Optimismus und Overkill
von Horst Illmer am 30. August 2021 Kommentare deaktiviert für Optimismus und Overkill
Hans Frey
OPTIMISMUS UND OVERKILL – DEUTSCHE SCIENCE FICTION IN DER JUNGEN BUNDESREPUBLIK.
Von den Anfängen der BRD bis zu den Studentenprotesten 1945–1968.
Berlin, Memoranda, 2021, 542 S.
ISBN 978-3-948616-56-4 / 26,90 Euro
Klappenbroschur
Mit OPTIMISMUS UND OVERKILL liegt nun bereits der dritte Teil von Hans Freys „Literaturgeschichte der deutschen Science Fiction“ (S. 12) vor. Wie erwartet, setzt sich der Trend zu immer kürzeren Zeiträumen und zu mehr Umfang fort. Nach FORTSCHRITT UND FIASKO (das auf 300 Seiten die Jahre 1810 bis 1918 beleuchtet) und AUFBRUCH IN DEN ABGRUND (gute 500 Seiten für die Zeit von 1918 bis 1945) untersucht Frey in OPTIMISMUS UND OVERKILL die Nachkriegszeit in der BRD von 1945 bis 1968 und braucht dafür deutlich über 500 Seiten Platz.
Dass das Ende des Zweiten Weltkriegs eine epochale Zäsur für Deutschland und seine Literatur darstellt, ist eine Binsenweisheit. Frey legt überzeugend dar, weshalb für ihn das Jahr 1968 eine ebensolche (wenngleich naturgemäß weniger desaströse) Bruchlinie ist. Nach Wiederaufbau und Wirtschaftwunder wird die neugeschaffene Bundesrepublik Deutschland (BRD) im Verlauf der Studentenunruhen und Jugendproteste der Sechzigerjahre endlich „erwachsen“.
Parallel dazu führt Frey aus, dass dies für die in der BRD erschienene Science-Fiction-Literatur gleichermaßen gilt. Maßgeblich unterstützt von den drei Westmächten entsteht ein neuer, freier Literaturbetrieb – in dem allerdings immer wieder auch noch die „alten“ Protagonisten (Autoren, Verleger, Lektoren, Kritiker und Literaturwissenschaftler) auftauchen und, manchmal nur leicht in der Wolle gefärbt, erneut mitspielen wollen.
Trotzdem weht ein frischer Wind in der phantastischen Literaturszene – und er weht vor allem aus Westen: die amerikanische Science Fiction hatte zwanzig Jahre Zeit (ihr „goldenes Zeitalter“) und drängt mit aller Macht in diesen neuen Markt. Und hierzulande wird das schmerzlich Vermisste, aus anderen Sprachen Übersetzte, wie von einem trockenen Schwamm aufgesogen. Viele Traditionslinien werden jetzt erst einmal gekappt, einige davon später wieder aufgenommen, manche sind bis heute nur noch antiquarisch erforschbar.
Aber es gibt auch viele Versuche, Eigenständiges zu produzieren.
OPTIMISMUS UND OVERKILL erzählt all dies spannend, kenntnisreich und stilsicher – ein Sachbuch wie es eigentlich nur englischsprachige Autoren schreiben können. Aber auch hier haben wir in Deutschland inzwischen dazugelernt!
Horst Illmer
Hans Frey
OPTIMISMUS UND OVERKILL – DEUTSCHE SCIENCE FICTION IN DER JUNGEN BUNDESREPUBLIK.
Von den Anfängen der BRD bis zu den Studentenprotesten 1945–1968.
Berlin, Memoranda, 2021, 542 S.
