Ausblick Nummer Zwei auf 2014: Comic-Events
von Gerd am 15. Dezember 2013 1 Kommentar
Auch in puncto Comics tut sich wieder was im nächsten Jahr. Einige Veranstaltungen finden an gewohnten Terminen statt, andere sind verrutscht oder einfach nicht regelmäßig. Damit ihr euch schon einmal vorfreuen könnt und auch ein wenig planen, fassen wir für euch an dieser Stelle einige wichtige Termine zusammen:
TiCon 6
…ein neuer, ungewöhnlicher Termin für die sechste TiCon vom 22. bis 23.02.14
Sonst eigentlich immer die letzte Veranstaltung im Jahr, ist die 6. TiCon ein paar Monate "verrutscht". Damit ist die Manga-Anime-Cosplay-Party-Veranstaltung das erste große Comic-Event 2014. Wie immer werden wir natürlich mit einem Stand vertreten sein und ich freue mich persönlich schon auf all die genialen Kostüme, die tolle, entspannte Stimmung und die vielen bunten Eindrücke. Wer sich erinnern will, oder überhaupt erst einmal reinschnuppern, sowohl in unserer Galerie, als auch auf der TiCon Homepage gibt es jede Menge tolle Bilder zu sehen.
Der Gratis Comic Tag 2014
…der Termin für das Vorzeige-Event ist fest geschrieben. Zweiter Samstag im Mai, also diesmal der 10.05.14 …
Ein bisschen früh ist es schon noch und es steht auch so gut wie nichts fest, außer dem Termin, aber der GCT wird in diesem Jahr wieder eine der ganz großen und wichtigen Veranstaltungen. In jedem Fall könnt ihr euch über die Fortschritte auf der GCT Homepage informieren oder in Erinnerungen an vergangene Events schwelgen. Natürlich gibt es bei uns auf der Seite rechtzeitig noch eine gesonderte Ankündigung mit mehr Inhalt ;-).
Comic Salon Erlangen
Das bedeutendste Comic-Event Deutschlands findet dieses Jahr vom 19. bis 22.06. statt…
Gut, damit haben wir nun wirklich nichts zu tun, außer, dass es unsere "heilige Pflicht als Comic-Missionare" ist, darauf hinzuweisen und euch zu motivieren. Wir werden dem Comic Salon in jedem Fall einen Besuch abstatten. Traditionell gleich am ersten Tag, denn das ist, wie immer ein Feiertag. In früheren Jahren gab es immer wieder verschiedene gemeinsame Ausflüge nach Erlangen. Ob wir diesmal eine Motorradtour planen oder ein paar Autos nach Mittelfranken schicken, in jedem Fall bieten wir euch an, mitzukommen. Auch dazu werden wir noch näheres schreiben. Wehe den Schergen, die diesen Termin verpassen ;-).
Um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen, die hier angekündigten Events sind natürlich nicht unbedingt von uns initiiert und wir wollen auch weder Ruhm noch Lob einheimsen ;-). Diese Termine sind in unseren Augen wichtig für uns und euch – und wir nehmen teil oder arbeiten mit oder kümmern uns um die lokale Präsenz!
Und noch einer. Natürlich wird es 2014 noch viele andere Veranstaltungen geben, die zum Teil auch bereits geplant sind und werden. Dieser Artikel erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und wir wollen auch niemandem auf den Schlips treten. Im Gegenteil. Wenn ihr eine Veranstaltung organisiert oder von einer wisst und sie für erwähnenswert haltet, könnt ihr natürlich einerseits im Forum darüber schreiben und andererseits auch direkt an uns herantreten. Wenn die Veranstaltung öffentlich ist und in irgendeiner Form bei uns auf die Seite passt, immer her mit den Infos. Wir freuen uns immer über Anregungen und Mitarbeit. Und wir freuen uns auch über eine breite Vielfalt. Nicht umsonst haben wir die Kategorien Kino Kino und Think Local auf unserer Seite eingerichtet. Ihr werdet also genug Platz finden, auch für Themen, die auf den ersten Blick nicht direkt zu Comics, Spielen oder phantastischer Literatur gehören. Wir können aber nicht überall sein und nicht alles selbst abdecken. Nur zu gerne hätten wir zum Beispiel auch Beiträge zu dem "Literarischen Abend mit Denis Scheck" der vergangene Woche im Hörsaal 1 des Philosophiegebäudes stattgefunden hat oder zur ebenfalls letzte Woche stattfindenden Vernissage zur "illustrativen Ausstellung OBSKUR", bei der die Öffentlichkeit einige Werke von Krikra erstmals live sehen durfte. Also hier mal wieder die Bitte an euch, mitzuarbeiten und zu helfen, dass der informative und breite Charakter unserer Seite wachsen kann. Gleichzeitig auch noch einmal offiziell ein dickes Dankeschön an diejenigen, die genau das schon tun. Ohne die vielen Helfer und Unterstützer wäre unsere Seite, unsere Veranstaltungen und auch unser Laden nur halb so gut, halb so schön und halb so interessant.
