"Worte sind mein Metier"
von Horst Illmer am 30. Januar 2018
Gedanken zum Abschied von Ursula K. Le Guin (1929 – 2018)
Es waren nicht zuletzt die Romane und Erzählungen von Ursula Le Guin, die meinen Entschluss, selbst zu schreiben, mit beförderten. Es war nicht zuletzt der Ärger über eine Verlagspolitik, die Le Guin-Bücher über Jahre hinweg als nicht mehr verkäuflich abstempelte, die mich dazu brachte, meine spärlichen Englischkenntnisse zusammenzukratzen und eine Geschichte von ihr ins Deutsche zu übersetzen. Und es war nicht zuletzt die Lektüre ihres Internet-Blogs, die mich dazu brachte, dass ich Ursula le Guin als (zwar entferntes, aber umso mehr geliebtes) Familienmitglied betrachtete.
„Words Are My Matter“ – Worte waren ihr Metier, ihre Sache, ihr Lebensmittelpunkt, ihr Vermögen, ihre Angelegenheit, ihr Streitgegenstand, ihr Ausdrucksmittel – und, falls nötig, auch der (vom Wörterbuch angebotene) Eiter, den sie wohldosiert zu verspritzen verstand.
Wie könnte man sich besser von einer Erzählerin verabschieden als mit einer Geschichte?
Im Vorwort zu einem ihrer letzten Bücher, das den vieldeutigen Titel WORDS ARE MY MATTER trägt, erzählt Ursula K. Le Guin davon, wie viel mehr Vergnügen es ihr bereitet, Prosa oder Gedichte zu lesen – im Vergleich zu Sachtexten. Sie erklärt dies ausführlich mit ihrem Wunsch, unterhalten und keinesfalls gelangweilt zu werden und damit, dass nichtfiktionale Texte zumeist viel zu abstrakt und zu wenig eingängig sind. Sie kennt dabei natürlich den Umkehrschluss: Als Autorin, die selbst Sachbücher schreibt, sind die von ihr angelegten Maßstäbe auch für sie fürchterlich schwer zu erfüllen.
Ganz anders ergeht es ihr beim Schreiben von Gedichten oder Geschichten: „Das ist ganz natürlich für mich. Ich mache es, ich will es, ich finde Erfüllung dabei, so wie ein Tänzer im Tanz oder ein Baum beim Wachsen.“
Dann folgt die Anekdote ihrer berühmt gewordenen Rede während der Verleihung der National Book Foundation Medal im November 2014. (Im Internet zu finden und unbedingt sehens- und hörenswert.) „Ich wurde im Juni darüber informiert, dass mir diese Ehrung zuteilwürde, solange ich dafür nach New York kommen und eine Dankesrede von weniger als sieben Minuten Länge halten würde. Ich akzeptierte trotz vieler Bedenken. Von Juni bis November arbeitete ich an dieser kurzen Ansprache. Selbst an einem Gedicht hatte ich noch niemals so lange und so obsessiv gefeilt, und noch nie war ich mir so unsicher, ob das was ich sagen würde, auch das Richtige wäre – und das was ich sagen sollte. Wer war ich denn, dass ich auf der Jahrestagung der Druckindustrie den versammelten Verlegern in ihre Festbowle spuckte? Nun, tatsächlich war ich die Einzige, die das tun konnte. Also tat ich’s.“
Und das alles ist jetzt vorbei. Für immer. Diese unvergleichliche Stimme wird sich niemals mehr erheben. Wir werden keine neuen Geschichten, Gedichte, ja nicht einmal mehr Preisreden, Vorworte oder Buchbesprechungen von Ursula Le Guin zu hören und zu lesen bekommen. Am 22. Januar 2018 hat die Große Bärin diesen Planeten verlassen. Sie wird uns nun beim Blick in den Sternenhimmel als Orientierung dienen – und natürlich weiterhin beim Blick in ihre Bücher.
Horst Illmer
Gedanken zum Abschied von Ursula K. Le Guin (1929 – 2018)
Es waren nicht zuletzt die Romane und Erzählungen von Ursula Le Guin, die meinen Entschluss, selbst zu schreiben, mit beförderten. Es war nicht zuletzt der Ärger über eine Verlagspolitik, die Le Guin-Bücher über Jahre hinweg als nicht mehr verkäuflich abstempelte, die mich dazu brachte, meine spärlichen Englischkenntnisse zusammenzukratzen und eine Geschichte von ihr ins Deutsche zu übersetzen. Und es war nicht zuletzt die Lektüre ihres Internet-Blogs, die mich dazu brachte, den ganzen Beitrag lesen…
- Kategorien: Bücher , Horsts Bibliothek , Nachruf , Rezis

Timo Kümmel
Anthony Doerr
Sebastian Guhr
Michael Görden (Hrsg.)
Neil Gaiman
Thea Dorn
Marc-Uwe Kling
Ganz aktuell gibt es zwei solche Veröffentlichungen. Zum einen aus dem Pegasus Spiele Verlag.
Zum zweiten hat der Hype einen der deutschen Altmeister der Fantasyliteratur zu einer Rückkehr zu den eigenen Wurzeln bewogen.
Kazuo Ishiguro
Ein gutes Jahrzehnt ist vergangen, seit ich ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN für mich entdeckt habe. Damals war es ein Buch, das „man“ (oder „frau“) einfach gelesen haben musste, erstreckte sich die begeisterte Berichterstattung doch über alle Medien hinweg. Nach den üblichen Bestsellerehren kam dann noch eine Verfilmung – und irgendwie verschwand der Roman dann leider „in der Versenkung“.
China Miéville
Neil Gaiman
Marco Behringer
Andreas Eschbach
Am Ende aller Zeiten
Gudrun Büchler
Markus K. Korb
Gioconda Belli
Benjamin Stein
Miriam Meckel
Lissa Price
Ann Leckie
H. G. Wells
H. G. Wells

Jo Walton
Jo Walton
Ursula K. Le Guin
Cixin Liu
Aliens unter uns
Mit seinem Erstling, sowie dem zweiten Teil der Trilogie gelingt dem Autor ein unterhaltsamer, furioser Start. Der Cliffhanger im zweiten Band verspricht einen weiteren interessanten Roman. Dem Autor gelingt dabei nicht nur ein cooler Sci-Fi Thriller, sondern die Dialoge zwischen Quasing und Mensch würzen den Roman mit einer Prise Humor. Eine zusätzliche Tiefe verleiht der Autor dem Roman, in dem er verschiedene Quasing zu Beginn jedes Kapitels mit einem Rückblick auf ihre eigene Geschichte zu Wort kommen lässt.
J. G. Ballard
E. M. Forster
James Tiptree jr.

Torben Kuhlmann
James Tiptree jr.
Stephen Baxter & Alastair Reynolds
Hans Frey
Anstatt des alljährlichen Besuches der Frankfurter Buchmesse habe ich mir diesmal überlegt, dass es doch, im Zuge der allgemeinen Verwässerung der genrespezifischen Verlagsprogramme und Ambitionen seitens der "Großen", eine überfällige Konsequenz wäre, die BuCon zu besuchen. Eine Art Gegenveranstaltung mit über dreißigjähriger Tradition, die sich eben dieses, von uns allen geliebten, Themas im Besonderen annimmt:
Hardy Kettlitz
Hannes Riffel & Sascha Mamczak (Hrsg.)
Dietmar Dath
Kurt Vonnegut
George R. Stewart
Robert Silverberg (Hrsg.)