Je suis Charlie
von Gerd am 12. Januar 2015
Ich verstoße gerade gegen meine eigene Regel. Keine politischen Themen, keine allgemeinen Diskussionen. War eigentlich mal Bernies Ding und er hat von mir einen echten Einlauf dafür bekommen. Heute habe ich nach all den Bildern in den Medien aber das absolute Bedürfnis, diese Regel zu brechen. Ein klein wenig auch, weil wir dieser ganzen Sache ein wenig näher sind, als viele andere Deutsche, inklusive unserer Bundeskanzlerin, deren Bild heute durch das Netz und die Medien ging.
Ich selbst bin trotz meiner katholischen Erziehung ein Mensch, der sich sicher nicht als Atheist, aber in jedem Fall als Agnostiker bezeichnet. Religionen sind mir eher zuwider, in jedem Fall, wenn sie einen Alleinigkeits-Anspruch hegen. Zu viel Unsinn ist im Namen unterschiedlichster Religionen verbreitet worden und zu viel Unrecht getan, im Zeichen unserer Götter, durch die gesamte Geschichte der Menschheit hindurch.
In gleichem Maße bin ich ein Gegner von populistischen Bewegungen wie Pegida. Wir müssen uns in Europa weder vor einer Überfremdung, noch vor einer Islamisierung fürchten. Wer ein klein wenig in Geschichte aufgepasst hat, weiß, dass unsere europäische Kultur erst durch Einflüsse und Verschmelzungen mit fremden Völkern entstehen konnte. Wir können stolz sein, auf die verschiedenen Kulturen Europas und sollten uns gerade deswegen bewusst sein, dass Diversität und Vielfalt kein Problem darstellen.
Ich habe mehrfach selbst Länder besucht, die muslimisch geprägt sind und mich dort stets gut aufgehoben und willkommen gefühlt. Es gibt keinen Grund den Islam an sich mit fanatischen oder noch viel mehr fanatisierten Extremisten zu verwechseln. Wir Deutschen wollen ja auch nicht alle als Nazis bezeichnet werden.
Trotzdem gibt es wenig, das ich selbst als verwerflicher ansehen würde, als den unmenschlichen Terror, der seit dem 11. September 2001 weltweit unübersehbar und beängstigend immanent auftritt. Kranke Drahtzieher, die fanatisierte Vasallen als Selbstmordattentäter gegen einen imaginären Feind schicken. Im Zeichen ihres Gottes und im kranken Selbstverständnis, im Recht zu sein.
Vielleicht ist jetzt der Moment, wo der Terror tatsächlich bei uns allen angekommen ist. Nicht abstrakt – in Amerika und nicht irgendwie lächerlich klein, sondern offen und brutal. Frankreich, als eines der wichtigsten europäischen Länder wird mitten ins Herz getroffen, geradewegs ins Selbstverständnis der französischen Kultur und des nationalen Selbstverständnis. Die Redaktion eines satirischen Comic-Magazines ist das Ziel und nationale Größen sind die Opfer. COMICZEICHNER! Für mich ein Wunder, dass der deutsche Fernsehzuschauer noch nicht laut aufgelacht hat.
Einen Tag nach dem unfassbaren Attentat hatten wir einen Anruf von einem Sender, ob wir für ein Interview bereit wären. …Wir wären empfohlen worden, als Spezialisten für Comics …und wären auch viel auf Comictreffen in Frankreich …und würden vielleicht ja die Namen kennen. Ja, am ersten Tag waren die Medien noch nicht so ganz sicher, was sie mit dieser Information anfangen sollen und wie sie mit dieser Nachricht umgehen sollen. Comics sind in Frankreich einfach absolut in die Kultur integriert, sogar ein bisschen Symbol der Identität.
Umso mehr ist es für mich ein echtes Zeichen, dass mittlerweile nicht nur Europa, sondern die ganze Welt auf Frankreich blickt und teilnimmt. Aus der anfänglichen Unsicherheit im Umgang mit dieser Nachricht ist mittlerweile eine weltweite Aufmerksamkeit und Anteilnahme geworden.
