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    Rezensionen sind Artikel zu einzelnen Werken oder Produkten. Für kurze Empfehlungen, Topps oder Flops gibt es die Kategorie "Tipps"

    Infinitum

    von am 14. Oktober 2020 Kommentare deaktiviert für Infinitum

    Christopher Paolini
    INFINITUM – DIE EWIGKEIT DER STERNE. Roman.
    Aus dem amerikanischen Englisch von Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer und Katharina Naumann
    (TO SLEEP IN A SEA OF STARS / 2020)
    München, Knaur, 2020, 960 Seiten
    ISBN 978-3-426-22736-7 / 24,00 Euro
    Hardcover

    Gleich vier Übersetzer*innen benötigte es, damit das neue Buch von Bestseller-Autor Christopher Paolini rechtzeitig zur weltweit gleichzeitig erfolgenden Veröffentlichung am 15. September 2020 fertig war. Natürlich kann man von einem Autor wie Paolini, der viele tausend Seiten mit der Geschichte eines Jungen und seines Drachen gefüllt hat, nicht erwarten, dass er einen „kurzen“ Science-Fiction-Roman schreibt. Also sind zumindest die 960 Seiten Umfang von INFINITUM – DIE EWIGKEIT DER STERNE keine Überraschung. Ganz anders sieht es da schon damit aus, dass der Roman wohl als Einzelband konzipiert ist – und natürlich auch damit, dass Paolini das ihm eigentlich „fremde“ Genre der Space Opera bedient. Obwohl, „große Oper“ war sein ERAGON-Zyklus ja auch.
    In INFINITUM, dessen Originaltitel TO SLEEP IN A SEA OF STARS den Verlagsverantwortlichen wohl zu viel verraten hätte (oder auf Deutsch zu kitschig gewesen wäre), erzählt Paolini die Entwicklungsgeschichte einer jungen Frau namens Kira, die bei der Erforschung eines neuentdeckten Planeten auf ein Alien-Artefakt stößt. Und das, nachdem die Menschheit jahrhundertelang in den Kosmos vorgestoßen ist, ohne je anderes Leben zu finden. Damit ist das exotische Umfeld abgesteckt, in dem die nachfolgenden, dramatischen Ereignisse von unserer Heldin und ihren Freunden alles abfordern, was eine spannende Geschichte ausmacht …
    Das aufwändig mit Illustrationen und Lesebändchen gestaltete Hardcover enthält nicht nur Kartenmaterial und ein Glossar, sondern auch ein mehrseitiges Nachwort des Autors, in dem er erzählt, warum er fast zehn Jahre für die Niederschrift dieses Buches benötigte. Und er legt ein paar „Brotkrumen“ aus, die Lust auf einen nochmaligen Lesedurchgang machen.

    Horst Illmer
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    Infinitum
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    Christopher Paolini
    INFINITUM – DIE EWIGKEIT DER STERNE. Roman.
    Aus dem amerikanischen Englisch von Barbara Häusler, Anke Kreutzer, Eberhard Kreutzer und Katharina Naumann
    (TO SLEEP IN A SEA OF STARS / 2020)
    München, Knaur, 2020, 960 Seiten
    ISBN 978-3-426-22736-7 / 24,00 Euro
    Hardcover

    Gleich vier Übersetzer*innen benötigte es, damit das neue Buch von Bestseller-Autor Christopher Paolini rechtzeitig zur weltweit gleichzeitig erfolgenden Veröffentlichung am 15. September weiterlesen…

    XES

    von am 12. Oktober 2020 Kommentare deaktiviert für XES

    Florian Winter
    XES
    Avant-Verlag, Berlin 2020, 360 Seiten
    ISBN: 978-3-96445-030-2

