• Neu im Laden eingetroffen

  • Seiten

  • Archive

  • Horsts Bibliothek

    Wer könnte besser geeignet sein, über Bücher zu schreiben, als Horst Illmer. Autor des Magazins Phantastisch! Weggefährte meines Vaters und Herausgeber einer Bibliographie über phantastische Literatur.

    phantastisch! 83

    von am 26. Juli 2021 noch kein Kommentar

    Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
    phantastisch!
    Heft 83, Ausgabe 3/2021
    Seit zwanzig Jahren das Magazin für Science Fiction, Fantasy & Horror
    Stolberg, Atlantis, 2020, 88 Seiten / 6,50 €

    Nicht fehlen darf an dieser Stelle natürlich der Hinweis auf die soeben erschienene Ausgabe 83 der ebenso unverzichtbaren wie hervorragenden Zeitschrift phantastisch! (Atlantis). Wieder einmal hat das „Magazin für Science Fiction, Fantasy & Horror“ seinen Maximalumfang (88 Seiten) ausgereizt und quillt trotzdem aus allen Nähten.
    Drei Interviews (mit Kathleen Weise, Hardy Kettlitz und Karlheinz Steinmüller), zwei hervorragende Kurzgeschichten (von Aiki Mira und Rüdiger Schäfer), die Mitschrift eines Gesprächs zwischen David Falk und Timo Kümmel, mehrere Werkstattberichte, viele Buchbesprechungen, noch mehr Nachrichten und zehn Artikel streiten um die Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser und es fällt schwer, einzelnes hervorzuheben.
    Der Memoranda Verlag beispielsweise wird diesmal intensiv gewürdigt, ein übersehenes Kleinod aus P. K. Dicks Romanwerk wird kritisch begutachtet und die vielen Neu­ausgaben von George Orwells Hauptwerk 1984 liegen auf dem „Seziertisch“.
    Das sollte erst mal reichen, um auch dem oder der letzten Zögernden den Mund wässrig zu machen.

    Horst Illmer
    warenkorb

    phantastisch! 83
    im Webshop oder via e-mail im Laden bestellen

    Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
    phantastisch!
    Heft 83, Ausgabe 3/2021
    Seit zwanzig Jahren das Magazin für Science Fiction, Fantasy & Horror
    Stolberg, Atlantis, 2020, 88 Seiten / 6,50 €

    Nicht fehlen darf an dieser Stelle natürlich der Hinweis auf die soeben erschienene Ausgabe 83 der ebenso unverzichtbaren wie hervorragenden Zeitschrift phantastisch! (Atlantis). Wieder einmal hat das „Magazin für Science Fiction, Fantasy & Horror“ seinen

    weiterlesen…

    Sträters Gutenachtgeschichten

    von am 14. Juli 2021 1 Kommentar

    Torsten Sträter
    STRÄTERS GUTENACHTGESCHICHTEN – DIE GESAMMELTEN HORROR-STORYS.
    Berlin, Ullstein, 2021, 505 Seiten
    ISBN 978-3-548-06454-3, Paperback, 14,00 Euro

    Bei manchen Bestsellern weiß man ja später dann nicht mehr, ob sie nur den Zeitumständen oder tatsächlich der Qualität des Geschriebenen zu verdanken sind.
    Jedenfalls schaffte es der im April 2021 bei Ullstein erschienene Band STRÄTERS GUTENACHTGESCHICHTEN – DIE GESAMMELTEN HORROR-STORYS des vor allem als Comedian bekannt gewordenen Torsten Sträter kurzfristig auf die vorderen Plätze der SPIEGEL-Bestsellerliste.
    Insgesamt 27 mal nimmt uns Sträter mit in die dunklen Ecken des Ruhrgebiets, in eine Zeit als es noch Telefonzellen und Kaugummiautomaten gab, als Nokia noch den Mobilfunkmarkt beherrschte und Vampire, Werwölfe und Gespenster bei weitem nicht so gruselig waren wie die Kinder der alleinerziehenden Nachbarin oder Dortmunder Kripobeamte, die sich für FBI-Agenten hielten …
    Wie Sträter selbst in seinem Vorwort schreibt, entstanden die Geschichten Anfang des Jahrtausends mehr aus Langeweile als aus „Berufung“, waren seiner Vorliebe für Stephen King geschuldet und wurden in einem Kleinverlag als Taschenbücher verlegt. In leicht überarbeiteter Form liegen die Stories nun wieder vor – und tatsächlich merkt man ihnen ihr Alter kaum an. Ob das nun an den Zeitumständen, der Qualität des Geschriebenen, oder aber, wie ebenfalls von Sträter kolportiert, der konsequenten Befolgung der Empfehlungen die Mr. King in seinem Schreibratgeber DAS LEBEN UND DAS SCHREIBEN gibt liegt, sei dahingestellt. Jedenfalls kann Torsten Sträter nicht nur „lustig“, sondern auch „schaurig“!

