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    Wer könnte besser geeignet sein, über Bücher zu schreiben, als Horst Illmer. Autor des Magazins Phantastisch! Weggefährte meines Vaters und Herausgeber einer Bibliographie über phantastische Literatur.

    Future History 2050

    von am 8. September 2020 noch kein Kommentar

    Thomas Harding
    FUTURE HISTORY 2050.
    Ü: Edmund Jacoby
    Illustriert von Florian Toperngpong
    (FUTURE HISTORY 2050 / 2020)
    Berlin, Jacoby & Stuart, 2020, 190 Seiten
    ISBN 978-3-96428-057-2

    Und dann war ich mal wieder kurz in meiner Lieblingsbuchhandlung und fand dort ein spannendes, schon auf den ersten Blick herausragendes Jugendbuch von Thomas Harding (einem Engländer mit deutschen Wurzeln), das den Titel FUTURE HISTORY 2050 trägt und dessen graphische Gestaltung vom Regensburger Grafikdesigner Florian Toperngpong übernommen wurde.
    Erzählt wird davon, wie ein Wissenschaftler heute, im Jahr 2020, im Archiv einer Bibliothek eine merkwürdige Kiste voller Notizbücher findet, die angeblich aus dem Jahr 2050 stammen sollen und in denen von der dann 14-jährigen Billy Schmidt die Geschichte unserer nächsten Zukunft niedergeschrieben ist – unter Beigabe einer ganzen Reihe von Bildern, Zeichnungen und Beilagen.
    Da der Wissenschaftler den Inhalt für wichtig und brisant hält, veröffentlicht er Billys Notizbücher als wären sie echte „historische Dokumente“, versehen mit einigen erklärenden Fußnoten.
    Ob die Dinge sich dann so entwickeln werden wie sie Billy Schmidt von ihrer Oma erklärt wurden, entscheiden wir heutigen Leser mit …

    Horst Illmer
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    Future History 2050
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    Thomas Harding
    FUTURE HISTORY 2050.
    Ü: Edmund Jacoby
    Illustriert von Florian Toperngpong
    (FUTURE HISTORY 2050 / 2020)
    Berlin, Jacoby & Stuart, 2020, 190 Seiten
    ISBN 978-3-96428-057-2

    Und dann war ich mal wieder kurz in meiner Lieblingsbuchhandlung und fand dort ein spannendes, schon auf den ersten Blick herausragendes Jugendbuch von Thomas Harding (einem Engländer mit deutschen Wurzeln), das den Titel FUTURE HISTORY 2050 trägt und dessen weiterlesen…

    Unser Walter

    von am 31. August 2020 noch kein Kommentar

    Wolfgang Thadewald & Ulrich Blode (Hrsg.)
    UNSER WALTER.
    Ein kleines Büchlein zum Gedenken an Walter Ernsting anlässlich seines 100. Geburtstags – mit Texten von Weggefährten, Kollegen und Freunden, Gebliebenen und Weitergereisten.
    Vorwort: Ulrich Blode, Vorbemerkung: Michael Haitel
    Winnert, p.machinery, 2020, 210 S.
    ISBN 978-3-95765-202-7

    Wenn man die Geschichte der Science Fiction in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 in all ihrer Vielgestaltigkeit auf eine einzelne Person herunterbrechen wollte, würde sich dafür wohl niemand so sehr anbieten wie Walter Ernsting (1920–2005, auch bekannt unter seinem Pseudonym Clark Darlton).
    Wie kein anderer sonst war er als Autor, Übersetzer, Herausgeber, Ideenlieferant, Unterstützer und vor allem als riesiger FAN dafür verantwortlich, dass sich in den frühen Nachkriegsjahren in Westdeutschland eine Science-Fiction-Gemeinde entwickelte, die innerhalb kürzester Zeit internationales Niveau erreichte. Jetzt ist anlässlich seines 100. Geburtstags ein „kleines Büchlein“ mit dem Titel UNSER WALTER erschienen, in dem sich Kollegen, Freunde, Weggefährten, Fans und sonstige Verehrer wie Ronald M. Hahn, Uschi Zietsch, Thomas R. P. Mielke, Monika Niehaus, Jörg Weigand und viele andere mehr den Staffelstab reichen und in zumeist kurzen Beiträgen ihre tiefempfundene Wertschätzung Ernstings ausdrücken.
    Etwas umfangreicher ist die Vorstellung des Briefwechsels zwischen Walter Ernsting und Heinz Gartmann durch Herrmann Ibendorf geraten, ebenso die in zwei Kurzgeschichten verpackten Erinnerungen von Inge Ranz bzw. Wolfgang Thadewald. Vorbereitet und herausgegeben wurde der Band vom inzwischen verstorbenen Wolfgang Thadewald und von Ulrich Blode, der die Schlussredaktion übernahm.
    Der Inhalt erweist sich damit als ebenso vielstimmig und gehaltvoll wie es das Leben und Werk von „unserem Walter“ waren.
    Ein Buch zum stillen Genießen.

