Bücher

Bücher – muss man eigentlich nicht erklären. In unserem Fall als Überbegriff für alle Arten phantastischer Literatur – traditionell vor allem Fantasy und Science-Fiction. Kommt einfach nach Würzburg und besucht uns in Hermkes Romanboutique.

Will Henry und die Irrtümer des Todes

von am 28. August 2012 5 Kommentare

Selbst die modernsten Erkenntnisse der Wissenschaft können die komplexen Zusammenhänge des menschlichen Gehirns nicht zur Gänze erklären. So ist der im Folgenden beschriebene Ablauf eines jener Ergebnisse von Vererbung und Erfahrung, die unsere Wahrnehmung beeinflussen und die momentane Entscheidung im späteren Verlauf negieren.

"Der Monstumologe" von "Rick Yancey" war eines jener Bücher, deren Gestaltung mich von Beginn an angesprochen hat. Dennoch hat die, aus der Erfahrung der letzten Jahre genährte, Ablehnung eben dieser Bücher, deren minderjähriger Held sie in dem Bereich Jugendbuch zuordnet, wo ein junger Protagonist garant für seichte und massenkompatible Unterhaltungslektüre ist, mich trotz der oben erwähnten ersten Regung davon abgehalten, diesem Buch mehr Beachtung zu schenken, als das Studium des Klappentextes und die Warenwirtschaftlichen Erfassung zwingend erfordert.

Eine Fehleinschätzung, wie sich im weiteren Verlauf gezeigt hat, hervorgerufen durch Erfahrungen, welche die erste, instinktive, also ererbte, Reaktion unterdrückt und mich so vollständig in die Irre geführt haben. Fast wäre ich der antiquiert, kuriosen Sprache dieses Werkes vorenthalten worden. Ein schier unvorstellbarer Verlust für denjenigen, welcher die wohlformulierten Sätze dieses Buches studieren durfte, wäre mir wohl einfach nur diese Erfahrung zur Gänze abhanden gekommen, ohne den Makel des Verlustes, denn Unwissenheit ist zugleich Fluch und Segen…

Wer meint, die Härte der autobiographischen Aufzeichnungen des Will Henry ertragen zu können und sich nicht scheut in die absonderlichen Grausamkeiten eines verstörenden Bereiches der Wissenschaft einzudringen, dem sei die Schilderung der Ereignisse in diesem ersten Buch über die Arbeit des Monstrumologen nahegelegt und anempfohlen. Ich selbst konnte nachdem ich meinen Fehler erkannt hatte, kaum erwarten, mich dem Studium der weiteren Bände zu widmen. Wie könnte ich also darauf verzichten, euch, meine geschätzten Leser, auf die Mirakel und Abnormitäten hinzuweisen, die der junge Will Henry während seiner Zeit als Assistent bei der größten Kapazität auf dem Felde der Monstrumologie, die die Welt des 19. Jahrhunderts kannte, erlebt.

Selbst die modernsten Erkenntnisse der Wissenschaft können die komplexen Zusammenhänge des menschlichen Gehirns nicht zur Gänze erklären. So ist der im Folgenden beschriebene Ablauf eines jener Ergebnisse von Vererbung und Erfahrung, die unsere Wahrnehmung beeinflussen und die momentane Entscheidung im späteren Verlauf negieren.
"Der Monstumologe" von "Rick Yancey" war eines jener Bücher, deren Gestaltung mich von Beginn an angesprochen hat. Dennoch

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Steampunkwelten des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Rollenspiel

von am 17. August 2012 Kommentare deaktiviert für Steampunkwelten des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Rollenspiel

Das ausgehende 19. Jahrhundert, die Welten von Jules Verne, die Industrialisierung und die vom Gaslicht beleuchteten Straßen von London bieten nicht nur für viele Romane den Hintergrund, sondern auch als Spielwelt für Rollenspiele. Diverse Systeme mit mehr oder weniger Steampunk- oder Fantasyanteil spielen in urbanen Szenarien um 1880-1900. Systeme wie Midgard 1880, Cthulhu oder das gerade neu aufgelegte Space 1889 bieten eine angenehme Abwechslung zu den klassischen Fantasy oder SF Regelwerken. Beliebte Schauplätze wie Luftschiffhangars oder Industrieanlagen oder europäische Städte – alles eignet sich als Bühne für die antiquiert gekleideten Akteure – Abenteurer, Ingenieure, Militärs und Detektive… Das schöne an diesem Setting ist, dass es viel reales Hintergrundmaterial und historische Quellen gibt, die dem Spielleiter ein reichhaltiges Repertoire an Handouts und Schauplätzen zur Verfügung stellt.

Eine meiner Lieblingsmöglichkeiten im Rollenspiel ist es HIER zu spielen. In Würzburg und Umgebung. "John Sinclair" Abenteuer im Spessart, "Vampire die Maskerade" im Bistum Würzburg, "Cyberpunk" in den Industriekomplexen Schweinfurts… daher war das kleine Geschenk eines Freundes ein echter Knaller. Besagter Freund ist durch Zufall an einen Stadtplan von Würzburg aus dem Jahre 1890 gekommen, hat ihn eingescannt, aufbereitet und reproduzieren lassen. Sehr genial und eben echt authentisch. Der perfekte Hintergrund für viele Rollenspiel-Abende.

Warum ich das hier schreibe? Natürlich wie immer aus kaufmännischem Interesse. 😀 Den Plan gibt es ab sofort auch bei uns im Laden! Für schlappe 8,50€ könnt ihr ihn erwerben. Wer sich vorher schon mal mehr dazu anschauen möchte, kann das auf dieser Internetseite (leider nicht mehr) machen. So, wie ich es sehe, wird dem Stadtplan in Bälde auch noch eine Art Reiseführer folgen. Ich freu mich jetzt schon. Vielleicht stellen wir euch auch ein paar Abenteuervorschläge zur Verfügung. Am Basteln sind wir gerade…

Das ausgehende 19. Jahrhundert, die Welten von Jules Verne, die Industrialisierung und die vom Gaslicht beleuchteten Straßen von London bieten nicht nur für viele Romane den Hintergrund, sondern auch als Spielwelt für Rollenspiele. Diverse Systeme mit mehr oder weniger Steampunk- oder Fantasyanteil spielen in urbanen Szenarien um 1880-1900. Systeme wie Midgard 1880, Cthulhu oder das gerade neu aufgelegte Space 1889

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Urlaubszeit – Lesezeit

von am 10. August 2012 12 Kommentare

Die großen Ferien in Bayern sind in der zweiten Woche, langsam leeren sich die deutschen Städte. Die Baustellen wachsen wie Pilze aus dem Boden – in Würzburg, weils da ja jetzt leerer ist 😀 und auf den Autobahnen, damit es in Würzburg nicht zu leer wird :D. Die Blechlawine der Gestressten wälzt sich wie jedes Jahr in Richtung Süden. Klar, da ist es ja auch entspannter als daheim. Da sind die Regionen der Relaxten Menschen. Deswegen sind die ja auch so verdammt unproduktiv und schädlich für unsere europäische Wirtschaft. Völlig undeutsch, nicht zum aushalten – aber im Sommer eigentlich doch ganz schön. Da kann man so unglaublich gut runterkommen, den Puls beruhigen und den alltäglichen Stress hinter sich lassen. Am Strand chillen, sich verwöhnen lassen, die Sonne auf den Pelz brennend und genügend Lektüre im Koffer.

Nach meiner Gerdschen Einleitung von hinten durchs Auge ins Knie, kann ich zu Sache kommen. Ja ich will euch noch ein paar Tipps auf den Weg in den Süden mitgeben. Leseempfehlungen für die Zeit in der Sonne. Wenn man mal wieder ein bisschen mehr Zeit hat, als die gewöhnliche Viertelstunde vor dem Erschöpfungsschlaf. Also Bücher, denen man vielleicht eine zweite Chance geben sollte, wenn man mehr Zeit hat und Bücher nicht nur in kleinen Dosen konsumieren kann…

Die 1. Zweite Chance ist für mich definitiv immer wieder die Reihe von Steven Erikson: Das Spiel der Götter – Der erste Teil ist zwar bis zur Neuauflage im Herbst vergriffen, aber viele von euch haben das Buch bereits zu Hause und sind nur im Alltag nicht reingekommen. Unbedingt einpacken. Eine bessere Serie gibt es im Fantasybereich aktuell einfach nicht. Es ist immer wieder erstaunlich, dass das wirre Konzept eines George R R Martin auch bei uns aufgeht, die wirklich von Anfang an durchdachte und bis zum abschließenden zehnten Band (englisch – im deutschen teilweise auf zwei aufgeteilt) unglaublich komplexe und vor allem stimmige Arbeit von Steven Erikson aber einfach keine Auflagen bekommt. Erikson zu lesen ist anspruchsvoll und verlangt am Anfang Mühe und Arbeit. Wer es aber erstmal verstanden hat die geniale Welt zu durchschauen, wird tausendfach dafür belohnt.

Die 2. Zweite Chance gilt der Reihe Harry Dresden, die in der deutschen Erstauflage bei Knaur lieblos aufgemacht war, untergegangen ist und schließlich eingestellt wurde. Verlagspolitik. Die neue Ausgabe bei Feder &  Schwert ist jetzt pfiffig aufgemacht, geht weiter und auch die ersten Bände sind in passender Aufmachung wieder aufgelegt. Jim Butchers Urban Fantasy Serie ist düster, hart und an Serie Noir Krimis angelehnt. Ich liebe die übernatürlichen Ermittlungen des Magiers Harry Blackstone Copperfield Dresden in der Stadt des ewigen Windes Chicago. Gebt der Ausgabe eine Chance. Die Jungs von Feder & Schwert haben es verdient.

Die 3. – und für heute letzte Zweite Chance solltet ihr Daniel Abraham geben. Sein Zyklus um die "Magischen Städte" war leider in Deutschland mal wieder ein absoluter Mißerfolg. Meiner Meinung nach ganz große Kunst, für manche Leser vielleicht etwas wenig Action-lastig, aber die Erfolgsquote dieser Empfehlung gab mir trotzdem Recht. Keine 100% Empfehlung, aber wer sie mochte, war stets extrem begeistert. Der Verlag nicht – und hat die Restauflage eingestampft. Offensichtlich gab die wirklich liebevoll gestaltete und durchgängig sensationell gute Reihe nichts für Stapel in Buchkaufhäusern her. Deswegen musste der Autor für seine neue Serie einen anderen Pseudonym für Deutschland annehmen und das Buch bekam eine wesentlich mainstreamigere Aufmachung – besser für Stapelverkäufe in beratungsfreien Zonen! Der erste Teil der neuen Serie "Das Drachenschwert" heist "Dolch und Münze" und auf dem Cover prangt der Name Daniel Hanover über dem üblichen Schwertknauf. Arghh! Trotzdem ist der Roman wieder super-genial und ich habe das Buch verschlungen.

Und jetzt viel Spaß im Urlaub!

Die großen Ferien in Bayern sind in der zweiten Woche, langsam leeren sich die deutschen Städte. Die Baustellen wachsen wie Pilze aus dem Boden – in Würzburg, weils da ja jetzt leerer ist 😀 und auf den Autobahnen, damit es in Würzburg nicht zu leer wird :D. Die Blechlawine der Gestressten wälzt sich wie jedes Jahr in Richtung Süden. Klar,

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Das zweite Halbjahr im Buchhandel

von am 17. Juli 2012 3 Kommentare

Fertig! Jedes halbe Jahr liegt ein meterhoher Stapel von Verlagsprospekten vor mir. Jeder einzelne Titel will begutachtet werden und wird mit Werbephrasen angepriesen. Phantastische Titel verbergen sich in allen möglichen Verlagsprogrammen. Oft wenig ersichtlich, gilt doch nach wie vor eine klare Abgrenzung von ernsthaften, anspruchsvollen Büchern zur Fantasy. Dabei sind es gerade diese Exoten, die sich oft als wirklich interessante Titel des Genres phantastische Literatur entpuppen. Im Gegenzug verschwimmt die Abgrenzung innerhalb des Genres auch immer mehr. Jugendbuch und Liebesroman sind oft von Fantasy und Science Fiction genausowenig zu unterscheiden, wie Zombieroman von Endzeit SF oder historisierender Roman von dem, was früher am Kiosk als Romanheft angeboten wurde. Das ernüchternde Ergebnis sind Schnulzen-Trilogien, in einer von Zombies verseuchten Endzeitwelt. Wer soll das lesen? Science-Fiction-Leser mit unterdrückter Kuschelseite oder romantische Manga-Teens mit Sehnsucht nach der Zombie-Apokalypse? Wahre Fantasy gibt es in diesem Jahr natürlich auch. Im Dezember wird 2012 zum Tolkien Jahr. Die langerwartete Fortsetzung des Riesenspektakels "Der Herr der Ringe kommt ins Kino"… oder so ähnlich… war es nicht eher so, dass "Der Hobbit" ein wunderschönes altmodisches Kinderbuch war?

Glaubt es mir oder glaubt es nicht, das ist harte, nervenaufreibende und frustrierende Arbeit. Manchmal muss man einfach ein bisschen mit Humor an die Sache rangehen, um nicht laut schreiend den Raum zu verlassen. Zur allgemeinen Erheiterung habe ich eine kleine Auswahl zusammengestellt. Um unserer derzeitigen Praxis gerecht zu werden, Listen zu bestimmten Themen zu erstellen, habe ich die Topps und die Flopps unter der Rubrik Tipps eingestellt. Die Topps sind Titel, auf die ich mich im nächsten Halbjahr freue. Persönlich und natürlich auch umsatzbezogen. Die Flopps sind aber auch nicht zu verachten. Bei dieser Kategorie ist es in den meisten Fällen eher die Werbephrase, die den Platz an der Spitze garantiert (die Werke selbst habe ich ja noch nicht gelesen…). Wahrhaft geniale Werbetexter. Meine tiefe Verneigung vor all diesen wohlformulieten  Sätzen, die das Niveau der Verlagshäuser so wunderschön widerspiegeln. Meine Favoriten findet ihr hier unter Topps und da unter Flopps ;-). Viel Spaß!

ps: kaum bin ich durch, stehen auch schon die ersten Titel aus den neuen Programmen im Laden. "Feder & Schwert" hat bereits die ersten beiden Artikel aus dem neuen Programm ausgeliefert. Ich freu mich! Und außerdem liegen seit heute gigantische Stapel des zehnten Bandes von George R. R. Martins "Lied von Eis und Feuer" bei uns im Laden. Erstverkaufstag ist der nächste Montag, 23.07. Wenn ihr euch die Zeit bis dahin überbrücken wollt, kann ich euch den dritten Teil der "Götterkriege" von Richard Schwartz empfehlen, der ist seit gestern im Verkauf.

