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Wir gehören dem Land

von am 15. Juli 2020 Kommentare deaktiviert für Wir gehören dem Land

Joe Sacco
Wir gehören dem Land
Aus dem Englischen von Christoph Schuler
Edition Moderne, Zürich 2020, 256 Seiten
ISBN: 978-3-03731-198-1

In seiner Comic-Reportage „Wir gehören dem Land“ widmet sich Joe Sacco der Vergangenheit, der Gegenwart und in gewisser Weise der Zukunft der Dene, der Indigenen im weiten, rauen Norden Kanadas jenseits des 60. Breitengrades. Sacco, der 1960 auf Malta geboren wurde und heute in den USA wohnt, zeigt die ursprüngliche Lebensweise der Dene im totalen Einklang mit der Natur, und wie der Einfluss der Weißen sie immer wieder verändert hat, ob der Pelzhandel in der Ära der Kolonien oder in jüngerer Vergangenheit das Bohren nach Öl sowie das Fracking nach Gas. Auch das brutale, staatlich sanktionierte Entreißen ihrer Kinder, die in christlichen Schulen ihrer Kultur und Identität beraubt wurden, wird durch Erinnerungen von Zeitzeugen eindringlich rekapituliert.

Sacco, ein ausgewiesener Könner des New Journalism á la Tom Wolfe oder Gay Talese im Comic und für seine Arbeit u. a. 2001 mit dem Eisner Award ausgezeichnet, setzt auf Recherche vor Ort und lebendige Berichterstattung in Panel-Form. Seine Schwarz-Weiß-Zeichnungen sind realistisch und detailreich, Szenen aus der Vergangenheit werden sogar zu regelrechten Collagen, schräg arrangierte Textkästen voller Infos bringen zusätzliche Dynamik. Bei den Gesichtern gleitet das Artwork manchmal etwas ins Cartoonhafte – am deutlichsten, wenn Sacco sich selbst bei einem Gespräch vor Ort abbildet.

„Wir gehören dem Land“ behandelt ein spezielles, lokales Thema, das allerdings mit der allgegenwärtigen Globalisierung zusammenhängt. Joe Sacco nähert sich den betroffenen Menschen, in diesem Fall einem ganzen Volk der kanadischen Ureinwohner, mit großer journalistischer Umsicht und dem richtigen Verhältnis aus Objektivität und Subjektivität.

Christian Endres

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Joe Sacco
Wir gehören dem Land
Aus dem Englischen von Christoph Schuler
Edition Moderne, Zürich 2020, 256 Seiten
ISBN: 978-3-03731-198-1

In seiner Comic-Reportage „Wir gehören dem Land“ widmet sich Joe Sacco der Vergangenheit, der Gegenwart und in gewisser Weise der Zukunft der Dene, der Indigenen im weiten, rauen Norden Kanadas jenseits des 60. Breitengrades. Sacco, der 1960 auf Malta geboren wurde und heute in den

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Heaven, My Home

von am 10. Juli 2020 Kommentare deaktiviert für Heaven, My Home

Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

Attica Locke
Heaven, My Home
Aus dem Amerikanischen von Susanna Mende
(Heaven, My Home, 2019)
Polar Verlag, Stuttgart 2020, 322 Seiten
ISBN 978-3-945133-91-0

Für ihren Roman „Bluebird, Bluebird“ erhielt Attica Locke 2018 den Edgar Award, den wichtigsten Preis der amerikanischen Krimiautorengemeinde, und den Ian Fleming Steel Dagger der britischen Crime-Kollegen, benannt nach dem Schöpfer von 007. In ihrem auf beiden Seiten des großen Teichs prämierten Buch stellte Locke, die als Drehbuchautorin an der TV-Serie „Empire“ mitarbeitete, den afroamerikanischen Texas Ranger Darren Mathews vor, in mehr als einer Hinsicht einen Mann zweier und zwischen zwei Welten. Denn Gesetz und Gerechtigkeit, das sind in den USA zwei paar Dinge, wie Darren trotz Stern genau weiß, während er einen alten Freund zu beschützen versucht und in einem rassistischen Nest einen Mord an einem schwarzen Reisenden aufklären soll.

„Heaven, My Home“, der zweite Roman über den zerrissenen Gesetzeshüter, setzt dann kurz vor Donald Trumps Amtseinführung ein, als der Rassismus in den USA einen erheblichen Wachstumsschub erfuhr. Das macht die Arbeit von Darren, dessen Ehe und Karriere nach seinen Entscheidungen im ersten Band am seidenen Faden hängen, nicht leichter. In einer Stadt im sumpfigen Osten von Texas, die eine schwarz-indianische Enklave, viel White Trash und Verbindungen zur Arischen Bruderschaft hat, hilft Darren bei der Suche nach einem verschwundenen weißen Jungen. Das Klima? Drückend und Heiß – Hass und Verdächtige auf allen Seiten, und auch das FBI will etwas beweisen, bevor Trumps Regierung vieles umwälzt.

Die 1974 geborene Locke vermischt die Vergangenheit des Bürgerkriegs und des Rassismus in Amerika mit der Gegenwart, von der wir ja wissen, wie explosiv sie unter dem twitternden Präsidenten wurde, wie sehr die Dinge eskalierten. Der Titel „Heaven, My Home“ paraphrasiert passenderweise einen alten Blues-Song, in dem es um Rassenhass, Standhaftigkeit und Aussichtslosigkeit geht. Locke siedelte ihren auf Englisch 2019 veröffentlichten, Anfang dieses Jahres auf Deutsche publizierten Roman bewusst unmittelbar vor Trumps Regentschaft an. Dieser Tage ist das Buch natürlich aktueller, prophetischer und wichtiger denn je. „Heaven, My Home“ war schon immer exzellent und bedeutungsvoll und jede Empfehlung wert – jetzt strahlt es schier vor beeindruckender, trauriger Voraussicht. Denn im Moment sehen wir täglich, wie übel das Klima in den USA wurde.

Osttexas ist seit Jahren das literarische Krimi-Hoheitsgebiet von Genre-Alleskönner Joe R. Lansdale. Aber spätestens mit ihrem zweiten Roman, der seinen Vorgänger noch einmal toppt, hat sich Attica Locke bereits ein ganzes Stück davon erobert. Wer die beiden bisher erschienenen Bände über ihren schwarzen Texas Ranger noch nicht kennt, kann gerade kaum bessere und schon gar nicht aktuellere und relevantere Krimi-Lektüre finden.

Christian Endres

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Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.
Attica Locke
Heaven, My Home
Aus dem Amerikanischen von Susanna Mende
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HeXen hexen

von am 29. Juni 2020 Kommentare deaktiviert für HeXen hexen

Roald Dahl & Pénélope Bagieu
HeXen hexen
Aus dem Französischen von Silv Bannenberg
Reprodukt, Berlin 2020, 304 Seiten
ISBN: 978-3-95640-225-8

Der walisische Autor Roald Dahl (1916–1990) schenkte uns Romane und Kinderbücher wie „Charlie und die Schokoladenfabrik“, „Der fantastische Mister Fox“, „Matilda“ oder „James und der Riesenpfirsich“ – denkwürdige Werke mit einem ganz besonderen, gerne mal schwarzem Humor, die nicht umsonst Filmemacher vom Kaliber eines Tim Burton oder Wes Anderson zu herrlich skurrilen Verfilmungen inspirierten. Dahls starke, makabre Kurzgeschichten oder sein Drehbuch zum James Bond-Film „Man lebt nur zweimal“ nicht zu vergessen.

Nun hat die 1982 in Frankreich geborene Comic-Künstlerin Pénélope Bagieu („Eine erlesene Leiche“, „Wie ein leeres Blatt“) Mr. Dahls Buch „Hexen hexen“, das ebenfalls schon verfilmt wurde, als Comic-Roman adaptiert. Bagieu interpretiert die Geschichte über den Kampf eines Jungen, seiner Oma und – neu – eines Mädchens gegen die fiesesten Hexen der Welt, indem sie einerseits auf die Zeitlosigkeit der Vorlage setzt, andererseits eigenständig interpretiert, lokalisiert, fokussiert und arrangiert. Ihr nie realistischer und nie klassischer, aber immer dynamischer und gefälliger Strich passt zur schwungvollen Story; die bunten Farben und der Humor liefern einen wirksamen Kontrast zur gelegentlichen Düsternis von Dahls modernem Märchen.

Pénélope Bagieus Adaption von „Hexen hexen“ präsentiert sich auf 300 Seiten im Hardcover als mustergültiger All-Age-Comic, den Erwachsene ebenso gern und vergnügt lesen wie Kinder. Verhext viel Comic-Spaß für alle.