    Der Titel von Florian Winters Graphic Novel „XES“ spielt wie eine anrüchige Leuchtreklame mit den Themen, um die es im Band geht: Sex und Exzess. Aber nicht Promis wie Charlie Sheen oder David Duchovny stehen im Mittelpunkt, sondern ein ganz normaler Typ: Florian, der Protagonist von „XES“, ist seit seiner Jugend süchtig nach Sex und Pornografie. Selbst vom Arbeitsplatz aus surft er auf Pornoseiten, so, wie er trotz fester Beziehung und Familie ins Bordell geht – Florian stillt seine Sucht, wo immer er kann. Aber schließlich besucht er eine Selbsthilfegruppe und versucht, seine Suchtprobleme durch das altbekannte Zwölf-Schritte-Programm in den Griff zu bekommen.

    „XES“ stellt als Erfahrungsbericht die Sexsucht im Alltag ganz ohne Effekthascherei dar. Deshalb ist die Inszenierung aber keineswegs bieder, ganz im Gegenteil: Die mehr als 300 Seiten sind mit wenigen großen Panels und reichlich Splashpages in einem starken, plakativem Stil und einem webcomic-artigem Rhythmus umgesetzt – und warten immer wieder mit formalen Überraschungen und visuellen Knallern auf; auch Farbe wird als erzählerisches Mittel sehr intelligent und wirksam eingesetzt. „XES“ zieht in einem fort alle möglichen zeichnerischen sowie gestalterischen Register. Das sorgt für Lockerung und unterstützt den individuellen Flow und Sog der Geschichte, die sich nicht zuletzt ein Stück weit als Ratgeber versteht, egal um welche Sucht es geht.

    Florian Winter legt mit „XES“ einen außergewöhnlichen, nicht nur künstlerisch und grafisch bemerkenswerten Comic über das Thema Sucht und das vermeintliche Tabuthema Sexsucht vor, den man in dieser knalligen und innovativen Form auf Anhieb so nicht erwartet.

    Christian Endres

    @MisterEndres auf Twitter folgen

    Florian Winter
    XES
    Avant-Verlag, Berlin 2020, 360 Seiten
    ISBN: 978-3-96445-030-2

    Der Titel von Florian Winters Graphic Novel „XES“ spielt wie eine anrüchige Leuchtreklame mit den Themen, um die es im Band geht: Sex und Exzess. Aber nicht Promis wie Charlie Sheen oder David Duchovny stehen im Mittelpunkt, sondern ein ganz normaler Typ: Florian, der Protagonist von „XES“, ist seit seiner Jugend süchtig weiterlesen…

    Olympos

    von am 6. Oktober 2020 Kommentare deaktiviert für Olympos

    Dan Simmons
    OLYMPOS. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
    (OLYMPOS / 2005)
    München, Heyne, 2020, 1040 S.
    ISBN 978-3-453-32048-2 / 16,99 Euro

    Singe uns, o Musensohn, die Abenteuer von Achilles, Helena, Hektor, Odysseus – und von Dr. phil. Thomas Hockenberry.
    Im zwei Jahre nach ILIUM erstveröffentlichten OLYMPOS führt Dan Simmons seinen wahrhaft epischen Entwurf einer alternativen Geschichte fort. Nahtlos schließt er an die Ereignisse an, die sich nach dem schicksalhaften Eingreifen des „Scholikers“ Hockenberry in den Ablauf der „Original“-ILIAS-Handlung entwickelten.
    Simmons zerfasert zuerst den Ablauf der Erzählung noch mehr, eröffnet weitere „Nebenkriegsschauplätze“ und führt sogar noch eine neue Hauptperson ein, bevor er, immerhin dreihundert Seiten vor dem Ende des Buches, beginnt, die Fäden wieder aufzunehmen und zu verknüpfen. Mag es auch beim Lesen manchmal zu ernsten Zweifeln kommen – schlussendlich schafft es der Autor doch, ein überzeugendes und begeisterndes Gesamtbild zu wirken.
    Die antiken Götter- und Heldensagen bildeten seit jeher einen Fundus, aus dem sich die Geschichtenerzähler aller folgenden Epochen gerne bedienten, allerdings nur wenige mit einer ähnlichen Meisterschaft wie Dan Simmons.
    ILIUM und OLYMPOS bilden zusammen einen fast zweitausend Seiten umfassenden Roman, der durchgängig spannend bleibt, farbenfroh, humorvoll und stilsicher zu unterhalten weiß, und mit einer einmaligen Lektüre noch lange nicht ausgeschöpft ist. Wer Lust dazu hat, kann bei weiteren Durchgängen zum Beispiel den vielen offenen und verborgenen Zitaten aus der Weltliteratur nachspüren, die Parallelen zwischen Homer, James Joyce und Dan Simmons untersuchen, sich mit dem Unterschied zwischen „Scholastiker“ und „Verfasser von Scholien“ beschäftigen, oder die Plausibilität der wissenschaftlichen Erklärungen der Quantenteleportation erforschen.
    Aber einmal Lesen macht auch schon froh.

