Horsts Bibliothek

Keine Zeit verlieren

von am 8. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Ursula K. Le Guin
KEINE ZEIT VERLIEREN. Über Alter, Kunst, Kultur und Katzen.
Übersetzt von Anne-Marie Wachs, Vorwort von Karen Nölle, Einführung von Karen Joy Fowler, Vorbemerkung der Autorin.
(No Time to Spare / 2017)
München Berlin, Golkonda, 2018, 256 S.
ISBN 978-3-946503-50-7 / 18,00 Euro

Es gehörte in den letzten Jahren zu meinen schönsten Erfahrungen mit dem Internet, dass ich bei meinen regelmäßigen Besuchen auf der Homepage von Ursula K. Le Guin (www.ursulakleguin.com) immer wieder auf neue Blog-Einträge der Autorin stieß und so das Gefühl hatte, ein Teil ihrer weltweiten „Groß-Familie“ zu sein.
Angeregt durch ihr Vorbild José Saramago entdeckte Le Guin im Jahr 2010 die Form des Internet-Blogs für sich – und fand dort eine Möglichkeit, auch jenseits ihres 80. Geburtstags und trotz altersbedingter körperlicher Unzulänglichkeiten, mit ihren Fans, ihren, Freunden, ihrer Familie in Kontakt zu bleiben und – wie nicht anders zu erwarten – entwickelte sie, nach einigen ersten, tastenden Versuchen, eine eigene „Stimme“. Nur ganz wenige Blogs vermitteln bei der Lektüre eine solche menschliche Nähe und gedankliche Tiefe.
Wer das bisher verpasst hat, kann ab sofort in KEINE ZEIT VERLIEREN ihre Gedanken zu „Alter, Kunst, Kultur und Katzen“ nachlesen. Der von Anne-Marie Wachs übersetzte Band, der Le Guin soeben posthum ihren siebten HUGO beschert hat, enthält auf 250 Seiten eine breitgefächerte Auswahl ihrer wichtigsten, lustigsten, klügsten, anrührendsten Posts der letzen acht Jahre, eingeleitet von einem Vorwort von Karen Nölle und einer Einführung ihrer Freundin Karen Joy Fowler.
Pure Weisheit – häppchenweise serviert.

Horst Illmer
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Ursula K. Le Guin KEINE ZEIT VERLIEREN. Über Alter, Kunst, Kultur und Katzen. Übersetzt von Anne-Marie Wachs, Vorwort von Karen Nölle, Einführung von Karen Joy Fowler, Vorbemerkung der Autorin. (No Time to Spare / 2017) München Berlin, Golkonda, 2018, 256 S. ISBN 978-3-946503-50-7 / 18,00 weiterlesen…

Der Geist der Science-Fiction

von am 3. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Roberto Bolaño
DER GEIST DER SCIENCE-FICTION. Roman.
Aus dem Spanischen von Christian Hansen
(EL ESPIRITU DE LA CIENCIA-FICCION / 1984 & 2016)
Frankfurt/M., S. Fischer, 2018, 252 S.
ISBN 978-3-10-397359-4

"Lieber Science-Fiction-Leser,

wenn Du dieser Anrede würdig bist, wenn Du gut erzählte Literatur magst, wenn Du über den nötigen Humor verfügst, den der Autor des Romans DER GEIST DER SCIENCE-FICTION von Dir erwartet, wenn Du fragmentarisch-verzwickte, atmosphärisch-fiebrige, handlungsarme aber gedankenreiche Geschichten lesen willst, wenn Südamerika auf Deiner Lese-Landkarte vorkommt, wenn Du selbst schon einmal Briefe an Ursula K. Le Guin, James Tiptree Jr., Fritz Leiber, Robert Silverberg und Philip Jose Farmer schreiben wolltest – dann bist Du mit diesem Buch bestens bedient.
Falls Du noch zögerst: Stell Dir einfach vor, Deine blinde Zwillingsschwester würde zu Dir sprechen, und hör auf mich.

Sei bedankt und umarmt, 1000 Küsse,
Dein
Horst Illmer"

P.S.: Ein Buch, das den Titel DER GEIST DER SCIENCE-FICTION trägt, das zudem noch vom großen, leider viel zu früh verstorbenen, Chilenen Roberto Bolaño geschrieben wurde und das außerdem (nicht nur, aber auch) von Denis Scheck begeistert empfohlen wird, muss einfach in jeder Science-Fiction-Sammlung stehen. Punkt.

