Bücher

Bücher – muss man eigentlich nicht erklären. In unserem Fall als Überbegriff für alle Arten phantastischer Literatur – traditionell vor allem Fantasy und Science-Fiction. Kommt einfach nach Würzburg und besucht uns in Hermkes Romanboutique.

Das Ende des Kultur-Universums

von am 10. Juni 2013 Kommentare deaktiviert für Das Ende des Kultur-Universums

Gestern, am 9.6.13 ist Iain Banks viel zu früh verstorben. Damit werden wir leider keine weiteren Romane aus dem Kultur-Universum lesen können. Mit Banks hat die Welt einen der besten und interessantesten Autoren verloren. Sowohl seine SF Romane wie "Das Spiel Azad" oder "Die Spur der Toten Sonne" als auch seine Krimis und Psychothriller wie "Die Aufsteigerin" oder "Die Wespenfabrik" zählen zu den gewaltigsten Werken, die ich jemals gelesen habe.
Kein anderer Autor konnte derart brilliant Bilder vor dem inneren Auge erzeugen und Stimmungen heraufbeschwören, ohne dabei die Phantasie einzuengen. Seine Weltenentwürfe waren immer breit und tief. Unvorstellbar futuristisch und doch Abbilder unseres Erfahrungsschatzes.
Die sozialen und politischen Strukturen seines Kultur-Universums haben mir abendelange wunderbare Streitgespräche mit einem guten Freund beschert. Banks' Romane beschreiben Ist-Zustände, deren Interpretation und Wertung zu weiten Teilen dem Leser überlassen bleiben. Die Thematisierung individueller Freiheit als finales Ziel menschlicher Selbstverwirklichung mit der stets ambivalenten Möglichkeit der Illusion oder der Realität, seine vielschichtigen Abbildungen verschiedener Aktualitäten in den Zukunftswelten seiner Romane und seine irrwitzigen technischen Phantasien bleiben für alle Zeiten genial und einzigartig.
Es gäbe wohl keinen besseren Zeitpunkt, den Meister zu ehren und eine Werksausgabe zu veröffentlichen. Die meisten Romane sind nicht mehr lieferbar und wirklich rar. Das Gesamtwerk von Banks gehört in jede Sammlung und sollte eigentlich auch permanent lieferbar gehalten werden. Banks gehört zu den Allergrößten aller Zeiten.
Danke für die schönen Stunden mit und nach deinen Büchern. Du hast die moderne Literatur und die Science Fiction bereichert und dir selbst ein Denkmal gesetzt.

Gestern, am 9.6.13 ist Iain Banks viel zu früh verstorben. Damit werden wir leider keine weiteren Romane aus dem Kultur-Universum lesen können. Mit Banks hat die Welt einen der besten und interessantesten Autoren verloren. Sowohl seine SF Romane wie "Das Spiel Azad" oder "Die Spur der Toten Sonne" als auch

weiterlesen…

Phantastik in der Krise?

von am 31. Mai 2013 4 Kommentare

Spiel der GötterIn den letzten Jahren hat sich der Fokus der Verlage massiv verändert, vor allem der Großen. Ich habe schon öfter darüber geklagt, dass die "Belegplätze" in den Verlagsprogrammen für klassische Fantasy immer spärlicher werden. Natürlich, zählt man all die modernen Vampir-Lovestories, Engelsromane, Gestaltwandlerserien und was weiß ich alles dazu, ist der Ausstoß eher gewachsen. Ohne jetzt werten zu wollen, das ist es aber nicht, was ich unter Fantasy verstehe.  Dass sich dieses Symptom mittlerweile auch in der SF breitmacht, ist für mich fast schon ein wenig satirisch. Sei es die knallharte Endzeitheldin, die plötzlich ihre Gefühle entdeckt oder die tuffe Frachterpilotin, die ohne die Liebe des attraktiven Freibeuters nicht mehr leben will. Bitte wer soll das lesen? Ich nicht.

Dabei zeigen Bücher, wie "Der Komet" , "Corpus Delicti" oder "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte", dass es nach wie vor herausragend gute Science Fiction Romane gibt. Leider sind diese Bücher nicht unter dem SF Label erschienen und zumindest zum Teil völlig außerhalb der Verlage, die für gute SF bekannt sind. Auch im Jugendbuch tut sich wirklich was. Durch Verfilmungen wie "Hunger Games" oder in diesem Jahr "Ender" sind Themen im Jugendbuch angekommen, die einen wesentlich gehaltvolleren Inhalt vermitteln und sogar klassische Themen der Erwachsenen-Phantastik attraktiv für eine breite Rezeption machen. Im Jugendbuch scheint das mit SF und Fantasy noch zu funktionieren. "Starters" von Lissa Price, "Little Brother" von Cory Doctorow oder sogar die Neuveröffentlichung der "Ender-Reihe" von Orson Scott Card unter einem Jugendbuchlabel sprechen eine deutliche Sprache.

Warum bitte trauen sich die großen Verlage allesamt nicht mehr, ein solides Phantastik Programm aufzubauen oder in manchen Fällen einfach nur zu erhalten? Traut man den Lesern nur noch weichgespülte Unterhaltung zu oder sind die Absatzzahlen tatsächlich so unterirdisch? Da kann man natürlich auch die Frage stellen, ist das lieblose Verlagsgebaren schuld am sinkenden Absatz oder umgekehrt? Ich kann nicht oft genug auf ambitionierte kleine Verlage hinweisen, die eben genau diese Lücke füllen.

Manchmal können aber auch die Verlage nichts dafür. Manchmal steckt der Teufel im Detail und manchmal ist der Einzelne die Schwachstelle. Erkrankungen, die Autoren aus der Bahn werfen haben zum Beispiel in der letzten Zeit für die anhaltende Verzögerung des nächsten Bandes von Locke Lamora gesorgt und jetzt hat es leider auch einen der herausragenden Übersetzer für Phantastik getroffen. "Acacia" Band drei verschiebt sich deutlich nach hinten, ebenso der nächste Band von "Spiel der Götter" und "Dolch und Münze". Schade, aber so ist das manchmal. In diesem Fall hängt eben die deutsche Version mehrerer guter Zyklen an einem hervorragendem Übersetzer, Tim Straetmann. Wünschen wir ihm alles Gute und gute Besserung, auf dass er sich bald mit neuer Energie wieder ans Werk machen kann. Gute Übersetzer wachsen nicht an den Bäumen und es wäre ein großer Verlust für die ganze Szene. (Wer genaueres wissen möchte:

In den letzten Jahren hat sich der Fokus der Verlage massiv verändert, vor allem der Großen. Ich habe schon öfter darüber geklagt, dass die "Belegplätze" in den Verlagsprogrammen für klassische Fantasy immer spärlicher werden. Natürlich, zählt man all die modernen Vampir-Lovestories, Engelsromane, Gestaltwandlerserien und was weiß ich alles dazu, ist der Ausstoß eher gewachsen. Ohne jetzt werten zu wollen, das

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Ein Kleinod von einem Kometen

von am 23. Mai 2013 Kommentare deaktiviert für Ein Kleinod von einem Kometen

KometDas fernsichtige Instrument, welches zu Auffindung jenes erstaunlich mirakulösen Exemplares geführt hat, ist wiederum einer jener Kunden gewesen, welche sich befleißigen, mir unermüdlich über solcherlei Wunderwerke zu berichten. Mir selbst wäre dieses Juwel, im Februar diesen Jahres im Galiani erschienen, wohl kaum aufgefallen. Zu weit ist der Galiani außerhalb meiner eigenen Observation.

Hannes Stein, 1965 in München geboren, erweckt in seinem Roman "Der Komet" eine Alternativ-Welt zum Leben, die aus dem missglückten Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und dessen verfrühter Abreise aus Sarajewo, hervorgeht. Die beiden Weltkriege finden nicht statt und der Lauf der Dinge ändert sich völlig.  Dieses Setting, die Charaktere und all die kleinen Details, die diese Welt mit Leben erfüllen, sind der wahre Inhalt dieses Buches. Die Handlung des Romanes ist schnell erzählt und selbst der namensgebende drohende Kometeneinschlag ist im Grunde nebensächlich.

Die absurde Geschichte wird von Hannes Stein mit großem sprachlichem Gespühr, profunder Geschichtskenntnis und elegantem Humor erzählt. Ich hatte direkt zuvor den Klassiker von Friedrich Torberg "Tante Jolesch" gelesen. Umso intensiver empfand ich jetzt bei der Lektüre von Hannes Steins "Der Komet" die Erzählsprache, in der er alle Neologismen und Anglizismen umschifft und den altbackenen Ton einer durch und durch konservatorischen Gesellschaft hervorragend trifft. Humorvoll und vielleicht ein wenig schwärmerisch – für eine Welt, die es so nicht gegeben hat.

"Der Komet" ist ein wunderbarer Alternativ-Welten Roman. Witzig, geistreich aber auch nachdenklich. Ein tolles Buch, das ich, obwohl ich es kaum aus der Hand legen konnte, langsam und genüsslich über mehrere Tage gestreckt habe. Früher wären solche Highlights von Heyne entdeckt worden und stolz unter dem Label Science Fiction vermarktet worden – heute erscheint der Roman bei einem jungen Verlag mit einer Ausrichtung, die "sich vor allem der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, dem kulturhistorischen und erzählenden Sachbuch sowie Klassikern der Weltliteratur widmet" (Zitat Verlagsseite) – natürlich ohne das SF-Label. Schön, dass der Roman publiziert wurde und auch schön, dass das Genre ernstgenommen wird, schade aber, dass Science Fiction die eigene Lobby verloren hat und wieder einmal ein herausragendes Werk, das definitiv zu einem der klassischen Bereiche der SF zählt, ohne dieses Label auf den Markt gekommen ist.

Das fernsichtige Instrument, welches zu Auffindung jenes erstaunlich mirakulösen Exemplares geführt hat, ist wiederum einer jener Kunden gewesen, welche sich befleißigen, mir unermüdlich über solcherlei Wunderwerke zu berichten. Mir selbst wäre dieses Juwel, im Februar diesen Jahres im Galiani erschienen, wohl kaum aufgefallen. Zu weit ist der Galiani außerhalb meiner eigenen Observation.
Hannes Stein, 1965 in München geboren, erweckt in seinem

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Schock! zum Gratis Comic Tag 2013

von am 4. Mai 2013 1 Kommentar

Der Gratis Comic Tag 2013 rückt näher…

das Programm steht längst fest, die Gäste sind geladen und es sieht sogar so aus, dass unsere aufwändige postapokalyptische Alienkulisse noch rechtzeitig abgebaut wird (schade für Krikra, hätte gut zu ToDE 3 gepasst ;-)), aber die Grillsession kann immer noch ins (Regen)wasser fallen.

Aber kein "Schock!" kann die Freude über die vielen Preise trüben, die unsere beiden Gäste Markus K. Korb und Krikra einheimsen konnten. Und zwar tatsächlich im Doppelpack. In ganzen vier Kategorien konnten die Beiden punkten. Das Gemeinschaftsprojekt "Schock!" konnte beim jährlichen "Vincent Preis", dem Horror Award, die ersten Plätze in den Kategorien

  • "Beste deutschsprachige Kurzgeschichte"
  • Beste deutschsprachige Anthologie/Kurzgeschichtensammlung/Magazin"
    und jeweils den zweiten Platz in den Kategorien
  • "Beste Grafik aus dem deutschsprachigem Raum" und den
  • "Sonderpreis für das schönste Buch 2012"
    für sich beanspruchen.

Ein Grund mehr sich auf ihr kommen zu freuen. Christian Krank alias Krikra und Chris Noeth werden bereits vormittags (ca 10:00 Uhr) anwesend sein, Markus kann euch seine Signatur leider erst ab Nachmittag (ca 14:00 Uhr) widmen. In der Zwischenzeit versorgen wir euch natürlich wie gewohnt mit Würsten und Getränken.

Eine Woche noch, bis zum Gratis Comic Tag 2013. Eine Woche um die Baustelle auf die Reihe zu bringen, aber auch eine Woche um sich zu freuen, denn nächsten Samstag ist es soweit!

Der Gratis Comic Tag 2013 rückt näher…
das Programm steht längst fest, die Gäste sind geladen und es sieht sogar so aus, dass unsere aufwändige postapokalyptische Alienkulisse noch rechtzeitig abgebaut wird (schade für Krikra, hätte gut zu ToDE 3 gepasst ;-)), aber die Grillsession kann immer noch ins (Regen)wasser fallen.
Aber kein "Schock!" kann die Freude über die vielen Preise trüben, die

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Die Clans von Stratos

von am 17. April 2013 Kommentare deaktiviert für Die Clans von Stratos

Clans von StratosTitel: Die Clans von Stratos (Glory Season)
Autor: David Brin
Verlag, Nummer: Heyne 5931

update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe.

Als ich vor einiger Zeit den umfangreichen Roman des mehrfach mit dem Hugo- und Nebula Award ausgezeichneten Autors las, war ich über das Nachwort verärgert. Darin erklärt Brin die Anregungen zu diesem Buch, die Intention des Werkes, sowie die der Arbeit vorrausgehende Lektüre, um nur einige Punkte zu benennen. Diese letzten zehn Seiten dem Roman voranzustellen, hätte sicherlich dazu beigetragen, ein besseres Verständnis einiger Elemente des faszinierenden Weltentwurfes zu erlangen.

Inhalt:
Auf der vor ungefähr dreitausend Jahren von Menschen besiedelten Welt „Stratos“ halten die mächtigen Clanmütter die politische und wirtschaftliche Macht fast vollständig in ihren Händen. Beinahe alle Kinder entstehen durch stimuliertes Selbstklonen, nur in den Sommermonaten werden einige „Vars“ durch körperliche Vereinigung der Geschlechter gezeugt.  Dadurch sind die Männer zwangsläufig in der Minderheit, werden zwar nicht unterdrückt, sind jedoch von jeglichem politischen Einfluß und von fast allen Berufen ausgeschlossen. Auf dieser Welt, deren technisches Niveau bewußt niedrig gehalten wird, landet Renna, ein Raumfahrer des „Hominidenphylums“, der übrigen von Menschen bewohnten Planeten. Der Botschafter trifft Maia, ein junges, desillusioniertes Var-Mädchen, das sich auf die fast hoffnungslose Suche nach einer Lebensnische aufgemacht hat. Gemeinsam werden sie in die Intrigen und Auseinandersetzungen verwickelt, die seine Ankunft verursacht haben.