    Horst Illmer
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    Olympos
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    Dan Simmons
    OLYMPOS. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
    (OLYMPOS / 2005)
    München, Heyne, 2020, 1040 S.
    ISBN 978-3-453-32048-2 / 16,99 Euro

    Singe uns, o Musensohn, die Abenteuer von Achilles, Helena, Hektor, Odysseus – und von Dr. phil. Thomas Hockenberry.
    Im zwei Jahre nach ILIUM erstveröffentlichten OLYMPOS führt Dan Simmons seinen wahrhaft epischen Entwurf einer alternativen Geschichte fort. Nahtlos schließt er an die Ereignisse weiterlesen…

    Ilium

    von am 5. Oktober 2020 Kommentare deaktiviert für Ilium

    Dan Simmons
    ILIUM. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
    (ILIUM / 2003)
    München, Heyne, 2019, 880 S.
    ISBN 978-3-453-32047-5 / 16,99 Euro

    Wer sich einmal mit dem Werk von Dan Simmons beschäftigt hat, weiß, dass der Amerikaner ein Faible für die europäische, vor allem die englische, Literatur hat. Schon in seinem meisterhaften HYPERION/ENDYMION-Zyklus waren neben dem allgegenwärtigen Dichter John Keats weitere literarische Bezüge eingewoben. Dieses Stilelement hat er in ILIUM in den Mittelpunkt gerückt.
    Das Buch beginnt mehr als tausend Jahre vor unserer Zeitrechnung auf der großen Ebene vor der Stadt Ilium, die uns Heutigen besser als Troja bekannt ist. Die Geschichte setzt ein im neunten Jahr der Stadtbelagerung durch das Griechenheer. Sie beginnt mit den blutigen Kämpfen der edlen Helden und den willkürlich scheinenden Eingriffen der Götter – ganz so wie Homer uns dies in seinem großen Buch erzählt.
    Ganz so?
    Nein! NEIN!
    Denn diese Geschichte erzählt uns Professor Thomas Hockenberry, der im 20. Jahrhundert (christlicher Zeitrechnung) als Historiker an der University of Indiana lehrte und dort auch verstarb. Die Götter selbst haben Hockenberry nach Jahrtausenden wiederbelebt, zu sich auf den Mars geholt, wo sie auf dem Olympos-Vulkan ihr Domizil errichtet haben. Von dort aus senden sie ihn als Beobachter und Berichterstatter zurück auf die antiken Schlachtfelder, wo er eventuelle Abweichungen vom homerischen Epos registrieren soll – aber das ist nur eine der kleineren Überraschungen, die uns der Autor bereitet.
    Simmons wirbelt auf den folgenden fast 900 Seiten so viel historischen und literarischen Staub auf, dass man als Leser oftmals glaubt, an seinen Grenzen angelangt zu sein. Doch dann bläst immer wieder ein frischer, erzähltaktisch glänzend platzierter Wind diesen Staub von unserer Wahrnehmung und fügt einige der losen Enden zu einem neuen, spannenden Faden zusammen. Diesen Fäden folgt man, gefesselt an das Weberschiffchen des großen Erzählers,
    fast willenlos von einem Knoten zum nächsten, wechselt dort auf einen neuen Strang, gewinnt Erkenntnisse, die das Muster langsam deutlicher werden lassen – und sitzt am Ende vor einem grandiosen Panaroma-Teppich der phantastischen Literatur.
    Die verwendeten Garne wurden in den Werkstätten von Shakespeare & Co. hergestellt, gefärbt von den Wells-Werken und in der Zeit verloren und wiedergefunden von Proust & Swann. Den Rahmen lieferten die großen Wissenschaftler und Erzähler der Moderne, die Spannung übernahmen die Mythenschöpfer der Antike und über allem wacht der musengeküsste Geist eines literarischen Meisterwebers.
    Ganz zum Schluss, wenn man wieder ein wenig zu Atem gekommen ist, wenn man sich langsam aus diesem herrlichen Werk löst, erkennt man, in welche Falle der Autor Simmons seine Leserschaft gelockt hat. Es geht uns ähnlich wie Hockenberry, der auf der letzten Seite mit einem Kollegen fachsimpelt:

