Muchacho – Gastbeitrag von Penny Lane
von Penny Lane am 13. April 2009 Kommentare deaktiviert für Muchacho – Gastbeitrag von Penny Lane
"Nicaragua 1976, am Vorabend des Bürgerkriegs"
Oje, wer braucht das denn, war mein erster Gedanke, als ich den Comic "Muchacho" aufschlug. Als ob es keine aktuelleren Anlässe gäbe, wenn man schon meint sich weltpolitisch äußern zu müssen…
…und doch konnte ich das Album nicht aus der Hand legen: vielleicht weil es meine Generation war, die sich an den Ideen der Sandinisten erhitzt hat, der Kämpfer für die Freiheit gegen ein totalitäres Regime. Aber mehr noch, weil Emanuel Lepage in seiner Geschichte deutlich zeigt, dass es vorallem um die eigenen Freiheit geht. Es geht darum den eigenen Weg zu finden, eigene Werte zu entwickeln, dem eigenen Ruf zu folgen und diesen den familiären und gesellschaftlichen Konventionen – Diktaturen – Tabus entgegenzustellen.
Gabriel, GroßgrundbesitzerSohn, angehender Priester und vor allem Maler soll in einem kleinen Dschungeldorf für die Dorfgemeinde ein Wandfresko anfertigen und gerät ahnungslos in den brutalen Konflikt zwischen Militär und Guerilla. Er lernt wirklich hinzuschauen, menschlich, politisch und künstlerisch. Ruben, der Priester des Dorf wird sein Lehrer: " Du mußt unter die Haut der Dinge gehen…du bist ein Künstler Gabriel… du kannst die Essenz ihres Lebens ausdrücken. Gib den Menschen die Kraft, die ihnen fehlt. Durch die Kunst kannst du dem Göttlichen eine Gestalt geben. Das ist der Grund, warum du hier bist."
"Und wie geht die Geschichte aus?" fragte mich heute morgen beim Frühstück eine Freundin, als ich ganz begeistert von "Muchacho" erzählt habe. Spannende Frage… Was wird aus der erkämpften Freiheit, wenn die Revolutionäre schließlich selbst Regierung sind? Welche Träume, Werte und Ideen sind tatsächlich lebbar? Welche Kompromisse kann und will man eingehen? Und auch das bleibt letztlich eine persönliche Entscheidung.
Lepage erzählt seine Geschichte in berührenden Bildern und Farben, die die Stimmungen einfangen: die Feuchtigkeit des Dschungels und der Sümpfe kriecht förmlich unter die Haut, die Wüstenfarben trocknen den Mund aus und das Mondlicht leuchtet fahl und traumgleich auf Geschehnisse und Geheimnisse. Wunderschön.
"Nicaragua 1976, am Vorabend des Bürgerkriegs"
Oje, wer braucht das denn, war mein erster Gedanke, als ich den Comic "Muchacho" aufschlug. Als ob es keine aktuelleren Anlässe gäbe, wenn man schon meint sich weltpolitisch äußern zu müssen…
…und doch konnte ich das Album nicht aus der Hand legen: vielleicht weil es meine Generation war, die sich an den Ideen der Sandinisten erhitzt hat, der Kämpfer für die Freiheit gegen ein totalitäres Regime. Aber mehr noch, weil Emanuel Lepage in seiner Geschichte deutlich zeigt,
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Die Lehrer sind angehalten Schüler zu motivieren, ist ja auch gut so. Neu ist allerdings, dass Lehrer die Schüler nicht mehr frustrieren dürfen. Es geht weiter, Schüler dürfen nicht mehr durchfallen. Ich weiss solches aus erster Hand von Lehrern in Hauptschule und Realschule. Und in der Hauptschule sagt man den Lehrern, sie dürfen den Schülern nicht sagen, dass sie eigentlich fast keine Chance mehr in unserer Gesellschaft haben. Denn was sollen die denn noch für Jobs machen? Was würde passieren, wenn alle Hauptschüler die Wahrheit über ihre Zukunftsperspektiven kennen würden? Zitat eines Hauptschullehrers: "Die würden uns alle gegen die Wand fahren". Und die Schere geht weiter auf. Auch in der Realschule geht die Anweisung rum, es darf keiner mehr durchfallen. Und die Eltern dürfen mitbestimmen, ob ihr Kind durchfallen soll. Für die Schüler erstmal gut, so möchte man meinen. Doch man muss doch auch wissen, wo man wirklich mit seiner Leistung steht. Und man kann sich nicht immer auf Mami und Papi berufen, wenn es mal eng wird. Es kann doch nicht sein, dass jeder denkt, das geht schon irgendwie, und im Zweifelsfall, "ich bin ja eh ein Superstar, der Bohlen wird mich schon entdecken". Aber das muss die jungen Leute irgendwann mal einholen, dass es ohne entsprechende Leistung in einem System wie unserem nicht geht. Dazu gehört Lernen, Arbeit, Fleiss, Durchhaltevermögen. Ich will damit nicht sagen, dass ich dieses System in dieser Form so ausgesprochen gut finde, aber es ist nun mal so. Die Eltern sollten deshalb vielleicht von vornherein solche Tugenden ein wenig stärker fördern, als das Geld für tolle Anschaffungen, wie Klamotten und Games, nur so rauszupulvern. Mal daheim was arbeiten fürs Taschengeld oder einen Ferienjob machen, auch wenn es zu Hause von der Kohle her dicke reicht.