    Horst Illmer
    warenkorb

    Sträters Gutenachtgeschichten
    im Webshop oder via e-mail im Laden bestellen

    Torsten Sträter
    STRÄTERS GUTENACHTGESCHICHTEN – DIE GESAMMELTEN HORROR-STORYS.
    Berlin, Ullstein, 2021, 505 Seiten
    ISBN 978-3-548-06454-3, Paperback, 14,00 Euro

    Bei manchen Bestsellern weiß man ja später dann nicht mehr, ob sie nur den Zeitumständen oder tatsächlich der Qualität des Geschriebenen zu verdanken sind.
    Jedenfalls schaffte es der im April 2021 bei Ullstein erschienene Band STRÄTERS GUTENACHTGESCHICHTEN – DIE GESAMMELTEN HORROR-STORYS des vor allem

    weiterlesen…

    Das grosse Werk der Zeit

    von am 7. Juli 2021 noch kein Kommentar

    John Crowley
    DAS GROSSE WERK DER ZEIT.
    Übersetzt von Joachim Körber
    (Great Work of Time / 1989)
    Altefähr, Wandler Verlag, 2021, 144 S.
    ISBN 978-3-948825-02-7 / 13,90 Euro

    Der amerikanische Schriftsteller John Crowley, der demnächst Achtzig wird, war, trotz einiger sehr erfolgreicher Romane, die vor nun auch schon wieder vierzig Jahren erschienen, in Deutschland immer ein Geheimtipp. Das liegt unter anderem daran, dass sein Gesamtwerk vergleichsweise schmal ist und neben seinen wenigen Romanen kaum Kurzgeschichten von ihm übersetzt wurden – das liegt aber auch daran, dass er auf stilistisch höchstem Niveau verzwickt-komplexe Plots erzählt.
    Das mag nicht jede/r!
    In den letzten Jahren sind dann zwei Bücher von ihm bei Golkonda erschienen, jetzt hat der noch junge Wandler Verlag das Wagnis unternommen und mit DAS GROSSE WERK DER ZEIT eine (mit dem World Fantasy Award ausgezeichnete) Novelle veröffentlicht.
    Die Zeit, das Reisen in ihr und die paradoxen Welten, die dadurch entstehen (können), gehören seit ihren Anfängen zum Grundbestand der Science Fiction, und trotz einer nicht mehr zählbaren Menge an Büchern, die sich damit beschäftigen, ist das Thema noch lange nicht erschöpfend behandelt. Auch John Crowley gelingt es, spannend erzählt und mit den erwartbaren Dreh- und Wendungen, unsere Beziehung zur „vierten“ Dimension in neuem Licht erstrahlen zu lassen.
    Auf wie verwickelte Weise Zeit, Geschichte und Geschichten ineinander fließen und verschmelzen, mäandernd sich umkreisen und dann wieder konkrete Konturen erkennen lassen, zeigt sich in DAS GROSSE WERK DER ZEIT an einem (für mich) überraschenden Detail: Eine der (realen) Hauptfiguren der Erzählung ist der englische Politiker und Geschäftsmann Cecil Rhodes, dessen Leben in Afrika mehrere (fiktive) Wendungen erfährt, deren Auswirkungen Crowley durchspielt – und gleichzeitig lese ich 2021 in den Nachrichten darüber, dass Rhodes prominenter Gegenstand diverser Protestaktionen ist, die sich gegen seine anhaltende Wertschätzung im British Empire richten, obwohl er zu den wichtigsten Vertretern des Kolonialismus gehört.
    Wie das alles zusammengehört, kann ich im Rahmen dieser Besprechung nicht weiter ausführen, aber mit diesem Beispiel habe ich hoffentlich dem einen oder der anderen LeserIn den Mund ein wenig wässrig gemacht. Wer klug konzipierte und politisch anspruchsvolle Science Fiction mag, wird von Crowleys Meisterwerk sicherlich genauso begeistert sein wie der Unterzeichnende

