jagt er den Rio Grande, stets nach üblen Halunken Ausschau haltend, rauf und runter. Seine zorroeske Augenbinde und das rote Halstuch sind seit den 30er Jahren ebenso sein Markenzeichen, wie die Tatsache, dass unser Held durch und durch politisch korrekt handelt. Also niemanden, und sollte er noch so vor Boshaftigkeit triefen, tot schießt, sondern maximal verletzt, ausserdem nicht raucht und schon gar nicht trinkt. Pfui Teufel, was für ein Langweiler hallt es da durchs Land. Kein leichtes Unterfangen könnte man denken, diesem Burschen einen Zeitgemässen Neuanstrich zu verpassen. Aber, und das Aber ist hier wirklich ganz groß, Brett Matthews und sein Team lassen es richtig krachen. Ein knackig, dynamischer Zeichenstil führt uns ganz zurück zu den Ursprüngen und das heißt, zum Grund von LRs Maskerade und Rachefeldzug. Zwar ein wenig kantig mitunter, doch schön spannend erzählt und geschmückt mit einem ordentlich fiesen Chefbösewicht. Und wo LR nicht zu gewalttätig sein darf, haut eben Tonto rein. Ein toller Westerncomic, mit ordentlich Hintergrundinfos, Skizzen und Schnickschnack, sehr empfehlenswert.
Logan, ehemals bekannt als Wolverine, herrlich dargestellt als alter, grauer, zerfurchter, harter Mann – hat mich ein wenig an Eastwood in „Erbarmungslos“ erinnert, Absicht? – eben „Old Man Logan“. In einer kargen Gegend lebt er als Farmer mit Frau und Kind. Er hat seine Klauen seit 50 Jahren nicht mehr im typischen „Snikt“ herauspoppen lassen. Er beugt sich erpresserischen Mieteintreibern, die wie Hulkvarianten aussehen. Was war passiert? Wie kam es dazu? Ach, ich liebe solche Settings, wie es Mark Millar und Steve McNiven hier liefern und ich liebe allein schon den Titel. Wie schon in „Empire“ von Mark Waid vor einigen Jahren, haben die Bösen gewonnen. Sie haben sich zusammen getan und die meisten Helden getötet oder wie in Logans Fall ihren Widerstand gebrochen. Sie haben Nordamerika unter sich aufgeteilt. Ein Teil wird vom Hulk, ein Teil von Magneto, ein weiterer vom Kingpin beherrscht. Wer der grosse Obermacker ist, der President, wird noch nicht verraten.

Dies ist die tragische Geschichte des Bernard Sambre, der in einer Welt zwanghafter Konventionen und verlogener Moralvorstellungen lebt. Sein Vater, der alte Hugo Sambre, arbeitete bis zu seinem Freitod an dem Essay „Der Krieg der Augen“; er hatte die fixe Idee, dass niemand, der nicht braune oder schwarze Augen hat, den Herrensitz derer von Sambre betreten dürfe. Dies ist auch die Geschichte der verbotenen Liebe zwischen Bernard und Julie, der Wilddiebin mit den feuerroten Augen. Gemeinsam geraten sie in die Wirren der Pariser Februarrevolution 1848 und stehen auf den Barrikaden den Gewehrläufen der Nationalgarde gegen über…
begründet. Lange Zeit war dieses Meisterwerk vergriffen. Eine Neuauflage war schon lange Pflicht. Die beiden Fortsetzungen in beide Zeitrichtungen – Vorgeschichte und tatsächliche Fortsetzung , erzwingen dies natürlich zusätzlich. Ein Lob aber trotzdem an den Carlsen Verlag für die grandiose Aufmachung des Kern-Werkes und die dazu stimmige Umrahmung durch die neuen Bände.
In "Krieg der Sambres" nimmt sich Yslaire der Vorgeschichte der Ursprungsserie an. Er selbst schreibt die Szenarien, zeichnerisch umgesetzt werden sie von den aufstrebenden jungen Künstlern Jean Bastide und Vincent Mezil, die eine ebenso atemberaubende Grafik aufs Papier zaubern wie der Meister selbst.
Man muss Eckard Schott endlich auch mal für seine große Leistung im Comic Sektor beglückwünschen. Auch wenn es mal ein wenig länger dauert, so ist seine Auswahl an schönen Titeln doch herausragend. Dabei geht er einen ganz anderen Weg als Splitter. Er nimmt sich eher des klassischen franko-belgischen Erzählcomics an, scheut sich aber auch nicht vor Herausforderungen wie der Spirit Komplett Edition.
Und da ist das Beste einfach Yakari. Der Indianerjunge, der mit den Tieren sprechen kann. Die Geschichten drehen sich um Freundschaft, Werte, Leben in und mit der Natur und sind einfach tolle, spannende Abenteuer. Die Sprache und die Bilder sind einfach und klar, aber nicht simpel oder platt. Es ist wunderschön gezeichnetes Comic-Erzählen. Und es macht einem nicht nur mit 6 Jahren Spaß, sondern auch als größerer kann man sich noch herrlich damit unterhalten. Meine Tochter freut sich mit ihren 12 Jahren immer noch über jeden neuen Band.
Ich sage nur, dass ihr erst den Comic lesen solltet, bevor ihr den Film schaut. Ich denke, dass er mehr zu bieten hat, als es in einem Film umsetzbar ist, an Erzähltechnik auf mehreren Ebenen, Vielschichtigkeit, Eindringlichkeit. Der Film wird bestimmt kurzweilig, aber der Comic ist Comic in meisterhafter Form, weil er als Comic gedacht war und alle Register zieht, die im Comic auch erzähltechnisch unterstützend eingesetzt werden können.