ISBN 978-3-948616-56-4 / 26,90 Euro
Klappenbroschur
Mit OPTIMISMUS UND OVERKILL liegt nun bereits der dritte Teil von Hans Freys „Literaturgeschichte der deutschen Science Fiction“ (S. 12) vor. Wie erwartet, setzt sich der Trend zu immer kürzeren Zeiträumen und zu mehr Umfang fort. Nach FORTSCHRITT UND FIASKO (das auf 300 Seiten die Jahre 1810 bis 1918 beleuchtet) und AUFBRUCH IN DEN ABGRUND (gute 500 Seiten für die Zeit von 1918 bis 1945) untersucht Frey in OPTIMISMUS UND OVERKILL die Nachkriegszeit in der BRD von 1945 bis 1968 und braucht dafür deutlich über 500 Seiten Platz.
- Kategorie: Bücher , deutschsprachige Autoren , Horsts Bibliothek , Rezis , Science Fiction
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Raphaela Edelbauer
Frank Herbert
Ralf König (Text, Zeichnungen & Farbe)
Pascal Dessaint
Kazuo Ishiguro
Guy Delisle
Annie Francé-Harrar
Älteres Material hat hierzulande seit vielen Jahren einen eher schweren Stand. Älteres Material aus den Superhelden-Universen von DC und MARVEL, um genau zu sein. Umso erfreulicher ist es, dass Panini sich in den letzten Jahren an einige Projekte gewagt hat, die eigentlich alle eine ausführliche Besprechung verdient hätten. An dieser Stelle wollen wir uns einmal mehr mit einem Vertreter der „British Invasion“ bei DC Comics aus den 1980ern beschäftigen. Eine Werke Alan Moores wurden hier über die Jahre schon ausführlich vorgestellt. Das bekannteste Werk des streitbaren Northhamptoners dürfte freilich WATCHMEN sein. SWAMP THING nimmt dabei einen besonderen Platz in Moores Œuvre ein. Moore blieb der Serie ca. dreieinhalb Jahre (Anfang 1984 – Mitte 1987) treu. Damit handelt es sich nicht nur um eine der längsten Strecken im Schaffen des Briten. Sie stellt auch eine Art Bindeglied zwischen den frühen Werken wie z. B. CAPTAIN BRITAIN (1982/83) und reiferen Geschichten wie eben WATCHMEN dar.
Andreas Eschbach
Klaus Bollhöfener (Hrsg.)
Max Annas
Mathieu Bablet (Text & Bilder)
Torsten Sträter
William Vance u. a.
John Crowley
Arno Strobel
Conan der Cimmerier: Der rote Priester
„Der Gott in der Schale“ hat Doug Headline adaptiert, Sohn des berühmten Krimiautors Jean-Patrick Manchette, der im Laufe der Jahre auch schon einige Geschichten seines Vaters in Comics umwandelte. Sinnig, dass er den „Conan-Krimi“ in Howards Schaffen angeht, obwohl der Cimmerier in Ich-Perspektive etwas seltsam anmutet – die macht jedoch nur einen Teil der Geschichte und Blickwinkel aus. Das Artwork von Emmanuel Civiello kann man problemlos noch als interessant verbuchen, seine pastelligen Bilder eifern oft sogar der Plastizität in den Arbeiten von Richard Corben nach. Gewohnt gut ist das Nachwort des bereits erwähnten Louinet, da er „Der Gott in der Schale“ als Conan-Story über Polizeigewalt in den USA aufschlüsselt, die Howard in den 1930ern inspirierte und die noch heute ein so präsentes Thema ist.
James McBride
Guillaume Perreault (Text & Bilder)
Louisa Luna
Jens Natter
Hardy Kettlitz
Félix, Gastine
Zep
Kate Atkinson
J. R. R. Tolkien
Benjamin Renner
H. G. Wells
J. Todd Scott
Venayre, Wens
Joachim Körber (Hrsg.)
Matthieu Bonhomme
Jon Bassoff
Alejandro Jodorowsky & François Boucq
Olivia Laing
Castle Freeman
Auf die sanfte Tour
Der Klügere lädt nach
Nick Kolakowski
Alexander Braun
Eldo Yoshimizu
Ewald Arenz
Gou Tanabe
Mary Shelley
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Hannah Brinkmann
Philip Kerr
Andrea Serio
Martha Wells
Taylor Brown