Horsts Bibliothek

Reise ins innere der Stadt

von am 19. November 2018 noch kein Kommentar

Shaun Tan
REISE INS INNERE DER STADT.
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld
(Tales from the Inner City / 2018)
Hamburg, Aladin 2018, 280 Seiten
Hardcover mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-8489-2118-8 / 28,00 Euro

Es ist faszinierend: Jedes Buch des Australiers Shaun Tan ist völlig anders als die vorhergehenden und doch fügt es sich nahtlos in sein Gesamtwerk ein. So auch die mit vierzig Illustrationen versehene Kurzgeschichtensammlung REISE INS INNERE DER STADT, die soeben erschienen ist.
Als vor zehn Jahren Shaun Tans erste Story-Kollektion GESCHICHTEN AUS DER VORSTADT DES UNIVERSUMS erschienen war, habe ich in meiner Rezension darüber geschrieben, wie schwer es mir fiel, meine Begeisterung so auszudrücken, dass möglichst viele Menschen sie teilen und das Buch lesen/anschauen würden.
Das ist jetzt anders.
Shaun Tan hat inzwischen den Astrid Lindgren Gedächtnis Preis erhalten, einen Oskar für den besten Kurzfilm bekommen, mit Philip Pullman zusammen die Märchen der Brüder Grimm neu aufbereitet und eine eingeschworene Fangemeinde gewonnen.
Zudem muss man ein Buch wie REISE INS INNERE DER STADT einfach lieben wenn man einmal hineingeschaut und eine der fünfundzwanzig Erzählungen angelesen hat. Mein fester Vorsatz jedenfalls, langsam, immer nur eine Story nach der anderen anzusehen und zu lesen (wie immer bei Tan bilden Bilder und Texte eine künstlerische Einheit), wurde bereits mit dem ersten Satz auf der ersten Seite der ersten Geschichte über den Haufen geworfen. Nach „Die Krokodile leben im siebenundachtzigsten Stock. Und zwar sehr angenehm.“ wollte ich einfach nur noch weiterlesen. 280 Seiten später tauchte ich erschöpft aber glücklich wieder im Hier und Jetzt auf. Ein Vergnügen, das ich jeder Leserin, jedem Leser von Herzen gönne.
Also: Unbedingt 1 Blick riskieren!

Horst Illmer
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Reise ins innere der Stadt
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Shaun Tan REISE INS INNERE DER STADT. Aus dem Englischen von Eike Schönfeld (Tales from the Inner City / 2018) Hamburg, Aladin 2018, 280 Seiten Hardcover mit Schutzumschlag ISBN 978-3-8489-2118-8 / 28,00 Euro Es ist faszinierend: Jedes Buch des Australiers Shaun Tan ist völlig anders weiterlesen…

Die Geissel des Himmels

von am 15. November 2018 noch kein Kommentar

Ursula K. Le Guin
DIE GEISSEL DES HIMMELS. Roman.
Erste ungekürzte Ausgabe, übersetzt von Joachim Körber
(The Lathe of Heaven / 1971)
Bellheim, Edition Phantasia, 223 S., April 2006
Phantasia Papberback – Science Fiction – Band 1005
ISBN 3-937897-16-X / 14,90 Euro