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Roberto Bolaño DER GEIST DER SCIENCE-FICTION. Roman. Aus dem Spanischen von Christian Hansen (EL ESPIRITU DE LA CIENCIA-FICCION / 1984 & 2016) Frankfurt/M., S. Fischer, 2018, 252 S. ISBN 978-3-10-397359-4 "Lieber Science-Fiction-Leser, wenn Du dieser Anrede würdig bist, wenn Du gut erzählte Literatur magst, wenn weiterlesen…

Edison – Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes

von am 1. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Torben Kuhlmann
EDISON – DAS RÄSTEL DES VERSCHOLLENEN MAUSESCHATZES.
Zürich, NordSüd, 2018, ca. 120 Seiten
ISBN 978-3-314-10447-3

Vor guten sechs Jahren eroberte in Torben Kuhlmanns Erstlingswerk LINDBERGH eine Maus gleichzeitig den Luftraum und die Herzen der Leser, vor zwei Jahren schickte er in ARMSTRONG eine abenteuerlustige Maus sogar zum Mond, und nun legt der 1982 geborene Illustrator und Texter mit EDISON den dritten Teil seiner „Alternativen Weltgeschichte der bahnbrechendsten Erfindungen“ vor.
Diesmal schickt er seine kleinen Helden auf den Grund des Atlantiks um „Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes“ zu lösen. Geschickt lockt die Geschichte ihre Leser auf diverse falsche Fährten, geht es doch gar nicht um die Erfindung der Taucherglocke oder des U-Bootes, sondern um … (Ähm, fast hätte ich jetzt zu viel verraten.)
Gar keine Frage, dass die unterseeischen und oberirdischen Abenteuer nicht ohne Gefahr für Leib und Leben der kleinen Tüftler und Erfinder abgehen – und ebenfalls keine Frage, dass Kuhlmann die Geschichte wieder mit unendlicher Sorgfalt und Liebe fürs Detail gezeichnet und erzählt hat. Am Ende geht jedenfalls nicht nur den Mäusen „ein Licht auf“.

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Torben Kuhlmann EDISON – DAS RÄSTEL DES VERSCHOLLENEN MAUSESCHATZES. Zürich, NordSüd, 2018, ca. 120 Seiten ISBN 978-3-314-10447-3 Vor guten sechs Jahren eroberte in Torben Kuhlmanns Erstlingswerk LINDBERGH eine Maus gleichzeitig den Luftraum und die Herzen der Leser, vor zwei Jahren schickte er in ARMSTRONG eine weiterlesen…

Black Eyes – Indonesier-Bands in Germany

von am 7. September 2018 noch kein Kommentar

Wenske/Hyde
BLACK EYES – INDONESIER-BANDS IN GERMANY.
Storys & Bilder
Berlin, Hirnkost, 2018, 300 Seiten
ISBN 978-3-945398-66-1

„Die Bars und Rockschuppen in den Garnisonsstädten waren ein heißes Pflaster, beherrscht von angesoffenen GIs, die auf ein Fräulein warteten, das sie abschleppen konnten, abgebrühte Amateurnutten mit Filzläusen und Tripperbefall, Zuhältern und Kriminellen an den Tischen, die den Whisky in sich reinschütteten, Kellner, die nur darauf lauerten, dass ein Paar die Tanzfläche vor der Bühne stürmte, um beim Rock’n’Roll die Knochen zu verrenken, damit sie die halbvollen Gläser und Flaschen zusammenschütten und dem nächsten Ami am geräumten Platz servieren konnten.“
Wenske/Hyde in: BLACK EYES (S. 16)