Christian Endres

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Roald Dahl & Pénélope Bagieu
HeXen hexen
Aus dem Französischen von Silv Bannenberg
Reprodukt, Berlin 2020, 304 Seiten
ISBN: 978-3-95640-225-8

Der walisische Autor Roald Dahl (1916–1990) schenkte uns Romane und Kinderbücher wie „Charlie und die Schokoladenfabrik“, „Der fantastische Mister Fox“, „Matilda“ oder „James und der Riesenpfirsich“ – denkwürdige Werke mit einem ganz besonderen, gerne mal schwarzem Humor, die nicht umsonst Filmemacher vom Kaliber eines Tim Burton

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Der Wintertransfer

von am 25. Juni 2020 Kommentare deaktiviert für Der Wintertransfer

Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

Philip Kerr
Der Wintertransfer
Aus dem Englischen von Axel Merz
(January Window, 2014)
Tropen, Stuttgart 2017, 425 Seiten
ISBN 978-3-608-50340-1

Fußball-Geisterspiele und EM-Ausfall? Zum Glück gibt es Bücher …

Der schottische Autor Philip Kerr (1956–2018) verfasste über ein Dutzend historischer Krimis über den Detektiv Bernie Gunther, die vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin angesiedelt sind. Dazu kommen Science-Fiction-Romane wie „Das Wittgensteinprogramm“ und unter dem Pseudonym P. B. Kerr sogar die Fantasy-Serie „Die Kinder des Dschinn“. Zu seinen besten Büchern gehören außerdem die drei Fußball-Krimis über Ich-Erzähler Scott Manson, die auf Deutsch als „Der Wintertransfer“, „Die Hand Gottes“ und „Die falsche Neun“ erschienen sind.

Kerr, der ein begeisterter Anhänger von Arsenal London war, zeigt in seinen Romanen alle Gesichter des modernen Profifußballs – die Leidenschaft, den Zirkus, die Macho-Romantik, das schmutzige globalisierte Business, die philosophische Dimension. In den drei Bänden wirft der Schotte einen kenntnisreichen Blick auf den Platz und auf die Maschinerie hinter dem schönen Spiel mit der hässlichen Visage. In diesem Milieu ermittelt der deutsch-schottische, dunkelhäutige Ex-Profi, Ex-Knacki und Co-Trainer Scott Manson als Amateurdetektiv in brisanten Fällen im Umfeld der internationalen Spitzenvereine.

Philip Kerr liebte den Fußballkult und feiert bereitwillig seine schönsten Momente und mitreißendsten Aspekte – und verschloss dennoch nicht die Augen vor seinen Untiefen und Schattenseiten. Kein anderer Romancier hat so klug und packend über den gegenwärtigen Fußball geschrieben. Nicht nur Fußball-Fans bekommen mit der Scott Manson-Trilogie einen Krimi-Hattrick zum Zungeschnalzen geboten.

Christian Endres

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Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.
Philip Kerr
Der Wintertransfer
Aus dem Englischen von Axel Merz
(January Window, 2014)
Tropen,

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Conan der Cimmerier

von am 15. Juni 2020 1 Kommentar

Conan der Cimmerier (bisher 8 Bände)
Verschiedene Autoren u. Zeichner
Aus dem Französischen von Harald Sachse
Splitter, Bielefeld seit 2018, 64-80 Seiten pro Album

Seit einiger Zeit interpretieren zeitgenössische Comic-Künstler aus vor allem Frankreich und Belgien die originalen Conan-Prosageschichten von Robert E. Howard neu. Auf Deutsch erscheinen diese aktuellen Panel-Variationen der einflussreichen Klassiker der Sword-and-Sorcery-Fantasy bei Splitter im großen Hardcover-Album, wobei jeder Titel als Einzelband gelesen werden kann und mit einem fachkundigen Artikel im Anhang daherkommt. Das sind die bisherigen Highlights der Reihe „Conan der Cimmerier“, bei Crom!

Gleich im ersten Band „Die Königin der Schwarzen Küste“ inszenieren Jean-David Morvan („Sillage“) und Pierre Alary („SinBad“) Howards ultimativen Conan-Meilenstein von 1933 neu – bis heute eine der intensivsten, kraftvollsten und besten Storys des Conan-Mythos und des Genres. Die bittersüße Liebesgeschichte von Conan und der unabhängigen Piratin Bêlit – einer der wenigen starken Frauenfiguren der damaligen Fantasy-Ära – ist gekonnt komprimiert und obendrein herausragend, um nicht zu sagen aufsehenerregend frisch und eigensinnig visualisiert. Ein barbarenstarker Comic, der alte Haudegen begeistert und Neulesern alles gibt, was es für eine gute Conan-Ersterfahrung braucht.

Nachdem der Franzose Robin Recht bereits eine tolle Adaption von Michael Moorcocks Antihelden Elric (ebenfalls bei Splitter) mitverantwortete, wandte er sich Howards Conan zu. In seiner beeindruckenden Comic-Fassung der posthum erschienenen REH-Story „Ymirs Tochter“, einer der bekanntesten Conan-Erzählungen, jagt der Cimmerier in den Bergen der verführerischen Tochter eines göttlichen Riesen nach. Recht entfesselt in seinen imposanten Seitenlayouts und kunstvollen, wuchtigen Bildern den gesamten sexuellen Subtext der Vorlage. Seine Seiten muss man einfach gesehen haben. Neben einem weiteren kenntnisreichen Artikel über das Original rundet ein Vorwort von Altmeister Moorcock dieses Album perfekt ab.

Seien wir ehrlich: Conan-Comics sind ‚traditionell’ nicht gerade das Revier weiblicher Comic-Macher – Becky Cloonan war vor einigen Jahren die große Ausnahme. Nun tritt die französische Künstlerin Virginie Augustin („Alim der Gerber“) hervor. Sie setzt Howards „Schatten im Mondlicht“ optisch stark um – und findet eine zeitgemäße Balance, was die einerseits klassische, andererseits ironische Darstellung angeht. Etwa wenn Augustin nicht allein die Vorzüge der entflohenen Sklavin Olivia zeigt, sondern ebenso Muskelpaket Conan beim Baden ein paar erotische Einstellungen spendiert. Eine famose moderne Annäherung an den betagten Stoff und seine gelegentlich angestaubten Rollenbilder.

Aus den Katakomben“ stellt ein weiteres Glanzstück dar. Régis Hautiere („Aquablue – New Era“), Olivier Vatine („Die lebende Tote“) und Didier Cassegrain („Schwarze Seerosen“) adaptieren die ungebrochen faszinierende Story von 1936 in interessanten Bildern, erwecken REHs Erzählung über Conan und die Söldnerin Valeria zu pulsierendem Leben. Valeria war für damalige Verhältnisse eine weitere taffe Protagonistin, „Aus den Katakomben“ überdies eine Konzept-Geschichte, in der es Howard einmal mehr um den Niedergang der Hochkultur und die Überlegenheit der Barbarei ging. Hautiere, Vatine und Cassegrain wählen zudem ein Ende, das heutige Leserinnen nicht mit den Augen rollen lässt.

Das gerade erschienene achte Album bestreiten übrigens Szenarist Sylvain Runberg („Orbital“) und – ausnahmsweise – der koreanische Künstler Jae Kwang Park („Kiliwatch“) und sein japanischer Kollege Hiroyuki Ooshima (Zeichner des „Spirou“-Manga). Sie kleiden das von Howards Interesse für Orientabenteuer beeinflusste Conan-Abenteuer „Der schwarze Kreis“ in ein relativ schruftiges und für Conan eher ungewohntes Manhwa-Gewand.

Christian Endres

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Conan der Cimmerier (bisher 8 Bände)
Verschiedene Autoren u. Zeichner
Aus dem Französischen von Harald Sachse
Splitter, Bielefeld seit 2018, 64-80 Seiten pro Album

Seit einiger Zeit interpretieren zeitgenössische Comic-Künstler aus vor allem Frankreich und Belgien die originalen Conan-Prosageschichten von Robert E. Howard neu. Auf Deutsch erscheinen diese aktuellen Panel-Variationen der einflussreichen Klassiker der Sword-and-Sorcery-Fantasy bei Splitter im großen Hardcover-Album, wobei jeder Titel als

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Mord in Sunset Hall

von am 9. Juni 2020 Kommentare deaktiviert für Mord in Sunset Hall

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Leonie Swann
Mord in Sunset Hall
Goldmann, München 2020, 448 Seiten
ISBN 978-3-442-31556-7

Leonie Swann schrieb den international erfolgreichen Schafskrimi „Glennkill“, den nicht minder tierischen Krimi „Gray“ und den fantastischen Roman „Dunkelsprung“. Mit „Mord in Sunset Hall“ liegt nun das neueste Werk der Autorin vor, die 1975 in München geboren wurde und seit Langem in England lebt.

