Straße nach überallhin
von Horst Illmer am 12. Juni 2023 2 Kommentare
Roger Zelazny
STRASSE NACH ÜBERALLHIN. Roman.
Ü: Jakob Schmidt, Nachwort: Uwe Anton
(ROADMARKS / 1979)
München, Piper, 2023, 252 S.
ISBN 978-3-492-70636-0 / 22,00 Euro
Hardcover
Der Ausstoß an Science Fiction bei Piper ist, verglichen mit dem weit umfangreicheren Fantasy-Programm, sehr überschaubar. Allerdings: wenn dann mal ein Titel erscheint, ist es zumeist ein echter Klassiker oder auch ein richtiger Kracher (manchmal auch beides zugleich) wie im Fall von Roger Zelaznys Roman STRASSE NACH ÜBERALLHIN. Der US-Amerikaner Roger Zelazny (1937–1995) gehörte eine Zeitlang zu den profiliertesten und experimentierfreudigsten Autoren der New Wave, gleichermaßen versiert in Fantasy und Science Fiction, in Stories, Novellen und Romanen, und oftmals auch sehr am jeweiligen Zeitgeist orientiert. Erst langsam kristallisieren sich seine Hauptwerke heraus, Texte, die auch heute noch hervorragend zu lesen sind, interessante Ideen präsentieren und stilistisch immer weit über dem Genre-Durchschnitt liegen. Neben den AMBER-Romanen (die kürzlich bei Klett Cotta neu aufgelegt wurden) gehört eindeutig auch ROADMARKS (so der Originaltitel der 1979 erstmals erschienenen STRASSE NACH ÜBERALLHIN) in die Gattung „zeitloser Klassiker“.
Der Protagonist Red Dorakeen gehört zu den besonders begabten Menschen, die in der Lage sind, die „Straße“ zu benutzen. Dabei handelt es sich um einen Weg durch alle Zeiten und in Alternativwelten, die über die „Ausfahrten“ erreichbar sind (das amerikanische Highway-System ist eindeutig das Vorbild dieses Plots) und der sich – aufgrund von Veränderungen historischer Ereignisse durch die Besucher – in stetiger Veränderung befindet. Dorakeen ist zwar ein erfahrener Benutzer der Straße, hat sich aber auch Feinde gemacht und ist deshalb auf der Flucht vor einer ganzen Schar Auftragsmörder. Neben seiner eigenen Gewitztheit stehen ihm im Verlauf der Handlung (die aus einem linearen und einem „zusammengewürfelten“ Strang zusammengesetzt ist) allerdings auch einige Gefährten zur Seite – darunter einer der bemerkenswertesten Sidekicks der Literatur: eine mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Buchausgabe von LES FLEURS DU MAL (Charles Baudelaires skandalträchtiger Gedichtband DIE BLUMEN DES BÖSEN)!
Die von Jakob Schmidt neu aus dem amerikanischen Englisch übersetzte und von Uwe Anton mit einem informativen Nachwort versehene Neuausgabe der STRASSE NACH ÜBERALLHIN erweist sich als unbedingt lesenswerte Zeitreise-Science-Fiction – und niemand sollte sich wundern, wenn daraus in absehbarer Zeit eine echt geile TV-Serie wird.
Horst Illmer
Roger Zelazny
STRASSE NACH ÜBERALLHIN. Roman.
Ü: Jakob Schmidt, Nachwort: Uwe Anton
(ROADMARKS / 1979)
München, Piper, 2023, 252 S.
ISBN 978-3-492-70636-0 / 22,00 Euro
Hardcover
Der Ausstoß an Science Fiction bei Piper ist, verglichen mit dem weit umfangreicheren Fantasy-Programm, sehr überschaubar. Allerdings: wenn dann mal ein Titel erscheint, ist es zumeist ein echter Klassiker oder auch ein richtiger Kracher (manchmal auch beides zugleich) wie im Fall von Roger Zelaznys Roman STRASSE NACH ÜBERALLHIN.
- Kategorie: Bücher , Horsts Bibliothek , Science Fiction
- 2 Kommentare

Jerome Tuccille
Andreas Eschbach
Franzi Kopka
Horst schreibt viele Rezis für unsere Seite und trägt damit zur Vielfalt und Diversität bei. Wie jeder unserer Autoren hat er einen ganz eigenen und subjektiven Blick auf die Szene. Dieser einzigartige Blickwinkel steht ab und an ein wenig außerhalb meines eigenen Horizontes. Ich selbst bin natürlich außer Fanboy auch noch Verkäufer und Ladeninhaber. Deswegen gibt es ab und an auch Bücher, die mir weniger munden, weil Beispielsweise die Konditionen sehr schlecht sind, das Werk nicht mehr lieferbar oder im niedergelassenen Buchhandel nicht zu bestellen ist. Ich habe "Atlas Shrugged" in der letzten lieferbaren Version gelesen und erkenne den Stellenwert dieses Werkes an, auch wenn ich selbst eine komplett andere Perspektive habe. Man muss das Werk sicherlich im Kontext des Zeitgeschehens betrachten und die Vorgeschichte der Autorin in die Rezeption einbeziehen. Dass es bis heute vor allem in den Staaten zu den Standartwerken gezählt wird ist mir völlig unverständlich.
Ayn Rand
DO NOT EAT! – Wie ein T-Shirt mich vor Aliens bewahrte
Lisa Jenny Krieg
Cixin Liu
Ursula K. Le Guin
Charles Platt
…komme ich zum ersten mal etwas eher dazu, die Bilder des Tages und meinen kleinen Text online zu stellen. Der heutige Tag war ein kleines Bisschen Athemholen. Nicht, weil nichts aufregendes passiert wäre, sondern weil unser Programm am Vorabend des letzten Tages einfach zeitlich etwas kompakter angelegt war, als in den vergangenen Tagen.

Tade Thompson
Paul Scheerbart
Judith und Christian Vogt
Arno Schmidt
Julius von Voss
Bernhard Kellermann
Hardy Kettlitz & Melanie Wylutzki (Hrsg.)
Erika, Swyler
Eschbach, Andreas
GRM – Brainfuck
RCE – #RemoteCodeExecution
Heribert Kurth
Aiki Mira
Neil Gaiman
Theresa Hannig
Cixin Liu
Cixin Liu
Brian W. Aldiss
Fritz Heidorn & Kim Stanley Robinson
Pierce Brown
von Frank Herbert, Brian Herbert, Kevin J Anderson (Text)
Frank Herbert
Kai-Fu Lee & Quifan Chen
Arno Schmidt & Nicolas Mahler
Philip K. Dick
Wolf Harlander
Stapledon, Olaf
Marc Elsberg
Tade Thompson
Ursula K. Le Guin
David Brin
Alain Damasio
Octave Uzanne
E. M. Forster
Hanya Yanagihara