    „Wir wussten immer was als Nächstes passieren würde. Welcher Mensch oder Gott was tun würde.“
    „Ja, ich weiß.“
    „Wissen Sie, was in Ihrer neuen Welt als Nächstes passiert?“
    „Keine Ahnung. Aber es wird verdammt interessant sein, es herauszufinden.“

    Horst Illmer
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    Ilium
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    Dan Simmons
    ILIUM. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Robert
    (ILIUM / 2003)
    München, Heyne, 2019, 880 S.
    ISBN 978-3-453-32047-5 / 16,99 Euro

    Wer sich einmal mit dem Werk von Dan Simmons beschäftigt hat, weiß, dass der Amerikaner ein Faible für die europäische, vor allem die englische, Literatur hat. Schon in seinem meisterhaften HYPERION/ENDYMION-Zyklus waren neben dem allgegenwärtigen Dichter John Keats weitere literarische Bezüge weiterlesen…

    20th Century Boys

    von am 30. September 2020 Kommentare deaktiviert für 20th Century Boys

    Naoki Urasawa
    20th Century Boys: Ultimative Edition Band 1
    Übersetzung: Josef Shanel, Matthias Wissnet
    Panini Verlags GmbH September 2018 – 420 Seiten
    ISBN 9783741608780 / 19,00 Euro

    „20th Century Boys“ ist nicht nur ein Song der britischen Glamrocker T.Rex, sondern auch eine Manga-Reihe des Zeichners Naoki Urasawa, der unter anderem schon den Max-und-Moritz-Preis und den Osamu-Tezuka-Kulturpreis gewann.

    Urasawa-san zeichnet sich dabei durch seinen sehr realistischen Zeichenstil aus, der nicht unbedingt an die gängigen Manga-Klischees wie große Kulleraugen, superdünne Hüften und grellbunte Haare erinnert. Auch seine Geschichten sind eher realistisch gehalten, genehmigen sich ab und zu aber Ausflüge ins Fantastische. Vor allem SciFi-Elemente baut er gerne ein, ein Faible für Mechs und Roboter lässt sich ihm definitiv nicht absprechen.

    So auch in seinem Magnum Opus „20th Century Boys“. Der Manga erschien bereits im Jahr 1999 in Japan und griff dabei unter anderem die Angst vor dem Jahrtausendwechsel auf, die damals dank dem drohenden Milleniumbug die Runde machte. Hier sind es jedoch keine Geldautomaten, die die Auszahlung verweigern oder Flugzeuge, die vom Himmel fallen, in Urasawas Werk entsteht die Bedrohung durch kindliche Fantasien, die zu einer echten Gefahr für die Menschheit werden. Auch der Giftgas-Anschlag der Aum-Sekte auf Tokyoter U-Bahnstationen und die wachsende Angst durch solche Gruppierungen, lassen sich in dem Manga deutlich spüren.