Beurteilung:
Nach Abzug des Nachwortes und der Leerseiten umfaßt der umfangreiche Roman ca.  865 Seiten. Bei Gesprächen mit anderen Lesern wurde vereinzelt bemängelt, daß der Autor manche Passagen der abenteuerlichen Irrfahrt zu weitschweifig angelegt habe. Das enspricht zwar eigentlich nicht meiner Meinung, aber trotzdem hätte eine stärkere Straffung des Geschehens dem Werk unter Umständen nicht geschadet. Nicht jeder einzelne Handlungsstrang ist unverzichtbar, aber die Ausarbeitung des philosophischen Unterbaus der Gesellschaft, das Selbstverständnis der bewußt auf Stabilität ausgerichteten Lebensweise, das zugrundeliegende Weltbild, sowie die unterschiedlichen politischen Strömungen und großen Ideen faszinieren ungemein.
Geschildert wird keineswegs eine naive Idylle, die dem Menschen innewohnende Gewaltbereitschaft wird nicht geleugnet. Die Aufspaltung in gemäßigte und politisch radikale Clans, Egoismus, Intrigen, Rassismus und kriegerische Auseinandersetzungen existieren auch auf dem von Frauen so übermächtig dominierten Stratos. Den Männern, deren Aggressionspotential durch Rückzüchtung fast gänzlich verschwunden ist bleibt als einziges Betätigungsfeld die Seefahrt. Wenn auch gegen diese umfassende Ausgrenzung ein verstecktes Aufbegehren durch Männer-Geheimbünde angedeutet wird, bleibt ein derartig resigniertes Verhalten auf Dauer sicherlich fragwürdig. Offensichtlich war die Behandlung dieses Aspekts für das Anliegen des Romans nicht von Bedeutung.
Zuletzt sei noch ein mehrmals verwendetes Motiv erwähnt, das ich sehr anregend fand: Rätsel und Spiele. Die detailliert dargestellten Auflösungen von Rätseln zur Beseitigung von Hindernissen sowie das faszinierende „Spiel des Lebens“ bieten Lesern, die solchen intellektuellen Herausforderungen gegenüber aufgeschlossenen sind, sicher einige interessante Denkanstöße.

Fazit:
Als ich mich einige Monate nach der Lektüre zur Besprechung dieses Werkes entschlossen hatte und darüber nachdachte, warum es bei mir eine so starke Resonanz ausgelöst hatte, konnte ich wieder einmal feststellen, daß diese Nacharbeit ziemlich fruchtbar ausfiel. Natürlich waren mir Details entfallen, aber einige bedeutende Ideen und Aussagen hatten sich in der Zwischenzeit viel klarer herauskristallisiert, Argumente und Einwendungen hatten sich geklärt. So war mir damals die Anwendung der Parthenogenese (Selbstklonung) beim Menschen doch ziemlich suspekt erschienen, aber dieser Einwand war in der Zwischenzeit gegenstandlos geworden, da die SF als Ideen-Literatur auch eine hypothetische Prämisse verwenden darf, um eine mögliche gesellschaftliche Situation in die Zukunft zu extrapolieren.
Neben den großen Ideen kommen aber auch Spannung und Abenteuer nicht zu kurz, und eine glaubwürdige oftmals sehr feinfühlig geschilderte Entwicklung der Protagonistin Maia wird aufgezeigt. Der Roman ist reinen Action-Konsumenten und an herkömmlichen Abenteuern im SF-Gewand Interessierten nicht zu empfehlen, aber den Lesern, die für geistige Anregungen und neue Perspektiven aufgeschlossen sind, wird er viel Freude bereiten.
Noch einmal sei abschließend der Hinweis erlaubt, das Nachwort zuerst zu lesen, da diese Reihenfolge sicherlich auch hilfreich sein dürfte bei der Entscheidung, ob sich der Kauf für den einzelnen lohnt oder eher nicht.

Titel: Die Clans von Stratos (Glory Season)
Autor: David Brin
Verlag, Nummer: Heyne 5931
update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe.
Als ich vor einiger Zeit den umfangreichen Roman des mehrfach mit dem Hugo- und Nebula Award ausgezeichneten Autors las, war ich über das Nachwort verärgert. Darin erklärt Brin die Anregungen zu diesem Buch, die Intention des Werkes, sowie die der Arbeit vorrausgehende Lektüre,

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Chalions Fluch

von am 17. April 2013 Kommentare deaktiviert für Chalions Fluch

ChalionTitel: Chalions Fluch (The Curse of Chalion)
Autor: McMaster Bujold, Lois
Verlag, Nummer: Bastei 20486

update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe.

Nach beinahe einem Jahr Pause habe ich mich nun zu einer neuen Besprechung drängen lassen. In dieser Zeit sind etliche interessante Romane erschienen. Eigentlich hatte ich geplant, einen neuen Autor/in auszuwählen, habe ich doch mit „Spiegeltanz“ vor einiger Zeit schon einmal ein Buch dieser Schriftstellerin vorgestellt. Aber nach gründlichem „Sieben“ blieb dieser Titel als letzter übrig. Ich hoffe, ich kann die Gründe für meine Entscheidung überzeugend darlegen.

Inhalt:
Cazaril, einstmals pflichtbewusster und tapferer Offizier im Heer von Chalion, ist der Hölle des Daseins als Galeerensklave nur durch eine glückliche Fügung entronnen. Dem Tod nah, wird er von seinen Rettern in ein Spital eingeliefert. Halbwegs genesen, schleppt er sich, mittellos und als gebrochener Mann, zu Fuß auf den endlosen Straßen zurück in seine Heimat. Alles Feuer und alle ehrgeizigen Pläne sind ihm durch die Peitsche des Rudermeisters buchstäblich ausgetrieben worden, und er hegt nur noch den Wunsch, ein bescheidenes Leben als einfacher Diener zu führen. Aber wegen seiner früheren Verdienste wird ihm die Stelle als Privatsekretär und Lehrer der Prinzessin Iselle angeboten. Mit ihr muß Cazaril an den Hof von Cardegoss reisen, wo sich die mächtigen Gegner aufhalten, die ihn damals durch eine Intrige seinen Feinden ausgeliefert, und dem vermeintlich sicheren Tod als Rudersklave überantwortet hatten. Trotz aller Bemühungen um Unauffälligkeit wird er von seinen alten Widersachern erkannt. Er muß deren finstere Pläne durchkreuzen, denn es steht weit mehr auf dem Spiel als nur sein Leben. Ein mächtiger und finsterer Bann, gewoben aus dunkler Magie, scheint keinen Rettungsweg offen zu lassen.

Beurteilung:
„Cazaril hörte die Reiter, bevor er sie sah“ (S.7). Schon dieser erste Satz katapultierte mich mitten hinein in eine aufregende Geschichte. Unwillkürlich erweckte dieser Einstieg nostalgische Erinnerungen an die Groschenhefte, die ich in meiner frühen Jugend so begierig verschlungen hatte. Aber dieses spontane Gefühl wich im Laufe der Erzählung zunehmend verblüfftem Staunen. Das Geschehen zog mich mehr und mehr in seinen Bann, wurde immer komplexer, und die Protagonisten wurden überzeugend herausgearbeitet. Da ich die bisher in Deutschland veröffentlichten Werke von McMaster Bujold ausnahmslos gelesen habe, die zwar nicht alle gleich stark sind, aber zumindest flüssig geschrieben, wußte ich, daß sie ein großes erzählerisches Talent besitzt. Trotzdem war ich erneut überrascht, als meine wachsende Begeisterung über „Chalions Fluch“ und die im Bereich der Fantasy innovativen Elemente mich dazu verführten, das mit 749 Seiten doch recht umfangreiche Buch in jeder halbwegs freien Minute hervorzuholen.
Andererseits musste ich des öfteren innehalten, um die teilweise in der Retrospektive erzählte spannende Geschichte und die überraschenden Wendungen zu überdenken. Der Roman überzeugt durch aufregende Ideen und ruft starke Emotionen hervor. Harte, dunkle Szenen erzeugen eine düstere Grundstimmung, ohne Hoffnung auf ein Happy End. Aber Cazaril versinkt nie in Selbstmitleid, versucht auch in aussichtsloser Lage beharrlich seine Pflicht zu erfüllen. Häufig überspielt er für ihn peinliche Situationen mit bisweilen auch feiner Selbstironie. Eine einzige Szene ist sogar von derber Komik, als ein arroganter und mächtiger Schürzenjäger zum Gespött des Hofes gemacht wird. Diese Blamage allerdings gönnt man dem unsympathischen Adeligen von ganzem Herzen.
Cazaril ist kein katzbuckelnder Höfling, der seiner hochgeborenen Schülerin nach dem Mund redet. Ein schöner Beleg hierfür ist die Szene, in der er Iselle, der noch unerfahrenen Prinzessin, vor Augen hält, daß sie einen Richter nur aufgrund von Hörensagen öffentlich brüskiert hat. Er zeigt die moralische Fragwürdigkeit ihres Handelns auf und zugleich die taktische Dummheit, diesen Feind „lebend im… Rücken gelassen“ zu haben (S.96). Viele dieser Unterrichtsstunden verlaufen unkompliziert, schaffen sogar Freiräume für die energische junge Dame, regen sie andererseits aber auch dazu an, durch eigenes Nachdenken die Grenzen ihrer Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
Normalerweise schätze ich religiöse Elemente in einem Fantasy-Roman nicht. Obwohl „Chalions Fluch“ diesbezüglich einige Aspekte aufweist, sind auch die Passagen, die sich um „Heilige“ und das Wirken der Götter durch sie drehen, eindrucksvoll und hochinteressant. An einer Stelle mußte ich sogar schmunzeln, als es um das Liebesleben eines ehemaligen „Heiligen“ ging.
Die Übersetzung an sich ist annehmbar, allerdings fällt auch hier das Fehlen eines Korrekturlesers – Lektoren im eigentlichen Wortsinn sparen die Verlage ja meist sowieso ein – unangenehm auf: Kleindung statt Kleidung (S.8 oben), Bein statt Bei (S.421), um nur zwei Beispiele von unzähligen zu nennen.

Fazit:
„Chalions Fluch“ ist, obwohl vollständig abgeschlossen und für sich allein lesbar, der Auftakt einer Trilogie, deren Folgeband im März 2005 erscheinen wird.

update: …aktuell sind natürlich alle drei Bände bereits lange erschienen und leider mittlerweile vergriffen. Band 2 PALADIN DER SEELEN: Bastei 20505, Band 3 IM SCHATTEN DES WOLFES: Bastei 20547…

Die mehrfach preisgekrönte Autorin erzeugt durch mörderische Intrigen, skrupellose Beseitigung von lästigen „Hindernissen“ (sprich: nicht käuflichen Personen), Erpressung und Korruption, gezielte Desinformation und Verführung, starke Spannung. Die düstere und hoffnungslose Grundstimmung des Werkes wird durch Selbstironie, vereinzelt sogar durch komische Passagen doch ein wenig aufgelockert. Exemplarisch ist hierfür die Szene, in der Cazaril einen fein gesponnenen Bestechungsversuch elegant ins Leere laufen lässt (S.585/586). Selbst die Anbahnung einer Liebesbeziehung – keine Angst, nicht zwischen Cazaril und Prinzessin Iselle – bleibt dem Irdischen verhaftet. Auch grausame Szenen wirken keineswegs abstoßend, sind glaubhaft und folgerichtig in die Geschichte eingebettet.
Trotzdem ist Distanz zum Geschehen immer wieder spürbar, obwohl sich der/die Leser/in mühelos in die Figur des widerwilligen Helden, sein ergebenes Leiden und tapferes Handeln versetzen kann. Letzteres ist vielleicht der einzige Punkt, der mich, zwar nicht beim Lesen, wohl aber bei der Nachbetrachtung, leicht gestört hat: die Darstellung Cazarils als durch und durch edlen Helden. Trotz dieser Schwäche, zumindest in meinen Augen, ist der Charakter des Protagonisten hervorragend herausgearbeitet. Bleibt also nur noch der gute Rat: Besorgt euch dieses Werk, laßt es euch schenken oder leiht es aus. Die Überzeugung, mit „Chalions Fluch“ einen sehr guten Fantasy-Roman gelesen zu haben, wird noch lange nach Beendigung der Lektüre bleiben, und einige Ideen sind allemal ein staunendes Nachdenken wert.

Titel: Chalions Fluch (The Curse of Chalion)
Autor: McMaster Bujold, Lois
Verlag, Nummer: Bastei 20486
update: Es gibt leider keine aktuelle Ausgabe.
Nach beinahe einem Jahr Pause habe ich mich nun zu einer neuen Besprechung drängen lassen. In dieser Zeit sind etliche interessante Romane erschienen. Eigentlich hatte ich geplant, einen neuen Autor/in auszuwählen, habe ich doch mit „Spiegeltanz“ vor einiger Zeit schon einmal ein

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Abwege

von am 8. April 2013 Kommentare deaktiviert für Abwege

Über Ostern hatte ich außergewöhnlich viel Zeit zum lesen. deswegen konnte ich drei Bücher verschlingen. Irgendwie hat es sich so ergeben, dass ich vorher durch einige Kundengespräche auf Bücher aufmerksam geworden bin, die aus unserem Sortiment eigentlich herausfallen. Krimis und Thriller sind ja eher ein Randbereich und im Normalfall lese ich Bücher aus diesem Genre nur, wenn sie phantastische Elemente beinhalten – was ja auch oft genug der Fall ist. Eschbachs Verschwörungsthriller, Steinfests phantastische Krimiwelten oder Butchers Ermittlungen in phantastischen Parallelwelten.

QuelleDiesmal war es ein bisschen anders. Gut, das erste Buch war schon sehr phantastisch, aber eher im Sinne mystischer Religionsphantastik. Sehr abgehoben und eigentlich auch eher trashig. Trotzdem ist der "Der Dunkle Pfad Gottes" ein spannendes Buch und mit einem gewissen Augenzwinkern kann ich sagen, dass mir Richard Doetsch Material für eine halbjährige Kampagne geliefert hat. Wir spielen derzeit mit viel Begeisterung das John Sinclair Rollenspiel! Wer sich durch die Mischung aus Action, christlicher Thematik und Verschwörungsthriller nicht abgeschreckt fühlt, der kann mit diesem Buch viel Spaß haben – spannend, actionreich und rasant geschrieben. Der allgemeine Erfolg hat mittlerweile aus diesem völlig abgeschlossenen Einzelband eine ganze Serie gemacht. Bisher erschienen sind folgende Bände:

1. Der Dunkle Pfad Gottes, Bastei Lübbe 2010 (auch als Hörbuch bei Lübbe Audio)
2. Die Quelle der Seelen, Bastei Lübbe 2012
3.Der Dieb der Finsternis, Bastei Lübbe 2012
4. Die Legende der Dunkelheit, Bastei Lübbe (erscheint am 19.04.2013)

SchattenfreundinDas zweite Buch ist ein Krimi/Thriller aus deutscher Feder. "Schattenfreundin" von Christine Drews ist ein rasanter Thriller mit sehr realem Hintergrund – ganz ohne Phantastik. Auch wenn ich als bekennender "Tatort" Fan so manche Parallelen zu rasanteren Folgen der TV Serie gespürt habe, wirkt das Buch authentisch. Ich war von Anfang an mit Spannung dabei. Obwohl auf dem Klappentext verkündet wird, dass es sich um den ersten Fall des Ermittlerduos Schneidemann und Käfer handelt, spielen die polizeilichen Ermittlungen eher eine untergeordnete Rolle. Familiäre Verwicklungen, zwischenmenschliche Komplikationen und dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit verbinden sich hervorragend mit der abgründigen Realität einer Kindesentführung. Das Debut der Autorin wirkt zwar nicht bahnbrechend neu, bleibt aber immer spannend und ist in einem Rutsch zu lesen. Glaubwürdig, spannend und schnell zu lesen.

