Flashback
von MarkusT am 2. November 2020 2 Kommentare
Dan Simmons
Flashback
Aus dem amerikanischen Englisch von Karl Jünger
München, Wilhelm Heyne, 2019, 637 Seiten
ISBN 978-3-453-32009-3
Wozu noch Gegenwart?
In seinem dystopischen Roman Flashback aus dem Jahr 2011 zeichnet Dan Simmons ein zerfallendes bzw. zerbrochenes Bild der Vereinigten Staaten von Amerika. Die restlichen 47 Bundesstaaten und deren Bewohner sehen sich einem Leben gegenübersehen, dass keine Sicherheit mehr bietet und deren Ausweg in der Flucht in die Droge Flashback besteht, die es ihnen ermöglicht, in den Erinnerungen ihrer Vergangenheit zu schwelgen.
Denver und Los Angeles, die beiden Hauptspielort der Handlung des Romans, werden beherrscht von Abgesandten großer japanischer Konzerne, die wiederum funktionieren wie Shogunate des antiken Japan und die Aufgaben des japanischen Staates übernommen haben. Auf der anderen Seite finden sich sog. Requoncistas mexikanisch, südamerikanischer Herkunft, die versuchen ihren Einfluss in Amerika auszubauen. Daneben noch das sogenannte Westkalifat bestehend aus starken arabischen Kräften, die den Islam zu der bedeutendsten Religion in den USA geführt haben.
Die staatliche Ordnung ist zerfallen die EU, China und Israel existieren nur noch auf dem Papier.
In dieser politischen Gemengelage muss Detektiv Nick Bottom den Mord am Sohn eines vor Jahren ermordeten japanischen Abgesandten aufklären, in dem er als Polizist selbst ermittelt hat.
Bottom übernimmt den Auftrag aus Geldmangel, aber auch um Kontakt mit seinem Sohn, den er nach dem Tod seiner Frau, die bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist, zu seinem Schwiegervater abgeschoben hat, wieder aufnehmen zu können.
Dabei überwindet er seine Sucht und erkennt, woran das System krankt und wo seine Probleme liegen, die er viel zu lange hinter den Vorhang der Drogensucht gekehrt hat.
Das Original stammt aus dem Jahr 2011 und Simmons hat mit seiner Dystopie (Drogensucht, Zerfall der westlichen Welt) einen guten Treffer gelandet, wenn auch nicht in der Radikalität.
Für mich ein starker Roman, da die Figuren stimmig gezeichnet sind, die Lebenswelt plastisch und fühlbar wird und besonders die Abhängigkeit und die Drogensucht rund um die Droge Flashback mir ziemlich nahe gegangen ist.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann doch. Mir ist das Ende etwas zu kitschig und zu glatt. Das soll allerdings die restlichen 95% des Romans nicht schmälern.
Was ich nicht verstehen kann, wieso der Roman von Dan Simmons erst 8 Jahre nach Veröffentlichung in den USA bei uns in Deutschland erschienen ist.
Positiver Nebenaspekt. Man kann nachprüfen, welche von den aufgeführten dystopischen Aspekten bereits eingetroffen sind und welche nicht.
Dan Simmons
Flashback
Aus dem amerikanischen Englisch von Karl Jünger
München, Wilhelm Heyne, 2019, 637 Seiten
ISBN 978-3-453-32009-3
Wozu noch Gegenwart?
In seinem dystopischen Roman Flashback aus dem Jahr 2011 zeichnet Dan Simmons ein zerfallendes bzw. zerbrochenes Bild der Vereinigten Staaten von Amerika. Die restlichen 47 Bundesstaaten und deren Bewohner sehen sich einem Leben gegenübersehen, dass keine Sicherheit mehr bietet und deren Ausweg in der Flucht in die Droge Flashback besteht, die es ihnen ermöglicht, in den Erinnerungen ihrer Vergangenheit zu schwelgen.
Denver und Los Angeles, …den ganzen Beitrag lesen…
- Kategorien: Bücher , MarkusTs Auslese , Rezis , Science Fiction
- 2 Kommentare

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Ihr könnt mir gratulieren. Ich habe das „missing link“ gefunden!
Im englischen Original ist die von 1957 bis 1999 von White ganz alleine geschriebene Serie als „Sector General“ bekannt, nach dem Titel der ersten Geschichte, die damals im englischen Magazin New Worlds erschien.
Bänden gesammelten Kurzgeschichten und Romanen um den Chefarzt Dr. Peter Conway, die Krankenschwestern Murchison und Naydrad, den empathischen (wenngleich spinnenähnlichen) Dr. Prilicla und ihrer gemeinsamen „Nemesis“, dem Chefpsychologen Dr. O’Mara, die immer wieder aufs Neue vor der Herausforderung stehen, exotische Aliens von noch exotischeren Krankheiten zu heilen.
In Deutschland gab es seit 1965 immer wieder (zumeist nur kurzlebige) Versuche, die „Weltraum-Mediziner“ auf Station zu schicken. Nach Moewig, Pabel und Ullstein nahm dann Wolfgang Jeschke vom Heyne Verlag die Sache in die Hand und veröffentlichte zwischen 1993 und 1997 die bis dahin erschienenen Bände Eins bis Neun in der (teilweisen Neu-)Übersetzung von Kalla Wefel. In White Todesjahr 1999 folgte dann noch DIE LETZTE DIAGNOSE (die Bände 11 und 12 kann man bisher nur auf Englisch lesen). Als Besonderheit der Deutschen Ausgabe ist Anzumerken, dass die zehn Titelbilder, gemalt von Boros Zoltan und Szikszai Gabor, aneinandergelegt ein großartiges Panoramabild ergeben.
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Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wo ich es einfügen soll, aber ich denke, hier ist wieder einmal ein neuer Aspekt. In der derzeitigen Flut von anstehenden Beiträgen und in der lebendigen Auseinandersetzung mit dem Thema ändern sich viele Parameter stündlich. Fast wie mit den reellen Einschätzungen und Prognosen für Verordnungen, Auswirkungen und Zeiträume. Auch wenn wir euch im Moment wirklich fast schon überrollen, mit Informationen und neuen Beiträgen muss ich diesen jetzt doch noch loswerden. Trotz der gehaltvollen und interessanten Beiträge, die heute bereits auf unserer Seite online gegangen sind.
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II Science Thriller
III Soziale und politische Science Fiction
IV Klassische Fremdwesen- und Fremdweltenromane
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