Nachdem die frühen Science-Fiction-Romane Ursula K. Le Guins auf fernen Welten und weit in der Zukunft spielten, begab sie sich mit DIE GEISSEL DES HIMMELS erstmals auf die Erde, genauer: nach Portland, Oregon, in ihre Heimatstadt. Handlungszeitraum ist die nahe Zukunft – und unser Planet ist in keinem besonders guten Zustand.
Die erwarteten Verschlechterungen von Klima und politischer Realität sind eingetreten. Terrorismus und Seuchen, Naturkatastrophen und Überbevölkerung beherrschen das Bild.
In der Mitte dieses Panoramas steht George Orr, ein völlig durchschnittlicher Mann. Und zugleich der außergewöhnlichste Mensch des Planeten.
Denn George Orrs Träume werden wahr, das heißt sie verändern die Realität. Da sich allerdings nur Orr selbst an die Welt vor diesen Änderungen erinnern kann, steht er seit Jahren am Rande des Wahnsinns. Nur seine seelische Integrität und mentale Ausgewogenheit bewahren ihn vor dem Abgleiten in Wahnvorstellungen oder Allmachtsphantasien.
Der Zufall führt ihn schließlich zu Dr. William Haber, einem Psychologen mit dem Spezialgebiet Traumforschung. Nach anfänglichen Zweifeln erlebt Haber jedoch selbst, wie Orrs Träume wirken. Der gute Doktor fasst einen Plan: Er will mit Orrs Hilfe eine bessere, eine „schöne, neue Welt“ erschaffen.
Trotz Orrs dringlicher Bitten, mit den Versuchen aufzuhören und obwohl die Veränderungen zumeist nicht zum Besseren gelingen, macht Haber weiter – besessen von der Gier nach Macht …
Der Roman ist von einer tiefen Emotionalität durchdrungen, die Leserinnen und Leser berührt ohne sie zu bevormunden. Die ethischen Fragen einer absoluten Macht – auch in den Händen des gutwilligsten Menschen – werden auf interessante, mitreißende Weise durchgespielt. Ob wir eines Tages wohl soweit sind, dass wir verantwortungsvoll mit solchen Fähigkeiten umgehen werden, steht am Ende „in den Sternen“.
Le Guins Buch lässt jedoch Raum für Hoffnung.

Horst Illmer

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Die Geissel des Himmels
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Ursula K. Le Guin DIE GEISSEL DES HIMMELS. Roman. Erste ungekürzte Ausgabe, übersetzt von Joachim Körber (The Lathe of Heaven / 1971) Bellheim, Edition Phantasia, 223 S., April 2006 Phantasia Papberback – Science Fiction – Band 1005 ISBN 3-937897-16-X / 14,90 Euro Nachdem die frühen weiterlesen…

Die Meerjungfrau

von am 6. November 2018 noch kein Kommentar

H. G. Wells
DIE MEERJUNGFRAU. Ein Gespinst Mondenschein.
Aus dem Englischen von Joachim Körber
Mit einemNachwort von Horst Illmer
(THE SEA LADY / 1902)
Bellheim, Joachim Körber Verlag, 2018, 173 Seiten
Reihe: Phantasia Paperback Fantasy 2010
ISBN 978-3-937897-57-8 / 14,90 Euro

Im Original wurde H. G. Wells’ Fantasy-Roman DIE MEERJUNGFRAU bereits 1902 veröffentlicht, seine deutsche Erstausgabe erlebt er allerdings erst jetzt. Erstaunlicherweise behandelt das an die romantische Erzählung „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué angelehnte Werk ein Thema, das derzeit (immer noch oder gerade wieder) hochaktuell ist: Die Beziehungen und Liebeshändel zwischen den drei Geschlechtern. Ja, richtig gelesen: Diese Problematik wurde nicht erst im 21. Jahrhundert erfunden.
In einer wunderschönen, leichten und luftigen (und von Joachim Körber stimmungsgenau übersetzten) Sprache erzählt Wells die Geschichte eines mythischen Wesens, eben jener titelgebenden „Meerjungfrau“, die „nicht Fisch, nicht Fleisch“ ist – aber eben doch auch ein lebendes und liebendes Geschöpf im Körper einer Frau (wenn auch mit Schwanz). Diese Miss Waters hat sich in einen ganz normalen Mann verliebt und setzt alle ihr zur Verfügung stehenden (Zauber-)Mittel ein, um ihn von seiner Verlobten zu trennen und für sich zu gewinnen. Und wie wir aus „alten Mären“ wissen, geht sowas ja selten gut aus …
Die Erzählung hat etwas Traumhaftes und hoch Romantisches, vermeidet aber den Absturz in die Kitsch-Kiste, weil Wells einen sehr feinen, sehr englischen Humor besitzt und diesen genau in der richtigen Dosis einzusetzen weiß. Seine Geschichte von der MEERJUNGFRAU ist tatsächlich „ein Gespinst Mondenschein“ (so auch der passende Untertitel).
Nach bisher drei limitierten Luxusausgaben mit in Deutschland bisher unveröffentlichten Büchern von H. G. Wells in Joachim Körbers Edition Phantasia erschien DIE MEERJUNGFRAU jetzt als preiswertes Taschenbuch in der Reihe Phantasia Paperback.
Ein guter Einstieg für alle, die mehr von Wells lesen wollen als immer nur Neuausgaben der allbekannten drei, vier Klassiker.