Danke an all die Moderatoren, Autoren und sonstigen Helfer. Wir allein könnten diese Seite schon lange nicht mehr bewältigen.
Auch in puncto Comics tut sich wieder was im nächsten Jahr. Einige Veranstaltungen finden an gewohnten Terminen statt, andere sind verrutscht oder einfach nicht regelmäßig. Damit ihr euch schon einmal vorfreuen könnt und auch ein wenig planen, fassen wir für euch an dieser Stelle einige wichtige Termine zusammen:
TiCon 6
…ein neuer, ungewöhnlicher Termin für die sechste TiCon vom 22. bis 23.02.14
Sonst eigentlich immer die letzte Veranstaltung im Jahr, ist die 6. TiCon ein paar Monate "verrutscht". Damit ist die Manga-Anime-Cosplay-Party-Veranstaltung das erste große Comic-Event 2014. …den ganzen Beitrag lesen…
- Kategorien: Comics , dt. Comics , Manga , US Comics , Veranstaltungen
- 1 Kommentar







Das Antiquariat als Bücherei
Der Laden und die Spiele


ber nur manchmal schaffen deutsche Comiczeichner den Sprung über den großen Teich und werden in den USA veröffentlicht. Beim Würzburger Local Hero
Krikra und Lovecraft sind…



Marvels RÄCHER kann man als Antwort auf DC COMICS JUSTICE LEAGUE OF AMERICA betrachten. Man kennt das. Die namhaftesten (und mitunter auch mal die mächtigsten) Helden des jeweiligen Verlags stellen sich gemeinsam einer Gefahr, die ein Einzelner nicht hätte überwinden können. So rächen sich die Helden um Captain America, Iron Man und dem nordischen Donnergott Thor seit September 1963 durch allerlei Abenteuer, die u. a. von Größen des US-Comics wie Stan Lee, Walter Simonson oder Kurt Busiek verfasst wurden. Auch die Riege der Zeichner in der fast fünzigjährigen Historie der Avengers liest sich wie ein Who-is-who: Jack Kirby, die Buscema-Brüder, Mike Deodato jr., George Pérez und viele andere waren für die Gestaltung der Rächer verantwortlich.


Lange angekündigt, endlich ist es soweit. Die neue Marvel Ära beginnt. Seit gestern startet die Marvel Now! Revolution auch in Deutschland durch. Hierbei handelt es sich nicht um einen "Reboot" des Marvel Unviversums wie bei DC mit den New 52 geschehen, sondern um einen "Relaunch". Das heißt die Marvel Kontinuität bleibt bestehen und was seit 1961 erzählt wurde gilt weiterhin. Was sich verändert sind die Kreativteams, so wechselt zum Beispiel der Haupt-Avengers Autor Brian Michael Bendis ins X Lager, was auch bezeichnend für den Relaunch ist, da die Ausgangsstituation für die neuen Serien die Erschütterungen des Marvel Universums sind, die aus der Serie Avengers vs X-Men hervorgingen. Auch wenn manche Serien darauf Bezug nehmen, sind doch alle darauf ausgelegt neuen Lesern einen verständlichen Einstieg ins Marvel Universum zu ermöglichen.