Der Unterschied zu dem viel gewaltigeren Ereignis in den Staaten 2001 ist es, dass kein kapitalistisches Symbol angegriffen wurde, sondern das höchste Gut unserer europäischen Kultur. Die Freiheit des Wortes. Das was wir den Fanatikern aus aller Welt voraus haben.
Wir sollten diese Chance jetzt ergreifen und die Größe dieser, unserer Kultur feiern. Wir sollten Stolz sein, auf die Aufklärung, die verschiedenen Kulturen Europas, die Toleranz aber eben auch auf unsere Freiheit. Nur, weil man Toleranz übt, muss man sich selbst keinen Maulkorb verpassen, gegen Ignoranz und Fanatismus und schon gar nicht klein bei geben.
In diesen Zeiten bleibt es unsere Aufgabe, uns zu äußern. Gegen Hass, gegen Intoleranz und vor allem gegen die Machenschaften von Minderheiten, die massiv daran arbeiten, unsere Werte zu untergraben, die uns seit mehr als dreihundert Jahren über eben diese heben. In einer Kultur der Aufklärung haben solche Maxime keine Daseinsberechtigung. Wir alle sollten uns einig sein und Charlie sein. Gegen Hass, gegen Intoleranz und gegen Ignoranz.
Wir sind es nicht, aber wir sollten es alle sein: Charlie der Comiczeichner.
Ich verstoße gerade gegen meine eigene Regel. Keine politischen Themen, keine allgemeinen Diskussionen. War eigentlich mal Bernies Ding und er hat von mir einen echten Einlauf dafür bekommen. Heute habe ich nach all den Bildern in den Medien aber das absolute Bedürfnis, diese Regel zu brechen. Ein klein wenig auch, weil wir dieser ganzen Sache ein wenig näher sind, als viele andere Deutsche, inklusive unserer Bundeskanzlerin, deren Bild heute durch das Netz und die Medien ging.
Ich selbst bin trotz meiner katholischen Erziehung ein Mensch,
- Kategorie: Diskussionen , in eigener Sache , Nachruf , off topic

Jetzt ist es amtlich :-).
Weil Hanna-Linn auch über einiges an Publikumserfahrung (auch in Würzburg: www.cairo.wue.de) verfügt, könnt ihr euch auf einen unterhaltsamen Abend freuen. Ich glaube tatsächlich, dass wir mit diesem Event auch Skeptiker zu moderner Fantasy "bekehren" können und dass die Lesestunde für ein sehr breites Publikum interessant wird. Ich kann nicht mehr tun, als euch dieses Datum ans Herz zu legen. Lasst euch von der Autorin persönlich überzeugen (die im Moment am Schreibtisch festgekettet ist und einen ihrer kostbaren Tage für diesen Besuch opfert 😉 ). Von anderen, die bereits überzeugt sind, gibt es hier noch ein paar Zitate:
Wenn ihr jetzt Lust auf mehr bekommen habt, könnt ihr das Buch natürlich sofort bei uns erwerben, solltet auf jeden Fall aber den 15. Januar im Auge behalten. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr zahlreich erscheinen würdet um euer persönliches Exemplar von Hanna-Linn signieren zu lassen.
G. K. Chesterton
Epilog
Andreas Eschbach






















Unter dem Label "Spielbar" gibt es rechtzeitig vor Weihnachten die Möglichkeit, Spiele selbst auszuprobieren oder sich erklären zu lassen. Am 16. Dezember gibt es zum ersten Mal die Chance, die neue Kooperation zwischen Hermkes Romanboutique und dem Event in der AMV, die "Spielbar", zu nutzen.
…ist nich
t nur der erste Advents-Samstag, sondern auch ein Fest für alle Comic-Fans. Zu Ehren des 75. Jubiläums des dunklen Ritters feiern wir den Batman-Tag. Ein Sondercover von Batman Eternal #1 mit lokalisierten Versionen vieler Läden, ein Gratis Batman Heft und verschiedene Gratis Masken waren zu ergattern.