    Horst Illmer
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    Unser Walter
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    Wolfgang Thadewald & Ulrich Blode (Hrsg.)
    UNSER WALTER.
    Ein kleines Büchlein zum Gedenken an Walter Ernsting anlässlich seines 100. Geburtstags – mit Texten von Weggefährten, Kollegen und Freunden, Gebliebenen und Weitergereisten.
    Vorwort: Ulrich Blode, Vorbemerkung: Michael Haitel
    Winnert, p.machinery, 2020, 210 S.
    ISBN 978-3-95765-202-7

    Wenn man die Geschichte der Science Fiction in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 in all ihrer Vielgestaltigkeit auf eine einzelne weiterlesen…

    Cryptos

    von am 24. August 2020 noch kein Kommentar

    Ursula Poznanski
    CRYPTOS.
    Bindlach, Loewe, 2020, 444 S.
    ISBN 978-3-7432-0050-0
    Hardcover

    Seit sie 2010 mit dem Bestseller EREBOS debütierte, gehört Ursula Poznanski zur ersten Garde deutschsprachiger Jugendbuchautorinnen. Bei Loewe ist im Spätsommer 2020 ihr neuester Thriller CRYPTOS erschienen, der sich erneut mit Computerspielen und den Menschen, die sie entwerfen beschäftigt, allerdings zeitlich noch etwas weiter als das letztjährige Sequel EREBOS 2 in der Zukunft angesiedelt ist.

    In einer Welt, die mit Umweltzerstörung und Energieknappheit zurechtkommen muss, ist es vielleicht sogar eine gute Idee, wenn der Großteil der Menschheit einfach in Versorgungsbehältern rumliegt und seine Dummheit, Aggression und Geilheit in virtuellen Scheinwelten auslebt. Da diese Grundeigenheiten jedoch so vielgestaltig sind wie es Mitmenschen auf unserem Planeten gibt, braucht es eine Vielzahl von Kunstwelten – und die wollen erst einmal erfunden sein.

    Und da kommt Jana ins Spiel, eine vielbeschäftigte und engagierte Welten-Designerin, die sich viel Mühe gibt, damit ihre Konstruktionen die Benutzer zufriedenstellen. Als es jedoch ausgerechnet in ihrer idyllischen Welt Kerrybrook, in der sie selbst gerne entspannt, zu Mord und Totschlag kommt, muss Jana aus ihrer Komfortzone raus und sich den „Quellcode“ ihres eigenen Software-Konzerns einmal genauer ansehen. Dabei entdeckt sie, dass virtuelle Gefahren auch in der Realität eine Entsprechung bekommen können …

    CRYPTOS liest sich stellenweise wie das logisch-durchdachte Drehbuch zu einem MATRIX-Prequel. Der Roman hat alles, was mir bei diesen Filmen an nachvollziehbarem „Worldbuilding“ immer gefehlt hat.