    Alles beginnt im Sommer 1969, den Kenji und seine Freunde in ihrem Geheimversteck verbringen, sich dort eine Geschichte rund um das Ende der Welt auszudenken und das in einem kleinen Notizbuch festhalten. Doch wer konnte ahnen, dass dies alles mal Realität werden wird? Nach und nach entspinnt sich in „20th Century Boys“ somit eine Endzeit-Saga über mehrere Jahrzehnte, die sich um die Freundesclique von damals und deren näheres Umfeld dreht. Neben Robotern, einer tödlichen Krankheit und viel Anspielungen auf die japanische Popkultur, gibt es dann auch noch erwähnte Sekte, deren Mitglieder sich nur als Freunde bezeichnen und die einen perfiden Plan verfolgen. Es wird also richtig wild…

    „20th Century Boys“ erschien von 2001 bis 2009 schon bei Panini Manga auf Deutsch, wurde dann im Jahr 2018 aber nochmal als „Ultimative Edition“ neu aufgelegt. Dabei besteht ein Band nun aus zwei Ausgaben des Manga, außerdem sind nun auch die originalen Farbseiten enthalten. Zusätzlich zum edleren Look, steckt jeder Band in einem Schutzumschlag und macht dies zu einer angemessenen Auswertung für solch ein außergewöhnliches Stück Comic!

    Christian Süßmeier

    Zur Person: Meine Brötchen verdiene ich mir eigentlich im sozialen Bereich, doch das kreative Arbeiten hat mich schon immer beschäftigt. Anfangs verbrachte ich meine Zeit also hauptsächlich mit dem Zeichnen von Comics, mittlerweile schreibe ich aber auch sehr gerne. Egal ob Reisebericht, Videospiel-Tests oder Filmbesprechungen…im Netz sind zahlreiche meiner Ergüsse zu finden. (https://frankonianzombie.wordpress.com/)
    Hermkes Roman-Boutique habe ich erstmals ungefähr Mitte der 90er besucht (der Dank geht hier an meinen Cousin) und mich sofort verliebt. Was gibt es Schöneres als ganze Wände aus Comics?!?

    Naoki Urasawa
    20th Century Boys: Ultimative Edition Band 1
    Übersetzung: Josef Shanel, Matthias Wissnet
    Panini Verlags GmbH September 2018 – 420 Seiten
    ISBN 9783741608780 / 19,00 Euro

    „20th Century Boys“ ist nicht nur ein Song der britischen Glamrocker T.Rex, sondern auch eine Manga-Reihe des Zeichners Naoki Urasawa, der unter anderem schon den Max-und-Moritz-Preis und den Osamu-Tezuka-Kulturpreis gewann.

    Urasawa-san zeichnet sich dabei durch weiterlesen…

    Carnival

    von am 28. September 2020 Kommentare deaktiviert für Carnival

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Philipp Winkler
    Carnival
    Aufbau, Berlin 2020, 119 Seiten
    ISBN 978-3-351-03828-1

    Mit seinem Hooligan-Roman „Hool“ begeisterte Philipp Winkler 2016 den gesamten Literaturbetrieb. Übersetzungen im Ausland und eine Adaption als Theaterstück waren die Folge, eine Verfilmung ist geplant. Zum 75. Geburtstag des Aufbau Verlags ist nun u. a. Winklers Novelle „Carnival“ als schmales Hardcover-Bändchen erschienen. Darin wendet sich der 1986 geborene Winkler einmal mehr gesellschaftlich verrufenen, geächteten Außenseitern und einem eigenen Mikrokosmos zu: Dem Jahrmarkt und somit der bunten Welt der Kirmes und der Kirmser.