Um die „Storys & Bilder“ in BLACK EYES – INDONESIER-BANDS IN GERMANY zu genießen, muss man nicht unbedingt auf toll illustrierte Bildbände stehen, Geschichten aus der Anfangszeit der Bundesrepublik spannend finden, Musik mögen, Fan von Helmut Wenske sein oder gar wissen, was „Indonesier-Bands“ sind – es hilft halt einfach. Falls man jedoch neugierig und wagemutig genug ist, sich auf dieses hervorragend gestylte, auf bestem Papier und in bester Qualität gedruckte, fast 300 quadratische Seiten starke Hardcover einzulassen, könnte es durchaus sein, dass man hinterher die oben aufgezählten Kriterien allesamt erfüllt. Unter seinem etablierten „Doppel-Pseudonym“ Wenske/Hyde hat der erzählfreudige und anekdotenreiche Hanauer Künstler nach SACKRATTEN BLUES (2011) und RED ROOSTER (2016) erneut tief in seinen Erinnerungen (und Bilderschätzen) gekramt und in BLACK EYES einem wenig erforschten und selbst Musikhistorikern fast unbekannten, nur wenige Jahre währenden Phänomen des Rock’n’Roll die ihm zustehende Würdigung zuteil­werden lassen. Was Wenske/Hyde über die zumeist aus Holland stammenden Indo-Bands The Black Dynamites, The Black Magic, The Crazy Rockers, The Javalins und natürlich vor allem über The Tielman Brothers zu erzählen weiß, lässt die damalige Musikszene in den ameri­kanischen GI-Clubs von Hanau und Umgebung wieder lebendig werden – und erzeugt im Leser und Betrachter den Wunsch, dabei gewesen zu sein. Wer angeregt von BLACK EYES im Internet nach dieser Musik sucht, wird Songs und Bandauftritte finden, bei denen selbst den Beatles und den Rolling Stones vermutlich die Münder offen geblieben wären.

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Black Eyes – Indonesier-Bands in Germany
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Wenske/Hyde BLACK EYES – INDONESIER-BANDS IN GERMANY. Storys & Bilder Berlin, Hirnkost, 2018, 300 Seiten ISBN 978-3-945398-66-1 „Die Bars und Rockschuppen in den Garnisonsstädten waren ein heißes Pflaster, beherrscht von angesoffenen GIs, die auf ein Fräulein warteten, das sie abschleppen konnten, abgebrühte Amateurnutten mit Filzläusen weiterlesen…

Die Hugo Awards 2001-2017

von am 30. August 2018 noch kein Kommentar

Hardy Kettlitz
DIE HUGO AWARDS 2001–2017.
München, Memoranda, 2018, 352 Seiten
Klappenbroschur
ISBN 978-3-944720-75-3

Als Hardy Kettlitz 2015 den ersten Band seiner HUGO AWARDS-Reihe (betreffend die Jahre von 1953 bis 1984) vorlegte, überzeugte das Konzept auf den ersten Blick.
Alle Gewinner dieses wichtigsten Science-Fiction-Preises der Welt wurden ausführlich in Text und Bild vorgestellt, die weiteren Nominierungen waren gelistet, es gab Informationen zu den jeweiligen zugehörigen WorldCons auf denen die Preise verliehen wurden. Nur in der Anzahl der benötigten Bücher (zwei) hatte sich Kettlitz verschätzt. Die stetige Erweiterung der Kategorien, in denen der HUGO verliehen wird, machte eine Aufteilung auf insgesamt drei Bände notwendig.

Mit dem soeben veröffentlichten Band DIE HUGO AWARDS 2001–2017 hat dieses weltweit einzigartige Projekt nun seinen krönenden Abschluss gefunden. Neben den Preisen für die angeführten Jahre, werden auch die Retro-HUGOs für 1939, 1941, 1951 und 1954 vorgestellt und auch die im Berichtszeitraum Aufsehen erregende „Sad Puppies“-Kampagne wird, soweit nötig, begutachtet.
So macht Sekundärliteratur Spaß!

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Die Hugo Awards 2001-2017
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Hardy Kettlitz DIE HUGO AWARDS 2001–2017. München, Memoranda, 2018, 352 Seiten Klappenbroschur ISBN 978-3-944720-75-3 Als Hardy Kettlitz 2015 den ersten Band seiner HUGO AWARDS-Reihe (betreffend die Jahre von 1953 bis 1984) vorlegte, überzeugte das Konzept auf den ersten Blick. Alle Gewinner dieses wichtigsten Science-Fiction-Preises der weiterlesen…

Über den Anstand in schwierigen Zeiten…

von am 25. August 2018 noch kein Kommentar

Axel Hacke
ÜBER DEN ANSTAND IN SCHWIERIGEN ZEITEN UND DIE FRAGE, WIE WIR MITEINANDER UMGEHEN.
München, Kunstmann, 2017, 190 Seiten
ISBN 978-3-95614-200-0 /18,00 Euro

Es gibt sie noch – diese Bücher, bei deren Lektüre schon, und dann im Besonderen kurz nach dem Fertiglesen, ich diesen Drang verspüre, es jedem Menschen den ich kenne, ach was, jedem Menschen auf der Welt, zu schenken, mit dem Ausruf: „Lest doch! Lest doch dieses Buch!“.