Marvel Now! kann jeder ohne Vorkenntnisse genießen, obwohl die Story in diesem Sonderfall mit einer Nummer 5 startet. Auch weil sich das Avengers Team fast genau aus den Film Avengers zusammensetzt. Man kann sich schon auf die amüsanten Sticheleien zwischen Bruce Banner und Tony Stark freuen.





Der Gratis Comic Tag 2013 rückt näher…
Aber kein "Schock!" kann die Freude über die vielen Preise trüben, die unsere beiden Gäste Markus K. Korb und Krikra einheimsen konnten. Und zwar tatsächlich im Doppelpack. In ganzen vier Kategorien konnten die Beiden punkten. Das Gemeinschaftsprojekt "Schock!" konnte beim jährlichen "Vincent Preis", dem Horror Award, die ersten Plätze in den Kategorien
Noch einen Monat ist es hin, bis zum diesjährigen GCT. Und da wartet wieder ein pralles Programm auf euch. Neben der gigantischen Auswahl an Gratiscomics, die auch dieses Jahr wieder verteilt werden, haben wir auch wieder ein paar Gäste für euch geladen. Natürlich gibt es wieder jede Menge Action. Zum signieren sind diesmal auf jeden Fall drei Künstler vor Ort.









Auch bei den Comics machen wir uns die Arbeit Euch ein bisschen zu Kategorisieren und eine Vielzahl von Empfehlungen in übersichtlicher Form zu schaffen.
Bei unserem letzten internen Treffen hat Marcus den Anstoß zu einer neuen Rubrik gegeben.
2012 – ein Jahr im Zeichen der Comics. So hätte es auch heißen können. Nach dem
Pünktlich zum Comic-Salon kam natürlich auch der gewaltige Neustart des DC-Universums. In den Staaten NEW 52, bei
Komische Vögel gibts überall. Bei uns im Laden mehr als anderswo. Gefühlt jedenfalls. Paradiesvögel gibt es deutlich weniger. Bei uns im Laden aber auch mehr als anderswo. Mehr als gefühlt. Matthias Kraus ist ein solcher Paradiesvogel. Nicht von außen sichtbar, aber mit wenigen Worten ins Licht rückbar.
Dauert nicht lange, hat ja gesagt, dass er um die Ecke wohnt, da steht der Typ wieder im Laden. Mit ner Riesenmappe. "Hmm, ich hab das so Sprayart mäßig gemacht. Ne kleine Mappe. Ich habe versucht eindeutig identifizierbare Würzburger Wahrzeichen mit einzubauen…" Und dann zeigt er mir die Mappe, und ich finde es wirklich abgefahren. Kein Comicstyle, sondern wirklich Spray-Art. Schablonen-Spray-Art, in kleiner Auflage reproduzierbar, als Portfolio. Superhelden in holzschnittartiger Grobheit eines "Dark Knight" und einfach passend…
Wir reden dann noch lange miteinander. Es kommt die Idee für eine Postkartenserie, ich will mehr von seiner Arbeit sehen, der aktuellen, und er zeigt mir seine Webseite. Abgefahrene Bilder und Installationen, wie ich sie sonst eher aus Frankreich kenne, wo der Begriff Kunst fest mit Comics verbunden ist. Keine Comics… da würde ich aber auch gerne noch was sehen. Seither haben wir uns noch öfter getroffen und ich habe eine ganze Menge gesehen. Für den typischen Comiczeichner halte ich ihn nicht, dafür wirkt sein Umgang mit sequentieller Kunst zu selten ausgeübt. Seine Cartoons finde ich wirklich witzig. Seine comichaften Einzelbilder und Bildfolgen wirken, wenn man differenzieren möchte, eher wie comicnahe Kunst, weniger wie künstlerische Comics. Der spielerisch-comichafte Eindruck seiner Bilder und Objekte ist für mich die ganz große Nummer. Richtig beeindruckend.

Besser geht es nicht. Der Tag begann bei kühlem Wetter; die jüngsten Comic Junkies warteten bereits vor halb neun vor der Tür um ja nichts zu verpassen und sie waren um 16.00 auch noch da…wie schön. Der Nachwuchs macht echt Laune. Ab 0900 war die Bude dann brechend voll. Das hat sich bis kurz vor vier auch nicht geändert. Das Angebot von Kaffee und Kuchen am Morgen wurde von den meisten Gästen freudig genutzt und so saßen trotz kühler Brise bereits einige beim Diskutieren über Comic Kunst und ähnlichem vor unserem Laden.
