Dunkle Stadt Bohane
von Horst Illmer am 30. Dezember 2015
Kevin Barry
DUNKLE STADT BOHANE. Roman.
Ü & Nachbemerkung: Bernhard Robben; Nachwort des Autors
(City of Bohane / 2011)
Stuttgart, Tropen, 2015, 304 S.
ISBN 978-3-608-50145-2
Es ist eine ausgesprochene Männerwelt, dieses Bohane, das eine geteilte, zersplitterte Stadt irgendwie am Ende der Welt ist, einer Welt, die sich um die internen Machtspiele und uralten Zwiste der urbanen Clans und Gangs ebensowenig schert wie um die Korruption der Kommunalpolitiker oder die Riten und Bräuche der Ödlandbewohner, die zwischen Sumpf und Meer ihr Dasein fristen. Und doch dreht sich alles um die Frauen. Egal ob der Anführer der Hartnett-Fancy-Gang täglich bei seiner Mutter vorspricht und deren Rat einholt, oder ob der ins Exil vertriebene Ex-Boss Gant Broderick nur noch einmal seine ehemalige Flamme wiedersehen will – und vor allem egal, wer von den Burschen glaubt, er sei der Kronprinz und der natürliche Nachfolger in der langen Reihe der Könige der Unterwelt –, es ist immer eine Missus, eine Lady oder ein Girl, das den Burschen zeigt, wo’s langgeht.
Kevin Barry erzählt von einem der Wendepunkte in der Geschichte der dunklen Stadt Bohane, von einer Schicksalsvolte wie es sie immer gab und immer wieder geben wird, vom Wechsel der Generationen, der Geschlechter, der Anführer und ihrer Gefolgschaft. Dabei bleibt er nahe bei seinen Protagonisten, bringt ihre Motive, Gefühle und Ansichten glaubwürdig und wortmächtig zum Klingen und spielt ein so souveränes Spiel mit der Sprache (wie man sie in der Gosse, unter Ganoven, in Kneipen und Hurenhäusern, bei Stadtratssitzungen oder im trauten Heim spricht) wie es nur selten einem Gegenwartsautor noch gelingt.
Doch ach, Mister Barry, Sie sind ein Schlawiner, ein Hallodri, ein Lumpazi!
Na, ist doch wahr! Da macht man sich als Rezensent über dreihundert Seiten hinweg begeistert Notizen, freut sich über spontane Einfälle und knackige Formulierungen, mit denen man das soeben Gelesene kritisch-reflektierend in Form einer Buchbesprechung als Leseempfehlung an die nach guten Büchern Hungernden weiterreichen möchte – und dann das: Nach dem Ende des wirklich lesenswerten Romans über die Herrschafts- und Machtstrukturen einer irischen Stadt in der Mitte des 21. Jahrhunderts, kann sich der Autor nicht bremsen und liefert in einem Nachwort gleichzeitig eine Lobeshymne und viele erhellende Erklärungen zu seinem eigenen Text ab und nimmt damit dem Rezensenten praktisch jede Möglichkeit noch irgendwie originell zu erscheinen.
Grummel, knurr, maul ….
Deshalb an dieser Stelle also nur noch die dringende Empfehlung an alle Freunde des guten Buches: Lest DUNKLE STADT BOHANE und geniest den großartigen, stilistisch einzigartigen Roman eines jungen irischen Autors – aber denkt gut darüber nach, ob ihr angesichts dieser treffsicheren und überzeugenden Besprechung tatsächlich noch ein Nachwort und eine Nachbemerkung des Übersetzers benötigt.
Horst Illmer
Kevin Barry
DUNKLE STADT BOHANE. Roman.
Ü & Nachbemerkung: Bernhard Robben; Nachwort des Autors
(City of Bohane / 2011)
Stuttgart, Tropen, 2015, 304 S.