Fertig! Jedes halbe Jahr liegt ein meterhoher Stapel von Verlagsprospekten vor mir. Jeder einzelne Titel will begutachtet werden und wird mit Werbephrasen angepriesen. Phantastische Titel verbergen sich in allen möglichen Verlagsprogrammen. Oft wenig ersichtlich, gilt doch nach wie vor eine klare Abgrenzung von ernsthaften, anspruchsvollen Büchern zur Fantasy. Dabei sind es gerade diese Exoten, die sich oft als wirklich interessante

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Topps im Buchhandel 2.Halbjahr 2012

von am 10. Juli 2012 Kommentare deaktiviert für Topps im Buchhandel 2.Halbjahr 2012

Sehr geil, hoffentlich lassen die Leute von Random House die Serie nicht gleich wieder auslaufen.
Blanvalet April 2013
Der krönende Abschluss der mehrfach preisgekrönten Trilogie.
"Mehr kann man sich gar nicht wünschen." Patrick Rothfuss
David Anthony Durham – Acacia 3 Reiche Ernte
Dariel Akkaran, der jüngere Bruder der mächtigen Königin von Acacia, hält sich noch immer in den Fernen Landen auf, um dort endlich ein uraltes Unrecht aus der Welt zu schaffen: die seit Generationen währende Verschleppung von Kindersklaven aus Acacia als Tribut an die Fernen Lande. Dariels Schwester Mena reist derweil in den fernen Norden, um sich einer Invasion durch die gefürchteten Auldek in den Weg zu stellen. Vom Erfolg ihrer beider Missionen hängt das Schicksal der ganzen Welt ab.

Tatsächlich noch nie auf deutsch. Auf einen neuen Gemmel post mortem kann man sich in jedem Fall freuen!
Blanvalet April 2013
Kein Leser von Patrick Rothfuss kommt an David Gemmel vorbei.
Ser internationale Bestseller – erstmals auf Deutsch.
David Gemmell – Der Weg des Helden
Talaban ist einer der letzten des Volkes der Avatare, und die Macht, die es einst besaß, schwindet. Doch jetzt fällt die grausame Armee der Kristallkönigin über die Welt her. Talaban glaubt, nur er und seine Freunde seien in der Lage, sie aufzuhalten. Aber dann lernt er das Bauernmädchen Sofarita kennen und ahnt, dass er nun die Geburt einer Legende miterlebt. Talaban beschließt, die junge Frau zu beschützen, zu leiten und – wenn es so weit ist – für sie zu sterben …

Ich liebe Foster.. und das hört sich sehr interessant an…
Bastei Lübbe (Dezember 2012)
Auftakt einer Trilogie: ein neuer, visionärer SF-Roman vom Bestsellerautor
Alan Dean Foster – Genom
Whispr und Jiminy sind Gauner – und Melds: Menschen, die körperlich oder genetisch "verbessert" wurden. Sie überfallen einen Mann, um an seine künstliche Hand zu kommen und stehlen dabei eine Silberkette. Diese scheint wertvoller zu sein, als sie dachten, denn bald werden sie erbarmungslos gejagt.

Wenn auch immer ein bisschen zu weitschweifig, Weber schreibt bestes Lesefutter. Wird sofort weggelesen…
Bastei Lübbe (Januar 2013)
Platz 1 auf der HC-Bestsellerliste des Wall Street Journal!
"Hochgradige Empfehlung!" SFRevu.com
Für alle Fans von Jack Campbell und Peter F. Hamilton
David Weber – Nimue Alban, Der Verrat
Nimue Albans Geist wurde in den Körper eines Cyborgs verpflanzt. Das war lange bevor die Menschen vor einer außerirdischen Spezies fliehen mussten, um der Auslöschung zu entgehen. Die Menschheit begann ein neues Leben auf einer fernen Welt. Doch sie lebt in einer Diktatur. Und Nimue Alban wurde wieder zum Leben erweckt, um das zu ändern …

Ganz besondere Freude über diese deutsche Erstveröffentlichung. Leider wie auch bei Gemmel post mortem…
Feder & Schwert (Oktober 2012)
Kage Baker – Das Haus des Hirsches
Ehe die Reiter in ihr abgelegenes Dorf kamen, lebten die Yendri ein beschauliches und friedvolles Leben. Als die Eroberer über sie kamen und sie versklavten, entkamen nur wenige Dorfbewohner in die Wälder. Doch Rebellion war nicht der Weg der Yendri; sie versteckten sich oder leisteten passiven Widerstand und fanden dabei Trost in den Prophezeiungen ihrer spirituellen Führer. Nur einer ist wütend genug, um zurückzuschlagen – Gard das Findelkind, seines Zeichens Halbdämon, lässt sich auf einen Ein-Mann-Guerrillakrieg mit den Reitern ein. Doch sein Kampf endet im Verlust der Menschen, die er liebt und der Verdammung durch seine eigenen Leute. Als Ausgestoßener wird Gard von mächtigen Magiern, die in einem unterirdischen Königreich regieren, versklavt. Verbitterter, aber auch weiser findet er subtilere Wege, um seine Freiheit zu erlangen. Dies ist die Geschichte seines Aufstiegs, seiner Rache, seiner ungewöhnlichen Befreiung und seines Heranreifens zu einem liebevollen Vater – und Befehlshaber einer Dämonenarmee.

Auch wenn der zweite Band nicht ganz so stark war, ich freu mich aufs Finale!
Piper (10.Dezember 2012)
Der Abschluss der berühmten "Magister"-Trilogie der US-Starautorin
"So muss starke Fantasy sein!" booksection.de
Celia Friedmann – Die Seelenkriegerin
Der Kampf gegen die Seelenfresser erreicht seinen spannenden Höhe punkt: Die Hexenkönigin Siderea Aminestas ist entschlossen, sich mithilfe der Ungeheuer an der ganzen Menschheit zu rächen. Während sich der Büßermönch Salvator von den Magistern und ihrer parasitären Zauberei abwendet, um seinem eigenen Glauben zu folgen, bereitet sich Kamala auf die letzte Schlacht vor. Als einzige Frau unter den Magistern ist sie todesmutig genug, um den Seelenfressern entgegen zu treten. Doch dazu muss sie sich mit Colivar verbünden, der selbst dunkle Geheimnisse hütet. Werden die Seelenfresser über die Menschheit herfallen, oder kann Kamala mit ihren Verbündeten in dieser Schlacht doch noch den Sieg erringen?

Ein Einzelband – neue Welt, neue Charaktere. Ich bin gespannt!
Piper (08.Oktober 2012)
Vom Autor der erfolgreichen Reihe um "Das Geheimnis von Askir"
Deutsche Gesamtauflage Richard Schwartz:; über 200.000
"Richard Schwartz lässt die Konkurrenz weit hinter sich!" Carsten Kuhr, phantastik-couch.de
Richard Schwartz – Der Falke von Aryn
Richard Schwartz gehört längst zur obersten Liga der deutschen Fantasy-Autoren. Mit seinem neuen Roman entführt er seine Leser in die düstere Stadt Aryn, in der ein verhängnisvolles Verbrechen verübt wurde und sich zwei neue Helden ihrer größten Herausforderung stellen müssen … Ein dunkler Schatten liegt über der Stadt Aryn: Der sagen umwobene Falke, ein mächtiges Artefakt der Göttin Isaeth, wurde gestohlen – und damit das empfindliche Gleichgewicht zwischen Macht, Intrige und Verrat ins Wanken gebracht. Die Soldatin Lorentha wird nun in die kaiserliche Enklave entsandt, um den Falken mit allen Mitteln zurückzugewinnen. Doch sie ist nicht die Einzige, die nach dem wertvollen Artefakt sucht: Der Magier Lord Raphanael wird Lorentha gegen ihren Willen als Beobachter zugeteilt – und sorgt mit seiner leichtfertigen Art dafür, dass die disziplinierte Soldatin vor ihrer größten Prüfung steht. Werden sie sich in den dunklen Gassen Aryns behaupten oder mit dem Falken untergehen?

Wow! "Der Psycho" die Zweite! Auch hier bin ich gespannt wie ein Flitzebogen…
Um zu wahrer Größe zu gelangen, muss man über Leichen gehen…
Die packende Fortsetzung von Prinz der Dunkelheit
Lawrence, Mark – König der Dunkelheit
Nach dem gewaltsamen Tod seiner Mutter und seines Bruders hatte Prinz Jorg von Ankrath blutige Rache geschworen. Nun ist er König, doch der Krieg ist für ihn noch lange nicht zu Ende, denn eine gewaltige Armee marschiert auf sein Reich zu – angeführt von einem scheinbar unbesiegbaren Krieger. Jeder gute König wäre wohlberaten, die Waffen zu strecken und das Knie vor diesem Krieger zu beugen, und sei es nur, um das Leben des eigenen Volkes zu schützen. Doch Jorg ist kein guter König …

Sehr geil, hoffentlich lassen die Leute von Random House die Serie nicht gleich wieder auslaufen.
Blanvalet April 2013
Der krönende Abschluss der mehrfach preisgekrönten Trilogie.
"Mehr kann man sich gar nicht wünschen." Patrick Rothfuss
David Anthony Durham – Acacia 3 Reiche Ernte
Dariel Akkaran, der jüngere Bruder der mächtigen Königin von Acacia, hält sich noch immer in den Fernen Landen auf, um dort endlich ein

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Urban-Fantasy 10.07.2012

von am 10. Juli 2012 4 Kommentare

Zuerst vielleicht doch noch mal eine Definition, da gerade dieses Genre von vielen anderen Bereichen berührt wird und es viele Überschneidungen gibt. Horror, Jugendbuch, Romantic Fantasy, Dark Fantasy und auch Steampunk – all diese Subgenres sind sehr verwand mit der Urban Fantasy und eigentlich auch schwer trennbar. Meine Definition lehnt sich eher an dem an, was die Amerikaner als "Contemporary Fantasy" bezeichen- Also phantastische Welten im Hier und Jetzt (frühestens vielleicht seit der Schlacht von Trafalgar oder den Napolionischen Kriegen) oder in sehr nahen Parallelwelten. Ich versuche die angrenzenden Bereiche auszulassen, aber auch diese Abgrenzung ist definitiv subjektiv.

Jim Butcher – Die Dresden Files

Düstere Serie Noir Krimis. Athmosphärisch dicht und immer wieder spannend. "Die dunklen Fälle des Harry Dresden" sind in sich abgeschlossene Einzelbände. Trotzdem ist es wie meistens sinnvoller zumindest mit Band 1 anzufangen. Da trifft es sich gut, dass die bei Knaur verwaiste Serie mittlerweile in Neuauflage von Feder & Schwert vorliegt. Derzeit werden nach und nach die frühen Bände wieder aufgelegt und weitere sind als deutsche Erstveröffentlichung in Vorbereitung. Wer Jim Butcher von seiner Fantasy Serie "Codex Alera" kennt, schätzt seinen Erzählstil. Mir persönlich liegen die "Dresden Files" noch deutlich mehr.

Christopher Moore – Der kleine Dämonenberater

Für mich der beste, der in "Pine Cove" spielenden skurril-humoristischen Horror-Fantasy Romane. Pine Cove ist das verdammte, stereotype Kaff in Midwest, in dem eben Horrorromane spielen. Ein Fitzelchen Stephen King, ein Fitzelchen Clive Barker. Coole Charaktere, blutige Momente und immer wieder Zwerchfellattacken. "Der kleine Dämonenberater" und "Der Lustmolch" sind meine persönlichen Favoriten.

Dean Koontz – Frankenstein Trilogie

Unglaublich gut ins Heute versetzt. Der Frankenstein Mythos mit all seinen Implikationen. Tragisch, hart, romantisch – die Adaption des Klassikers der Königin der romantischen Phantastik, Mary Shelley (Ich liebe ihren Verney oder der letzte Mensch). Die Trilogie ist absolut kein Remake, auch wenn sich Koontz offensichtlich intensiv mit Shelley beschäftigt hat. Lange haben wir auf den Abschluß warten müssen, dann war ich skeptisch und zum Schluß ist doch die ganze Trilogie in sich rund geworden. Leichter Abfall am Ende, trotzdem absolut lesenswert.

Sergei Lukjanenko – Wächter der Nacht

Lukjanenkow ist so wandlungsfähig wie ein Chamäleon. Was auch immer er schreibt, es bekommt eine eigene Note. Die Abenteuer von "Trix Solier" sind mit gewitzten Wortspielen gewürzte Märchen. "Spektrum" liest sich eher wie ein klassischer russischer SF Roman, die "Ritter der vierzig Inseln" ist ein Kinderbuch mit Escher’schen Bildern. Bekannt geworden ist er aber mit seinen Wächter-Romanen. "Wächter der Nacht" ist eine wilde Reise durch eine kaputte Welt. Apokalyptische Bilder und Fantasyfiguren vermengen sich mit klassischen Horrorelementen. Düster, bedrohlich und… russisch. Lukjanenko hat mir mit den Wächter Romanen den Zugang zu contemporärer russischer Phantastik geöffnet.

Kai Meyer – Arkadien Trilogie

Ich habe fast alles vom Meister der deutschen Fantasy gelesen. Kai Meyers Romane und Serien fallen oft in die Kategorie Jugendbuch. Meistens entlehnt er Hintergründe und Welten aus irgendwelchen Mythologien und mixt das Ganze mit einem Schuß Fantasy und einem Schuß Realität. Kurzweilig, routiniert und immer spannend zu lesen. Seine "Arkadien Trilogie" ist das erste Werk, das ich eindeutig in die Kategorie Urban-Fantasy einordne – und gleichzeitig auch sein bestes. Ich mag seinen Schreibfluss, bei Arkadien habe ich ihn geliebt. Ich mag seine Charaktere, bei Arkadien waren es fast Freunde. Ich mag seine Hintergründe, bei Arkadien war es so nah, so real und so perfekt in Reales eingebunden, dass ich fast auf Spurensuche gehen möchte. Bezaubernd unterhaltsame Fantasy, mit allem, was man zum Eintauchen in eine Buchwelt braucht.