    Horst Illmer
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    Cryptos
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    Ursula Poznanski
    CRYPTOS.
    Bindlach, Loewe, 2020, 444 S.
    ISBN 978-3-7432-0050-0
    Hardcover

    Seit sie 2010 mit dem Bestseller EREBOS debütierte, gehört Ursula Poznanski zur ersten Garde deutschsprachiger Jugendbuchautorinnen. Bei Loewe ist im Spätsommer 2020 ihr neuester Thriller CRYPTOS erschienen, der sich erneut mit Computerspielen und den Menschen, die sie entwerfen beschäftigt, allerdings zeitlich noch etwas weiter als das letztjährige Sequel EREBOS 2 in der weiterlesen…

    Fahrenheit 451

    von am 5. August 2020 1 Kommentar

    Ray Bradbury
    FAHRENHEIT 451. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Torberg
    (Fahrenheit 451 / 1953)
    Zürich, Diogenes, 2020, 271 S.
    ISBN 978-3-257-07140-5

    FAHRENHEIT 451. Roman.
    Übersetzung: Fritz Güttinger
    München, Heyne, 2018, 208 S.
    ISBN 978-3-453-31983-7

    Während viele der großen Anti-Utopien von Autoren verfasst wurden, die sonst nicht gerade als Science Fiction-Schriftsteller bekannt sind, ist Ray Bradbury seit seinen Anfängen ins phantastische Genre integriert. Wie sonst vielleicht nur noch Stanislaw Lem hat er es dennoch geschafft, sich auch außerhalb der Gattungsgrenzen eine große Leserschaft zu sichern. Neben seinem großartigen Episodenromanen DIE MARSCHRONIKEN und DER ILLUSTRIERTE MANN verdankt er dies vor allem FAHRENHEIT 451, seinem dystopischen Entwurf einer bücherhassenden „verkehrten“ Welt, in der die Feuerwehr dazu da ist, die politische Opposition zu terrorisieren und an versteckt gehaltene Bibliotheken Feuer zu legen.
    Bradburys Protagonist Guy Montag ist Feuerwehrmann, verheiratet mit einer Frau, die ihren Fernseher mehr liebt als ihn, und eigentlich ist er zufrieden damit, dass er nicht groß über die Welt nachdenken muss. Das übernimmt der Staat für ihn bzw. sein Vorgesetzter, Feuerwehrhauptmann Beatty. Bis dann eines Tages eine junge Frau auftaucht, die ihm die falschen (vielmehr: die richtigen) Fragen stellt. Und als er dann sein erstes Buch liest, statt es zu verbrennen, ist seine Wandlung vom Saulus zum Paulus nicht mehr aufzuhalten. Als seine Rebellion entdeckt wird, flieht er zu einer Gruppe von Außenseitern in die Wildnis.

    Im Sommer 2020, 65 Jahre nach dem ersten Erscheinen, gönnt der Diogenes Verlag einem seiner größten Bestseller nun eine Neuübersetzung. Die 1955er Übertragung von Fritz Güttinger hat in dieser Zeit in unzähligen Neuausgaben und Nachauflagen bei Ullstein, der Büchergilde Gutenberg und bei Heyne Verwendung gefunden, ohne dass irgendjemand größeren Unmut geäußert hätte.
    Was also macht Peter Torberg jetzt anders – und vor allem: macht er es besser?
    Zuerst einmal: Auch die kanonischen Übersetzungen von George Orwell, J. R. R. Tolkien und Terry Pratchett mussten sich solche Fragen gefallen lassen – und manchmal gelang es den Fans sogar, beide Fassungen „in Druck“ zu halten.
    Soweit kann man beim neuen FAHRENHEIT 451 natürlich noch nicht sehen, aber so richtig warm werden will ich mit dieser Fassung noch nicht. Die Sprache ist moderner (obwohl auch Torberg Bradbury einige „Unklarheiten“ und „Widersprüche“ durchgehen lässt), trotzdem liest sich der Text nicht wirklich flüssiger als bei Güttinger. Gebrauchsgegenstände haben andere Bezeichnungen bekommen (aus „Turbinenautos“ werden „Düsenautos“) und das metrische System wird durch amerikanische Maßeinheiten („sieben Meter“ / „zwanzig Fuß“) nicht eben anschaulicher – aber den größten Unterschied macht wohl Guy Montags Berufsbezeichnung aus.
    Der allbekannte „Feuerwehrmann“ wird bei Torberg zum „Feuermann“!
    Diese von Torberg in seinen „Anmerkungen zur Übersetzung“ als „essentiell“ bezeichnete Änderung bezieht sich logischerweise auf die Tätigkeit des Feuerlegens, anstatt des Löschens, aber es stellt sich die Frage, ob der dem System innewohnende Zynismus durch eine solche Veränderung nicht sogar abgemildert wird?
    Die Frage nach dem „Besser“ ist auf Anhieb also nicht zu klären – „anders“ liest sich der Roman aber auf jeden Fall. Aber die Qualität des Textes rechtfertigt es, dass wir uns mit FAHRENHEIT 451 wieder einmal intensiv auseinandersetzen.
    Also ja: Bücher lesen, nicht verbrennen!