Sunset Hall ist eine unkonventionelle Seniorenwohngemeinschaft – im nahegelegenen Dorf werden die Bewohner abschätzig als alte Hippies bezeichnet. Zur Rentner-WG gehören Agnes, Edwina, Bernadette, Winston, Charlie, der Marshall, Wolfshund Brexit und Schildkröte Hettie. Zumindest die menschlichen WG-Mitglieder haben alle ihre Geheimnisse und Spleens. Zu allem Überfluss tauchen in ihrem Umfeld nun schnell hintereinander drei Leichen auf, und die Polizei ermittelt unter anderem in Sunset Hall. Aber Agnes, mit Hüftschaden, Gebiss und anderen Geschenken des Alters bedacht, geht den Dingen ebenfalls auf den Grund …

Leonie Swanns Roman wirkt am Anfang etwas hyperaktiv und wäre generell mit ein paar Ausrufezeichen weniger ausgekommen. Dessen ungeachtet ist „Mord in Sunset Hall“ jedoch ein sommerlich leicht wegzulesender, witziger und durchaus spannender Feelgood-Krimi gegen den Jugendwahn. John Nivens „Old School“ war allerdings cooler.

Christian Endres

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Leonie Swann
Mord in Sunset Hall
Goldmann, München 2020, 448 Seiten
ISBN 978-3-442-31556-7

Leonie

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Die Gewalt der Waffen

von am 4. Juni 2020 Kommentare deaktiviert für Die Gewalt der Waffen

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Marc Cameron
Die Gewalt der Waffen
Aus dem Amerikanischen von Robert Schekulin
(Open Carry, 2019)
Festa, Leipzig 2020, 427 Seiten
ISBN 978-3-86552-819-3

Der Festa Verlag steht seit Jahren für dunkle Fantastik und extremen Horror. Inzwischen erscheinen dort aber auch viele Krimis, Thriller und selbst erotische Romane. „Die Gewalt der Waffen“ ist so etwa ein Alaska-Krimi, in dem US-Autor Marc Cameron einen neuen Ermittler und Helden vorstellt: Arliss Cutter, einen Bär von einem Mann, der drei Ehen hinter sich hat, sich um die Familie seines verstorbenen Bruders kümmert, ein Marshal-Einsatzteam anführt und auf der Prince of Whales-Insel im Süden Alaskas mit brutalen Killern konfrontiert wird …

Marc Cameron arbeitete 30 Jahre lang in der Strafverfolgung und lebt heute selbst in Alaska. Seinem eigenen Anti-Terror-Helden Jericho Quinn schrieb er fast ein Dutzend Action-Thriller auf den Leib, zudem verfasste er mehrere Romane mit Tom Clancys in Film und Fernsehen adaptierten Heroen Jack Ryan. In seinem ersten „Cutter-Krimi“ lässt Cameron sich etwas viel Zeit, die Figuren in Position und die Dinge ins Rollen zu bringen. Dafür mag man Cutter als Protagonisten und als Typen mit jeder Seite mehr. Zumal Cameron, Cutter und das Alaska-Setting bei Krimi-Kenner und Lansdale-Übersetzer Robert Schekulin in guten Händen sind.

Der erste Fall reicht vom Drive her noch nicht, um etwa C. J. Box und seinem ermittelnden Naturburschen Joe Pickett Konkurrenz zu machen – doch „Die Gewalt der Waffen“ führt allemal einen serientauglichen Helden ein, dem man durchaus noch das eine oder andere Mal nach Alaska folgen würde.

Christian Endres

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Marc Cameron
Die Gewalt der Waffen
Aus dem Amerikanischen von Robert Schekulin
(Open

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Die Schrift des Windes – Yagyu Jubei

von am 1. Juni 2020 Kommentare deaktiviert für Die Schrift des Windes – Yagyu Jubei

Jiro Taniguchi & Kan Furuyama
Die Schrift des Windes – Yagyu Jubei
Aus dem Japanischen von Miyuki Tsuji
Carlsen, Hamburg 2020, 240 Seiten
ISBN: 978-3-551-76919-0

Für seine kontemplativen Werke um „Vertraute Fremde“, „Der spazierende Mann“ und „Gipfel der Götter“ wurde Manga-Meister Jiro Taniguchi (1947–2019) sogar vom deutschen Feuilleton gefeiert. Aber im Schaffen des japanischen Comic-Stars finden sich auch viele reißerische, pulpige und bisweilen trashige Werke. Die von ihm gezeichnete, von Kan Furuyama verfasste Samurai-Geschichte „Die Schrift des Windes – Yagyu Jubei“ aus dem Jahre 1992, die nun bei Carlsen erstmals auf Deutsch erscheint, liegt hier irgendwo in der Mitte. In erster Linie ist der Einzelband eine historisch authentische Story über Samurai, Ninja, Politik, Spionage, Loyalität und Intrigen im Jahr 1649, als der alte Kaiser und seine Verbündeten mit geheimen Dokumenten das Shogunat stürzen wollen.

Gute Charaktereinstellungen, schöne Landschaften und üppige, brutale Schwertkampf-Szenen: Taniguchi erfüllt die Erwartungen an sich sowie das Samurai-Genre vollauf. Zudem sieht man, dass er den großen Vorbildern um „Lone Wolf & Cub“ von Kazuo Koike und Gōseki Kojima genüsslich Tribut zollt. Abseits der starken Action fordert einen Furuyamas komplexe Geschichte manchmal ein bisschen zu sehr. Auch hätte die epische Dimension der Ereignisse vielleicht besser den Platz bekommen, den die Rahmenhandlung einnimmt. Trotzdem ist „Die Schrift des Windes – Yagyu Jubei“ ein guter Samurai-Comic. 2002 sollte sich Moebius-Bewunderer Taniguchi übrigens noch den Traum erfüllen, den Samurai-Western „Sky Hawk“ zu inszenieren.

Ansonsten macht einem der gelegentliche Overkill an Namen und Loyalitäten in „Die Schrift des Windes“ einmal mehr bewusst, mit welcher Meisterhaftigkeit und vor allem Leichtigkeit Stan Sakai im langlebigen Lieblingscomic „Usagi Yojmbo“ die Epoche der Samurai zum Leben erweckt. Gut, dass Usagis Abenteuer inzwischen im kleinen Dantes Verlag wieder ein festes Zuhause auf dem deutschen Markt gefunden haben. Also, wer auf Samurai-Stoffe steht, erst diesen neuen alten Taniguchi lesen, und dann dem Hasen-Ronin folgen ….

Christian Endres

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Jiro Taniguchi & Kan Furuyama
Die Schrift des Windes – Yagyu Jubei
Aus dem Japanischen von Miyuki Tsuji
Carlsen, Hamburg 2020, 240 Seiten
ISBN: 978-3-551-76919-0

Für seine kontemplativen Werke um „Vertraute Fremde“, „Der spazierende Mann“ und „Gipfel der Götter“ wurde Manga-Meister Jiro Taniguchi (1947–2019) sogar vom deutschen Feuilleton gefeiert. Aber im Schaffen des japanischen Comic-Stars finden sich auch viele reißerische, pulpige und bisweilen trashige Werke. Die

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Darktown

von am 30. Mai 2020 1 Kommentar

Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

Thomas Mullen
Darktown
Aus dem Amerikanischen von Berni Mayer
(Darktown, 2016)
DuMont Verlag, Köln 2019, 494 Seiten
ISBN: 978-3-8321-6504-8

Atlanta im US-Bundesstaat Georgia, ein Knotenpunkt der Südstaaten, war der Schauplatz einer entscheidenden Schlacht des amerikanischen Bürgerkriegs. Aber auch nach diesem hatten Schwarze in den USA wenig zu lachen. Noch zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs litten sie unter den Jim-Crow-Gesetzen, die eine Diskriminierung durch Weiße legitimierte und die z. B. auch Matt Ruff in seinem Roman „Lovecraft Country“ thematisierte, der demnächst als HBO-Fernsehserie aufschlägt.