Weiter gings mit Freund Götz alias Stahlprediger, der den Grill bediente. Was soll ich sagen, am Ende hatte er 50 Steaks und 100 Würste unter die (Comic)-hungrigen Leute gebracht. Alle begeistert, auch das Wetter, das jetzt sonnige Seiten zeigte. Die Traube vor dem Laden wurde größer und größer. Viele blieben lange Zeit da, man traf sich, ratschte, fachsimpelte oder saß einfach nur gemütlich beisammen. Auch ein paar tolle Kostüme von Cosplayern gab es wieder mal zu sehen. Ab 14.00 waren die ersten Gratis Hefte weg, aber die meisten Titel hielten lange vor. Jeder unserer Besucher hat was Schönes erwischen können.
So wie ich das sehe, hatten alle viel Spaß an diesem Tag und ich habe sehr viele neue Gesichter gesehen, wie ich hoffe nicht das letzte Mal. Mir fiel auf, dass vor allem viele junge Leute den Weg in den Laden gefunden haben, das freut doch umso mehr. Nachwuchs unter den Comiclesern zu födern war schon immer eines der wichtigsten Ziele für uns.
Am Samstag 12. Mai gibt es
Jeder ist willkommen. Fans, Neulinge, Kids und Erwachsene. Auch in diesem Jahr ist die Auswahl, die wir für euch bereitliegen haben, mit Sicherheit mehr als genug. Lasst euch inspirieren, an diesem Tag einmal was neues auszuprobieren und kennenzulernen. Wir sind für euch da – wie immer – und halten auch Nachschub bereit, wenn ihr etwas Neues entdeckt habt!
Anfang der Neunziger war er bei uns im Laden. Damals war er gerade etwas bekannter geworden, außerhalb der Schwulenszene, durch seine Veröffentlichungen bei Carlsen. Ich glaube, Zitronenröllchen war der aktuelle Titel. Ralf war supernett, hat wie ein wahnsinniger jeden erdenklichen Bilderwunsch erfüllt, auch die seltsamsten. Einer davon wird mir für immer im Gedächtnis bleiben. "Ich hätte gerne einen schwulen Elch!" Hat er gemacht… damals – in Hermkes Romanboutique. 1996 erschien dann bei "Männerschwarmskript" "Mal mir mal nen Schwulen". Da wurde mir klar, dass die Signieraktion bei uns im Laden völlig normal war. Ralf hatte wohl ständig mit genau solchen Wünschen zu tun. Schade eigentlich. Für mich war der Wunsch nach dem schwulen Elch schon ziemlich außergewöhnlich.
Längst pfeifen es die Spatzen von den Dächern. Im Mai, am 12. dieses Jahr, ist es wieder soweit. Der dritte deutsche "

Die phantastische Erzählung von 1915 ist im Gegensatz zu vielen anderen Arbeiten Kafkas abgeschlossen und wurde bereits zu dessen Lebzeiten veröffentlicht. Der Text wurde vom französischen Vielschreiber Corbeyran („Metronom“, „Lauras Lied“) adaptiert und vom bis dato mir völlig unbekannten Horne illustriert. Es geht darum, das Gregor Samsa eines Tages als Schabe aufwacht und alle damit verbundenen Konsequenzen zu spüren bekommt. Die Groteske wird grafisch sehr düster und stilsicher umgesetzt. In Punkto Atmosphäre hebt die Adaption bestimmte Aspekte von „Die Verwandlung“ stärker hervor.
Die Länge von Kafkas Erzählungen scheint sich für den Comic anzubieten. Denn inzwischen ist bei Knesebeck eine weitere Adaption erschienen. „In der Strafkolonie“ ist eine Erzählung von 1919 und wurde von Sylvain Ricard als Comic adaptiert. Die ausdruckstarken Illustrationen stammen von Mael. Inhaltlich geht es um einen skrupellosen Offizier, der in der Strafkolonie einen Bestrafungsapparat abgöttisch verherrlicht und darüber jeden menschlichen Bezug verloren hat. Die Autoren haben die groteske Vorlage mit einer linearen Erzählweise und einer expressiven Illustration umgearbeitet. Die Atmosphäre des Wahns wird hervorragend und in all seinen Schattierungen eingefangen.