Horst Illmer
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Die Meerjungfrau
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H. G. Wells DIE MEERJUNGFRAU. Ein Gespinst Mondenschein. Aus dem Englischen von Joachim Körber Mit einemNachwort von Horst Illmer (THE SEA LADY / 1902) Bellheim, Joachim Körber Verlag, 2018, 173 Seiten Reihe: Phantasia Paperback Fantasy 2010 ISBN 978-3-937897-57-8 / 14,90 Euro Im Original wurde H. weiterlesen…

Die Tyrannei des Schmetterlings

von am 3. November 2018 noch kein Kommentar

Frank Schätzing
DIE TYRANNEI DES SCHMETTERLINGS. Roman.
Köln, Kiepenheuer & Witsch, 2018, 735 S.
ISBN 978-3-462-05084-4 26,00 Euro

Hörbuch:
Gelesen von Sascha Rotermund
Der Hörverlag, 2 mp3 CDs, Laufzeit ca. 22 Stunden, 20 Minuten
ISBN 978-3-8445-2978-4 26,00 Euro

Ganz klar: Frank Schätzings Buch DIE TYRANNEI DES SCHMETTERLINGS ist ein Kolportageroman. Das ist jetzt keineswegs abschätzig gemeint. In früheren Jahrhunderten haben solch unvergessene Meister ihres Fachs wie Karl May, Eugene Sue, Robert Kraft oder Sir John Retcliffe solche Bücher geschrieben. Ihre Geschichten waren viele hundert, manchmal sogar einige tausend Seiten lang, eine so spannend wie die andere und dadurch einen Sog erzeugend, dem sich die LeserInnen nicht mehr entziehen konnten.
Das war damals schon großes Handwerk, das ist bis heute nicht leichter geworden (eher im Gegenteil). Gegenwärtig heißen die Großmeister dieses Unterhaltungsformats Stephen King, George R. R. Martin, Ken Follett oder eben Frank Schätzing.
DIE TYRANNEI DES SCHMETTERLINGS behandelt, in der Reihenfolge ihres Auftretens, folgende Themen: einen Bürgerkrieg in Afrika, ein Massaker durch Killerinsekten, einen Mord an einer jungen Frau, ganz normale Polizeiarbeit im kalifornischen Hinterland, die pathologischen Untersuchungen einer Ex-FBI-Gerichtsmedizinerin unter erschwerten Bedingungen, jede Menge Kleinstadt-Probleme, eine Drogenrazzia, kleinliche Kompetenzstreitereien unter US-Bundesbehörden, eine nicht ganz stressfreie Vater-Tochter-Beziehungskiste, diverse Video-Dateien mit verstörendem Bildmaterial, den Beginn einer wunderbaren Freundschaft zwischen zwei Frauen, die Entdeckung einer geheimen Forschungsstation, ein Telefonat mit einem der reichsten Männer der Welt, den Auftritt einer bemerkenswerten Mitarbeiterin eines privaten Wachdienstes, eine atombombensichere, unterirdische Computer-Farm, einen verwirrenden Zeitsprung – und wir sind immer noch nicht über das zweite Kapitel hinausgekommen!
Frank Schätzing hat für dieses Buch intensiv und lange recherchiert. Er hat viel gelesen, ist weit gereist, hat interessante Gespräche mit klugen Menschen geführt, und das alles, um seinem Thema, der Entwicklung Künstlicher Intelligenz, gerecht werden zu können. Neidlos muss man anerkennen, dass ihm das gelungen ist – vermutlich weiß er so ziemlich alles über KIs, was es derzeit zu wissen gibt.
Aber natürlich reicht das noch nicht für einen guten Roman. Dazu gehören Protagonisten mit denen sich die LeserInnen identifizieren können, farbige Schauplätze, eine spannende Handlung und ein nachvollziehbarer Plot. All diese Zutaten enthält das Buch reichlich (manchmal wird es fast zu opulent), was einzig fehlt (vielleicht ist das auch nur dem subjektiven Bedürfnis und Alter des Rezensenten geschuldet) ist ab und zu ein Moment zum Atemholen. DIE TYRANNEI DES SCHMETTERLINGS liest sich wie ein 22 Stunden langer Directors Cut von THE FAST AND THE FURIOUS (Teil xXx) – das muss man als Leser erst mal aushalten.

