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  • Die letzten 4 Beiträge aus allen Bereichen… und wie ihr zu weiteren kommt…

  • S. T. Joshi: H. P. Lovecraft. Leben und Werk 1

    14. November 2017 4 Stimmen

    Leben und Werk 1

    2017 scheint das Jahr Lovecrafts, oder, wie Gerd es kürzlich ausdrückte, der Lovecraft-Mania zu sein. Mit Leslie S. Klingers Prachtausgabe H. P. LOVECRAFT: DAS WERK, dem fortgesetzten Einsatz des Festa-Verlags, bei dem dieser Zeit eine dreibändige Ausgabe mit Lovecrafts Kollaborationen und Überarbeitungen erscheint und dem kürzlich veröffentlichten ersten Teil von S. T. Joshis großer Biographie H. P. LOVECRAFT. LEBEN UND WERK bei Golkonda ist das ausgehende Jahr mit Lovecraft-relevanten Publikationen geradezu gespickt.

    Sunand Tryambak Joshi (* 1958) gilt als der führende Spezialist für Leben und Werk des „Einsiedlers aus Providence“ und ist nicht nur Kenner sondern auch Herausgeber nicht nur der Werke Lovecrafts sondern auch anderer Vertreter der Weird Fiction wie beispielsweise Lord Dunsany, M. R. James und Ambrose Bierce. Neben der Herausgabe kommentierter Ausgaben seiner ausgewählten Autoren hat sich Joshi auch einen Ruf als Kritiker für unheimlich-phantastische Literatur erarbeitet, der keinesfalls unumstritten ist, was nicht zuletzt an seiner harschen Kritik an solchen Größen wie Stephen King und Clive Barker liegt. Viele Bewunderer dieser und anderer betroffener Autoren lehnen Joshis Ansichten aufgrund seiner scharfen Polemik ab, was ein wenig schade ist, da seine Einsichten für großartige Szeneautoren wie Ramsey Campbell, T. E. D. Klein oder Thomas Ligotti nicht nur sehr lesenswert sondern durchaus auch wichtig sind. Seine wichtigsten kritischen Werke dürften wohl THE WEIRD TALE und THE MODERN WEIRD TALE sein.

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    14. November 2017 4 Stimmen

    2017 scheint das Jahr Lovecrafts, oder, wie Gerd es kürzlich ausdrückte, der Lovecraft-Mania zu sein. Mit Leslie S. Klingers Prachtausgabe H. P. LOVECRAFT: DAS WERK, dem fortgesetzten Einsatz des Festa-Verlags, bei dem dieser Zeit eine dreibändige Ausgabe mit Lovecrafts Kollaborationen und Überarbeitungen erscheint und dem kürzlich veröffentlichten ersten Teil von S. T. Joshis großer Biographie weiterlesen…

    Danke Roland Boschi

    12. November 2017 7 Stimmen

    Einmal mehr war eine Signierstunde bei uns ein voller Erfolg. Viele glückliche Gesichter, die einen der sensationellen Sketche von Roland „Rol“ Boschi ergattern konnten. Das lange Anstehen hat sich gelohnt und die Wartezeit wurde durch den Auftritt der Cosplayer verkürzt. Der Samstag war für alle ein echter Knaller. Der französische Marvel Zeichner war unglaublich nett und professionell zugleich. Beim gemeinsamen fränkischen Abendessen kam trotz des Zeitdrucks durch die frühe Zugabfahrt noch richtig freundschaftliche Atmosphäre auf. Vielleicht ergibt sich ja nochmal ein Termin mit ihm…

    Danke an Alle. Roland, Michael, die tollen Cosplays und die Comicfans von Nah und Fern.

    Es wird nicht das letzte Event vor Weihnachten bleiben! Dazu nächste Woche mehr…

    12. November 2017 7 Stimmen

    Einmal mehr war eine Signierstunde bei uns ein voller Erfolg. Viele glückliche Gesichter, die einen der sensationellen Sketche von Roland „Rol“ Boschi ergattern konnten. Das lange Anstehen hat sich gelohnt und die Wartezeit wurde durch den Auftritt der Cosplayer verkürzt. Der Samstag war für alle ein echter Knaller. Der französische Marvel Zeichner war unglaublich nett weiterlesen…