ISBN 978-3-608-50145-2
Es ist eine ausgesprochene Männerwelt, dieses Bohane, das eine geteilte, zersplitterte Stadt irgendwie am Ende der Welt ist, einer Welt, die sich um die internen Machtspiele und uralten Zwiste der urbanen Clans und Gangs ebensowenig schert wie um die Korruption der Kommunalpolitiker oder die Riten und Bräuche der Ödlandbewohner, den ganzen Beitrag lesen…
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Antoine de Saint-Exupéry
Christopher Morley
Tom Hillenbrand
Metadaten
Metadaten
Hannes Riffel & Sascha Mamczak (Hrsg.)
Olaf Stapledon
Stephen King
Metadaten
Hardy Kettlitz
Bertrand Santini (Text) & Laurent Gapaillard (Illustrationen)
Über Thomas Ligotti zu schreiben, stellt für mich stets eine gewisse Herausforderung dar. Zwar habe ich in einschlägigen Foren oder persönlichen Gesprächen schon das eine oder andere Wort über ihn verloren, aber an ein konzentriertes und ausführliches Statement habe ich mich bisher nicht gewagt. Zum Teil aus dem Gefühl heraus, „dem“ nicht gerecht zu werden. Aber auch aufgrund der Wirkung Ligottis Geschichten auf meine eigene Stimmung. Der 1953 in Detroit geborene Autor befleißigt sich einer fast schon poetischen Sprache, seine Geschichten sind zu einem guten Teil Spiegel seiner eigenen, dunkel gefärbten Weltsicht. Diese wiederum begründet sich in den psychischen Problemen Ligottis, bei dem eine bipolare Störung (manisch-depressive Störung) diagnostiziert wurde und der u. a. mit Agoraphobie („Platzangst“) und Anhedonie (die Unfähigkeit, Freude oder Lust zu empfinden) zu kämpfen hat. Das führt zu einer besonderen Atmosphäre in den Kurzgeschichten des zurückgezogen lebenden Schriftstellers, die im besten Sinne verstörend und dadurch vielfach erschreckender ist, als es die Blut- und Gewaltorgien einiger Kollegen Ligottis jemals sein werden. So ist er der einzige Autor, dessen Erzählungen ich bewusst nur in Maßen goutiere, da zu viel auf einen Schlag bei mir zu nicht zu verachtenden Stimmungseinbrüchen führt.
Andreas Eschbach

Wolfgang Jeschke
James Tiptree jr.
Christian Endres
Hardy Kettlitz
Ann Leckie
Kurt Vonnegut jr.
China Miéville
Matthias Falke
G. K. Chesterton
Andreas Eschbach
Andreas Eschbach
Titel: Der Schockwellenreiter (1979), Original: The Shockwave Rider (1975)
Philip K. Dick


Andy Weir
Titel: Starters
Metadaten
Ransom Riggs
Daniel Keyes
Metadaten
Sekundärliteratur, insbesondere zum Genre Phantastik, erscheint im ersten Moment uninteressant, es sei denn zu Recherchezwecken. Dennoch gibt es in diesem Bereich der Literatur immer wieder interessante Werke*. Einen dominanten Platz in diesem Feld nimmt hier einmal mehr J.R.R. Tolkien ein, der mit seinem „Der Herr der Ringe“ ein Werk vorgelegt hat, das seit nunmehr fast genau sechs Jahrzehnten die Fantasie von Millionen Lesern beflügelt und hat damit ein Werk von bleibender Kraft hinterlassen. Das hat nicht nur zu unzähligen Biographien über den Autor geführt. Auch seine Bücher selbst wurden auf die verschiedenste Weise bearbeitet, analysiert und besprochen.
Philip K. Dick
Philip K. Dick DAS ORAKEL VOM BERGE. Roman. (The Man in the High Castle / 1962) Ü: Norbert Stöbbe Frankfurt/M., Fischer Taschenbuch, Juli 2014, 271 S. Reihe Fischer Klassik ISBN 978-3-596-90562-1
Titel: Die Elementare von Calderon
Jo Walton
Sascha Mamczak