    Horst Illmer
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    Fahrenheit 451
    via e-mail im Laden bestellen oder im Webshop in der Neuübersetzung oder klassisch.

    Ray Bradbury
    FAHRENHEIT 451. Roman.
    Aus dem Amerikanischen von Peter Torberg
    (Fahrenheit 451 / 1953)
    Zürich, Diogenes, 2020, 271 S.
    ISBN 978-3-257-07140-5

    FAHRENHEIT 451. Roman.
    Übersetzung: Fritz Güttinger
    München, Heyne, 2018, 208 S.
    ISBN 978-3-453-31983-7

    Während viele der großen Anti-Utopien von Autoren verfasst wurden, die sonst nicht gerade als Science Fiction-Schriftsteller bekannt sind, ist Ray Bradbury seit seinen Anfängen ins phantastische Genre integriert. Wie sonst vielleicht weiterlesen…

    Basement Tales #8

    von am 29. Juli 2020 noch kein Kommentar

    The Dandy Is Dead präsentiert
    BASEMENT TALES – Vol. 8: KOPFLOS
    Saarbrücken, The Dandy Is Dead, 2020, 48 Seiten
    Heft in wiederverschließbarem Beutel mit Beilagen
    ISBN 978-3-947652-15-0 / 7,90 €

    Das zweifellos notwendige Gänsehaut-Potenzial einer guten Horror-Kurzgeschichte ist das Fundament, auf dem der Verlag The Dandy Is Dead seine BASEMENT TALES-Reihe aufgesetzt hat.

    In der Folge 8, die soeben erschienen ist, reichen sich Ina Elbracht („Panoptikum“), Fabienne Siegmund („Der Weg der Vier“), David Gray („Feuchtgebiete oder Ein Tee für Mrs Stapledon“) und Christian Endres („Angry Bird“) die „Maurerkelle“, die diesmal das Etikett KOPFLOS trägt, weiter und ergänzen mit dieser „Vol. 8“ meisterhaft die vorhergehenden sieben (immer noch lieferbaren) Heftchen/Bausteine. Die „Ritzen“ zwischen den im Heft enthaltenen allesamt hochwertigen und unterhaltsamen Stories verfugen kunstvoll die vier beiliegenden Poster von Sandra Anstätt, Linda Walgenbach, Henrik Elburn und SEC7.
    Ob dieses Kellergeschoss jemals fertig-erzählt sein wird, wissen nicht einmal die Fledermäuse in den dunklen Ecken oder die blind(geprägt)en Skarabäen an den Wänden, allerdings ist man als Leser oder Leserin durchaus geneigt, solange bei der Lektüre weiterhin die erwünschte Gänsehaut entsteht, den Baufortschritt noch eine Weile zu verfolgen.

    Horst Illmer
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    Basement Tales #8
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    The Dandy Is Dead präsentiert
    BASEMENT TALES – Vol. 8: KOPFLOS
    Saarbrücken, The Dandy Is Dead, 2020, 48 Seiten
    Heft in wiederverschließbarem Beutel mit Beilagen
    ISBN 978-3-947652-15-0 / 7,90 €

    Das zweifellos notwendige Gänsehaut-Potenzial einer guten Horror-Kurzgeschichte ist das Fundament, auf dem der Verlag The Dandy Is Dead seine BASEMENT TALES-Reihe aufgesetzt hat.