    Marvel Zeichner Roland Boschi signiert in Hermkes Romanboutique

    1. November 2017 6 Stimmen

    Am Samstag, dem 11.11.2017 ist es einmal wieder soweit. Michael „Drawn Lines“ Dedio ist auf Tour durch Deutschland mit einem tollen Zeichner im Gepäck. Und wir freuen uns, euch diesmal am Samstag ab 12:30 Uhr Roland Boschi präsentieren zu können! Roland wird euch bis zum Nachmittag mit Zeichnungen und Sketchen nach Wunsch versorgen. Sicher haben die Beiden auch wieder jede Menge Originale und Drucke im Koffer…

    Lebenslauf:
    Roland Boschi wurde am 17.1.1975 im sonnigen Süden Frankreichs geboren.
    Seine erste und bis heute einzige Arbeit für DC Comics kann man in der Grahic Novel „The Big Book of…“ Volume 14 finden.
    Seit 2008 arbeitet der in der Nähe von Marseille lebende Zeichner für das Haus der Ideen Marvel Comics, anfangs zusammen mit dem renommierten Autor Jason Aaron an „Ghost Rider“, gefolgt von One-Shots und Miniserien solch großer Helden wie Wolverine und dem Punisher, die überwiegend für das Erwachsenen Label „MAX“ entstanden.
    Auch am kontrovers diskutierten Zyklus „Frankencastle“ war er mit beteiligt.
    Seit Ende 2012 darf sich der Franzose auch bei einer der Hauptserien der Mutanten austoben: den X-Men!
    In den letzten Jahren konnte man seinen Strich hauptsächlich in Miniserien wie „Secret Wars: Hail Hydra“, „Winter Soldier: The Bitter March“ oder „Karnak“, zusammen mit dem Schreiber Warren Ellis, begutachten.
    Gegenwärtig ist Roland sowohl am neuen Event „Venomverse“, als auch an den neuen Abenteuern der „Guardians of the Galaxy“ involiert.

    Checkliste:
    Deutsch

    • 100% Marvel Nr. 64: Wolverine & die X-Men – Alpha & Omega (222 Stück limitierte Variant Cover Edition zur Comic Action 2012)
    • Ghost Rider Sonderband Nr. 5
    • Marvel MAX Nr. 45 & 53 – 54 & 56 & 58
    • Punisher Sonderband Nr. 3 – 4 & 6 (Nr. 6 222 Stück limitierte Variant Cover Edition zur Comic Action 2011)
    • Secret Wars Megaband Nr. 1
    • Winter Soldier Megaband Nr. 2
    • X-Men Sonderband Nr. 5
    • X-Force Sonderband Nr. 3
    • X-Men Sonderheft Nr. 26
    • X-Men Nr. 148 – 149
    • Die neuen X-Men Nr. 25
    • Karnak Sonderband Nr. 1 (222 Stück limitierte Variant Cover Edition)

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    1. November 2017 6 Stimmen

    Am Samstag, dem 11.11.2017 ist es einmal wieder soweit. Michael „Drawn Lines“ Dedio ist auf Tour durch Deutschland mit einem tollen Zeichner im Gepäck. Und wir freuen uns, euch diesmal am Samstag ab 12:30 Uhr Roland Boschi präsentieren zu können! Roland wird euch bis zum Nachmittag mit Zeichnungen und Sketchen nach Wunsch versorgen. Sicher haben weiterlesen…

    Die Spielbar am 10.11.2017

    30. Oktober 2017 4 Stimmen

    Zwei Events stehen ins Haus. Am 10.11. findet die Spielbar statt und am 11.11. kommt mit Roland Boschi ein Marvel Zeichner zum signieren. Die Ankündigung zur Signiertour folgt mit Details in ein paar Tagen…

    Mit der Spielbar haben wir diesmal den Monats-Rhytmus nicht mehr ganz getroffen. Nach dem ausgefallenen Oktober findet die Spielbar diesmal leider wieder parallel zum Brot und Spiele Treffen im Schelmenkeller statt. Die Termine in der AMV sind schon ein wenig vorweihnachtlich verdichtet und so sind wir froh, dass es wenigstens so funktioniert.