Mann, seit Jahren habe ich keine gute X-men Story gelesen. Das liegt vornehmlich daran, dass ich nämlich gar keine X-Men Stories gelesen habe. Warum, fragt sich der geneigte Leser, der mag die X-Men doch. O ja, das stimmt, ich habe mitgeweint als Jean Grey auf dem Mond starb, aber als sie das dritte Mal starb in X-Men Phoenix – The Death of Phoenix again (oder so ähnlich), da hab ich nur noch gegähnt. Ich mag auch Wolverine, aber ich lese auch mal gerne ein Marvel Comic, in dem er nicht vorkommt. Zwischenfrage, in wie vielen Teams sollte ein Superheld auftauchen? Aber das Hauptproblem sind die Crossover und die damit verbundene Überfrachtung mit tausend Serien, von denen man nicht weiss, ob sie dazu gehören, ob man sie fürs Verständnis braucht. Denn plötzlich ist halt irgend so ein neuer Mutanten Charakter auf dem Spielfeld, von dem du dein Lebtag noch nichts gehört hast, nicht weisst, wo er herkommt und was er auf einmal bei deinen geliebten X-Men macht. Du kannst also nicht einfach X-Men lesen, du brauchst den ganzen Mist außen rum und musst die Kontinuität verfolgen. Hinzu kommen dann noch zu den X-Men Crossover, die allgemeinen Marvel Crossover, wie Civil War, Secret Invasion und der ganze Käse. Marvel scheint uns zwingen zu wollen jeden Titel aus ihrem Sortiment zu lesen. Früher hat man halt von einer Serie pro Monat ca 500.000 Stück verkauft, heute bestenfalls noch 100.000. Die neue Rechnung ist nun so, dass je mehr verschiedene Titel ich zu einem Charakter/Team produziere, ich wieder auf die alten Umsatzzahlen komme (5 Wolverine Serien a 100.000 = 500.000). Aber die Rechnung wird nicht aufgehen. Ich kaufe nämlich keine 5 Wolverine Titel im Monat, einer reicht. Denn sind wir mal ehrlich, die Stories werden durch den erhöhten Ausstoß ja nicht besser, nur mehr. Die zweite Rechnung, den Preis zu erhöhen (500.000 x $ 1,00 früher, jetzt 100.000 x $ 5,00), scheint cleverer, vergisst aber den Begriff Schmerzgrenze. 


Ich sage nur, dass ihr erst den Comic lesen solltet, bevor ihr den Film schaut. Ich denke, dass er mehr zu bieten hat, als es in einem Film umsetzbar ist, an Erzähltechnik auf mehreren Ebenen, Vielschichtigkeit, Eindringlichkeit. Der Film wird bestimmt kurzweilig, aber der Comic ist Comic in meisterhafter Form, weil er als Comic gedacht war und alle Register zieht, die im Comic auch erzähltechnisch unterstützend eingesetzt werden können.




Nein keine Angst, keine Remake des Klassikers mit Charles Bronson. Der Gerd legt nur zur Zeit die Datensätze für die neuen zu erwartenden Taschenbücher in unserer Datenbank an. Und wer glaubt, dass es bis jetzt schon viele Vampirromane gab, dann wartet mal auf das nächste Halbjahr. Und sie haben alle so einfallsreiche Titel, wie Blutspiel, Blutspur, Blutlinien, Blutrache, Blutwurst. Alle Titel kommen übrigens schon mehrfach vor, was beim Inhalt sicherlich auch der Fall ist. Die Spreu vom Weizen zu trennen ist hier echt schwer. Wir geben uns ja Mühe, aber wer will denn überhaupt so viele Vampirschinken lesen, um das zu schaffen.