    In der Folge 8, die soeben erschienen ist, reichen weiterlesen…

    20 Jahre phantastisch!

    von am 23. Juli 2020 noch kein Kommentar

    Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
    phantastisch!
    Seit zwanzig Jahren das Magazin für Science Fiction, Fantasy & Horror
    Heft 79, Ausgabe 3/2020
    Stolberg, Atlantis, 2020, 88 Seiten / 5,95 €

    Mehr als 88 Seiten Umfang schafft die Druckerei einfach nicht – sonst wäre die neueste Ausgabe der phantastisch! (Heft 79, mit neuem Untertitel: „Seit zwanzig Jahren das Magazin für Science Fiction, Fantasy & Horror“) womöglich noch dicker geworden.
    Aber auch so „platzt“ das Heft fast aus „allen Nähten“: Vier Interviews, unter anderem mit KILLERBOT-Autorin Martha Wells, dem Experten für chinesische Science Fiction Ken Liu und dem neuen deutschen Comic-Duo Boris Koch und Frauke Berger, zwei Kurzgeschichten von Superstar Ken Liu und der Atlantis-Entdeckung Caroline Hofstätter, Comics und Karikaturen von Olaf Brill, Michael Vogt, Lars Bublitz und Steffen Boiselle, wie gewohnt das Update, eine Handvoll Rezensionen und jede Menge Sachartikel.
    Erwähnenswert sind eine faszinierend bilderreiche Huldigung Doktor Dolittles, der vor einhundert Jahren erstmals die Leserherzen von Jung und Alt erfreute, eine Würdigung von Gene Wolfes Meisterwerk »Der fünfte Kopf des Zerberus« und die Vorstellung der »Hombre«-Werkausgabe durch Bernd Frenz. Außerdem schmückt ein echter „Eyecatcher“ von Jan Hoffmann den Umschlag.

    Horst Illmer
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    phantastisch! 79
    im via e-mail im Laden…

    Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
    phantastisch!
    Seit zwanzig Jahren das Magazin für Science Fiction, Fantasy & Horror
    Heft 79, Ausgabe 3/2020
    Stolberg, Atlantis, 2020, 88 Seiten / 5,95 €

    Mehr als 88 Seiten Umfang schafft die Druckerei einfach nicht – sonst wäre die neueste Ausgabe der phantastisch! (Heft 79, mit neuem Untertitel: „Seit zwanzig Jahren das Magazin für Science Fiction, Fantasy & Horror“) womöglich noch weiterlesen…

    Am Anfang war der Beutel

    von am 22. Juni 2020 noch kein Kommentar

    Ursula K. Le Guin
    AM ANFANG WAR DER BEUTEL.
    Warum uns Fortschritts-Utopien an den Rand des Abgrunds führten und wie Denken in Rundungen die Grundlage für gutes Leben schafft. Essays, Reden und ein Gedicht.
    Auswahl, Einleitung, Übersetzung: Matthias Fersterer
    Originalzusammenstellung
    Klein Jasedow, thinkOya, 2020, 95 S.
    ISBN 978-3-947296-08-8 / 10,- Euro

    Bei diesem Buch könnte man allerlei Überlegungen zum Titel anstellen, aber was den Verlag letztlich zu AM ANFANG WAR DER BEUTEL inspirierte, ist mir, ehrlich gesagt, wurscht. Hauptsache ist doch, dass es ein neues Buch von Ursula K. Le Guin auf den deutschen Markt geschafft hat!
    Das knapp 100 Seiten umfassende Taschenbuch enthält drei Essays, drei Reden und ein Gedicht Le Guins sowie ein Vorwort des Verlegers und Übersetzers Matthias Fersterer, in dem er erklärt, „warum es lohnend ist“ Le Guins Werke zu lesen. Die Auswahl ist insoweit „zeitgemäß“ als es sich überwiegend um Texte handelt, die sich mit utopisch-politischem Denken befassen – und die uns Heutigen so wichtige Ökologie gehört bei Le Guin sowieso schon immer dazu.
    Das beginnt bei der Rückschau ins Prä-Historische in „Die Tragetaschentheorie des Erzählens“ (wo uns Le Guin die Sammel-Behältnisse der Frühmenschen als älteste kulturelle Erfindung vorstellt), geht weiter in „Utopyin, Utopyang“ (einer Fürsprache für „duale“ Utopien) und findet seinen Höhepunkt im fulminanten „Ein nicht-euklidischer Blick auf Kalifornien als kalter Ort in spe“ (einem in Le Guins Gesamtwerk zentralen Text über das Leben und das Schreiben unter Berücksichtigung eines ganzheitlichen Blicks auf die Welt).
    Wer also wissen will, „warum uns Fortschritts-Utopien an den Rand des Abgrunds führten und wie Denken in Rundungen die Grundlage für gutes Leben schafft“ (so der Untertitel), findet hier zwar keine „letztgültigen“ Antworten, aber jede Menge anregender Ideen.