    Am zweiten Freitag im November, dem 10.11.2017 gibt es für euch also wieder zwei Möglichkeiten euch den Abend mit Brettspielen um die Ohren zu schlagen. Bei Brot & Spiele im Schelmenkeller in geselliger Runde mit mitgebrachten Spielen von euch und anderen – oder eben in den Räumen der AMV bei der Spielbar, mit KaZu als Erklärbärin und mit den von uns gestellten Spielen. Wir haben wieder etliche bewährte Lieblingsspiele und auch wieder einige Neuheiten im Gepäck. Wer also Richtung Weihnachten noch Spiele ausprobieren und erklärt bekommen möchte, kann die Gelegenheit wahrnehmen.

    <SPOILER!>

    Auch im Hinblick auf unsere drei kommenden Rabattveranstaltungen an den vorweihnachtlichen Samstagen. Es wird einen Spiele-Samstag geben (02.12.), mit 20% Direktrabatt auf Brett- Karten- und Würfelspiele! – einen Tolino-Samstag (09.12.) mit Erklärungen und Einweisung in die Welt unserer ebook Reader – ebenfalls mit 20% – als Gutschrift auf zukünftige Käufe bei uns im Laden! – und einen US-Comic-Book-Samstag (16.12.) mit 20% Discount auf alle Trade-Paperbacks aus unseren Verkaufsregalen!

    Näheres dazu demnächst 🙂

    </SPOILER!>

    30. Oktober 2017 4 Stimmen

    Zwei Events stehen ins Haus. Am 10.11. findet die Spielbar statt und am 11.11. kommt mit Roland Boschi ein Marvel Zeichner zum signieren. Die Ankündigung zur Signiertour folgt mit Details in ein paar Tagen… Mit der Spielbar haben wir diesmal den Monats-Rhytmus nicht mehr ganz getroffen. Nach dem ausgefallenen Oktober findet die Spielbar diesmal leider weiterlesen…

    Lovecraft Mania

    29. Oktober 2017 5 Stimmen

    Als kleine Ergänzung zu dem gelungenen Beitrag meines Vorredners Oliver L. zu „H. P. Lovecraft: Das Werk“ möchte ich hier noch zwei Kleinigkeiten hinzufügen. Die massive Renaissance von Lovecrafts Werk wirkt sich seit Jahren auf verschiedenste Genres aus. Rollenspiele, Brettspiele, Musik, Filme, sogar Plüschtiere usw.

    Ganz aktuell gibt es zwei solche Veröffentlichungen. Zum einen aus dem Pegasus Spiele Verlag.

    Lovecraft Letter

    Die Variante des erfolgreichen Kartenspiels „Love Letter“ als „Lovecraft Letter„. Nicht wirklich neu, immerhin gab es dazu auch schon zwei ähnliche Varianten mit „Loot Letter“ im „Munchkin“-Look und „Der Hobbit: Kampf um den Arkenstein“. Aber die neue Variante passt zur oben erwähnten Lovecraft Welle und verspricht mit ein paar kleinen Regelvarianten auch neuen Spielspaß und vielleicht auch eine neue, zusätzliche Fangemeinde. Derzeit noch Fachhandels Exklusiv. Deswegen auch nicht im Webshop erhältlich.

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    Lovecraft Letter
    via e-mail im Laden…

    Zum zweiten hat der Hype einen der deutschen Altmeister der Fantasyliteratur zu einer Rückkehr zu den eigenen Wurzeln bewogen.

    Der Hexer von Salem trifft den Sohn des Lichts

    Könnt ihr euch noch an die Anfänge von Wolfgang Hohlbeins Karriere als Autor erinnern? Heftromane in phantastischen Horrorserien des Bastei Verlages. Neben seiner Arbeit für Professor Zamorra stammt aus dieser Zeit auch die Figur des „Hexer von Salem„. Robert Cravens Abenteuer spielen dabei in einem von Lovecraft inspirierten Universum. Craven kämpft gegen all die Monster, die wir aus den Erzählungen des Cthulhu Mythos kennen.

    Einer der Abgründe meiner Person ist, dass ich manchmal ein echtes Faible für Trash habe. Ich bin nicht nur bekennder Fan von Hohlbeins Serien „Der Hexer von Salem“ und „Charity – Die beste Frau der Space Force“ sondern natürlich auch von Jason DarksJohn Sinclair„.

    Ihr könnt euch meine Freude vorstellen, dass es jetzt ein Crossover John Sinclair / Robert Craven gibt. Und ganz ehrlich, die Story macht echt Spaß und lohnt sich. Ich kann natürlich nicht sagen, wie die beiden Bände von „Oculus“ ohne profunde Nerdkenntnis beider Welten wirken, aber wenn ihr Bock auf echt coolen Trash habt und euch ein wenig in beiden Universen auskennt, ist das Ding echt der Brüller.