Zuletzt wurde ja schon viel über H. P. Lovecraft gesagt. In Ergänzung daran noch ein weiterer Comictipp: In der Edition 52 ist schon vor einigen Jahren ein Lovecraft-Band vom deutschen Zeichner Reinhard Kleist erschienen. „Das Grauen im Gemäuer“ hat bis heute nichts von seiner hypnotischen Ausstrahlungskraft verloren. Die Kurzgeschichten sind allesamt von Lovecraft inspiriert und in einem düsteren Schwarzweißstil illustriert. Die kontraststarken Bilder wirken verschachtelt und inszenieren den typischen Lovecraft-Horror mit einem kleinen Augenzwinkern.
Jiro Taniguchi anhand von „Träume von Glück“
„Götterdämmerung“ von Nicolas Jarry und Djief
DER ANFANG
Mal was anderes als Superhelden gefällig? …
Aus aktuellem Anlass möchte ich anhand des Comics "The Surrogates" von Robert Venditti und Brett Weldele ein paar Gedanken loswerden. Die Graphic Novel ist zwar nicht mehr ganz neu (©2006) und auch die Verfilmung hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel (2009), trotzdem ist das Thema heute genauso aktuell. Am letzten Sonntag (12.02.12) lief der Film als FreeTV-Premiere auf einem Privatsender. Natürlich mit all den Schnitten und Werbeunterbrechungen, die eine solche Ausstrahlung mit sich bringt, aber immerhin.
DADDY – Schultheiss
Lust und Glaube – Jodorowsky/Möbius
Der Ewige Krieg – Haldemann/Marvano
Zeit der Asche – Segur
Der Kleine Prinz – Saint Exupery/Sfar
Haarmann – Meter/Kreitz
Ein Vertrag mit Gott/Lebensbilder/New York – Eisner
Blankets – Thompson
Reise mit Bill – Schultheiss
Es ist wieder viel neuer Lesestoff erschienen – auch für die Anhänger der gehobenen bebilderten Erzählung. Manches geht da oft leider unter. Im Folgenden stelle ich neue und neuere Titel vor, die alle Aufmerksamkeit verdient haben.
Ein weiteres Muss ist Art Spiegelmans neues Meisterwerk "Im Schatten keiner Türme". Darin verarbeitet der Pulitzerpreisträger nicht nur auf bissig-reflexive Weise die Ereignisse von 9/11, sondern liefert auch noch eine wundervolle Hommage an die Klassiker des Zeitungscomicstrips ab. Einzelschicksal trifft auf Zeitgeschichte, Satire auf Trauma, Undergroundcomix auf Krazy Kat, Yellow Kid und Kin-der-Kids. Das Buch erscheint als wuchtiger Pappband, der allein durch seine Form schon an die Twin Towers gemahnt!
Ben Katchor ist der Lieblingscartoonist von Seth ("Wimbledon Green"). Wer von Katchors bisher einziger deutscher Albumveröffentlichung "Der Jude von New York" (brillant-bissige Satire!) begeistert war, dem sei auch das bisher nur auf Englischvorliegende "The Cardcoard Valise" empfohlen. In zusammenhängenden Episoden glänzt Katchor durch seine wortgewaltige Sprache, bissigen Sozialkritik und lakonischen Humor. Sein Stil erinnert etwas an Schriftsteller wie Thomas Pynchon oder David Foster Wallace. Geheimtipp! (Ansonsten gibt es von ihm auch noch einen Comicbetrag für "Plague 01" auf Deutsch, der noch 2011 in zweiter Auflage erscheinen soll.)