    Horst Illmer
    warenkorb

    Das grosse Werk der Zeit
    im Webshop oder via e-mail im Laden bestellen

    John Crowley
    DAS GROSSE WERK DER ZEIT.
    Übersetzt von Joachim Körber
    (Great Work of Time / 1989)
    Altefähr, Wandler Verlag, 2021, 144 S.
    ISBN 978-3-948825-02-7 / 13,90 Euro

    Der amerikanische Schriftsteller John Crowley, der demnächst Achtzig wird, war, trotz einiger sehr erfolgreicher Romane, die vor nun auch schon wieder vierzig Jahren erschienen, in Deutschland immer ein Geheimtipp. Das liegt unter anderem daran, dass

    weiterlesen…

    Die Gefährlichkeit der Dinge

    von am 5. Juli 2021 noch kein Kommentar

    Arno Strobel
    DIE GEFÄHRLICHKEIT DER DINGE.
    Kurze Geschichten.
    Frankfurt, Fischer, 2018, 196 S.
    Fischer TaschenBibliothek
    ISBN 978-3-596-52222-4 / 12,00 Euro

    „Da, damit Du mal auf andere Gedanken kommst.“
    Ein guter Freund hatte mich auf eine Geschichtensammlung aufmerksam gemacht, die, obwohl schon vor einiger Zeit erschienen, von mir bisher unbeachtet geblieben war.
    Das Büchlein (anders kann man diesen kleinen Handschmeichler kaum nennen) ist etwa halb so groß wie ein normales Taschenbuch, hat einen festen Einband mit drei bunten, auf Nadeln gespießten Schmetterlingen darauf, und trägt den etwas hintersinnigen Titel DIE GEFÄHRLICHKEIT DER DINGE.
    Der Autor, Arno Strobel, ist bekannt für eine Reihe gutlaufender Psycho-Thriller; hier hat er auf nicht einmal 200 dieser winzigen Seiten gleich 35 „kurze Geschichten“ zusammengetragen.
    Was ich erwartet habe, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen, was ich bekommen habe, hat mich jedoch tatsächlich überrascht und begeistert.
    Strobel ist auf jeden Fall ein Meister in dieser kurzen Form. Seine „Geschichten“ sind oftmals nicht einmal „richtige“ Kurzgeschichten, sondern eher „Schnappschüsse“ (wie wir das in den analogen Zeiten der Fotografie nannten; aber bitte nicht mit den heutigen „Selfies“ verwechseln). In ihnen erzählt Strobel, mal aus der Ich-Perspektive, mal von außen betrachtet, ganz kleine Ereignisse, wie sie uns allen praktisch jeden Tag passieren können – und doch gibt es immer einen Schwenk, eine Wendung, ein Ereignis, der/die/das überrascht, entsetzt, traurig macht oder zum Nachdenken einlädt.
    Die Protagonisten tragen Namen wie Dieter, Edda, Max, Karin oder Benjamin, sie haben Berufe, sind Eltern oder Kinder von Kindern oder Eltern, tun sich mal schwer, mal leicht mit ihrem bisherigen Schicksal, doch alle sind am Ende der jeweiligen „kurzen Geschichte“ andere Menschen als zu Beginn.
    Ich will jetzt nicht behaupten, dass es mir als Leser genauso erging, aber zumindest das Versprechen meines Freundes wurde erfüllt:
    Ich bin 35 Mal auf andere Gedanken gekommen.