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    Oculus – Im Auge des Sturms und Oculus – Das Ende der Zeit
    im Webshop oder via e-mail im Laden…

    29. Oktober 2017 5 Stimmen

    Als kleine Ergänzung zu dem gelungenen Beitrag meines Vorredners Oliver L. zu „H. P. Lovecraft: Das Werk“ möchte ich hier noch zwei Kleinigkeiten hinzufügen. Die massive Renaissance von Lovecrafts Werk wirkt sich seit Jahren auf verschiedenste Genres aus. Rollenspiele, Brettspiele, Musik, Filme, sogar Plüschtiere usw. Ganz aktuell gibt es zwei solche Veröffentlichungen. Zum einen aus weiterlesen…

    H. P. Lovecraft: Das Werk

    23. Oktober 2017 9 Stimmen

    H. P. Lovecraft: Das Werk

    Was wäre die unheimliche Literatur ohne Howard Phillips Lovecraft? Auf diese Frage lässt sich wohl kaum eine Antwort finden. Der sog. Einsiedler aus Providence gilt nicht umsonst als Vater des Horrors und bietet, trotz vorhandener Schwächen in Werk und Vita, immer wieder ein interessantes Beschäftigungsfeld.

    Das Werk mag hier etwas missverständlich sein, und zu dem Gedanken führen, dass in dieser Mammutausgabe sämtliche von Lovecraft verfassten Geschichten enthalten sind. Tatsächlich handelt es sich um eine sorgfältig von Herausgeber Leslie S. Klinger zusammengestellte Auswahl. Wie sie zustande kam, erklärt Klinger am Anfang des Buches. Lovecraft erlebt seit Mitte der 2000er eine kleine Renaissance. Dies dürfte nicht zuletzt den Ausgaben der Edition Phantasia und des Festa Verlags geschuldet sein, die sich jeweils ab 2005 der Veröffentlichung hochwertiger Ausgaben der Werke des „Großen Alten“ annahmen. Inzwischen wurde H. P. Lovecraft auch von diversen Niedrigpreisverlagen entdeckt. Von immer mehr Anspielungen in Film und Fernsehen ganz zu schweigen.

    Warum also eine weitere Lovecraft-Ausgabe? H. P. Lovecraft gilt einerseits als Urvater des modernen Horrors. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass es, mit Ausnahme der Pionierarbeit S. T. Joshis, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Leben und Werk dieses Autoren bisher kaum gab. Der vorliegende Band soll dem Abhilfe schaffen, Joshis Arbeit ergänzen und zum Teil auch einen anderen Blickwinkel präsentieren. So wird die vorliegende Ausgabe mit einem ausführlichen Abriss über „Großvater Theobald“ und sein Wirken eröffnet, der auch Kennern Lovecrafts noch neue Einblicke geben wird. In über tausend Anmerkungen werden weitere Aspekte zu den enthaltenen Geschichten, ihrer Entstehung und Hintergründe beleuchtet. Abgerundet wird das ganze mit ca. 300 Abbildungen (die Zahlen entnehme ich der Verlagsseite). In der deutschen Ausgabe findet sich im Anhang ein von den Übersetzern Alexander Pechmann und Andreas Fliedner erarbeitetes Kapitel über „Lovecraft im deutschen Sprachraum“, der die aus der Originalausgabe übernommenen Extras wunderbar abrundet. Allein, das Kapitel über Lovecraft und Musik hätte für meinen Geschmack ausführlicher sein dürfen.

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    23. Oktober 2017 9 Stimmen

    Was wäre die unheimliche Literatur ohne Howard Phillips Lovecraft? Auf diese Frage lässt sich wohl kaum eine Antwort finden. Der sog. Einsiedler aus Providence gilt nicht umsonst als Vater des Horrors und bietet, trotz vorhandener Schwächen in Werk und Vita, immer wieder ein interessantes Beschäftigungsfeld. Das Werk mag hier etwas missverständlich sein, und zu dem weiterlesen…

    Black Hammer – Secret Origins

    19. Oktober 2017 6 Stimmen

    Lemire/Ormston/Stewart
    Black Hammer – Secret Origins
    Dark Horse, 2017, $14,99
    ISBN 978-1-61655-786-7