Zum 40. Todestag von Jim Morrison ist ein kraftvolles Comicporträt erschienen. In ausdrucksstarken und realistischen S/W-Bildern und einer komplexen Erzählung liefern Frédéric Bertocchini und Jef eine zugängliche Biographie über eine rätselhafte wie charismatische Musikerlegende. "Der Poet des Chaos" – "Der König der Eidechsen" – Schamane – Alkoholiker – Mystiker – Rockstar – Doors-Frontmann: Morrsion hat viele Gesichter. Die düsteren und wilden Züge sind ohne Faktenflut in der hypnotischen Biographie enthalten.
Der Italiener Igort meldet sich wieder zurück! Diesmal mit einer ergreifenden und fesselnden Comic-Reportage: "Berichte aus der Ukraine [Erinnerungen an die Zeit der UdSSR]". Mit wechselnden Stilen (skizzenhaft-schwarzweiß und koloriert-reduziert) hat Igort die Geschichte der Ukraine illustriert. Die persönlichen Schilderungen seiner Bekanntschaften sind gleichermaßen Zeugnisse eines Genozids aus der Ära Stalins wie tragische Schicksalserlebnisse. Das üppig erscheinende Buch lässt sich dank eines großzügigen Letterings schnell lesen und entpuppt sich trotz oder wegen der Thematik als wahrer Pageturner. Igort bezieht auch Fakten mit ein, aber lässt diese nicht die Einzelschicksale "erschlagen". Ein absolutes Highlight für Freunde des "Edutainments"!
Und zuletzt noch ein Schmankerl für selbsternannte Literaten und leidenschaftliche Liebhaber der Satire und/oder Karikatur. Martin Rowson hat Laurence Sternes Anti-Roman "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" als Graphic Novel adaptiert. Die fiktive Autobiographie über den Titelhelden gelangt in der irrwitzigen Vorlage trotz fast 1000 Seiten kaum über dessen Geburt hinaus! Der absurde Ideenroman schweift ab, assoziiert und erweist sich in allererster Linie als Angriff auf die Lachmuskeln! Als Cartoonist hat Rowson einen hang zur Karikatur, die schwarzweißen Zeichnungen erinnern an den frühen Zeitungsstrip, manche detailverliebte Hintergrunddarstellungen auch an die Kunst des Kupferstichs. Spitze Feder und Fabulierfreude treffen hier unvergleichlich schwarzhumorig und einfallsreich aufeinander. In Halbleinen gebunden und mit Lesebändchen versehen auch ein Muss für den bibliophilen Leser.
Wie geht man an ein Comic heran, dem man hoffnungslos verfallen ist und es bereits nach 5 Tagen zum 2ten mal komplett gelesen hat? Das man ungefragt jedem im Umfeld aufs Auge drückt und ihn quasi zum Lesen nötigt. Reine Lobhudelei oder peinliches Geschleime kann dabei herauskommen. Eine ordentliche Zusammenfassung eher nicht. Aber brauchen wir sowas denn überhaupt? Eine brave Inhaltsangabe in verständlichem Schuldeutsch? Jubelschreie und Enthusiasmus sind mir eigentlich lieber. Wenn Jan Wigger auf Spiegel Online Musik bespricht, dann tut er das zuvorderst als Musikbegeisterter und als Hüter des guten, seines guten Geschmacks. Damit eckt er an und provoziert und erhält die Aufmerksamkeit, die er sich für dieses Stück Kunst wünscht. Auseinandersetzung ist ihm wichtig, Beschäftigung, nicht die reine Zustimmung/Ablehnung.
Nachdem der orchinal Text vo die Drei sowas vo genial is, du ich den eefåch amål übernemm:
Als ganz kurzes Resumé des gestrigen Abends kann ich nur sagen, es hat Spaß gemacht, es war entspannt und, wie ich finde wirklich gelungen. Danke, an dieser Stelle noch einmal an alle. Danke an alle, die das Ganze ermöglicht haben, die Veranstalter und Helferlein, danke an alle Mitwirkenden und danke natürlich auch an euch, das Publikum. Wir hatten eigentlich vorher keine Ahnung, was auf uns zukommt, welches Publikum wir erwarten können, wie hoch der Anteil an Comicaffinen unter euch sein würden und wie viele denn überhaupt kommen würden. Sehr schön, dass wir ausschließlich in interessierte Gesichter blicken durften, dass ihr als Publikum sehr aktiv und produktiv an der Diskussion teilgenommen habt und damit zum Gelingen des Abends beigetragen habt. (Wer mehr lesen möchte, kann bei 
Verbrechen zahlt sich nicht aus!