Jenny-Mai Nuyen – Nocturna

Jenny-May Nuyen wurde mir als Wunderkind à la Christopher Paolini verkauft. Ist jetzt für mich nicht unbedingt der allergrößte Anreiz. Es gibt da aber einen gravierenden Unterschied – Jenny-May hats drauf. Von Anfang an waren ihre Bücher immer etwas Besonderes. Auch wenn einige ihrer Motive immer entlehnt sind und sie das Rad auch nicht neu erfinden kann, bringen ihre (gerade für ihr zartes Alter) umfassende Kenntnis zwischenmenschlicher Nicklichkeiten und Missverständnisse und ihre eigenständigen, originären Charaktere eine ganz eigene Dynamik in ihre Bücher. Jenny-May macht aus bekannten und selbst klassischen Motiven etwas faszinierend Eigenes. Die Kombination in "Nocturna" von Aspekten einer geheimen Welt der Zauberer neben einer Parallelwelt zu unserer, die sich irgendwo zwischen Steampunk, viktorianischer Kulisse und Joane K. Rollins Version unserer Welt bewegt, hat mich von Anfang an gefangen genommen. Die manchmal fatale Entwicklung der Charaktere und das Herzschlagfinale bringt dieses Buch trotz All-Ager- oder Jugendbuch-Aspekten auf diese Liste.

Neil Gaiman – Niemalsland

Neil Gaiman schreibt begnadet. Stories für Comics, Romane und seine eigenen Filmadaptionen. Von seinen Werken hätte einiges gepasst. "American Gods", "Anansi Boys" usw. "Niemalsland" habe ich ausgewählt, weil es – selbst so etwas wie ein Zitat – für viele andere Werke Pate stand. "Niemalsland" erzählt in Romanform die Geschichte der gleichnamigen Comicserie um die Abenteuer des Richard Mayhew im mystischen Unter-London. Märchenhafte Fantasy für (junge) Erwachsene wurde von Gaiman schon lange vor Frau Rollins definiert. Neben dem faszinierenden Unter-London, waren vor allem die Bücher der Magie (nur als Comic) mit dem jungen Magier Timothy Hunter schon 1990 ein Vorläufer der Harry-Potter Romane. Fangt einfach mit "Niemalsland" an und lasst euch infizieren. Dann könnt ihr eigentlich alles, was ihr von ihm in die Finger bekommt, ohne Argwohn lesen. Bücher, Comics oder auch die geniale Umsetzung seines Romanes "Sternwanderer" als Fantasy-Film mit Robert De Niro und Michelle Pfeiffer. Suchtgefahr!

China Miéville – Unlondon

Nicht ganz zufällig steht Unlondon an dieser Stelle. China Miéville, Schöpfer der genialen Steampunk-Welt Bas-Lag, verneigt sich in diesem Buch vor Gaiman (und anderen, im Vorwort bedankt er sich sogar bei Meister Moers) und schafft trotzdem ein völlig eigenständiges Fantasy Märchen für Erwachsene. Wieder einmal spitzenmäßig ins Deutsche übertragen von Eva Bauche-Eppers, die uns mit Übersetzungen wie "Adept des Assassinen" oder "Falter" begeistert hat. Ein wunderschöner Ausflug von Miéville in die Welt der Märchen.

Justin Cronin – Der Übergang

Ein phantastischer Roman. Wie auf einem ruhigen Fluss wird der Leser dahingetragen. Cronin beschreibt unglaublich plastisch und lässt sich Zeit. Langsam und bedächtig, ohne jemals anzustrengen. Ein Buch der Sonderklasse zwischen Endzeit, Horror und Fantasy. Nichts für Action-Leser. Ich habe das Buch in vollen Zügen genossen und bin absolut begeistert. Keine Ahnung, warum es sich bei dem Buch um den Auftakt einer Trilogie handelt, hätte ich nicht gebraucht. Das Buch ist so wie es ist einfach perfekt.

Anne Rice – Interview mit einem Vampir

Ich fands damals saugut! Das Buch, den Film und alles. Anne Rice war die Wurzel für unendlich viel. Sie ist die Mutter aller modernen Vampirmythen, angefangen vom Rollenspiel "Vampire – Die Maskerade", bis hin zu Stefanie Meyers Kuschel-schocker ;-). Was daraus geworden ist, ist mir wurscht. Die Dame hat auf immer einen Platz in Urban-Fantasy-Listen verdient.

Zuerst vielleicht doch noch mal eine Definition, da gerade dieses Genre von vielen anderen Bereichen berührt wird und es viele Überschneidungen gibt. Horror, Jugendbuch, Romantic Fantasy, Dark Fantasy und auch Steampunk – all diese Subgenres sind sehr verwand mit der Urban Fantasy und eigentlich auch schwer trennbar. Meine Definition lehnt sich eher an dem an, was die Amerikaner als "Contemporary

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Fantasy – Klassisch 06.07.2012

von am 6. Juli 2012 1 Kommentar

Brandon Sanderson – Die Nebelgeborenen

Abgeschlossene Trilogie – Alle Bände lieferbar. Für mich ist Sanderson ein Segen. Nicht nur, dass er selbst wirklich interessante Themen in gelungenen, runden Fantasy Einzeltiteln oder Zyklen verarbeitet, der Mann hat auch noch die Energie, "Nebenbei" den unvollendeten Werke anderer Autoren zu einem krönenden Abschluß zu verhelfen. Sanderson fasst interessante Ideen in routinierte Worte. Einfach gute Unterhaltung.

Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit

Der Auftakt der fünfteiligen Serie über die Dämonenkriege. Düstere Mischung aus Endzeit und Fantasy. Irgendwer hatte mal das Gerücht einer Trilogie verbreitet – isses nicht – laut Autor werden es fünf Bände. Die ersten beiden sind bereits erschienen, der erste war seit langem das Beste, was ich gelesen habe, der zweite setzt nochmal eins drauf. Gewaltig!

Robin Hobb – Die Saga von Fitz dem Weitseher

Einer meiner Evergreens. Die erste Trilogie von Fitz dem Weitseher, die auch völlig für sich lesbar ist, ist wahrscheinlich subjektiv das Beste, was ich jemals im klassischen Fantasybereich gelesen habe. Die weiteren Werke der Autorin stehen mit Sicherheit auch sehr weit oben in der Hierarchie, aber exemplarisch ist einfach die erste Trilogie in dieser Welt in diese Liste gerutscht. Der neue Zyklus von Robin Hobb "Die Rain Wild Chroniken" spielt nach einem kleinen Ausrutscher mit der "Nevare Trilogie" wieder in der gleichen Welt – und liest sich toll! Auch ein Kandidat.

Patrick Rothfuss – Die Königsmörder Chronik

"Der Name des Windes" ist ein Buch wie ein Geschenk. Du nimmst es in die Hand, bist verliebt und gibst es erst wieder her, wenn du es zu Tode geliebt hast, oder in diesem Fall fertiggelesen. Über die Aufteilung des zweiten Bandes ist viel Gerede entstanden. Egal – solche Qualität ist einfach jeden Preis wert und die Bücher sehen ja auch toll aus.

Tad Williams – Shadowmarch

Sicher trägt die Übersetzung von Klett-Cotta zum Gelingen der deutschen Version bei. Tad Williams muss man mögen, oder nicht. Ich hatte an all seinen anderen Werken und Zyklen immer etwas auszusetzen. Selbst "Das Geheimnis der Großen Schwerter" oder "Die Chronik von Osten Ard", wie es früher hieß, war mir am Ende verhasst. Shadowmarch ist ihm gelungen – und zwar perfekt. Trotz des kleinen Lapsus, dass die Trilogie jetzt 4 Bände umfasst. Das haben andere auch schon verbrochen. Ich muss zugenben, der Meister kann nicht nur Welten entwerfen, sondern auch geniale Abschüsse Zaubern. Shadowmarch ist der Beweis.

Steven Erikson – Das Spiel der Götter

Das beste, was Fantasy sein kann. Erikson erfindet die Fantasy neu – zumindest entwirft er eine ebenso andere wie auch komplexe Realität in ähnlicher Manier wie einst ein Tolkien. Eriksons Zyklus umfasst zehn Bände, zehn Fragmente, jedes davon ist einzigartig und fügt sich doch am Ende zusammen. Leider hängen wir mit der deutschen Übersetzung mittlerweile. Verlagspolitik und Verkaufszahlen. Verdammt, ich hoffe nur, dass die deutsche Ausgabe zu einem schnellen Ende kommt. Der Autor ist längst fertig. Nichts für Ungeduldige. Das Spiel der Götter verlangt dem Leser Energie ab. Man wird dafür entschädigt. Vielfach.

Kage Baker – Der Amboss der Welt

Kage Baker kam leider viel zu spät zum Schreiben und musste viel zu früh von uns gehen. Trotzdem hat sie uns eine ganze Reihe genialer Bücher hinterlassen. "Der Amboss der Welt" und "Die Frauen von Nell Gwynnes" sind meine Lieblinge. "Der Amboss der Welt" passt in die Rubrik Fantasy.
Eigentlich fast eine Trilogie in einem Buch ist der Roman völlig typisch für den Erzählstil von Kage Baker. Ich liebe diesen Stil und bedaure sehr, dass mit ihrem Tod eine weiter große Erzählerin von uns gegangen ist. Kage schreibt so wunderbar knapp, dass genug Spielraum für die Phantasie des Lesers bleibt – eine Kunst, die heute fast abhanden gekommen scheint.

Joe Abercrombie – Kriegsklingen – Feuerklingen – Königsklingen

Eine Trilogie wie ein D-Zug. Abercrombie reißt den Leser davon. Mit seinen treffenden Beschreibungen, seinem triefendem Sarkasmus und seinen "netten" bösen Antihelden. Ich habe sie alle geliebt, auch wenn sie miese kleine Arschlöcher sind. Jeder bekommt eben was er verdient.
Auch die anderen Bücher von Abercrombie sind supergut, aber die ersten drei waren eben die ersten drei – und deswegen stehen sie auf dieser Liste.

Hans Bemmann – Stein und Flöte

Das wunderbaremärchenhafteschönetraurigefröhliche Buch. Es ist unglaublich wieviel Bemmann in die Geschichte hineinpackt ohne sie zu überladen. Ein Buch, das jeder Mensch lesen sollte. Ein Buch das prägt und formt ohne Zeigefinger und Schulmeisterei. Einfach genial – eines der ganz wenigen Bücher, die ich mehrfach gelesen habe und auch wieder lesen werde.

Walter Moers – Die Stadt der träumenden Bücher

Auch wenn mir "Rumo" vielleicht ein kleines bissschen besser gefallen hat, muss auf dieser Liste "Die Stadt der träumenden Bücher" stehen. Man kann einfach nicht besser in Worte fassen, was Bücher ausmacht. Ihren Reiz, ihren Charme und ihre Einzigartigkeit. Und darum geht es doch hier auf unserer Seite und bei uns im Laden.

Brandon Sanderson – Die Nebelgeborenen
Abgeschlossene Trilogie – Alle Bände lieferbar. Für mich ist Sanderson ein Segen. Nicht nur, dass er selbst wirklich interessante Themen in gelungenen, runden Fantasy Einzeltiteln oder Zyklen verarbeitet, der Mann hat auch noch die Energie, "Nebenbei" den unvollendeten Werke anderer Autoren zu einem krönenden Abschluß zu verhelfen. Sanderson fasst interessante Ideen in routinierte Worte. Einfach gute

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Top Ten Romane

von am 6. Juli 2012 14 Kommentare

Bei unserem letzten internen Treffen hat Marcus den Anstoß zu einer neuen Rubrik gegeben.

Top Ten aller Bereiche – Arbeitstitel war TTT (Tip Top Titel, frei nach dem genialen Politmagazin und in Ermangelung der Möglichkeit es DDD zu nennen, ohne den "Dausend Doden Drollen" auf den Schlipps zu treten, auch wenn Dibb Dobb Diddel deutlich besser klingt :-))

Fangen wir mal mit den Büchern an.

Wir wollen in Zukunft subjektive Bestenlisten lieferbarer Bücher oder Zyklen in den verschiedenen Bereichen der phantastischen Literaturführen. Das soll einerseits als Kauftipp zu verstehen sein, andererseits als exemplarische Dokumentation des Genres. Um zu diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, müssen wir zuerst einmal versuchen, das Genre in gewisser Hinsicht zu definieren. Trifft sich gut, dass ich genau darüber erst vor Kurzem lauthals gemeckert habe und – zu Recht – von Glokta zurechtgewiesen wurde. Ein Grund mehr, mich entsprechend ins Zeug zu legen. Das Thema ist komplex. Mit dem folgenden Schema habe ich versucht, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die Verzahnungen und Verzweigungen darzustellen. Selbstverständlich werden wir nicht alle, der aufgezeigten Bereiche abdecken, aber ich denke, für eine grobe Einordnung werden wir in jedem Fall sorgen.

Bis jetzt angedacht sind auf jeden Fall die Bereiche:

Fantasy

  1. Fantasy, im klassischen Sinn, also in etwa High Fantasy, Low Fantasy, Sword and Sorcery, Mythologische Fantasy, Mantel und Degen…
  2. Urban Fantasy, düstere Parallelwelten zwischen Heute, Horror, Krimi und Phantastik
  3. Romantic Fantasy mit Geschichten zum träumen. Engel, Vampire, Dämonen. Geschichten zwischen Kuschelfaktor, Erotik und Thrill

Science Fiction

  1. Weltraum-SF von Military SF à la John Ringo und David Weber zu Space Opera im "Kultur-Universum" oder im Reich der "Sieben Sonnen"
  2. Nachkatastrophen-Roman wie "Metro 2033" oder Endzeitromane wie "Ausgebrannt"
  3. Utopie / Dystopie im Sinne von Near Future oder gesamten Weltentwürfen…

Zwischenbereiche und der ganze Rest

  1. Steam Punk als Zwischenform
  2. Randbereiche wie Thriller, Krimi und Horror – Überraschungstreffer – Bücher die nicht so recht in unser Programm passen wollen, aber halt trotzdem einfach genial sind
  3. Ja und dann noch die Jugendbücher, auch wenn ich bei der Trennung echt Magenschmerzen habe

Damit fangen wir jetzt einfach mal die nächsten Tage an. Updates verstehen sich jeweils als Ablösung der alten Listen. Die Titel sind auf zehn begrenzt. Wenn ein Buch dazukommt, muss eines gehen. Fast wie bei Hermke sucht das Superbuch oder Büchercamp 😉 – Ach ja und lieferbar müssen sie sein! Natürlich sind die Listen personalisiert – Es kann also auch sein, dass es eine Endzeitliste von Hermke, eine von Marcus und eine von Bernie gibt…

Wie immer gilt:
Bei Wünschen und Anregungen fragen sie ihren freundlichen Buchhändler in der Nachbarschaft
und die obligatorische Warnung:
Die EU Gesundheitsminister warnen: Lesen gefährdet ihre Dummheit.