    Wie sie inzwischen nerven, diese „Superhelden“. Die wahre Macht ihrer Kräfte liegt in der völlständigen Dominanz der Trivialkultur. Einzig die Star Wars Horde leistet Widerstand. Seit sie zum Mäusekonzern gehört ist es zu einer irrwitzigen, weltweiten Merchandiseschlacht kulminiert, in der selbst unsere Ärsche nicht verschont bleiben. Es gibt tatsächlich Star Wars Klopapier!
    Wie sehr wünscht man sich in solchen Momenten selbst die Macht, die Macht, widerstehen zu können. Für uns „Jäger der verlorenen Geschichte“ wird die Herausforderung ständig größer, packende, intelligente und zeichnerisch ansprechende Comics zu entdecken, bevor der tonnenschwere Mainstreamauswurf unsere Restsinne und Erkennungsmechanismen unter Belanglosigkeiten in sich immer mehr ähnelnden Geschichten begräbt. Ein anorexisches Storygerippe reicht meist aus, nur um direkt und endlos in austauschbaren Actionsequenzen unterzugehen.
    Entsprechend durchzuckte mich ein ausgewachsener Skepsisblitz beim Anblick von „Black Hammer“. Das unwiderstehliche Cover, sowie der qualitätsverheißende Name „Jeff Lemire“ knockten bestehende Bedenken jedoch aus. Unmittelbar entstand ein vertrauter Sog, der großen Werken eigen ist. Ganz egal, welche Art von Art es ist, dieser Sog läßt dich ihre Größe erkennen. Schneller als ich „Tschurangrati“ sagen konnte, änderte sich mein Status von Offline zu Comicline.
    Sechs frühere „Superhelden“ fristen seit 10 Jahren ihr Dasein auf einer Farm im amerikanischen Nirgendwo. Kontakt zur dörflichen Aussenwelt hält Abraham, einziger der skurilen Truppe, ohne Superfähigkeiten oder bizarrem Äußerem.
    Behutsam führt „Lemire“ die Charaktere ein, ihre Vergangenheit, ihre Herkunft, ohne jedoch zuviel preiszugeben. Soll ja eine ordentliche Serie werden. Dean Ormston verpasst alledem eine herrlich düstere, hoffnungleere 50er Jahre Atmosphäre und den Rückblicken auf „glorreiche“ Zeiten beste Trashoptik.

    Also vertrauen sie mir, ich weiß wovon ich rede, und lesen sie dieses Comic.

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    Black Hammer – Secret Origins
    im Webshop oder via e-mail im Laden…

     

    19. Oktober 2017 6 Stimmen

    Lemire/Ormston/Stewart Black Hammer – Secret Origins Dark Horse, 2017, $14,99 ISBN 978-1-61655-786-7 Wie sie inzwischen nerven, diese „Superhelden“. Die wahre Macht ihrer Kräfte liegt in der völlständigen Dominanz der Trivialkultur. Einzig die Star Wars Horde leistet Widerstand. Seit sie zum Mäusekonzern gehört ist es zu einer irrwitzigen, weltweiten Merchandiseschlacht kulminiert, in der selbst unsere Ärsche weiterlesen…

    Sonntag, 15.10.2017 – ein Tag nach der BuCon

    15. Oktober 2017 9 Stimmen

    Am Samstag auf der diesjährigen BuCon in Dreieich hatten wir reichlich Beute gemacht. Und schon auf der Rückfahrt im Auto kam ich in den Genuss eines ganz besonderen Hörbuches…

    Aber von vorne…

    Der Besuch der Buchmesse Convention war auch in diesem Jahr geprägt von der Neugier auf all die netten kleinen Verlage und Publikationen, die einem im buchhändlerischen Alltag so gerne durch die Lappen gehen. Und deshalb steht auch der Gang durch die Reihen der Verlagshallen wesentlich intensiver im Fokus des Besuches, als der zwar angenehmere und entspannendere Teil, den Lesungen der zahlreichen Autoren zu lauschen, oder anderen interessante Workshops oder Vortägen bezuwohnen. Was wir natürlich dann trotzdem noch – hinterher – nicht ganz auslassen konnten ;). Bei Namen wie Tommy Krappweis (mit Prof. Simek), Kai Meyer (oben im Bild),  Tom Finn, Robert Corvus, Markus Heitz, Bernd Perplies… kann man diesen Teil der Veranstaltung nicht einfach auslassen.