Dies vor Augen, habe ich mir den Roman lieber vorlesen lassen – und siehe da, als Hörer jedenfalls hat man keine Probleme, denn Sascha Rotermund ist einer der besten Sprecher, die wir momentan haben. Seine Lesung ist absolut perfekt.
Stimmlage, Timing, Geschwindigkeit, Pausen, Vielstimmigkeit und Wiedererkennbarkeit der Figuren sind optimal, diesem Vorleser mag man einfach immer weiter zuhören. Da ist man nach 22 Stunden und 20 Minuten fast traurig, dass Kolportageromane heutigentags so kurz sind.

Frank Schätzing, der mit seinem Welt-Bestseller DER SCHWARM bewiesen hat, dass er den Puls der Zeit fühlen und ebenso brisante wie aktuelle Themen spannend aufbereiten kann, hat sich mit DIE TYRANNEI DES SCHMETTERLINGS erneut an ein „Heißes Eisen“ herangewagt. Dass er dabei, mitgerissen von seinem eigenen Schwung, an manchen Stellen über sein Ziel hinaus schließt und mehr in die Köpfe seiner Figuren (und LeserInnen) packen will, als diese aufzunehmen fähig sind, kann man ihm eigentlich nicht vorwerfen. Dadurch lädt das Buch, nach dem ersten „Durchmarsch“, zu einer weiteren Runde ein.
Ganz klar: Wir LeserInnen lassen uns doch von so einem Werk nicht „Bange machen“!

Horst Illmer
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Die Tyrannei des Schmetterlings Hardcover
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Frank Schätzing DIE TYRANNEI DES SCHMETTERLINGS. Roman. Köln, Kiepenheuer & Witsch, 2018, 735 S. ISBN 978-3-462-05084-4 26,00 Euro Hörbuch: Gelesen von Sascha Rotermund Der Hörverlag, 2 mp3 CDs, Laufzeit ca. 22 Stunden, 20 Minuten ISBN 978-3-8445-2978-4 26,00 Euro Ganz klar: Frank Schätzings Buch DIE TYRANNEI weiterlesen…

Artemis

von am 27. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Andy Weir
ARTEMIS. Roman.
Übersetzt von Jürgen Langowski (ARTEMIS / 2017)
München, Heyne, 2018, 426 S.
ISBN 978-3-453-27167-8 / 15,00 Euro

Hörbuch:
Gelesen von Gabrielle Pietermann
Random House Audio 2 mp3-CDs, Laufzeit 9 Stunden, 10 Minuten
ISBN 978-3-8371-4165-8