Bei unserem letzten internen Treffen hat Marcus den Anstoß zu einer neuen Rubrik gegeben.
Top Ten aller Bereiche – Arbeitstitel war TTT (Tip Top Titel, frei nach dem genialen Politmagazin und in Ermangelung der Möglichkeit es DDD zu nennen, ohne den "Dausend Doden Drollen" auf den Schlipps zu

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Literatur

von am 5. Juli 2012 1 Kommentar

Ihr hört mich immer wieder schimpfen über die Entwicklung im Genre "phantastische Literatur". Andererseits hört ihr mich aber auch von echten Pralinen schwärmen. Bücher, die fein gestrickt, kunstvoll formuliert und kostbar zu lesen sind. Über das Genre ansich und dessen Wirken nach außen habe ich mir eigentlich selten und nie laut Gedanken gemacht. Ganz im Gegensatz zu den anderen Bereichen unseres Ladens, den Comics und den Rollenspielen. Dass in diesen Bereichen sehr viel Öffentlichkeitsarbeit von Nöten ist und vor allem im Bereich Comic ja derzeit auch gemacht wird, war schon oft das Thema. Ob lokale Events, wie "Art in Residence" oder große überregionale, wie der "Gratis Comic Tag", da tut sich was im Staate Deutschland.

Phantastik bestimmt die Blockbuster in den Kinos, dieses Jahr ist der Hype wieder besonders groß, "Der Hobbit" wird als Ergänzung zur "Herr der Ringe" Trilogie in die Kinos kommen. Fantasy liegt in Stapeln in großen Buchhandlungen und phantastische Titel belegen die vordersten Ränge vieler Bestseller-Listen. Trotzdem ist das Genre im Kern nicht wirklich akzeptiert und nach wie vor werden phantastische Titel eher in geringen Auflagen und von einer kleinen eingeschworenen Gemeinde gekauft und gelesen. Phantastik hat, wie das Comic auch, keinen festen Platz in den Köpfen der meisten Deutschen und schon gar nicht das Anrecht als Literaturgattung bezeichnet zu werden. Vielleicht ist auch an dieser Stelle Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit gefragt.

Umso schöner, dass ein alter Bekannter, der selbst bekennender Phantastik-Anhänger ist, mittlerweile in der Position ist, eine solche Lanze zu brechen. Denis Scheck ist Literaturredakteur beim Deutschlandfunk und Vorzeigekritiker in der (genialen!) Büchersendung „Druckfrisch“, die monatlich im Ersten (mit vielen Wiederholungen auf diversen anderen Öffentlich-Rechtlichen) ausgestrahlt wird. Denis war früher auch schon Gast in unserem kleinen Laden und kam damals mit seinen Stuttgarter Kumpanen zu Besuchen der Würzburger SF und Fantasy Gemeinde. Noch heute erzählt mein Vater gerne eine Annekdote über den "kleinen Dreikäsehoch", der damals noch nicht geschäftsfähig, die Unterschrift seiner Mutter gefälscht habe um auf diese Weise als Übersetzer arbeiten zu können.

Denis Scheck hat vor kurzem einen Artikel über Fantasy auf stuttgarter-zeitung.de veröffentlicht, auf den ich an dieser Stelle hinweisen möchte. Nicht nur, dass der Artikel in seiner unvergleichlich bissigen Art wunderbar zu lesen ist, er ist auch wirklich interessant aufgebaut und genau diese Art von Öffentlichkeitsarbeit, die unser Lieblingsgenre braucht. Lesen!

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100 Ausgaben Nautilus – hundertmal Abenteuer & Phantastik

von am 28. Juni 2012 Kommentare deaktiviert für 100 Ausgaben Nautilus – hundertmal Abenteuer & Phantastik

Das phantastische Printmagazin Nautilus feiert mit Erscheinen seiner hundertsten Ausgabe ein beachtliches Jubiläum. Ursprünglich noch quasi Nachfolger des beliebten Rollenspielmagazins ZauberZeit, wandelte sich die Zeitschrift mit einer umfassenden  Berichterstattung über die Herr der Ringe-Filmtrilogie alsbald zu einem langlebigen Genre-Magazin für fantastisches Kino, Fantasy & SF-Literatur, Abenteuerspiele und PC-Adventures. Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie ich vor inzwischen 19 Jahren, die von einem Cover von Dionotopia gezierte Erstausgabe hinten in der Romanboutique entdeckte und seitdem zu einem treuen und begeisterten Leser und schließlich auch Mitarbeiter des Heftes wurde, weswegen dieser Beitrag zugeben etwas subjektiv ist.
Zwar hat die Nautilus nach wie vor in Hamburg seinen Heimathafen, unter den zahlreichen Mitarbeitern, von denen viele professionelle Autoren sind, finden sich immerhin auch ein halbes Dutzend (z. T. auch ehemalige) Würzburger locals: Caillean Kompe, Marco Behringer, Christian Endres, Christian Handel, Stephan Spatz und Carsten Pohl.
Das Besondere an der Nautilus ist, dass jede der seit 2006 monatlich erscheinenden Ausgaben einerseits aktuell über alle relevanten Neuerscheinungen informiert, diese Themen andererseits jedoch auch immer von umfassenden Featureartikeln, Interviews, Werkstattberichten und Hintergrundtexten ergänzt werden. Einmalig ist auch das aufwändige und kunstvolle Layout des Magazins, dessen Detailverliebtheit zuweilen etwas verspielt aber nie kitschig wirkt.
Die aktuelle Nummer 100, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema der magischen Verwandlung auseinandersetzt, ist natürlich wieder im Laden zu haben, kann aber auch vorab online durchgeblättert werden:
www.fantasymagazin.de
In diesem Sinne sagt der Comicdealer herzlichen Glückwunsch Nautilus zum Hundertsten und freut sich auf die nächsten 100 Hefte.

Das phantastische Printmagazin Nautilus feiert mit Erscheinen seiner hundertsten Ausgabe ein beachtliches Jubiläum. Ursprünglich noch quasi Nachfolger des beliebten Rollenspielmagazins ZauberZeit, wandelte sich die Zeitschrift mit einer umfassenden  Berichterstattung über die Herr der Ringe-Filmtrilogie alsbald zu einem langlebigen Genre-Magazin für fantastisches Kino, Fantasy & SF-Literatur, Abenteuerspiele und PC-Adventures. Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie ich vor inzwischen 19

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Neverwhere meets Hellblazer in Simon R. Greens "Geschichten aus der Nightside"

von am 21. Juni 2012 Kommentare deaktiviert für Neverwhere meets Hellblazer in Simon R. Greens "Geschichten aus der Nightside"

Die Nightside – das neonschwarze, geheime Herz Londons, zweieinhalb Quadratkilometer Hölle mitten in der Stadt, wo es immer drei Uhr morgens ist. Wo man mit Mythen spazierengehen und mit Monstern zechen kann. Wo nichts ist, wie es scheint – aber doch alles möglich.

John Taylor ist „Privatdetektiv“, nun, eigentlich hat er die Gabe, Dinge zu finden, ob sie gefunden werden wollen oder nicht. Vor langer Zeit war es ihm gelungen, mit heiler Haut und einigermaßen intaktem Verstand aus der Nightside wegzugehen, und er hatte damals geschworen, niemals zurückzukehren. Doch sein jüngster Fall läßt ihm keine Wahl und so kehrt er heim … in die Nightside.

Urban Fantasy heißt das Genre, Geschichten aus der Nightside heißt die Serie und das ist verdammt cooler Stoff. Kaum ein Mythos oder eine uns sonst aus der Fantastik bekannte Figur oder Gestalt, die Simon R. Green in seiner Nightside nicht auftreten lässt. Über Engel, Merlin, Vampire, Geister, Zombies, lebende Schatten, alles begegnet unserem Helden bei seinen Fällen, die von Band zu Band immer besser und spannender werden. Das liegt daran, dass jeder der bisher 10 Bände, die jeweils eine in sich abgeschlossene Story enthalten, zusätzlich über einen extrem gut geplotteter Hauptstrang (wird hier nicht gespoilert) verbunden sind, so dass man die Serie am besten der Reihe nach liest.
Es ist extrem gut gemachter Trash, teilweise ganz schön hart, aber immer mit einem kleinen Augenzwinkern versehen. Von Simon R. Green, wurde bei uns nur seine Todtsteltzer-Serie empfohlen, die Hermke sehr mochte. In seiner Nightside-Serie verquickt er gekonnt den Serie Noir Thriller mit modernem Fantasy-Horror, indem er eine Welt kreiert hat, in der alles auftauchen und existieren darf, Mythen, Götter, Sagengestalten, Zeitanomalien usw. Green sprüht vor Ideen und zaubert wohl auch immer mal ein Kaninchen aus dem Hut, um seinen Helden aus scheinbar ausweglosen Situationen entwischen zu lassen, aber genau das ist das Salz in der Nightside-Suppe 😉
Besondere Freude an der Reihe macht auch die perfekte Aufmachenung, die Feder und Schwert wirklich in seinem ganzen Verlagsprogramm durchzieht.
Der Preis wirkt zunächst ein wenig hoch mit € 10,95 pro Band, ist jedoch gemessen an tatsächlichem Text durchaus fair.

Die Nightside – das neonschwarze, geheime Herz Londons, zweieinhalb Quadratkilometer Hölle mitten in der Stadt, wo es immer drei Uhr morgens ist. Wo man mit Mythen spazierengehen und mit Monstern zechen kann. Wo nichts ist, wie es scheint – aber doch alles möglich.
John Taylor ist „Privatdetektiv“, nun, eigentlich hat er die Gabe, Dinge zu finden, ob sie gefunden werden wollen

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  • Kategorie: Bücher , Fantasy , Horror , Rezis
  • Kommentare deaktiviert für Neverwhere meets Hellblazer in Simon R. Greens "Geschichten aus der Nightside"

Manchmal sollte man ja auch…

von am 15. Juni 2012 Kommentare deaktiviert für Manchmal sollte man ja auch…

…über den Tellerand der Phantastik hinausblicken.
So getan habe ich nun zwei geile Thriller (nicht phantastisch) für Euch:
Lansdale, Joe R.: Schlechtes Chili
 
Mein lieber Freund, Empfehler und Tipp-Geber Mr. Endres schrieb folgendes:

"Lust auf einen geilen Kumpel-Movie-Krimi mit Texas-Charme?

Joe R. Lansdales SCHLECHTES CHILI, gerade bei Dumont erschienen, wirst du lieben.

Trust me. Musste, als ich es am WE in der Neuauflage las, einige Male denken: Burn würde das lieben.

Hab das Buch nun zum dritten Mal gelesen, und ich lieb’s einfach, too.

Check it out!"
 

Ja, und ihr ahnt es schon, es gefiel mir außerordentlich gut. Die Hauptfiguren Hap, ein Texas Redneck, frisch vom Job auf einer Bohrinsel zurück und sein bester Freund Leonard, ein schwuler Neger (in Texas, wie geil ist denn die Idee?!) werden in eine Serie von Verbrechen verwickelt, als sie nach Leonards verschwundenem Freund suchen. Die Handlung rasant und ganz schön deftig, die Dialoge genial witzig, die Figuren schräg und vielschichtig. Lansdale, der ja auch als Comic-Autor schon tolle Sachen geschrieben hat, ist den Blick über den Tellerrand absolut wert.

 
Ein weiterer Freund von mir tritt nun für unsere zweite Empfehlung auf, sein Name ist Programm: Stahlprediger.
 
Mark Allen Smith "Der Spezialist"
 

Sie glauben, Sie sind ein harter Kerl? Sie denken, Sie können ein Geheimnis für sich behalten, egal was mit ihnen passiert? Sie sterben lieber, bevor Sie reden? Wenn Geiger, der Inhaber der Firma "Information Retrieval", auf Sie angesetzt wird, werden Sie innerhalb von 24 Stunden das alles anders sehen und ihm sogar Dinge erzählen, die Sie längst vergessen wollten. Er wird die ganze Wahrheit aus Ihnen herausholen. Und Sie würden gerne sterben, damit er damit aufhört. Er ist ein Spezialist auf dem Gebiet der Folter und vergießt dabei sehr selten Blut.
Mark Allen Smith hat mit seinem Roman "Der Spezialist" einen dunklen Helden geschaffen, der in seiner maschinenartigen emotionslosen Präzision den Leser entweder fasziniert oder verstört abschreckt. Wenn Sie sich in Geigers Welt begeben und sich dort wohlfühlen, den Aufenthalt dort vielleicht sogar genießen, werden Sie die Welt mit anderen Augen sehen. Und Sie werden sich möglicherweise fragen, was Ihre Kollegen und Nachbarn Ihnen alles erzählen würden. Ab einem gewissen Punkt…

 
 
Danke, Stahlprediger und danke, Mr Endres…mehr, mehr!

 

…über den Tellerand der Phantastik hinausblicken.
So getan habe ich nun zwei geile Thriller (nicht phantastisch) für Euch:
Lansdale, Joe R.: Schlechtes Chili
 
Mein lieber Freund, Empfehler und Tipp-Geber Mr. Endres schrieb folgendes:
"Lust auf einen geilen Kumpel-Movie-Krimi mit Texas-Charme?
Joe R. Lansdales SCHLECHTES CHILI, gerade bei Dumont erschienen, wirst du lieben.
Trust me. Musste,

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Das Tal

von am 11. Juni 2012 Kommentare deaktiviert für Das Tal

Obwohl wir in Würzburg eine rege Gemeinschaft der Locals haben, mit regelmäßigen Treffen und einer engen Vernetzung, die auch immer wieder zu interessanten Aktionen und Events führt, sind wir natürlich weit von einem Vollständigkeits-Anspruch entfernt. Erst am Samstag hatte ich wieder ein sehr nettes Gespräch mit einer regionalen Autorin, Christina Fischer, die es bisher nicht zu unseren Treffen geschafft hat, aber bereits etliche Romane geschrieben hat und jetzt auch vor ihrer Erstveröffentlichung steht. Dazu aber später mehr, wenn der Veröffentlichungs-Termin fix ist.