    Die Arbeit, wenn auch mit vielen erfreulichen Kontakten und Gesprächen verbunden, ist und bleibt der Sinn dieses kleinen Ausfluges. Umso erfreulicher, dass nach dem langen Tag die Rückfahrt exakt die passende Dauer einnimmt, für die kleine Privatlesung des ersten frisch erworbenen Beutestückes. Noch besser, dass KaZu auf dem Beifahrersitz eine begnadete Meistrervorleserin ist. So gab es auf dem Weg von Dreieich nach Würzburg die ungekürzte Lesung des kleinen Büchleins „Die Saat“ von Karin Leroch. Ein Kurzroman aus dem ohneohren Verlag.

    Die Bezeichnung Kurzroman könnte man auch durch längere Kurzgeschichte ersetzen. Ganz im Stil skurriler Short Stories aus Fredric Browns „Flitterwochen in der Hölle„, George R. R. MartinsTraumlieder“ oder ähnlicher Werke. Ein echter Spaß und die Zeit verging wie im Flug. Das kleine Büchlein für ehrliche und faire 4,49 € ist ein echter Tipp für den kleinen Snack zwischendurch und dabei inhaltlich gehaltvoller und unterhaltsamer als mancher künstlich aufgeblasene Lückenfüller namhafter Verlage.

    Mein Tipp: unbedingt lesen! (Ich verspreche auch, das Büchlein ab Dienstag im Laden vorrätig zu haben…)
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    Die Saat
    im Webshop oder via e-mail im Laden…

    Heute hat dann das wunderbare Wetter des goldenen Oktober zu dem unverhofften Glück verholfen, gleich noch auf der Terasse einige weitere Beutestücke zu inspizieren, über die ich euch in den nächsten Tagen informieren werde. Ich kann euch jetzt schon versprechen, es gibt eine vielseitige Auswahl an Literatur. Wunderbar trashige Pulp-Fiction, Steampunk vom Feinsten, bibliophile, wundervoll illustrierte Ausgaben, historische Schauergeschichten und so weiter und so fort. Eben ein Querschnitt durch all die kleinen Verlage und Autoren, die im Alltag so gerne durchs Raster unserer Aufmerksamkeit fallen. Die aber durch ihr Engagement und ihr Wirken zur Vielfalt des Genres beitragen und deshalb einen wohlverdienten Platz in unserem Sortiment einnehmen sollen.

    Ach und übrigens: die ersten zwei komplett gelesenen Exemplare haben schon den Weg zu Hermke gefunden und harren jetzt der wohlwollenden Begutachtung durch den Meister!

    15. Oktober 2017 9 Stimmen

    Am Samstag auf der diesjährigen BuCon in Dreieich hatten wir reichlich Beute gemacht. Und schon auf der Rückfahrt im Auto kam ich in den Genuss eines ganz besonderen Hörbuches… Aber von vorne… Der Besuch der Buchmesse Convention war auch in diesem Jahr geprägt von der Neugier auf all die netten kleinen Verlage und Publikationen, die weiterlesen…

    Alles, was wir geben mussten

    10. Oktober 2017 8 Stimmen

    Kazuo Ishiguro
    ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN. Roman.
    Aus dem Englischen von Barbara Schaden
    (Never Let Me Go / 2005)
    München, Heyne, 2016, 352 S.
    ISBN 978-3-453-42154-7

     