    Horst Illmer
    warenkorb

    Die Gefährlichkeit der Dinge
    via e-mail im Laden oder im Libri-Shop bestellen

    Arno Strobel
    DIE GEFÄHRLICHKEIT DER DINGE.
    Kurze Geschichten.
    Frankfurt, Fischer, 2018, 196 S.
    Fischer TaschenBibliothek
    ISBN 978-3-596-52222-4 / 12,00 Euro

    „Da, damit Du mal auf andere Gedanken kommst.“
    Ein guter Freund hatte mich auf eine Geschichtensammlung aufmerksam gemacht, die, obwohl schon vor einiger Zeit erschienen, von mir bisher unbeachtet geblieben war.
    Das Büchlein (anders kann man diesen kleinen Handschmeichler kaum nennen) ist etwa halb so

    weiterlesen…

    Ray Bradbury – Poet des Raketenzeitalters

    von am 14. Juni 2021 2 Kommentare

    Hardy Kettlitz
    RAY BRADBURY – POET DES RAKETENZEITALTERS.
    Mit Beiträgen von Ekkehard Redlin, Erik Simon, Jewgeni Lukin sowie einer Bibliografie von Joachim Körber
    Berlin, Memoranda, 2021, 423 Seiten
    ISBN 978-3-948616-54-0 / Klappenbroschur / 22,90 Euro
    SF-Personality Band 24

    Der Amerikaner Ray Bradbury (1920–2012) gehört zu den wenigen Schriftstellern seiner Generation, die nicht nur bei den Fans der Science Fiction, der Fantasy und des gepflegten Horrors bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sondern auch die Krimileser und das Mainstream-Publikum ansprachen. Werke wie DIE MARSCHRONIKEN oder FAHRENHEIT 451 führen längst ein Eigenleben und sind aus der Weltliteratur nicht mehr wegzudenken.

    Zu seinen Lebzeiten schrieb Bradbury nicht nur an die fünfhundert Kurzgeschichten und zehn Romane, sondern auch jede Menge Film-Drehbücher, Theaterstücke, Gedichte, Essays, Comics und Hörspiele. Im 24. Band der Reihe „SF Personality“ bringt Hardy Kettlitz diesen Wust nun in (chronologische) Ordnung.

    Neben einer ausführlichen biografischen Übersicht gibt es Erläuterungen zu allen Romanen und zu über vierhundertfünfzig Stories, durchgehend mit den Entstehungsdaten und (soweit vorhanden) den Angaben zur deutschen Übersetzung. Vielen Einträgen beigestellt sind Cover-Abbildungen der Magazine und Bücher, in denen die jeweiligen Texte erstmals erschienen, darunter sogar einige ganz frühe Fanzines aus den 1930er Jahren.

    Natürlich gibt es eine Bibliografie der in deutscher Sprache erschienenen Bücher Bradburys, dazu noch drei Essays, die sich mit der Bradbury-Rezeption im ehemaligen Ostblock auseinandersetzen sowie ein Register. Auf über 400 Seiten wird so in RAY BRADBURY – POET DES RAKETENZEITALTERS ein langes und produktives Schriftstellerleben konzentriert erschlossen.

    Nicht nur für Bradbury-Fans ein echter Gewinn.

    Horst Illmer
    warenkorb

    Ray Bradbury – Poet des Raketenzeitalters
    via e-mail im Laden oder im Libri-Shop bestellen

    Hardy Kettlitz
    RAY BRADBURY – POET DES RAKETENZEITALTERS.
    Mit Beiträgen von Ekkehard Redlin, Erik Simon, Jewgeni Lukin sowie einer Bibliografie von Joachim Körber
    Berlin, Memoranda, 2021, 423 Seiten
    ISBN 978-3-948616-54-0 / Klappenbroschur / 22,90 Euro
    SF-Personality Band 24

    Der Amerikaner Ray Bradbury (1920–2012) gehört zu den wenigen Schriftstellern seiner Generation, die nicht nur bei den Fans der Science Fiction, der Fantasy und des

    weiterlesen…

    Ein Modernes Utopia

    von am 24. Mai 2021 noch kein Kommentar

    H. G. Wells
    EIN MODERNES UTOPIA.
    Ü: Joachim Körber, Illustrationen: E. J. Sullivan
    (A Modern Utopia / 1905)
    Kehrig, Joachim Körber Verlag (Edition Phantasia), 2021, 294 S.
    ISBN 978-3-937897-59-2 / 18,90 Euro
    Phantasia Paperback Science Fiction 1015

    Kennen Sie die UTOPIA von Thomas Morus? Oder Platons STAAT? Den RÜCKBLICK von Edward Bellamy? Die SONNENSTADT von Tommaso Campanella?
    Macht nichts. Brauchen Sie auch nicht mehr nachzuholen, denn nachdem Sie EIN MODERNES UTOPIA von H. G. Wells gelesen haben, sind Ihnen die Unzulänglichkeiten seiner Vorläufer bekannt – und vor allem: Sie wissen dann, dass und wie es besser geht!