Manchmal hat man auch Tomaten auf den Augen und nimmt AutorInnen nicht als Locals wahr. Seit Mai 2010 verfolge ich eine Serie mit Spannung. Ausnahmsweise als Hörbuch und nicht als Printmedium. Der Aufbau und die Erzählweise haben mich von Anfang an mehr zu diesem Medium tendieren lassen. Sensationell gelesen von der unverkennbaren Synchronstimme von Demi Moore, Franziska Pigulla, ist die Serie schon in der Betitelung (Season One, Season Two…) an TV Serien angelehnt. Das ganze schwebt irgendwo zwischen Internats-Jugendbuch, Jean-Christophe Grangés "Die Purpurnen Flüsse" und Lost, ist anhaltend spannend und unglaublich verzwickt und vielschichtig. "Das Tal" von Krystyna Kuhn eröffnet in kleinen, spannenden Dosen nach und nach menschliche Abgründe, Geheimnisse aus mystischer Vergangenheit und comichafte Science-Fiction Aspekte à la "Lost". Bis jetzt, wir befinden uns im Moment in der zweiten Staffel, ist die Spannung ungebrochen und noch ist alles stimmig und furchteinflößend. Vorausgesetzt, es gibt keinen deutlichen Abfall (ich sage nur "Lost", letzte Staffel oder die mittlerweile abgeflachte und fast eingeschlafene Hörspielproduktion "Gabriel Burns"), verspricht das Ganze wirklich ein Brecher zu werden.

Langer Rede kurzer Sinn: Seit über zwei Jahren verfolge ich die Serie mit Spannung und Gänsehaut und gestern hab ich festgestellt (ja, Tomaten auf den Augen!), dass Frau Kuhn gebürtige Würzburgerin ist, in Würzburg studiert hat und heute wieder in der Nähe von Würzburg lebt. Die mehrfach ausgezeichnete Autorin ist auf jeden Fall ein Local Hero und die Serie "Das Tal" ein echter Tipp von mir!

Obwohl wir in Würzburg eine rege Gemeinschaft der Locals haben, mit regelmäßigen Treffen und einer engen Vernetzung, die auch immer wieder zu interessanten Aktionen und Events führt, sind wir natürlich weit von einem Vollständigkeits-Anspruch entfernt. Erst am Samstag hatte ich wieder ein sehr nettes Gespräch mit einer regionalen Autorin, Christina Fischer, die es bisher nicht zu unseren Treffen geschafft hat,

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Fahrenheit 451

von am 9. Juni 2012 1 Kommentar

Soeben habe ich es von Horst Illmer erfahren. Einem der wirklich ambitionierten Blogger, Autoren, Redakteure und vor allem Fans und Sammler der Phantastik. Ray Bradbury ist am 5.6.2012 im Alter von 91 Jahren verstorben. Der Mann, ohne den wir (und ebenfalls François Truffaut) nie gewusst hätten, bei welcher Temperatur, altes dickes Bücherpapier entflammt. Ich persönlich liebe seine Werke seit früher Jugend, vor allem seine Kurzgeschichten. Unter den Stories, die in seine "Mars-Chroniken" hineinspielen, gibt es eine Geschichte, die für mich bis heute die beste SF Kurzgeschichte aller Zeiten ist. Am schönsten in einer sonst nie wieder veröffentlichten Übersetzung des ehemaligen Perry-Magazines: "Einer der wartet". Es gibt keine andere Geschichte, die mich jemals stärker berührt hat, durch die Bilder, die sie entstehen lässt, durch die vollendete Sprache und durch die tiefen Gefühle, die sie in mir auslöst – damals wie heute.
Möge deine unsterbliche Seele durch die unendlichen Weiten des Universums wandern und die Orte finden, die du uns schon vor langer Zeit so wunderschön und plastisch beschrieben hast.
Gerd

 

Soeben habe ich es von Horst Illmer erfahren. Einem der wirklich ambitionierten Blogger, Autoren, Redakteure und vor allem Fans und Sammler der Phantastik. Ray Bradbury ist am 5.6.2012 im Alter von 91 Jahren verstorben. Der Mann, ohne den wir (und ebenfalls François Truffaut) nie gewusst hätten,

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Verlagspolitik im Wandel – Gestern und Heute

von am 9. Juni 2012 2 Kommentare

Giganten

Auflagenzahlen, modernes Management und optimale Gewinnabschöpfung sind in einer globalisierten Welt die zentralen Richtlinien im Verlagswesen. Die mannigfalitge Kultur des deutschen Verlagswesen ist längst einer undurchsichtigen Struktur gigantischer Konzerne gewichen. Ein gutes Beispiel ist "Random House". Der Gigant hat mittlerweile (fast) alle wichtigen Verlage für Fantasy und SF geschluckt. Das Ergebnis ist, wie in allen wirtschaftlichen Bereichen eine Verschlankung der Verlagsprogramme, ein immer intensiverer Kampf um Rechte an Bestsellern – auch potentiellen – und immer kurzfristigere Ausrichtung, nach aktuellen Strömungen, vor allem in der Belletristik. Leidtragende sind wir, die Fans phantastischer Literatur. Der Bereich SF und Fantasy wird immer stärker unterwandert, von Kinder und Jugendbüchern, die euphemistisch als All-Ager bezeichnet werden und von Schnulzen, die früher in den Drehsäulen von Kiosken als Romanhefte gelandet wären. Nichts gegen gute Jugendbücher, oder gefühlvolle Romane. "Little Brother" oder "Starters" sind zum Beispiel wirklich wertvolle Bücher. Die Aufbereitung politischer, sozialer und philosophischer Themen für Kinder und Jugendliche ist wichtig und absolut befürwortenswert. Kinder und Jugendbücher sind aber ein eigenes Genre und sollten nicht die "Belegplätze" für Fantasy oder SF in den Verlagsprogrammen besetzen. Auch die nach wie vor rollende Welle von Vampirromanen, Urban-Fantasy und Kuschelphantastik ist mit Sicherheit nicht schlecht und es gibt auch in diesen Bereichen herausragend gute Exemplare, aber es gilt das Gleiche: ergänzen, nicht ablösen! Viele dieser Bücher und Serien haben eine bemittleidenswerte Halbwertszeit. Lange bevor – oder spätestens bei – Abschluss der Serie sind die ersten Bände vergriffen ohne Neuauflage. Keine Rede von einer konsistenten, nachhaltigen Sortimentspflege. Selbst bei Fantasy-Serien, die wirklich auflagenstark sind, wie George R. R. Martins "Lied von Eis und Feuer" werden Entscheidungen gefällt, die sicher den schnellen Umsatz erhöhen, aber ebenso sicher weder nachhaltig noch vertrauensbildend für deutsche Konsumenten sind, also für diejenigen, mit denen die Verlage ihre Brötchen verdienen. Wer zum Teufel kommt auf die Idee Leser, die seit mehr als fünfzehn Jahren trotz aller Widrigkeiten treu sind, für diese Treue zu bestrafen und das eh schon erschütterte Vertrauen (vielen Dank Herr Martin…) in langangelegte Fantasy-Zyklen weiter zu zerrütten (vielen Dank ihr beschlippsten Entscheidungsträger bei Random House…)?

Schade, dass es für Verlage keine Frage des Prestiges mehr ist, ein Sortiment lebendig und nachhaltig zugleich zu gestallten.

Schade, dass wirklich gute Serien vor Abschluß dem Rotstift zum Opfer fallen, wenn die Auflage nicht dem Sollziel entspricht.

Schade, dass ein Heer von gesichtslosen BWLern ambitionierte Verleger abgelöst hat.

Chancen

Im Bereich Comic ist es bereits geschehen. David (einst) hat die Goliaths (;-)) abgelöst. Durch Nachhaltigkeit, Sorgfalt und Orientierung der Produktion am Kunden. Im Moment gibt es auch im Bereich Fantasy und SF einige Bestrebungen kleiner Verlage aus den Fehlern der Großen und aus der Lücke, die ihre Politik hinterlässt, zu profitieren. Feder und Schwert, Festa, Atlantis und viele andere arbeiten ambitioniert, aber noch immer wenig koordiniert und bei weitem nicht zwingend genug. Auch kleine Projekte versuchen, wenn auch manchmal sehr subjektiv, diese Lücke zu schließen. Eigenverlags-publikationen, BoD und ähnliches bieten Chancen und Möglichkeiten für Einzelne, ändern aber sicher wenig bis nichts an der Gesamtsituation. Meine Hoffnung ist, dass es vielleicht mittelfristig für einen dieser kleinen Verlage die Chance gibt, für Phantastik eine ähnliche Rolle zu spielen, wie der Splitter-Verlag für Comics in Deutschland. Selbstverständlich ist auch die Arbeit anderer Kleinverlage nicht unterzubewerten. Ebenso im Bereich Comics angesiedelt, ist beispielsweise ein genossenschaftlich organisiertes Projekt, Finix, das es sich in erster Linie zum Ziel gemacht hat, Abschlussbände verwaister Serien anderer Verlage zu publizieren. Für viele Fans ein wahrer Segen. Endlich eine Serie abschließen zu können – Haken dahinter.

Es wäre mehr als schön für die Phantastik-Szene, wenn es wieder ein breites Sortiment aus allen Bereichen in den Buchhandlungen gäbe. Lieferbar, bibliophil und erschwinglich – lange vergriffene Klassiker, einheitlich gestaltete Werksausgaben, komplette Zyklen, Einzelbände – neue Autoren und neue Strömungen. Die Kompetenz wäre mit Sicherheit vorhanden, auch bei bestehenden Verlagen. Vielleicht nicht in einer Person, vielleicht müsste man die Individualisten dazu bringen, mehr an einem Strang zu ziehen. Für die Sache, für die Phantastik und gegen die Macht der Konzerne.

Valashu Projekt

Trotzdem möchte ich euch an dieser Stelle, exemplarisch (und weil ich darum gebeten wurde ;-)) ein kleines Projekt vorstellen. Es ist ambitioniert und fundiert, wenn auch, eben wieder einmal sehr singulär und subjektiv. In jedem Fall lassen sich anhand dessen, einige der von mir eben genannten Zusammenhänge sehr plastisch und anschaulich aufzeigen. 2003 ist beim oben angeführten Giganten der erste Teil des "VALASHU-EPOS" erschienen. Ein wirklich interessanter, außergewöhnlicher Fantasy Zyklus. Leider nicht besonders verkaufsstark, aber auf jeden Fall besonders. Was soll ich sagen. Vier Teile und Blanvalet bricht auf der Zielgeraden ab. Im Deutschen sind die ersten drei Romane erschienen. Der Abschlußband fiel dem Rotstift zum Opfer. Susanne Gerold, die Übersetzerin der drei ersten Teile bemüht sich derzeit um den deutschen Abschluß und hat zu diesem Zweck ein Internet-Startup-Projekt ausgerufen. Die Sache hört sich wirklich gut an, auch wenn ich sicher kein Freund solcher Alleingänge bin. Schaut einfach mal auf der Seite vorbei und informiert euch.

Giganten
Auflagenzahlen, modernes Management und optimale Gewinnabschöpfung sind in einer globalisierten Welt die zentralen Richtlinien im Verlagswesen. Die mannigfalitge Kultur des deutschen Verlagswesen ist längst einer undurchsichtigen Struktur gigantischer Konzerne gewichen. Ein gutes Beispiel ist "Random House". Der Gigant hat mittlerweile (fast) alle wichtigen Verlage für Fantasy und SF geschluckt. Das Ergebnis ist, wie in

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Trari Trara die Tüte die ist da!

von am 30. Mai 2012 12 Kommentare

Nach langer Zeit gibt es mal wieder eine echte Hermkes Romanboutique Tüte! Okay, ich weiß, ihr liebt unsere coolen bunten Tüten eh schon, aber diesmal gibt es was ganz Besonderes! Panini hat uns ein Angebot gemacht, das wir nicht abschlagen konnten (bitte italienisch und rauh aussprechen ;-)). Zum Relaunch des DC Universums gibt es ein gewaltiges Werbebudget unter anderem für einen Kinotrailer, Printwerbung und eben Plastiktüten! Der Deal ist, eine Seite DC Relaunch mit Jim Lee’s JLA Beitrag zu "New 52", die andere wir.

Coole Sache. Da kommt dann wieder einer von den Locals ins Spiel: KriKras geniale Figur aus ToDE! Gesagt getan, mit Christian zusammen den Entwurf für die Tüte fertig gemacht. 1001 Mails hin und her 😉 viele Ideen und am Ende ein cooles Ergebnis. Dann hat noch Christian Endres ein bisschen helfen müssen, weil natürlich in allerletzter Sekunde dann doch noch eine Kleinigkeit nachgebessert werden musste und ich gerade im Urlaub war. Danke an Christian & Christian. Ohne euch wäre die Welt einfach ein bisschen weniger schön!

Also, ab in Hermkes Romanboutique und die coole neue Tüte vollgemacht!