Wir hatten alle Spaß, trotz des Cover-Verbotes für Cosplayer… Jetzt haben wir es halt schwarz auf weiß, dass wir der beste Laden in der Stadt sind, auch nicht schlecht 😉
Andreas Eschbach
Titel: Der Schockwellenreiter (1979), Original: The Shockwave Rider (1975)
Philip K. Dick




Dass ich eine Buchhandlung in Werneck zu den lokalen Tipps und Empfehlungen stelle, hat mit zwei Aspekten zu tun. Zum einen habe ich die Buchhandlung von einem Kunden wärmstens empfohlen bekommen und Ladenlokal, Internetauftritt sowie die Veranstaltungen bestätigen diesen Eindruck. Ambitionierte Buchhandlungen vor Ort sind eine Bereicherung für das kulturelle Leben und können gar nicht genug Unterstützung von uns allen bekommen. (Nein, ich werde nicht wieder ein Lamento ob der allgemeinen kulturellen Verarmung in Zeiten des Internets loswerden ;-).)
Titel: Tochter des Windes (Colors in the Steel)
Andy Weir
In Zeiten von literweise Blut, abgetrennten Gliedmaßen, übertriebener Gewalt und endlosen Zombieapokalypsen freue ich mich doch tatsächlich, wenn ich einmal wieder so richtig schocken kann. "Dark Hideout" von Masasumi Kakizaki kommt mit erstaunlich wenig Blut und Gewalt aus. Ist eher ein irrsinniger Psychotrip der alten Schule. Könnte ich mir auch gut als Schwarz-Weiß-Film vorstellen. Ich habe den Einzelband beim ersten Mal – ja, ich hab ihn mittlerweile dreimal gelesen und immer noch etwas Neues gefunden – wahnsinnig schnell durchgehabt. Fasziniert von den wahnhaften, detaillierten Bildern und der abgrundtiefen Geschichte habe ich den Manga gleich am nächsten Tag einem Stammkunden empfohlen, der bei Comics für alle Bereiche offen ist, und durchaus auch mal die härtere, blutigere Gangart bevorzugt.
Das erste Kapitel von Ahndongshiks "Lindbergh" war beim diesjährigen Gratis Comic Tag als Heft, mit immerhin 52 Seiten, dabei. Kurz nach Erscheinen des ersten Bandes der Serie. Bei Comics ist in solchen Fällen oft ein auffälliges Ansteigen der Verkaufszahlen zu registrieren. Bei Manga – zumindest bei uns im Laden – nicht.
Die Story ist spannend, cool und abenteuerlich. Dabei wechselt sich kindlich naiver Charme mit dem humorigen Flair von "Piraten der Karibik" ab. Im ersten Band erzählt Ahndongshik den Anfang der abenteuerlichen Reisen des kleinen Knit. Aufgewachsen im abgeschirmten Land Eldura kämpft er, in den Fußstapfen seines Vaters, den aussichtslosen Kampf gegen die Willkürherrschaft der Königsfamilie Ornisos. Erst als ein unheimlicher Fremder auf einem monströsen Flugtier auftaucht, erkennt er seine Bestimmung und beginnt seine Reise durch eine Welt der Wunder, weit jenseits der Grenzen seiner kleinen Heimat. Dass auf ihn dabei nicht nur Abenteuer und Spaß warten, sondern auch böse Überraschungen und bittere Erkenntnisse, zeigt sich früh genug…
Ich lese ja eigentlich jedes Buch von Andreas Eschbach und bin dabei auch immer gut gefahren. Einige sind für mich sogar echte Highlights. "Todesengel" habe ich lange vor mir hergeschoben, ohne genau zu wissen, warum…
"Urban Fantasy" oder "Contemporary Fantasy" hat die klassische "Sword and Sorcery" in den Regalen der Buchhandlungen zu weiten Teilen ersetzt. Dabei stehen aber nicht nur Mainstream und "All Ager" wie Harry Potter oder "Vampirromanzen" wie Biss zum Morgengrauen unter diesen Titeln, sondern auch gut getarnte Schmankerln, die die moderne Fantasy aufwerten und ergänzen. Die Chroniken des Eisernen Druiden von Kevin Hearne, die ich schon beim Erscheinen des ersten Bandes wärmstens empfohlen habe, stellen trotz der unglaublich geschmacklosen Cover der aktuellen Auflage echte Highlights dar. So muss gute Unterhaltung sein. Genügend Humor gepaart mit rasanter Action und sprachlich auch hervorragend ins Deutsche übertragen.