    Angeregt von der Lektüre einer Vielzahl älterer Staatsromane, aufgebracht durch die Fehler zeitgenössischer Politik und im festen Glauben, eine in sich stimmige und überzeugende utopische Alternative generieren zu können, setzte sich Wells zu Beginn des 20. Jahrhunderts hin und schrieb eine „moderne“ Utopie.
    Erstmals kritisiert hier ein Autor nicht nur die „Fehler“, die nach seiner Meinung den Vorläufern zu Eigen sind, sondern setzt seine Erkenntnisse auch um und schreibt tatsächlich etwas ganz Neues. Dem Statischen, das den „alten“ Utopien anhaftet, setzt Wells die Dynamik und Veränderlichkeit entgegen, welche ein funktionierendes reales Staatswesen ausmachen.
    Betrachtet man z. B. das platonische Ideal oder die originale INSEL UTOPIA, so wollte dort wohl niemand wirklich leben. Das MODERNE UTOPIA der Wells’schen Vorstellung dagegen wirkt auch über einhundert Jahre nach seiner Erfindung noch einladend: Hier herrschen echte Gleichberechtigung der Geschlechter wie der Völker und Religionen. Es gibt praktisch nur noch „grüne“ Energie, ökologische Umweltgestaltung und ein bedingungsloses Grundeinkommen. Niemand isst mehr Fleisch und jeder arbeitet nur so viel wie es seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Angeführt wird dieser Staat von einem „Orden“ von idealistischen, „Samurai“ genannten, Staatsbeamten.
    Einige „utopische“ Konventionen hat Wells beibehalten: Es gibt den Besucher (bzw. hier zwei Besucher) von außerhalb, die neue Gesellschaft wird Schritt für Schritt entdeckt, ein oder mehrere „Führer“ begleiten diese Entdeckungen mit hilfreichen Erklärungen – und die Rahmenhandlung bleibt eine solche: ein Rahmen für die Vorstellungen des Autors.

    Bei der Leserin, beim Leser sollte also eine gesunde Neugier vorhanden sein auf den Weltentwurf eines der klügsten und wichtigsten Autoren des letzten Jahrhunderts, der mit seinen Werken nicht nur der Science Fiction aus der Wiege half, sondern auch die Sozialwissenschaften und die Futurologie mitbegründet hat.

    Horst Illmer
    warenkorb

    Ein Modernes Utopia
    via e-mail im Laden oder im Libri-Shop bestellen

    H. G. Wells
    EIN MODERNES UTOPIA.
    Ü: Joachim Körber, Illustrationen: E. J. Sullivan
    (A Modern Utopia / 1905)
    Kehrig, Joachim Körber Verlag (Edition Phantasia), 2021, 294 S.
    ISBN 978-3-937897-59-2 / 18,90 Euro
    Phantasia Paperback Science Fiction 1015

    Kennen Sie die UTOPIA von Thomas Morus? Oder Platons STAAT? Den RÜCKBLICK von Edward Bellamy? Die SONNENSTADT von Tommaso Campanella?
    Macht nichts. Brauchen Sie auch nicht mehr nachzuholen,

    weiterlesen…

    Die schwarze Grippe

    von am 10. Mai 2021 4 Kommentare

    Joachim Körber (Hrsg.)
    DIE SCHWARZE GRIPPE.
    Das kleine Corona-Weltuntergangs-Lesebuch.
    Übersetzt von Joachim Körber
    Kehrig, Joachim Körber Verlag, 2021, 224 S.
    ISBN 978-3-937897-62-2 / 15,90 Euro
    Phantasia Paperback Science Fiction 1016 / Klappenbroschur