OK! Sie nervt!
Jazz Bashara, die Heldin in Andy Weirs Roman ARTEMIS ist das, was man in anderen Ländern wohl als „a pain in the ass“ bezeichnen würde. Ständig macht sie Sachen, über die wir Erwachsene nur den Kopf schütteln können. Ständig gerät sie in Schwierigkeiten, macht Unsinn, heckt die wildesten Pläne aus und findet erst hinterher heraus, wo sie Löcher haben.
Aber andererseits besitzt sie auch viele anziehende Eigenschaften. Sie hat ihren eigenen Kopf. Sie ist loyal gegenüber ihren Freunden. Sie hat ein Gewissen. Und sie ist außerordentlich begabt darin, Menschen dazu zu bringen, bei ihren Plänen mitzumachen.
Jazz lebt auf dem Mond, in Artemis, der bisher einzigen Siedlung, welche die Menschen auf einer anderen Welt errichtet haben. Seit einem Zerwürfnis mit ihrem Vater schlägt sie sich als Kleinkriminelle mit dem Schmuggeln von auf dem Mond eigentlich verbotenen Waren mehr schlecht als recht durch. Als ihr jedoch ein reicher Klient eine ungeheure Summe für einen Sabotageakt bietet, lässt sie sich, gegen ihre Überzeugung, darauf ein – und gerät damit zwischen alle Fronten.
Andy Weir hat mit seinem Erstling DER MARSIANER einen unfassbaren Erfolg erzielt, da war eigentlich klar, dass es für das nächste Buch aus seiner Feder schwer sein würde. Mit ARTEMIS, einem klassischen Hard-SF-Roman, hat er sich jedoch ganz gut geschlagen. Obwohl seine Protagonistin ständig zum Widerspruch herausfordert und viele Fehler hat (und macht), kann man sich dem Sog ihrer Geschichte nicht entziehen. Stattdessen erwischt man sich dauernd dabei „Achtung!“, Pass auf!“ oder „Mach das nicht!“ rufen zu wollen – das kleine Miststück wächst einem sehr schnell ans Herz.
ARTEMIS ist definitiv kein Roman für die Ewigkeit, kein Buch, das einmal zum Schulbuch-Klassiker wird, aber es ist eine sehr unterhaltsame Geschichte über eine junge Frau, die gegen viele Widerstände ihren Weg geht.

Das leicht gekürzte Hörbuch wird von Gabrielle Pietermann gelesen, deren Stimme (vor allem zu Beginn) etwas nervt, was dann aber auch wieder gut zu Jazz passt. Und nach wenigen Kapiteln kann man sowieso nicht mehr aufhören.

Buch und/oder Hörbuch sind auch als „Einstiegsdroge“ für den Nachwuchs gut geeignet – und Weihnachten ist näher als man denkt.

Horst Illmer
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Artemis Taschenbuch
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Andy Weir ARTEMIS. Roman. Übersetzt von Jürgen Langowski (ARTEMIS / 2017) München, Heyne, 2018, 426 S. ISBN 978-3-453-27167-8 / 15,00 Euro Hörbuch: Gelesen von Gabrielle Pietermann Random House Audio 2 mp3-CDs, Laufzeit 9 Stunden, 10 Minuten ISBN 978-3-8371-4165-8 OK! Sie nervt! Jazz Bashara, die Heldin weiterlesen…

Erdsee – Die illustrierte Gesamtausgabe

von am 20. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Ursula K. Le Guin
ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE.
Übersetzt von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring
Einleitung von Ursula K. Le Guin, Illustrationen von Charles Vess
(The Books of Earthsea / 2018)
Frankfurt/M., Fischer/TOR, 2018, 1100 Seiten
ISBN 978-3-596-70160-5