Schattenfreundin, Bastei Lübbe 2013

BegrabenDer Spannung wegen komme ich am Ende zu dem Buch, das für mich definitiv das Beste in dieser Krimi-Lese-Reihe ist. Mal wieder ein Buch aus Frankreich. Die französische Journalistin und Autorin Elena Sender kämpft nur wenig mit dem französischen Problem, dass sie möglichst viel hineinpacken möchte. Im Vergleich zu Ligny oder Grangé wirkt der unglaublich spannende Thriller fast geordnet. Nicht so abseitig und brutal wie Grangé aber ähnlich aufgebaut. Die etwas zurückgenommene Härte ist aber sicher kein Mangel. Dafür ist die Identifikation mit den Protagonisten wesentlich angenehmer und einfacher. Ich habe bis zur letzten Seite mitgefiebert und mir nichts sehnlicher gewünscht, als einen guten Ausgang…

Wie phantastisch der medizinische Stand in "Begraben" ist, kann ich nicht beurteilen. Es ist komplex genug, sich ein Urteil um die moralischen Implikationen zu bilden, die von der Autorin geschickt in Waage gehalten werden. Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber auch nicht alles wertlos, was kein Gold ist…

Ein spannungsgeladener Thriller der Extraklasse mit deutlich mehr Grips als so mancher Bestseller. Mehr davon!

Begraben, Piper Verlag 2011 (auch als Hörbuch bei Osterworld Audio)

Über Ostern hatte ich außergewöhnlich viel Zeit zum lesen. deswegen konnte ich drei Bücher verschlingen. Irgendwie hat es sich so ergeben, dass ich vorher durch einige Kundengespräche auf Bücher aufmerksam geworden bin, die aus unserem Sortiment eigentlich herausfallen. Krimis und Thriller sind ja eher ein Randbereich und im Normalfall lese ich Bücher aus diesem Genre nur, wenn sie phantastische Elemente

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Die 7 1/2 Leben des Walter Moers

von am 19. März 2013 Kommentare deaktiviert für Die 7 1/2 Leben des Walter Moers

Titelmotiv zur Sonderausstellung
(c) Walter Moers

Ihr wisst, dass Moers mein absoluter Liebling ist. Außerdem hatte ich es bereits versprochen, dass ich darauf hinweisen werde, wenn die Ausstellung in Bad Mergentheim stattfindet. Seit Sonntag ist es soweit – mit Wasserrohrbruch und überschwemmtem Laden hatte ich aber nicht die Muße, eher darüber zu schreiben. Deswegen jetzt hier die offizielle Bekanntmachung:

Vom Kleinen Arschloch über Käpt´n Blaubär bis Zamonien

Seit Mitte der 1980er Jahre ist er mit Comics und Bildergeschichten bekannt geworden. Er entwickelte die Figur des Käpt’n Blaubär, die seither in der Sendung mit der Maus verwendet wird. Seit 1999 veröffentlicht er Romane, die auf dem phantastischen Kontinent Zamonien spielen. Er verfasste Drehbücher und kreierte den Internethit Adolf, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Adolf-Grimme-Preis für Käpt´n Blaubärs Seemannsgarn und die Goldene Leinwand für den Kinofilm Das Kleine Arschloch: Walter Moers ist mit überbordendem Einfallsreichtum gesegnet. Diesem außergewöhnlichen Talent widmet sich die Ausstellung im Deutschordensmuseum und im Kulturforum in Bad Mergentheim.

Die Lügengeschichten des Käpt’n mit dem blauen Pelz sind ebenso legendär wie die politisch unkorrekten Verhaltensweisen des Antihelden, der das Kleine Arschloch schon im Namen trägt. Und mit der Figur Adolf, die Nazisau, bricht er dann auch noch das letzte große Tabu. Er lässt sich für seine Romane von klassischer Literatur inspirieren, von mittelalterlichen „Abenteuerromanen“, von Märchen, von Schelmenromanen und Autoren wie Gottfried Keller oder Lewis Carroll, dem Autor von Alice im Wunderland. Die Bilder zu diesem Phantasiereich geben einen tiefen Einblick in die Vorstellungskraft des doppelbegabten Künstlers und Autors und zeigen, ebenso wie seine Texte, ein großes Repertoire an kunsthistorischem wie literarischem Wissen. Über 200 Werke in Form von Zeichnungen, Skizzen, Gemälden, Skulpturen, Puppen, Filmen, darunter auch unveröffentlichte Werke wie z. B. die Charta Zamonia von 2013, stellen einen der wichtigsten Geschichtenerfinder Deutschlands in seiner medialen Breite vor.

Moers wird nicht nur museal, sondern auch im Rahmen von Inszenierungen im Museum präsentiert: z. B. sitzt Hildegunst von Mythenmetz hinter romanischen Arkaden in seiner Dichterstube. Parodien

großer Künstler wie Dürer, Rembrandt, Picasso usw. sowie Illustrationen aus Der Fönig werden in die Prunkräume des Schlosses integriert. Labor- und Küchen-Stilleben aus dem Schrecksenmeister kontrastieren mit der heilen Welt der Puppenstuben im Museum. Plastiken von Carsten Sommer nach Moers´ Figuren ergänzen dessen Zeichnungen. Erstmalig zu sehen ist ein großes, detailliertes Modell von Susanne Reichardt, das Buchhaim und das Labyrinth der Träumenden Bücher darstellt. Im Kulturforum werden vor allem die Comics Das kleine Arschloch und Der alte Sack, sowie Adolf präsentiert – auf Papier und multimedial.

Es erscheint die Ausstellungszeitung Supermoers, die Walter Moers eigens für Bad Mergentheim entworfen hat.

Ein Workshop-Programm für Kinder und Jugendliche und ein ausführliches Führungsprogramm ergänzen dieses Angebot.
Die Termine finden Sie im Kalender der Homepage des Deutschordensmuseum.

 Sonntag, 17.03.2013 bis zum Sonntag, 15.09.2013 , 10:30 bis 17:00 Uhr
Veranstaltungsort: Deutschordensmuseum und Kulturforum

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag, Feiertage 10.30 – 17.00 Uhr
Montags geschlossen, Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet
5. Juli Museum: Einlass nur bis 15 Uhr

Quelle: Homepage des Deutschordensmuseum

Titelmotiv zur Sonderausstellung(c) Walter Moers
Ihr wisst, dass Moers mein absoluter Liebling ist. Außerdem hatte ich es bereits versprochen, dass ich darauf hinweisen werde, wenn die Ausstellung in Bad Mergentheim stattfindet. Seit Sonntag ist es soweit – mit Wasserrohrbruch und überschwemmtem Laden hatte ich aber nicht die Muße, eher darüber zu schreiben. Deswegen jetzt hier die offizielle Bekanntmachung:
Vom Kleinen Arschloch über

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Das Neuerscheinungs Paradoxon

von am 10. Januar 2013 Kommentare deaktiviert für Das Neuerscheinungs Paradoxon

Im vorweihnachtlichen Trubel hat sich unser Ausstoß von neuen Beiträgen deutlich verringert. Zum Teil natürlich wegen der saisonal erhöhten Kundenfrequenz. Hauptsächlich aber, weil wir mit dem Auspacken von neuen Lieferungen fast nicht mehr hinterhergekommen sind. Der Ausstoß von Neuheiten hat sich gefühlt bis zum Anschlag erhöht. Die Anzahl der Postings im Bereich Neuerscheinungen spricht eine deutliche Sprache. Eigentlich sollte das ab kurz vorm Fest und im Januar merklich abklingen. Irgendwann muss sich ja auch der geschröpfte Geldbeutel der Konsumenten wieder erholen können.

Die Verlage sehen das offensichtlich ein wenig anders. Da muss dann wohl der Handel als Puffer herhalten. Völlig unverständlich empfinde ich aber die Tatsache, dass nicht nur weiterhin VIELE Neuerscheinungen eintrudeln, sondern eben auch WICHTIGE Titel dabei sind, die den Umsätzen sicher nicht geschadet hätten. Im Comicbereich sind es seltsamerweise auch noch die Kleinverlage, die die weihnachtliche Geldspritze offensichtlich nicht nötig hatten. Sonst kann ich mir das Januar-Programm nicht so recht erklären.

MinimenschenSalleck bringt gleich zwei neue Minimenschen und die Spirit Archive im Januar. Unverständlich – gerade für einen der ambitionierten Kleinverlage, der sowieso schon immer schieben und rechnen muss, was erst verkauft werden muss um wieder einen neuen Titel veröffentlichen zu können. Gut, vielleicht ist die Comicbranche nicht ganz so saisonal wie zum Beispiel die Unterhaltungselektronik, aber selbst in unsere entlegenen Gefilde strömt ein gewisser Besucherstrom vor dem Konsumfest. Schade – klare Fehlorganisation.

Völlig ohne Worte ist für mich auch die Januar-Flut von Ehapa. Nicht im Detail, sondern im Ganzen.

MonstrumologeIm Buchbereich hat dieses seltsame Verhalten auch vor den "Großen" nicht haltgemacht. War die Ausbeute der Dezember-Auslieferung (und auch der vorgezogenen Januar-Auslieferung) eher mager und wir mussten außer multiplen Hobbitsen ziemlich in die Röhre schauen, kamen mit der ersten Welle im neuen Jahr jetzt doch einige gut verkäufliche Titel. Ungewöhnlicher Zeitpunkt, meine Herren. Random House bringt mit "Im Tunnel" von Sergej Antonow einen "heissen" Metro 2033 Titel. Und Bastei Lübbe schafft es sogar mindestens fünf Toptitel in die neue Lieferung zu verschleppen. "Anita Blake", "Im Wald der stummen Schreie" (sensationeller Thriller – für mich der spannendste von Jean-Christophe Grange), "Das Buch ohne Gnade" (der dritte Bourbon-Kid Roman jetzt als Taschenbuch), "Jenseits der Grenze" (ein neuer Jack Campbell) und den dritten Band "Der Monstrumologe und die Inseln des Blutes". Wäre gut fürs Weihnachtsgeschäft gewesen, meine Herren Verleger!

Dann heißt es wieder, Fantasy verkauft sich nicht und es werden noch mehr Belegplätze gestrichen. Was nützt der beste Schwerthieb, wenn das Timing nicht passt.

Im vorweihnachtlichen Trubel hat sich unser Ausstoß von neuen Beiträgen deutlich verringert. Zum Teil natürlich wegen der saisonal erhöhten Kundenfrequenz. Hauptsächlich aber, weil wir mit dem Auspacken von neuen Lieferungen fast nicht mehr hinterhergekommen sind. Der Ausstoß von Neuheiten hat sich gefühlt bis zum Anschlag erhöht. Die Anzahl der Postings im Bereich Neuerscheinungen spricht eine deutliche Sprache. Eigentlich

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Schwarze Romantik

von am 9. Januar 2013 1 Kommentar

Schwarze RomantikIn allerletzter Minute ein kleiner Hinweis, den ich leider über dem Weihnachtsstress aus den Augen verloren habe. Seit Ende September und noch bis zum 20.01.2013 zeigt das Städel Museum in Frankfurt am Main die Sonderausstellung "Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst". Keine andere Kunstepoche ist so nahe mit der Phantastik verwoben. Viele der Exponate könnten Illustrationen zu diversen Romanen darstellen oder erzählen selbst phantastische Geschichten. Viele der Werke ähneln denen heutiger Künstler im Bereich Fantasy und könnten in Werken wie dem jährlichen "Spectrum – The Best in Contemporary Fantastic Art" veröffentlicht sein. Ein absoluter Augenschmaus für alle Fantasy Fans und eine gute Möglichkeit sich Europäischer Kunstgeschichte von der eigenen Warte aus zu nähern. Ein Blick über den Tellerrand ermöglicht durch einen lohnenswerten Museumsbesuch.

Auch in der Literatur war die "Schwarze Romantik" eine Phase hoher phantastischer Produktivität. Vielleicht fühlt sich der ein oder andere nach einem Besuch auch inspiriert einen Blick auf die Romane von Mary Shelley, E. T. A. Hoffmann oder Edgar Allan Poe zu werfen. Einige der Werke dieser Autoren zählen zu meinen All-Time-Favoriten.

Viel Spaß in der Ausstellung, aber husch husch, nur noch knapp zwei Wochen!

In allerletzter Minute ein kleiner Hinweis, den ich leider über dem Weihnachtsstress aus den Augen verloren habe. Seit Ende September und noch bis zum 20.01.2013 zeigt das Städel Museum in Frankfurt am Main die Sonderausstellung "Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst". Keine andere Kunstepoche ist so nahe mit der Phantastik verwoben. Viele der Exponate könnten Illustrationen zu diversen Romanen

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Lesetips eines alten Buchhändlers…

von am 4. Dezember 2012 Kommentare deaktiviert für Lesetips eines alten Buchhändlers…

…das war die Rubrik von Hermkes "berühmten" Rezensionen. Im "DDD" veröffentlicht, als Heft geklammert und verteilt und im Schnellhefter gesammelt tausendfach in Kundenhand gedrückt. Immer wieder werden wir noch danach gefragt und wir möchten sie euch auch hier auf der Seite nicht vorenthalten. Da die Buchbesprechungen sich nicht auf aktuelle Auflagen und leider auch häufig auf vergriffene Romane und Zyklen beziehen, sollen sie nicht auf der ersten Seite erscheinen. Wie ihr sie trotzdem findet, ist eigentlich ganz einfach. Alle stehen unter der Kategorie "Lesetips eines alten Buchhändlers" und sind unter ihm als Autor zu finden. Nach und nach werdet ihr hier alle alten Buchtips finden. Ich wünsche euch viel Spaß beim schmökern und lasse noch ein paar seiner Kurztips folgen.

Hermkes Kurztip No 12:

Eis!, Federbush, Arnold, Heyne 3771

ist ein leider vergriffener und auch unter Insidern kaum bekannter Roman. Er gehört zum Genre der Katastrophen-Romane, ist sehr eindringlich geschrieben, zu empfehlen besonders für nachdenkliche Leser, da er weniger auf Action abzielt, aber eine starke innere Spannung aufbaut.

Hermkes Kurztip No 29:

Niemalsland, Gaiman, Neil, Heyne 10669

Neil Gaimans "Niemalsland", Heyne 10669, ist ein höchst eigenwilliger und lesenswerter Roman, mit originellen Einfällen gespickt, für nichtkonventionelle Leser sehr empfehlenswert.