Nach langer Zeit gibt es mal wieder eine echte Hermkes Romanboutique Tüte! Okay, ich weiß, ihr liebt unsere coolen bunten Tüten eh schon, aber diesmal gibt es was ganz Besonderes! Panini hat uns ein Angebot gemacht, das wir nicht abschlagen konnten (bitte italienisch und rauh aussprechen ;-)). Zum Relaunch des DC Universums gibt es ein gewaltiges

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Starters & Enders

von am 29. Mai 2012 Kommentare deaktiviert für Starters & Enders

Unsere Welt in naher Zukunft. Die Menschheit hat medizinische Fortschritte bei der Verlängerung der Lebensspanne gemacht. Kybernetische Implantate erleichtern das Leben in vielerlei Art und Weise. Eigentlich könnte es allen gut gehen, doch in Wirklichkeit hat sich nichts geändert. Geld und Macht kauft Lebenszeit – Terror und Krieg überzieht fast den gesamten Globus. Zwischen Staaten, zwischen Ideologien und zwischen Machtblöcken. Die Vereinigten Staaten sind wie immer mittendrin und vorne dabei, im internationalen Reigen um Macht, Vorherrschaft und Geld…

Und dann wird der Krieg wirklich schmutzig. Biologische Kampfstoffe werden eingesetzt. Sporen, die die gesamte Bevölkerung auszulöschen drohen – wer die Waffe eingesetzt hat, wird gar nicht wirklich klar – die Folgen sind von biblischem Ausmaß. In fiebernder Eile wird ein Impfstoff entwickelt und sofort eingesetzt. Zuerst bei den beiden Gruppen erhöhten Risikos, den Jungen und den Alten. Und dann ist es zu spät. In Nordamerika sterben nahezu alle, die den Impfstoff nicht rechtzeitig erhalten haben. Eigentlich alle zwischen 20 und 60, außer ein paar Reichen und Mächtigen…

Kurze Zeit später steht Amerika isoliert da. Die anderen Staaten haben eine absolute Quarantäne verhängt, sogar Mexico verwandelt die Grenze in einen Todesstreifen. Im Inneren der USA entwickelt sich ein vielschichtiges Appartheitssystem. Reich gegen Arm und perverserweise Alt gegen Jung. Die Reichen Ender, so die Bezeichnung für die Überlebenden ab 60 (in Teilen sogar weit über 100 Jahre), und die wenigen Starter (Jugendlichen), die noch Verwandschaft haben, führen ein Leben in Luxus, während die Starter ohne Vormund zu einem Leben auf der Straße oder im Ghetto verdammt sind. Die ganze Entwicklung geht rasend schnell und bereits wenige Jahre nach der Katastrophe hat sich ein an ein Südafrika der Appartheitszeit erinnerndes System etabliert.

Lissa Price beschreibt im in sich abgeschlossenen ersten Band ihrer Near Future Serie "Starters" den verzweifelten Kampf der jungen Waisen Callie. Callie schlägt sich auf der Straße durch. jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben, stets auf der Flucht vor den Marshalls, die Jagd auf Minderjährige ohne erwachsene Angehörige machen, um sie in sogenannte Waisenhäuser zu bringen, Institutionen zweifelhaften Rufes, in denen psychische Folter und Zwangsarbeit an der Tagesordnung sind. Auf der Suche nach einem Ausweg unterschreibt Callie bei einer Bodybank und verkauft ihren Körper als eine Art Wirt auf Zeit für reiche Ender, die auf diese Art Aktivurlaube buchen. Der Albtraum beginnt…

"Starters" ist ein spannendes Jugendbuch, das viele brisante Themen in ein SF-Szenario packt. Trotz einiger Abstriche wegen der Zielgruppe, hat mich die innere Logik größtenteils überzeugt und vor allem die vielschichtige soziale Kritik als Anstoß für ein jugendliches Publikum wirklich begeistert. Die Geschichte ist packend und spannend und kommt am Ende des ersten Bandes zu einem eindeutigen Ende des ersten Handlungsbogens. Ich habe mich wirklich begeistern können und erwarte voll Spannung die bald erscheinende Fortsetzung (Bereits Ende des Jahres angekündigt). Wenn Lissa Price im zweiten Band noch ein paar Lücken füllt, könnte das Ganze ein wirklich genialer Wurf werden. Aber auch schon der – noch ein klein wenig unrunde – erste Teil bekommt von mir ein echtes "Empfehlenswert", vor allem für jüngere Leser ab 16.

Unsere Welt in naher Zukunft. Die Menschheit hat medizinische Fortschritte bei der Verlängerung der Lebensspanne gemacht. Kybernetische Implantate erleichtern das Leben in vielerlei Art und Weise. Eigentlich könnte es allen gut gehen, doch in Wirklichkeit hat sich nichts geändert. Geld und Macht kauft Lebenszeit – Terror und Krieg überzieht fast den gesamten Globus. Zwischen Staaten, zwischen Ideologien und zwischen Machtblöcken.

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Lese-Urlaub

von am 21. Mai 2012 Kommentare deaktiviert für Lese-Urlaub

Ja, ich war im Urlaub. Ja, es war schön und windig. Ja, wir waren jeden Tag bis zur Erschöpfung auf dem Wasser. Trotzdem war noch viel Zeit zum Lesen. Die Vormittage waren angenehm warm, sonnig und fast immer relativ windfrei. Also keine Zeit zum Surfen, sondern zum Lesen – am Strand. Und die Zeit haben wir genutzt. Eine Woche – sechs Bücher. Und alle waren gut. Wirklich gute Ausbeute. Fast so gut wie der Wind…

Zeit die Bücher zu würdigen und euch die Tipps weiterzugeben. Fangen wir mal mit einem Buch von Feder und Schwert an.

Der Amboss der Welt von Kage Baker – Steam Fantasy mit oldschooligem Touch

Eigentlich ist der Band "Der Amboss der Welt" fast eine Trilogie in einem Band. Die drei Teile sind in sich abgeschlossene Kurzromane, die aber bei der kleinen Schriftgröße und dem Satzspiegel, der sich wohltuend vom derzeit üblichen "Großdruck für Blinde mit fünf Zentimeter Seitenrand" abhebt, bei manch anderem Verlag auch als Trilogie veröffentlicht werden könnte. Kage Baker hat den Roman 2004 geschrieben (und fast wieder verworfen, wie man in der Widmung lesen kann) und dabei unglaublicherweise einen Schreibstil sehr genau getroffen, den ich bei viel älteren Autoren und Büchern geschätzt habe. Eher in den Siebzigern, Achzigern und frühen Neunzigern. Vielleicht trägt auch die Übersetzung das ihre bei, anfänglich noch ein kleinwenig holprig, später sehr rund und gefühlvoll, stets jedoch erfreulich abwechslungsreich, mit wortreicher Vielfalt. Der näheste Vergleich, der mir einfällt, sind Bücher wie Dave Duncans "Der Zögernde Schwertkämpfer" oder die "Freistadt-Anthologien" verschiedener Autoren unter der Leitung von Robert Asprin. Das Buch ist sicher nicht perfekt und teilweise fast experimentell. Trotzdem war es von all den guten Büchern, die wir gelesen haben mein persönlicher Favorit – vielleicht gerade weil das Buch so bruchstückhaft ist und dadurch viel Raum für die eigene Fantasie lässt.

Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen – zu viel wird in dem Buch angerissen –  schnelle Bildfolgen mit sprunghaften Handlungsfragmenten. Andere Autoren hätten daraus vielleicht einen unendlichen Zyklus gemacht, mit seitenweisen Beschreibungen und Erklärungen. Kage Baker nicht. Sehr schön.

Die nächsten Tage folgen die nächsten Büchertipps…

Der Amboss der Welt

Kage Baker

Feder und Schwert, 12,95 Euro

Ja, ich war im Urlaub. Ja, es war schön und windig. Ja, wir waren jeden Tag bis zur Erschöpfung auf dem Wasser. Trotzdem war noch viel Zeit zum Lesen. Die Vormittage waren angenehm warm, sonnig und fast immer relativ windfrei. Also keine Zeit zum Surfen, sondern zum Lesen – am Strand. Und die Zeit haben wir genutzt. Eine Woche –

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Steampunk

von am 13. April 2012 Kommentare deaktiviert für Steampunk

Noch rollt sie, die Steampunk-Welle, nach dem Ausstoß der Titel zu urteilen immer noch ungebrochen. Von Seiten der Verlage hört man zwar, dass der finanzielle Erfolg nur mäßig ist, also eher ein Todesurteil, aber vielleicht liegt das einfach auch nur in der prinzipiellen Vorgehensweise. Wenn der Buchhandel dazu verkommt, nur noch Hypes zu erzeugen und immer neuen Strömungen hinterherrennt, dann ist vielleicht zuerst einmal die Kasse der Verlage voller, aber ohne jede Nachhaltigkeit. Bücher sind, gesetzlich verankert, bevorzugt, durch einen niedrigeren Umsatzsteuersatz. Diese Bevorzugung begründet sich auf der substanziellen Wertigkeit und kulturellen Essenz von Literatur. Wenn aber das Buch zu einem Konsumprodukt verkommt, dessen Vermarktung rein kommerziellen Mechanismen unterliegt, das immer gleicher wird und immer seichter, wenn nur noch massenkompatibles kaufmännisch sinnvoll ist und Stapelpräsentationen in Kaufhäusern mehr zählen als gut geführte Buchhandlungen, dann ist die Voraussetzung hinfällig.

Natürlich ist diese Entwicklung nicht wirklich neu, aber in letzter Zeit trifft sie leider immer öfter unser Genre. Der Ausstoß an wirklichen Fantasytiteln ist zum Beispiel in den letzten Jahren stark zurückgegangen, auch wenn es aufgrund der ständig wachsenden Anzahl von Urban-Fantasy, Glitzer-Vampir und Jung-Zauberer Romanen ganz anders wirkt. Natürlich sind die potentiellen Auflagen anspruchsvollerer Werke wie "Spiel der Götter" wesentlich geringer als die fünfte Vermarktung einer Zauberer-Internats-Soap, deren Namen nicht genannt werden darf ;-). Aber deswegen den Veröffentlichungstermin der deutschen Übersetzung der letzten Bände derart nach hinten zu schieben, erweckt nicht nur bei mir Unmut und Verzweiflung.

Schaut doch mal die Fantasybücher der letzten Jahre an. Nicht nur, dass es eigentlich nur noch drei oder vier Kategorien von Titelbildern gibt, es gibt auch nur noch austauschbare Textbausteine für den Klappentext. Mit jeweils passender Empfehlung eines ausgewürfelten, auflagenstarken Erfolgsautors. Es ist immer schwerer einem Buch von außen anzusehen, ob es herausragend innovativ oder soapiger Einheitsbrei ist. Ist ja auch nicht gewollt. Die Buchverlage würden auch Klingeltöne verkaufen, wenn es ins Marketing passt.

Ja und jetzt springt eben mal wieder alles auf die Steampunk-Welle. Auf jedem Cover muss ein Luftschiff und ein Herr mit Zylinder oder eine viktorianische Dame zu sehen sein. Auf den Klappentext noch ein bisschen Kitsch und Herzschmerz, hat ja auch schon bei den Vampiren funktioniert, und fertig ist der neue Steampunk Roman. Wie soll man da die Juwelen herauspicken, oder gibt es vielleicht gar keine?

Gibt es sehr wohl. Christian Endres hat vor kurzem einen sehr schönen Artikel über Boneshaker geschrieben. Treffer. Der Feder und Schwert Verlag, der sich seit Jahren durch ein hübsches Programm ausgewählter Fantasy-Romane auszeichnet, zwar etwas hochpreisiger, dafür aber von Fans für Fans, hat eine wirklich breite Pallette von Steampunk Romanen. Treffer. Und zu guter Letzt, wird im Zuge dieser Entwicklung natürlich bei Heyne, die nach wie vor das wohl beste Programm für Fantasy und SF haben, ein genialer Klassiker, nach Jahren der Absenz, wieder auf den Markt gebracht. Volltreffer.

Die Differenzmaschine von William Gibson und Bruce Stirling ist eine echte Praline. Alleine die Namen der beiden Autoren sind natürlich schon gewaltig. Einst die "Jungen Wilden" der SF, sind sie längst zu den "Großen Alten" aufgestiegen. Selten habe ich ein Buch erlebt, das eine derart geniale Mischung aus Unterhaltung, Anspruch, visionärer Kraft und satirischer Details beinhaltet. Die "Differenzmaschine" ist fast so etwas wie die Urgroßmutter der Gattung. Trotzdem ist es bis heute aktuell und hat auch beim zweiten Lesen nichts von seiner Faszination eingebüßt. Sicher nichts für jeden Tag, aber ein wirklich besonderes Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte.

Mein "Wunsch fürs Käppele" für heute wäre noch, dass China Mieville’s Romane von der Welt Bas-Lag bei Bastei-Lübbe wieder aufgelegt würden. Die schnell gestiegenen Preise für "Die Falter/Der Weber" und "Die Narbe/Leviathan" zeigen, dass da noch Potential wäre. Und vielleicht könnte man ja im Moment einfach auch ein typisches Steampunk Cover für die Verkaufsförderung verwenden. Für alle Phantastik-Fans wäre es ein Gewinn, vielleicht auch für den Bastei-Verlag 😉

Noch rollt sie, die Steampunk-Welle, nach dem Ausstoß der Titel zu urteilen immer noch ungebrochen. Von Seiten der Verlage hört man zwar, dass der finanzielle Erfolg nur mäßig ist, also eher ein Todesurteil, aber vielleicht liegt das einfach auch nur in der prinzipiellen Vorgehensweise. Wenn der Buchhandel dazu verkommt, nur noch Hypes zu erzeugen und immer neuen Strömungen hinterherrennt, dann

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Shadow of the Unnamable – Internationales Filmwochenende Würzburg

von am 22. März 2012 7 Kommentare

So würde das FiWo 2012 aussehen, wenn es das Corso noch gäbe 😉

Jeff Motherhead als Joel Manton und Robert Lyons als Randolph Carter

Howard Phillips Lovecraft – Vater des modernen Horror

Ihr kennt meine Meinung zum Thema Kino in Würzburg. Okay, ich bin ein verfechter des Cineworld und des Casablanca – think global act local. Trotzdem bin ich natürlich auch ein Fan des Internationalen Filmwochenendes Würzburg. Und diesmal kommt auch noch eine bereits im Vorfeld propagierte Ankündigung dazu. Freitag, 23. März 2012 läuft Shadow of the Unnamable um 16.45 in Würzburg im CinemaxX 1 als Sonderveranstaltung. Der Eintritt ist ohne Bezahle und Sascha Renninger, über den ich bereits als Local Hero geschrieben habe, ist natürlich vor Ort. Also, alle, die sich für Phantastik und Lovecraft im Besonderen interessieren, ab ins Kino! Der Film wird nur auf einigen Festivals gezeigt, die Chancen, den Streifen im Kino, auf großer Leinwand zu sehen, sind also begrenzt. Wer schon mal schnuppern möchte, hier ist der Link zum offiziellen Trailer.

So würde das FiWo 2012 aussehen, wenn es das Corso noch gäbe 😉
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Neu: Feder und Schwert, das gesamte Buchprogramm und natürlich frische Novitäten

von am 16. März 2012 Kommentare deaktiviert für Neu: Feder und Schwert, das gesamte Buchprogramm und natürlich frische Novitäten

Jetzt bei uns das komplette Programm aus dem kleinen aber feinen Fantasy Verlag.