Es ist endlich soweit, die Auslieferung hat begonnen, das schönste, tollste, wichtigste Buch des Jahres 2018 ist ab sofort erhältlich: Ursula K. Le Guins großartiger Fantasy-Klassiker ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE, erstmals komplett in einem Band – und dann auch noch von Charles Vess illustriert!
„Komplett“ bedeutet in diesem Fall, dass alle bisherigen Romane und Stories von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring neu übersetzt wurden, zudem hat Le Guin für diesen Band, der in den USA demnächst bei Saga Press erscheint, eine eigene Einleitung und eine neue Geschichte geschrieben, und der deutsche Verlag hat noch eine allerletzte, in diesem Sommer erstmals in einem Magazin veröffentlichte Erzählung gefunden und „dazugepackt“.
Mehr ERDSEE war nie, mehr wird es nicht geben.
Welch ein Genuss ist es nun, diese 1100 Seiten (in rotes Leinen gebunden, mit farbigen Vorsätzen und Lesebändchen, im Überformat) durchzublättern, die fünf Romane, neun Kurzgeschichten und zehn Essays (aber Hallo!) zu lesen, die vielen farbigen und schwarzweißen Illustrationen zu betrachten und zu wissen: Mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein.

Horst Illmer
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Erdsee – Die illustrierte Ausgabe
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Ursula K. Le Guin ERDSEE – DIE ILLUSTRIERTE GESAMTAUSGABE. Übersetzt von Karen Nölle, Sara Riffel und Hans-Ulrich Möhring Einleitung von Ursula K. Le Guin, Illustrationen von Charles Vess (The Books of Earthsea / 2018) Frankfurt/M., Fischer/TOR, 2018, 1100 Seiten ISBN 978-3-596-70160-5 Es ist endlich soweit, weiterlesen…

Keine Zeit verlieren

von am 8. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Ursula K. Le Guin
KEINE ZEIT VERLIEREN. Über Alter, Kunst, Kultur und Katzen.
Übersetzt von Anne-Marie Wachs, Vorwort von Karen Nölle, Einführung von Karen Joy Fowler, Vorbemerkung der Autorin.
(No Time to Spare / 2017)
München Berlin, Golkonda, 2018, 256 S.
ISBN 978-3-946503-50-7 / 18,00 Euro

Es gehörte in den letzten Jahren zu meinen schönsten Erfahrungen mit dem Internet, dass ich bei meinen regelmäßigen Besuchen auf der Homepage von Ursula K. Le Guin (www.ursulakleguin.com) immer wieder auf neue Blog-Einträge der Autorin stieß und so das Gefühl hatte, ein Teil ihrer weltweiten „Groß-Familie“ zu sein.
Angeregt durch ihr Vorbild José Saramago entdeckte Le Guin im Jahr 2010 die Form des Internet-Blogs für sich – und fand dort eine Möglichkeit, auch jenseits ihres 80. Geburtstags und trotz altersbedingter körperlicher Unzulänglichkeiten, mit ihren Fans, ihren, Freunden, ihrer Familie in Kontakt zu bleiben und – wie nicht anders zu erwarten – entwickelte sie, nach einigen ersten, tastenden Versuchen, eine eigene „Stimme“. Nur ganz wenige Blogs vermitteln bei der Lektüre eine solche menschliche Nähe und gedankliche Tiefe.
Wer das bisher verpasst hat, kann ab sofort in KEINE ZEIT VERLIEREN ihre Gedanken zu „Alter, Kunst, Kultur und Katzen“ nachlesen. Der von Anne-Marie Wachs übersetzte Band, der Le Guin soeben posthum ihren siebten HUGO beschert hat, enthält auf 250 Seiten eine breitgefächerte Auswahl ihrer wichtigsten, lustigsten, klügsten, anrührendsten Posts der letzen acht Jahre, eingeleitet von einem Vorwort von Karen Nölle und einer Einführung ihrer Freundin Karen Joy Fowler.
Pure Weisheit – häppchenweise serviert.