    „Carnival“ glänzt als stilistisch ungeheuer starke Erzählung, die ganz ohne Dialog auskommt. Trotzdem lässt Winkler den Rummel und seine Gesetze, seine Romantik, seine Schattenseiten, seine Sprache und natürlich seine Typen lebendig werden. Als Leser bleibt man Außenseiter, gehört zu den Besuchern, kriegt aber reichlich Insider-Einblick geboten, fühlt sich vor und hinter den Kulissen regelrecht involviert. Allerdings haben sich die Zeiten geändert, und so beschreibt Winkler nicht zuletzt den Niedergang der klassischen Kirmes und der Kirmser-Lebensweise.

    Ray Bradbury, dessen 100. Geburtstag wir dieses Jahr im August posthum zelebrierten und der alten Jahrmärkten in seinem gigantischen literarischen Schaffen mehr als ein Denkmal setzte, hätte diese Mischung aus Portrait, Huldigung und Abgesang sicher gefallen. Ein sprachgewandtes, vollmundiges Vergnügen, und alles andere denn ‚Rummelplatzliteratur’.

    Christian Endres

    @MisterEndres auf Twitter folgen

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Philipp Winkler
    Carnival
    Aufbau, Berlin 2020, weiterlesen…

    NOVA. Science-Fiction 29

    von am 21. September 2020 Kommentare deaktiviert für NOVA. Science-Fiction 29

    Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.)
    NOVA. Science-Fiction. Ausgabe 29
    Editorial von Michael Haitel
    Illustriert von Lothar Bauer u.v.a.
    Winnert, p. machinery, 2020, 220 Seiten
    Kartoniert
    ISBN 978-3-95765-205-8 / 16,90 Euro

    Mit einem absoluten Hingucker als Titelbild präsentiert sich in diesem September die Ausgabe 29 von NOVA Science-Fiction, dem von Michael K. Iwoleit & Michael Haitel herausgegebenen Paperback-Magazin.
    Wie gewohnt gibt es Kurzgeschichten und Sachtexte, Illustrationen und ein Editorial. Ebenfalls wie gewohnt steht bei NOVA eindeutig das geschriebene Wort im Mittelpunkt, die Illustrationen bleiben genau das – und der Sekundärteil (den Thomas Sieber betreut) nimmt inzwischen ein gutes Viertel des Platzes ein.
    Die aktuelle, über 200 Seiten starke Nummer beschäftigt sich diesmal schwerpunktmäßig mit der „Simulationshypothese“ (WELT AM DRAHT, UBIK, MATRIX usw.), bringt zwei Nachrufe auf Syd Mead und Mike Resnick, beginnt mit einem launigen Vorwort des Verlegers und punktet ansonsten mit elf sehr lesenswerten Stories, unter anderem von Uwe Post, Frank Hebben, Tino Falke, Martin Wambsganß und dem allgegenwärtigen Norbert Stöbe.
    Die durchweg guten Illus stammen von Gerd Frey, Christian Günther, Christine Schlicht und Si-yü Steuber.

    Horst Illmer
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    NOVA 29
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    Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.)
    NOVA. Science-Fiction. Ausgabe 29
    Editorial von Michael Haitel
    Illustriert von Lothar Bauer u.v.a.
    Winnert, p. machinery, 2020, 220 Seiten
    Kartoniert
    ISBN 978-3-95765-205-8 / 16,90 Euro

    Mit einem absoluten Hingucker als Titelbild präsentiert sich in diesem September die Ausgabe 29 von NOVA Science-Fiction, dem von Michael K. Iwoleit & Michael Haitel herausgegebenen Paperback-Magazin.
    Wie gewohnt gibt es Kurzgeschichten und Sachtexte, weiterlesen…