Gerade eben habe ich wieder dieses wunderschöne, wenn auch leider unerfüllbare, Bedürfnis verspürt, und zwar nachdem ich die letzten Seiten von Axel Hackes Groß-Essay über das Zusammenleben mit anderen Menschen ÜBER DEN ANSTAND IN SCHWIERIGEN ZEITEN UND DIE FRAGE, WIE WIR MITEINANDER UMGEHEN hinter mich gebracht habe. Und ja, dieses Büchlein habe ich nicht selbst entdeckt. Ich habe es mir gekauft, nachdem mein lieber Kollege Denis Scheck es über Monate hinweg in seiner Sendung DRUCKFRISCH immer wieder lobend erwähnt hat.

Eigentlich wollte ich es dann an einem „Stillen Ort“ deponieren und alle Tage eine Seite lesen, da ich es fälschlich für eine Art Aphorismensammlung oder eine Zusammenstellung von Einzelkolumnen gehalten habe. Alles Quatsch. Sobald man das Buch einmal aufgeschlagen hat, lässt es einen nicht mehr los.

ÜBER DEN ANSTAND IN SCHWIERIGEN ZEITEN UND DIE FRAGE, WIE WIR MITEINANDER UMGEHEN ist ein durchgehend konzipierter Text, ein sehr langer Essay, in dem es Hacke um nichts weniger geht als darum, mit sich selbst ins Reine zu kommen über die Frage, wie viel Anstand notwendig ist, damit man sich nicht selbst wie ein Arsch aufführt – kurz gesagt: Was kann ich tun, um als Mensch mit meinen Mitmenschen so umzugehen, dass sich dabei alle zumindest nicht schlechter fühlen als es ohne diesen zwischenmenschlichen Kontakt der Fall wäre.

Hört sich einfach an, ist aber sauschwer. Axel Hackes Buch hilft dabei.
Also: Lest doch!

Horst Illmer
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Über den Anstand in schwierigen Zeiten
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Axel Hacke ÜBER DEN ANSTAND IN SCHWIERIGEN ZEITEN UND DIE FRAGE, WIE WIR MITEINANDER UMGEHEN. München, Kunstmann, 2017, 190 Seiten ISBN 978-3-95614-200-0 /18,00 Euro Es gibt sie noch – diese Bücher, bei deren Lektüre schon, und dann im Besonderen kurz nach dem Fertiglesen, ich diesen weiterlesen…

phantastisch! 71

von am 26. Juli 2018 noch kein Kommentar

Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
phantastisch! neues aus anderen welten.
Heft 71 / Ausgabe 3/2018 / 18. Jahrgang
Stolberg, Atlantis Verlag, Juli 2018, 76 Seiten
ISSN 1616-8437 / 5,95 Euro

Also, man kann das mit dem Understatement ja schon auch übertreiben.
Natürlich ist dieses Titelbild von Jan Hoffmann ein echter „eye-catcher“, natürlich ist der auf dem Umschlag aufgeführte Tom Hillenbrand ein Bestsellerautor, und natürlich sind Christian Endres, Carsten Kuhr und Jürgen Kirchner als „local heroes“ ein Kaufargument – aber wenn man einen Artikel von Neil Gaiman und eine Kurzgeschichte von Joe R Lansdale im Heft hat, darauf könnte man doch mal hinweisen. Oder?

Außer dem schon Erwähnten gibt es noch starke Interviews (z. B. mit dem Designer Paul D. Austerberry, der mit Guillermo del Toro SHAPE OF WATER gedreht hat), jede Menge klasse Artikel über SUPERMAN, über ELRIC, über den Filmklassiker DER WEISSE HAI, über die Phantastische Bibliothek in Wetzlar, über die Gedichte von Thomas M. Disch, über BLACK HAMMER und viele, viele Hinweise auf aktuelle Buch- und Comic-Neuerscheinungen.
Natürlich fehlen auch nicht der Buchhandels-Cartoon von Steffen Boiselle und der „Ein seltsamer Tag“-Comic von Olaf Brill und Michael Vogt.
Ach ja, und der SF-Kritiker Herrmann Ibendorf berichtet in seiner neuen Serie „Shop-Talk“ über einen ganz normalen (Sams-)Tag in einer (fast) normalen kleinen Spezial-Buchhandlung in einer deutschen (gerade-so)-Großstadt.
Die soeben erschienene Ausgabe 71 der phantastisch! platzt wieder einmal aus allen Nähten. Ein Highlight löst das andere ab. Wer hier nichts findet, hat hier auch nichts verloren.
(So, das musste mal gesagt werden.)