1948 brauchte Atlantas Bürgermeister für seine Wiederwahl dringend die Stimmen der afroamerikanischen Gemeinde und versprach, nach seinem Sieg acht schwarze Polizisten zu ernennen. Genau diese wahre historische Begebenheit machte US-Autor Thomas Mullen 2016 zum Aufhänger seines Romans „Darktown“. In der packenden Geschichte sind Boggs, Smith und ihre Kollegen, die ihr schwarzes Viertel Darktown als Streifenpolizisten zu einem sichereren Ort machen wollen, Zielscheiben: für den Hass und die Schikane ihrer weißen Kollegen und Mitmenschen; und für die Skepsis, das Misstrauen und die Hoffnung ihrer Brüder und Nachbarn. Mullen zeigt die hässlichen Fratzen und komplizierten Gesichter des damaligen Rassismus, der in den USA eine erschreckend historische Qualität besitzt und in Trumpmerica heute trotz aller Fortschritte wieder erstarkt, was sich dieser Tage z. B. einmal mehr in unfassbarer, rassistisch motivierter Polizeigewalt mit Todesfolge äußerte und das Land in Aufruhr versetzt hat.

Mullens gute und böse, schwarze und weiße Protagonisten kommen in „Darktown“ unterdessen einer Verschwörung auf die Spur, die sie alle in Schwierigkeiten bringt. Der Roman, erst als Hardcover und inzwischen auch als Taschenbuch und Hörbuch erhältlich, ist ein überragender Cop-Krimi, ein außerordentlicher Südstaaten-Roman und ein starkes historisches Gesellschaftsportrait mit aktueller Relevanz bezüglich der ungeheuerlichen Geschichte und Gegenwart des Rassismus in den USA. Ein perfekter Krimi also. Die Fortsetzung „Weißes Feuer“, genauso stilsicher geschrieben und souverän komponiert, überzeugt ebenfalls als spannender Cop-Krimi und als wichtige Anatomiestunde der amerikanischen Seele. Band drei „Lange Nacht“ soll im Herbst erscheinen.

Christian Endres

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Thomas Mullen
Darktown
Aus dem Amerikanischen von Berni Mayer
(Darktown, 2016)
DuMont Verlag, Köln

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Geburt eines Galliers

von am 23. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Geburt eines Galliers

Catel Muller
Die Geschichte der Goscinnys. Geburt eines Galliers
Aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock
Carlsen, Hamburg 2020, 336 Seiten
ISBN: 978-3-551-76045-6

Für ihre Comic-Biografie „Die Geschichte der Goscinnys. Geburt eines Galliers“ hat die französische Comic-Künstlerin Catel Muller („Kiki de Montparnasse“) viele Interviews und Dokumente von Asterix’ Autorenvater René Goscinny (1926-1977) gesichtet und allerhand Gespräche mit dessen Tochter Anne geführt. Das alles destilliert Catel in einer klassischen Künstler-Biografie mit Ich-Erzähler Goscinny, in die auch einige Skizzen, Zeichnungen und Comics von Goscinny selbst eingebunden sind. Denn der versuchte sich zunächst als Autor und Zeichner, während er in New York sogar mit der Künstler-Gang um „MAD “-Gründer Harvey Kurtzman abhing. Zudem geht es um seine Kindheit in Argentinien, sein weiteres Leben, seine Karriere und – natürlich – um Goscinnys Liebe zu Humor und Comics, die von Laurel und Hardy sowie von Disney geweckt wurden. Der Zeitgeist des 20. Jahrhunderts und der internationalen Comic-Branche wird als Kontext stets berücksichtigt. Zwischendurch sind noch einige der Unterhaltungen abgebildet, die Catel mit Anne Goscinny führte, der obendrein Prolog und Epilog gehören. Asterix und Obelix beherrschen ungefähr 30 der rund 300 Seiten. Die Gallier stehlen ihrem Schöpfer also nie die Show. Genau so stellt man sich eine Comic-Biografie vor, beim Teutates!

Christian Endres

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Catel Muller
Die Geschichte der Goscinnys. Geburt eines Galliers
Aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock
Carlsen, Hamburg 2020, 336 Seiten
ISBN: 978-3-551-76045-6

Für ihre Comic-Biografie „Die Geschichte der Goscinnys. Geburt eines Galliers“ hat die französische Comic-Künstlerin Catel Muller („Kiki de Montparnasse“) viele Interviews und Dokumente von Asterix’ Autorenvater René Goscinny (1926-1977) gesichtet und allerhand Gespräche mit dessen Tochter Anne geführt. Das alles destilliert Catel in

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Rückkehr nach Duncan’s Creek

von am 20. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Rückkehr nach Duncan’s Creek

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Nicolas Zeimet
Rückkehr nach Duncan’s Creek
Aus dem Französischen von Ronald Voullié
(Retour a Duncan’ Creek, 2017)
Polar Verlag, Stuttgart 2020, 388 Seiten
ISBN 978-3-948392-00-0

Krimis aus Frankreich? Da ist man gedanklich gleich bei Manchette und den kühlen Gangster-Geschichten des Néo-Polar, dem harten modernen Großstadt-Polizeikrimi oder klassischen Ermittlern wie Malets Nestor Burma und Simenons Maigret. Der 1977 geborene Franzose Nicolas Zeimet wandelt in seinem Roman „Rückkehr nach Duncan’s Creek“ allerdings auf amerikanischen Noir-Pfaden – und ganz besonders in den Spuren von Bestsellerlistenkönig Stephen King. Dessen spannungsliterarisches Schaffen ist ebenso Teil des popkulturellen Bezugssystems von „Rückkehr nach Duncan’s Creek“ wie Star Wars, Freddie Krueger, die Goonies oder Richard Matheson.

In der Gegenwart fährt der glücklose Schriftsteller Jake aus San Francisco hunderte Meilen durch die Wüste von Nevada, seiner alten Heimatkleinstadt Duncan’s Creek entgegen. Rückblenden in die Vergangenheit der 80er enthüllen, was für brutale, dunkle Geheimnisse Jake und seine beiden besten Freunde Samantha und Ben nie losgelassen haben, sie bis heute verfolgen. Denn Sam wurde als Kind von ihrem Vater missbraucht, und ihre „Bande“ damals an einem alles verändernden Halloweenabend in das blutig endende Familiendrama hineingezogen. Daraufhin potenzieren sich Gewalt, Lügen und Geheimnisse, die viel zerstörten …

Nicolas Zeimet beschreibt einen äußerst hässlichen und drastischen Horror, der im familiären Alltag entsteht und völlig eskaliert. Sein in dieser Hinsicht greifbar finsterer Noir-Roman ist nie übernatürlich, immer mal richtig heftig – und trotz ein paar fragwürdiger stilistischer Entscheidungen hier und da der ideale Krimi für alle Fans von Stephen King. Dafür gab es in Frankreich 2018 den Prix-Dora-Suarez.

Christian Endres

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Nicolas Zeimet
Rückkehr nach Duncan’s Creek
Aus dem Französischen von Ronald Voullié
(Retour

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Wie man einen Bären kocht

von am 13. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Wie man einen Bären kocht

Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

Mikael Niemi
Wie man einen Bären kocht
Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt
(Koka björn, 2017)
btb, München 2020, 507 Seiten
ISBN 978-3-442-75800-5

„Wie man einen Bären kocht“ heißt das neueste Werk des schwedischen Autors Mikael Niemi, den man für seinen verfilmten Roman „Populärmusik aus Vittula“ kennen mag. Sein jüngstes Buch spielt 1852 in einem abgelegenen Dorf in Nordschweden. Eine junge Magd wird tot im Wald gefunden, als Schuldigen machen Landjäger und Gendarm einen Bären aus, der gejagt werden muss. Doch der protestantische Pfarrer Laestadius, ein Naturforscher und Pionier von Deduktion und Forensik, geht davon aus, dass man ihnen da einen Bären aufzubinden versucht und in Wahrheit ein Mensch der Mörder sein dürfte. Laestadius und sein von allen verachteter Zögling Jussi ermitteln – und ziehen sich den Zorn der Mächtigen in ihrer Gemeinschaft zu …

Manchmal kann der Titel täuschen: „Wie man einen Bären kocht“ ist keiner dieser witzig-schrägen schwedischen Romane, wie sie in den letzten Jahren neben den typischen Schwedenkrimis boomten. Schräg geht es in diesem historischen Krimi von Mikael Niemi dennoch des Öfteren zu, was sich auch sprachlich niederschlägt. Und obwohl einen nicht jedes Kapitel über den historisch verbrieften Priester und Detektiv sowie seinen armen Sidekick aus Lappland überzeugt, versteht Niemi es doch blendend, einen mit allen Sinnen in das ländliche nördliche Schweden zur Mitte des 19. Jahrhunderts zu holen, wo einiges im Argen lag und im Wandel war.