Hermkes Kurztip No 81:

Socialdemokraten auf dem Monde, Hahn, Ronald M., Heyne 5936

Dem Übersetzer und Autor Ronald M. Hahn ist eine köstliche Satire auf die Deutschtümelei zu Beginn unseres Jahrhunderts gelungen. Viele ironische Anspielungen auf SF-Klischees und die heutige Politik machen den Roman zu einer höchst vergnüglichen Leseempfehlung.

Mehr gibt es nicht vorweg! Alles weitere kommt so nach und nach. Auch die Kurztips. versprochen…

 

…das war die Rubrik von Hermkes "berühmten" Rezensionen. Im "DDD" veröffentlicht, als Heft geklammert und verteilt und im Schnellhefter gesammelt tausendfach in Kundenhand gedrückt. Immer wieder werden wir noch danach gefragt und wir möchten sie euch auch hier auf der Seite nicht vorenthalten. Da die Buchbesprechungen sich nicht auf aktuelle Auflagen und leider auch häufig auf vergriffene Romane und Zyklen

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein

von am 25. November 2012 Kommentare deaktiviert für Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein

Bereits am Montag, dem 19. November 2012 verstarb der russische Schriftsteller Boris N. Strugatzki im Alter von 79 Jahren.
Zusammen mit seinem Bruder Arkadi, der bereits 1991 verstarb hat er etliche maßgebliche Werke der russischen Science Fiction geschrieben. Schon zu Zeiten des Eisernen Vorhangs hatten ihre Werke einen hohen Stellenwert auch in der westlichen Welt. Den meisten dürften vor allem die beiden Werke "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" und "Picknick am Wegesrand" durch die Verfilmungen bekannt sein. "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein" war eine deutsch, französisch, sowjetische Coproduktion von 1989, die zwar kein Kassenschlager, aber eine ambitionierte filmische Umsetzung war – hat mich damals ziemlich beeindruckt. Die Umsetzung von "Picknick am Wegesrand" als "Stalker" ist ohne Übertreibung als Meisterwerk zu bezeichnen. 1979 von Andrej Tarkowski verfilmt ist das Werk für mich bis heute ein echter Tipp.
Die derzeit beim Heyne Verlag erscheinende Werksausgabe bietet allen die Möglichkeit sich in das umfassende Werk der Brüder einzulesen. Nicht alles, was sie geschrieben haben ist einfach zu lesen, aber es lohnt sich. Steht auch auf meiner todo Liste, meine Kenntnisse zu vertiefen. Schade, dass der Anlass ein so trauriger ist.

Bereits am Montag, dem 19. November 2012 verstarb der russische Schriftsteller Boris N. Strugatzki im Alter von 79 Jahren.
Zusammen mit seinem Bruder Arkadi, der bereits 1991 verstarb hat er etliche maßgebliche Werke der russischen Science Fiction geschrieben. Schon zu Zeiten des Eisernen Vorhangs hatten ihre Werke einen hohen Stellenwert

weiterlesen…

Zur Spannung noch die Gänsehaut – wer nicht lesen kann muss hören II

von am 12. November 2012 Kommentare deaktiviert für Zur Spannung noch die Gänsehaut – wer nicht lesen kann muss hören II

Am 26.10.2012 habe ich einen Artikel über Hörbücher hochgestellt. Dabei ging es in erster Linie um die Qualität der Vorleser und ihre Eigenheiten. Hörbücher sind leicht gekürzte oder vollständige Lesungen, die im Normalfall auf Geräuscheffekte verzichten und analog zu Büchern eben einen abgeschlossenen Roman beinhalten. Ganz anders liegt die Sache bei Hörspielen. Jeder kennt Hörspiele aus seiner Kindheit. Bei mir waren es Pumuckel, Hui Buh und was weiß ich alles. Hörspiele gibt es aber auch für Erwachsene. Teilweise aufwändig produziert mit filmischer Musik unterlegt und mit namhaften Sprechern besetzt. Die meisten mir bekannten Serien bewegen sich im Bereich Grusel und Horror und sind entweder komplette Eigenproduktionen oder Umsetzungen bekannter Heftserien, wie Perry Rhodan oder John Sinclair. Das Spektrum ist weit und reicht von Salvatores Dunkelelf Saga (Regie: Günter Merlau, Lausch Verlag) über die Krimireihe Prof. Sigmund Freud (beim Berliner Label STIL) bis hin zu Reihe Gruselkabinett bei Lübbe Audio, mit Hörspieladaptionen im Bereich klassische Horrorliteratur. Wirklich begeistert bin ich selbst eigentlich nur von zwei Serien. Beide aus dem weiten Bereich Horror oder Grusel.

Gabriel Burns ist eine völlig eigenständige Produktion vom Label Folgenreich. Die ursprüngliche Geschichte stammt von Autor Raimon Weber und Regisseur Volker Sassenberg. Gabriel Burns ist eine Mischung aus Horror und Mystery. Die Story schwankt zwischen Geistern, Dämonen und Science Fiction Aspekten wie Außerirdischen und fremden Dimensionen. Hört sich ein bisschen X Akten mäßig an, ist es auch. Aber unglaublich spannend, mitreißend und grandios besetzt und inszeniert. Seit 2003, und damit Folge eins, bin ich voll Spannung dabei und habe auf jede der bisher 35 Folgen hingefiebert. Leider gibt es durch irgendwelche rechtlichen Querelen zwischen Produktionsfirma und Label seit 2010 eine längere Pause (ich hoffe mal, es ist nur eine Pause. So auf jeden Fall die offizielle Verlautbarung). Die Stories sind teilweise in sich abgeschlossene Einzelepisoden, teilweise wird an einem fortlaufenden Plott weitererzählt. Ein bisschen Lost. Bis jetzt war alles wirklich unglaublich spannend und perfekt produziert, bleibt nur zu hoffen, dass wir durch die Streitigkeiten nicht auf eine Auflösung verzichten müssen. Wäre zu schade und ein echter Verlust.
Sauspannend, gerade jetzt!

Ganz anders verhält es sich mit John Sinclair. Der Geisterjäger ist seit 1973 als geistiges Kind von Jason Dark als Heftsserie, Taschenbuchserie, Verfilmung und Hörspielumsetzung multimedial verbreitet. Die aktuelle Hörspielreihe (Edition 2000) läuft seit dem Jahr 2000 und hat es bisher auf 77 Teile plus 12 Classic Folgen, in denen die frühen Sinclair Abenteuer noch vor der eigenen Heftserie (Gespenster-Krimis) vertont werden. Der Regisseur Oliver Döring (seit Folge 71 von Dennis Erhardt ersetzt, damit einige Änderungen an der Besetzung) hat die Rollen mit genialen Sprechern besetzt. John, als Ermittler vom Yard, mit der Synchronstimme von Pierce Brosnan (Frank Glaubrecht) hat einen ganz besonderen Charme. Auch der Rest der Stimmen liest sich wie ein Who is Who der großen Filmproduktionen (unter anderem Franziska Pigulla als Jane Collins (Man hat Demi Moore unweigerlich vor Augen…) Die Dame wurde von Glokta bereits in einem Kommentar auf den ersten Artikel hoch gelobt). Die Umsetzung der Heftserie ist frei, aber chronologisch sinnvoll. Die meisten Episoden sind in sich abgeschlossen, auch wenn natürlich, je weiter die Serie fortschreitet, immer mehr vorausgesetzt wird. Somit ist es sinnvoll, die eigentliche Reihenfolge einzuhalten, oder sogar mit den Classic-Folgen anzufangen. Wer Lust auf gute Unterhaltung hat, sollte sich die vierteljährliche Dosis Gänsehaut nicht entgehen lassen und die Serie bei uns ins Abo nehmen.
Kurzweilig, bisweilen humorig!

Zwischen den Welten befindet sich eine dritte Serie. Eigentlich zählt sie eher zu den Hörbüchern, weil es Lesungen sind. Trotzdem ist sie vom Charakter her eher mit Serien zu vergleichen, wie die vorher Genannten, und auch von der Aufteilung in Seasons schon genau so angelegt. Gelesen von Franziska Pigulla (ja, Glokta ;-)) ist Das Tal (bisher zwei Seasons a jeweils vier Teile) auch eine echte Empfehlung. Ich hatte da schon mal was Kurzes dazu und verlinke das an dieser Stelle nochmal, da es ja eigentlich kein Hörspiel ist.

Am 26.10.2012 habe ich einen Artikel über Hörbücher hochgestellt. Dabei ging es in erster Linie um die Qualität der Vorleser und ihre Eigenheiten. Hörbücher sind leicht gekürzte oder vollständige Lesungen, die im Normalfall auf Geräuscheffekte verzichten und analog zu Büchern eben einen abgeschlossenen Roman beinhalten. Ganz anders liegt die Sache bei Hörspielen. Jeder kennt Hörspiele aus seiner

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Wer nicht lesen kann muss hören

von am 26. Oktober 2012 3 Kommentare

Hörbücher sind mittlerweile sehr verbreitet. Der eine hört beim Radeln, der andere bei der Arbeit und der dritte beim Zugfahren. Hörbücher können die Zeit ohne Bücher überbrücken und manchmal können sie sogar zu einem echten Zugewinn werden. Ich selbst kann eigentlich nur während langer Autofahrten Hörbücher wirklich genießen. Dabei sind sie aber zu einem festen Bestandteil geworden. Die Auswahl fällt meistens auf einfachere "Lektüre" und oft auf Jugendbücher. Kein echter Ersatz fürs Lesen, aber eine Ergänzung und ganz selten, wenn der Vorleser wirklich gut ist, ein Zugewinn…

Mein Erstkontakt mit Hörbüchern war Harry Potter. Den hatte ich vielfach empfohlen bekommen und ich muss sagen, dass Rufus Beck den Potter sensationell liest. Beck gehört in der Gilde der Meisterleser. Kleiner Nachteil ist, dass es gegen Ende der Potterschen Reihe irgendwie Querelen zwischen dem Verlag und Herrn Beck gegeben hat, was sich nicht unbedigt auf die Qualität niedergeschlagen hat. Leider sind in den späten Teilen ein paar wenige kleine Fehlerchen, was die Zuordnung der unterschiedlichen Stimmen betrifft. Vielleicht liegt das auch daran, dass Rufus Beck, wie er von sich selbst sagt, die Bücher in einem Take und am Stück einliest. Trotzdem bekommt er von mir für seine unglaubliche Stimmvielfalt und seine wundervolle Interpretation zwei begeisterte Daumen. Meisterleser.

Durch diese erste Erfahrung motiviert, habe ich in dieser Richtung weiterexperimentiert und etliche Lesestimmen kennengelernt. Dabei waren gute Leser wie Christian Brückner (Synchronstimme Robert de Niro), Oliver Rohrbeck (Drei Fragezeichen) und auch einige Reinfälle.

Der nächste wirkliche Meisterleser, über den ich gestolpert bin, war der von mir bereits gewürdigte, leider zu früh verstorbene Dirk Bach. Seine Interpretationen Zamoniens sind derart genial, dass sie wirklich die einzigen Hörbücher sind, die ich mir bereits mehrfach angehört habe, obwohl ich die Bücher von Walter Moers schon selbst mehrfach gelesen und auch vorgelesen habe. Genie trifft auf Genie. Meisterleser der Königsklasse.

Anna Thalbachs Lesungen von Jenny May Nuyens Büchern, Andreas Fröhlichs Lesungen von Kai Meyers Büchern oder Stefan Kaminskis Version von Sergej Lukianenkos Trix Solier, sind zwar bei weitem nicht so "vielstimmig", aber immer noch wirklich empfehlenswert und echt angenehm zu hören, auch und vor allem nebenbei.

Leider gibt es immer wieder Hörbuchproduktionen, die schlecht oder anstrengend gelesen sind. Selbst bekannte Stimmen sind nicht immer ein garant für ein gutes Hörbuch. Wirklich gute Schauspieler sind nicht zwingend auch gute Leser. Synchronstimmen bekannter Schauspieler sind teils zu eindeutig vorbelegt. Zu extreme Schwankungen bei der Lautstärke machen ein Zuhören manchmal nervenaufreibend und ermüdend. Monotone, wenig artikulierte Stimmen lassen die Aufmerksamkeit schnell abschweifen und damit das Zuhören auch wieder anstrengend machen.

Mein Tipp, haltet euch an einfache Bücher, nehmt nur Lesungen von guten Vorlesern oder Meisterlesern und lasst die Finger von allem anderen. Hörbücher können schneller verstauben, als man denkt und man sollte es guten Büchern nicht antun, schlecht gehört zu werden. Mehr Tipps gibts wie immer bei uns im Laden, wobei mein Erfahrungsschatz natürlich echt beschränkt ist. Ich bin immer noch Buchhändler, nicht CD Verkäufer 😉

Hörbücher sind mittlerweile sehr verbreitet. Der eine hört beim Radeln, der andere bei der Arbeit und der dritte beim Zugfahren. Hörbücher können die Zeit ohne Bücher überbrücken und manchmal können sie sogar zu einem echten Zugewinn werden. Ich selbst kann eigentlich nur während langer Autofahrten Hörbücher wirklich genießen. Dabei sind sie aber zu einem festen Bestandteil geworden. Die Auswahl fällt

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Jeffrey Thomas – Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos

von am 22. Oktober 2012 Kommentare deaktiviert für Jeffrey Thomas – Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos

Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos

Jeffrey Thomas (03.10.1957) veröffentlicht seit den 90er Jahren Horror- und Science-Fiction-Geschichten. Für seine Arbeiten wurde er sowohl für den Bram Stoker Award als auch für den John W. Campbell Award nominiert. Seine bekannteste Schöpfung dürfte PUNKTOWN sein. Eine Megapolis auf einer von Menschen kolonisierten Welt in einer fernen Zukunft. Setting und Stimmung der Geschichten dieser Stadt wurden des Öfteren mit dem Film BLADE RUNNER verglichen. PUNKTOWN wurden bis heute mehrere Romane und eine Vielzahl Kurzgeschichten gewidmet. Getreu dem Open-Source-Gedanken durften sich auch schon andere Autoren in diesen mitunter sehr verstörenden Gefilden austoben. Hierzulande sind bisher eine Kurzgeschichtensammlung und der Roman MONSTROCITY erschienen. Beide Bücher sind seit einiger Zeit leider verlagsvergriffen.

Wie so viele andere moderne Horrorautoren wurde auch Jeffrey Thomas von H. P. Lovecraft inspiriert. Da bleibt es nicht aus, dass auch von ihm Beiträge zum Cthulhu-Mythos vorliegen. Eine Sammlung solcher Geschichten ist nun beim Festa Verlag erschienen. Als 28. Band der BIBLIOTHEK DES SCHRECKENS werden dreizehn ausgesuchte Erzählungen über den Großen Cthulhu und sein Gezücht präsentiert.

Nicht verwunderlich ist, dass die Schreckensgestalt aus R’lyeh hierbei ihre Tentakel auch nach Paxton, so der eigentliche Name von Punktown, austreckt. Insgesamt vier der enthaltenen Kurzgeschichten sind auf Thomas’ eigener Spielwiese angesiedelt. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle die Trilogie um den Polizisten John Bell.