Vor ziemlich genau drei Jahren Kam mal ein Redakteur einer christlichen Sonntagmorgen Radio Sendung, welcher Sender weiss ich gar nicht mehr, zu mir. Die wollten einen Bericht über Comics machen und dazu einen Comic-Fan interviewen. Damals habe ich zugesagt und man wollte mir das Interview auf CD zukommen lassen, da ich an diesem Sonntag früh, als es ausgestrahlt werden sollte, kein Radio hören konnte. Ich habe die CD nie bekommen, so glaubte ich und das Ganze schon vergessen. Beim Aufräumen in der Romanboutique jedoch, tauchte eine CD mit dem seltsamen Namen "Capuccino-Feb-2005" auf. Und tatsächlich war da der ganze Bericht über Comics drauf. Ein 20 minütige Sendung, enorm fortschrittlich für eine christliche Sendung.

Die Leben der einzelnen Protagonisten in „Ausgetrickst“ scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben. Der Rockstar, der schon Jahre nichts mehr schreiben konnte, das Mädchen, das seinen Vater sucht, die gerade sitzengelassene Bedienung im Schnellimbiss, der total frustrierte Sysop, der seine Medikamente absetzt, der nette Ehemann, der gar nicht ins Büro geht, wie seine Frau glaubt, sondern in einem Baseballkartenladen Autogramme fälscht. Ihre Geschichte wird langsam und subtil von Alex Robinson aufgerollt und nach und nach erfahren wir ein wenig mehr. Zunächst nur über das Schicksal eines jeden Einzelnen und immer nur gerade soviel, dass man nicht aufhören kann umzublättern. Wie spannend das „normale Leben“ doch sein kann. Meisterhaft fügt Robinson die Geschichten zusammen, dicht webt er sein Erzählgarn und entwickelt eine ungeheure Tiefe bei der Auslotung seiner Charaktere, die in einem grandiosen Höhepunkt aufeinander treffen.
Und ich will jetzt nicht alles schlecht machen, was da draußen so umeinandergeschrieben oder gezeichnet wird, aber größtenteils lassen viele Sachen schon sehr zu wünschen übrig! Entweder deshalb, weil eine Geschichte, die im Normalfall gerade mal 2 Comichefte gefüllt hätte auf 6 Hefte aufgebläht wird, damit man sie im Nachhinein besser im Trade vermarkten kann. Oder aber einfach nur deshalb, weil sie schlecht ist, unausgegoren, überflüssig und langweilig! Und wenn einem dann gar nichts mehr einfällt, dann stirbt eben wieder mal ein Held oder ein Schurke, oder die Tante, die Frau, der Onkel, der Vater, die Mutter, oder wer auch immer, spielt auch absolut keine Rolle, denn wie wir alle wissen, kann im Comic alles rückgängig gemacht werden! 

Teufel auch, dieses leblose Pack hat es aber in sich. Ich bin kein Zombie-Freund, überhaupt nicht. Sind mir zu leblos die ollen Wurmköpfe, und die Tischmanieren erst, nein, nein. Entsprechend lange dauerte es, mich zu "Walking Dead" zu überreden. Nun, jetzt überrede ich meine Freunde. Die Serie ist der Hammer! Inzwischen sind 8 Bände im Original erschienen, und von Band zu Band wird die Story besser, es wird spannender, intensiver, es gibt unglaubliche Wendungen und mein staunend offener Mund will sich rein gar nicht mehr schließen. Überleben in einer Extremsituation ist der eigentliche Grundplot. Überleben, wenn das bisher gekannte Leben & seine Werte auf den Kopf gestellt sind. Menschlich bleiben in einer unmenschlich gewordenen Umwelt. Passend der Klappentext: In a world ruled by the Dead – we are forced to finally start living….!