Horst Illmer
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phantastisch! 71
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Also, man kann das mit dem Understatement ja schon auch übertreiben.
Natürlich ist dieses Titelbild von Jan Hoffmann ein echter „eye-catcher“, natürlich ist der auf dem Umschlag aufgeführte Tom Hillenbrand ein Bestsellerautor, und natürlich sind Christian Endres, Carsten Kuhr und Jürgen Kirchner als „local heroes“ ein Kaufargument – aber wenn man einen Artikel von Neil Gaiman und eine Kurzgeschichte von Joe R Lansdale im Heft hat, darauf könnte man doch mal hinweisen. Oder? weiterlesen…

NOVA Science-Fiction

von am 23. Juli 2018 noch kein Kommentar

Michael K. Iwoleit & Michael Haitel (Hrsg.)
NOVA Science-Fiction. Ausgabe 26
Murnau, p.machinery, 2018, 210 S.
ISBN 978-3-95765-136-5 / 13,90 Euro

Neuer Verlag (p.machinery), neuer Mitherausgeber (Michael Haitel), neues Redaktionsteam (u. a. Thomas Sieber), neue Gestaltung: die aktuelle Ausgabe 26 des seit mehr als fünfzehn Jahren erscheinenden Science-Fiction-Magazins NOVA wird ihrem Namen mehr als gerecht. Konstant geblieben sind Michael K. Iwoleit als Herausgeber und der Anspruch, gehaltvolle deutsche Science-Fiction-Geschichten zu präsentieren. Betrachten wir das Ergebnis so vieler Novitäten also einmal in Ruhe.
Ein kurzes Editorial von Redakteur Thomas Sieber zur Einführung und Erklärung weist nochmals auf das Primat der Stories in NOVA hin.
Diesmal sind es acht an der Zahl; die Beiträger (alles Männer) sind Herausgeber Iwoleit selbst, Altmeister Norbert Stöbbe, der Autor und Übersetzer Bernhard Kempen, sowie Moritz Greenman, Marc Späni, Thorsten Küper, Michael Friebel und Klaus Berger-Schwab. Die Themen reichen von Zeitreisen über Nano-Technologie, quantenphysikalische Paradoxe, Alien-Invasion, Erstkontakt mit Genderproblemen und Weltuntergängen durch alberne Streiche, bis hin zu fast unerträglich intensiven Einsichten in unser aller Älterwerden und der Tatsache, dass die Schere zwischen Arm und Reich auch in der Zukunft noch weit auseinanderklaffen wird.
Alles in allem eine zwar erwartbare Mischung, deren Lesbarkeit jedoch durchweg hoch ist und für sich genommen schon zu einer Empfehlung reicht.
Aber! Und das ist jetzt unter die Rubrik „echt dumm gelaufen“ einzuordnen: Nach den Kurzgeschichten kommt noch ein erweiterter Sekundärteil mit sechs Beiträgen (u. a. von und über drei Frauen) – und diese fünfzig Seiten sind einfach unfassbar gut!
Schon das Interview, das Sieber mit Professor Harald Lesch führte, ist einfach prima. Die beiden hatten viel Spaß und das Gespräch war wohl so ausführlich, dass nur der 1. Teil abgedruckt werden konnte (Teil 2 also in NOVA 27).
Dann untersucht Dirk Alt einen Text von Stanislaw Lem in einer Art, dass man sofort Lust auf mehr (sowohl von Alt als auch von Lem) bekommt.
Der Tod von Ursula K. Le Guin hat uns alle betroffen gemacht, umso tröstlicher ist es, dass hier gleich drei Beiträge versammelt sind, die den Abschied ein wenig leichter machen. Die Le Guin-Schülerin Vandana Singh schreibt auf sehr persönliche Weise über ihre gemeinsame Zeit in den Wäldern Oregons. Der englische Star-Autor Christopher Priest steuert seine Erinnerungen bei. Und dann hat es die NOVA-Crew tatsächlich geschafft und mit „Ich stelle mich vor“ einen bisher auf Deutsch unveröffentlichten autobiographischen Essay Le Guins ins Magazin bekommen!
Den Abschluss bildet ein Nachruf von mir auf die ebenfalls kürzlich verstorbene Kate Wilhelm.
Schaut einfach mal in das neue NOVA rein. Es wird euch gefallen.