    Schwarzer Humor ist ja grundsätzlich ein Pluspunkt, den ich einem Autor oder Herausgeber gutschreibe, umso mehr als es in unserer gramgetrübten Gegenwart eines nicht unerheblichen Mutes bedarf, damit öffentlich zu werden. Dank also an Joachim Körber, der gleichermaßen als Verleger, Herausgeber und Übersetzer verantwortlich ist für das „kleine Corona-Weltuntergangs-Lesebuch“, das im Mai 2021 unter dem Titel DIE SCHWARZE GRIPPE als Phantasia Paperback erschienen ist.
    Enthalten sind in dieser „Reiseapotheke des Grauens“ elf sowohl klassische als auch moderne Antidots gegen Weltschmerz und Langeweile. Das beginnt mit einer Pest-Phantasie von Friedrich Schiller aus dem Jahr 1782 (ja, auch unsere deutschen Klassiker konnten „schaurig“ sein, wenn sie wollten), danach folgen der wie immer unverzichtbare Edgar A. Poe, der große Jack London und der hier nicht erwartete Edgar Wallace, bevor Körber phantastische Geschichten von aktuellen, aber bei uns leider noch viel zu wenig bekannten Autoren wie Richard Kadrey, Greg Egan und Tananarive Due präsentiert.
    Zweihundert Seiten auf denen sich Tod, Verzweiflung, Seuchen und Apokalypsen darum balgen, wer der Menschheit auf möglichst grausige Weise den Garaus machen darf – und wir sind immer noch da, diesen Streit genüsslich zu verfolgen.
    Wie gesagt: Schwarzer Humor ist ein Pluspunkt!

    Horst Illmer
    warenkorb

    Die schwarze Grippe
    via e-mail im Laden oder im Libri-Shop bestellen

    Joachim Körber (Hrsg.)
    DIE SCHWARZE GRIPPE.
    Das kleine Corona-Weltuntergangs-Lesebuch.
    Übersetzt von Joachim Körber
    Kehrig, Joachim Körber Verlag, 2021, 224 S.
    ISBN 978-3-937897-62-2 / 15,90 Euro
    Phantasia Paperback Science Fiction 1016 / Klappenbroschur

    Schwarzer Humor ist ja grundsätzlich ein Pluspunkt, den ich einem Autor oder Herausgeber gutschreibe, umso mehr als es in unserer gramgetrübten Gegenwart eines nicht unerheblichen Mutes bedarf, damit öffentlich zu werden. Dank

    weiterlesen…

    Der letzte Mensch

    von am 29. März 2021 Kommentare deaktiviert für Der letzte Mensch

    Mary Shelley
    DER LETZTE MENSCH. Roman.
    Übersetzt von Irina Philippi
    Nachworte von Rebekka Rohleder & Dietmar Dath
    (THE LAST MAN / 1826)
    Ditzingen, Reclam, 2021, 585 S.
    ISBN 978-3-15-011328-8 / 26,00 Euro

    Brauchen wir jetzt wirklich noch eine apokalyptische Geschichte, in der es darum geht, dass die Menschheit von einer Seuche dahingerafft wird? Bevor wir darauf antworten, sollten wir doch erst einmal klären, wovon tatsächlich die Rede ist.

    Im Reclam Verlag ist zum Jahresbeginn die Übersetzung von Mary Shelleys (1797–1850) Roman »Der letzte Mensch« erschienen. Ein Buch, das erstmals 1826, also vor fast zweihundert Jahren, das Licht der Welt erblickte. Ein Buch, das (immer noch) in einer Zukunft gegen Ende des 21. Jahrhunderts spielt. Ein Buch, das so verstörend auf seine Zeitgenossen wirkte, dass es jahrzehntelang keine Nachauflagen gab. Ein Science-Fiction-Roman, der auch in Deutschland erst Anfang der 1980er Jahre erstmals (und dann nur stark gekürzt) veröffentlicht wurde.