Schon wieder Zombies, sie schwanken und wedeln mit ihren Ärmchen, wie Emos auf der Tanzfläche, und sicher riechen sie auch kein Stück besser. Im Gegensatz zu "The Walking Dead" gehen die Beiden Amis Davis & Frissen das Thema humoristisch, politisch komplett inkorrekt, böse und sehr merkwürdig an. Die verwilderte Version der "Ligne Claire" wird von Typen bevölkert, die an Bouqc oder Chaland erinnern und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Dicke mit der Tolle, Belgier ist und auch so genannt wird. Das Belgier mit Vorsicht zu genießen sind, wissen wir seit "Austin Powers". Wenn dann noch, wie hier, Teile der belgischen Königsfamilie mitmischen, gibt es gehacktes vom Zombie, oder wie es hier ausnahmsweise politisch korrekt heißt, vom "vital Beeinträchtigten". Lecker Lesespaß.
Criminal:-1-Coward: Von einem Titel wie "Coward", also Feigling erwartet man keinen Heldenstoff. Aber, weit gefehlt. Leo, die "Titelfigur" ist zwar ein Feigling, aber nur des Überlebens willen, und das ist ja nicht das Dümmste. Vor allem nicht, wenn man als Gewerbe "Kleinkrimineller" beim Standesbeamten angeben müßte. Von dubiosen Mit-Ganoven zu einem, wie so oft, letzten großen Ding gedrängt,tappst Leo zunächst von einer Falle in die Nächste. Irgendwann wird aber selbst ihm das Verarscht werden zuviel und plötzlich wird er seiner Eier in der Hose gewahr und handelt.
Stellt euch Lara Croft als Emo Chick vor, begleitet von einem grunzenden Fleischklops mit dem Waffenarsenal einer irakischen Kleinstadt. Gemeinsam machen sie Serienkiller platt und das ist hübsch anzuschauen. Triefend vor schwarzem Humor und gespickt mit 1000 Zitaten aus der Popkultur ist das ein ordentlicher Spaß. Vor allem, als es um einen Comiczeichnerkiller geht….! Sehr gelungen.
Superinnovativ, eine Comic mit Mäusen drin. Sowas gabs noch nie…! Riesenidee das. So könnte man denken, doch wenn man das klasse aufgemachte Buch aufschlägt, sieht man sofort, dass das hier mit Disney und Epigonen herzlich wenig zu tun hat. Ohne rührselige Pusseligkeit, Niedlichkeit oder sonstige Schleimfaktoren, breitet Autor & Zeichner David Petersen eine mittelalterliche Mäusewelt vor uns aus. Die Geschichte ist an sich wenig spektakulär. Es geht um Treue und Verrat, Machtgier und Machterhalt. Aber die Art und Weise, in der Petersen erzählt, mit großer Beschaulichkeit und Ruhe, kombiniert mit den tollen Bildern, die eher nach Illustrationen, als nach Comic ausschauen, die macht das Besondere von MouseGuard aus. Die Beschreibung "KInderbuch für Erwachsene" triffts vielleicht am Besten.
das ist das, was er meisterlich beherrscht). Diese Truppe steht unter der Führung von Norman Osborne (sagt nicht, hä wer? Das ist der Grüne Kobold). Der ist voll mit Psychopharmaka, um seine Aggressionen zu kontrollieren. Könnt ihr euch vorstellen, was das für ein Potential für einen Autor ist, mit diesen Figuren eine Geschichte zu schreiben, voller Gewalt, Intrigen, Machtspiele, hammerharte Action, Biss, Humor, Abgründe. Keiner ist das, was er vorgibt zu sein, keiner tut das, was er tun soll, es sei denn er wird dazu gezwungen, jeder hat sein eigenes verborgenes Ziel. Außer Bullseye, der will nur töten, aber das sagte ich ja bereits. Das hat Herr Ellis, wie immer, klug, spannend, tiefgründig und auch noch humorvoll inszeniert. Düster gezeichnet von Mike Deodato, der immer schon gut war, aber jetzt erst immer besser vermag, sich auf eine bestimmte Story oder den Stil eines Autors einzustellen.




Das 22. Jahrhundert: Yiu, eine Auftragskillerin im Dienste des Klerus wird mit den gefährlichsten Missionen betraut. Von absoluter Gefühlskälte und hundertprozentiger Effizienz scheint der finanzielle Anreiz ihre einzige Motivation zu sein. Doch verbirgt sich hinter ihrer eiskalten und unerbittlichen Erscheinung ein tiefer Schmerz…
Rumo und die Wunder im Dunkeln
Gedankenhaie (The Raw Shark Texts)
Blumen für Algernon
Die Wand
Die Triffids
Ausgebrannt
Das gestohlene Kind
Die Maske der Verräter
Nocturna