Horst Illmer
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NOVA Science-Fiction 26
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Neuer Verlag (p.machinery), neuer Mitherausgeber (Michael Haitel), neues Redaktionsteam (u. a. Thomas Sieber), neue Gestaltung: die aktuelle Ausgabe 26 des seit mehr als fünfzehn Jahren erscheinenden Science-Fiction-Magazins NOVA wird ihrem Namen mehr als gerecht. Konstant geblieben sind Michael K. Iwoleit als Herausgeber und der Anspruch, gehaltvolle deutsche Science-Fiction-Geschichten zu präsentieren. Betrachten wir das Ergebnis so vieler Novitäten also einmal in Ruhe. weiterlesen…

Vinyl Album Cover Art – HIPGNOSIS

von am 18. Juli 2018 noch kein Kommentar

Aubrey Powell
VINYL ALBUM COVER ART. HIPGNOSIS – DAS GESAMTWERK.
Übersetzt von Sonja Kerkhoffs, Vorwort von Peter Gabriel
(VINYL ALBUM COVER ART / 2017)
Hamburg, Edel, 2018, 320 S.
ISBN 978-3-8419-0608-3 / 35,00 Euro

Auf dem Cover seiner aktuellen CD „Heaven and Earth“ steht Kamasi Washington scheinbar auf der spiegelglatten Oberfläche in der Mitte eines riesigen Sees. Keine Schrift stört den erhabenen Gesamteindruck. Ein Plattencover, das mich (und vermutlich viele Musikliebhaber, die wie ich in den Jahren zwischen 1965 und 1985 Langspielplatten kauften, bevor die CD-Revolution unser aller Kaufverhalten radikal veränderte) sofort an die besten Entwürfe von Hipgnosis erinnerte.
Wer jetzt fragen muss, wer oder was „Hipgnosis“ ist/war: Die überwiegende Zahl von Plattencovern, an die man sich auch nach Jahrzehnten sofort erinnert, die manchmal wichtiger für die Kaufentscheidung waren als die Musik auf den zugehörigen Platten, stammt aus der Designerwerkstatt von Hipgnosis. Zu ihren Kunden zählten Pink Floyd, Led Zeppelin, Paul McCartney & die Wings, Genesis, Peter Gabriel, Alan Parsons Project, 10cc usw. etc. (fast) ad infinitum.
Hipgnosis, das waren Peter Christopherson (1955–2010), Storm Torgerson (1944–2013) und der 1946 geborene Aubrey Powell.
Hipgnosis, das waren mehrere hundert Schallplatten-Cover, die das Trio in den Jahren zwischen 1967 und 1984, oftmals in Zusammenarbeit mit den Musikern – und manchmal gegen den Willen der Plattenfirma –, entwarf und produzierte.
Hipgnosis, das war Kunst um der Kunst Willen, ganz egal, was es kostete und welche Tabus dabei verletzt wurden: Fliegende Schweine, brennende Männer, grasende Kühe spielten hier genauso eine Rolle wie (halb-)nackte Männer und Frauen, Zeichentrick-Figuren surrealistisch verfremdete Wetterphänomene oder kunstvoll arrangierte „Alltagsszenen“.
Da sich das Vinyl-Album, entgegen allen Erwartungen, über die CD-Zeit gerettet hat, ja in den letzten Jahren sogar wieder verstärkte Präsenz auf dem ansonsten schrumpfenden Musik-Markt zeigt, ist VINYL ALBUM COVER ART, der von Aubrey Powell jetzt vorgelegte (und intensiv kommentierte) Mammut-Bildband mit dem Hipgnosis-Gesamtkatalog vielleicht nicht nur von historischem Interesse für ein paar Nostalgiker. Unter Umständen genießen auch Leute, die erst jetzt mit dem Medium der Langspielplatte Bekanntschaft machen, das Durchblättern dieses herrlichen Buches, voll mit Abbildungen von eigentlich nur als „Werbung“, als „Verpackung“ gedachter Gebrauchsgrafik, der es überdurchschnittlich oft gelingt, den Sprung über die „Kunst-Hürde“ zu schaffen.
Oder, wie es Peter Gabriel in seinem Vorwort so treffend beschreibt: „Rockmusik war die treibende Kraft der kulturellen Revolution der 1960er-Jahre und das Album war ihr König. Das neue Album seiner Lieblingsband zu öffnen glich einem religiösen Akt, und das Cover trug entscheidend dazu bei, die Bilder jener Zauberwelt, die man betrat, sobald man die Nadel in die jungfräulichen Rillen setzte, lebendig werden zu lassen.“