    Horst Illmer
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    Der Grüne Planet
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    Ursula K. Le Guin
    AM ANFANG WAR DER BEUTEL.
    Warum uns Fortschritts-Utopien an den Rand des Abgrunds führten und wie Denken in Rundungen die Grundlage für gutes Leben schafft. Essays, Reden und ein Gedicht.
    Auswahl, Einleitung, Übersetzung: Matthias Fersterer
    Originalzusammenstellung
    Klein Jasedow, thinkOya, 2020, 95 S.
    ISBN 978-3-947296-08-8 / 10,- Euro

    Bei diesem Buch könnte man allerlei Überlegungen zum Titel anstellen, aber was den Verlag weiterlesen…

    Der Grüne Planet

    von am 6. Juni 2020 noch kein Kommentar

    Hans Jürgen Kugler & René Moreau (Hrsg.)
    DER GRÜNE PLANET.
    Zukunft im Klimawandel. Eine Anthologie.
    Illustrationen von Uli Bendick
    Berlin, Hirnkost, 2020, 288 S.
    ISBN 978-3-948675-15-8 / 25,00 Euro
    Großformatiges Hardcover mit Lesebändchen

    Da hat wohl irgendjemand im Hirnkost Verlag Gefallen an der Science Fiction gefunden – jedenfalls ist dort jetzt kurz nach dem Jahrbuch DAS SF JAHR 2019 eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Anthologie mit über zwanzig tollen neuen Science-Fiction-Stories erschienen.

    DER GRÜNE PLANET wurde initiiert und betreut von der EXODUS-Mannschaft („das Magazin für SF-Stories & phantastische Grafik“), namentlich von René Moerau und Hans Jürgen Kugler, und zeigt sich deshalb auch graphisch-haptisch von einer so bisher kaum gekannten Qualität.

    Fangen wir trotzdem erst mal mit den Geschichten an (immerhin dann doch das Wichtigste bei einem solchen Buch): 23 deutschsprachige Autor*innen steuern ihre Geschichten bei, in denen es vor allem um ökologische Themen im Allgemeinen und um den „Klimawandel“ und seine Folgen im Besonderen geht. In vier Abteilungen erfährt die Leser*in mehr darüber, wie die Zukunft nach der Apokalypse aussieht, oder wie es wäre, wenn wir dem Schicksal nochmal ein Snippchen schlagen könnten, bzw. wie man sich mit dem ganzen arrangiert – oder ob es nicht sogar möglich ist, die Sache von einer völlig anderen Warte aus zu betrachten.

    Die Autor*innen gehören überwiegend zu den „alten Füchs*innen“ der Szene und liefern absolut lesenswerte Geschichten ab – wie z. B. unser „local Hero“ Christian Endres mit „Der Klang des sich lichtenden Nebels“, einer Story, die sich auch gut zum „Testlesen“ eignet.

    Das großformatige Buch selbst enthält 25 ganzseitige farbige Bilder von Uli Bendick und ist durchgängig auf schwerem Hochganzpapier gedruckt. Dadurch hat man so richtig was „in der Hand“ und freut sich beim Durchblättern außerdem noch über die Fadenheftung und das Lesebändchen.

    (Einziger Kritikpunkt – denn als echter Kritiker muss man ja irgendwas zu Maulen finden – ist das nicht vorhandene Titelblatt: da kommen halt die „Heftchen-Macher“ zum Vorschein. Also nichts, das sich in der Zukunft nicht vermeiden ließe.)

    Wer sich für Kurzgeschichten erwärmen kann und noch nicht zu abgestumpft für das Thema Umwelt ist, sollte beim nächsten Besuch in der Lieblingsbuchhandlung unbedingt mal in DER GRÜNE PLANET reinlesen.