Aber nicht nur die Vermischung der zwei Welten ist erwähnenswert. Anders als viele seiner Kollegen kopiert Thomas sein literarisches Vorbild nicht einfach. Er geht eigenen Ideen nach, die Lovecraft so sicher nicht geschrieben hätte. So erfährt der geneigte Leser beispielsweise, was man mit einem Shoggothen alles anstellen kann. R’lyeh wird kurzerhand zu einer anderen Dimension (was natürlich nicht gänzlich im Widerspruch zu Lovecrafts Version steht), die Tempelritter und Saddam Hussein haben plötzlich eine Verbindung zu den Großen Alten und die Wahrheit über Jonas Reise im Bauch eines Wals wird enthüllt.

Trotz aller eigenen Ideen lassen sich verschiedene Einflüsse erkennen. Neben Lovecraft ist das vorallem August Derleth, dessen Mythos-Beiträge umstritten sind, und das durchaus zu Recht. Aber nicht abschrecken lassen, es zählt, was man daraus macht – und Jeffrey Thomas' „Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos“ sind ein absoluter Gewinner.

Abgerundet wird der vorliegende Band durch ein Interview mit Jeffrey Thomas, welches Local Hero Christian Endres führen durfte. Die Fragen sind treffend gewählt. So hat das kurze Gespräch nicht nur einen Bezug zum Buch. Man erfährt auch ein paar Kleinigkeiten über den in Massachussetts lebenden Schriftsteller, beispielsweise, wie Thomas auf einen weitreichenden Stromausfall reagiert. Auch über August Derleth wird ein Wort verloren …

Jeffrey Thomas darf man auf dem deutschen Markt wohl unzweifelhaft als eine Festa-Entdeckung bezeichnen. Neben den oben erwähnten, bereits vergriffenen Titeln, hat der Verlag letztes Jahr den ebenfalls empfehlenswerten Horrorroman TAGEBUCH AUS DER HÖLLE veröffentlicht. Dies Buch ist weiterhin lieferbar und kann natürlich bei Hermkes Romanboutique bestellt werden. Wie (fast) jedes lieferbare Buch.

Jeffrey Thomas: Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos (Festa Verlag, 28,00 Euro)

Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos
Jeffrey Thomas (03.10.1957) veröffentlicht seit den 90er Jahren Horror- und Science-Fiction-Geschichten. Für seine Arbeiten wurde er sowohl für den Bram Stoker Award als auch für den John W. Campbell Award nominiert. Seine bekannteste Schöpfung dürfte PUNKTOWN sein. Eine Megapolis auf einer von Menschen kolonisierten Welt in einer fernen Zukunft. Setting und Stimmung der Geschichten dieser Stadt wurden

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Lesetipps vom Gerd – verspätet…

von am 5. Oktober 2012 2 Kommentare

…aber wie bereits angekündigt…

Lesethema meines diesjährigen Urlaubs war "nachlesen". Mit einem solchen "nach", wie in nachsitzen. Also möglichst viele Bücher abarbeiten, die aus unterschiedlichen Gründen auf dem Lesestapel in der Endlosschleife nach unten gewandert sind, also irgendwie immer wieder verschoben, vertagt und vernachlässigt wurden. Zum Schluß sind es leider nicht so viele geworden, wie erhofft, zum einen, wegen Warhammer Invasion und zum anderen wegen des ersten Buchs, das mich irgendwie im Nichts hat hängen lassen, zwischen "ich komm nicht weiter" und "ich bin fasziniert". Das Buch hat sich gezogen, war faszinierend und am Ende doch nicht wirklich zufriedenstellend. Deswegen lasse ich "XY" von Sandro Veronesi aussen vor und stelle euch nur drei Bücher vor (Naja, eigentlich waren es doch mehr…und den dritten Band von Herrn Eschbach habe ich erst zu Hause fertiggelesen…).

Memento – Die Überlebenden von Julianna Bagott

Mal wieder ein Jugendbuch. Mal wieder ein beachtenswertes. Im Moment drängt sich der Verdacht auf, dass wir bei der Phantastik nur eine Durststrecke überwinden müssen. Im gleichen Maße, wie Fantasy und Science Fiction Themen für Erwachsene verwässert oder gebannt werden, boomt die phantastik für Jugendliche und sogar Kinder. Dabei sind ernstzunehmende, komplexe Themen bei weitem kein Tabu mehr, im Gegenteil der Anspruch und die Ideenvielfalt nimmt ständig zu. Fast als wären die Jugendbücher erwachsen geworden. Wenn all die Leser der "Tribute von Panem", von "Little Brother", "Starters" oder ähnlichen Romanen später bei der Phantastik bleiben oder nur eine weniger bornierte Sicht auf das Genre haben, sollten sich die Verleger in den nächsten Jahren tunlichst besinnen und ihre Programmgestaltung schnell überdenken…

Ja, ja, ich weiß, ich schweife ab. Manchmal geht es einfach nicht anders. Aber zurück zum Buch. Es ist faszinierend. Moderne Ideen, in zeitgemäßem Gewand und trotzdem haben mich viele Aspekte an große alte Romane erinnert. Die Gesellschaft nach der Katastrophe, die Julianna Bagott beschreibt ist reduziert und überzeichnet, aber trotzdem in sich stimmig – mit einem Hauch künstlerischer Freiheit, der es überflüssig macht,  alles bis ins Detail zu erklären und genug Raum für phantastische Elemente lässt. In der so oft gelobten "Guten Alten Zeit" war es auch nicht anders. "Dunkel ist die Sonne" von Farmer war genial, aber mit Sicherheit auch keine reine SF im strengen Sinne. Alles in allem ein "Jugendbuch", das eigentlich nur durch die jungen Protagonisten zum Jugendbuch wird. Eine harte Nachkatastrophen-Welt, die mit ihren monströsen Chimären und den von Apartheit geprägten Gesellschaftsstrukturen ein wirklich interessantes und spannendes Buch für alle. Vielleicht ab 13 oder 14 Jahren. Mehr davon!

Flavia de Luce von Alan Bradley

Okay, ist nicht neu – es gibt bereits drei Abenteuer der kleinen naseweisen Hobbie-Detektivin Flavia de Luce – den Ersten hatte ich auch gleich gelesen – aber jetzt habe ich eben weitergelesen. Was für ein Feuerwerk an Ideen, subtilem Humor, Spannung und skurrilen Figuren und Situationen. Alan Bradley ist ein Zauberkünstler der immer wieder tief in seine Kiste greift und frische neue Ideen hervorzaubert mit bekannten Bildern mixt. Seine Beschreibungen und Figuren liegen irgendwo zwischen Märchen, Schwarz-Weiß-Film und Tim Burton. Jetzt bin ich wieder up-to-date und kann mich auf den nächsten Band freuen. Bereits für Oktober ist Band 4 "Vorhang auf für eine Leiche" avisiert. Und diesmal wird das Buch nicht ganz unten im Lesestapel landen. Spaß garantiert bei Alan Bradleys "Flavia" Bänden…

Black Out – Hide Out – Time Out von Andreas Eschbach

Der letzte im Bunde ist einmal wieder ein deutscher Autor. Ihr kennt mich und wisst, dass ich schon seit "Solarstation" (hatte ich als Hörbuch für die Reise dabei – und es war einmal mehr ein wahres Vergnügen…) und "Haarteppichknüpfer" ein echter Fan von Andreas Eschbach bin. Sein neuestes Werk, diesmal als Trilogie hatte ich ruhen lassen, weil ich erst auf den Abschluss warten wollte. Ein typischer Eschbach und auch wieder nicht. Wieder einmal erklärt der Autor ein eigentlich komplexes Thema plakativ und Leser-gerecht, ohne dabei platt oder belehrend zu wirken. Wieder einmal hat Eschbach aktuelle Themen aufgegriffen und in eine nahe Zukunft gespiegelt, weitergedacht und überhöht. Andreas Eschbach hat sich diesmal mehr Zeit genommen, ohne dabei abzuschweifen oder zu langweilen. Sein Plot erstreckt sich über alle drei Bände und hat überraschende Twists und Wendungen. Der Abschlussband und auch das Ende ist zwar Massenkompatibel, was Eschbach immer gelingt, aber nicht weichgespült. Spannend, dicht und mitreißend bis zum Ende. Drei echte Pageturner. Weiter so…

…aber wie bereits angekündigt…
Lesethema meines diesjährigen Urlaubs war "nachlesen". Mit einem solchen "nach", wie in nachsitzen. Also möglichst viele Bücher abarbeiten, die aus unterschiedlichen Gründen auf dem Lesestapel in der Endlosschleife nach unten gewandert sind, also irgendwie immer wieder verschoben, vertagt und vernachlässigt wurden. Zum Schluß sind es leider nicht so viele geworden, wie erhofft, zum einen, wegen Warhammer Invasion

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Die Stimme Zamoniens ist tot

von am 2. Oktober 2012 2 Kommentare

Gestern Nachmittag ist Dirk Bach verstorben. Viel zu jung und überraschend. Mit ihm zusammen ist die Hoffnung gestorben, dass Walter Moers' Zamonienromane doch noch einmal von ihm eingesprochen werden. Ohne Andreas Fröhlichs Leistung schmälern zu wollen, war die unvergleichliche Stimmenvielfalt von Dirk Bach und seine unnachahmliche Intonation eine mehr als würdige Interpretation der Werke von Walter Moers. Dirk Bach konnte man lieben und hassen – im Fernsehen genau wie bei den Lesungen der Zamonischen Werke. Und genau das hat den unvergleichlichen Reiz der Hörbücher ausgemacht. Wenn Dirk Bach aus Rumo gelesen hat, musste der Zuhörer lachen, weinen – leiden und feiern. Kein anderer hätte die extremen Facetten dieses Buches würdiger interpretieren können. Ob man die tropenbehelmten Auftritte des quirligen Kleinen gemocht hat oder nicht – Zamonien ist mit ihm zu einem Feuerwerk geworden. Ich kenne keinen anderen Schauspieler, der es geschafft hat, bei einem Hörbuch so viele Gefühle in mir zu erwecken, wie Dirk Bach. Es gibt eben gute Erzähler und "Meisterleser" – so war Dirk Bach selbst eine Figur aus "Buchhaim", der "Stadt der träumenden Bücher" und wird als solche unsterblich bleiben.
"Die Meisterleser von Buchhaim gehörten alle einer Zunft an, die seit Hunderten von Jahren existierte, mit peniblen Regeln und Bestimmungen und strengen Aufnahmeprüfungen. Wer in Buchhaim professionell las, war durch eine harte Schule gegangen und beherrschte sein Handwerk. Oft waren es ehemalige Schauspieler oder Sänger, die über kräftige Stimmbänder und eine außergewöhnliche Mimik verfügten. Eines war in ganz Zamonien bekannt: Die Buchhaimer Vorleser waren die besten. Ihre Stimmen erhoben sich mühelos in den höchsten Sopran und stürzten in den tiefsten Baß ab, wenn es der Text erforderte. Sie sangen aus dem Stegreif wie die Nachtigallen, oder sie heulten wie die Werwölfe, sie fauchten wie die Wildkatzen und zischten wie die Klabautergeister, sie konnten ihr Publikum in tiefste Furcht versetzen oder zu hysterischem Gelächter veranlassen."
(Zitat aus "Die Stadt der Träumenden Bücher" von Walter Moers)

Gestern Nachmittag ist Dirk Bach verstorben. Viel zu jung und überraschend. Mit ihm zusammen ist die Hoffnung gestorben, dass Walter Moers' Zamonienromane doch noch einmal von ihm eingesprochen werden. Ohne Andreas Fröhlichs Leistung schmälern zu wollen, war die unvergleichliche Stimmenvielfalt von Dirk Bach und seine unnachahmliche Intonation eine mehr als

weiterlesen…

H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens

von am 29. September 2012 3 Kommentare

„Howard Phillips Lovecraft zählt neben Edgar Allan Poe und Ambrose Bierce zu den drei Eckpfeilern der amerikanischen Horrorliteratur.“

Über H. P. Lovecrafts Werk ging es an dieser Stelle zuletzt öfter. In den letzten Wochen hat Gerd – vereinfacht ausgedrückt – über die Situation im Buchhandel gesprochen. Dabei ging es unter anderem auch um Kleinverlage, deren Möglichkeiten im Vergleich zum Branchenriesen Random House und was sie u. U. besser machen könnten. Alles Themen, über die man an entsprechender Stelle angeregt und hitzig diskutieren kann. Hier und heute soll es um ein Projekt eines solchen Kleinverlags gehen. Namentlich um „H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens“ von Herausgeber Frank Festa. In den inzwischen fast fünfzehn Jahren seit Erscheinen der ersten Ausgabe wurde in der einen oder anderen Form schon ausgiebig über diese Serie gesprochen. Hier war sie zuletzt im März 2010 Thema, als das Team von comicdealer.de Robert E. Howards Volk der Finsternis vorstellte.

In nahezu eineinhalb Jahrzehnten fließt viel Wasser den Miskatonic hinab. Zeit also, einen Blick auf die Historie dieser ambitionierten Serie zu werfen, die seit der ersten Ausgabe im Jahr 1999 ein fester und erfolgreicher Bestandteil von Hermkes Romanboutique ist.

In diesem Fall bedeutet das auch, ein paar Worte über Herausgeber Frank Festa (geb. 1966) zu werfen. Festa, der von Fans gerne der „Horrorpapst“ genannt wird, ist ein Kenner der unheimlichen Literatur und gründete bereits 1996 den auf Weird Fiction spezialisierten Verlag EDITION METZENGERSTEIN, benannt nach Edgar Allan Poes erster veröffentlichter Kurzgeschichte. Neben der gleichnamigen Reihe, in der neben älteren und neueren Klassikern von u. a. Henry S. Whitehead und Ramsey Campbell auch kontemporäre deutschsprachige Autoren wie Malte S. Sembten, Eddie M. Angerhuber und Michael Siefener zu Wort kamen, erschienen hier zwei Ausgaben von Dr. Marco Frenschkowskis Genremagazin „Das schwarze Geheimnis“ und die ersten Ausgaben von Brian Lumleys „Necroscope“-Serie.. Ab 1999 erschien die „Edition Metzengerstein“ beim BLITZ VERLAG. Hier wurden auch die ersten vier Bände von „H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens“ veröffentlicht. Damals noch im Paperback und teilweise mit anderen Titelbildern (alle vier Bände wurden später als Hardcover beim FESTA VERLAG nachgedruckt).

Der FESTA VERLAG ging im April 2001 an den Start. Die von ihm ins Leben gerufenen und auch bei BLITZ betreuten Reihen „Edition Metzengerstein“ und eben „H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens“. Erstere wurde nach vier weiteren Titeln im eigenen Verlag eingestellt. Insgesamt erschienen zwanzig Bücher in der „Edition Metzengerstein“, darunter ein von Frank Festa höchstselbst verfasstes Buch mit dem Titel „Wucherungen“. Einige dieser Titel erzielen mitunter horrende Sammlerpreise.