Christian Endres

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Mikael Niemi
Wie man einen Bären kocht
Aus dem Schwedischen von Christel

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Flucht

von am 6. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Flucht

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Benjamin Whitmer
Flucht
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer
(Escape, 2018)
Polar Verlag, Stuttgart 2020, 407 Seiten
ISBN 978-3-945133-93-4

Der Amerikaner Benjamin Whitmer schrieb die beiden bockstarken Country-Noir-Romane „Im Westen nichts“ und „Nach mir die Nacht“. Auch in seinem neuesten Werk „Flucht“ geht es wieder um Ausgestoßene und Gesetzlose, um Gewalten und Gewaltbereite – und um die Finsternis, die alle Menschen in gewissen Lebensräumen und Lebensumständen verbindet.

„Flucht“ setzt am Silvesterabend 1968 ein. Aus dem Gefängnis Old Lonesome, das vom skrupellosen Direktor Jugg kontrolliert wird und eine ganze Stadt unterhalb der Rocky Mountains vergiftet, türmen mehrere Häftlinge. Trotz eines üblen Schneesturms heften sich die brutalen Wärter, der von jedermann verachtete Fährtenleser des Knasts, die abseits lebende Cousine eines Ausbrechers und zwei vom Krieg versehrte Journalisten aus Denver an die Fersen der Flüchtigen. In Kälte und Schnee kommt es zu überraschenden, selten glimpflich oder unblutig ablaufenden Konfrontationen zwischen ihnen allen sowie der Bevölkerung im Umfeld des Gefängnisses. Denn die Häscher sind in einigen Fällen noch verkommener als die entflohenen Verbrecher …

Whitmers Roman, der einen in Ton und Stil an Jack Ketchum erinnert, wurde durch reale historische Ereignisse inspiriert – und dadurch, dass ein Freund des in Colorado lebenden Autors bei einem Konflikt mit der Polizei von einem Scharfschützen erschossen wurde. Nach der ersten Handvoll Seiten erwartet man es nicht, doch „Flucht“ ist sicher einer der fesselndsten Romane, die man dieses Jahr zu lesen bekommt. Besser kann man einerseits reißerischen und rohen, andererseits nihilistischen und zugleich tiefsinnigen Noir dieser Sorte kaum zu Papier bringen.

Christian Endres

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Benjamin Whitmer
Flucht
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer
(Escape, 2018)
Polar Verlag, Stuttgart

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American Dirt

von am 2. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für American Dirt

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Jeanine Cummins
American Dirt
Aus dem Englischen von Katharina Naumann
(American Dirt, 2020)
Rowohlt, Hamburg 2020, 557 Seiten
ISBN 978-3-499-27682-8

Jeanine Cummins wurde als Soldatenkind in Spanien geboren, wuchs in den USA auf, studierte in Irland und lebt heute in New York City. In ihrem Roman „American Dirt“ schildert sie, wie eine mexikanische Mutter und ihr achtjähriger Sohn vor den Killern eines Kartellbosses aus Acapulco fliehen – zu Fuß sowie auf Güterzügen, was auf den Gleisen und in der Wüste, diesem „Stück binationalem Dreck“ zwischen Mexiko und den USA, oft lebensbedrohlich ist. Damit erhitzte Cummins viele Gemüter. Sie wurde der kulturellen Aneignung beschuldigt, die Diskussionen und Anfeindungen so heftig, dass die Autorin aus Sorge um ihre Sicherheit sogar eine Lesereise absagen musste.

Schade, denn „American Dirt“ ist ein sehr ordentlicher und packender Roman über die Migration an der Grenze zwischen Süd- und Nordamerika, über den Weg dorthin und über die Macht und die Brutalität der Kartelle. Und schreiben Autoren nicht seit jeher genauso über Dinge, die sie kennen, wie über Menschen, Orte und Zeiten, in die sie sich hineinversetzen? Heißt es zum Teil nicht genau das, Autor zu sein? Das als Gedanke, ohne die Wichtigkeit von ethnischer und kultureller Vielfalt auf dem Buchmarkt kleinreden zu wollen oder sie aus den Augen zu verlieren. Außerdem hat Jeanine Cummins durchaus den einen oder anderen persönlichen Bezug zum Thema, wie sie im Nachwort von „American Dirt“ schreibt.

Aber das sollte man am Besten selbst lesen. Zusammen mit dem Roman, versteht sich. Also trotz der überzogenen Debatte ruhig der Empfehlung von z. B. Stephen King und Don Winslow folgen und den spannenden, aktuellen Roman lesen, der seinen Platz an der Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste eher verdient hat als die Kontroverse. Obwohl die den Verkaufszahlen vermutlich nicht geschadet haben dürfte …

Christian Endres

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Jeanine Cummins
American Dirt
Aus dem Englischen von Katharina Naumann
(American Dirt, 2020)
Rowohlt,

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Die stummen Wächter von Lockwood Manor

von am 25. April 2020 Kommentare deaktiviert für Die stummen Wächter von Lockwood Manor

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Jane Healey
Die stummen Wächter von Lockwood Manor
Aus dem Englischen von Susanne Keller
(The Animals of Lockwood Manor, 2020)
hanserblau, München 2020, 381 Seiten
ISBN 978-3-446-26600-1

Die Londoner Autorin Jane Healey wuchs in einem viktorianischen Bauernhaus auf, studierte kreatives Schreiben in New York und beschäftigte sich in ihrer Abschlussarbeit mit übersinnlichen Phänomenen in Charlotte Brontës Klassiker „Jane Eyre“ von 1847. Da scheint es nur passend, dass Healey in ihrem zweitem eigenen Roman „Die stummen Wächter von Lockwood Manor“ selbst auf historische und sogar auf Spukhaus-Atmosphäre setzt.

Um die Säugetiersammlung des British Museum im Zweiten Weltkrieg vor den Bombenangriffen der Deutschen zu schützen, werden die ausgestopften Tiere 1939 aus London evakuiert und auf ein altes Anwesen außerhalb der Stadt gebracht – Lockwood Manor. Die junge, unsichere Kuratorin Hetty findet schon bald heraus, dass das unheimliche alte Gemäuer und seine Bewohner – etwa der unfreundliche Major Lockwood oder dessen traumatisierte, jedoch äußerst reizende Tochter Lucy – ein paar ziemlich dunkle Geheimnisse beherbergen …

Jane Healey thematisiert in ihrem historischen Gesellschaftsroman vor allem das elitäre Klassendenken und den gnadenlosen Sexismus der damaligen Zeit. Den Ausnahmezustand des Krieges nutzt sie unterdessen, um von außen noch mehr Druck auf ihre Protagonistinnen aufzubauen, die im Inneren des Hauses eigentlich bereits genug Stress haben. Die Spannung kann mit dem schönen Schreibstil auf fast 400 Seiten zwar nicht durchgehend mithalten, ein ungewöhnlicher und allen in allem recht gelungener historischer Roman über die Ära des Zweiten Weltkriegs ist „Die stummen Wächter von Lockwood Manor“ aber dennoch.

Christian Endres

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Jane Healey
Die stummen Wächter von Lockwood Manor
Aus dem Englischen von

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Broken

von am 22. April 2020 Kommentare deaktiviert für Broken

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Don Winslow
Broken
Aus dem amerikanischen Englisch von Ulrike Wasel, Klaus Timmermann, Joannis Stefanidis, Peter Friedrich, Kerstin Fricke
(Broken, 2020)
Harper Collins Germany, Hamburg 2020, 512 Seiten
ISBN 978-3-95967-489-8

Ja, der amerikanische Krimi-Großmeister Don Winslow macht noch etwas anderes, als Präsident Trump auf Twitter in einem fort so heftig die Leviten zu lesen, dass man sich nicht wundern würde, sollte Winslow eines Tages in einem CIA-Geheimgefängnis verschwinden. Was er noch treibt, außer unermüdlich Donald Trumps Falschaussagen und Fehlentscheidungen auf Twitter zu bekämpfen? Nun, gerade erschien Don Winslows neues Buch „Broken“ auf Englisch, und parallel gleich schon in deutscher Übersetzung.

Der dicke Hardcover-Band versammelt sechs neue, längere Erzählungen von Winslow, die repräsentativ für sein Schaffen und Können stehen. Sogar Winslow-interne Crossover-Storys mit der surfenden und ermittelnden Dawn Patrol, dem alt gewordenen Draufgänger Neal Carey sowie den liebgewonnenen Dealer-Helden aus dem verfilmten Roman-Geniestreich „Savages – Zeit des Zorns“ und dessen Prequel „Kings of Cool“ gibt es. Fanservice pur! Und die Elmore-Leonard-Hommage mit dem Schimpansen, der aus dem Zoo ausbüxt und eine Knarre schwingt, ist einfach zum Niederknien lässig und gut gemacht. Spätestens da hat man die erste, etwas zu harte Story im Fahrwasser von „Corruption“ verziehen. Zum Schluss widmet sich Winslow – wie in seinem letzten finalen Keller/War on Drugs-Roman „Jahre des Jägers“ – den menschenverachtenden Zuständen an der mexikanisch-amerikanischen Grenze.