Horst Illmer
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Keine Zeit verlieren
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Ursula K. Le Guin KEINE ZEIT VERLIEREN. Über Alter, Kunst, Kultur und Katzen. Übersetzt von Anne-Marie Wachs, Vorwort von Karen Nölle, Einführung von Karen Joy Fowler, Vorbemerkung der Autorin. (No Time to Spare / 2017) München Berlin, Golkonda, 2018, 256 S. ISBN 978-3-946503-50-7 / 18,00 weiterlesen…

Der Geist der Science-Fiction

von am 3. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Roberto Bolaño
DER GEIST DER SCIENCE-FICTION. Roman.
Aus dem Spanischen von Christian Hansen
(EL ESPIRITU DE LA CIENCIA-FICCION / 1984 & 2016)
Frankfurt/M., S. Fischer, 2018, 252 S.
ISBN 978-3-10-397359-4

"Lieber Science-Fiction-Leser,

wenn Du dieser Anrede würdig bist, wenn Du gut erzählte Literatur magst, wenn Du über den nötigen Humor verfügst, den der Autor des Romans DER GEIST DER SCIENCE-FICTION von Dir erwartet, wenn Du fragmentarisch-verzwickte, atmosphärisch-fiebrige, handlungsarme aber gedankenreiche Geschichten lesen willst, wenn Südamerika auf Deiner Lese-Landkarte vorkommt, wenn Du selbst schon einmal Briefe an Ursula K. Le Guin, James Tiptree Jr., Fritz Leiber, Robert Silverberg und Philip Jose Farmer schreiben wolltest – dann bist Du mit diesem Buch bestens bedient.
Falls Du noch zögerst: Stell Dir einfach vor, Deine blinde Zwillingsschwester würde zu Dir sprechen, und hör auf mich.

Sei bedankt und umarmt, 1000 Küsse,
Dein
Horst Illmer"

P.S.: Ein Buch, das den Titel DER GEIST DER SCIENCE-FICTION trägt, das zudem noch vom großen, leider viel zu früh verstorbenen, Chilenen Roberto Bolaño geschrieben wurde und das außerdem (nicht nur, aber auch) von Denis Scheck begeistert empfohlen wird, muss einfach in jeder Science-Fiction-Sammlung stehen. Punkt.

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Der Geist der Science-Fiction
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Roberto Bolaño DER GEIST DER SCIENCE-FICTION. Roman. Aus dem Spanischen von Christian Hansen (EL ESPIRITU DE LA CIENCIA-FICCION / 1984 & 2016) Frankfurt/M., S. Fischer, 2018, 252 S. ISBN 978-3-10-397359-4 "Lieber Science-Fiction-Leser, wenn Du dieser Anrede würdig bist, wenn Du gut erzählte Literatur magst, wenn weiterlesen…

Edison – Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes

von am 1. Oktober 2018 noch kein Kommentar

Torben Kuhlmann
EDISON – DAS RÄSTEL DES VERSCHOLLENEN MAUSESCHATZES.
Zürich, NordSüd, 2018, ca. 120 Seiten
ISBN 978-3-314-10447-3

Vor guten sechs Jahren eroberte in Torben Kuhlmanns Erstlingswerk LINDBERGH eine Maus gleichzeitig den Luftraum und die Herzen der Leser, vor zwei Jahren schickte er in ARMSTRONG eine abenteuerlustige Maus sogar zum Mond, und nun legt der 1982 geborene Illustrator und Texter mit EDISON den dritten Teil seiner „Alternativen Weltgeschichte der bahnbrechendsten Erfindungen“ vor.
Diesmal schickt er seine kleinen Helden auf den Grund des Atlantiks um „Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes“ zu lösen. Geschickt lockt die Geschichte ihre Leser auf diverse falsche Fährten, geht es doch gar nicht um die Erfindung der Taucherglocke oder des U-Bootes, sondern um … (Ähm, fast hätte ich jetzt zu viel verraten.)
Gar keine Frage, dass die unterseeischen und oberirdischen Abenteuer nicht ohne Gefahr für Leib und Leben der kleinen Tüftler und Erfinder abgehen – und ebenfalls keine Frage, dass Kuhlmann die Geschichte wieder mit unendlicher Sorgfalt und Liebe fürs Detail gezeichnet und erzählt hat. Am Ende geht jedenfalls nicht nur den Mäusen „ein Licht auf“.