Bis heute erfreuen sich die Leser des Verlags an „H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens“. Wie der Name schon sagt, ist diese Reihe dem Leben und Wirken des „Einsiedlers aus Providence“ gewidmet. Im Laufe der Jahre sind neben diversen Anthologien Bücher von so illustren Autoren wie Robert Bloch, Graham Masterton, August Derleth und Andreas Gruber („Der Judas-Schrein“, Paperbackversion ist lieferbar) erschienen, die sich hier alle am bekannten Cthulhu-Mythos versucht haben. Die Serie umfasst inzwischen über zwanzig Titel (die Vorankündigung reicht momentan bis zum 31. Band) und zwei limitierte Sonderbände denen im Dezember ein dritter Folgen wird.

Es wäre müßig, alle vergriffenen Titel anzusprechen. Daher konzentriere ich mich an dieser Stelle auf die lieferbaren Titel.

Lovecrafts dunkle Idole

Diese inzwischen zwei Bände umfassende Reihe ist nicht nur Lovecrafts Vorgängern gewidmet. Auch von ihm gerne gelesene Zeitgenossen werden hier vorgestellt. Neben Geschichten von Größen wie Edgar Allan Poe und Ambrose Bierce aber auch H. G. Wells begegnet der Leser Autoren wie dem stark von japanischer Kultur inspirierten Lafcadio Hearn, eine Geschichte des sträflich vernachlässigten Ralph Adams Cram (dessen fantastisches Werk sich auf insgesamt sechs Kurzgeschichten beschränkt), C. L. Moore, Robert Louis Stevenson und Lord Dunsany sowie Maurice Level, einem der Begründer des Théâtre du Grand-Guignol. In beiden Bänden werden den Geschichten kurze Autorenportraits vorangestellt, in denen auch Lovecrafts Meinung zu den Erzählungen bzw. den Autoren genannt wird. Herausgeber Frank Festa hat stets unter Beweis gestellt, dass er ein Händchen für die Zusammenstellung von Anthologien hat. Diese beiden Bände stellen keine Ausnahmen dar und besonders der erste Teil ist ein echtes Kleinod!

Lovecrafts dunkle Idole (Festa Verlag, 26,00 Euro)
Lovecrafts dunkle Idole II – Das rote Zimmer (Festa Verlag, 28,00 Euro)

Der Cthulhu-Mythos: 1917 – 2002

Ein zweibändige Reihe die Mythos-Geschichten zwischen 1917 und 2002 sammelt. Neben Lovecraft selbst werden hier u. a. Erzählungen von Robert E. Howard, Clark Ashton Smith, August Derleth, Brian Lumley und Robert M. Price gesammelt. Diese beiden Ausgaben wurden bereits in unserem Artikel über Lovecrafts Chronik des Cthulhu-Mythos angesprochen. Sie sind seit einiger Zeit wieder lieferbar.

Der Cthulhu-Mythos: 1917 – 1975 (Festa Verlag, 26,00 Euro)
Der Cthulhu-Mythos: 1976 – 2002 (Festa Verlag, 26,00 Euro)

Robert E. Howard – Werkausgabe

Noch nicht abgeschlossen ist diese Reihe, die sich den Horrorgeschichten von Conan-Schöpfer Howard widmet. Auch in seinen unheimlichen Stories spielt der Träumer aus Texas seine Stärken voll aus. Hierbei unterscheiden sich seine Protagonisten erfrischend von den typsichen „Helden“ einer Lovecraft-Geschichte. Howards Geschichten sind lebendig und voller Kraft. Der zweite Band, der neben allen Geschichten um Soloman Kane ein Nachwort von REH-Fan und Local Hero Christian Endres enthält, wird am 24.09. dieses Jahres erscheinen. Naturgemäß kann sich eine Werkausgabe von Howards Horrorgeschichten nicht auf Cthulhu und Co. beschränken. Aber auch Lovecrafts Werk besteht nicht nur aus Tentakelmonstern. Auch seine Freunde und Kollegen, zu denen Robert Howard gehörte, sind ein wichtiger Teil seines Schaffens (man denke an die rege Korrespondenz die Lovecraft betrieb).

Volk der Finsternis (Festa Verlag, 28,00 Euro)
Tote erinnern sich (Festa Verlag, 28,00 Euro)

Clark Ashton Smith – Werkausgabe

Smith, Howard und Lovecraft werden liebevoll „die drei Musketiere der Weird Tales“ genannt. Da ist es nur passend, dass allen dreien eine umfangreiche Edition gewidmet wird. In insgesamt sechs Bänden sollen sämtliche zu Smiths Lebzeiten veröffentliche Stories gesammelt werden. Im ersten Band ist der komplette Hyperborea-Zyklus enthalten. Jene Geschichten also, die dem Cthulhu-Mythos am nähsten stehen. Der zweite für Oktober angekündigte Band enthält u. a. Smiths Marsgeschichten. Der kürzlich leider verstorbene Ray Bradbury gibt Smith als einen seiner Einflüsse an, allen voran wegen den Geschichten "Die Stadt der Singenden Flamme" und "Die Saat aus dem Grabe". Zu jedem Zyklus gibt es informative Vorworte des Fantastikexperten Will Murray.

Smith ist völlig zu unrecht neben Lovecraft und Howard etwas untergegangen. In den Augen vieler Fans ist er der bessere Lovecraft und man muss es dem FESTA VERLAG hoch anrechnen, diesen besonderen Autoren aus der Versenkung zu holen und ihm so dem deutschen Publikum wieder zugänglich zu machen. Smith ist einer jener Autoren, auf die man sich einlassen muss. Seine Werke sind nicht immer einfach zu lesen. Der Experte Rein A. Zondergeld rechnet in seinem "Lexikon der phantastischen Literatur" viele von Smiths Erzählungen gar der Dekadenzdichtung zu. Demnach schlägt sich die Dekadenz sowohl in Thematik als auch Sprache dieser Geschichten nieder. Wer sich die Zeit nimmt, sich auf Clark Ashton Smith einzulassen, wird nicht enttäuscht werden!

Die Stadt der Singenden Flamme (Festa Verlag, 28,00 Euro)
Die Grabgewölbe von Yoh-Vombis (Festa Verlag, 28,00 Euro)

Howard Phillips Lovecraft – Werkausgabe

In insgesamt sechs Bänden wird Lovecrafts Werk präsentiert. Die Bücher werden durch viel Bonusmaterial abgerundet. Darunter einige Essays von und über Lovecraft (z. B. über Poe oder dem Unterschied zwischen Hunden und Katzen) aber auch Nachrufe seiner Freunde, die nach seinem frühen Tod 1937 entstanden. Vom Cthulhu-Mythos bis zu den von Dunsany beeinflussten Traumländern wird HPLs gesamtes Schaffen abgedeckt. Ein weiterer Band mit Lovecrafts Kollaborationen ist angedacht.

Der kosmische Schrecken (Festa Verlag, 24,00 Euro)
Namenlose Kulte (Festa Verlag, 24,00 Euro)
Das schleichende Chaos (Festa Verlag, 24,00 Euro)
Necronomicon (Festa Verlag, 24,00 Euro)
Cthulhu (Festa Verlag, 24,00 Euro)
Die Großen Alten (Festa Verlag, 24,00 Euro)

Neben diesen drei Werkausgaben, die wohl mit Fug und Recht als das Herzstück der Reihe betrachtet werden können, erscheinen auch immer wieder aktuellere Autoren in „H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens“. So zuletzt eine Sammlung mit Mythos-Geschichten von Jeffrey Thomas über die ich zu gegebener Zeit berichten werden. Schon vor einigen Monaten wurde Whitley Striebers „Die Heimsuchung“ auf den Markt gebracht. Strieber ist besonders durch die Verfilmung seines Buchs „The Wolfen“ bekannt geworden. In „The Forbidden Zone“, so der Originaltitel, verwendet der Autor lovecraftsche Motive ohne das Werk seines Vorgängers sklavisch zu kopieren.

Jeffrey Thomas: Geschichten aus dem Cthulhu-Mythos (Festa Verlag, 28,00 Euro)
Whitley Strieber: Die Heimsuchung (Festa Verlag, 26,80 Euro)

Sämtliche Ausgaben von "H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens" erscheinen im Hardcover mit Schutzumschlag!

Das Team von comicdealer.de bedankt sich herzlich bei Frank Festa für die geduldige Beantwortung unserer Fragen!

UPDATE: "Der Cthulhu-Mythos: 1917 – 1975" wurde inzwischen aus dem lieferbaren Programm entfernt, ist verlagsseitig also vergriffen!

„Howard Phillips Lovecraft zählt neben Edgar Allan Poe und Ambrose Bierce zu den drei Eckpfeilern der amerikanischen Horrorliteratur.“
Über H. P. Lovecrafts Werk ging es an dieser Stelle zuletzt öfter. In den letzten Wochen hat Gerd – vereinfacht ausgedrückt – über die Situation im Buchhandel gesprochen. Dabei ging es unter anderem auch um Kleinverlage,

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Alle lieferbaren Bücher auch in Hermkes Romanboutique dank Libri

von am 18. September 2012 5 Kommentare

Was ja vielleicht viele von Euch immer noch nicht wissen ist, dass wir durch den Anschluß an ein sogenanntes Barsortiment so gut wie jedes Buch, fast jedes Comic, eine riesige Auswahl an englischsprachigen Titeln und auch viele Spiele innerhalb kürzester Zeit besorgen können. Bis 16.00 Uhr bestellt ist es am nächsten Tag ab 09.00 Uhr im Laden verfügbar. Das funktioniert deshalb, weil die Bücherwagenfahrer – so wird das bei Barsortimenten genannt – über Nacht die Bücher von Zentralverteilpunkten abholen und direkt zu uns in den Laden bringen. Der Fahrer hat einen Schlüssel und stellt die Kisten einfach rein. Ein irrer Service und eigentlich sogar schneller als Amazon, nur dass man das Buch halt noch bei uns abholen muss. Aber für uns eine gute Möglichkeit wirklich guten Service zu leisten und die Bestände, die ja immer Platz- und Kapitalbindung bedeuten einigermassen niedrig zu halten.

Aber der wirklich gute Service ist, dass man jedes lieferbare Buch bei uns bekommt. Dazu gehören natürlich auch Schullektüren, Lehrbücher, Atlanten  und Schulbücher. Da ja das Schuljahr gerade begonnen hat, brauchen Eure Kids vielleicht etwas, das ihr mit einem schönen Comic oder SF Schmöker gleich zusammen holen könntet. 2 Fliegen mit einer Klappe und so 😉

Wir haben mittlerweile auch eine Reihe ganz netter Lehrer unter unseren Kunden, die uns auch mit Sammelbestellungen für die ganze Klasse unterstützen und hier ist nun auch der Grund, warum ich auf die Idee kam mal was darüber zu schreiben:

Als ich heute die Tür aufschloß stand ich nämlich vor einer Wand aus Libri-Bücherwagen-Kisten.

Danke für die Bestellung an die Realschule in Marktheidenfeld

 

 

Was ja vielleicht viele von Euch immer noch nicht wissen ist, dass wir durch den Anschluß an ein sogenanntes Barsortiment so gut wie jedes Buch, fast jedes Comic, eine riesige Auswahl an englischsprachigen Titeln und auch viele Spiele innerhalb kürzester Zeit besorgen können. Bis 16.00 Uhr bestellt ist es am nächsten Tag ab 09.00 Uhr im Laden verfügbar. Das funktioniert

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Will Henry und die Irrtümer des Todes

von am 28. August 2012 5 Kommentare

Selbst die modernsten Erkenntnisse der Wissenschaft können die komplexen Zusammenhänge des menschlichen Gehirns nicht zur Gänze erklären. So ist der im Folgenden beschriebene Ablauf eines jener Ergebnisse von Vererbung und Erfahrung, die unsere Wahrnehmung beeinflussen und die momentane Entscheidung im späteren Verlauf negieren.

"Der Monstumologe" von "Rick Yancey" war eines jener Bücher, deren Gestaltung mich von Beginn an angesprochen hat. Dennoch hat die, aus der Erfahrung der letzten Jahre genährte, Ablehnung eben dieser Bücher, deren minderjähriger Held sie in dem Bereich Jugendbuch zuordnet, wo ein junger Protagonist garant für seichte und massenkompatible Unterhaltungslektüre ist, mich trotz der oben erwähnten ersten Regung davon abgehalten, diesem Buch mehr Beachtung zu schenken, als das Studium des Klappentextes und die Warenwirtschaftlichen Erfassung zwingend erfordert.

Eine Fehleinschätzung, wie sich im weiteren Verlauf gezeigt hat, hervorgerufen durch Erfahrungen, welche die erste, instinktive, also ererbte, Reaktion unterdrückt und mich so vollständig in die Irre geführt haben. Fast wäre ich der antiquiert, kuriosen Sprache dieses Werkes vorenthalten worden. Ein schier unvorstellbarer Verlust für denjenigen, welcher die wohlformulierten Sätze dieses Buches studieren durfte, wäre mir wohl einfach nur diese Erfahrung zur Gänze abhanden gekommen, ohne den Makel des Verlustes, denn Unwissenheit ist zugleich Fluch und Segen…

Wer meint, die Härte der autobiographischen Aufzeichnungen des Will Henry ertragen zu können und sich nicht scheut in die absonderlichen Grausamkeiten eines verstörenden Bereiches der Wissenschaft einzudringen, dem sei die Schilderung der Ereignisse in diesem ersten Buch über die Arbeit des Monstrumologen nahegelegt und anempfohlen. Ich selbst konnte nachdem ich meinen Fehler erkannt hatte, kaum erwarten, mich dem Studium der weiteren Bände zu widmen. Wie könnte ich also darauf verzichten, euch, meine geschätzten Leser, auf die Mirakel und Abnormitäten hinzuweisen, die der junge Will Henry während seiner Zeit als Assistent bei der größten Kapazität auf dem Felde der Monstrumologie, die die Welt des 19. Jahrhunderts kannte, erlebt.

Selbst die modernsten Erkenntnisse der Wissenschaft können die komplexen Zusammenhänge des menschlichen Gehirns nicht zur Gänze erklären. So ist der im Folgenden beschriebene Ablauf eines jener Ergebnisse von Vererbung und Erfahrung, die unsere Wahrnehmung beeinflussen und die momentane Entscheidung im späteren Verlauf negieren.
"Der Monstumologe" von "Rick Yancey" war eines jener Bücher, deren Gestaltung mich von Beginn an angesprochen hat. Dennoch

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Steampunkwelten des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Rollenspiel

von am 17. August 2012 Kommentare deaktiviert für Steampunkwelten des ausgehenden 19. Jahrhunderts im Rollenspiel

Das ausgehende 19. Jahrhundert, die Welten von Jules Verne, die Industrialisierung und die vom Gaslicht beleuchteten Straßen von London bieten nicht nur für viele Romane den Hintergrund, sondern auch als Spielwelt für Rollenspiele. Diverse Systeme mit mehr oder weniger Steampunk- oder Fantasyanteil spielen in urbanen Szenarien um 1880-1900. Systeme wie Midgard 1880, Cthulhu oder das gerade neu aufgelegte Space 1889 bieten eine angenehme Abwechslung zu den klassischen Fantasy oder SF Regelwerken. Beliebte Schauplätze wie Luftschiffhangars oder Industrieanlagen oder europäische Städte – alles eignet sich als Bühne für die antiquiert gekleideten Akteure – Abenteurer, Ingenieure, Militärs und Detektive… Das schöne an diesem Setting ist, dass es viel reales Hintergrundmaterial und historische Quellen gibt, die dem Spielleiter ein reichhaltiges Repertoire an Handouts und Schauplätzen zur Verfügung stellt.