    Horst Illmer
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    Der Grüne Planet
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    Hans Jürgen Kugler & René Moreau (Hrsg.)
    DER GRÜNE PLANET.
    Zukunft im Klimawandel. Eine Anthologie.
    Illustrationen von Uli Bendick
    Berlin, Hirnkost, 2020, 288 S.
    ISBN 978-3-948675-15-8 / 25,00 Euro
    Großformatiges Hardcover mit Lesebändchen

    Da hat wohl irgendjemand im Hirnkost Verlag Gefallen an der Science Fiction gefunden – jedenfalls ist dort jetzt kurz nach dem Jahrbuch DAS SF JAHR 2019 eine in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Anthologie weiterlesen…

    Der einheitliche Wille des gesamten Sowjetvolkes

    von am 2. Juni 2020 Kommentare deaktiviert für Der einheitliche Wille des gesamten Sowjetvolkes

    Kir Bulytschow
    DER EINHEITLICHE WILLE DES GESAMTEN SOWJETVOLKES.
    Übersetzung und Nachwort: Ivo Gloss
    Illustrationen: Renate Gloss
    Originalzusammenstellung
    Berlin, Memoranda, 2020, 300 Seiten
    ISBN 978-3-948616-00-7

    Das Frühjahrsprogramm von MEMORANDA startete mit den überaus lesenswerten „politischen SF-Satiren“ Kir Bulytschows, für die der Übersetzer und Herausgeber Ivo Gloss nicht nur den genialen Titel DER EINHEITLICHE WILLE DES GESAMTEN SOWJETVOLKES wählte, sondern auch noch ein umfangreiches Nachwort über das Leben und Werk dieses bedeutenden russischen Phantasten geschrieben hat.
    Der Inhalt des Buches besteht aus drei kurzen satirischen Vignetten und einem zirka zweihundert Seiten umfassenden Roman. Die Texte entstanden alle in den Jahren 1987 bis 1991, einer Zeit, die nicht nur für Deutschland, sondern vor allem für die Sowjetunion wichtig und revolutionär war. Geprägt von der Glasnost-Politik Gorbatschows entstanden damals literarische Texte (und wurden zum Teil sogar veröffentlicht), für die ihre Autoren kurz vorher noch in Gefängnisse und Lager verschwunden wären.
    Stilistisch meisterhaft, inhaltlich eher an Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch oder die Brüder Strugatzki erinnernd als an die uns gewohnte US-amerikanische Science Fiction a la Heinlein, Asimov et al, und von tiefschwarzer Ironie triefend, schreibt Bulytschow Geschichten, wie sie in der Sowjetunion vermutlich tatsächlich hätten passieren können – nur eben mit der nötigen Portion Übertreibung und dem würzenden Schuss wissenschaftlicher Phantastik.
    Den EINHEITLICHEN WILLEN DES GESAMTEN SOWJETVOLKES gibt es in zwei Varianten zu kaufen: Im normalen Buchhandel findet man die von Golkonda/MEMORANDA gewohnte Klappenbroschur (die wie immer von benSwerk gestaltet wurde), ausschließlich beim Verlag kann der Sammler eine gebundene Hardcoverausgabe mit Lesebändchen erwerben. Die Illustrationen von Renate Gloss und das „Selbstportrait“ des Autors findet man in beiden Ausgaben.

    Horst Illmer
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    Der einheitliche Wille des gesamten Sowjetvolkes
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    Kir Bulytschow
    DER EINHEITLICHE WILLE DES GESAMTEN SOWJETVOLKES.
    Übersetzung und Nachwort: Ivo Gloss
    Illustrationen: Renate Gloss
    Originalzusammenstellung
    Berlin, Memoranda, 2020, 300 Seiten
    ISBN 978-3-948616-00-7

    Das Frühjahrsprogramm von MEMORANDA startete mit den überaus lesenswerten „politischen SF-Satiren“ Kir Bulytschows, für die der Übersetzer und Herausgeber Ivo Gloss nicht nur den genialen Titel DER EINHEITLICHE WILLE DES GESAMTEN SOWJETVOLKES wählte, sondern auch noch ein umfangreiches Nachwort über das weiterlesen…