Vor allem moderne Fantasy wie zB "Harry Dresden" von Jim Butcher und "Geschichten aus der Nightside" von Simon R. Green finden dort ihre Heimat, nachdem sie von den großen deutschen Verlagen nicht mehr verlegt werden.

Auch in die moderne Horror-Schiene passsende Stories, wie "Sookie Stackhouse" (True Blood) haben die Mannheimer im Programm, ebenso wie klassische Fantasy (Mark Chadbourns "Zeitenwende-Saga").

Besonders zu erwähnen ist auch das Augenmerk des Verlags auf die nicht aufzuhaltende Beliebtheit von Steampunk Serien einzugehen und da einige Schmuckstücke im Programm zu führen.

Amboss der Welt

GESCHICHTEN AUS DER NIGHTSIDE #4 DER FLUCH DER DUNKLEN MUTTER € 10,95
DER AMBOSS DER WELT   € 12,95
ZEITENWENDE #3 FÜR IMMER UND EWIG € 14,99
AURORA TEAGARDEN #3 DREI ZIMMER, LEICHE, BAD € 11,95
MASCHINENGEIST   € 13,99

Jetzt bei uns das komplette Programm aus dem kleinen aber feinen Fantasy Verlag.
Vor allem moderne Fantasy wie zB "Harry Dresden" von Jim Butcher und "Geschichten aus der Nightside" von Simon R. Green finden dort ihre Heimat, nachdem sie von den großen deutschen Verlagen nicht mehr verlegt werden.
Auch in die moderne Horror-Schiene passsende Stories, wie "Sookie Stackhouse" (True Blood) haben die

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  • Kategorie: Bücher , Novis
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Clockwork Century-Universum

von am 13. Februar 2012 Kommentare deaktiviert für Clockwork Century-Universum

Um an das sagenhafte Gold unter der dicken Eiskruste Alaskas zu gelangen, schrieb Russland 1860 einen Erfinder-Wettbewerb aus. Also baute der geniale Tüftler Dr. Leveticus Blue aus Seattle den Boneshaker-Bohrer. Dumm nur, dass der Testlauf seines mechanischen Ungetüms den Stadtkern seiner Heimatstadt in ein Niemandsland verwandelt hat, voll mit Giftgas, Untoten und ein paar halbtoten Überlebenskünstlern, Luftschiff-Schmugglern und seltsamen Gestalten. Als Dr. Blues störrischer Sohn Zeke sich Jahre später ins Seuchengebiet jenseits der Fraßmauer begibt, um mehr über sein schweres Erbe und die Geheimnisse seiner Familie zu erfahren, folgt ihm seine beherzte Mutter natürlich auf dem Fuße – und schon haben wir den Plot von Cherie Priests »Boneshaker«. Die 1975 geborene Priest, die sich mit Southern-Gothic-Geistergeschichten einen Namen gemacht hat, bleibt dabei voll und ganz ihrer geografischen Linie treu: Während andernorts weiterhin meist das viktorianische London als Kulisse für Abenteuer mit Luftschiffen, allerhand anachronistischen Apparaten und alternativen Geschichtsverläufen dient, siedelt Priest ihre knackige Story in Seattle zum Ende des amerikanischen Bürgerkriegs an. Ob aus Steampunk damit automatisch Weird Western wird, sei vorerst einmal dahingestellt. Wen scheren angesichts der grandiosen Stimmung sowie der fabelhaften Dialoge im giftigen Gas und den düsteren Schutzräumen und Tunneln außerdem irgendwelche spitzfindigen Genre-Definitionen? Das im Original schon 2009 erschienene »Boneshaker«, das nicht umsonst für den Hugo Award nominiert und u. a. von Kelly Link, Warren Ellis und Mike Mignola in höchsten Tönen gelobt worden ist, schüttelt den hierzulande bereits wieder als gescheitert angesehenen Steampunk-Trend auch so noch mal bis auf die Knochen durch. Bleibt nur zu hoffen, dass die übrigen Romane aus Priests hoch interessantem Clockwork Century-Universum ebenfalls noch als dermaßen schön gestaltete Taschenbücher mit den prächtigen Covern von Jon Foster auf Deutsch erscheinen.

Boneshaker

Cherie Priest

Heyne 2012 € 8,99

Um an das sagenhafte Gold unter der dicken Eiskruste Alaskas zu gelangen, schrieb Russland 1860 einen Erfinder-Wettbewerb aus. Also baute der geniale Tüftler Dr. Leveticus Blue aus Seattle den Boneshaker-Bohrer. Dumm nur, dass der Testlauf seines mechanischen Ungetüms den Stadtkern seiner Heimatstadt in ein Niemandsland verwandelt hat, voll mit Giftgas, Untoten und ein paar halbtoten Überlebenskünstlern, Luftschiff-Schmugglern und seltsamen Gestalten.

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Der Weg der Könige

von am 7. Februar 2012 Kommentare deaktiviert für Der Weg der Könige

Brandon Sanderson habe ich bereits für eigentlich alle Publikationen geliebt, gelobt und gefeiert. Über "The Way of the Kings" hatte ich bisher nichts geschrieben. Einerseits, weil Sandersons Bücher mittlerweile eigentlich Selbstläufer sind, andererseits, weil die beiden deutschen Titel "Weg der Könige" und "Pfad der Winde", als geteilte Hardcoverausgabe des ersten Teiles einer Saga mit zusammen 43,98 € doch ganz schön zu Buche schlagen.

Trotz des hohen Preises und der vieldiskutierten Teilung englischer Bücher, komme ich nicht umhin noch einmal gesondert auf diese beiden Bücher einzugehen. (Als Anmerkung an dieser Stelle ein Auszug aus einem Interview mit Sebastian Pirling – Editor beim Heyne Verlag – aus dem Magazin "Phantastisch!": …denn bei über 1800 Seiten Übersetzungsmanuskript hätte die komplette Ausgabe im Hardcover eine Rückenbreite von fast 10 Zentimetern gehabt. Solch ein Buch hätte die Druck- und Bindestraßen unserer Druckerei ans Limit gebracht und locker 50 Euro kosten müssen.)

Im Laden werden wir ständig angefragt, ob man die Bücher lesen soll, oder nicht – ob man warten soll, oder ob sie abgeschlossen sind – wann das ganze als Taschenbuch erscheint und so weiter…

"The Way of the Kings" ist der erste Teil der "Stormlight Archive" – und damit eindeutig nicht wirklich abgeschlossen. Sanderson selbst schreibt über dieses Buch, dass es – nachdem er sich mit seinen Fingerübungen erstmal einen Namen gemacht hat – endlich zur Veröffentlichung eines wirklich ambitionierten Werkes kommen konnte. Einer Idee, die er bereits seit Anbeginn seiner Schaffenszeit mit sich herumträgt. Aber erst jetzt, nachdem er sich einen genügend großen Bekanntheitsgrad erarbeitet hat (als Schöpfer interessanter neuer Magiesystheme, wie er selbst schmunzelt), konnte er seinen Verleger von diesem Projekt überzeugen. Große Worte und – als gebrannte Kinder (ohne jetzt Namen nennen zu wollen) – scheuen wir epochale Werke, die ihre Autoren überleben könnten um sich in die Reihe der "Unvollendeten Meisterwerke" einzugliedern.

Sanderson hat seine Sache wirklich richtig gemacht und uns im Vorfeld bewiesen, dass er schnell schreibt, bei gleichbleibender (oder sogar steigender) Qualität, dass seine Werke von Anfang an ordentlich durchdacht sind und – mit seiner Arbeit an Robert Jordans "Rad der Zeit" sogar – dass er in der Lage ist, epische Serien, deren Autor leider vor Vollendung sterben musste (und vielleicht auch ein ganz klein wenig den Faden verloren hatte) sinnvoll weiterzuführen. Wer das Rad der Zeit bis zum aktuellen Band gelesen hat (den Abschlußband "A Memory of Light" ist uns auch Herr Sanderson bis jetzt schuldig geblieben – ist aber für November dieses Jahres angekündigt) wird mir zustimmen, dass seit er die Serie übernommen hat, eine ganz andere Dynamik entstanden ist. Fäden, die seit langem wie lose Enden im Wind geflattert hatten, finden zueinander, Handlungsstränge, die immer weiter auseinander gedriftet sind, fügen sich zusammen und das Ende ist nicht nur in Sicht, es macht auch wieder Spaß zu lesen und sich darauf zu freuen.

Die beiden Bände "Weg der Könige" und "Pfad der Winde" bilden eine Einheit und haben einen in sich geschlossenen Handlungsbogen. Sanderson hat nicht wie einige seiner Kollegen ein Cliffhanger-Ende fabriziert, das den Leser ärgerlich im Ungewissen lässt. Die beiden Bände machen zwar Lust auf mehr (und das wird wohl auch bald kommen 🙂 ) hinterlassen aber keinen schalen Beigeschmack. Zwei dicke Wälzer, handwerklich sehr schön als in Leinen gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag. Gelungene, aufeinander abgestimmte Cover-Illustrationen, eine hübsche Farbkarte, gelungene Illustrationen zu den Kapiteln, ein Satzspiegel, der gut lesbar ist, ohne nach Seitenschinden zu stinken und über 1.500 Seiten beste Fantasy-Unterhaltung, die dem zugegebenermaßen nicht wirklich schnäppchen-mäßigen Preis absolut gerecht werden.

Sanderson lässt sich an den richtigen Stellen Zeit für interessante Beschreibungen, Rückblicke und Querverweise und zieht das Tempo im rechten Moment furios an. Seine Charaktere gewinnen eine derart lebensnahe Tiefe, wie ich es lange nicht gelesen habe und die absolut glaubwürdigen Motive und Entwicklungen sind teilweise fast schon erschreckend plastisch. Am Ende des zweiten Bandes war ich involviert wie selten und hätte am liebsten gleich weiter gelesen. Zurück zu Dalinar, Kaladin, Schallan und Szeth.

Sanderson hat sich einfach noch einmal gewaltig gesteigert. Und dabei fand ich ihn schon seit "Elantris" wirklich innovativ und gut. Also, alle Bedenken über Bord werfen und einfach anfangen zu lesen! Wer die Bücher gelesen hat, wird sie nicht mehr in seinem Regal missen wollen…

Weg der Könige

Brandon Sanderson

Heyne HC 2011, 21,99 €

Brandon Sanderson habe ich bereits für eigentlich alle Publikationen geliebt, gelobt und gefeiert. Über "The Way of the Kings" hatte ich bisher nichts geschrieben. Einerseits, weil Sandersons Bücher mittlerweile eigentlich Selbstläufer sind, andererseits, weil die beiden deutschen Titel "Weg der Könige" und "Pfad der Winde", als geteilte Hardcoverausgabe des ersten Teiles einer Saga mit zusammen 43,98 € doch ganz schön

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  • Kategorie: Bücher , Fantasy
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H. P. Lovecraft – Chronik des Cthulhu-Mythos

von am 11. Januar 2012 5 Kommentare

Howard Phillips Lovecraft (1890 – 1937) ist der Vater der modernen Horrorliteratur. Zu einem nicht unbeträchtlichen Teil liegt das am Cthulhu-Mythos. Auf diesen Mythos wollen wir an dieser Stelle einen oberflächlichen Blick werfen. Anlass hierfür ist die kürzlich beim Festa Verlag erschienene erste Ausgabe der zweibändigen Reihe „Chronik des Cthulhu-Mythos“ die erstmals alle Geschichten Lovecrafts zu diesem Erzählkosmos in einer Edition vereint (ein zweiter Anlass ist die Aufforderung des geschätzten Herrn Pohl, ein wenig über Lovecrafts Epigonen zu erzählen). Ergänzt wird das ganze durch ein Vorwort und Einleitungen zu jeder Geschichte von Dr. Marco Frenschkowski (1960). Frenschkowski ist evangelischer Theologe und Religionswissenschaflter. Er gilt als der führende Experte für H. P. Lovecraft in Deutschland und ist in der Phantastikszene kein Unbekannter. Erzählungen und Gedichte Frenschkowskis wurden z. B. unter dem Pseudonym Alexander Sethonius veröffentlicht. Zudem war er gemeinsam mit seiner Frau Helena der Herausgeber des Magazins „Das schwarze Geheimnis“ deren letzten beiden Bände seinerzeit in Frank Festas „Edition Metzengerstein“ erschienen sind. Gewissermaßen ein Vorgänger von Festas eigener „Omen“-Reihe deren dritter Band vor ein paar Wochen veröffentlicht wurde (mit einem Beitrag unseres Local Heroes Christian Endres). Die in „Chronik des Cthulhu-Mythos“ verwendeten Texte sind ursprünglich für die Werkausgabe der Edition Phantasia verfasst worden. Für die vorliegende Edition wurden sie überarbeitet und „zum Teil erheblich verbessert“ (sic!).

 Lovecrafts Einfluss ist bis heute zu spüren. Größen der Horrorliteratur wie Stephen King, Ramsey Campbell, Thomas Ligotti oder der deutsche „König der Fantasy“ Wolfgang Hohlbein geben den „Einsiedler aus Providence“ als ein Vorbild an. Bands wie Metallica („The Thing that should not be“) oder Black Sabbath („Behind the Wall of Sleep“) haben Lovecrafts Geschichten für Songideen aufgegriffen. Tentakelmonster sind wohl jedem schon begegnet (z. B. in „Futurama“). Biografien wurden u. a. von Lyon Sprague de Camp (1907 – 2000), dem literarischen Nachlassverwalter von Robert E. Howard (1906 – 1930; „Conan“), dem amerikanischen Phantastikexperten S. T. Joshi und dem umstrittenen französischen Autoren Michel Houellebecq veröffentlicht. Houellebecq deutet sogar an, dass Lovecrafts Werk noch über dem von Edgar Allen Poe angesiedelt werden kann. Wenn man sich Lovecrafts Einfluss auf die nachfolgende Generation an Horrorautoren, unzählige Bands und die Popkultur im allgemeinen vor Augen hält, muss dieser Sichtweise womöglich recht gegeben werden. Aber das mag jeder für sich selber entscheiden.