Horst Illmer
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Torben Kuhlmann EDISON – DAS RÄSTEL DES VERSCHOLLENEN MAUSESCHATZES. Zürich, NordSüd, 2018, ca. 120 Seiten ISBN 978-3-314-10447-3 Vor guten sechs Jahren eroberte in Torben Kuhlmanns Erstlingswerk LINDBERGH eine Maus gleichzeitig den Luftraum und die Herzen der Leser, vor zwei Jahren schickte er in ARMSTRONG eine weiterlesen…

Black Eyes – Indonesier-Bands in Germany

von am 7. September 2018 noch kein Kommentar

Wenske/Hyde
BLACK EYES – INDONESIER-BANDS IN GERMANY.
Storys & Bilder
Berlin, Hirnkost, 2018, 300 Seiten
ISBN 978-3-945398-66-1

„Die Bars und Rockschuppen in den Garnisonsstädten waren ein heißes Pflaster, beherrscht von angesoffenen GIs, die auf ein Fräulein warteten, das sie abschleppen konnten, abgebrühte Amateurnutten mit Filzläusen und Tripperbefall, Zuhältern und Kriminellen an den Tischen, die den Whisky in sich reinschütteten, Kellner, die nur darauf lauerten, dass ein Paar die Tanzfläche vor der Bühne stürmte, um beim Rock’n’Roll die Knochen zu verrenken, damit sie die halbvollen Gläser und Flaschen zusammenschütten und dem nächsten Ami am geräumten Platz servieren konnten.“
Wenske/Hyde in: BLACK EYES (S. 16)

Um die „Storys & Bilder“ in BLACK EYES – INDONESIER-BANDS IN GERMANY zu genießen, muss man nicht unbedingt auf toll illustrierte Bildbände stehen, Geschichten aus der Anfangszeit der Bundesrepublik spannend finden, Musik mögen, Fan von Helmut Wenske sein oder gar wissen, was „Indonesier-Bands“ sind – es hilft halt einfach. Falls man jedoch neugierig und wagemutig genug ist, sich auf dieses hervorragend gestylte, auf bestem Papier und in bester Qualität gedruckte, fast 300 quadratische Seiten starke Hardcover einzulassen, könnte es durchaus sein, dass man hinterher die oben aufgezählten Kriterien allesamt erfüllt. Unter seinem etablierten „Doppel-Pseudonym“ Wenske/Hyde hat der erzählfreudige und anekdotenreiche Hanauer Künstler nach SACKRATTEN BLUES (2011) und RED ROOSTER (2016) erneut tief in seinen Erinnerungen (und Bilderschätzen) gekramt und in BLACK EYES einem wenig erforschten und selbst Musikhistorikern fast unbekannten, nur wenige Jahre währenden Phänomen des Rock’n’Roll die ihm zustehende Würdigung zuteil­werden lassen. Was Wenske/Hyde über die zumeist aus Holland stammenden Indo-Bands The Black Dynamites, The Black Magic, The Crazy Rockers, The Javalins und natürlich vor allem über The Tielman Brothers zu erzählen weiß, lässt die damalige Musikszene in den ameri­kanischen GI-Clubs von Hanau und Umgebung wieder lebendig werden – und erzeugt im Leser und Betrachter den Wunsch, dabei gewesen zu sein. Wer angeregt von BLACK EYES im Internet nach dieser Musik sucht, wird Songs und Bandauftritte finden, bei denen selbst den Beatles und den Rolling Stones vermutlich die Münder offen geblieben wären.

Horst Illmer
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Black Eyes – Indonesier-Bands in Germany
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Wenske/Hyde BLACK EYES – INDONESIER-BANDS IN GERMANY. Storys & Bilder Berlin, Hirnkost, 2018, 300 Seiten ISBN 978-3-945398-66-1 „Die Bars und Rockschuppen in den Garnisonsstädten waren ein heißes Pflaster, beherrscht von angesoffenen GIs, die auf ein Fräulein warteten, das sie abschleppen konnten, abgebrühte Amateurnutten mit Filzläusen weiterlesen…

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