Titel: Starters
Metadaten
Titel: Killer aus dem Eis (Liege Killer)
Ransom Riggs
A
m Donnerstag, 11.09.14 von ca 16.00 bis ca 18.30 haben wir wieder einen internationalen Zeichner zu Gast für euch . In den Staaten hat er für beide großen Verlage gearbeitet. Ganz aktuell erscheint jetzt bei Panini der dritte Paperback der "Red Lanterns", bei dem die Zeichnungen aus seiner Feder stammen:
ren.
Titel: Sommer der Drachen (Dragon Weather Teil1)
Dann gibt es als Cosplay wohl eher wärmere Varianten 😉 und statt Bier und Grillen vielleicht Glühwein und Stollen 😉
tag, 30. August, beim diesjährigen
Daniel Keyes
Metadaten
Titel: Sir Rogers himmlischer Kreuzzug (The High Crusade)
z des derzeit "der Jahreszeit entsprechend" zu kalten und regnerischen Wetters, planen wir gerade unser jährliches Sommerfest. Diesmal gibt es am letzten Samstag im August das übliche Programm. Am 30. August gibt es wieder massenweise Schnäppchenpreise, ab 9:00 Uhr Kaffee und Kuchen und ab ca 11:00 Uhr glüht der Grill für euch! Wer die letzten Jahre nicht dabei sein konnte, kann in der
Das Motto ist wie im letzten Jahr: Alles muss raus – wir räumen das Antiquariat und putzen auch andere Bereiche aus!
Titel: Sperling (The Sparrow)
Sekundärliteratur, insbesondere zum Genre Phantastik, erscheint im ersten Moment uninteressant, es sei denn zu Recherchezwecken. Dennoch gibt es in diesem Bereich der Literatur immer wieder interessante Werke*. Einen dominanten Platz in diesem Feld nimmt hier einmal mehr J.R.R. Tolkien ein, der mit seinem „Der Herr der Ringe“ ein Werk vorgelegt hat, das seit nunmehr fast genau sechs Jahrzehnten die Fantasie von Millionen Lesern beflügelt und hat damit ein Werk von bleibender Kraft hinterlassen. Das hat nicht nur zu unzähligen Biographien über den Autor geführt. Auch seine Bücher selbst wurden auf die verschiedenste Weise bearbeitet, analysiert und besprochen.
…wurde 1982 in Spanien geboren und zeichnete schon Superhelden seit er ein Kind war. 2008 wurde Marvel Comics auf ihn aufmerksam und er durfte an der Miniserie "World War Hulk Aftersmash: Damage Control" sein Können unter Beweis stellen. Weiter ging seine Reise durchs Marvel Universum wo Espin an Serien wie "Wolverine: First Class" und "The Incredible Hercules", sowie an zahllosen Covern für diverse Titel tätig war, bis er wieder in die Welt des grünen Goliaths Hulk eintauchte, um an dem Zyklus "Fall of the Hulks" mitzuarbeiten. Es folgten einige Hefte der X-Men Ablegerserie "Generation Hope" bevor Salva sich 2012 dem Söldner mit der grossen Klappe Deadpool annehmen konnte um ihm seinen unverwechselbaren, cartoonhaften Stil aufzudrücken. Dieser Run prädestinierte ihm für weitere Abenteuer von Wade Wilson, die auf die Original Graphic Novel "Wolverine: Season One" folgen sollten. Zu Espins letzteren Arbeiten zählen die Mini "Deadpool kills Deadpool", das Deadpool Bi-Annual, sowie die aktuell laufende Serie "Deadpool vs. Carnage".
Bruno Redondo