Warum ausgerechnet Lovecrafts Pantheon außerirdischer Kreaturen diese nachhaltige Wirkung hatte kann hier nicht Thema sein. Das ließe sich nicht bewerkstelligen, ohne jeden Rahmen zu sprengen. Der vorliegende Band gibt jedoch einen guten Überblick über die Faszination an Cthulhu, Azathoth und Yog-Sothoth. Nicht zuletzt natürlich durch Frenschkowskis Beiträge, die auf viele Einzelheiten aufmerksam machen. So wird z. B. immer wieder Lovecrafts Liebe zu seiner Heimat in Neu-England hervorgehoben, die sein Werk wie ein roter Faden durchzieht. Ganz besonders merkt man das in „Der Fall Charles Dexter Ward“ in der Lovecraft nicht nur die (seine) Gegenwart von Providence in die Erzählung einfließen lässt, sondern auch die Historie der Stadt im US-Bundesstaat Rhode Island. So tauchen hier auch tatsächliche Personen aus der Geschichte von Providence auf. Frenschkowski geht hierauf ausührlich in seinem Kommentar zur Geschichte ein. Als Randbemerkung: Lovecraft lebte ab 1924 einige Jahre in New York (Stadtteil Brooklyn). Seine anfängliche Faszination für diese Metropole verwandelte sich schnell in Abscheu. Das lässt sich deutlich in der Geschichte „The Horror at Red Hook“ (Red Hook ist ein Teil von Brooklyn) erkennen. Diese Geschichte gehört nicht zum Mythos und ist hier entsprechend nicht enthalten. Seine Umgebung war für H. P. Lovecraft also immer ein wichtiger Einfluss. Die Liebe zum Detail in dieser Hinsicht macht die Faszination Lovecraft wohl zum Teil aus.

Ein anderer Teil ist wohl die Vernetzung mit den Werken anderer Autoren. Und ohne die würde heute wohl niemand wissen wer Howard Phillips Lovecraft eigentlich war. Lovecraft war ein reger Briefeschreiber und hielt so Kontakt zu vielen seiner „Mitstreiter“ wie den schon angesprochenen Robert Howard, Clark Asthon Smith (1893 – 1961) oder Fritz Leiber (1910 – 1992). Er liebte es, die Ideen dieser Autoren für seine eigenen Geschichten zu verwenden. Smiths Tsathoggua wurde sogar vor dessen eigentlichem Debüt in „Die Geschichte des Satampra Zeiros“ in Lovecrafts „Der Flüsterer im Dunkeln“ erwähnt (Smiths Geschichte wurde etwas später von „Weird Tales“ veröffentlicht). Auch auf Smiths „Buch des Eibon“ oder Howards „Die unaussprechlichen Kulte des von Junzt“ wurden von Lovecraft immer wieder erwähnt. Seinen (Brief-)Freund und Schriftstellerkollegen Robert Bloch (1917 – 1994; „Psycho“) ließ er in „The Haunter of the Dark“ sogar sterben. Eine Antwort auf Lovecrafts eigenen Tod in Blochs Geschichte „The Shambler of the Stars“.

Ein weiteres Mitglied des sog. „Lovecraft-Zirkels“ war August William Derleth (1909 – 1971). Lovecraft hat nie die Veröffentlichung seiner Geschichten in Buchform erlebt. Wenn wir mal von einer Minimalauflage von "The Shadow over Innsmouth" (400 und gedruckte und 200 tatsächlich gebundene Exemplare) bei Visionary Publishing Co. im April 1936 absehen. Lovecraft erhielt sein Belegexemplar im November, weniger als ein halbes Jahr vor seinem Tod. Jenem August Derleth ist es zu verdanken, dass HPL heute nicht vergessen ist. Dieser gründete 1939, gemeinsam mit Donald Wandrei, den Verlag Arkham House. Eigens um die Erzählungen seines Freundes (und seiner Weggefährten) endlich in gebundener Form zu erleben. Arkham House veröffentlichte Bücher mit den Geschichten von Lovecraft, Clark Ashton Smith, Henry S. Whitehead, Matthew Phipps Shiel, Robert Bloch und vielen anderen. Derleth ist es übrigens auch, dem die Erfindung des Cthulhu-Mythos zugeschrieben werden muss. So hat sich Derleth auch jene vage Bezeichnung (siehe hierzu die Ausführungen Frenschkowskis in „Chronik des Cthulhu-Mythos“) ausgedacht (Lovecraft selber sprach von "Yog-Sothery"). Nun ist Derleth, zumindest was seine phantastischen Geschichten angeht, kein sonderlich herausragender Autor (ich kenne seine Regionalgeschichten wie „The Sac Pairie Saga“ nicht, aber diese Geschichten erfreuen sich wohl einer gewissen Popularität). Seine Mythos-Geschichten sind oft zu erklärend wo Lovecraft vage geblieben wäre. Von seiner unsäglichen Angewohnheit mal abgesehen, die Geschichten um Cthulhu und Co. mit Aspekten des christlichen Glaubens zu unterlegen (worauf ich an dieser Stelle nicht näher einzugehen gedenke).

Lovecrafts Entitäten sind fremdartiges Chaos. Blinde Idiotengötter, die sich dem menschlichen Verständnis widersetzen. Derleth hat versucht dem ganzen eine gewisse Ordnung zu verleihen. So wurde Hastur zum Bruder des Großen Cthulhu mit dem dieser sich im Zwist befindet. Hier wird es etwas kompliziert. Hastur trat erstmals bei Ambrose Bierce auf und war ein wohlmeinender Hirtengott. Robert W. Chambers hat den Namen (und einige andere Begriffe von Bierce) für „The King in Yellow“ verwendet. Lovecraft wiederum hat dieses Werk beiläufig in seinen Geschichten erwähnt. Ohne jedoch Hastur zu einem der Großen Alten zu machen (den Einfluss von „The King in Yellow“ auf Marion Zimmer Bradleys „Darkover“-Zyklus lassen wir mal komplett außen vor). Bei Derleth wiederum war Hastur einer der Alten. Zudem ein möglicher Verbündeter im Kampf gegen Cthulhu und sein Gezücht. So erwähnt Professor Laban Shrewsbury im Episodenroman „Auf Cthulhus Spur“ (Suhrkamp, Phantastische Bibliothek, 211), dass kein Fall bekannt wäre, bei dem sich Hastur offen gegen die Menschheit gestellt hätte (womöglich eine Reverenz an Bierces Hirtengott?). Hier kommt auch Derleths Hang zur "Christianisierung" der Großen Alten zum Tragen. Lovecraft hat seine Protagonisten mit Alptraumgestalten konfrontiert, denen sie nichts entgegensetzen, die sie nicht besiegen konnten. Der Teufel jedoch kann bekämpft werden. Lovecrafts Vorstellung absoluter Fremdartigkeit läuft diese Herangehensweise zuwider. Eine weitere Schwäche von Derleths Geschichten ist eine fast schon übermäßige Redundanz. In „Die Masken des Cthulhu“ (Festa, Bibliothek des Schreckens, 2607, verlagsvergriffen) ist mit „Die Ziegenmelker in den Bergen“ und „Das Haus im Tal“ im Grunde dieselbe Geschichte zweimal enthalten. Trotz aller Kritikpunkte bleibt Derleth in seinen besten Momenten ein guter Handwerker, der die Versatzstücke des Mythos durchaus geschickt einzusetzen vermag.

Ähnlich ist es mit Lin Carter (1930 – 1988). In seinem „Die Xothic Legenden“ (Festa, Bibliothek des Schreckens, 2613, verlagsvergriffen) geht er sogar so weit, eine Genealogie für die Großen Alten zu schaffen. Ein durchaus interessantes Experiment und der „Xothic Legend Cycle“ ist fast durchgehend sehr spannend, aber der von Lovecraft bevorzugte Einfall des Unbekannten in unsere Welt wird dadurch ein wenig unterminiert. Durch seine drei Söhne (Zoth-Ommog ist hierbei der wichtigste im „Xothic Legend Cycle“), seine „Frau“, seine Brüder und Cousins wird diese eigentlich komplett fremdartige Wesenheit fast schon ein Stück vermenschlicht. Und das war wohl nicht im Sinne des Erfinders. Dennoch blieb auch Carters Werk nicht ohne Einfluss. In seiner Erzählung „Herr des Windes“ (Festa, Der Cthulhu-Mythos: 1917 – 1975; Bibliothek des Schreckens, 2611) spielt Brian Lumley u. a. auf diese Geschichten an. Zudem ist sie eine indirekte Fortsetzung zu Derleths „Der Windläufer“ (ebenda).

Dieses Spiel mit den Querverweisen durchzieht den Cthulhu-Mythos bis heute. Ein gutes Beispiel wäre die oben angesprochene Sammlung „Der Cthulhu-Mythos: 1917 – 1975“ und deren Fortsetzung „Der Cthulhu-Mythos: 1976 – 2002“ die beide seit einiger Zeit wieder lieferbar sind. Besonders die Beiträge der deutschsprachigen Autoren aus dem zweiten Band (Malte S. Sembten, Michael Siefener und Christian von Aster) müssen hier hervorgehoben werden, da sie sich von ihren britischen und amerikanischen Kollegen oft erfrischend unterscheiden. Da wir ohnehin bei deutschsprachigen Autoren sind, sei auch ein Hinweis auf die äußerst lesenswerte Sammlung „Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes“ erlaubt. Nicht nur findet hier der Titel einer Lovecraft-Erzählung eine Zweitverwertung. Der berühmte Detektiv aus Baker Street 221 B darf sich auch mit Erich Zanns Geige beschäftigen. Zudem muss auch Andreas Grubers „Der Judas-Schrein“ erwähnt werden. Erstmals im Rahmen von „H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens“ erschienen erhielt der Roman 2006 den Deutschen Phantastik Preis für das beste Debüt. Zunächst wurde der Band als Paperback nachgedruckt und bis vor kurzem war er in einer neuen Auflage innerhalb der „Bibliothek des Schreckens“ wieder als Hardcoverausgabe verfügbar. Diese ist seit kurzem vergriffen, aber das Paperback ist seit Ende November wieder lieferbar. Wer schnell ist, kann sich in der Romanboutique jedoch noch die HC-Variante sichern, die zuletzt noch im Regal stand. Gruber verbindet den Mythos mit einer dicht erzählten Kriminalgeschichte (die gelegentlich kritisierte Sache mit den Ladegeräten für die Handys ignorieren wir mal). Es ist genug wenn ich sage, dass das Ende ganz im Sinne Lovecrafts ist. Auch wenn sich der Weg dorthin vom „typischen“ Mythos-Garn erfrischend abhebt. Armer Körner, ihm hat es nichts gebracht …

Den Grundstein hierfür indes legte Howard Phillips Lovecraft selbst. Zum einen ist er natürlich der Schöpfer von Cthulhu und den Großen Alten. Zum anderen hat er seine Schrifstellerkollegen immer dazu aufgefordert, sich in seinem Fahrwasser auszutoben. In „Chronik des Cthulhu-Mythos“ bekommt man das in geballter Form zu spüren. Für Fans HPLs ist diese zweibändige Reihe (Band II ist seit dem 12. Dezember lieferbar) fast schon ein Muss. Selbst wenn sie die Geschichten alle schon in anderen Sammlungen im Regal stehen haben. Was nun Dr. Frenschkowskis Einleitungen angeht, möchte ich ganz besonders auf die zu "Der Fall Charles Dexter Ward" (Lovecrafts Heimatverbundenheit) und "Der Flüsterer im Dunkeln" (Querverweise auf andere Autoren) hinweisen. Und auch in den anderen Beiträgen gibt es genug zu entdecken. Abschließend bleibt mir nur, allen viel Vergnügen in den Fängen des Großen Cthulhu zu wünschen …

Chronik des Cthulhu-Mythos

Festa Verlag, 13,95 Euro

Der Cthulhu-Mythos: 1917 – 1975

Festa Verlag, 26,00 Euro

Der Cthulhu-Mythos: 1976 – 2002

Festa Verlag, 26,00 Euro

Howard Phillips Lovecraft (1890 – 1937) ist der Vater der modernen Horrorliteratur. Zu einem nicht unbeträchtlichen Teil liegt das am Cthulhu-Mythos. Auf diesen Mythos wollen wir an dieser Stelle einen oberflächlichen Blick werfen. Anlass hierfür ist die kürzlich beim Festa Verlag erschienene erste Ausgabe der zweibändigen Reihe „Chronik des Cthulhu-Mythos“ die erstmals alle Geschichten Lovecrafts zu diesem Erzählkosmos in

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Shadow of the Unnamable

von am 31. Dezember 2011 1 Kommentar

Nach all den Tipps für Weihnachtsgeschenke oder Lesefutter für die Feiertage, ist es mal wieder an der Zeit, sich eines Local Heroes anzunehmen. In diesem Fall ist die Bezeichnung nur zum Teil zutreffend. Sacha Renninger lebt mittlerweile in München, stammt aber aus Würzburg… und besucht nach wie vor, von Zeit zu Zeit, unseren Laden.

Sascha war, seit ich ihn kenne, fasziniert von Lovecrafts düsteren Welten. Und fast eben so lange, habe ich ihn von einem Filmprojekt in diesen phantastischen Alptraumwelten reden hören. Jetzt endlich, viele Jahre später hat er mir stolz von der Auszeichnung erzählt, die sein "Shadow of the Unnamable" auf dem 2011 H.P. Lovecraft Film Festival® erhalten hat. "Best Short Lovecraft Adaptation".

Der 16 Minüter basiert auf der Kurzgeschichte "The Unnamable" und wurde für seine Technik und erzählerische Qualität ausgezeichnet. Wenn alles gut geht, werden wir bald auch in Würzburg die Möglichkeit haben, den Film sehen zu können. Selbstverständlich geben wir euch in diesem Fall nochmal Bescheid. Wer jetzt schon Interesse hat, kann sich auf Youtube den Trailer anschauen, oder Saschas Homepage (https://www.the-unnamable.com/) besuchen.

Wir freuen uns, dass einmal mehr einer unserer Locals einen kleinen Traum verwirklichen konnte. In diesem Sinne wünschen wir euch allen für das nächste Jahr, dass euch das auch gelingen möge!

Nach all den Tipps für Weihnachtsgeschenke oder Lesefutter für die Feiertage, ist es mal wieder an der Zeit, sich eines Local Heroes anzunehmen. In diesem Fall ist die Bezeichnung nur zum Teil zutreffend. Sacha Renninger lebt mittlerweile in München, stammt aber aus Würzburg… und besucht nach wie vor, von Zeit zu Zeit, unseren Laden.
Sascha war, seit ich ihn kenne, fasziniert

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