    Treiben lassen

    von am 14. September 2020 Kommentare deaktiviert für Treiben lassen

    Peter Van den Ende
    TREIBEN LASSEN.
    (Zwerfeling / 2019)
    Stuttgart, Aladin, 2020, ca. 100 Seiten
    ISBN: 978-3-8489-0191-3
    Großformatiger Pappband

    So, und jetzt habe ich ein Problem.
    Wie „bespricht“ man ein Buch, in dem kein einziges Wort steht, ein „Bilder-Buch“ in jedem nur vorstellbaren Sinn, in dem aber eine komplexe Geschichte erzählt wird, in Bildern von einer solchen Einzigartigkeit, Eleganz und Prägnanz, dass eine „Nach-Erzählung“ nur blass und unvollkommen geraten kann?
    Versuchen wir es zuerst einmal damit, dass wir den Künstler nennen: Peter Van den Ende. Dann den Titel: TREIBEN LASSEN. Der deutsche Verlag: Aladin. Die ISBN: 978-3-8489-0191-3. Das Format: Ein fadengehefteter Pappband mit 31 Zentimetern Höhe, 23,5 Zentimetern Breite und 96 unpaginierten Seiten (inklusive der Vorsatzpapiere).
    Und jetzt – der Inhalt: „Ein Papierboot wird an Bord eines Segelschiffs gefaltet und vorsichtig aufs Wasser gesetzt. Dann segelt das Schiff davon und lässt das Boot allein zurück. Eine lange Reise über die Meere beginnt.“ So steht das auf dem hinteren Deckel. Punkt.
    Nach einigen Recherchen im Internet könnte ich jetzt noch erwähnen, dass Peter Van den Ende 1985 in den Niederlanden geboren wurde und 2019 dort die Originalausgabe von ZWERFELING erschienen ist. Da TREIBEN LASSEN nur eine von mehreren internationalen Ausgaben (übersetzen kann man das ja nicht nennen) ist – z. B. THE WANDERER (Englisch) und TRAVESIA (Spanisch) – und mit einem Werbespruch von Shaun Tan (der einem ohnehin sogleich einfällt) aufwarten kann, dürfte sich dieses Buch wohl in Kürze von einem Geheimtipp zu einem Weltbestseller entwickeln.
    So, jetzt haben Sie hoffentlich kein Problem mehr bei der Wahl Ihres nächsten Buches.

    Horst Illmer
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    Treiben lassen
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    Peter Van den Ende
    TREIBEN LASSEN.
    (Zwerfeling / 2019)
    Stuttgart, Aladin, 2020, ca. 100 Seiten
    ISBN: 978-3-8489-0191-3
    Großformatiger Pappband

    So, und jetzt habe ich ein Problem.
    Wie „bespricht“ man ein Buch, in dem kein einziges Wort steht, ein „Bilder-Buch“ in jedem nur vorstellbaren Sinn, in dem aber eine komplexe Geschichte erzählt wird, in Bildern von einer solchen Einzigartigkeit, Eleganz und Prägnanz, dass eine „Nach-Erzählung“ nur weiterlesen…

    Future History 2050

    von am 8. September 2020 Kommentare deaktiviert für Future History 2050

    Thomas Harding
    FUTURE HISTORY 2050.
    Ü: Edmund Jacoby
    Illustriert von Florian Toperngpong
    (FUTURE HISTORY 2050 / 2020)
    Berlin, Jacoby & Stuart, 2020, 190 Seiten
    ISBN 978-3-96428-057-2