    Bei ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN handelt sich auf den ersten Blick um eine Dreiecksgeschichte. An den Spitzen finden sich Kathy und Tommy und Ruth. Die drei wachsen zusammen auf und sie lieben sich wirklich. Deshalb erleben sie wunderschöne Zeiten zusammen und schlimme Zeiten, sie erfahren Glück und Geborgenheit und, was Menschen, die sich lieben, offenbar immer tun, sie tun sich weh. Sie leben sich auseinander und sie finden wieder zusammen, schließlich können sie einander sogar vergeben. Kathy, Tommy, Ruth – drei menschliche Wesen, drei Schicksale, drei Seelen – wissen jedoch, dass sie anders sind als andere Menschen, dass sie eben das nicht sind: Menschen!
    Von Beginn an ist ihnen klar, dass sie „Spender“ sind, und sie akzeptieren das Wissen darum ohne jedes Murren oder Aufbegehren. Was sich allerdings hinter dem Begriff „Spender“ wirklich verbirgt, wie wenig sie (und wir) trotz aller Aufklärung durch die „Aufseher“ von diesem Wissen tatsächlich verstanden haben, zeigt sich erst ganz allmählich im Verlauf der Geschichte, die aus der Sicht Kathys erzählt wird. Die volle Tragik dieser Lebensgeschichten wird der Leserin, wird dem Leser jedoch tatsächlich erst auf der letzten Seite bewusst, auch wenn sie (oder er) schon lange vorher ein mulmiges Gefühl, manchmal sogar eine Gänsehaut, hat.
    Kazuo Ishiguros Roman wird vielleicht eines Tages einen ähnlichen Stellenwert in der Geschichte einnehmen wie George Orwells Jahrhundertbuch 1984. Wenn es in Zukunft darum geht, welche sittlichen und moralischen Werte unsere Spezies unbedingt einzuhalten hat, um nicht selbst ihre Menschlichkeit zu verlieren, wird ein Blick in ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN als notwendig und hilfreich erscheinen.

    Ein gutes Jahrzehnt ist vergangen, seit ich ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN für mich entdeckt habe. Damals war es ein Buch, das „man“ (oder „frau“) einfach gelesen haben musste, erstreckte sich die begeisterte Berichterstattung doch über alle Medien hinweg. Nach den üblichen Bestsellerehren kam dann noch eine Verfilmung – und irgendwie verschwand der Roman dann leider „in der Versenkung“.
    Umso schöner, dass Kazuo Ishiguro in diesem Jahr nun (verdientermaßen) den Literaturnobelpreis erhalten hat und damit seinen erstaunlichen, großartigen, immer sehr speziellen Werken neue Leser zugeführt werden. Und da es so schön passt (auch damals war es Herbst), wünsche ich allen diesen neuen Leserinnen und Lesern, dass es ihnen so ergehen mag, wie ich es damals in einer anderen Buchbesprechung formulierte:
    „Nachdem ich ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN nun in einem Zug durchgelesen habe, an einem wunderbar-nebligen Sonntag, nicht ansprechbar für die Außenwelt, aufgewühlt und gefangen von Kathys unaufgeregter Erzählung, kann ich nur einstimmen in den Chor: Ishiguro ist ohne Frage der bedeutendste Roman (nicht nur) diesen Bücherherbstes gelungen.“

    Horst Illmer
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    Alles, was wir geben mussten
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    10. Oktober 2017 8 Stimmen

    Kazuo Ishiguro ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN. Roman. Aus dem Englischen von Barbara Schaden (Never Let Me Go / 2005) München, Heyne, 2016, 352 S. ISBN 978-3-453-42154-7   Bei ALLES, WAS WIR GEBEN MUSSTEN handelt sich auf den ersten Blick um eine Dreiecksgeschichte. An den Spitzen finden sich Kathy und Tommy und Ruth. Die drei weiterlesen…

    Perdido Street Station

    4. Oktober 2017 5 Stimmen

    China Miéville
    PERDIDO STREET STATION.
    Ü: Eva Bauche-Eppers
    (PERDIDO STREET STATION / 2000)
    München, Heyne, 2014, 850 S.
    ISBN 978-3-453-31539-6

     

    Mit diesem Roman wurde der englische Autor China Miéville im Jahr 2002 erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt. Das Buch war damals in zwei Bände aufgeteilt und dann lange nicht mehr lieferbar, inzwischen kann man jedoch auf die einbändige Neuauflage bei Heyne zugreifen.