Niemand schreibt so coole, zackige und smarte Krimis wie Don Winslow. „Broken“ zeigt alle Facetten seiner Kunst und seines kalifornischen Krimi-Kosmos – und ist ein grandioses Winslow-Lesebuch für Fans, aber auch für Einsteiger.

Christian Endres

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Don Winslow
Broken
Aus dem amerikanischen Englisch von Ulrike Wasel, Klaus Timmermann,

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Speak up

von am 18. April 2020 Kommentare deaktiviert für Speak up

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Laura Steven
Speak up
Aus dem Englischen von Henriette Zeltner
Droemr, München 2020, 351 Seiten
ISBN 978-3-426-28233-5

Die achtzehnjährige Schülerin Izzy O’Neill liebt das Schreiben von Drehbüchern, ihre besten Freunde Ajita und Danny, Süßigkeiten, ihre fürsorglich-coole Großmutter Betty und ihren Dackel Dumbledore. Obwohl sie früh ihre Eltern verlor, wuchs Izzy zu einer lebensfrohen jungen Erwachsene heran, die obendrein auf Jungs und Sex steht. Und daraus dreht man ihr im Internetzeitalter der Rachepornos einen Strick. Denn Izzys Leben wird komplett erschüttert und sie ferner übel an den Pranger gestellt und von einem epischen Shitstorm heimgesucht, als ein Blog online geht, der Sexbilder und Nacktfotos von Izzy verbreitet. Da der Sohn eines konservativen Politikers involviert ist, gehen die Story und die Bilder sogar landesweit viral …

Laura Stevens Young-Adult-Novel-Debüt „Speak up“, im englischen Original 2018 als „The Exact Opposite of Okay“ erschienen und bereits um ein Sequel reicher, ist ein furioser, famoser Beitrag zur anhaltenden Auseinandersetzung mit Sexismus, Slut-Shaming und dergleichen mehr. An Izzy und ihre rotzige, witzige Erzählstimme [samt sympathischer Meta-Kommentare in eckigen Klammern!] verliert man schon auf den ersten paar Seiten sein Herz, und daran ändert sich unterwegs auch nichts mehr. Entsprechend empört, wütend und hilflos fühlt man sich angesichts der ultrasexistischen, ultraungerechten Scheiße, mit der sie aus allen Richtungen beworfen wird und die ihr so vieles kaputt macht.

Wie ein Buch über die 50 ugly Shades of Sexism von Heute aussehen muss? Genau so. Bissig, lustig, traurig, empörend, mitreißend, gewinnend, kritisch, berührend, klug und wichtig: „Speak up“ ist ein starkes feministisches Werk und darüber hinaus ein schnittiger Pageturner von einem Roman. Je mehr ihn lesen, desto besser.

Christian Endres

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Laura Steven
Speak up
Aus dem Englischen von Henriette Zeltner
Droemr, München 2020,

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Home Girl

von am 15. April 2020 Kommentare deaktiviert für Home Girl

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Alex Wheatle
Home Girl
Aus dem amerikanischen Englisch von Conny Lösch
Kunstmann, München 2020, 254 Seiten
ISBN 978-3-95614-355-7

Die ersten drei Jugendromane des britischen Autors Alex Wheatle waren alle in Crongton angesiedelt, einem fiktiven schwarzen Viertel voller Gangs und Gewalt, das englische, amerikanische und jamaikanische Einflüsse vereint. Wheatles neuer Roman „Home Girl“, gewohnt gut von Conny Lösch übersetzt, setzt nun in Ashburton ein, direkt neben Crongton.

Diesmal geht es nicht um britische Kids, die versuchen, in der Welt der Gangs und Problemfamilien klarzukommen, sondern um Pflegekinder, deren Welt mindestens genauso hart sein kann. Ich-Erzählerin Naomi ist vierzehn Jahre alt, hat aber bereits viel Mist gesehen und erlebt. Ihre vorlaute Klappe und ihr saftiges Gefluche dienen der aufsässigen Teenagerin als Rüstung – doch jede Panzerung kann durchdrungen werden. So, wie jede neue Unterbringung mit Skepsis und Paranoia betrachtet wird. Selbst die der Pflegefamilien, die es wirklich gut mit Naomi meinen …

Der 1963 in Brixton geborene, heute in London lebende Alex Wheatle, der vor Jahren eine Zeitlang im Gefängnis saß und hier die Liebe zur Literatur entdeckte, schreibt relativ harte und sprachlich ziemlich gepfefferte Jugendbücher für die Kids von heute, die schon wissen, wo der Hase lang läuft. Doch auch erwachsene Leser mögen Wheatles Direktheit und Sprache, ob in den coolen Crongton-Büchern oder nun im frechen „Home Girl“. In dessen Kapiteln behandelt Wheatle neben ungewöhnlichen Arten von Rassismus z. B. noch die umständliche, gelegentlich irrgeleitete Bürokratie der Jugendhilfe.

Alex Wheatle ist trotz seiner Qualitäten weit davon entfernt, hierzulande ein Bestsellerautor zu sein – umso löblicher und schöner, dass der Kunstmann Verlag weiter an ihm festhält.

Christian Endres

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Alex Wheatle
Home Girl
Aus dem amerikanischen Englisch von Conny Lösch
Kunstmann, München

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Power

von am 8. April 2020 Kommentare deaktiviert für Power

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Verena Güntner
Power
DuMont, Köln 2020, 254 Seiten
ISBN 978-3-8321-8369-1

„Power“, der zweite Roman der 1978 in Ulm geborenen, heute in Berlin lebenden Theaterschauspielerin und Schriftstellerin Verena Güntner („Es bringen“), beginnt wie eine typische Außenseitergeschichte.

Diese handelt zunächst vor allem von Kerze, dem andersartigsten, absonderlichsten und eigensinnigsten, aber auch stärksten und unabhängigsten Mädchen des Dorfes. Kerze glaubt Gespenster sehen zu können und folgt in all ihrem Tun einer zweifellos neurotischen, allerdings zugleich selbstsicheren Methodik. Insofern ist Kerze zwar wirklich eine unangepasste Außenseiterin, aber eben eine von der Sorte, die vor offensivem Selbstbewusstsein nur so strotzt.

Als der Terrier namens Power ihrer unsicheren älteren Nachbarin verschwindet, macht Kerze sich auf die Suche nach dem Hund. Mit Beginn der Sommerferien schließen sich ihr nach und nach alle Kinder des ohnehin schon ausblutenden Dorfes an, verschwinden im unheimlichen Wald und leben dort wochenlang wie ein verwildertes Hunderudel nach ihren eigenen Regeln und Ritualen. Die Erwachsenen können Kerze und die anderen nicht erreichen und halten lieber in ihrer Mitte nach einem Sündenbock für diese bizarre Wendung im vergifteten Alltag und Gefüge des Orts Ausschau.

Letztlich handelt diese märchenhaft surreale, düstere und bedrohliche Geschichte in erster Linie von Entfremdung und Eskalation: zwischen den Generationen, zwischen den Menschen allgemein. Oder wie es in „Power“ an einer Stelle heißt: ‚Die Realität ist echt ein krass unrealistisches Konstrukt’. Ein merkwürdiges, jedoch fesselndes, intensives und durchgehend stark formuliertes Büchlein – mit wunderbar vielen Ecken und Kanten für gerade mal 250 Seiten.

Christian Endres

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Verena Güntner
Power
DuMont, Köln 2020, 254 Seiten
ISBN 978-3-8321-8369-1
„Power“, der zweite Roman

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Late Show

von am 6. April 2020 Kommentare deaktiviert für Late Show

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Michael Connelly
Late Show
Renée Ballard – Ihr erster Fall
Aus dem amerikanischen Englisch von Sepp Leeb
(Late Show, 2017)
Kampa, Zürich 2020, 431 Seiten
ISBN 978-3-311-12503-7

Die „Bosch“-Romane von Veteran und Bestsellerautor Michael Connelly gehören zum Besten, was der US-Krimi zu bieten hat, und dasselbe gilt für die TV-Serie mit Titus Welliver in der Hauptrolle des Polizisten, den Connelly seit 1992 ermitteln lässt. Doch Connelly hat noch mehr Protagonisten geschaffen. Nach Bosch ist wohl der Anwalt Mickey Haller am bekanntesten, Boschs Halbbruder, den Matthew McConaughey in „Der Mandant“ spielte.