Eine meiner Lieblingsmöglichkeiten im Rollenspiel ist es HIER zu spielen. In Würzburg und Umgebung. "John Sinclair" Abenteuer im Spessart, "Vampire die Maskerade" im Bistum Würzburg, "Cyberpunk" in den Industriekomplexen Schweinfurts… daher war das kleine Geschenk eines Freundes ein echter Knaller. Besagter Freund ist durch Zufall an einen Stadtplan von Würzburg aus dem Jahre 1890 gekommen, hat ihn eingescannt, aufbereitet und reproduzieren lassen. Sehr genial und eben echt authentisch. Der perfekte Hintergrund für viele Rollenspiel-Abende.

Warum ich das hier schreibe? Natürlich wie immer aus kaufmännischem Interesse. 😀 Den Plan gibt es ab sofort auch bei uns im Laden! Für schlappe 8,50€ könnt ihr ihn erwerben. Wer sich vorher schon mal mehr dazu anschauen möchte, kann das auf dieser Internetseite (leider nicht mehr) machen. So, wie ich es sehe, wird dem Stadtplan in Bälde auch noch eine Art Reiseführer folgen. Ich freu mich jetzt schon. Vielleicht stellen wir euch auch ein paar Abenteuervorschläge zur Verfügung. Am Basteln sind wir gerade…

Das ausgehende 19. Jahrhundert, die Welten von Jules Verne, die Industrialisierung und die vom Gaslicht beleuchteten Straßen von London bieten nicht nur für viele Romane den Hintergrund, sondern auch als Spielwelt für Rollenspiele. Diverse Systeme mit mehr oder weniger Steampunk- oder Fantasyanteil spielen in urbanen Szenarien um 1880-1900. Systeme wie Midgard 1880, Cthulhu oder das gerade neu aufgelegte Space 1889

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Urlaubszeit – Lesezeit

von am 10. August 2012 12 Kommentare

Die großen Ferien in Bayern sind in der zweiten Woche, langsam leeren sich die deutschen Städte. Die Baustellen wachsen wie Pilze aus dem Boden – in Würzburg, weils da ja jetzt leerer ist 😀 und auf den Autobahnen, damit es in Würzburg nicht zu leer wird :D. Die Blechlawine der Gestressten wälzt sich wie jedes Jahr in Richtung Süden. Klar, da ist es ja auch entspannter als daheim. Da sind die Regionen der Relaxten Menschen. Deswegen sind die ja auch so verdammt unproduktiv und schädlich für unsere europäische Wirtschaft. Völlig undeutsch, nicht zum aushalten – aber im Sommer eigentlich doch ganz schön. Da kann man so unglaublich gut runterkommen, den Puls beruhigen und den alltäglichen Stress hinter sich lassen. Am Strand chillen, sich verwöhnen lassen, die Sonne auf den Pelz brennend und genügend Lektüre im Koffer.

Nach meiner Gerdschen Einleitung von hinten durchs Auge ins Knie, kann ich zu Sache kommen. Ja ich will euch noch ein paar Tipps auf den Weg in den Süden mitgeben. Leseempfehlungen für die Zeit in der Sonne. Wenn man mal wieder ein bisschen mehr Zeit hat, als die gewöhnliche Viertelstunde vor dem Erschöpfungsschlaf. Also Bücher, denen man vielleicht eine zweite Chance geben sollte, wenn man mehr Zeit hat und Bücher nicht nur in kleinen Dosen konsumieren kann…

Die 1. Zweite Chance ist für mich definitiv immer wieder die Reihe von Steven Erikson: Das Spiel der Götter – Der erste Teil ist zwar bis zur Neuauflage im Herbst vergriffen, aber viele von euch haben das Buch bereits zu Hause und sind nur im Alltag nicht reingekommen. Unbedingt einpacken. Eine bessere Serie gibt es im Fantasybereich aktuell einfach nicht. Es ist immer wieder erstaunlich, dass das wirre Konzept eines George R R Martin auch bei uns aufgeht, die wirklich von Anfang an durchdachte und bis zum abschließenden zehnten Band (englisch – im deutschen teilweise auf zwei aufgeteilt) unglaublich komplexe und vor allem stimmige Arbeit von Steven Erikson aber einfach keine Auflagen bekommt. Erikson zu lesen ist anspruchsvoll und verlangt am Anfang Mühe und Arbeit. Wer es aber erstmal verstanden hat die geniale Welt zu durchschauen, wird tausendfach dafür belohnt.

Die 2. Zweite Chance gilt der Reihe Harry Dresden, die in der deutschen Erstauflage bei Knaur lieblos aufgemacht war, untergegangen ist und schließlich eingestellt wurde. Verlagspolitik. Die neue Ausgabe bei Feder &  Schwert ist jetzt pfiffig aufgemacht, geht weiter und auch die ersten Bände sind in passender Aufmachung wieder aufgelegt. Jim Butchers Urban Fantasy Serie ist düster, hart und an Serie Noir Krimis angelehnt. Ich liebe die übernatürlichen Ermittlungen des Magiers Harry Blackstone Copperfield Dresden in der Stadt des ewigen Windes Chicago. Gebt der Ausgabe eine Chance. Die Jungs von Feder & Schwert haben es verdient.

Die 3. – und für heute letzte Zweite Chance solltet ihr Daniel Abraham geben. Sein Zyklus um die "Magischen Städte" war leider in Deutschland mal wieder ein absoluter Mißerfolg. Meiner Meinung nach ganz große Kunst, für manche Leser vielleicht etwas wenig Action-lastig, aber die Erfolgsquote dieser Empfehlung gab mir trotzdem Recht. Keine 100% Empfehlung, aber wer sie mochte, war stets extrem begeistert. Der Verlag nicht – und hat die Restauflage eingestampft. Offensichtlich gab die wirklich liebevoll gestaltete und durchgängig sensationell gute Reihe nichts für Stapel in Buchkaufhäusern her. Deswegen musste der Autor für seine neue Serie einen anderen Pseudonym für Deutschland annehmen und das Buch bekam eine wesentlich mainstreamigere Aufmachung – besser für Stapelverkäufe in beratungsfreien Zonen! Der erste Teil der neuen Serie "Das Drachenschwert" heist "Dolch und Münze" und auf dem Cover prangt der Name Daniel Hanover über dem üblichen Schwertknauf. Arghh! Trotzdem ist der Roman wieder super-genial und ich habe das Buch verschlungen.

Und jetzt viel Spaß im Urlaub!

Die großen Ferien in Bayern sind in der zweiten Woche, langsam leeren sich die deutschen Städte. Die Baustellen wachsen wie Pilze aus dem Boden – in Würzburg, weils da ja jetzt leerer ist 😀 und auf den Autobahnen, damit es in Würzburg nicht zu leer wird :D. Die Blechlawine der Gestressten wälzt sich wie jedes Jahr in Richtung Süden. Klar,

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Das zweite Halbjahr im Buchhandel

von am 17. Juli 2012 3 Kommentare

Fertig! Jedes halbe Jahr liegt ein meterhoher Stapel von Verlagsprospekten vor mir. Jeder einzelne Titel will begutachtet werden und wird mit Werbephrasen angepriesen. Phantastische Titel verbergen sich in allen möglichen Verlagsprogrammen. Oft wenig ersichtlich, gilt doch nach wie vor eine klare Abgrenzung von ernsthaften, anspruchsvollen Büchern zur Fantasy. Dabei sind es gerade diese Exoten, die sich oft als wirklich interessante Titel des Genres phantastische Literatur entpuppen. Im Gegenzug verschwimmt die Abgrenzung innerhalb des Genres auch immer mehr. Jugendbuch und Liebesroman sind oft von Fantasy und Science Fiction genausowenig zu unterscheiden, wie Zombieroman von Endzeit SF oder historisierender Roman von dem, was früher am Kiosk als Romanheft angeboten wurde. Das ernüchternde Ergebnis sind Schnulzen-Trilogien, in einer von Zombies verseuchten Endzeitwelt. Wer soll das lesen? Science-Fiction-Leser mit unterdrückter Kuschelseite oder romantische Manga-Teens mit Sehnsucht nach der Zombie-Apokalypse? Wahre Fantasy gibt es in diesem Jahr natürlich auch. Im Dezember wird 2012 zum Tolkien Jahr. Die langerwartete Fortsetzung des Riesenspektakels "Der Herr der Ringe kommt ins Kino"… oder so ähnlich… war es nicht eher so, dass "Der Hobbit" ein wunderschönes altmodisches Kinderbuch war?

Glaubt es mir oder glaubt es nicht, das ist harte, nervenaufreibende und frustrierende Arbeit. Manchmal muss man einfach ein bisschen mit Humor an die Sache rangehen, um nicht laut schreiend den Raum zu verlassen. Zur allgemeinen Erheiterung habe ich eine kleine Auswahl zusammengestellt. Um unserer derzeitigen Praxis gerecht zu werden, Listen zu bestimmten Themen zu erstellen, habe ich die Topps und die Flopps unter der Rubrik Tipps eingestellt. Die Topps sind Titel, auf die ich mich im nächsten Halbjahr freue. Persönlich und natürlich auch umsatzbezogen. Die Flopps sind aber auch nicht zu verachten. Bei dieser Kategorie ist es in den meisten Fällen eher die Werbephrase, die den Platz an der Spitze garantiert (die Werke selbst habe ich ja noch nicht gelesen…). Wahrhaft geniale Werbetexter. Meine tiefe Verneigung vor all diesen wohlformulieten  Sätzen, die das Niveau der Verlagshäuser so wunderschön widerspiegeln. Meine Favoriten findet ihr hier unter Topps und da unter Flopps ;-). Viel Spaß!

ps: kaum bin ich durch, stehen auch schon die ersten Titel aus den neuen Programmen im Laden. "Feder & Schwert" hat bereits die ersten beiden Artikel aus dem neuen Programm ausgeliefert. Ich freu mich! Und außerdem liegen seit heute gigantische Stapel des zehnten Bandes von George R. R. Martins "Lied von Eis und Feuer" bei uns im Laden. Erstverkaufstag ist der nächste Montag, 23.07. Wenn ihr euch die Zeit bis dahin überbrücken wollt, kann ich euch den dritten Teil der "Götterkriege" von Richard Schwartz empfehlen, der ist seit gestern im Verkauf.

Fertig! Jedes halbe Jahr liegt ein meterhoher Stapel von Verlagsprospekten vor mir. Jeder einzelne Titel will begutachtet werden und wird mit Werbephrasen angepriesen. Phantastische Titel verbergen sich in allen möglichen Verlagsprogrammen. Oft wenig ersichtlich, gilt doch nach wie vor eine klare Abgrenzung von ernsthaften, anspruchsvollen Büchern zur Fantasy. Dabei sind es gerade diese Exoten, die sich oft als wirklich interessante

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Topps im Buchhandel 2.Halbjahr 2012

von am 10. Juli 2012 Kommentare deaktiviert für Topps im Buchhandel 2.Halbjahr 2012

Sehr geil, hoffentlich lassen die Leute von Random House die Serie nicht gleich wieder auslaufen.
Blanvalet April 2013
Der krönende Abschluss der mehrfach preisgekrönten Trilogie.
"Mehr kann man sich gar nicht wünschen." Patrick Rothfuss
David Anthony Durham – Acacia 3 Reiche Ernte
Dariel Akkaran, der jüngere Bruder der mächtigen Königin von Acacia, hält sich noch immer in den Fernen Landen auf, um dort endlich ein uraltes Unrecht aus der Welt zu schaffen: die seit Generationen währende Verschleppung von Kindersklaven aus Acacia als Tribut an die Fernen Lande. Dariels Schwester Mena reist derweil in den fernen Norden, um sich einer Invasion durch die gefürchteten Auldek in den Weg zu stellen. Vom Erfolg ihrer beider Missionen hängt das Schicksal der ganzen Welt ab.

Tatsächlich noch nie auf deutsch. Auf einen neuen Gemmel post mortem kann man sich in jedem Fall freuen!
Blanvalet April 2013
Kein Leser von Patrick Rothfuss kommt an David Gemmel vorbei.
Ser internationale Bestseller – erstmals auf Deutsch.
David Gemmell – Der Weg des Helden
Talaban ist einer der letzten des Volkes der Avatare, und die Macht, die es einst besaß, schwindet. Doch jetzt fällt die grausame Armee der Kristallkönigin über die Welt her. Talaban glaubt, nur er und seine Freunde seien in der Lage, sie aufzuhalten. Aber dann lernt er das Bauernmädchen Sofarita kennen und ahnt, dass er nun die Geburt einer Legende miterlebt. Talaban beschließt, die junge Frau zu beschützen, zu leiten und – wenn es so weit ist – für sie zu sterben …

Ich liebe Foster.. und das hört sich sehr interessant an…
Bastei Lübbe (Dezember 2012)
Auftakt einer Trilogie: ein neuer, visionärer SF-Roman vom Bestsellerautor
Alan Dean Foster – Genom
Whispr und Jiminy sind Gauner – und Melds: Menschen, die körperlich oder genetisch "verbessert" wurden. Sie überfallen einen Mann, um an seine künstliche Hand zu kommen und stehlen dabei eine Silberkette. Diese scheint wertvoller zu sein, als sie dachten, denn bald werden sie erbarmungslos gejagt.