Nein keine Angst, keine Remake des Klassikers mit Charles Bronson. Der Gerd legt nur zur Zeit die Datensätze für die neuen zu erwartenden Taschenbücher in unserer Datenbank an. Und wer glaubt, dass es bis jetzt schon viele Vampirromane gab, dann wartet mal auf das nächste Halbjahr. Und sie haben alle so einfallsreiche Titel, wie Blutspiel, Blutspur, Blutlinien, Blutrache, Blutwurst. Alle Titel kommen übrigens schon mehrfach vor, was beim Inhalt sicherlich auch der Fall ist. Die Spreu vom Weizen zu trennen ist hier echt schwer. Wir geben uns ja Mühe, aber wer will denn überhaupt so viele Vampirschinken lesen, um das zu schaffen.


Die Leben der einzelnen Protagonisten in „Ausgetrickst“ scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben. Der Rockstar, der schon Jahre nichts mehr schreiben konnte, das Mädchen, das seinen Vater sucht, die gerade sitzengelassene Bedienung im Schnellimbiss, der total frustrierte Sysop, der seine Medikamente absetzt, der nette Ehemann, der gar nicht ins Büro geht, wie seine Frau glaubt, sondern in einem Baseballkartenladen Autogramme fälscht. Ihre Geschichte wird langsam und subtil von Alex Robinson aufgerollt und nach und nach erfahren wir ein wenig mehr. Zunächst nur über das Schicksal eines jeden Einzelnen und immer nur gerade soviel, dass man nicht aufhören kann umzublättern. Wie spannend das „normale Leben“ doch sein kann. Meisterhaft fügt Robinson die Geschichten zusammen, dicht webt er sein Erzählgarn und entwickelt eine ungeheure Tiefe bei der Auslotung seiner Charaktere, die in einem grandiosen Höhepunkt aufeinander treffen.
das ist das, was er meisterlich beherrscht). Diese Truppe steht unter der Führung von Norman Osborne (sagt nicht, hä wer? Das ist der Grüne Kobold). Der ist voll mit Psychopharmaka, um seine Aggressionen zu kontrollieren. Könnt ihr euch vorstellen, was das für ein Potential für einen Autor ist, mit diesen Figuren eine Geschichte zu schreiben, voller Gewalt, Intrigen, Machtspiele, hammerharte Action, Biss, Humor, Abgründe. Keiner ist das, was er vorgibt zu sein, keiner tut das, was er tun soll, es sei denn er wird dazu gezwungen, jeder hat sein eigenes verborgenes Ziel. Außer Bullseye, der will nur töten, aber das sagte ich ja bereits. Das hat Herr Ellis, wie immer, klug, spannend, tiefgründig und auch noch humorvoll inszeniert. Düster gezeichnet von Mike Deodato, der immer schon gut war, aber jetzt erst immer besser vermag, sich auf eine bestimmte Story oder den Stil eines Autors einzustellen.



Das 22. Jahrhundert: Yiu, eine Auftragskillerin im Dienste des Klerus wird mit den gefährlichsten Missionen betraut. Von absoluter Gefühlskälte und hundertprozentiger Effizienz scheint der finanzielle Anreiz ihre einzige Motivation zu sein. Doch verbirgt sich hinter ihrer eiskalten und unerbittlichen Erscheinung ein tiefer Schmerz…
Rumo und die Wunder im Dunkeln
Gedankenhaie (The Raw Shark Texts)
Blumen für Algernon
Die Wand
Die Triffids
Ausgebrannt
Das gestohlene Kind
Die Maske der Verräter
Nocturna
Seide und Schwert