Im just von Kampa auf Deutsch veröffentlichen Roman „Late Show“ führt der 1956 geborene Connelly mit Renée Ballard nun eine neue Hauptfigur in sein Universum ein. Die junge hawaiianische Polizistin aus der Nachtschicht der Polizei von Los Angeles ist so unnachgiebig und unangepasst wie Bosch. Sie schläft wenig, und wenn, dann in einem Zelt am Strand, da sie momentan obdachlos ist. Ballard und Connelly haben im ersten Band beide immer einen Ball zu viel in der Luft, während es um die Jagd auf einen Mehrfachmörder sowie die Suche nach einem Gewalttäter geht, der eine Transgender-Prostituierte übel zugerichtet hat.

Trotzdem reichen Connelly-Routine und Bosch-Tugenden für ein überdurchschnittlich gutes, ebenso minutiöses wie spannendes Police Procedural. Noch nicht so stark wie Harry Bosch in Höchstform, doch man würde definitiv weitere Fälle von Detective Ballard lesen. Zumal im Original längst zwei Ballard/Bosch-Crossover erschienen sind.

Christian Endres

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Michael Connelly
Late Show
Renée Ballard – Ihr erster Fall
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Young God

von am 29. März 2020 1 Kommentar

Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und daher kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Krimi-Buchtipp zur Inspiration.

Katherine Faw
Young God
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer
(Young God, 2014)
Polar Verlag, Stuttgart 2020, 228 Seiten
ISBN 978-3-945133-95-8

Anfang 2020 startete der Stuttgarter Polar-Verlag, der ein wahres Paradies für Krimi-Liebhaber ist, neben seinem Hardcover-Programm eine neue Taschenbuch-Reihe, und gleich das erste dünne Büchlein hat es in sich.

In „Young God“ erzählt die 1983 geborene US-Autorin Katherine Faw von Nikki, einem heranwachsenden Mädchen in den Hügeln der Appalachen North Carolinas, wo Armut und Drogen den Alltag bestimmen. Nach dem Tod ihrer Mutter zieht Nikki in den Trailer ihres Vaters, eines Dealers und Zuhälters. Obwohl sie erst dreizehn Jahre alt ist, kommt Nikki gut in dieser rauen, zugedröhnten Welt zurecht und will schließlich selbst ein Stück vom Drogenkuchen.

Faw erzählt ihre radikale White-Trash-Milieustudie ohne Kompromisse. Beim Überarbeiten dampfte sie den Roman von 100.000 auf 20.000 Wörter ein, ließ sie nur noch das Nötigste für die Ausleuchtung der Szenen stehen. Manche Kapitel sind bloß zwei Seiten oder gar gerade mal anderthalb Zeilen lang – „Young God“ hat wirklich kein Gramm fett zu viel. Der Trick des Reduzierens funktioniert nicht immer, aber oft genug, um z. B. Larry Browns Kritiker-Darling „Fay“ über eine andere junge Opportunistin zu überholen.

Allerdings bleibt David Joys „Wo alle Lichter enden“, 2019 ebenfalls im Polar Verlag erschienen, das aktuelle Krimi-Meisterwerk über die Hinterwäldler der Appalachen, die Trump damals mit zum Wahlsieg verhalfen.

Christian Endres

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Katherine Faw
Young God
Aus dem Amerikanischen von Alf Mayer
(Young God, 2014)
Polar

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Clockwork Century-Universum

von am 13. Februar 2012 Kommentare deaktiviert für Clockwork Century-Universum

Um an das sagenhafte Gold unter der dicken Eiskruste Alaskas zu gelangen, schrieb Russland 1860 einen Erfinder-Wettbewerb aus. Also baute der geniale Tüftler Dr. Leveticus Blue aus Seattle den Boneshaker-Bohrer. Dumm nur, dass der Testlauf seines mechanischen Ungetüms den Stadtkern seiner Heimatstadt in ein Niemandsland verwandelt hat, voll mit Giftgas, Untoten und ein paar halbtoten Überlebenskünstlern, Luftschiff-Schmugglern und seltsamen Gestalten. Als Dr. Blues störrischer Sohn Zeke sich Jahre später ins Seuchengebiet jenseits der Fraßmauer begibt, um mehr über sein schweres Erbe und die Geheimnisse seiner Familie zu erfahren, folgt ihm seine beherzte Mutter natürlich auf dem Fuße – und schon haben wir den Plot von Cherie Priests »Boneshaker«. Die 1975 geborene Priest, die sich mit Southern-Gothic-Geistergeschichten einen Namen gemacht hat, bleibt dabei voll und ganz ihrer geografischen Linie treu: Während andernorts weiterhin meist das viktorianische London als Kulisse für Abenteuer mit Luftschiffen, allerhand anachronistischen Apparaten und alternativen Geschichtsverläufen dient, siedelt Priest ihre knackige Story in Seattle zum Ende des amerikanischen Bürgerkriegs an. Ob aus Steampunk damit automatisch Weird Western wird, sei vorerst einmal dahingestellt. Wen scheren angesichts der grandiosen Stimmung sowie der fabelhaften Dialoge im giftigen Gas und den düsteren Schutzräumen und Tunneln außerdem irgendwelche spitzfindigen Genre-Definitionen? Das im Original schon 2009 erschienene »Boneshaker«, das nicht umsonst für den Hugo Award nominiert und u. a. von Kelly Link, Warren Ellis und Mike Mignola in höchsten Tönen gelobt worden ist, schüttelt den hierzulande bereits wieder als gescheitert angesehenen Steampunk-Trend auch so noch mal bis auf die Knochen durch. Bleibt nur zu hoffen, dass die übrigen Romane aus Priests hoch interessantem Clockwork Century-Universum ebenfalls noch als dermaßen schön gestaltete Taschenbücher mit den prächtigen Covern von Jon Foster auf Deutsch erscheinen.

Boneshaker

Cherie Priest

Heyne 2012 € 8,99

Um an das sagenhafte Gold unter der dicken Eiskruste Alaskas zu gelangen, schrieb Russland 1860 einen Erfinder-Wettbewerb aus. Also baute der geniale Tüftler Dr. Leveticus Blue aus Seattle den Boneshaker-Bohrer. Dumm nur, dass der Testlauf seines mechanischen Ungetüms den Stadtkern seiner Heimatstadt in ein Niemandsland verwandelt hat, voll mit Giftgas, Untoten und ein paar halbtoten Überlebenskünstlern, Luftschiff-Schmugglern und seltsamen Gestalten.

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30 Jahre Hermkes Romanboutique

von am 8. Januar 2011 Kommentare deaktiviert für 30 Jahre Hermkes Romanboutique

Fantastisches Jubiläum zwischen Romanen und Comics

Ist es wirklich schon wieder 30 Jahre her, dass Hermke Eibach rauchend in seinem kleinen Laden im Frauenland stand und Abenteuer-Comics und Science-Fiction-Heftromane an begeisterte Leser jeden Alters verkaufte?

Ja, das ist es! Seit 30 Jahren geht man in Würzburg nun schon in die Romanboutique, auch wenn der Laden inzwischen an die nächste Generation und Gerd Eibach und Bernie Sterner übergegangen ist, mit »Hermke« jedoch nach wie vor als unverzichtbarer grauer Eminenz zwischen antiquarischen Büchern und Sammlerstücken. Noch heute gehen viele Stammkunden im Sprachgebrauch schlicht »zum Hermke« oder kaufen »beim Hermke« ihre fantastischen Schätze.

Wer sich im unterfränkischen Raum und der Region Würzburg für fantastische Bücher, Comics und Spiele begeistert, der geht in Hermkes Romanboutique im Frauenland. Trotz boomendem Online-Handel und Trend zum E-Book ist der bis unter die Decke mit Büchern gefüllte Laden mehr denn je der erste Anlaufpunkt für alle, die das Schmökern noch nicht verlernt und ihren Spieltrieb noch nicht verloren haben. Egal ob Donald Duck, Spider-Man, Batman, Nichtlustig, Perry Rhodan, Wolfgang Hohlbein, J. R. R. Tolkien oder Warhammer – im Laden gibt es neben guten Gesprächen und fachkundiger Beratung alles, was das Fantastenherz begehrt: Neue deutsche Bücher und Comics. US-Comics und -Sammelbände. Spiele und Zubehör. Und natürlich immer etwas Neues zu entdecken.