Im Laufe der Jahrzehnte sind in den USA unzählige Comics erschienen. Ein großer Teil davon ist den Superhelden gewidmet. Unter diesen gibt es einige wenige wirkliche Klassiker. So beispielsweise „Watchmen“ der beiden Briten Alan Moore und Dave Gibbons. Das in der Überschrift verwendete Zitat spiegelt Wirkung und Bedeutung der Wächter sehr gut wider. Es stammt von einer jungen Dame die erst kürzlich in die Welt von Nite-Owl, Rorschach und Co. abgetaucht ist. „Watchmen“ entstand zwischen 1986 und 1987 und ist in mancher Hinsicht ein Spiegel seiner Zeit. Der Kalte Krieg zwischen den USA und der damaligen Sowjetunion war noch nicht vorbei. Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich nur wenige Monate vor der Veröffentlichung der ersten Ausgabe von „Watchmen“. Die Angst vor einer Eskalation des Kalten Krieges, die Angst vor einem Atomkrieg, gehören zu den vorherrschenden Themen dieses Klassikers. Angesprochene junge Dame ist gerade 20 Jahre alt. Einen Tag nach ihrer Geburt wurde der Kalte Krieg formell beigelegt. Der Ostblock befand sich in der Auflösung und die unterschwellige Furcht vor einem atomaren Konflikt der beiden Supermächte war vom Tisch. Obwohl sie diese Zeit nur aus dem Geschichtsunterricht kennt und ihr die Stimmung in den 80ern, die selbst junge Kinder wie der Verfasser dieses Artikels zumindest ansatzweise mitbekommen haben, vollkommen unbekannt ist, hat „Watchmen“ diese Wirkung auf sie gehabt. Sicher, auch heute gibt es in unserer Welt zuhauf schwelende Konflikte. Aber dennoch ist es anders. Nicht zuletzt durch das Internet. Unsere Möglichkeiten sich umfassend zu informieren sind sehr viel größer als Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. So können wir viel mehr Neuigkeiten erhalten, diese miteinander vergleichen und zu ganz anderen Schlüssen kommen. Dennoch hatte „Watchmen“ diese Wirkung auf eine nicht nur sehr junge Frau sondern auch eine, die erst seit wenigen Jahren Comics liest.
Es gibt wieder ein paar neue Graphic Novels, die empfehlenswert sind. Da ist zum Beispiel die neue Arbeit des Italieners Manuele Fior: "Fünftausend Kilometer in der Sekunde". Es ist einfach erstaunlich, wie sich Fior mit jedem Titel weiterentwickelt.
Streng genommen vielleicht keine Graphic Novel, aber kunstvolle Zeichungen und eine grandios erzählte Geschichte enthält "Mattéo" von Jean-Pierre Gibrat allemal. Nun ist der zweite und abschließende Band "Zweiter Teil 1917-1918" erschienen.
"Kein Blick zurück" stammt von dem spanischen Newcomer Dani Montero. Für sein Debüt wurde gleich ausgezeichnet (der Jury war Miguelanxo Prado beigesessen). Der Animationskünstler und Illustrator hat sich nun auch in die Comicwelt gewagt – mit Erfolg!
Baru ist zurück! In "Hau die Bässe rein, Bruno" schöpft der Franzose wieder aus den Vollen. Ein junges afrikanisches Fußballtalent fliegt illegal nach Frankreich, um dort seinen Traum vom Profisport zu verwirklichen endet aber als Hilfsarbeiter.
Jeff Lemires "Essex County"-Trilogie geht in die zweite Runde. Mit "Geister Geschichten" ist nun die melancholisch-schöne Erinnerungsgeschichte um einen gealterten Hokey-Spieler auch auf Deutsch erschienen.
Das Problem am Schreiben, für Blog oder Rezensionen im Newsletter ist, dass man, je länger man nichts geschrieben hat, der Einstieg immer schwerer wird. Heißt, man schiebt es raus, weil man sich schwer tut, den Einstieg wieder zu finden, Teufelskreis.