Horst Illmer
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VINYL ALBUM COVER ART. HIPGNOSIS
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Auf dem Cover seiner aktuellen CD „Heaven and Earth“ steht Kamasi Washington scheinbar auf der spiegelglatten Oberfläche in der Mitte eines riesigen Sees. Keine Schrift stört den erhabenen Gesamteindruck. Ein Plattencover, das mich (und vermutlich viele Musikliebhaber, die wie ich in den Jahren zwischen 1965 und 1985 Langspielplatten kauften, bevor die CD-Revolution unser aller Kaufverhalten radikal veränderte) sofort an die besten Entwürfe von Hipgnosis erinnerte. weiterlesen…

Harlan Ellison 1934 – 2018

von am 2. Juli 2018 Kommentare deaktiviert für Harlan Ellison 1934 – 2018

Er war der Meister der kurzen Form. Seine Stories, Essays, Comics, Drehbücher, Vorworte, Interviews, Rezensionen usw. waren immer mindestens großartig. Die „Great American Novel“ jedoch war von ihm nicht zu erwarten. Dazu hatte er einfach nicht die Geduld.
Harlan Ellison war der „King of Pop“ der amerikanischen Science Fiction. Er war einer der am meisten mit Preisen überhäuften Autoren der Gegenwart. Er war überall zuhause, kein Genre war ihm fremd, doch seine Liebe galt der phantastischen Kunst in all ihren Ausprägungen. Diese Liebe wurde erwidert. Für viele Genre-Künstler war er Vorbild, Freund und Förderer – und für viele Kritiker war er die Nemesis an der sie sich ihr Leben lang abarbeiteten. Und Ellison ging keinem Kampf, keiner Herausforderung, keiner Konfrontation jemals aus dem Weg! Legendär wurden seine Prozesse gegen Giganten der Branche wie CBS, Warner, Paramount oder James Cameron, aber auch Kollegen wie Charles Platt oder Connie Willis konnten mit einem Satz oder einer leichtsinnig geäußerten Kritik sein Missfallen erregen.
Ellison war ein Sammler: Sein Haus nannte er zuerst (niemals einem Wortspiel abgeneigt) „Ellison Wonderland“, nur um es dann in „The Lost Aztec Temple of Mars“ umzutaufen. Seine Sammlung enthielt angeblich mehr als 750.000 Einzelstücke.
Ellison war fünf Mal verheiratet. Er schrieb mehrere hundert Kurzgeschichten. Er „erfand“ die literarische Fernsehkritik. Er las dutzende von Hörbüchern ein. Er gab Schreibkurse und schrieb selbst im Schaufenster eines Kaufhauses. Er war der Herausgeber der zwei wichtigsten Science-Fiction-Anthologien: DANGEROUS VISIONS und AGAIN, DANGEROUS VISIONS.
Am 28. Juni 2018 vollendete Harlan Ellison dann schließlich doch noch ein monumentales Epos: den Roman seines Lebens. Es ist eine „Great American Novel“ geworden.
I love Harlan. He is my big brother from another mother. He’s willing to slap me upside the head whenever (he thinks) I need it.” David Gerrold, „Foreword” in: Nat Segaloff – A LIT FUSE. (S. 14)
 
Horst Illmer

Danke an Horst für diesen Nachruf und für die folgende Rezension des einzigen derzeit lieferbaren Bandes von Harlan Ellison in deutscher Sprache.

Gerd

Er war der Meister der kurzen Form. Seine Stories, Essays, Comics, Drehbücher, Vorworte, Interviews, Rezensionen usw. waren immer mindestens großartig. Die „Great American Novel“ jedoch war von ihm nicht zu erwarten. Dazu hatte er einfach nicht die Geduld. Harlan Ellison war der „King of Pop“ weiterlesen…

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