Außerdem erfüllt Hermkes Romanboutique längst noch einen anderen Zweck, ist der Laden doch eine beliebte Anlaufstelle und ein regelrechtes Sammelbecken für die vielen Fantastik-Schaffenden in und aus der Region Würzburg. Autoren, Comic-Künstler, Spiele-Erfinder, Magazin-Redakteure – sie alle treffen sich regelmäßig im Laden, tauschen sich privat aus und fachsimpeln natürlich auch über Trends, Neuerscheinungen und Entwicklungen.

Dabei fällt schnell auf: Die Szene ist allein in Würzburg reicher an talentierten Menschen, als man vermutet.

Da wäre etwa der Würzburger Maler Volkan Baga, dessen realistische, aber dennoch stets der Phantastik verpflichteten Ölgemälde nicht nur Buchcover bei großen Verlagen schmücken, sondern auch auf vielen Karten des international erfolgreichen Sammelkartenspiels „Magic – The Gathering“ Verwendung finden, während er als gern gesehener Gast in Japan, den USA und Europa Veranstaltungen besucht.

Oder Christian Krank, der mit einem völlig eigenen Stil nicht nur Comics schreibt und zeichnet oder Platten- und Buchcover gestaltet, sondern auch als Kolorist für diverse große amerikanische Verlage arbeitet und u. a. „Tank Girl“ koloriert.

Christian Endres schreibt nicht nur für diverse Zeitungen und Magazine oder betreut als Redakteur die deutschen Comic-Ausgaben von z. B. „Spider-Man“, „Conan“ und „Hellboy“, sondern hat inzwischen auch zwei Mal den Deutschen Phantastik Preis gewonnen, zuletzt für seine Storysammlung „Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“.

Auch Markus K. Korb ist ein mit dem Deutschen Phantastik Preis prämierter Autor aus der Region und versteht sich als Autor von Kurzgeschichten, aber auch als Herausgeber ganz in der Tradition von Horror-Altmeistern wie H. P. Lovecraft und Edgar Allan Poe.

Die Würzburger Spieleschmiede Dausend Dode Drolle um Carsten Grebe hat sich indes mit Spielen wie „Campanile“ oder „Habemus Papam“ überregional längst einen Namen gemacht und feiert auf der Spielemesse in Essen Jahr für Jahr große Erfolge mit den neu vorgestellten Brett- oder Kartenspielen.

Klaus Bollhöfener, hauptberuflich Marketingleiter für Heftroman-Ikone „Perry Rhodan“, gibt seit 10 Jahren das renommierte Genre-Fachmagazin „phantastisch!“ heraus, für das auch viele Autoren aus Würzburg und Umgebung als Redakteure, Übersetzer und Rezensenten tätig sind.

Dabei ist das nur die Spitze des Eisbergs – semiprofessionell und professionell beschäftigen sich noch wesentlich mehr Fantastikbegeisterte aus dem Würzburger Raum mit ihren Lieblingsgenre in seinen unterschiedlichsten Formen, egal ob als Redakteure, Autoren oder Blogger.

Und sie alle zieht es auch immer wieder »zum Hermke«.

Am Samstag dem 15. Januar 2011 steigt nun die große Sause zum 30-jährigen Bestehen von Hermkes Romanboutique, mit vielen der eben genannten Szene-Helden und Künstlern aus der Region, die natürlich fleißig zeichnen und signieren werden.

Als Star-Gast hat sich Tommy Krappweis angekündigt. Der Entertainer, bekannt aus diversen TV Shows („Disney TV“, „RTL Samstag Nacht“, „Bernd das Brot“) ist diesmal in seiner „Rolle“ als Fantasyautor geladen. Tommy wird aus seinem Werk „Mara und der Feuerbringer“ (Zwei Bände erschienen im Egmont Schneider Verlag) lesen und die Zuhörer mit witzigen Anekdoten und flotten Geschichten unterhalten.

Fantastisches Jubiläum zwischen Romanen und Comics
Ist es wirklich schon wieder 30 Jahre her, dass Hermke Eibach rauchend in seinem kleinen Laden im Frauenland stand und Abenteuer-Comics und Science-Fiction-Heftromane an begeisterte Leser jeden Alters verkaufte?
Ja, das ist es! Seit 30 Jahren geht man in Würzburg nun schon in die Romanboutique, auch wenn der Laden inzwischen an die nächste Generation und Gerd

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Wem kannst du noch trauen?

von am 6. April 2009 1 Kommentar

Das ist derzeit die Kardinalsfrage für Spider-Man, Luke Cage, Iron Man, Ms. Marvel und die übrigen Superhelden des zeitgenössischen, hochpolitisierten Marvel Universums, das sich in den letzten Monaten und Jahren stark gewandelt hat. Nach dem verheerenden Bürgerkrieg und dem Registriergesetz für Superwesen, dem Tod der Helden-Ikone Captain America, dem Teufelspakt bei Spidey und dem Weltenkrieg gegen den Hulk steht bereits das nächste von langer Hand geplante, alles verändernde Großereignis an, das nun auch die deutschen Serien bei Panini erreicht hat: Die Secret Invasion.

Die außerirdisch-gestaltwandlerischen Skrulls stehen wieder einmal bereit, die Erde zu erobern. Dazu haben sie diesmal die Reihen der Erden-Superhelden infiltriert, sodass allgegenwärtig die große Vertrauensfrage vorherrscht. Wem kann man noch trauen? Wer könnte ein Skrull sein? Autor Brian Michael Bendis, der seit Jahren die Geschicke bei Marvel fest in der Hand hält und maßgeblich lenkt, hat seit mehr als vier Jahren im Hintergrund auf diesen Comic-Event hingearbeitet. Insbesondere in seiner Spider-Man und die Neuen Rächer-Heftserie ließ er immer mal einen Hinweis fallen. Und schon nach dem ersten Heft der Hauptserie zur geheimen Invasion wird klar, dass die Geschehnisse der Secret Invasion vieles in Gang setzen und in Frage stellen – und sei es nur das kritische Hiinterfragen der letzten aufrüttelnden, umwälzerischen Ereignisse in der Marvel-Kontinuität der letzten Jahre. Wo könnten die Skrulls ihre grünen Finger noch im Spiel gehabt haben?

Wie bei seinen Rächern, steht Bendis auch in der Secret Invasion-Miniserie Zeichner Leinil Yu zur Seite. Dieser hat sich wie das MU selbst ganz schön markant entwickelt über die Jahre und ist qualitativ stark vom Inker abhängig – als stets pünktlich lieferndem Mengenzeichner verzeiht man ihm aber auch mal ein etwas verunglückte Mimik oder Pose, zumal er zum Auftakt der SI wesentlich stärker wirkt als zuletzt auf den Seiten von Bendis’ Neuen Rächern.

Wie Iron Man Tony Stark richtig sagt: Dies ist der Anfang. Das Misstrauen ist gesät. Die Gefahr steht nicht bloß vor der Tür, sie macht es sich bereits in der Diele gemütlich und läuft auf das Wohnzimmer zu, ohne dass sie jemand erkennt. Die Secret Invasion, auf die so vieles hingedeutet hat, ist also in vollem Gange, wie auch unsere legalen und illegalen Rächer-Teams feststellen müssen, als man nicht nur einander im saurier- und nun auch skrullverseuchten Wilden Land begegnet, wo die ursprünglichen Neuen Rächer ja seinerzeit sogar ihren ersten Einsatz hatten…

Auch wenn es dem Marvel Universum zweifellos gut täte, einmal ein Jahr ohne Mega-Crossover und Riesen-Event mit Dutzenden Tie-Ins und Haupt- und Nebenserien und fundamentalen Neuerungen auszukommen – spannend ist das hier schon. Vor allem natürlich die nagende Frage, wer sich am Ende alles als grüner Gestaltwandler entpuppen wird.

Um es einmal wie Denis Schecks Worten zu sagen: Sie sind sattelfest in der aktuellen Marvel-Welt? Dann vertrauen Sie mir, ich weiß was ich tue, und geben Sie der Secret Invasion eine Chance.

Das ist derzeit die Kardinalsfrage für Spider-Man, Luke Cage, Iron Man, Ms. Marvel und die übrigen Superhelden des zeitgenössischen, hochpolitisierten Marvel Universums, das sich in den letzten Monaten und Jahren stark gewandelt hat. Nach dem verheerenden Bürgerkrieg und dem Registriergesetz für Superwesen, dem Tod der Helden-Ikone Captain America, dem Teufelspakt bei Spidey und dem Weltenkrieg gegen den Hulk steht bereits

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