    Die Haarteppichknüpfer

    von am 26. Mai 2020 Kommentare deaktiviert für Die Haarteppichknüpfer

    Andreas Eschbach
    DIE HAARTEPPICHKNÜPFER. Roman.
    Lübbe
    Oktober 2012 – 318 Seiten – € 11,00
    ISBN: 9783404206971

    Andreas Eschbach beginnt diesen Roman mit einer unglaublich direkten, dynamischen und (notwendigerweise) auch sehr brutalen Szene. Auf einem ziemlich unwirtlichen Wüstenplaneten wird einem alternden Haarteppichknüpfer ein zweiter Sohn geboren. Die Bräuche verlangen dessen Tod, da nach dem ersten, erbberechtigten Sohn, nur noch Mädchen gewollt sind. Da der ältere Sohn jedoch unkonventionelle Ideen hat und lieber Bücher liest, als das Teppichknüpfen zu erlernen und sich den traditionellen Abläufen zu fügen, greift auch der Vater zu unüblichen Mitteln – und zum Schwert.
    Schon auf diesen ersten Seiten entsteht eine komplette Welt vor dem inneren Auge des Lesers, mustergültig ausgearbeitet, nach einem Entwurf, der eines Teppichknüpfmeisters würdig wäre. Es gibt einen allgemein verehrten und gefürchteten Gott-Kaiser; das Gilden- und Kastenwesen bestimmt die unveränderbar erscheinenden Hierarchien und die patriarchalen Strukturen, die seit Jahrzehntausenden unverändert nur ein einziges Ziel haben: Haarteppiche zu fertigen. Diese, aus den Haaren der weiblichen Haushaltsmitglieder gewonnen, werden von den geachteten und reichen Knüpfern verfertigt, die dafür ein ganzes Leben brauchen. Am Ende wird der fertige Teppich zum Markt getragen, an reisende Händler verkauft und der Erlös an den Sohn weitergegeben, der damit wieder eine Familie gründen und einen neuen Teppich beginnen kann. Die Händler bringen die Teppiche zum Raumhafen, wo sie die Schiffe des Kaisers aufnehmen und zum Palast des Herrschers bringen.
    Diesen zu schmücken sind die Haarteppiche da und niemand wagt es, daran zu zweifeln, bis plötzlich Gerüchte laut werden, von einer Rebellion und, noch ketzerischer, vom Abdanken des Kaisers. Eines Tages taucht sogar ein Fremder auf und behauptet, ein Rebell zu sein – und der Kaiser sei tot!
    Als Rahmen dient diesem farbigen Weltenbild die Geschichte vom Aufstieg des Galaktischen Reiches und seines kaiserlichen Herrschers – und vom Ende des Alten und Beginn des Neuen. Es ist eine Geschichte, die zu rühren weiß, die erzählt von den Beharrungskräften der Tradition, von den Zweifeln der Neuerer, von den Überraschungen die ein Universum bereithält für seine Eroberer und von den Lösungen für die allgegenwärtigen Fragen, die in den Archiven ruhen und die man nur zu finden wissen muss.
    Gerade dieses Werk zeigt Eschbach als einen Erzähler, der originell und stilistisch großartig seine Fäden webt. Die Geschichte ist spannend bis zum Schluss, zeigt keine Schwächen und schafft es, dem Leser immer wieder den Atem zu rauben.
    Am Ende freut man sich auf viele weitere Geschichten, die das kaiserliche Archiv noch für uns bereithält.

    Horst Illmer
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    Die Haarteppichknüpfer
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    Andreas Eschbach
    DIE HAARTEPPICHKNÜPFER. Roman.
    Lübbe
    Oktober 2012 – 318 Seiten – € 11,00
    ISBN: 9783404206971

    Andreas Eschbach beginnt diesen Roman mit einer unglaublich direkten, dynamischen und (notwendigerweise) auch sehr brutalen Szene. Auf einem ziemlich unwirtlichen Wüstenplaneten wird einem alternden Haarteppichknüpfer ein zweiter Sohn geboren. Die Bräuche verlangen dessen Tod, da nach dem ersten, erbberechtigten Sohn, nur noch Mädchen gewollt sind. Da der weiterlesen…