    Shelley erzählt hier die Lebensgeschichte von Lionel Verney, der in einer weit entfernten Zukunft aus einfachsten Verhältnissen aufsteigt und als Gefährte zweier bedeutender Männer die Welt kennen lernt. Und gerade als er glaubt, alles erreicht zu haben (Familienglück und Wohlstand), bricht eine tödliche Seuche aus und löscht nach und nach nicht nur die Zivilisation, sondern auch jedes menschliche Leben aus.

    Dieser grobe Rahmen umfasst jedoch ein bis in kleinste Details aufs genaueste beobachtetes und beschriebenes Zeitbild, ein „Sittengemälde“, für dessen Betrachtung man sich etwas Zeit nehmen sollte – der Erkenntnisgewinn wiegt weit mehr.

    Dieses gut geschriebene, engagierte und auf mehreren Ebenen interpretierbare Buch liegt jetzt erstmals in der ihm gemäßen Form vor: von Irina Philippi gut und komplett übersetzt und ausführlich kommentiert, von Rebekka Rohleder mit einem engagierten Nachwort versehen und abschließend von Dietmar Dath in einem brillanten Essay historisch-kritisch mit unserer Gegenwart verknüpft: „Mary Shelleys großes Buch […] gehört in die Schule, zu der die Moderne das ganze menschliche Leben gemacht hat“ (S. 585).

    Somit kann die Eingangsfrage also beantwortet werden. Es braucht sicherlich keine weiteren x-beliebigen Katastrophenromane – aber dieses literarische Meisterwerk in einer exquisiten Ausgabe in die Hand nehmen zu können: das brauchte es schon.

    Horst Illmer
    warenkorb

    Der letzte Mensch
    via e-mail im Laden oder im Libri-Shop bestellen

    Mary Shelley
    DER LETZTE MENSCH. Roman.
    Übersetzt von Irina Philippi
    Nachworte von Rebekka Rohleder & Dietmar Dath
    (THE LAST MAN / 1826)
    Ditzingen, Reclam, 2021, 585 S.
    ISBN 978-3-15-011328-8 / 26,00 Euro

    Brauchen wir jetzt wirklich noch eine apokalyptische Geschichte, in der es darum geht, dass die Menschheit von einer Seuche dahingerafft wird? Bevor wir darauf antworten, sollten wir doch erst einmal klären, wovon

    weiterlesen…

    Der Tag, an dem mein Vater die Zeit anhielt

    von am 24. März 2021 Kommentare deaktiviert für Der Tag, an dem mein Vater die Zeit anhielt

    Erika Swyler
    DER TAG, AN DEM MEIN VATER DIE ZEIT ANHIELT. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Astrid Finke
    (LIGHT FROM OTHER STARS / 2019)
    München, Limes, 2020, 446 S.
    ISBN 978-3-8090-2708-9 / 20,00 Euro

    Alle paar Jahre schafft es ein spektakuläres Ereignis aus dem Bereich der Weltraumforschung in die Abendnachrichten und – für ein paar Wochen – ins öffentliche Bewusstsein. Derzeit ist es eine Häufung von Marsmissionen, inklusive der ausgiebig gefeierten Landung einer Sonde, sowie deren vom Mars übermittelten Bilder und Töne (!), die es den nationalen Regierungen und Raumfahrtagenturen gestattet, die riesigen Summen zu rechtfertigen, die in solche Missionen gesteckt werden.

    Ein weiterer Effekt solcher Ereignisse ist, dass dadurch immer wieder junge Menschen für den Weltraum und den Flug zu den Sternen begeistert werden. Und hin und wieder schreiben diese Menschen dann Romane wie DER TAG, AN DEM MEIN VATER DIE ZEIT ANHIELT, mit dem die New Yorker Autorin Erika Swyler in diesem Winter für Furore bei den deutschen Science-Fiction-Fans sorgt.

    Eine vierköpfige Besatzung fliegt mit der »Chawla« zu einem terraformten Planeten, um dort einen ersten Brückenkopf für eine eventuell später erfolgende Besiedlung zu errichten. Nun beschreibt Swyler aber nicht, wie zu erwarten gewesen wäre, das abenteuerliche Leben auf diesem Außenposten der Menschheit, sondern bleibt ganz nahe bei ihren Protagonisten (zwei Frauen und zwei Männer) und ihren Erfahrungen und Erinnerungen während des jahrelangen Fluges. Zugleich schiebt sich – aus guten Gründen, wie sich herausstellt – ein schicksalhaftes Geschehen aus der Jugend eines Besatzungsmitglieds in die in naher Zukunft angesiedelte Haupthandlung.