    Und dann war ich mal wieder kurz in meiner Lieblingsbuchhandlung und fand dort ein spannendes, schon auf den ersten Blick herausragendes Jugendbuch von Thomas Harding (einem Engländer mit deutschen Wurzeln), das den Titel FUTURE HISTORY 2050 trägt und dessen graphische Gestaltung vom Regensburger Grafikdesigner Florian Toperngpong übernommen wurde.
    Erzählt wird davon, wie ein Wissenschaftler heute, im Jahr 2020, im Archiv einer Bibliothek eine merkwürdige Kiste voller Notizbücher findet, die angeblich aus dem Jahr 2050 stammen sollen und in denen von der dann 14-jährigen Billy Schmidt die Geschichte unserer nächsten Zukunft niedergeschrieben ist – unter Beigabe einer ganzen Reihe von Bildern, Zeichnungen und Beilagen.
    Da der Wissenschaftler den Inhalt für wichtig und brisant hält, veröffentlicht er Billys Notizbücher als wären sie echte „historische Dokumente“, versehen mit einigen erklärenden Fußnoten.
    Ob die Dinge sich dann so entwickeln werden wie sie Billy Schmidt von ihrer Oma erklärt wurden, entscheiden wir heutigen Leser mit …

    Horst Illmer
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    Future History 2050
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    Thomas Harding
    FUTURE HISTORY 2050.
    Ü: Edmund Jacoby
    Illustriert von Florian Toperngpong
    (FUTURE HISTORY 2050 / 2020)
    Berlin, Jacoby & Stuart, 2020, 190 Seiten
    ISBN 978-3-96428-057-2

    Und dann war ich mal wieder kurz in meiner Lieblingsbuchhandlung und fand dort ein spannendes, schon auf den ersten Blick herausragendes Jugendbuch von Thomas Harding (einem Engländer mit deutschen Wurzeln), das den Titel FUTURE HISTORY 2050 trägt und dessen weiterlesen…

    Queenie

    von am 2. September 2020 Kommentare deaktiviert für Queenie

    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Candice Carty-Williams
    Queenie
    Aus dem Englischen von Henriette Zeltner-Shane
    Blumenbar, Berlin 2020, 543 Seiten
    ISBN 978-3-351-05086-3

    Was es heißt, heute eine schwarze Frau mit Mitte 20 zu sein, während Rassismus und Sexismus von allen Seiten auf einen einprasseln? Ich würde mir nicht mal im Traum anmaßen, das mit Gewissheit sagen zu können. Doch „Queenie“, das Romandebüt der 1989 geborenen Engländerin Candice Carty-Williams, vermittelt sicher einen guten Eindruck davon. Protagonistin und Ich-Erzählerin Queenie ist nämlich Mitte 20, lebt in London, hat jamaikanische Wurzeln – und quält sich mit allem, was ihren Alltag ausmacht: ihrem vermeintlichen Traumjob als Journalistin, einer grauenhaften Wohnung, ihrer großen Liebe im Auszeit-Modus, der horrenden Dating-App-Kultur, spontanem Sex mit fremden Widerlingen, Scheißkerlen im Schafspelz sowie Rassismus in allen Formen und Größen.

    „Queenie“ kommt frisch, feministisch, explizit, traurig, lustig und sympathisch daher, allerdings nicht ganz so konstant-krass und wow wie die leider viel zu früh abgesetzte Lieblingsserie „Fleabag“, mit der man den Roman teilweise verglichen hat. Queenie, ihre Freundinnen und ihre Familie erobern trotzdem schnell ein jedes Leserherz. Für ihren gut geschriebenen, sympathischen Erstling wurde Candice Carty-Williams bei den British Book Awards ausgezeichnet – absolut verdient für so wichtige, aktuelle und gesellschaftsrelevante Dramedy zwischen #MeToo und #BlackLivesMatter.

    Christian Endres

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    Jede Bestellung zählt in diesen Zeiten, und deshalb kann man es gar nicht oft genug sagen: Ihr könnt in Hermkes Romanboutique nicht nur Comics oder Bücher aus den Genres Science-Fiction, Fantasy und Horror bestellen, sondern auch alle anderen Arten von Literatur. Daher gibt es nun immer mal einen Buchtipp von außerhalb des Genres zur Inspiration.

    Candice Carty-Williams
    Queenie
    Aus dem Englischen weiterlesen…