Wenn auch immer ein bisschen zu weitschweifig, Weber schreibt bestes Lesefutter. Wird sofort weggelesen…
Bastei Lübbe (Januar 2013)
Platz 1 auf der HC-Bestsellerliste des Wall Street Journal!
"Hochgradige Empfehlung!" SFRevu.com
Für alle Fans von Jack Campbell und Peter F. Hamilton
David Weber – Nimue Alban, Der Verrat
Nimue Albans Geist wurde in den Körper eines Cyborgs verpflanzt. Das war lange bevor die Menschen vor einer außerirdischen Spezies fliehen mussten, um der Auslöschung zu entgehen. Die Menschheit begann ein neues Leben auf einer fernen Welt. Doch sie lebt in einer Diktatur. Und Nimue Alban wurde wieder zum Leben erweckt, um das zu ändern …

Ganz besondere Freude über diese deutsche Erstveröffentlichung. Leider wie auch bei Gemmel post mortem…
Feder & Schwert (Oktober 2012)
Kage Baker – Das Haus des Hirsches
Ehe die Reiter in ihr abgelegenes Dorf kamen, lebten die Yendri ein beschauliches und friedvolles Leben. Als die Eroberer über sie kamen und sie versklavten, entkamen nur wenige Dorfbewohner in die Wälder. Doch Rebellion war nicht der Weg der Yendri; sie versteckten sich oder leisteten passiven Widerstand und fanden dabei Trost in den Prophezeiungen ihrer spirituellen Führer. Nur einer ist wütend genug, um zurückzuschlagen – Gard das Findelkind, seines Zeichens Halbdämon, lässt sich auf einen Ein-Mann-Guerrillakrieg mit den Reitern ein. Doch sein Kampf endet im Verlust der Menschen, die er liebt und der Verdammung durch seine eigenen Leute. Als Ausgestoßener wird Gard von mächtigen Magiern, die in einem unterirdischen Königreich regieren, versklavt. Verbitterter, aber auch weiser findet er subtilere Wege, um seine Freiheit zu erlangen. Dies ist die Geschichte seines Aufstiegs, seiner Rache, seiner ungewöhnlichen Befreiung und seines Heranreifens zu einem liebevollen Vater – und Befehlshaber einer Dämonenarmee.

Auch wenn der zweite Band nicht ganz so stark war, ich freu mich aufs Finale!
Piper (10.Dezember 2012)
Der Abschluss der berühmten "Magister"-Trilogie der US-Starautorin
"So muss starke Fantasy sein!" booksection.de
Celia Friedmann – Die Seelenkriegerin
Der Kampf gegen die Seelenfresser erreicht seinen spannenden Höhe punkt: Die Hexenkönigin Siderea Aminestas ist entschlossen, sich mithilfe der Ungeheuer an der ganzen Menschheit zu rächen. Während sich der Büßermönch Salvator von den Magistern und ihrer parasitären Zauberei abwendet, um seinem eigenen Glauben zu folgen, bereitet sich Kamala auf die letzte Schlacht vor. Als einzige Frau unter den Magistern ist sie todesmutig genug, um den Seelenfressern entgegen zu treten. Doch dazu muss sie sich mit Colivar verbünden, der selbst dunkle Geheimnisse hütet. Werden die Seelenfresser über die Menschheit herfallen, oder kann Kamala mit ihren Verbündeten in dieser Schlacht doch noch den Sieg erringen?

Ein Einzelband – neue Welt, neue Charaktere. Ich bin gespannt!
Piper (08.Oktober 2012)
Vom Autor der erfolgreichen Reihe um "Das Geheimnis von Askir"
Deutsche Gesamtauflage Richard Schwartz:; über 200.000
"Richard Schwartz lässt die Konkurrenz weit hinter sich!" Carsten Kuhr, phantastik-couch.de
Richard Schwartz – Der Falke von Aryn
Richard Schwartz gehört längst zur obersten Liga der deutschen Fantasy-Autoren. Mit seinem neuen Roman entführt er seine Leser in die düstere Stadt Aryn, in der ein verhängnisvolles Verbrechen verübt wurde und sich zwei neue Helden ihrer größten Herausforderung stellen müssen … Ein dunkler Schatten liegt über der Stadt Aryn: Der sagen umwobene Falke, ein mächtiges Artefakt der Göttin Isaeth, wurde gestohlen – und damit das empfindliche Gleichgewicht zwischen Macht, Intrige und Verrat ins Wanken gebracht. Die Soldatin Lorentha wird nun in die kaiserliche Enklave entsandt, um den Falken mit allen Mitteln zurückzugewinnen. Doch sie ist nicht die Einzige, die nach dem wertvollen Artefakt sucht: Der Magier Lord Raphanael wird Lorentha gegen ihren Willen als Beobachter zugeteilt – und sorgt mit seiner leichtfertigen Art dafür, dass die disziplinierte Soldatin vor ihrer größten Prüfung steht. Werden sie sich in den dunklen Gassen Aryns behaupten oder mit dem Falken untergehen?

Wow! "Der Psycho" die Zweite! Auch hier bin ich gespannt wie ein Flitzebogen…
Um zu wahrer Größe zu gelangen, muss man über Leichen gehen…
Die packende Fortsetzung von Prinz der Dunkelheit
Lawrence, Mark – König der Dunkelheit
Nach dem gewaltsamen Tod seiner Mutter und seines Bruders hatte Prinz Jorg von Ankrath blutige Rache geschworen. Nun ist er König, doch der Krieg ist für ihn noch lange nicht zu Ende, denn eine gewaltige Armee marschiert auf sein Reich zu – angeführt von einem scheinbar unbesiegbaren Krieger. Jeder gute König wäre wohlberaten, die Waffen zu strecken und das Knie vor diesem Krieger zu beugen, und sei es nur, um das Leben des eigenen Volkes zu schützen. Doch Jorg ist kein guter König …

Sehr geil, hoffentlich lassen die Leute von Random House die Serie nicht gleich wieder auslaufen.
Blanvalet April 2013
Der krönende Abschluss der mehrfach preisgekrönten Trilogie.
"Mehr kann man sich gar nicht wünschen." Patrick Rothfuss
David Anthony Durham – Acacia 3 Reiche Ernte
Dariel Akkaran, der jüngere Bruder der mächtigen Königin von Acacia, hält sich noch immer in den Fernen Landen auf, um dort endlich ein

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen

Urban-Fantasy 10.07.2012

von am 10. Juli 2012 4 Kommentare

Zuerst vielleicht doch noch mal eine Definition, da gerade dieses Genre von vielen anderen Bereichen berührt wird und es viele Überschneidungen gibt. Horror, Jugendbuch, Romantic Fantasy, Dark Fantasy und auch Steampunk – all diese Subgenres sind sehr verwand mit der Urban Fantasy und eigentlich auch schwer trennbar. Meine Definition lehnt sich eher an dem an, was die Amerikaner als "Contemporary Fantasy" bezeichen- Also phantastische Welten im Hier und Jetzt (frühestens vielleicht seit der Schlacht von Trafalgar oder den Napolionischen Kriegen) oder in sehr nahen Parallelwelten. Ich versuche die angrenzenden Bereiche auszulassen, aber auch diese Abgrenzung ist definitiv subjektiv.

Jim Butcher – Die Dresden Files

Düstere Serie Noir Krimis. Athmosphärisch dicht und immer wieder spannend. "Die dunklen Fälle des Harry Dresden" sind in sich abgeschlossene Einzelbände. Trotzdem ist es wie meistens sinnvoller zumindest mit Band 1 anzufangen. Da trifft es sich gut, dass die bei Knaur verwaiste Serie mittlerweile in Neuauflage von Feder & Schwert vorliegt. Derzeit werden nach und nach die frühen Bände wieder aufgelegt und weitere sind als deutsche Erstveröffentlichung in Vorbereitung. Wer Jim Butcher von seiner Fantasy Serie "Codex Alera" kennt, schätzt seinen Erzählstil. Mir persönlich liegen die "Dresden Files" noch deutlich mehr.

Christopher Moore – Der kleine Dämonenberater

Für mich der beste, der in "Pine Cove" spielenden skurril-humoristischen Horror-Fantasy Romane. Pine Cove ist das verdammte, stereotype Kaff in Midwest, in dem eben Horrorromane spielen. Ein Fitzelchen Stephen King, ein Fitzelchen Clive Barker. Coole Charaktere, blutige Momente und immer wieder Zwerchfellattacken. "Der kleine Dämonenberater" und "Der Lustmolch" sind meine persönlichen Favoriten.

Dean Koontz – Frankenstein Trilogie

Unglaublich gut ins Heute versetzt. Der Frankenstein Mythos mit all seinen Implikationen. Tragisch, hart, romantisch – die Adaption des Klassikers der Königin der romantischen Phantastik, Mary Shelley (Ich liebe ihren Verney oder der letzte Mensch). Die Trilogie ist absolut kein Remake, auch wenn sich Koontz offensichtlich intensiv mit Shelley beschäftigt hat. Lange haben wir auf den Abschluß warten müssen, dann war ich skeptisch und zum Schluß ist doch die ganze Trilogie in sich rund geworden. Leichter Abfall am Ende, trotzdem absolut lesenswert.

Sergei Lukjanenko – Wächter der Nacht

Lukjanenkow ist so wandlungsfähig wie ein Chamäleon. Was auch immer er schreibt, es bekommt eine eigene Note. Die Abenteuer von "Trix Solier" sind mit gewitzten Wortspielen gewürzte Märchen. "Spektrum" liest sich eher wie ein klassischer russischer SF Roman, die "Ritter der vierzig Inseln" ist ein Kinderbuch mit Escher’schen Bildern. Bekannt geworden ist er aber mit seinen Wächter-Romanen. "Wächter der Nacht" ist eine wilde Reise durch eine kaputte Welt. Apokalyptische Bilder und Fantasyfiguren vermengen sich mit klassischen Horrorelementen. Düster, bedrohlich und… russisch. Lukjanenko hat mir mit den Wächter Romanen den Zugang zu contemporärer russischer Phantastik geöffnet.

Kai Meyer – Arkadien Trilogie

Ich habe fast alles vom Meister der deutschen Fantasy gelesen. Kai Meyers Romane und Serien fallen oft in die Kategorie Jugendbuch. Meistens entlehnt er Hintergründe und Welten aus irgendwelchen Mythologien und mixt das Ganze mit einem Schuß Fantasy und einem Schuß Realität. Kurzweilig, routiniert und immer spannend zu lesen. Seine "Arkadien Trilogie" ist das erste Werk, das ich eindeutig in die Kategorie Urban-Fantasy einordne – und gleichzeitig auch sein bestes. Ich mag seinen Schreibfluss, bei Arkadien habe ich ihn geliebt. Ich mag seine Charaktere, bei Arkadien waren es fast Freunde. Ich mag seine Hintergründe, bei Arkadien war es so nah, so real und so perfekt in Reales eingebunden, dass ich fast auf Spurensuche gehen möchte. Bezaubernd unterhaltsame Fantasy, mit allem, was man zum Eintauchen in eine Buchwelt braucht.

Jenny-Mai Nuyen – Nocturna

Jenny-May Nuyen wurde mir als Wunderkind à la Christopher Paolini verkauft. Ist jetzt für mich nicht unbedingt der allergrößte Anreiz. Es gibt da aber einen gravierenden Unterschied – Jenny-May hats drauf. Von Anfang an waren ihre Bücher immer etwas Besonderes. Auch wenn einige ihrer Motive immer entlehnt sind und sie das Rad auch nicht neu erfinden kann, bringen ihre (gerade für ihr zartes Alter) umfassende Kenntnis zwischenmenschlicher Nicklichkeiten und Missverständnisse und ihre eigenständigen, originären Charaktere eine ganz eigene Dynamik in ihre Bücher. Jenny-May macht aus bekannten und selbst klassischen Motiven etwas faszinierend Eigenes. Die Kombination in "Nocturna" von Aspekten einer geheimen Welt der Zauberer neben einer Parallelwelt zu unserer, die sich irgendwo zwischen Steampunk, viktorianischer Kulisse und Joane K. Rollins Version unserer Welt bewegt, hat mich von Anfang an gefangen genommen. Die manchmal fatale Entwicklung der Charaktere und das Herzschlagfinale bringt dieses Buch trotz All-Ager- oder Jugendbuch-Aspekten auf diese Liste.

Neil Gaiman – Niemalsland

Neil Gaiman schreibt begnadet. Stories für Comics, Romane und seine eigenen Filmadaptionen. Von seinen Werken hätte einiges gepasst. "American Gods", "Anansi Boys" usw. "Niemalsland" habe ich ausgewählt, weil es – selbst so etwas wie ein Zitat – für viele andere Werke Pate stand. "Niemalsland" erzählt in Romanform die Geschichte der gleichnamigen Comicserie um die Abenteuer des Richard Mayhew im mystischen Unter-London. Märchenhafte Fantasy für (junge) Erwachsene wurde von Gaiman schon lange vor Frau Rollins definiert. Neben dem faszinierenden Unter-London, waren vor allem die Bücher der Magie (nur als Comic) mit dem jungen Magier Timothy Hunter schon 1990 ein Vorläufer der Harry-Potter Romane. Fangt einfach mit "Niemalsland" an und lasst euch infizieren. Dann könnt ihr eigentlich alles, was ihr von ihm in die Finger bekommt, ohne Argwohn lesen. Bücher, Comics oder auch die geniale Umsetzung seines Romanes "Sternwanderer" als Fantasy-Film mit Robert De Niro und Michelle Pfeiffer. Suchtgefahr!

China Miéville – Unlondon

Nicht ganz zufällig steht Unlondon an dieser Stelle. China Miéville, Schöpfer der genialen Steampunk-Welt Bas-Lag, verneigt sich in diesem Buch vor Gaiman (und anderen, im Vorwort bedankt er sich sogar bei Meister Moers) und schafft trotzdem ein völlig eigenständiges Fantasy Märchen für Erwachsene. Wieder einmal spitzenmäßig ins Deutsche übertragen von Eva Bauche-Eppers, die uns mit Übersetzungen wie "Adept des Assassinen" oder "Falter" begeistert hat. Ein wunderschöner Ausflug von Miéville in die Welt der Märchen.

Justin Cronin – Der Übergang

Ein phantastischer Roman. Wie auf einem ruhigen Fluss wird der Leser dahingetragen. Cronin beschreibt unglaublich plastisch und lässt sich Zeit. Langsam und bedächtig, ohne jemals anzustrengen. Ein Buch der Sonderklasse zwischen Endzeit, Horror und Fantasy. Nichts für Action-Leser. Ich habe das Buch in vollen Zügen genossen und bin absolut begeistert. Keine Ahnung, warum es sich bei dem Buch um den Auftakt einer Trilogie handelt, hätte ich nicht gebraucht. Das Buch ist so wie es ist einfach perfekt.

Anne Rice – Interview mit einem Vampir

Ich fands damals saugut! Das Buch, den Film und alles. Anne Rice war die Wurzel für unendlich viel. Sie ist die Mutter aller modernen Vampirmythen, angefangen vom Rollenspiel "Vampire – Die Maskerade", bis hin zu Stefanie Meyers Kuschel-schocker ;-). Was daraus geworden ist, ist mir wurscht. Die Dame hat auf immer einen Platz in Urban-Fantasy-Listen verdient.

Zuerst vielleicht doch noch mal eine Definition, da gerade dieses Genre von vielen anderen Bereichen berührt wird und es viele Überschneidungen gibt. Horror, Jugendbuch, Romantic Fantasy, Dark Fantasy und auch Steampunk – all diese Subgenres sind sehr verwand mit der Urban Fantasy und eigentlich auch schwer trennbar. Meine Definition lehnt sich eher an dem an, was die Amerikaner als "Contemporary

weiterlesen…

warenkorbIhr könnt alle lieferbaren Artikel
im Webshop bestellen oder via e-mail im Laden anfragen