    Swyler greift geschickt in die große Kiste mit Science-Fiction-Plots und verwendet diese, um ihren Figuren Tiefe und Konturen zu verleihen. Wichtig sind für sie mehr die Verhaltensweisen der Menschen als die Beschreibung zukünftiger Technik oder actionreicher Geschehnisse. Die (SF-)Literatur des 21. Jahrhunderts hat die Beschränkungen des Genres hinter sich gelassen und versucht, alle Leserschichten anzusprechen und zu begeistern.
    Und in ihren besten Momenten gelingt ihr das schon sehr gut.

    Horst Illmer
    warenkorb

    Der Tag, an dem mein Vater die Zeit anhielt
    via e-mail im Laden oder im Libri-Shop bestellen

    Erika Swyler
    DER TAG, AN DEM MEIN VATER DIE ZEIT ANHIELT. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Astrid Finke
    (LIGHT FROM OTHER STARS / 2019)
    München, Limes, 2020, 446 S.
    ISBN 978-3-8090-2708-9 / 20,00 Euro

    Alle paar Jahre schafft es ein spektakuläres Ereignis aus dem Bereich der Weltraumforschung in die Abendnachrichten und – für ein paar Wochen – ins öffentliche Bewusstsein. Derzeit ist es

    weiterlesen…

    1984 Punkt 4

    von am 15. März 2021 Kommentare deaktiviert für 1984 Punkt 4

    Philip Kerr
    1984.4
    Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
    Mit einem Nachwort von Christiane Steen
    (1984.4 / 2012)
    Hamburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Februar 2021, 320 S.
    ISBN 978-3-499-21857-6

    Eine echte Überraschung hat das „Orwell-Jahr“ 2021 dann doch auch zu bieten:
    Einen richtigen Science-Fiction-Roman des leider viel zu früh verstorbenen schottischen Bestsellerautors Philip Kerr (1956–2018), der vor allem mit seinen Berlin-Krimis um den Privatermittler Bernie Gunther und seiner Jugend-Fantasy-Reihe DIE KINDER DES DSCHINN bekannt ist. Bereits im Jahr 2015 übergab er seiner deutschen Lektorin Christiane Steen das Manuskript von „1984.4“. Damals wurde nichts aus diesem Projekt, da andere Dinge (wie die letztlich tödliche Erkrankung des Autors) wichtiger waren.
    Steen hat den Roman nun bei Rowohlt-Rotfuchs (passend zur gleichzeitig dort erschienenen Neuübersetzung von „1984) als posthume Welt-Erstveröffentlichung im Hardcover herausgegeben.
    Auf knappen 320 Seiten erzählt Kerr hier eine düstere, im Jahr 2034 angesiedelte Coming-of-Age-Geschichte, die zwar auf George Orwells Grundideen zurückgreift, daraus jedoch eine völlig eigenständige Welt entwickelt. Dort wird nicht mehr gegen andere Nationen gekämpft, sondern gegen die alten Menschen, die nicht „freiwillig“ aus dem Leben (und dem Sozialsystem) scheiden wollen.
    Ob uns Heutigen diese neue Version von „1984.4“ jedoch „besser mundet“ als das Winston-Smith-England des originalen „1984“ darf/muss jede/r Leser/in selbst kosten.

    Horst Illmer
    warenkorb

    1984.4
    via e-mail im Laden oder im Libri-Shop bestellen

    Philip Kerr
    1984.4
    Aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn
    Mit einem Nachwort von Christiane Steen
    (1984.4 / 2012)
    Hamburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Februar 2021, 320 S.
    ISBN 978-3-499-21857-6

    Eine echte Überraschung hat das „Orwell-Jahr“ 2021 dann doch auch zu bieten:
    Einen richtigen Science-Fiction-Roman des leider viel zu früh verstorbenen schottischen Bestsellerautors Philip Kerr (1956–2018), der vor allem mit seinen Berlin-Krimis um den Privatermittler Bernie Gunther

    weiterlesen…