    In PERDIDO STREET STATION entwirft Miéville das Bild einer Großstadt auf einer fremden Welt, bewohnt von einer Mixtur außergewöhnlicher Lebensformen, die wesentlich vielgestaltiger ist, als auf der Erde. Die Mehrheit der Bevölkerung ist menschlich, jedoch sind Mischformen, Mutationen, gentechnisch oder operativ veränderte „Remade“-Wesen und Xenoformen in reicher Anzahl vorhanden. Sie alle leben in der uralten Megalopolis New Crobuzon einigermaßen friedlich nebeneinander, verwaltet von einem korrupten Bürgermeister und „bewacht“ von einer allgegenwärtigen Miliz. Die Kultur und Technik ist vielgestaltig und enthält auch magische Elemente, die jedoch stimmig in die Geschichte eingebaut sind.
    Die Klammer der Geschichte und der Auslöser der Fastkatastrophe, welche die Stadt heimsucht, ist das Streben eines seiner Schwingen beraubten Vogelmenschen, wieder fliegen zu können. Dafür sucht er einen zu allem bereiten Wissenschaftler und findet ihn in Isaac Dan dar Grimnebulin. Dessen Suche nach Lösungen des Flug-Problems setzt eine Kette von Ereignissen in Gang, die zu verfolgen uns Miéville einlädt.
    Wir lernen Grimnebulins Freunde und Feinde kennen, werden in die Geheimnisse der einzelnen Spezies eingeweiht und erleben mit, wie sich die Regierung angesichts großer Probleme blamiert und völlig überzogene Gewaltorgien startet um vom eigenen Versagen abzulenken. Der Autor ist überreich mit Phantasie begabt und versprüht seine Einfälle nur so. Dabei schafft er es immer wieder Haken zu schlagen, die man selbst als erfahrener Leser nicht voraussehen kann und gestaltet so das Buch zu einer erstaunlich kurzweiligen Lektüre. Ob und wie es Isaac gelingt, das fragile Gleichgewicht vom Beginn des Romans wieder herzustellen, wird nicht verraten – für unterhaltsame Spannung ist jedenfalls reichlich gesorgt!

    Natürlich fasziniert die Ideenfülle dieses Weltentwurfs. Aber wie das an den (deutschen) Leser herangetragen wird, ist das eigentlich Sensationelle!
    Die Übersetzerin Eva Bauche-Eppers schafft es spielend, dass man sich ständig fragt, ob dieser Reichtum an Ausdrücken und Metaphern schon im Original stand, oder ob wir hier den Glücksfall haben, den „besseren“ Text auf Deutsch zu lesen.
    Da ist zuerst einmal die Verwendung heute ungebräuchlicher Begriffe, die aber wundervoll ins Bild der Stadt passen, wie sie Miéville zeichnet: Wellenbewegungen sind „Undulationen“, Lebensmittel werden in „Viktualienständen“ verkauft und das Schmutzwasser im Hafen „suppt“ ans Kai.
    Dann werden alltägliche Begebenheiten zum sprachästhetischen Genuss: „Über der Kontemplation des lunaren Uhrwerks schlummerte Isaac ein“, heißt es, wenn der Held den Mond betrachtet, oder als im Frühling der Außenbereich einer Kneipe eröffnet: „Das Glock’ und Gockel hatte sein Inneres nach außen gekehrt.“
    Und bei Beschreibungen der Stadtlandschaft kommt es zu solchen Höhepunkten der Metaphernkunst: New Crobuzon, „diese aus Gebein und Stein geträumte Stadt, eine Verschwörung von Industrie und Grausamkeit, getränkt mit Vergangenheit und isolierter Macht, diese Wüste, jenseits meiner Vorstellungskraft“. Oder: Im „Luftraum kriechen Aerostats von Wolke zu Wolke wie Schnecken auf Kohlköpfen.“
    Selbst Wortneuschöpfungen gelingen so, dass man auf Anhieb weiß, was gemeint ist: „Wyrmen … die fassleibig auf ledrigen Schwingen am Himmel über New Crobuzon lumpazivagabundierten.“
    So geht es weiter, die ganzen 850 Seiten lang, und je näher das Ende kommt, desto unwilliger wird man, diese Welt wieder zu verlassen. Schon bei der Übertragung von Robin Hobbs ersten Romanen war Eva Bauche-Eppers für den Erfolg mitverantwortlich, hier jedoch hat sie es geschafft, von mir zur Schutzheiligen aller Übersetzer erklärt zu werden.

    Horst Illmer
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    Perdido Street Station
    im Webshop oder via e-mail im Laden…

    4. Oktober 2017 5 Stimmen

    China Miéville PERDIDO STREET STATION. Ü: Eva Bauche-Eppers (PERDIDO STREET STATION / 2000) München, Heyne, 2014, 850 S. ISBN 978-3-453-31539-6   Mit diesem Roman wurde der englische Autor China Miéville im Jahr 2002 erstmals dem deutschen Publikum vorgestellt. Das Buch war damals in zwei Bände aufgeteilt und dann lange nicht mehr lieferbar, inzwischen kann man weiterlesen…

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